Katie Kento
Verlagsempfehlung junge Erwachsene
Hotel Ambrosia – Du. Entkommst. Nicht.
Die 17-jährige Robyn ist ein großer True-Crime-Fan und wohnt passenderweise direkt gegenüber dem Ambrosia-Hotel, das eine düstere Vergangenheit voller Verbrechen und Mysterien birgt. Fasziniert von diesem Ort schreibt sie ihrer Lieblings-Podcast-Hostin Ivy von Whispering Ivy eine E-Mail und weist sie auf das Hotel hin.
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Ivy ist sofort Feuer und Flamme und bittet Robyn, auf ihren Namen und mit ihrer Bezahlung dort einzuchecken, um Material für den Podcast zu sammeln. Doch Robyn leidet an ME/CFS – einer Krankheit, die ähnliche Symptome wie Long Covid hat und sie an schlechten Tagen ans Bett oder in den Rollstuhl fesselt. Vielleicht gerade deshalb hat sie das Hotel von außen bereits in- und auswendig studiert und ist regelrecht besessen davon.
Als plötzlich A.J., ein obdachloser Jugendlicher, in ihrem Appartement auftaucht, überredet sie ihn, für sie im Ambrosia einzuchecken. So erhält sie doch eine – wenn auch widerwillige – Innenperspektive. Während Robyn aus sicherer Entfernung die Stellung hält, setzt sich A.J. zunehmend in Gefahr. Und all das muss sie vor ihrer Großtante Nelly verheimlichen, die sich ohnehin Sorgen um sie macht.
Mit der Perspektive einer eingeschränkten Beobachterin erinnert der Thriller unweigerlich an Hitchcocks Das Fenster zum Hof, was Robyn selbst thematisiert. Auch ihre Leidenschaft für True-Crime-Podcasts weckt Assoziationen zu Holly Jacksons A Good Girl’s Guide to Murder. Doch dieser Thriller ist weit mehr als eine bloße Hommage – er überrascht mit einer innovativen, unvorhersehbaren Story. Obwohl Robyn das Geschehen nicht aktiv beeinflussen kann, bleibt die Spannung konstant hoch. Das Setting ist beinahe kammerstückartig, doch die Atmosphäre ist so intensiv und realistisch, dass es an nichts fehlt.
Robyns Fixierung auf das Hotel wirkt absolut glaubwürdig – schließlich ist es ihre einzige Ablenkung von der Krankheit. Zu den Menschen, die sie über die Zeit beobachtet hat, entwickelt sie fast eine parasoziale Beziehung und gibt ihnen Namen aus der griechischen Mythologie. Ihre Skizzen des Hotels und der Bewohner ergänzt sie mit A.J.s Erkenntnissen, was für eine faszinierende Struktur sorgt. Die Dynamik zwischen Robyn und A.J. ist ebenfalls ein Highlight: Sein trockener Humor und seine pragmatische Art bringen eine willkommene Prise Leichtigkeit in die düstere Geschichte.
Als Robyn beginnt, an ihrem Verstand zu zweifeln, verschwimmen auch für die Leser:innen die Grenzen zwischen Realität und Fieberwahn. Und gerade, wenn man glaubt, das Rätsel durchschaut zu haben, sorgen unerwartete Wendungen dafür, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Ein absolut modernes Highlight für alle Thriller- und True-Crime-Fans!
Raphaela Brosseron
Laura Faile
Verlagsempfehlung ab 7 Jahre
Die geheime Welt der Bäume
Dieses Sachbilderbuch für Grundschulkinder ist schon sehr umfassend. Nach der Klassifizierung der Bäume geht es gleich an den Anfang zurück. Erstaunlich, wie lange es schon einige Bäume wie den Gingko gibt.
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Ein Zeitstrahl und viele Abbildungen zeigen uns die Entwicklung. Blätter oder Nadeln, Nacktsamer oder Bedecktsamer, Giganten oder Urgesteine sind interessante Unterschiede. Aber ganz besonders unterscheiden sich die Kronen der Bäume in ihrer Form. Wie ein Baum aufgebaut ist und wie es funktioniert, dass das Wasser aus den Wurzeln aufsteigt, wird verständlich, durch Abbildungen unterstützt, erklärt. Kennt ihr den Regenbogenbaum? Ich kannte ihn bisher nicht. Nach einem Besuch im Regenwald gibt es eine Erklärung zu den Jahresringen. Erstaunlich, wie verschieden die Blüten und Früchte der Bäume sind.
Es macht Spaß, in diesem Buch alles über Bäume zu erfahren. Der Text ist übersichtlich und nicht zu lang, die Illustrationen geben zusätzliche Erklärungen zu den Themen. - Eindrucksvolle Bäume vorgestellt in einem eindrucksvollen Buch.
