• Der Alleinstein

    Der Alleinstein

    Hilde Biedermann

    Ankerwechsel

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir die gelbe dicke Raupe und sie hat einen dunklen Stein auf dem Rücken, der bunte Stellen einschließt.
    Um den Stein geht es in dem Buch, es ist der Alleinstein, der über eine lange Zeit gewachsen ist. Er zeigt die unterschiedlichsten Gefühle, die Waldi erlebt. Aber Waldi möchte mehr erfahren und er weiß, dass er durch Reisen viel erfährt.
    mehr oder weniger lesen
    So kommt er zunächst zur Eule Pi, die einen Weinstein unter dem Flügel trägt, der ihn sehr traurig macht. Bald erkennen die beiden, dass dieser rote Stein auch in Waldis Stein vorkommt. Der Maulwurf Hugo hingegen trägt seinen Kleinstein auf der Nase. Er fühlt sich dem entsprechend klein. 
    Der Text ist in handgeschriebenen Druckbuchstaben gedruckt und sehr dynamisch. Es gibt Vermerke und Fragen an die Lesenden, dadurch ist das Lesen nicht ganz einfach, aber sehr spannend und vielfältig. Mir hat es auf jeden Fall viel Freude gemacht zu erleben wie die unterschiedlichen Gefühle hier in Form von Steinen, zu denen die Autorin ein besonderes Verhältnis hat, plastisch dargestellt werden. Auch die kunstvollen Illustrationen sind ungewöhnlich, manchmal kleinformatig und dunkel, manchmal groß und bunt. Es gibt viel zu entdecken und ich habe mir dabei Gedanken über die Gefühle gemacht. Zwischen zwei Seiten gibt es transparente Seiten, die ebenfalls bemalt wurden. Das ist noch einmal etwas Besonderes. Ein wundervolles Bilderbuch über Gefühle, die man hier erkennen und benennen kann, denn es ist wichtig über Traurigkeit in ihren unterschiedlichen Fassetten zu sprechen. So hilft auch in der Geschichte Freundschaft die Schwere der Steine zu verringern.

    Dagmar Mägdefrau

  • Freiheit für die Waldwiesel

    Freiheit für die Waldwiesel

    Stephan Quittieren

    Barbara Jung

    Gerstenberg

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre


    Das Wiesel Piet muss in die große Stadt! Er ist der Einzige, der einer großen Aktion entkommen ist, bei der alle Wiesel des Waldes – seine Mutter und Schwester Cilli eingeschlossen – gefangen wurden. Für Piet ist klar, dass er alle aus der „Wiesel-Fabrik“ in der Stadt retten muss. Aber wie kommt er in die Stadt? Und wie kann er die Wiesel befreien?

    mehr oder weniger lesen

    Im Laufe seiner Mission begegnet Piet Tieren, die ihm helfen, wie den Siebenschläfer Hugo oder die Kanalratten. Gleichzeitig lernt er, dass nicht nur die Menschen eine Gefahr für Tiere sein können. Da ist der Marder Toni, der rücksichtslos Tiere ausbeutet, oder die speziell gezüchteten Riesenhunde, die die Fabrik bewachen.

    Stepha Quitterer hat mit viel Fantasie und Sprachwitz eine Tierwelt geschaffen, die ein Spiegelbild der Menschenwelt ist. Manches ist witzig, wie etwa „Junge Dachsfamilie, 5 Kinder, reinlich, gebildet, solides Einkommen, sucht dringend Wohnung im Kiez. Ab 20 Wohnkammern, mindestens 10 Eingänge“, oder der Glaube der Ratten, dass die Menschen ihnen in den Tagen vor Silvester „per Klospülung extra Bratenreste und Unmengen Klöße, Kartoffelbrei und Rotkohl schenken“. Vieles lässt einen aber auch schlucken wie z.B. die Vorurteile, die die Tiere untereinander hegen.

    So hat Piet einen „Krähen-Bruder“, der als Küken von Piet und seiner Mutter vor dem Verdursten gerettet wurde. Offiziell aber können Wiesel und Krähen nicht befreundet sein, denn „Krähen sind voller Läuse“, „nehmen es mit der Pünktlichkeit nicht so genau“ und „klauen alles, was nicht niet- und nagelfest ist“.

    Besonders bedrückend ist auch der Moment in dem Piet klar wird, dass alle anderen Waldtiere von der „Entwieselung des Waldes“ wussten, aber keiner den Wieseln half, um sich nicht selbst zu gefährden. So machen sich die Eichhörnchen zu Gehilfen dieser Aktion. Und in der „Fabrik“ sind Wiesel als Aufseher eingesetzt, die keine Gnade mit ihren Artgenossen kennen.

