Verein zur Förderung der Kinder- und Jugendliteratur e.V.

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Der Tunnelbauer

Der Tunnelbauer
Maja Nielsen
Gerstenberg
Verlagsempfehlung ab 13 Jahre
Der Sommer 1961 ist für die Jugendlichen in Ost-Berlin vielversprechend, nach dem Schulabschluss freuen sich alle auf ihre Zukunft und nutzen ihre Freizeit mit Freunden, Verliebtsein und langen Nächten. So auch Achim, der sich sofort in die aufgeweckte Freundin seiner Schwester, Chris, verliebt. Doch die politische Situation ist aufgeladen, der einzige Weg in den Westen über West-Berlin wird durch den Bau der Mauer geschnitten, ein erster Freund der Gruppe landet willkürlich im Gefängnis.
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Achim flieht und lässt zurück, was mit Chris gerade erst angefangen hat. Im Westen schließt er sich einer Gruppe von Freiheitskämpfern an, die einen Tunnel bauen wollen, der die Menschen unterirdisch von der DDR in  die BRD führt. Dabei hat die Stasi sie immer im Visier und lässt es an den übrigen Angehörigen aus…
Das Buch ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass manches am besten literarisch transportiert wird, denn ein Geschichtsbuch hätte mir die Fakten vermitteln können, aber nicht in diesem Rahmen, was für eine kontinuierliche Angst in dieser Zeit herrschte. Das Wissen, was man bereits hat, wird durch weiteres ergänzt, ich kannte die reale Geschichte des Tunnel 57 zum Beispiel nicht. Aber auch die Anspannung der Zeit, die Sorgen der Menschen, irgendwie in die Fänge der Stasi zu gelangen, wie manipulativ Letztere arbeitete, wurde sehr gut aufgefangen. 
Nachdem ich das Buch beendet hatte, wollte ich es direkt noch einmal lesen, um wirklich alles aufzusaugen, was die Geschichte von Achim, Chris, Bea und allen anderen zu bieten hat. 
Am Ende befindet sich eine Beschreibung der tatsächlich existierenden Tunnelbauer, ein Glossar und eine Chronik der Berliner Mauer, sodass man sich sofort tiefer mit dem historischen Kontext beschäftigen kann.  

Raphaela Brosseron

Krebs erklärt für Klein und Groß

Krebs erklärt für Groß und Klein
Bianca Senf
Kirsten Grabowski
Mabuse-Verlag
Verlagsempfehlung ab 3 Jahre
Auf dem Cover wird sie schon gesucht, die Tumorzelle, und die kleine grüne Zelle steht traurig neben den lächelnden blauen, gesunden Zellen. Dahinter eine bewaffnete, größere graue Zelle.
Das Vorwort von Prof. Dr. Imad Maatouk wendet sich erklärend an die Erwachsenen, danach stellen sich die Autorinnen vor, die in erster Linie als Psychologinnen tätig sind. 
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Das Buch beginnt bei Hippokrates, der das Wort Krebs für die Art Erkrankung festgelegt hat. Jeder kann Krebs bekommen, auch Tiere. Danach geht es um die unterschiedlichen Krebsarten. Leukämie wird anhand gezeichneter Zellen verständlich beschrieben. Wichtig ist auch die Tatsache, dass Krebs nicht ansteckend ist, selbst Erwachsene scheinen davor Angst zu haben.Danach werden die unterschiedlichen Untersuchungen zur Erkennung des Tumors vorgestellt. Die Tumorkonferenz, die ich in schlimmer Erinnerung habe, wird erklärt und die Möglichkeiten der Behandlungen. Metastasen und das Lymphsystem sind Begriffe, die erklärt werden. Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit dem Tod und der Trauer. Danach werden Tricks verraten, die uns helfen, mit dieser bösen Krankheit umzugehen. Zum Schluss wenden sich die Autorinnen noch einmal an die Erwachsenen, die ja oft auch von der Situation überfordert sind. Leider gibt es in jeder Familie Fälle von Krebs, die nicht nur den Erwachsenen Angst machen, da ist es gut, wenn man mit den Kindern sprechen kann und so ein Buch bietet Rat und praktische Tipps. Bei Hilflosigkeit gibt es nichts Wichtigeres als bei Fachleuten Rat zu suchen und einen solchen Rat findet man in diesem Buch. Hier kann man den Kindern zeigen, was passiert, wenn es heißt, der Tumor muss bestrahlt werden. Kindgerechte und doch professionelle Erklärungen mit Illustrationen, die das Verstehen vereinfachen.

Dagmar Mägdefrau

Hast du Zeit?

Hast du Zeit?
Antje Bones
Nele Palmtag
Hanser
Verlagsempfehlung ab 5 Jahre
Auf dem Cover ist die ganze Familie zu sehen. Die grauhaarige Oma mit Latzhose, der rothaarige Papa, der sich meist um die Kinder kümmert, die dunkelhäutige Mama und die drei Kinder. 
„Wenn ich schlafe, steht die Zeit dann still?“ mit diesem kurzen Text geht es los. Noch ist das Bild grau gezeichnet, das die Familie im Schlaf zeigt. Auf der anderen Seite sehen wir kleine bunte Bildchen, die u.a. einen auf dem Rücken schlafenden Marienkäfer zeigt. Während Mama gestresst auf die Uhr schaut, kümmert sich Papa ums Frühstück. 
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Die Familie startet mit dem Rad und zwei Bilder verdeutlichen, dass die Zeit unterschiedlich schnell vergeht. Mit dem Rad strampeln alle den Berg hinauf, dann gibt es noch Beispiele, was andere in einer Minute machen. „Kennen Tiere Zeit?“ unsere Familie macht Pause auf einer Wiese am Bach.
Angekommen bei Oma im Wohnwagen, das Mädchen drückt Oma ganz fest. 
Das Buch verzichtet auf lange Texte, meist sind kaum mehr als zwei, drei Frage-Sätze. Alle haben mit Zeit zu tun und regen zum Nachdenken an. Dazu gibt es sowohl auf den Familienbildern als auch auf den kleinen Bildern viel zu entdecken. Es wird sicher viel über das nachgedacht und gesprochen werden, was in diesem Buch geschieht.