Dagmar Mägdefrau
Carolin Philipps
Verlagsempfehlung Klasse 5, 6 und 7
Kristinas Mutprobe
Die zwölfjährige Kristina lebt mit ihrer Mutter in einer nicht sehr guten Wohngegend, hier gibt es kleine Hochhäuser, die immer wieder besprayt werden. Aufgrund der Berichterstattung in der Zeitung hat Kristinas Mutter Angst, wenn ihre Tochter hier alleine unterwegs ist. Da sie schon nach Schulschluss und dann bis in den später Abend arbeitet, muss Kristina allein in der Wohnung bleiben.
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Das ist natürlich sehr langweilig, auch wenn sie genügend Videospiele zur Verfügung hat. Doch dann klopft Tobias, der Chef einer Sprayerbande, an ihre Wohnungstür und weil sie seine Angst spürt, lässt sie ihn in die Wohnung. So wird die Wohnung zum Hauptquartier der Jungen, obwohl sie im Gebiet einer anderen Bande liegt und deren Chef Kristina unter Druck setzt.
Zusammen mit den Jungen erlebt Kristina gefährliche Abenteuer, aber erst als sie, um zur Bande zu gehören, eine Mutprobe ablegen soll, muss Kristina eine Entscheidung treffen.
Im Buch geht es ums Sprayen, um U-Bahn-Surfen und Steine auf die Autobahn werfen. Nicht alle Aktionen bleiben ohne Folgen und da denke ich, werden die Leser*innen sich Gedanken machen müssen und Position beziehen. Kristinas Leben bekommt durch die Jungen viel Spannung, aber sie entfernt sich auch immer weiter von ihrer Mutter, ihre Noten leiden und letztlich nutzen die Jungen sie auch aus. Am Rande geht es auch um zerbrochene Biografien und häusliche Gewalt, alles Themen, die sicher jugendlichen Leser*innen nicht fremd sein dürften.
Das Buch wird in elf Kapiteln erzählt, es gibt einige farbige, erläuternde Bilder dazu. Die Identifikation mit den Protagonisten wird den Leser‘*innen wohl nicht allzu schwerfallen.
Dagmar Mägdefrau
Die 12-jährige Kristina verbringt ihre Nachmittage alleine in der Wohnung und fühlt sich wie eingesperrt, denn ihre alleinerziehende Mutter ist bis zum späten Abend arbeiten und traut Kristina nicht zu, sich in der Zeit außerhalb der vier Wände zu bewegen. Faktisch ist das Leben auf den Straßen vor dem Wohnungskomplex, in dem die beiden leben, gar nicht mal so sicher, dafür recht lebendig: Zwei Banden treffen dort aufeinander, die sich als Gegner verstehen. Dieser kleine Krieg macht nicht vor Kristinas Haustür halt, und Tobias flüchtet zufällig zu ihr. Da die Mutter nie da ist, scheint die Wohnung das perfekte Bandenquartier zu sein…
Kristina wird schnell ein Teil der Bande aus 14-jährigen Jungen und lernt die anderen Extremen des Lebens kennen: Nervenkitzel und Gefahr. Vom Sprayen bis hin zu gefährlichem S-Bahn-Surfen, die Langeweile treibt die Truppe zum Äußersten. Für mich war am eindrucksvollsten, wie die Beweggründe der Jugendlichen zu solchem Leichtsinn deutlich wurden: zum einen die Langeweile, zum anderen der Mangel an Alternativen. Klar, die anderen aus der Klasse können sich mit Geld ein Surfbrett holen und in den Urlaub fahren, Kristina halt nicht. Da ist das S-Bahn-Surfen für sie und die anderen eine logische Alternative.
Gott sei Dank zeigt der Roman deutlich die Konsequenzen dieses Trends auf, der tödlich sein kann. Auch die letztliche Mutprobe ist gefährlich und Kristina muss sich überlegen, was Mut eigentlich wirklich ist.
Nach dem Lesen ist mir klar, warum das Buch eine beliebte Schullektüre ist, wohl auch schon seit langem. Es ist halt alles sehr kompakt geschrieben, viele Aspekte würde man normalerweise mehr ausarbeiten. Das aktuelle Cover ist recht modern gestaltet, weswegen mir fast gar nicht aufgefallen wäre, dass die Geschichte schon 2011 veröffentlicht wurde. Eine wichtige Lektion über Mut.
Raphaela Brosseron
Das Buch gibt es auch als X-light-Version, zusätzlich werden Materialien für die Klassenlektüre angeboten.
Patrik Eis
Verlagsempfehlung ab 1./2. Klasse
Rudi Radlos, schlag ein Rad!
Auf dem Cover sehen wir Rudi, er trägt eine Baseballmütze und ein rotes Tuch, aber er schlägt nicht, wie die anderen Pfaue, ein Rad. Das Leben bei den Pfauen ist klar geregelt, die Männer treffen sich täglich und schlagen ihr beeindruckendes Rad, die Frauen staunen und bauen Nester.
