Verein zur Förderung der Kinder- und Jugendliteratur e.V.

Die Brüllbande

Jörg Isermeyer
BELTZ & Gelberg
Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

Bastians Traum ist es, als Captain eines Raumschiffes durch die Galaxien zu fliegen. Deshalb möchte er sich zunächst das Raumschiff, das im Schaufenster steht, kaufen. Leider kann er sich das von seinem Taschengeld nicht leisten.
Nach einigen (Fehl)-versuchen bringt ihn ein Musiker in der Fußgängerzone auf die Idee, eine Band zu gründen. Leider kann keines der Bandmitglieder ein Instrument spielen und auf ein Repertoire können sich die Vier auch nicht einigen.

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Gut, dass David, der Student, der in der Fußgängerzone Musik macht, den Nachwuchsmusikern hilft.

Die ersten Kapitel zeigen dem Leser eine nette, fröhliche Familie. Außer den Eltern gibt es noch die kleine Schwester Sophie. Die Mutter ist Ernährungsberaterin und nervt mit den gesunden Speisen. Der Vater macht was mit Windparks und als er einen Auftrag nicht abschließen kann, taucht eine besiegt geglaubte Krankheit wieder auf. Der Vater ist depressiv.

Das Buch zeigt sehr schön, wie alle in der Familie in das Dunkel geraten, das diese Krankheit umgibt. Zeigt sowohl Verzweiflung als auch Wut.

Ich finde, der Autor hat es sehr gut geschafft, auf der einen Seite die Brüllband mit all ihrem Spaß zu beschreiben und auf der anderen Seite die Qual der Familie mit der zunächst nicht benannten Krankheit.

Zum Ende gibt es einen tollen Erfolg für die Band, aber auch Hoffnung und Hilfe für die betroffene Familie.

Schade, dass man auf dem Cover keine Information über das Thema „Depression“ findet. Denn ein 8-jähriger Leser sollte dieses Buch nicht ohne Erklärung oder Hilfe lesen.  Ich denke aber,  dass man auf diese Art gut  den Einstieg zu diesem Thema findet, denn psychische Erkrankungen sind leider heute Teil unseres Lebens. Wie das Buch zeigt, sollte man da Kinder nicht außen vor lassen, weil sie sich ja auch Sorgen machen, wenn der Vater sich so verändert.

Dagmar Mägdefrau