Dagmar Mägdefrau

Das Mädchen, das in den Wellen verschwand

Das Mädchen, das in den Wellen verschwand
Um den Meeresgott zu besänftigen, wird jedes Jahr ein Mädchen in den Wellen geopfert, um seine neue Braut zu werden. Dadurch nehmen die Stürme zumindest für ein Jahr ein Ende, doch es war anscheinend noch keine Braut dabei, die ihn für die Ewigkeit beruhigt, und so bleibt es bei der jährlichen Opfergabe. 
Mina wurde eigentlich nicht ausgewählt, doch sie opfert sich, damit ihr Bruder mit seiner großen Liebe zusammen bleiben kann…
Endlich erfährt sie, wie es den Bräuten in der Götterwelt ergangen ist erkundet diese. Das ist aber eine gefährliche Reise, in der sie sich den großen Göttern stellen muss, von denen ihre Großmutter schon immer so viele Geschichten erzählt hat. 
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Es war superspannend, wie sich hier die koreanische Mythologie und Fantasy vermischt haben. Die Sage um Shim Cheong, die sich, um ihren Vater zu retten, ebenfalls dem Meeresdrachen geopfert haben soll, wurde hier aufgegriffen und zu einer modernen Erzählung verarbeitet. 
Vor allem durch Minas Abgleich mit den Geschichten, die sie über die Götter kannte und dem, was sie dann tatsächlich erlebt, wird klar, wie stark sie all diese Sagen und Mythen schon ihr ganzes Leben lang geprägt haben und wie enorm ihr kultureller Einfluss ist.
Da Fantasy und Mythologie hier verschmelzen, ist es manchmal gar nicht so leicht, hinterherzukommen. Der klare Schreibstil, der bestimmt auch einer gelungenen Übersetzung zu verdanken ist, hilft da. 
Der romantische Teil wird auch wunderbar in diese mythische Erzählung hineingearbeitet, denn Mina ist durch ein rotes Band des Schicksals mit jemandem zunächst eher unfreiwillig verbunden. 
Mit ein wenig Konzentration und Offenheit kann man sich mit dem Roman in eine wirklich liebevoll ausgestaltete Welt hineinführen lassen, die so anders ist, als alles, was man vielleicht sonst so liest.

Rapaela Brosseron

Gute Nacht im Zoo – „Hör mal“ mit Puste-Licht und Musik

Gute Nacht im Zoo - „Hör mal“ mit Puste-Licht und Musik
Kerstin M. Schuld
Carlsen
Pustebücher
Verlagsempfehlung ab 2 Jahre
Mich begeistern ja immer wieder Bücher, die zu Text und Bild noch etwas Zusätzliches anbieten. Gerade Kinder, die nicht lange zuhören können, kann ich damit sehr gut locken. Dieses Pappbilderbuch bietet außen dem Sound noch ein Licht, dass zusammen mit dem Ton über einen leicht zu bedienenden Kontakt eingeschaltet werden kann. Unterhalb der Laterne ist ein kleines Loch und wenn man darauf pustet, geht das Licht wieder aus. Eine Technik, die mich faszinierte. Leider hatte meine zweijährige Enkelin gar kein Interesse am Auspusten und auch mein dreijähriger Enkel konnte meine Faszination nicht teilen. 
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Außer den Geräuschen gibt es eine Art Ansage, die leider nicht sehr deutlich zu verstehen ist. 
In der Geschichte geht der Zoowärter mit dem Lama durch den Zoo und sagt den Tieren „Gute Nacht“. Es beginnt mit Robben und Pinguinen, weiter zu den Affen und Papageien, zu den Elefanten und Erdmännchen, den Tigern und dann zu den Bären. Am Ende muss auch das Lama wieder zurück in sein Gehege. 
Der Text ist schon etwas länger und bindet die Kinder durch Fragen mit ein. Da muss ein zweijähriges Kind vorgelesen bekommen, damit es nicht überfordert ist. Aber zunächst kann man einfach nur die Tiere anschauen und etwas dazu erzählen.

Dagmar Mägdefrau

Van Dog – Der bunte Hund

Van Dog – Der bunte Hund
Gosia Herba
Mikolaj Pa
Kunstmann
Leseempfehlung ab 3 Jahre

Das großformatige Bilderbuch zeigt uns einen Hund, der mit einem großen Heft unter dem Arm durch einen Blumenwald eilt. Das Malerwerkzeug mit vielen bunter Farbtuben liegt schon bereit, es wird nur noch gefrühstückt und dann geht es los, mit dem Rad in die Natur. Denn es ist „Ein perfekter Tag zum Malen.“ Die Staffelei wird aufgestellt und rundum sehen wir es überall summen. Ein Wurm taucht auf und setzt sich auf die Malermütze. Immer mehr Getier taucht auf und ein Vogel fragt nach der Zeit. Jetzt sind auch einige Menschen ins Bild gekommen.

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„Wo geht´s nach Tokio“ fragt eine Art Godzilla mit gelber Armbanduhr. Nach dem Regen sitzt der Maler immer noch an seinem Bild. Als eine blaue Spinne dazu kommt, wird ihr eine ganze Seite in Blau gewidmet. So geht es bunt weiter und ganz am Ende sehen wir das fertige Bild gerahmt im Museum hängen.Es gibt unendlich viel zu entdecken auf diesen großen Seiten, Fantastisches und Realistisches geht hier nebeneinander und der Hund (oder ist es wegen der hohen Absätze eine Hündin?) nimmt alles auf und bringt es in seinem Bild unter.

Dagmar Mägdefrau

Hilfe, meine Lehrerin ist ein Gorilla! 

Hilfe, meine Lehrerin ist ein Gorilla!
Meike Haas
Jan Reiser
dtv
Verlagsempfehlung ab 8 Jahre
Das Titelbild zeigt uns Milo, der mit dem Gorilla über das Dach steigt. Milo ist nicht so der begeisterte Schüler, lieber daddelt er auf seinem Handy herum. So kam es, dass seine Bio-Lehrerin, die zickige Frau Lowitz, ihm das Handy für drei Tage weggenommen hat. Nun hat er es endlich wieder zurück und es muss gleich schauen, was er verpasst hat. Deshalb geht er in Mathe erstmal aufs Klo. Dort hat er vielleicht etwas viel Zeit verbracht, denn als er zurückkommt, sind alle weg. Als er im Lehrerzimmer durch die Tür kommt, steht er einem riesigen Gorilla gegenüber. Aber dann fängt der auch noch an zu sprechen und die Stimme ist einwandfrei die von Frau Lowitz. Wie ist das möglich und ist Milo wirklich schuld an dieser Verwandlung? 
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Trotz der etwas albernen Situation gibt es eine scheinbar logische Erklärung, einen tollen großen Bruder, einen besonnenen Freund und ein hyperaktive, hochintelligente Freundin. Zusammen kommen sie einem großen Betrug auf die Spur.
Auch wenn die Mischung aus Realität und Spiel, bei der die Personen wechseln können mich sofort an „Level 4“ erinnerte, so haben wir hier doch eine ganz andere Situation und auch die Lösung liegt ganz woanders. Das Buch hat viel Humor und Spannung, zeigt uns am Ende, wie wichtig Freundschaft und Vertrauen doch sind. Ganz besonders toll finde ich die Illustrationen.