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Doch Rudi fragt sich „Wofür soll diese Angeberei gut sein?“ wenn die anderen ihn auffordern mitzumachen. Nur die Pfauenfrau Mimi macht sich ihre Gedanken, als sie die männlichen Pfauen beobachtet. Rudi ist sehr kreativ und hat schon einiges gebastelt, die jungen Pfauen sind davon ganz begeistert und machen gerne mit. Doch die anderen Pfauenmänner gehen dazwischen und verbieten ihm, mit den Kindern Spaß zu haben.
Das Heft ist in sehr großer Schrift gedruckt und es gibt viele schöne bunte Bilder, die den Text ergänzen. Es ist schön zu sehen, wie sich Rudi nicht anpassen kann und Mimi ihn am Ende nicht ganz uneigennützig unterstützt. So wird der Außenseiter Rudi zum Mittelpunkt der Pfauenkolonie.
Das Buch wird auch mit Silbenhilfe angeboten und zusätzlich gibt es Materialien und Kopiervorlagen.
Dagmar Mägdefrau
Nicole Röndigs
Verlagsempfehlung ab 5 Jahre
102 Haustiere
Wie fast alle Kinder wünscht sich Benno ein Haustier, doch seine sonst so idealen Eltern haben viele Gründe, kein Tier anzuschaffen. Auf dem Cover sehen wir dann die Haustiere, die die nette Nachbarin Frau Professor Mahmudi ihm zeigt.
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Mit einer Lupe taucht sie bei Benno in der Wohnung auf und es geht zunächst ins Bad, dort stoßen sie auf die kleinen Silberfische und was die Professorin darüber erzählt, ist schon sehr interessant. Es gibt im Buch auch gleich Karteikarten der gefundenen Tiere mit den wichtigsten Daten. Der Skorpion, der in den alten Büchern sitzt, und der sich von Staubmilben und Läusen ernährt, ist schon sehr faszinierend. In der Blumenerde treffen sie auf den Springschwanz, der vergammelte Pflanzenreste mag. Die Kellerassel ist da schon nicht so ungewöhnlich, die findet man auch ohne Lupe.
Nach der Geschichte gibt es noch ein paar „Haustiere“ und auf den letzten freien Seiten können noch Eintragungen zu anderen Tieren gemacht werden.
Eine hervorragende Idee, diese kleinen „Haustiere“, die wir meist Ungeziefer nennen, hier vorzustellen, denn das müssen wir feststellen, dass sie nicht nur nützlich und harmlos sind, sondern einige von ihnen verfügen sogar über Superkräfte.
Mit dem Buch hat man Drei in Einem: Eine schöne Geschichte, viel Wissen und Illustrationen, anhand derer man mit der Lupe auf die Suche nach eigenen Haustieren gehen kann.
Dagmar Mägdefrau
Sabine Jörg
Verlagsempfehlung ab 1./2. Klasse
Der Ernst des Lebens – Das Fahrrad ist weg!
Ein neues Abenteuer mit Ernst und Annette, die wir auf dem Cover sehen und mit ihren Freunden am Anfang des Buches vorgestellt werden.
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Ernst fährt noch immer mit dem kleinen Roller, während Annette mit dem alten Rad ihrer Schwester unterwegs ist. Deshalb wünscht sich Ernst zum Geburtstag ein Mountainbike, das er dann auch bekommt. Allerdings weist seine Mutter darauf hin, dass er oft seine Sachen „verliert“. Aber Ernst verspricht, gut auf das Rad aufzupassen und es immer zu sichern. Als es dann trotz „Anti-Klau-Supermethode“ nicht mehr da ist, geht er zusammen mit Annette auf die Suche. Als Ernst meint, sein Fahrrad gefunden zu haben, sieht ihn die Polizei und so kommt die ganze Geschichte heraus, doch Annette war bei ihrer Suche erfolgreicher.
Das Buch ist wegen seiner schönen großen Schrift gut zu lesen, es gibt reichlich bunte Bilder und einige einfache Rätsel. So gilt es, Wege zu finden, das richtige Rad aus Vielen herauszufinden und Fragen zum Text zu beantworten.
Die Lösung des „Falls“ finde ich etwas verwaschen, obwohl es schön ist, dass die Freunde zusammenhalten und sich am Ende unterstützen.
Dagmar Mägdefrau
Michael Engler
Leseempfehlung ab 4 Jahre
Das alles kann mein Körper
Auf dem Cover sehen wir Lars, der in einem Theaterstück mitspielt. Er kann seinen Text hervorragend aufsagen und weiß, dass gleich auch seine Eltern unter den Zuschauern sein werden. Sein Lampenfieber ist so stark, dass seine Lehrerin ihn ins Krankenzimmer bringt.
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Dort gibt es zwei Tafeln an der Wand, die eine Frau und einen Mann zeigen. Bei beiden kann man Muskeln, Knochen, innere Organe und Adern sehen.
Als Lars die Frage stellt, „Was ist das?“ taucht eine Phage auf, die viel größer daherkommt, als sie in Wirklichkeit ist. Ich muss zugeben, dass mir der Begriff nichts sagte und ich erst googlen musste, es handelt sich um einen Virus. Schon wegen der schwierigen Aussprache hätte ich mir ein bekannteres Wort gewünscht.