    Dieses Buch gibt viel Stoff zum Nachdenken und miteinander reden. Nicht zuletzt über die Haltung des Siebenschläfers Hugo, der überzeugt ist, für Piet verantwortlich zu sein, weil er sich entschieden hat, ihm das Leben zu retten: „Ich muss zu dieser Entscheidung stehen. Dafür sorgen, dass es eine gute Entscheidung war.“

    Eine tolle Abenteuergeschichte, die ganz nebenbei viele wichtige Werte vermittelt – mit schönen Illustrationen. Sehr lesenswert!

    Beate Böhm

  • Was guckst du? – Carlas Comics – Band 4

    Was guckst du? – Carlas Comics – Band 4

    Jutta Nymphius

    Volker Fredrich

    Tulipan

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Das Cover zeigt uns Carla und ihre beste Freundin Samira, die beiden sind seit dem Abschied aus der Kita befreundet. Denn da war Carla trotz ihres wunderschönen neuen Schlafsacks traurig, als es bei der Übernachtung ans Schlafen ging. Doch da kam Samira und sie brachte noch leckere Baklava mit, die ihnen prima mit den Schokoladenkeksen schmeckten. 
    mehr oder weniger lesen
    Doch nun hat Samira das Fußballspielen für sich entdeckt und so sagt sie wegen eines wichtigen Spiels die Übernachtung bei Carla, die zu einem festen Ritual wurde, ab. Darüber zerbricht am Ende die Freundschaft und alle Ratschläge und Versuche sie wieder zu festigen funktionieren leider nicht.
    Im Laufe meines Lebens sind viele Freundschaften zu Ende gegangen, ganz ohne Streit, einfach, weil das Leben sich änderte und Neues entstand. Das erleben wir hier mit Clara und sie übersteht diese traurige Zeit, behält die Erinnerung daran und orientiert sich neu.
    Carla liebt es zu zeichnen und sie hat zudem noch einen sehr kreativen Bruder, das kommt ihn der besonderen Form, in der das Buch gestaltet ist, gut zur Geltung. Es gibt, wie immer in dieser Reihe, eine Doppelseite Text und danach eine Doppelseite mit Zeichnungen. So ist das Buch nicht nur gut lesbar, es hilft auch die Geschichte zu visualisieren. Eine ungewöhnliches Thema, das aber sicher viele Kinder, denen es genauso geht wie Carla, belastet.

    Dagmar Mägdefrau

  • Die Olchis – Das Sams – Die kaputte Wunschmaschine – Band 1    

    Die Olchis – Das Sams – Die kaputte Wunschmaschine – Band 1    

    Erhard Dietl

    Paul Maar

    Stephanie Stickel

    Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Die Wunschmaschine von Herrn Taschenbier ist kaputt – und natürlich brauchen Herr Taschenbier und das Sams dringend Hilfe. Also machen sie sich auf den Weg zu Herrn Brausewein ins Labor. Dort sorgt das Sams allerdings erst einmal für ordentlich Chaos und spielt neugierig mit einem Spray herum. 
    mehr oder weniger lesen
    Das Problem: In der Flasche befindet sich ein Verjüngungsmittel, von dem Herr Taschenbier eine ordentliche Portion abbekommt. Prompt verwandelt er sich in ein Baby!
    Da sich weder das Sams noch Herr Taschenbier besonders gut mit Babys auskennen, bleibt nur eine Lösung: Die Olchis müssen helfen – schließlich haben die selbst Erfahrung mit einem Olchi-Baby. Ob sie es gemeinsam schaffen, Herrn Taschenbier wieder zurückzuverwandeln?
    Mit dem Sams verbinde ich viele schöne Kindheitserinnerungen, denn die Geschichten wurden mir früher oft vorgelesen und später habe ich sie selbst begeistert gelesen. Die Olchis dagegen kenne ich tatsächlich kaum. Gerade deshalb finde ich dieses Crossover der beiden beliebten Kinderbuchwelten besonders originell und witzig. Beide Figuren haben ihren ganz eigenen frechen und chaotischen Humor, was wunderbar zusammenpasst.

    Das Buch eignet sich toll zum Vorlesen, macht aber auch fortgeschrittenen Erstlesern viel Spaß. Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie die beiden bekannten Kinderbuchautoren die Geschichte der beiden Kultfiguren weitererzählen.