Dagmar Mägdefrau

Ein Tiger im Zug

Ein Tiger im Zug
Mariesa Dulak
Rebecca Cobb
Jumbo
Leseempfehlung ab 3 Jahre
Der kleine Junge schaut zu dem großen Tiger auf, der trägt einen Zylinder und schaut in eine Zeitschrift, so hat man mit dem Cover schon einen ersten Eindruck.
Zu Beginn des Buches sitzt der Junge ziemlich gelangweilt neben seinem Papa, der intensiv auf sein Handy schaut. So war das auch schon auf dem Bahnsteig und es ging nach dem Einstieg so weiter, dabei wollen die beiden doch ans Meer. Aber da steigt dann ja der nette Herr Tiger ein. Als der Junge seinen Papa auf ihn aufmerksam macht, hat Herr Tiger sein Gesicht allerdings hinter der Zeitung versteckt, so schaut Papa weiter aufs Handy.
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Es geschehen noch viele verrückte Sachen, der Junge hat eine Menge Fantasie. Am Ende brüllt der Tiger und verschluckt das Handy. Da können Vater und Sohn ihren Tag am Meer so richtig genießen. 
Vielleicht brauchen viele Eltern und vor allem die Kinder einmal so einen Tiger, der das Handy verschluckt und macht, dass sich die Eltern mal um die Kinder kümmern.

Dagmar Mägdefrau


Und die Welt sie fliegt hoch

Und die Welt sie fliegt hoch
Sarah Jäger
Sarah Maus
Rotfuchs
Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

Das ist einfach ein sehr ungewöhnliches Buch, zunächst zum Äußeren, die festen Pappseiten, in die das Buch gebunden ist, sind einfach glatt abgeteilt worden, dadurch wirkt es eckig. Auf dem Cover eine Milchstraße mit zart eingeritzten Motiven. Die Kapitel zählen von 10 herunter und sie tragen Namen wie Geburt, Freund, Endgegner, Liebe und Tod. Eine Seitenzahl gibt es nicht. 
Eine uns noch unbekannt Person schreibt eine andere per Sprachnachricht an. Die zweite Person ist verwundert und fragt mehrfach „Woher hast du meine Handynummer?“ Die Antworten sind kurz, während die Sprachnachrichten mehr plaudern. Die Seiten sind mit Zeichnungen unterlegt. Nach der Bemerkung „Komischer Vogel“ wird Person 1 als Vogel dargestellt, während der Antwortende zum Astronauten wird. 


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Es dauert eine ganze Zeit bis der immer wieder Angesprochene sich auch am Gespräch beteiligt. Person 1 hat Hausarrest und alle Freund hängen die letzten beiden Wochen im Freibad ab. Vor Langeweile wird das Zimmer aufgeräumt und dabei der Zettel mit der Handynummer aus der Grundschule gefunden. Da findet unsere mitteilsame Person ein Opfer, um die öde Zeit zu überbrücken.
Am Anfang stellte sich mir manchmal die Frage, wohin soll dieses erzwungene Gespräch führen, aber im Laufe der Geschichte wurde es immer spannender und meine Neugier wuchs immer mehr. Ein ungewöhnliches, ein besonderes Buch, das nur über das Medium WhatsApp läuft und das mit den fantasievollen Illustrationen noch mehr meine Fantasie anregte. 

Dagmar Mägdefrau

Metti Meerschwein und das Ostergeheimnis

Metti Meerschwein und das Ostergeheimnis
Madlen Ottenschläger
Stefanie Reich
arsedition
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Metti, das Meerschweinchen wohnt auf dem Bauernhof bei den Hasen, mit Hedi und Oskar ist er befreundet. Darum verwundert es Metti, dass Oskar, der Langschläfer plötzlich schon ganz früh unterwegs ist. Zusammen mit Hedi beobachtet sie ihn und sieht, dass er im Hühnerstall verschwindet. Bei nächsten Mal ist er mit vielen Eiern unterwegs und verschwindet in der Werkstatt, um dort viel Lärm zu machen. Metti und Hedi haben so ihre Vermutung und so geht es wohl denen, die sich dieses Bilderbuch mit den niedlichen Tieren anschauen. Kann es daran liegen, dass es bald Ostern ist? Da beschließen die beiden Mädels dem Osterhasen zu helfen.
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Die Geschichte um das kleine Meerschweinchen ist voller Freundschaft und gegenseitiger Hilfe und Unterstützung erzählt. Trotz ihrer Länge liest sie sich gut vor und die Bilder sind sehr ansprechend. Die Zuhörer*innen werden immer wieder direkt angesprochen und nach ihrer Meinung gefragt. Manchmal werden sie auch aufgefordert etwas zu tun.
Ein schönes frühlingshaftes Osterbuch.

Dagmar Mägdefrau

Das Erwachen der Magie

Das Erwachen der Magie
Gabriele Rittig
Marek Bláha
Faryland
Leseempfehlung ab 9 Jahre
Das Buch beginnt mit einem Alptraum, den Kelvin hat. Er glaubt sich im verbotenen Bannwald und plötzlich taucht ein böser Troll vor ihm auf. Kelvin und sein bester Freund der Elf Jarven sind gerne gemeinsam unterwegs, doch diesmal kommt bei der Heimkehr eine schlimme Überraschung auf sie zu. Ihr schönes Dorf wurde von den Trollen überfallen und die haben vieles zerstört, auch das Haus von Kelvins Oma. Aber das Schlimmste ist Kelvins kleine Schwester wurde geraubt. 
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Da bleibt den beiden Jungen nicht anderes übrig, zumal die erwachsenen Männer nichts unternehmen wollen, sie machen sich auf das kleine Mädchen zu befreien. Das bedeutet aber, sie müssen den Bannwald durchqueren und das werden die Feuerelfen nicht zu lassen. 
Viele gefährliche Abenteuer wartet auf die beiden mutigen Jungen, doch sie bekommen auch Hilfe von einem Feuerelfen-Mädchen, das damit auch ihr Volk retten will.
Mit cleveren Ideen ist die Geschichte gespickt und der Ablauf in sich logisch, was ich auch bei Fantasy-Erzählungen sehr wichtig finde. Die Schwarz-weiß-Zeichnungen sind diesmal nicht so ganz nach meinem Geschmack, alles ist sehr spitz und die Gesichter wirken auf mich böse. 
Sieben Kapitel in größerer Schrift, einige Bilder und viel fantasievolle Spannung. Da lohn sich das Lesen, zumal die Magie ja erst erwacht und wir sich noch mehr über die drei Freunde erfahren werden.