Diese Phage beantwortet Lars im Laufe des Buches alle Fragen, beginnend mit den Muskeln.
Lars erkennt schnell, dass Knochen und Muskeln dem Holzgerüst des Hauses entsprechen, dass sie für ihr Bühnenstück nutzen. Ein Bild vom Aufbau veranschaulicht das Ganze. Ebenso sein angespannter Oberarm, in dem wir den Bizeps sehen können. Weiter geht es mit den Lungen, hier gibt es wieder eine Abbildung des gesamten Atemapparates. Lars Bedenken, dass er das Atmen vergessen könnte, räumt die Phage sofort aus. Mir gefällt die Idee, dass unser Hirn mit den einzelnen Körperteilen telefonisch verbunden ist, sehr gut. Weiter geht es mit dem Geschmacks- und Geruchssinn. Über Herz und Blut kommen wir zum Verdauungstrakt. Beim Immunsystem ist unsere Phage natürlich gefragt. Eine Szene aus dem Theaterstück zeigt, wie die Ritter*innen den Drachen abwehren. Am Ende geht es dann noch um die Geschlechter und ihre körperlichen Merkmale.
Zusammen mit Lars lernen wir eine Menge über unseren Körper. Alles eingebettet in die Geschichte von Lars Lampenfieber, gehen wir die einzelnen Körperfunktionen durch und immer gibt es ein gutes Beispiel und eine passende Illustration. Ein gelungenes Sachbuch!
Dagmar Mägdefrau
Dagmar Geisler
Verlagsempfehlung ab 5 Jahre
Gibt es Pflaster für die Seele? (Starke Kinder, glückliche Eltern)
Ein Kind liegt traurig auf der Couch und sein Freund kommt mit dem Erste-Hilfe-Koffer und bringt einen Schal, neben der Couch liegt ein rotes Herz, dass verpflastert wurde.
Nach dem Vorwort der Autorin lernen wir zunächst drei Kinder kennen, sie machen Angaben zu ihrem Äußeren, Größe, Farbe der Augen.
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Danach unterhalten sich ein Teddybär und ein Krokodil und finden heraus, das sie manche Dinge nicht sehen können, selbst dann nicht, wenn der Arzt den Körper aufschneidet. Denn unsichtbar in unserem Inneren ist die Seele und wenn sie krank wird, braucht man keinen Arzt, sondern einen Psychologen. So lernen wir auf der nächsten Seite neun Kinder kennen, deren Gefühle ganz unterschiedlich sind. Die nächste Überschrift lautet „Was sind denn nun psychische Krankheiten?“ und da werden Kinder gefragt, die zum Beispiel eine Angststörung oder eine Essstörung haben. Die Posttraumatische Belastungsstörung wird ebenso erklärt, wie Autismus. Zwei Geschwister erzählen uns, reich bebildert, von der Depression ihres Vaters und warum es ihm heute wieder besser geht. Sehr beeindruckt haben mich die kleinen Bilder, die zeigen, wie der kranke Vater sich gefühlt hat. Das letzte Bild zeigt die Familie beim Spielen, das macht Hoffnung. Und noch mehr Hoffnung machen die letzten Seiten und zum Schluss gibt es Tipps, wo man Hilfe bekommt.
Von psychischen Erkrankungen sind rund ein Viertel der Erwachsenen betroffen, wird im Vorwort gesagt, es ist also wichtig, dass wir den Kindern dieser Betroffenen helfen, aber auch den Kindern, deren Seelen leiden. Dieses Sachbilderbuch ist ein guter Ratgeber und erklärt die schwierigen Gefühle sehr verständlich und geht auch darauf ein, dass niemand Schuld hat, schon gar nicht die Kinder.
Dagmar Mägdefrau
Hannah Brinkmann
keine Altersempfehlung
Zeit heilt keine Wunden – Das Leben des Ernst Grube
Ernst Grube, über dessen Leben diese Graphic Novel erzählt, ist als alter Mann auf den Cover abgebildet. Neben den Judenstern ist sein Mitgliedsbuch der KPD und ein Abzeichen der FDJ abgebildet. Zunächst ist ein Zitat von Gerty Spies über „Des Unschuldigen Schuld“ abgedruckt, das mich wieder sehr nachdenklich macht.