    Katrin Hemmerich
  • Kuki und das Flüstern der Muscheln  

    Kuki und das Flüstern der Muscheln  

    Efua Traoré

    Karibu

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Kuki lebt in Nigeria, sie heißt eigentlich Kokumo, ein Name, der ihr ihr Vater gegeben hat. Diesen Vater hat sie nicht kennengelernt und ihre Mutter und sie leben inzwischen bei Dr. D.
    und ihre Mutter ist wieder schwanger. Dr. D.s Schwester, die Kuki Tante nennt warnt Kuki immer wieder vor Geistern, den Aniku, die gerade für Kinder besonders gefährlich sind.
    mehr oder weniger lesen
    Da Kuki in der neuen Schule von einer Mitschülerinn böse gemobbt wird und ihre Eltern arbeiten, fühlt sich Kuki einsam. Sie wünscht sich eine Freundin, geht aber alleine los und findet ein altes verfallenes, ehemals hochherrschaftliches Haus. Hier trifft sie auf Enilo, ein eigenartiges Mädchen, von der sich Kuki eine Freundschaft erhoff. 
    Die Autorin kennt die Geistergeschichten von den Aniku aus Afrika und fügt diese Legenden und Märchen in ihre Geschichte ein. Obwohl sie in der Gegenwart spielt, kommt mir dieser Geisterglaube sehr alt vor und das ist er sicher auch. Kuki betont auch immer wieder, dass sie nicht daran glaubt. „Jeder Mensch trägt zumindest einen Hauch von Güte in sich, und deswegen gibt es immer die Chance, dass das Gure sich durchsetzt.“ Ist ein wundervoller und hoffnungsvoller Satz, den Enilo sagt und sie erklärt Kuki, weshalb sie sie für etwas ganz besonders hält. Mir gefiel es sehr gut auf diese Weise etwas über den afrikanische Geisterglauben zu erfahren und mit seiner spannende Handlung war die Geschichte sehr lesenswert. Aber es ging auch um Mobbing, um Freundschaft und Familie und ein Mädchen, dass sich trotz ihrer Ängste immer besser behaupten konnte. Eine hervorragende Mischung.

    Dagmar Mägdefrau
  • Bella Karamella – Achtung, zauberhafte Freundin! – Band 1

    Bella Karamella – Achtung, zauberhafte Freundin! – Band 1

    Gundi Herget

    Barbara Korthues

    Fischer-Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Da hat sich Gundi Herget eine ganz neue magische Figur ausgedacht, die Naschhexe mit den vielen Vornamen, die aber gerne als Karamella angesprochen werden möchte. Mit ihrem pinken Kleid und der bunten Zuckerwattefrisur sehen wir sie zusammen mit Elfie, ihrer Zauberzuckerstange im Laden „Leckerei“. 
    mehr oder weniger lesen
    Zunächst ist Elfie wütend und traurig, weil ihre Süßigkeiten weg sind. Dazu müssen wir wissen, dass Elfie mit ihrer Mutter zusammen in einer winzigen Wohnung wohnt, weil das Geld nicht reicht. Elfies Mama sucht eine neue Stelle und ihr alter Computer liegt in den letzten Zügen. Da Elfie hervorragend rechnen kann, kalkuliert sie ihren Verbrauch an Süßigkeiten sehr genau. Deshalb kann sie es nicht fassen, dass diese kleine Hexe mit der Erklärung, „eine Naschhexe muss Naschen“, einfach ihre Vorräte aufgegessen hat. In der Schule hat Elfie ebenfalls Sorgen, denn sowohl zwei Jungs als auch Bianca und ihr Hofstatt quälen sie immer wieder.
    Das Buch zeigt sehr realistisch, dass es für Kinder, wie Elfie, die sehr früh erfahren müssen, wie schwer das Leben ohne genügenden finanziellen Rückhalt ist. Umso schöner ist es zusehen, wie liebevoll das Mutter-Tochter-Verhältnis ist und wie selbstlos Christel und Hans Elfie und ihrer kleinen Naschhexe helfen. Elfie erfährt wahre Freundschaft und erkennt, dass sie mit Freundlichkeit viel bewirken kann. Eine sehr gefühlvolle und zauberhafte Geschichte, die mit vielen farbigen und schönen Illustrationen ergänzt wird. Ein rundum gelungenes Herzensbuch.