Dagmar Mägdefrau

Am schönsten ist es in Sommerby

Am schönsten ist es in Sommerby
Kirsten Boie
Oetinger
Sommerby
Verlagsempfehlung ab 10 Jahre
Nach der schönen gemeinsamen Feier zu Weihnachten scheint die Stimmung zwischen Mama und Oma jetzt wieder nicht mehr so gut zu sein. Deshalb soll es in den Osterferien nach Gomera gehen, Sonne tanken. Doch als Mikkel das hört, will er natürlich lieber wieder nach Sommerby. So überreden sie die Eltern zu einem Liebesurlaub und fahren zur Oma. Bei der gibt es wie immer Bauernfrühstück, doch Martha isst nur noch die Bratkartoffeln, weil sie jetzt vegan lebt. Für Oma wieder etwas Neues, aber erstaunlicherweise lernt sie schnell damit zurecht zu kommen, auch wenn sie immer ein paar entsprechende Bemerkungen macht.
Martha macht es sich aber auch sonst nicht leicht mit ihrer Eifersucht, ihr Freund ist zurzeit in Amerika und da gibt es einige Missverständnisse. 
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Mikkel macht sich wieder ganz viele Gedanken um die Tiere, zum Glück sind noch alle Hühner da und die Gänse haben sogar ganz viel Nachwuchs. Der kleine Mats und seine naive Kindergläubigkeit ist so liebenswert, dass man ihm alles verzeiht, denn immer meint er es nur gut. 
Einen neuen Teil Sommerby zu beginnen, fühlt sich an, wie mal wieder an den bekannten beliebten Urlaubsort zurückzukehren, liebe gute Freunde wieder zut reffen. Oma, die mit ihrer schroffen, aber doch liebevollen Art ihre Enkel oft sehr gut versteht. Martha, die schon so viel verstehen und begreifen kann und die sich für ihre Brüder verantwortlich fühlt, die mit ihrer Hilfsbereitschaft das ganze Dorf motiviert. Und natürlich die beiden Jungs, deren Gedanken immer wieder ein Lächeln bei mir erzeugen.
Eine wundervolle Erzählung, von einem Ort, der einfach nur perfekt ist. So perfekt, dass er nur erdacht sein kann? Von Freundschaft, Hilfsbereitschaft, junger und alter Liebe, Tierliebe und einer schönen Landschaft. Ich hoffe, ich darf bald wieder hin.

Dagmar Mägdefrau

Aufregung im Hühnerstall – Ein Fall für Martha & Mischa  

Aufregung im Hühnerstall - Ein Fall für Martha & Mischa  
Hubert Flattinger
Petra Hartlieb
Ulrike Halvax
Leykamp:
Ein Fall für Martha & Mischa
Leseempfehlung ab 6 Jahre
Die Zwillinge Martha und Mischa erzählen uns die Geschichte in abwechselnden Kapiteln. Schon vor einiger Zeit sind sie von Wien nach Kräfeld gezogen und haben hier mit anderen Kindern die glorreichen Sieben gegründet. Während der etwas tollpatschige Papa zu Hause arbeitet, hat die Mama eine Kleintierpraxis. Vom Fall des ersten Teiles ist ihnen ein großer Hund geblieben, der die Familie komplett macht. 
Als Martha auf dem Markt einen Händler beobachtet, der schlecht mit einem toten Küken umgeht, möchte sie gerne mehr über „Happy Eggs“ erfahren. Schnell kann sie die Freunde überzeugen, dass sie einer wichtigen Spur folgen sollten.
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Durch den Wechsel der Erzählenden ändert sich immer wieder der Blickwinkel. Das belebt die Geschichte zusätzlich, genauso wie die eingestreuten kleinen Bilder. Die sieben Kinder ergänzen sich sehr gut und kommen prima miteinander aus, wenn auch die Zwillinge meist das Sagen haben. Eine fröhliche Figur ist die Busfahrerin Elfi, die letztlich auch an der Klärung beteiligt ist. 
Ein rundum gut zu lesen und zu verstehendes Buch mit einer guten, spannenden Erzählung. Was mir aber am besten gefiel, war die wundervolle Lösung mit Hilfe der Kinder.

Dagmar Mägdefrau

Hallo Frühling! – Mein liebstes Pustebuch

Hallo Frühling! – Mein liebstes Pustebuch
Maria Höck
Aleksandra Szmidt
arsEdition
Verlagsempfehlung ab 18 Monate
Ja, das Cover sieht nach Frühling aus, einer der zwei Hasen hält einen Strauß Tulpen in den Pfoten und die kleinen Pusteblumen-Schirmchen fliegen durch die Luft. Und was das Besondere ist, man kann unten in ein kleines Loch pusten, dann gehen vier kleine Lampen an. Wenn die Kinder noch nicht ganz so gut im Pusten sind, wie mein einjähriger Enkel, können sie mit den kleinen Fingerchen auch den Kontakt auslösen. So kann man das Licht ein- und ausschalten.
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Die Bärenfamile spielt im Wald und die Schirmchen der Pusteblume schwirren durch die Luft. Die Hasen sind kräftig dabei, Eier zu bemalen, die Igel sind auch bei Regen unterwegs und unsere Lichter zünden einen Regenbogen an. Am Abend werden die Eier gesucht und alle Tiere feiern zusammen.
Die kleinen Reime sind sehr schön und die Bilder sind schön gemalt. Die Kleinen werden zunächst auf die Lichter anspringen, dann die Tiere zeigen und benennen. Zuletzt werden sie auch ganz in Ruhe dem Text lauschen.