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Der erste Teil des Buches ist mit „Die Kindheit überleben“ überschrieben. Herr Grube erzählt Schüler*innen eines Gymnasiums von sich. Einige große Illustrationen bilden verschlungen menschliche Augen ab, dazu ist eine Verordnung aus dem Jahr 1935 zu lesen, die beschreibt, wer zu dieser Zeit als Jude gilt. Clementine Grube, Ernsts Mutter, wirkt mit ihrer Brille sehr streng. Sie ist mit einem Arier verheiratet und hat mit ihm drei Kinder, die beiden großen Jungen und ein Mädchen, das im Laufe der Erzählung geboren wird. Hier taucht zum ersten Mal der Hahn auf, der im weitesten Sinne für die Nazis steht. Da die Wohnsituation für die Familie immer schwieriger und die Nahrungsbeschaffung immer schlimmer wird, entscheiden sich die Eltern, ihre Kinder in eine jüdisches Kinderheim zu geben. Hier werden die Kinder sehr gut versorgt und die Erzieherin ist sehr gewissenhaft. Die Illustrationen werden zu Ende immer krasser und aufrüttelnder. Am Ende sehen wir die sowjetische Fahne und den Satz „Wir sind frei.“
Im zweiten Teil wird „Eine deutsche Karriere“ geschildert. Er handelt von dem Juristen Kurt Weber, den seine jüdische Verlobte verlässt, weil ihm seine Kariere wichtiger ist als alles sonst. So tritt er, trotz seiner Bedenken, in die NSDAP ein und fordert Urteile im Namen des NS-Staates. Doch er schafft es, nach Ende der NS-Zeit als „Entlasteter“ anerkannt zu werden.
„Der lange Prozess“ berichtet vom inzwischen erwachsenen Ernst Grube, der sich in der FDJ verstanden und anerkannt fühlt. So wird er als verheirateter Mann und Vater Flugblätter in der inzwischen verbotenen KPD transportieren. Er wird angeklagt und trifft so auf den Richter Kurt Weber.
Einiges in diesem Buch war für mich unbekannt und wenn ich inzwischen weiß, dass die selben Menschen in der NS-Zeit und danach Ämter bekleideten, wurde für mich dadurch diese Geschichte noch intensiver, auch aufgrund der vielen aufrüttelnden Bilder. Und die Frage "Wie hätte ich mich verhalten?" bleibt wieder lange Zeit im Kopf.
Dagmar Mägdefrau
Emily Skye
Verlagsempfehlung 9 Jahre
Geheim – Die geheime Drachenschule – Löse das Rätsel des ewigen Feuers – Band 6
Master Ernie, der älteste der Drachenreiter, ist tot. Kurz vor seinem Tod hat er Henry noch einen letzten Auftrag gegeben. Es gilt die Flamme der Ewigkeit zu suchen, mit der einst das Bündnis zwischen Menschen und Drachen besiegelt wurde. Die Zeit drängt. Denn erlöscht die Flamme, bevor sie gefunden wird, zerbricht diese Verbindung für immer. 7 Teams, jeweils bestehend aus Master, Drachenreiter und Drachen, machen sich auf die Suche.
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Dieses Buch ist das 2. Rätselabenteuer zu der Reihe „Die geheime Drachenschule“. Auf der Suche nach der Flamme der Ewigkeit sind eine Vielzahl abwechslungsreicher, aber auch kniffeliger Rätsel zu lösen - ähnlich wie in Escape Room-Spielen. Zum Glück finden sich am Ende des Buches Tipps, die weiterhelfen. Und wenn es mal so gar nicht klappt, kann man das Buch einfach weiterlesen – die Lösungen finden sich immer zu Beginn der folgenden Kapitel.
Ein wunderbarer Rätselabenteuer, das viel Spaß macht, egal ob man es allein bestreitet oder zusammen mit anderen nach den Lösungen sucht. Ein abwechslungsreicher Zeitvertreib!
Beate Böhm
Victor Matet
Ohne Altersangabe
Ginette Kolinka – Adieu Birkenau – Eine Überlebende erzählt
In dieser Graphic Novel lernen wir die französische Jüdin Ginette Kolinka kennen. Auf dem Cover ist sie auf den Schienen, die sie selbst mit verlegt hat, als alte Frau zu sehen ist, neben ihr als Schatten sehen wir sie als junge Frau, im Hintergrund das Tor nach Birkenau.
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Ginette Kolinka ist mit einer französischen Schulklasse unterwegs in das Lager, in dem sie einige Jahre gefangen wurde. Sie will ihnen vom Holocaust erzählen, damit es weiterhin Menschen gibt, die sich erinnern und die verhindern werden, dass so ein Unrecht noch einmal geschieht.
Das Buch beginnt mit der Geburt ihres Sohnes, der sich später wundert, dass nicht alle Mütter eine Nummer auf dem Arm haben. Erst als ihm ein Buch über Auschwitz in die Hände fällt, werden ihm die Zusammenhänge klar. Dann lernen wir die alte Ginette Kolinka kennen, sie macht Sport und es gibt viele Anfragen an sie, dass sie in Schulen aus ihrer Zeit in den Lagern berichtet. So reist sie mit einer Klasse nach Birkenau. Hier wechseln die Gegenwart und ihre Erinnerungen miteinander ab. Sie erzählt und dann kommen die Bilder aus der Zeit. Zunächst schafft es die Familie, sich mit falschen Papieren in einen andere Stadt zu retten, doch dann wird Ginette mit ihrem Vater und ihrem Bruder in den Osten gebracht. Sie spricht davon, wie naiv sie war, dass sie glaubte, dass sie hier nur arbeiten sollten und hat erst später begriffen, dass es Glücksache war, dass sie diese Zeit überlebt hat. Wenn auch ihre Mutter sie wegen der kurzen Haare und ihrem Untergewicht für ihren jüngern Bruder gehalten hat.