    Dagmar Mägdefrau
  • Tante Polly – Ehrlich geflunkert    

    Tante Polly – Ehrlich geflunkert    

    Paul Maar

    Nikolai Renger

    Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir Tante Polly mit ihrem roten Mofa, das wie ein Roller aussieht und hinter ihr sitzt Mirko.
    Die Geschichte beginnt damit, dass Tante Polly, die eigentlich Mirkos Großtante ist, ihm zum Geburtstag eine altes Notizbuch schenkt, zu dem sie eine wilde Geschichte erzählt und das Mirko von hinten und von vorne beschreiben soll.
    mehr oder weniger lesen
    Mirko findet Spaß daran Geschichten und Comics zu erfinden und dann gibt es auch noch eine Sammlung besonderer Worte. Die Einladung von Tante Polly, Mirko möchte sie doch in ihrem Dorf besuchen, sieht besonders Mirkos Mutter mit viel Skepsis. Doch der Vater kann sie überreden, bringt die Mutter Mirko zu Tante Polly. Hier sieht er eine Reihe Kinderbücher im Regal stehen, die er ebenfalls gerne liest. 
    Ich kann mir gut vorstelle, dass auch eine ganze Menge Paul Maar in Tante Polly steckt, denn sie erfindet ebenfalls Geschichten, die meist sehr unglaubwürdig klingen und auch Mirko hat oft Zweifel an der Glaubwürdigkeit seiner Tante. Aber als eine ihrer schrulligen Figuren dann doch auftaucht, bekommt Mirko Zweifel am Zweifeln. Ein witziges Buch voller wilder Abenteuer, einer doch nicht so durchgeknallten Tante und einer Freundschaft zum Nachbarsmädchen Monika.
    Ich hätte mir mehr und farbige Bilder für das Buch gewünscht. Manchmal geht mir die Fantasie zu weit, so wird ein Seemann ertränkt, aber vielleicht bin ich da nur zu empfindlich.

    Dagmar Mägdefrau

  • Kali kann Kanari

    Kali kann Kanari

    Michael Roher

    Jungbrunnen

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Eines Tages landet ein Nymphensittich auf dem Balkon der Wohnung, die die neunjährige Lisbeth zusammen mit ihrer Mutter, ihrem kleinen Bruder Kali, ihrer Oma Magda und ihrem Opa Udini bewohnt. Hubert, wie Kali den Nymphensittich tauft, wird rasch von allen Familienangehörigen ins Herz geschlossen. – Aber wem gehört er eigentlich? Und was hat der Vogel mit Kentucky, Lisbeths Erzfeind, zu tun?

    mehr oder weniger lesen
    In all dem Schlamassel kommt für Lisbeth erschwerend noch dazu, dass ihre beste Freundin Mika auf einmal den Kentucky gar nicht mal so schlecht findet…

    Der österreichische Autor und Illustrator Michael Roher hat ein warmherziges Buch geschrieben, in dem neben der Frage nach dem eigentlichen Besitzer des Nymphensittichs Hubert auch weitere wichtige Fragen behandelt werden: Was passiert mit einer Freundschaft, wenn sich die beste Freundin verliebt – und noch dazu in den Erzfeind? Wie geht man mit der Tatsache um, dass der einstmals bewunderte Opa und Zauberer Udini nicht nur schwer hört, sondern auch zunehmend verwirrt ist?

    Die Handlung des Buches entwickelt einen starken Sog, dem man sich dank der witzigen Sprache, des großen Einfühlungsvermögens in die Figuren und der liebevoll gestalteten Illustrationen gerne hingibt. Ein schönes Buch zum Vorlesen! Sehr empfehlenswert!

    Beate Böhm
  • Oma, Huhn und Kümmelfritz

    Oma, Huhn und Kümmelfritz

    Michael Roher

    Jungbrunnen

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Der Kümmelfritz lebt bei seiner Oma – und mit ihnen auch noch das Huhn. Dieses ist mit einer überbordenden Fantasie und mit einem ebenso großen Selbstbewusstsein ausgestattet. Mit seinen verrückten Ideen ergänzt es sich hervorragend mit dem Kümmelfritz.

    mehr oder weniger lesen
    Zusammen erleben die zwei viele Abenteuer: Sie machen sich auf die Suche nach dem Yuti, dem geheimnisvollen Großcousins der Mutter vom Yeti, lösen das Rätsel um die Entführung von Herrn Lammbauer, dem Freund der Oma, und bestehen gemeinsam eine gruselige Camping-Übernachtung am See. Oft ist auch Maya, die Schulfreundin vom Kümmelfritz, mit von der Partie. 