Dagmar Mägdefrau

Wir sind Weltklasse   

Wir sind Weltklasse 
Tanya Lieske
Sybille Hein
Hanser
Verlagsempfehlung ab 8 Jahre
Die 19 Kinder der Igelklasse kommen aus vielen Ländern, auf dem Cover sitzen einige von ihnen auf dem Dino Mathilda, den sie selbst, mit etwas fachmännischer Hilfe, gebaut haben. Im Einband sind Portraits der Kinder und ihre Namen zu sehen. Adam kommt aus Polen und er erzählt uns, was sie in der Schule so alles erlebt haben. Er berichtet aber auch von seiner Familie, besonders von seinem Opa, der auf Polnisch „Dziadek“ genannt wird. Er betreibt einen Laden für polnische Lebensmittel auf der Kölner Straße. Auf dieser Geschäftsstraße des Viertels gibt es viele unterschiedliche Läden, so auch eine Fundgrube, die ein vermischtes Angebot hat, dass die Kinder in die Regale räumen. Kann es sein, dass es in einem leerstehenden Zoogeschäft spukt? 
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Frau Meister, die Lehrerin der Igelklasse, ist einfach nur toll. Sie fährt mit den Kindern nach Frankfurt ins Museum, kann verstehen, dass sich ein Mädchen dort ängstlich versteckt, baut mit den Kindern einen Dinosaurier und unterstützt die Zweitklässler, wo sie nur kann. Dazu gibt es Regeln, die das Zusammenleben einfacher machen und ganz viel Verständnis von Seiten der Klassenlehrerin. Eine Traumlehrerin!
Das Buch bietet einen Einblick in den ganz normalen Alltag unserer Kinder. Viele Nationen sind da zusammen, aber das fällt eigentlich gar nicht ins Gewicht. Eher, dass Mariam nicht stillsitzen kann, Yanis, der so gerne vorliest, stottert und Artem nicht spricht. So haben die Kinder ihre Eigenarten, die sie aber auch liebenswert machen. 
Die Schrift ist etwas größer und es gibt einige kleine Bilder auf einigen Seiten, aber die Geschichte ist so einfallsreich, dass man es ganz schnell lesen möchte. Und für die, die keine Haustier haben, gibt es noch die Maus Karol.

Dagmar Mägdefrau

Mina Wirbelfee          

Mina Wirbelfee          
Zoe Magdalene
Coppenrath
Verlagsempfehlung ab 5 Jahre
Mina Wirbelwind wartet sehnsüchtig auf ihren siebten Geburtstag, denn an dem Tag bekommen kleine Feen ihre Zauberkräfte. Nur leider kann man die Schrift in der Mitteilung der Feenkönigin nicht lesen und so macht sich Mina auf den gefährlichen Weg ins Schloss auf Wolke sieben. Bis dahin muss sie einige Abenteuer bestehen, sie hat aber den Dackel Rüdiger, einen niedlichen kleinen Kerl, an ihrer Seite und auch die Warze Wanda, die sich selbstständig bewegen kann, sucht mir ihr das Abenteuer. Mina schafft es, die bösen Blumen auf der Wiese zu besänftigen und so geht es langsam für sie voran zum Ziel.
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Das Buch ist wunderschön illustriert und dank der Vielzahl der Bilder kann man das Buch auch schon Vorschulkindern vorlesen. Leider kommt auch dieses Buch am Trend „Pupsen“ nicht vorbei und einige Situationen scheinen mir nicht ganz logisch. Ich gebe zu, da bin ich etwas empfindlich. 
Natürlich ist das Cover ein echter Hingucker und kleine Mädchen werden diese süße Fee und den glitzernden Feenstaub lieben, ob das Buch auch Jungen anspricht, wag ich zu bezweifeln.

Dagmar Mägdefrau

Moritz macht das Spiel

Moritz macht das Spiel
Frauke Nahrgang
Kosmos
Verlagsempfehlung ab 6 Jahre
Neben dem blonden Moritz ist Mehmet und die rothaarige Catrina auf dem Cover zu sehen.
Moritz muss, nachdem der Vater ein Freundin hat, mit der Mutter zum Großvater ziehen. Er war bisher Stürmer beim SV Hulstorf und ihm fehlt das Fußballspielen sehr. Da fragen ihn die Kinder auf dem Bolzplatz, ob er mitspielen möchte. 
Nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte, hatte ich ein Déjà-vu, diese Situation gab es schon in einigen Büchern. Obwohl Moritz das Angebot als Teufelskicker im Verein Blau-Gelb mitzuspielen, brüsk ablehnt, kommen die Kinder noch einmal auf ihn zu und der Trainer meldet ihn offiziell zum Spiel an. 
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Jedes der sechs Kapitel endet mit einer Aufgabe, diese Aufgaben überzeugen mich nicht so ganz. Sie sind mir zu einfach für Grundschulkinder.
Die Geschichte ist nicht neu, Themen wie Trennung der Eltern und Erfolg im Fußball werden eine Besonderheiten und Spannung abgearbeitet. Die Illustrationen sind bunt, großformatig und realistisch.

Dagmar Mägdefrau

Alle einsteigen! – Die Geschichte der U-Bahn

Alle einsteigen! - Die Geschichte der U-Bahn
Alexandra Litwina
Anna Desnitskaya
Gerstenberg
Verlagsempfehlung ab 10 Jahre
Der Untertitel und das Cover lassen vermuten, dass es nur um die U-Bahn geht, aber das Bilderbuch ist viel weitreichender angelegt. So beginnt das Buch mit der möglichen Erfindung des Rades in Mesopotamien, entlang der Schiene führt die Zeit bis zu einer U-Bahn auf dem Mond. Die Erfindung der Dampfmaschine und die Eisenbahn mit allen Schattierungen, wie dem Tunnelbau, führen zum Bau der U-Bahn in London im Januar 1863. Dann gibt’s einen Abstecher zur Entwicklung des Fahrrades und des Autos. Weiter geht es mit der Straßenbahn und ihrer unterschiedlichen Formen. 
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Unter der Überschrift „Stadtentwicklung“ kann man das Gestern und, wenn man die Seiten ausklappt, die Stadt im Jahr 2010 sehen und vergleichen. Dann geht es um die U-Bahn in Berlin, auf dem Streckennetz kann am sogar ein Spiel spielen. Wo gibt es auf der Welt überall eine U-Bahn? Dann erfahren wir noch etwas über den Eurotunnel und zum Schluss gibt es noch eine Aufgabe, wie könnte der Verkehr der Zukunft aussehen?
Das Buch befasst sich wirklich umfassend mit dem Thema Verkehr mit Schwerpunkt U-Bahn. Kleine Techniker und Raumplaner werden sehr viel Interessantes finden, die Bilder sind einfach aber klar, wie das Bild der U-Bahn-Haltestelle Alexanderplatz, das wir schon vom Cover kennen.

Dagmar Mägdefrau

Bären

Bären
Bärbel Ofring
Theresa Schwietzer
Gerstenberg
Verlagsempfehlung ab 6 Jahre
Wer sich für Braunbären interessiert, findet in diesem Buch alles Wissenswertes über diese Tiere, die langsam wieder in unseren Breiten auftauchen. Schon das Cover fasziniert mit seinem imposanten Bild eines Bärenkopfes. 
Einige Seiten lassen sich nochmal zusätzlich aufklappen und sie erzählen immer mit beeindruckenden Bildern von den Jahreszeiten. Bis hin zum Winter, in dem die Bärin ihre Jungen in der Höhle gebiert. Danach begleitet und versorgt sie die Kleinen noch einige Jahre, dann müssen sie sich alleine durchschlagen. 