Ginette Kolinka ist trotz ihrer schrecklichen Erfahrungen eine fröhliche und freundliche alte Dame, die sich auch mal gerne einen Scherz erlaubt. Ihr Enkel spielt in einer Band namens Téléphone und am Ende des Buches können wir einen Liedtext nachlesen, den sie für Ginette gesungen haben. Im Anhang des Buches sind auch noch einige Dokumente zu sehen, so ein Foto von Ginette als Kind.
Durch die Comic-Form ist die Geschichte sehr gut zu lesen, der Wechsel der Zeiten ist durch die Bilder sehr gut nachzuvollziehen.
Dagmar Mägdefrau
James Canty III
Verlagsempfehlung ab 8 Jahre
Schach für Kinder
Auf dem Cover sind Schachfiguren mit Gesichtern zu sehen, die uns auch im Buch begegnen werden. Die Grundlagen des Spiels werden hier vom Profi erklärt, trotzdem sind die Regeln sehr gut verständlich.
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Im Inhaltsverzeichnis finden wir die einzelnen Spielsteine, Erklärungen der Begriffe und Tipps, wie man spielt. Danach begrüßt James Canty III uns mit einem Text. Er selbst ist auf einer ganzen Seite abgebildet, natürlich mit Schachbrett. Dann lernen wir die Figuren kennen und wie sie angeordnet werden müssen. Auch hier gibt es ein paar gute Tricks. Der „Freche Bauer“ ist die erste Figur, die wir kennen lernen, dann folgen die anderen Figuren immer mit passendem Adjektiv versehen. „Die Kunst zu überleben“ ist sicher eine wichtige Seite. Zwischendurch gibt es Aufgaben, da muss man schauen, wie man mit den vorgegeben Steinen spielen kann. Natürlich gibt es hier auch Lösungen mit Erklärungen. Die Stärke der einzelnen Figuren zu kennen und wie sie das Spiel beeinflussen, ist wichtig zu wissen. Es werden auch berühmte Schachspieler*innen vorgestellt, die Schachgenies.
Das Buch wendet sich an Grundschulkinder, die dank der „sprechenden“ Schachfiguren sicher gut mit dem Buch klarkommen, denn die Texte sind kurzgehalten und die Bilder erklären schon viel.
Es ist schön, dass immer wieder dieses strategische Spiel von Kitakindern ausprobiert wird und es Kinder gibt, die miteinander spielen. Dieses Buch erklärt sehr gut die Regeln und gibt viele Tipps für das Spiel.
Dagmar Mägdefrau
Robert L. Stevenson
Verlagsempfehlung Klasse 5, 6, und 7
Die Schatzinsel
Der Klassiker aus dem 19. Jahrhundert wird hier in leichter Sprache angeboten. Große Buchstaben zeichnen das leichte Lesen aus und zusätzlich gibt es schwarz-weiß gedruckte Illustrationen, die sich an dem Alter des Buches orientieren. Das Buch besteht aus sechs Kapiteln mit weiteren kurzen Unterteilungen. Dadurch sind die Texte meist nur einige Seiten lang.
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Jim Hawkins, der Ich-Erzähler dieses Abenteuers, berichtet vom Zusammentreffen des angetrunkenen Kapitäns und Dr. Livesey in der Kneipe seiner Eltern dem „Admiral Benbow“. Der Kapitän wohnt schon einige Tage in der Schänke, als der „schwarze Hund“, ein anderer Seemann, auftaucht, und es zum Kampf kommt, bei dem sich der Kapitän zwar behaupten kann, dann aber einen Schlaganfall erleidet. Einige Tage danach taucht noch ein blinder Bettler auf und nach seinem Besuch fällt Käpten Flint tot um. Noch bevor die Piraten gemeinsam zurückkehren, können Jim und seine Mutter die Sachen aus der Kiste des Kapitäns an sich nehmen und sie Dr. Livesey bringen. Das Wettrennen um den Piratenschatz, der auf einer Insel vergraben sein soll, beginnt.
Piraten, Kämpfe und Abenteuer verspricht die Geschichte zu Recht. Da wird nicht lange gefackelt, da kommt es immer wieder zu Gefechten und schon die Charaktere der Piraten sind verwegen und furchtlos.
Ich kann nicht beurteilen, wie spannend eine Geschichte, die vor so langer Zeit spielt, für heutige Kinder ist. Wir hatten in meiner Jugend viel Spaß an den Verfilmungen, die als Serie liefen. In jedem Fall lässt sich das Buch gut lesen und damit wird es auch für Wenig-Leser interessant.
Dagmar Mägdefrau
Katherine Andreou
Verlagsempfehlung ab 6 Jahre
Pokémon – Timelines – die visuelle Chronik des Pokémon-Universums
Ich muss zugeben, dass ich mich nicht sehr gut mit diesem Thema auskenne, da aber meine Enkel und auch ihre Freunde so begeistert Pokémon-Karten sammeln und es sogar in der Schule eine Pokémon-AG gibt, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen.
