• Darkly – Nicht du bestimmst das Spiel. Das Spiel bestimmt dich.

    Darkly – Nicht du bestimmst das Spiel. Das Spiel bestimmt dich.

    Marisha Pessl

    Aus dem amerikanischen Englisch von Katrin Segerer und Jennifer Michalski

    Insel

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Dia, ein 17-jähriges Mädchen, ist seit Jahren fasziniert von den Spielen, die Louisiana Veda zu Lebzeiten entwickelt hat. In diesem Sommer schreibt die Louisiana-Veda-Stiftung sieben Praktikumsplätze in England aus. Um an dem Auswahlverfahren teilzunehmen, muss man in der Bewerbung die Frage „Wofür würden Sie töten?“ beantworten. Weltweit bewerben sich über eine halbe Million Menschen auf diese sieben Plätze. 
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    Als Dia erfährt, dass sie zu den Auserwählten gehört, ist die Freude riesig. Die Reise von Missouri nach London beginnt – und damit auch ein großes Abenteuer in einem von Veda entwickelten Spiel.
    Ich konnte relativ schnell in das Buch eintauchen. Zu Beginn werden Dia und ihre Lebensumstände mit ihrer Mutter sowie dem Vintage-Möbelladen sehr gut beschrieben. Durch die bildhafte Sprache von Marisha Pessl kann man sich den Laden und die Umgebung sehr genau vorstellen. Sobald Dia die Reise nach London antritt, nimmt die Geschichte an Fahrt auf und immer mehr Handlungsstränge fügen sich zusammen. Die Spannung lässt bis zu den letzten Seiten nicht nach, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Insgesamt ist es ein sehr gutes Buch, um als Jugendliche*r in die Welt der Thriller einzusteigen.

    Katrin Hemmerich

  • Girls Trip – Vier Freundinne. Eine Luxusjacht. Eine tödliche Reise

    Girls Trip – Vier Freundinne. Eine Luxusjacht. Eine tödliche Reise

    Jan Gangsei

    Übersetzt von Sabine Schilasky

    one

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Wer einmal von einer Jacht verschwindet, gilt quasi schon als tot. Als dann noch Videobeweise auftauchen, die zeigen, wie Giselle absichtlich über Bord gestoßen wird, und dies ausgerechnet von der mysteriösen Neuen der Gruppe, liegt der Verdacht auf Mord nahe. 
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    Der Fall wird rückwärts aufgerollt: Wie kam es dazu? Warum reden die Mädchen so schlecht über Maggie? Und was hat sie überhaupt als „armes Mädchen“ auf der Luxusjacht zu suchen?
    Besonders interessant sind die Einblicke in Maggies Sicht und Giselles Briefe an ihre verstorbene Mutter, die eine Art Tagebuch ersetzen. Giselle hat viele Probleme, vor allem finanzieller Art, während es Maggie vergleichsweise gut geht. Trotzdem freunden sich die beiden an. Erfrischend dabei: Giselle ist nicht naiv, sie durchschaut Maggies Lügen, auch wenn ihr der Grund zunächst unklar bleibt.
    Das Locked-Room-Szenario ist hier gelungen. Eine Jacht mit Personal und Menschen, die glauben, sich alles mit Geld kaufen zu können, ist von sich aus schon gruselig. Das mysteriöse Verschwinden am Anfang nimmt die Hoffnung auf ein Happy End und steigert dadurch die Spannung.
    Ganz gepackt hat mich der Thriller allerdings nicht. Keine der Figuren blieb mir wirklich im Gedächtnis, und anfangs haben mich Maggies Beweggründe zum Lügen kaum interessiert. Erst ab der Mitte des Buches nahm die Geschichte richtig Fahrt auf.
    Ein Punkt, der mich gestört hat, sind die Tagebucheinträge. Wenn sie zu erklärend wirken, nach dem Motto „wie du weißt, ist XY meine Freundin“, verlieren sie für mich an Authentizität. Genau das war bei Giselles Briefen der Fall. Trotzdem fand ich Giselle mit ihrer ambivalenten Art noch spannend.
    Alles in allem ein solider Thriller: unterhaltsam, wenn man keine zu tiefgründigen Einblicke in die Dynamiken der Figuren erwartet und mit einigen Klischees leben kann.

    Raphaela Brosseron