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Bären sind nicht gesellig, sie treffen sich nur kurz zur Paarung und trennen sich sofort wieder. Da gibt es keinen Familienverbund. Deshalb haben sie auch keine Mimik, um sich mitzuteilen. Auf den Seiten dazwischen erfahren wir viel über die Braunbären in Zahlen und Fakten. 
Ein Sachbuch mit kleinen Erzählungen zum Leben der Bären und Illustrationen, die man sich immer wieder anschauen kann. Aber mit ganz vielen Informationen, die keine Fragen offenlassen. Ein beeindruckendes Buch auch für Erwachsene.

Dagmar Mägdefrau

Ich bin hier!

Ich bin hier!
Joke van Leeuwen
Gerstenberg
Verlagsempfehlung ab 8 Jahre
Auf dem Cover sehen wir ein Kind, dass wohl auf einem Flachdach steht und sich bemerkbar machen will. Jona ist ein Mädchen, dessen Mutter verstorben ist und das deshalb an den Nachmittagen zu ihrem Vater ins Büro gehen darf. Er arbeitet in einem Hochhaus und da es Jona mit dem Papa, der „immer etwas fertig machen musste,“ und den sie dabei nicht stören durfte, langweilig wurde, erforschte sie das Dach. Nach der Arbeit gehen die beiden immer in das selbe Lokal und essen dort immer ein Gericht mit Püree. Dabei erzählt der Vater von dem Wasser, das kommen könnte. Durch Zufall ist Jano auf dem Dach, als das wohl eintritt, und alle sind verschwunden. 
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Erstaunlich, wie gut das kleine Mädchen die Tage alleine auf dem Dach ertragen kann, das kann nicht nur daran liege, dass der Vater vollstes Vertrauen in seine Tochter und ihre Fähigkeiten hat. Sie denkt viel nach, dass hat sie auch schon vorher getan, aber jetzt hat sie noch mehr Zeit dazu. Ihren Gedanken zu folgen hat etwas Faszinierendes. Manchmal schweift sie ab und doch wird am Ende das Bild rund. 
Ich muss gestehen, dass ich mich sehr schwer damit tue, dieses Buch zu bewerten. Zum einen ist die Geschichte sehr gut zu lesen. Jonas Ideen und Handlungen zu folgen, macht riesigen Spaß. Aber die Situation ist so unreal für mich. So empfinde ich den Vater als völlig gefühllos, ich finde es beängstigend, dass er nicht nach seiner Tochter sucht, sondern das Haus verlässt.
Außer dem sehr gut geschriebenen Text gibt es viele ungewöhnliche Zeichnungen, die das Buch sehr beleben und das Lesen vereinfachen. 

Dagmar Mägdefrau

Furzipups und der gruselige Schnarch-Schreck

Furzipups und der gruselige Schnarch-Schreck
Kai Lüftner
Wiebke Rauers
Coppenrath
Furzipups
Verlagsempfehlung ab 3 Jahre
Wenn es richtig dunkel ist, leuchtet der Knopf, mit dem man das Schnarchgeräusch anmacht und die Überschrift. Unser kleiner Drache, den wir aus den drei Vorgängerbüchern kennen, hält mit dem Schwanz eine Fackel. 
Ja, und dann ist es auf der ersten Doppelseite auch so richtig dunkel und unser Furzi pupst im Schlaf. Gleich darauf ist er hellwach und macht sich auf die Suche nach einem Geräusch. „Furzipups auf sanften Pfoten, drachenuntypisch, ganz leicht, bis er das Geräusch erreicht.“ 
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Das ist wieder ein Reim, wie er mir gefällt. Dazu die niedlichen Illustrationen, das macht wieder richtig Spaß, mit zu suchen. Natürlich trifft Furzipups zunächst auf das schlafende Hicksi Huhn, das sich der Suche anschließt. Doch kein Monster zeigt sich, nur das Mammut Rüdiger schläft und schnarcht. 
Letztlich ist festzustellen, dass es auch in der Nacht nicht leise ist. So endet das Buch mit der Erkenntnis. „Die Nacht ist ganz so wie der Tag – nur ohne Licht.“
Diesmal taucht kein neues Tier auf, unsere drei bekannten Einwohner des Drachentals sind des Nacht unterwegs und finden eigentlich nichts. Trotzdem erfahren sie, dass sie sich nicht zu fürchten brauchen.

Dagmar Mägdefrau

Pixton Love II – Always by my side

Pixton Love II – Always by my side
Mimi Heeger
Moon Notes
Pixton Love
Verlagsempfehlung ab 16 Jahre
Es ist eine Woche her, dass Scarletts Leben aus den Fugen geraten ist: Ihre religiösen Eltern fanden heraus, dass Scarlett neben dem Literaturstudium in Yale erotische Bücher schreibt und Scarlett steht ohne ihre Unterstützung vor dem Nichts. In dem Versuch, vor ihren Sorgen wegzurennen, landet sie auf einer Studentenparty unwissentlich in Theos Zimmer. Theo ist ein sehr empathischer Psychologiestudent, der Scarlett vorher nur durch sein auffälliges Äußeres aufgefallen ist. Theo merkt, dass Scarlett tiefgehende Probleme hat, denn damit hat er nicht nur im Studium Erfahrungen gemacht. Von diesem Moment an sind die beiden füreinander da.
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Das Buch behandelt ernsthafte Themen, die auf der letzten Seite mit einer Triggerwarnung versehen sind. Es ist voller Emotionen, Herausforderungen, psychologischer Tiefe und Intimität. Die zahlreichen expliziten Szenen sind detailliert beschrieben. Ich empfand die Darstellung sehr idealisiert, obwohl sie bei weitem nicht so problematisch ist, wie in vielen anderen Büchern. Das Einzige, was ich da allgemeingültig kritisieren kann, ist, dass Kondome ohne weiteres als unnötig betrachtet werden.
Die Geschichte geht nicht nur körperlich, sondern auch psychologisch tief. Sowohl Theo als auch Scarlett kämpfen mit ernsthaften Problemen und versuchen, einander zu verstehen. Der Untertitel "always by your side" trifft hier zu 100% zu. Theo als Charakter ist faszinierend; er kleidet sich unkonventionell, um die Reaktionen seiner Mitmenschen zu testen, und bringt gerne sein psychologisches Fachwissen ein.
Ich bin etwas unschlüssig zurückgeblieben; das letzte Drittel des Buches hat mich stark mitgerissen, erotische Szenen in Büchern treffen generell nicht meinen Geschmack. Für Leser*innen dieses Genres könnte die Reihe jedoch empfehlenswert sein, aber eher ab 18. Fans der Reihe werden sich darüber freuen, dass Abigail und Quinn in diesem Teil nicht aus dem Fokus geraten.