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Das Cover spricht mich an, denn Pikatchu winkt mir fröhlich aus der Mitte zu. Das Inhaltverzeichnis führt durch die verschiedenen Regionen, als Unterpunkte werden Teams, Pokémons und Personen genannt.
Das Buch hält sich wohl an die Serie, die die Geschichte der Pokémons beschreibt. Nach der Einleitung folgt ein Lese-Hinweis und dann geht es nach Kanto, hier lernen wir Ash kennen, den wir durch das Buch begleiten. Auf einer teilweise gebogenen und verzweigten Linie folgen wir der Zeit, es gibt neben den Pfeilen, die die Richtung angeben Punkte, zu denen man kleine Informationen erhält.
Mein Enkel ist begeistert von dem Buch und wird es sicher noch oft zur Hand nehmen um nachzulesen, wie Ash mit Pikatchu an seiner Seite seinen Traum, Pokémon-Meister zu werden, erfüllt. Im Register kann man auch einzelne Pokémons suchen und sich anschauen, wie deren Beschreibung ist und wo sie in der Geschichte auftauchen.
Eine toll zusammengestellte Chronik für alle Pokémon-Fans.
Dagmar Mägdefrau
Angelika Huber-Janisch
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Kuscheln
Schon auf dem Cover geht es kuschelig zu, denn die beiden Koalas, die hier abgebildet sind, haben jeweils ein kleines Stück wunderschönes, weiches Fell.
Genauso realistisch wie die beiden kuschelnden Koalas sind auch alle anderen Bilder in diesem Buch gezeichnet.
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Nach dem Inhaltsverzeichnis geht es zu den Löwen, hier sehen wir eine Mutter mit ihrem Kleinen, das sie liebevoll leckt. Die Überschrift beinhaltet einiges zu der Gattung der Löwen zu ihrer Heimat und ihrem Lebensraum. In einem kurzen Text wird die Situation, die wir sehen können, beschrieben. Auf der nächsten Seite ist die gesamte Löwenfamilie abgebildet, einschließlich des Vaters mit seiner beeindruckenden Mähne. Hier gibt es 7 Textfelder mit einer kurzen Überschrift zum Beispiel „Echt jetzt?“, „Gut gebrüllt, Löwe“ oder „Guck doch mal genau hin!“ Hier erfahren wir eine Menge über die Löwen, die, genau wie wir Menschen, gerne miteinander kuscheln. Das Bild auf der nächsten Seite, das eine Orang-Utan-Mama mit ihrem Baby zeigt, ist voller Mutterliebe. Auch hier sehen wir auf der nächsten Seite die große Familie, die sich gegenseitig laust. Weiter geht es mit den Erdmännchen, die in einem großen Verband zusammenleben und unter der Erde riesige Höhlen und Tunnelanlagen bauen. Hier führt immer ein weibliches Tier die Gruppe an und sorgt dafür, dass immer jemand darauf achtet, wenn sich Feinde nähern. Dann geht es zu den Pinguinen. Hier sorgt der Papa dafür dass die Kleinen gut versorgt sind, während die Mutter das Futter besorgt. Dann geht es zu den Koalas, die wir ja schon vom Cover kennen, es folgen noch einige andere Tiere, die sich anfreunden und miteinander Zärtlichkeiten austauschen.
Dieses wunderschön gestaltete Sachbuch wird sicher auch schon kleine Kinder interessieren. Die Texte sind immer von einem der Tierkinder geschrieben, was sicher der Identifikation guttut. Ganz am Ende sehen wir ein Kind, das mit geschlossenen Augen ein Elternteil umarmt, hier wird die Frage erläutert „Und warum kuschelst du?“
Dagmar Mägdefrau
Anna Fiske
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Wie spricht man eigentlich über den Tod?
Auf dem grünen Cover sehen wir einige Icons, die zum Thema Tod passen. Das Buch beginnt mit einigen nachdenklichen Sätzen, ob und wie Menschen über den Tod nachdenken.
„Manche Menschen haben viele Fragen zum Tod“, dieser Satz steht unter einem großen Fragezeichen.
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Und für einige Fragen wird es auch keine Antworten geben. Anhand des Alterns einer Frau und der Entwicklung eines Schmetterlings wird gezeigt, dass der Tod zum Leben dazugehört. Nur wenn eine Pflanze verblüht, kann Samen entstehen, aus der neues Leben entsteht. Zunächst geht es um verstorbene Tiere, danach wird erklärt, dass es einfach zu viel Leben auf der Welt gäbe, wenn nichts sterben würde. Der nächste Teil befasst sich mit Stammbäumen, dann wird in kleinen Bildern in Zehnerschritten das Leben einer Hundertjährigen leuchtet. Organversagen ist oft schuld am Tod eines Menschen. Unfalltode kommen seltener vor, aber manchmal sterben auch Ungeborene und Babys. In klaren Sätzen wird gesagt, dass der Tod das Ende ist, wir aber den Verstorbenen immer in unserer Erinnerung behalten werden. Dafür steht ein rotes Herz, dass in seiner Gedankenwolke viele rosa Herzchen hat. Alle Arten von Beerdigungen werden danach in kurzen Texten und mit klaren Bildern beschrieben. Auf den nächsten Seiten geht es um die Trauer und wie wir mit unserer beziehungsweise mit der Trauer anderer umgehen.