    Der österreichische Autor und Illustrator Michael Roher hat ein wunderbar witziges Buch geschrieben, das sich hervorragend zum Vorlesen eignet. Es macht großen Spaß, gemeinsam über die lustigen Ereignisse, das sich ständig selbst überschätzende Huhn und die Besonderheiten der österreichischen Sprache zu lachen. Nicht zu vergessen die Angewohnheit vom Kümmelfritz, Dinge, die er toll findet, mit lustigen geographischen Namen wie "Buxtehude", "Titicacasee" oder "Lampedusa" zu bekräftigen. Da kommt man glatt auf die Idee, den Weltatlas selbst einmal zu durchstöbern. Abgerundet wird dieses tolle Kinderbuch von den Illustrationen, die ebenfalls von Michael Roher stammen.
    Unbedingt (vor)lesen!!!

    Beate Böhm
  • …und mir bleibt der hässliche Hund

    …und mir bleibt der hässliche Hund

    Franziska Hörner

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 13 Jahre

    Auf der Rückreise vom Osterurlaub verunglücken die Eltern und die kleine Schwester von Felix. Alles, was ihm bleibt, ist Bolt – der hässliche, aber von seiner Schwester über alles geliebte Hund, mit dem er sich zuvor nie beschäftigt hat.

    mehr oder weniger lesen
    Das Buch nimmt uns auf sehr einfühlsame Weise mit auf den langen Weg, den Felix gehen muss, um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen und ein „neues Ich“ aufzubauen. Es erzählt von dem Sommer, in dem er in einer Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie auf Mo trifft und sich in Marie verliebt. Gleichzeitig geht es um die Versuche von Felix und Mo, sich eigenständig ihren Ängsten zu stellen. Doch die sogenannten Challenges, an denen nur Marie beteiligt ist, überfordern die beiden teilweise stark.

    Ich muss sagen, dass mich dieses Buch sehr beeindruckt hat. Franziska Hörner beschreibt auf eine intensive und einfühlsame Weise die Trauer und den Verlust, den Felix erlitten hat, sowie die daraus entstandene Depression. Sie versucht, „in Worte zu fassen, wie es sich anfühlt, was es mit einem macht, wenn man einen solchen Verlust erlitten hat. Unser Wortschatz reicht dafür nicht aus.“ Diese Gedanken haben mich sehr berührt, und ich konnte mich gut in Felix – und sogar in Bolt – hineinversetzen. Besonders interessant fand ich zudem die Darstellung, wie sensibel Hunde auf die Stimmungen ihrer Besitzer reagieren und diese spiegeln können. So kommt der entscheidende Anstoß für Felix’ Besuch in der psychiatrischen Praxis letztlich aus einer Diagnose der Tierärztin: „Ihr Hund hat Depressionen.“

    Zum Glück zeigt Franziska Hörner aber auch, wie ein möglicher Weg zurück in ein „normales, altes“ Leben aussehen kann. Mit der Hilfe von Menschen, die neu in sein Leben treten und eine Art Ersatzfamilie bilden, findet Felix nach und nach wieder Anschluss.

    Ich kann dieses Buch jedem sehr ans Herz legen, der verstehen möchte, was Verlust und Trauer mit einem Menschen machen können – nicht nur Jugendlichen, sondern auch Erwachsenen.

    Beate Böhm
  • Faustschlag von rechts   

    Faustschlag von rechts   

    Stefanie Kaluza

    Karibu

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Der 15-jährige Jarik leidet darunter, dass sich seine Eltern getrennt haben und der Vater leider oft sein Versprechen, ihn und seinen kleinen Bruder abzuholen, nicht hält. Das Schimpfen der Mutter macht es dann nicht leichter für ihn. Jarik ist ein Freund großer Worte und oft ist auch das ein Grund, weshalb es Missverständnisse gibt. Meist ist er mit seiner Clique zusammen, die er schon aus der Kita kennt. 
    mehr oder weniger lesen
    Er spürt, dass ihm Mo, das einzige Mädchen, immer besser gefällt und auch das verunsichert ihn sehr. Am Nahmittag treffen sich die Vier an der Bushaltestelle, um dann gemeinsam zum Jugendtreff zu gehen. Hier wird geboxt und Jarik ist nicht ganz untalentiert. Falk, einer der großen Vorbilder, spricht ihn an und bietet ihm ein Training an. So entfernt sich Jarik immer mehr von seinen alten Freunden und er freut sich auf das Zeltlager, zu dem er in den nächsten Ferien darf. Die Warnungen, dass es bei den Organisatoren des Lagers um Nazis handelt, kann er nicht glauben. So gerät Jarik immer mehr in die Ideologie von nordischen Göttern und Männern, die Stärke zeigen. Sein Umgang mit seiner Mutter und seinem Bruder verändern sich und zu den Treffen mit den alten Freunden geht er nicht mehr.
    Falk sucht sich nicht Jarik aus, weil er so gut boxen kann, er hat erkannt, dass der Jugendliche emotional verloren ist. Der Vater, der ihn nicht bei sich haben möchte, die unzufriedene Mutter und die unklaren Gefühle gegenüber Mo, machen ihn zum einfachen Opfer. Er genießt die Aufmerksamkeit, die Kameradschaft, das abendliche Lagerfeuer und die Reden dort gefallen ihm zum Teil. Da wird nicht gegendert, da wird Feminismus verhöhnt.
    Das Buch liest sich leicht und die Gefühle von Jarik sind so gut beschrieben, dass ich sie förmlich selbst gespürt habe. Ja und das Thema, es ist wichtiger den je, darüber mehr zu erfahren.