Raphaela Brosseron

Ich mache das! – Der etwas andere Papa-Leon-Tag

Ich mache das! – Der etwas andere Papa-Leon-Tag
Melanie Gerber
Mele Brink
Edition Pastorplatz
Edition Pastorplatz
Ein fröhliches Cover, Papa liegt noch im Bett und der Sohn bringt ihm etwas stürmisch sein Frühstück. Papa-Leon-Tage sind immer etwas Besonderes, da machen die beiden tolle Sachen. Doch heute ist Papa krank und Leon muss sich um ihn kümmern. Der Papa auf dem Bild schaut so bemitleidenswert und Leon fühlt ihm fürsorglich die Stirn. Auf Papas Wunsch ruft Leon zunächst Mama an, die gerade an einem Dinosaurier-Skelett arbeitet, dann Oma, die wohl gerade auf einer Wanderung ist und danach Opa, der eine Sitzung hat. 
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Da schauen wir von oben auf Opas Toilette. Ein Bild, das einfach ein Grinsen aufs Gesicht zaubert. Immer versichert Leon „Ich mach das.“ Und das tut er dann auch. Papa und er erfinden tolle Spiele, die man im Haus spielen kann, und bis Papa erschöpft auf der Couch einschläft.
Dieses handliche quadratische Bilderbuch bezaubert durch die realistischen Illustrationen, die den Alltag eines Kindes abbilden. Der Text ist kurzgehalten und erzählt doch sehr schön von Leon, der sich so toll um seinen kranken Papa kümmert. Und wenn er am Ende seine Augen schließt und sagt „nur fünf Minuten“, dann haben wir doch alle eine liebenswerte Person aus unserer Familie vor Augen.

Dagmar Mägdefrau

Stimmt das?   

Stimmt das?
Anna Schindler
Katrin Dageför
Edition Pastorplatz
Verlagsempfehlung ab 5 Jahre
Da sitzt ein Mädchen im Schneidersitz auf einer großen Banane mit Reißverschluss. Das Buch ist voller Behauptungen, deren Wahrheitsgehalt am Ende aufgelöst wird.
Zunächst geht es um japanische Bücher, fangen sie von hinten an? Und sind darin wirklich keine Buchstaben zu lesen, sondern Schriftzeichen? So ein Buch ist in einer typisch japanischen Umgebung abgebildet und das kleine Mädchen schaut, wie der Bücherwurm ein winziges Stück ihres Buches abgeknabbert hat. So stellt sich natürlich auch die Frage, gibt es diese Würmer in echt? Dass die Zunge des Chamäleons besonders lang ist, wissen die meisten Kinder, aber ist sie doppelt so lang wie das Tier?
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Lustig ist die Behauptung, dass die Giraffe mit der Zunge in der Nase bohren kann. Ein echter Brüller ist die Frage, ob Marmorkuchen in Schweden Tigerkaka heißt?
Ja, wer darauf und auf viele andere Fragen ein Antwort haben möchte, der muss sich dieses lustige Bilderbuch vorlesen lassen. Es lohnt sich sicher und nebenbei lernt man noch eine Menge. Und bald kann man auf die Frage ganz hinten im Buch „Hast du alles gewusst?“ klar mit „JA“ antworten.
Übrigens, meinem Enkel hat das Buch sehr gut gefallen.

Dagmar Mägdefrau

Café Käfer  

Café Käfer
Marie Gamillscheg
Anna Saubauer
Leykamp:
Leseempfehlung ab 4 Jahre
Das Café Käfer ist ein besonders Café, es ist winzig und kaum zu finden, denn es ähnelt einem Champignon. Die Käferfrau Karli führt das Lokal und bei ihr kann man die „besten Partys im ganzen Insektenuniversum feiern.“ Doch leider ist zurzeit wenig Betrieb und das liegt daran, dass ein Menschenhaus auf eine Wiese gebaut wurde. Das führte zum Konkurs des Insektenhotels und die Käfer wurden durch die schlechte Luft ständig krank. 
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So sitzen nur zwei Hirschhornkäfer und drei Kartoffelkäfer an den Tischen und an der Theke sitzt Tassa, der Tausendfüßler. Das ist meine Lieblingsfigur, denn der kann mehrere Bücher auf einmal lesen, hin und wieder gibt er die gelesenen Informationen an die anderen weiter. So erfahren wir, dass „jedes Jahr 150 Tier- und Pflanzenarten verschwinden.“ 
Karli überlegt mit ihren Gästen, wie das Café wieder in Schwung kommen kann. So wird zunächst Lavendel gesät, das lockt die Wildbienen an und wir erfahren einiges über sie und die Bestäubung. Nach und nach füllt sich das Café wieder mit Leben und es ist toll, was die Tiere alles als Deko für ihre Party nutzen.
Das Buch ist voller toller Ideen und es ist schön zu sehen, wie die Tiere miteinander planen und feiern. Die eindrucksvollen Illustrationen zeigen einfach gezeichnete Tiere, die gut zu erkennen sind. In den Texten stecken viele Informationen über Insekten und andere Tiere und am Ende werden die Tiere uns noch einmal gesondert vorgestellt. Ein Besuch im Café Käfer lohnt sich auf jeden Fall.

Dagmar Mägdefrau

Tür auf, Tür zu!

Tür auf, Tür zu!
Tür auf, Tür zu!
Coppenrath
Verlagsempfehlung ab 12 Monate
Hinter den großen Klappen verbergen sich bei diesem Pappbilderbuch Türen, hinter denen es einiges zu entdecken gibt. Nick, der Junge auf dem Cover, zeigt uns eine Wohnung. Zunächst sind wir im Kinderzimmer und dort steht ein blauer Schrank mit einem Dino-Bild. Darin sind seine vielen Spielzeuge zu sehe. Das Kind, dem das Buch vorgelesen wird, wird im Schrank die Schildkröte und die Decke finden.
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Der Text ist schon etwas länger und mit einem Einjährigen wird man sich nur die Bilder schauen und er wird viel darauf entdecken. Aber so ist das Buch auch für Kita-Kinder noch interessant. In der Küche öffnen wir die Gefrierkombination und finden im Eisfach einen Pinguin. Auch der Wohnzimmerschrank birgt Verschiedenes, so auch Pippi Langstrumpf. Im Bad gibt es einen entsprechenden Schrank und eine Waschmaschine, deren Bullauge zu öffnen ist. Auf dem Weg zur Abstellkammer zieht Nick in seiner Decke einige Schätze hinter sich her. Und auf der letzten Seite wird alles zu einer Höhle verbaut. 
Ein wunderschön gemachtes Bilderbuch, das sicher immer wieder angeschaut und gelesen wird.

