Verein zur Förderung der Kinder- und Jugendliteratur e.V.

Der tanzende Direktor – Lernen in der besten Schule der Welt

Verena Friederike Hasel
Kein & Aber
Erzählendes Sachbuch für Erwachsene

Wenn ich es entscheiden dürfte, würde ich dieses Buch jedem Lehrer an die Hand geben und hoffen, dass es dann eine kleine Schulrevolution gibt und gefordert wird das unsere Schulen nach neuseeländischem Vorbild umgestaltet werden.
Dieses Buch beschreibt den Schulalltag am anderen Ende der Welt so friedlich und liebevoll, dass man sich fragt, warum ist Schule nicht überall so? Es liegt nicht daran, dass dieses kleine Land  mit nicht mal 5 Millionen Einwohnern keine Probleme hätte.

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Aber man hat sie schon in den 1980er Jahren angepackt. Man hat vieles geändert, wie zum Beispiel die Finanzierung. So darf jede Schule Geld verwalten und kann Hilfprojekte für die Schüler selbst entscheiden. Die Gelder werden auch unterschiedlich verteilt, so bekommen Schulen in armen Vierteln mehr, die in reichen Gegenden müssen durch die Eltern unterstützt werden.
In den Klassen, die wie Wohnzimmer eingerichtet sind, werden bis zu 50 Kinder von mindestende zwei Lehrern unterrichtet. Zwei Kollegen, die sich ergänzen und unterstützen. Es wird getanzt und gesungen, ein Thema wird als Projekt in allen Fächern besprochen. Dazu gehören Experimente und Erfahrungen in der Natur. Beim Schreiben ist es wichtig die Wörter zu lieben und immer neue Wörter für einen Begriff zu finden. „Wir müssen den Kindern einen Grund geben zu schreiben.“ Beim Rechnen geht es mehr um die verschiedenen Lösungswegen, als um das Ergebnis. „Mathematik ist Detektivarbeit.“
Aber was viel wichtiger ist, Fehler werde als gut empfunden, auch Lehrer machen Fehler und sie geben es zu, damit die Schüler sich nicht schlecht fühlen.

Es gibt ein landesweit verbindliches und verständliches Curriculum, das die Schlüsselkompetenzen festgelegt „Denken, Symbole und Sprache benutzen, zu anderen in Beziehung treten, einen Beitrag leisten und sich selbst managen.“ Den Kindern werden Werte, wie Respekt und  Resilienz vermittelt und Whanaungatanga, das bedeutet „für andere zu sorgen, weil ihr Geschick untrennbar mit dem eigenen verbunden ist.“

Wissenschaftler erarbeiten Ideen für Schüler, Lehrer werden im Unterricht geschult, Ideen werden landesweit übernommen und mir scheint, die Lehrer haben Freude an ihrer Arbeit. Ich würde mir sehr wünschen, wenn es hier auch ein wenig davon gäbe. Unsere Kinder würden glücklicher zur Schule gehen, besser lernen und dadurch zu selbstbestimmten Erwachsenen werden. 

Dagmar Mägdefrau