Verein zur Förderung der Kinder- und Jugendliteratur e.V.

Hella und Pitsche - Die erstaunliche Geschichte von zwei ungleichen Freunden

Hella und Pitsche – Die erstaunliche Geschichte von zwei ungleichen Freunden

Axel Schlote
Gina Schlote
Edition Petersen
Leseempfehlung ab 8 Jahre
Auf dem Cover des dünnen broschierten Buches sehen wir die beiden Protagonisten, Hella, die Flamme,und Pitsche, den Wassertropfen. 
Schon seit Jahres brennt die kleine Flamme vor dem Fischerhaus, jeden Tag stellt der Fischer eine neue Kerze in das offene Glas und brennt ihren Docht mit der abgebrannten Kerze an. So ist Hella schon lange dort zu Hause.
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Pitsche hingegen ist schon weit in der Welt herumgekommen, jetzt ist er mit seinen Freunden im Hafenbecken des kleines Städtchens gelandet, in dem auch Hella wohnt. Durch eine kleines Unglück schwappt Wasser aus dem Hafen und ausgerechnet Pitsche spritzt bis zu Hellas Flamme und löscht sie aus. Allerding verdampft der Wassertropfen auch und als er wieder zu Wasser wird, befindet er sich auf einem Blatt am Strand. Dort beobachtet er, wie die Sonne durch den Boden einer Flasche einen Ast entzündet. Als er sich dieser Flamme neugierig nähert, erkennt er Hella, die natürlich nicht gut auf ihn zu sprechen ist. Doch schnell kommen die beiden ins Gespräch und es entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft. Doch bis die beiden am Ende zusammen an den Strand ziehen, erleben sie noch einige gefährliche Abenteuer.
Dass Wasser, egal in welchem Aggregatzustand es sich befindet, immer wieder zu Wasser werden kann, ist mir bekannt, aber dass auch Flammen eine Art ewiges Leben haben, ist mir neu. Genauso wenig kann ich mir vorstellen, dass sich ein Wassertropfen oder eine Flamme gezielt fortbewegen können. So sind wir hier in einer fantastische Geschichte angekommen, die ganz klar zeigt, dass sich zwei Wesen, die sich sogar gefährlich werden können, durchaus anfreunden können. Diese liebevolle, fast aufopfernde Freundschaft der beiden wird hier sehr klar beschrieben. Auf den etwas einfach gehaltenen Illustrationen haben die beiden ein Gesicht und dadurch können ihre Gefühle sehr gut dargestellt werden. Da der Text für ein Bilderbuch sehr lang ist, liegt die Leseempfehlung ab 8 Jahre, aber ich befürchte, dass Grundschulkinder an anderen Texten mehr Interesse haben.

Dagmar Mägdefrau