Dagmar Mägdefrau

Nichts für den König

Nichts für den König
Olivier Tallec
Gerstenberg
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Luchs des Monats Januar 2024
Der König sitzt auf einem roten Sessel und er scheint sich trotz der vielen Dinge um ihn herum zu langweilen. So erfahren wir auch auf der ersten Seite, dass der König alles hat. Dann sehen wir sein riesiges Regal, auf dem seine Sammlungen zu sehen sind. „Ihm fehlte fast nichts.“
So denkt er lange nach und kommt zu dem Schluss, dass er nach diesem Nichts suchen muss. In seiner meterhohen Bibliothek findet er es nicht. 
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Da „versteckt sich Nichts also nicht.“ Er sucht bei den Tieren und sogar bei den Mikroben. Da er keine Angst hat, sucht er auch in der Wüste und am Nachthimmel. Dann wendet er sich an die Menschen um sich herum, stellt fest, dass auch ein winziges Blatt seiner Anforderung nach Nichts nicht nachkommen kann, auch dann nicht, wenn man es verbrennt. 
Ich muss leider gestehen, dass mich die prämierte Geschichte nicht packen konnte, und mein Enkel fragte nach dem Vorlesen, wozu das wohl gut wäre.
Ich befürchte, der Ansatz ist zu philosophisch. Der kleine knubbelige König mit den verwunderten großen Augen, dem gelben (Jogging)-Anzug und dem ungewöhnlichen Wunsch nach Nichts kommt bei uns einfach nicht an.

Dagmar Mägdefrau

Oskar

Oskar
Rotraut Susanne Berner
Gerstenberg
Verlagsempfehlung ab 2 Jahre
Das Cover zeigt uns Oskar. Er ist ein Mann mit Hut, dem eine gelbe Gans nachläuft. Auf der ersten Seite erfahren wir in einem Zweizeiler, dass Oskar allein im Haus ist und deshalb nicht fröhlich ist. Es fehlt ihm wohl eine Frau und „Schon beim Kaffee früh am Morgen macht sich Oskar große Sorgen.“ Traurig geht er spazieren und stolpert über ein Ei, aus dem schaut ein gelbes Küken heraus. Schnell wird daraus eine graue Gans, die bald ausgewachsen und weiß ist. Beide sind immer zusammen unterwegs, bis auch die Gans traurig aussieht, denn „Dem Gänserich fehlt eine Frau.“
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Die kleinen Reime sind gut zu lesen und zu verstehen. Wie gewohnt sind die Bilder von Frau Berner etwas altmodisch und sie strahlen dadurch etwas Gemütliches aus. Leider werden wir wohl nicht erfahren, ob Oskar es dem Gänserich nachtut und auch eine Frau finden wird.

Dagmar Mägdefrau

Babymia – Ich habe Angst

Babymia - Ich habe Angst
Rocio Bonilla
Jumbo
Babymia
Verlagsempfehlung ab 1 Jahre
Auf dem Cover sehen wir die kleine Mia in ihrem grau-weißgestreiften Strampelanzug mit bibbernden Zähnen. Vielleicht sind das für so ein kleines Kind ein paar zu viel.
Schon auf dem Cover war die Spinne zu sehen und auf der ersten Seite fürchtet sich Mia sehr vor dem Tier mit den leider nur sechs Beinen. Obwohl es sich hier nicht um ein Sachbuch handelt, sollte man eine Spinne immer mit acht Beinen zeichnen. 
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Ob die Aussage „Spinnen tun dir nichts“ wirklich zur Beruhigung beiträgt? Natürlich hat Mia auch Angst im Dunkel, da kann eine Lampe schon helfen. Auch die Angst vor der Höhe des Hockers, auf dem Mia steht, wird mittels einer helfenden Hand vertrieben. Neben Papa auf der Couch ist auch das Gewitter nicht mehr so unheimlich. Da taucht eine Maus auf und Mia füttert sie liebevoll mit Käse, während Papa sich auf den Stuhl flüchtet.
Die Bilder sind wieder (bis auf die Spinne) ganz toll gezeichnet. Ob das Lesen des Buches Angst nimmt, wage ich zu bezweifeln, aber Papas Angst vor der Maus bringt auf jeden Fall einen Lacher. 

Dagmar Mägdefrau

Vermisst – Ich war hier!

Vermisst – Ich war hier!
Kashelle Goutrley
Skylar Hogan
Loewe
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Das Cover ist nicht ganz leicht zuzuordnen. Da klebt ein Suchbild mit einem vermissten Hund an einer Mauer und darauf ist ein roter Pfotenabdruck mit dem Satz „Ich war hier!“ zu sehen. Der kurze Text lässt darauf schließen, dass jemand seinen Hund sehr lieb hat. 
Wahrscheinlich das kleine Mädchen auf dem Foto, dass einen kleinen Hund im Arm hält. Wieder sehen wir das Plakat und im Gebüsch einen sehr ähnlichen Hund, der einen Hut und einen Schnurrbart trägt.
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Schnell legt er die Tarnung ab und erklärt uns seine Situation. Er war mal eine Haushund und will jetzt seine Freiheit genießen. Er will nicht auf Kommandos hören und Kunststücke für Leckerlis machen, keine Kostüme tragen, auch wenn sie süß sind und am allerwenigsten will er, dass im „Jemand beim Kacken zusieht.“ Auf dem dazugehörigen Bild sitzt er auf einer Wiese, sein inzwischen erwachsenes Frauchen hält schon die Tüte bereit und die anderen Fußgänger schauen zu ihm, eine hat sogar das Handy in der Hand. 
So ist der Hund unterwegs und nutzt seinen Freiraum. 
Aber nicht alles ist toll, wenn man auf der Straße lebt und als der Hund dann noch sein Frauchen mit einem anderen Hund sieht, denkt er doch um.
Auch unsere Kinder wollen manchmal mehr Freiraum und manche packen schon ihre Sachen, um zu gehen. Aber auch sie erkennen meist, dass es auch so viel Schönes zu Hause gibt. Ein humorvolles Buch mit Happy End. 

Dagmar Mägdefrau