    Dagmar Mägdefrau
  • Die drei!!! – Geburtstagsparty in Gefahr

    Die drei!!! – Geburtstagsparty in Gefahr

    Ann- Katrin Heger

    Kosmos

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Vor mir liegt die limitierte Jubiläumsaufgabe von „Die drei !!!“, Gold ist nicht nur auf dem Cover zu sehen, auch der Buchschnitt ist Gold eingefärbt. 
    Kim, Franzi und Marie sind trotz aller Unterschiede allerbeste Freundinnen und sie haben als Detektivinnen schon einige Fälle gelöst, auf die im Buch häufig Bezug genommen wird.
    mehr oder weniger lesen
    Kim wird 14 und weil die beiden anderen ihre Geburtstage nicht gefeiert haben, planen sie eine gemeinsame Geburtstagsparty. Marie, die in einer großen Villa wohnt, bietet diese als Location an. Allerdings übernimmt sie mit ihrer Euphorie schnell die Führung und entscheidet, ohne die anderen zu fragen, was zu einem heftigen Streit führt. Werden sich die drei wieder vertragen und ihre Party gemeinsam feiern? Aber die drei wären keine Detektivinnen, wenn sie nicht auch einen Fall lösen müssten. Wer möchte dem Caterer Michele schaden und stellt verdorbene Lebensmittel in seine Küche?
    Die drei Mädchen sind so unterschiedlich, dass ich mir eine Freundschaft kaum vorstellen kann, aber zum Glück schaffen sie es, miteinander zu sprechen. Jede hat für sich ein eigenes Problem, das unterschiedlich stark die Geschichte beeinflusst. Der „Fall“ taucht immer wieder auf und eine aufmerksame Leserin wird schon früh einen Verdacht haben. Die „Beziehungen“ der Mädchen sind eher Nebensache.
    Das Buch lebt mehr vom Verhalten und Streiten der Mädchen als von der Spannung einer Ermittlung. Aber es geht ja auch in erster Linie um die Geburtstagsparty.

    Dagmar Mägdefrau


  • Konrad Kröterich und die Suche nach der allerleckersten Mahlzeit – Band 2    

    Konrad Kröterich und die Suche nach der allerleckersten Mahlzeit – Band 2    

    Oren Lavie

    Anke Kuhl

    Aus dem Englischen von Mathias Jeschke

    Fischer-Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Nachdem Konrad Kröterich schon nach der allerschönsten Umarmung gesucht hat, macht er sich nun auf die Suche nach der allerleckersten Mahlzeit. Auf dem Cover sehen wir ihn am Tisch sitzen und sich die Lippen (heißen die so bei einer Kröte?) leckend auf das Essen warten. Neben ihm sehen wir seinen Freund Freddie, eine Fliege.
    mehr oder weniger lesen
    Ja, das ist wirklich eine ungewöhnliche Freundschaft und Konrad tut sich nicht leicht, weil er immer wieder Appetit auf seinen Freund hat. Haferbrei, den er in den letzten Tage oft gegessen hat, verabscheut er inzwischen. So sitzt er bald mit Leidensgenossen beim wöchentlichen Treffen der Anonymen Amigophagen (AA), hier entscheidet er, dass er „eine Mahlzeit finden muss, die so köstlich ist, dass er drüber Freddie als Speise völlig vergisst.“
    Er wendet sich an seine Freunde und probiert deren Essen, muss aber feststellen, dass ihm diese Sachen auch nicht schmecken.
    Es ist wieder sehr witzig, die Suche von Konrad Kröterich zu verfolgen und die Illustrationen machen einen großen Teil des Spaß aus. Mir gefällt dieser zweite Band fast noch besser als der Erste. Und die Lösung, dass der mit Liebe gekochte Haferbrei einfach viel leckerer ist, gefällt mir ebenfalls. Ein wundervoll schräges Buch über Freundschaft, die über den Appetit siegt, und Liebe, die alles schmackhaft macht.