Dieses Sachbuch lässt eigentlich keine Frage über den Tod offen, sachlich und klar wird alles detailliert beschrieben. Die kleinen comicartigen Bilder ergänzen den Text sehr gut. Selbst Kita-Kinder stellen Fragen über den Tod. Ich bin der Überzeugung, dass es gut ist, ihnen auch diese Fragen zu beantworten und dabei kann diese Buch eine große Hilfe sein.
Dagmar Mägdefrau
Gaby Neumayer
Verlagsempfehlung ab 8 Jahre
Frag mal die Maus… Klima und Wetter
Ich mag es sonntagmorgens zusammen mit meinen Enkeln die „Sendung mit der Maus“ zu gucken, da werden immer viele Fragen beantwortet und dazu informative Filme gezeigt.
Dieses Sachbuch befasst sich mit dem Thema „Klima und Wetter“. Auf dem Cover ist die Maus mit einem Drachen zu sehen, im Hintergrund ein Regenbogen.
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Nach dem Inhaltsverzeichnis wird zunächst geklärt, was der Unterschied zwischen Wetter und Klima ist, ein Unterschied, den auch Erwachsene oft nicht kennen. Oben auf jeder Seite sehen wir immer ein Bild der Maus, passend zum Thema. Dazu gibt es gezeichnete Bilder, aber auch viele Fotos zu den erklärenden kurzen Texten. „Warum ist es im Sommer warm und im Winter kalt?“ Hier wird sehr schön erklärt, wie das durch die Neigung der Erde zur Sonne entsteht. Immer gutes Wetter wäre auf Dauer auch ein Problem. Auf einer Doppelseite wird gezeigt, was bei einem Gewitter passiert. Natürlich sind auch die Erderwärmung und ihre Folgen ein durchgehendes Thema in diesem Buch. Auch das Aussterben der Saurier wird auf eine Klimaveränderung zurückgeführt. Vulkane und ihre Ausbrüche werden interessant beschrieben. Jeden Abend sehen wir im Fernsehen die Wetterkarte, hier wird erklärt, was wir alles darauf erkennen können. Es wird immer wieder versucht, das Wetter vorherzusagen. Was funktioniert da wohl? Wie kommen die Hochs an ihre Namen? Früher glaubte man, dass die Götter das Wetter bestimmen, hier sehen wir einige Bilder dieser Götter.
In diesem Buch beantwortet die Maus wieder viele Fragen zum Klima und zum Wetter. Die kurzen Texte sind leicht zu lesen und verständlich. Die vielen Bilder erklären sehr schön die Themen.
Dagmar Mägdefrau
Anita Ganeri
Leseempfehlung ab 5 Jahre
Ärgern, streiten, kämpfen – Warum gibt es Konflikte
Das Cover zeigt im Vordergrund zwei Kinder, die mit ihren Rücken aneinander stehen und wütend aufeinander zu sein scheinen. Zwei Kinder spielen mit Soldaten und im Hintergrund flüchtet wohl eine Gruppe Menschen vor qualmenden Häusern, über die Flugzeuge fliegen.
Zu Beginn des Buches sehen wir zwei Mädchen, die sich anschreien.
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Dann wieder die bedrohend über den Häusern fliegenden Flugzeuge. Danach geht es darum, wer alles streiten kann, und ein Streit zwischen zwei Kinder wird mit entsprechenden Bildern bis zum Vertragen durchgespielt. Dann geht es um einen Geschwisterstreit, bei dem am Ende die Mutter schimpft, was das Mädchen als ungerecht empfindet. Nach dem Streit auf dem Schulhof, in den sich der Lehrer einmischt, geht es um einen Fernsehbericht über Kriegshandlungen. Es gibt Kriegsbilder, Flucht, ein Zeltlager und Verhandlungen - Bilder, die wir auch aus der Berichterstattung kennen. Wir kehren wieder zurück auf den Schulhof und das Buch endet mit den Worten „Es ist immer besser, wenn man versucht, einander zu verstehen“.
Im Nachwort wenden die Autoren sich an die Eltern und das Lehrpersonal.
Was mir gut gefällt, ist, dass der Text die Kinder direkt anspricht, aber ich finde ihn etwas zu belehrend. Trotzdem kann man Kindern mit Hilfe dieses Buches die Entstehung von Konflikten gut darlegen. Die Illustrationen zeigen sehr gut die Gefühle der Kinder, aber auch die Schrecken des Krieges.
Dagmar Mägdefrau