    Dagmar Mägdefrau

  • Freunde    

    Freunde    

    Eva Kranenburg

    Fischer-Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg 2025

    Der Roman erzählt die Geschichte von Nata, Ren und Tuk, die sich in den letzten Tagen eines Krieges auf einen Aufruf hin als Kämpfer melden und dadurch zu Tarek finden. Schon bald werden die vier jedoch zu Deserteuren. Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft und der Tatsache, dass sie ursprünglich verschiedenen „Lagern“ angehören, entwickelt sich zwischen ihnen eine tiefe und berührende Freundschaft.
    mehr oder weniger lesen
    Besonders eindrucksvoll ist, dass es sich bei ihnen noch um sehr junge Menschen handelt – Teenager, wobei Tuk sogar noch jünger ist.
    Die Handlung spielt sowohl in den letzten Kriegstagen als auch in der ersten Zeit danach und zeichnet ein eindringliches Bild von Krieg und Nachkriegszeit. Die Geschichte ist äußerst bildgewaltig erzählt und wirkt erstaunlich real, obwohl sie von einem fiktiven Krieg handelt. Gerade diese Nähe zur Wirklichkeit macht den Roman so eindrucksvoll und zugleich emotional fordernd. Es zeigt wie wichtig Freundschaft und Menschlichkeit ist.
    Ich konnte das Buch deshalb oft nur in kleinen „Häppchen“ lesen, um das Gelesene nachwirken zu lassen und zu verarbeiten. Schon lange hat mich kein Buch mehr so nachhaltig beschäftigt wie dieses. Besonders erschütternd ist, wie greifbar nah die geschilderten Ereignisse in unserer heutigen Zeit erscheinen.
    Für mich ist dieses Buch ein wichtiges Werk, das unbedingt von Jugendlichen ab 14 Jahren sowie von Erwachsenen gelesen werden sollte.

    Katrin Hemmerich
  • Ninjageschichten       

    Ninjageschichten       

    Michael Petrowitz

    Pascal Nöldner

    Ravensburger

    Leseempfehlung ab 7 Jahre 2. Lesestufe

    Vor dem Drachen sind zwei Kinder zu sehen, eines trägt eine rote Ninjamaske. In den drei Geschichten ist von unterschiedlichen Ninjas zu lesen.
    Zunächst geht es um Anton. Sein Problem ist es, dass er immer übersehen wird, doch für seine Ausbildung zum Ninja, ist das nur von Vorteil. So schafft er es, zwei Räuber, die in ein Museum einbrechen, zu stellen.
    mehr oder weniger lesen
    Drei Kinder gehen in das Internat, wo sie zu Ninjas ausgebildet werden. Der Lehrer stellt ihnen eine schwierige Aufgabe, sie sollen einem Drachen einen Stein entwenden, als Preis winkt der goldene Gürtel. Doch keiner kann die Aufgabe alleine lösen. Von zwei Kunoichis, so werden weibliche Ninjas genannt, ist im letzten Kapitel die Rede. Hier erfährt Niklas, dass Ferien ganz ohne Zocken auch spannend sein können.
    Jedes Kapitel, das mit seinen großen Buchstaben und den bunten Bildern gut zu lesen ist, endet mit einer Frage. Am Ende gibt es noch ein kleines Quiz, so weißt du gleich, ob du alles auch verstanden hast. Ninjas sind ja ein spannendes Thema und hier macht es Spaß, zu erfahren, wie unterschiedlich solche Erlebnisse sein können.
    Was mir nicht gefiel, dass die Kinderninjas Wurfsterne benutzen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Aufregung im Freizeitpark

    Aufregung im Freizeitpark

    Anja Kiel

    Valeska Scholz

    Ravensburger

    Leseempfehlung ab 6 Jahre 1. Lesestufe

    Auf dem Cover sehen wir die drei Kinder, die wir in den Freizeitpark begleiten, mit der Achterbahn fahren. Hinten jubelt Paul, während Nuri und Elias sich sichtlich unwohl fühlen.
    Die Klasse 2 a macht, nachdem die Kinder die Karten gewonnen haben, einen Ausflug in den Freizeitpark.
    mehr oder weniger lesen
    Paul nimmt seinen Mund immer sehr voll und möchte mit allen Fahrgeschäften fahren. Erst geht es in die Achterbahn, danach kommt die Geisterbahn dran und obwohl sie inzwischen ihre Klasse verloren haben, muss Paul noch auf die Wildwasserbahn. Nuri und Elisas zögern zwar immer wieder, steigen aber dann doch immer ein. Als sie endlich vom Riesenrad aus ihre Klasse entdecken und zu ihr finden, ist ihre Lehrerin ziemlich böse auf sie. Paul versucht sich herauszureden, aber Nuri gesteht, wie es war. 
    So ein Besuch im Freizeitpark ist immer eine spannende Sache und nicht alle wollen mutige überall mitfahren. Da ist etwas Rücksichtnahme schon angebracht, aber Paul interessieren die Ängste der anderen nicht. Bis er selbst in eine Situation gerät, in der er sich fürchtet.
    Die vier Abschnitte sind in großen Buchstaben gedruckt und der Text ist nicht sehr lang. Dazu kommen die vielen schönen bunten Bilder, die die Geschichte zusätzlich erzählen. Ein schönes Erstleser*innen-Buch über Ängste und Freud*innen, die uns unterstützen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Manno Monster & ich

    Manno Monster & ich

    Katja Reider

    Daniela Kohl

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Nominiert für den deutsch-französischen Jugendliteraturpreis 2026

    Auf dem Cover sind Jussi und Manno zu sehen und obwohl Manno ein Monster ist, schaut er sehr freundlich. Und genau da liegt sein Problem. Als Jussi, wie jeden Abend, sein Zimmer nach einem Monster absucht, hört er ein Knarzen und findet unter seinem Bett Manno, das niedliche blaue Monster. 
    mehr oder weniger lesen
    Von ihm erfährt er, dass Jungen wie er in Monsterkreisen als „Weichei“ eingestuft werden und eigentlich Anfängermonster auf ihn angesetzt würden. Aber Manno ist leider nicht gut im Erschrecken und deshalb taucht er heute bei Jussi auf. Nun hat Jussi mit diesem unfähigen Monster noch ein zusätzliches Problem neben seinem Vater, der mit ihm ständig für die Schule lernen will, einer pubertierenden Schwester und einem fiesen Nachbarjungen. 
    Wie und ob Jussi seine Probleme lösen wird, davon erzählt die Geschichte und ich darf verraten, er überlegt sich einen tollen Plan. Neben der sehr schön erzählten Handlung gibt es hervorragende Illustrationen und ein besonderer Gag ist, dass, wenn die Handlung im Dunkeln spielt, die Seiten ebenfalls dunkel eingefärbt sind. Dazu gibt kleine Sprechblasen, in denen uns Jussi anspricht und nach unserer Meinung fragt und Listen, die wir ausfüllen können. So können wir uns überlegen, wie wir vorgegangen wären. Schon bald gibt es einen zweiten Teil und ich bin gespannt, wie es mit Jussi und Manno weitergeht.

    Dagmar Mägdefrau
  • Zwei sind eine Bande

    Zwei sind eine Bande

    Jasmin Schaudinn

    Martina Schachenhuber

    dtv

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Kofi und Lille wohnen in derselben Straße und sind beste Freunde. Gemeinsam gründen sie eine Bande und erleben in ihrer Nachbarschaft viele spannende Abenteuer. Als der Gemüsehändler Dorukan den Baum vor seinem Geschäft fällen lassen möchte, kommt es zu Konflikten in der Nachbarschaft. Dabei zeigen die Kinder den Erwachsenen, wie wichtig Zusammenhalt ist und dass man Probleme am besten gemeinsam lösen kann.
    mehr oder weniger lesen
    Das Buch ist ein sehr schönes Vorlesebuch, eignet sich aber auch hervorragend für Leseanfänger. Die Sätze sind kurz und leicht verständlich, und es kommen keine komplizierten Wörter vor. Unterstützt wird die Geschichte durch sehr schöne und passende Illustrationen, die das Lesen zusätzlich bereichern.
    Besonders schön ist die Botschaft des Buches: Erwachsene sehen viele Dinge oft nur schwarz oder weiß, dabei lohnt es sich, Situationen auch einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Für viele Konflikte gibt es eine Lösung, und wenn man sich – wie die Kinderbande – zusammentut, findet man oft einfache und schöne Wege, die Probleme des Alltags zu lösen.
    Insgesamt ist es eine sehr schöne und lehrreiche Geschichte, die ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann.

    Katrin Hemmerich