• Majnka

    Majnka

    Olga Stehliková

    Andrea Tachezy

    Aus dem Tschechischen von Jana Krötzsch

    Balaena

    Leseempfehlung ab 9 Jahre

    Majnka, die ihren Namen Magdaléna nicht mag und sich deshalb lieber mit Majnka ansprechen lässt, lebt mit ihrer Mama, die Biologin ist, und ihrem dicken Papa, der Mathelehrer ist, auf einem Dorf in der Nähe von Prag. Sie interessiert sich für alles, was mit Natur zusammenhängt. Ihre Mutter hat ihr eine Menge erklärt und Majnka hat ein riesiges Wissen über Tiere und Pflanzen. 
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    Wenn sie uns etwas erzählt, geht es meiste darum, dass sie etwas im Wald sieht und sofort fällt ihr ganz viel dazu ein. Deshalb dauert es eine Weile, bis wir von der Krankheit der Mutter erfahren. Sie hat Krebs und erst nach einer Operation erzählen die Eltern Majnka davon. Die Oma, die Majnka sehr liebhat, zieht ein und besorgt den Haushalt. Jetzt kocht sie und nicht mehr nur der Papa. Als Majnka mal, weil sie sich über die Biologielehrerin geärgert hat, statt nach er Schule nach Hause zu gehen, in den Wald geht und sich dort verläuft, sorgen sich Papa und Oma um sie. Aber als Majnka wieder wohlbehalten zu Hause ankommt, beschließen sie Mama nicht davon zu erzählen. Doch bald darauf schickt die bettlägerige Mutter ihr Kind für eine Nacht alleine in den Wald.

    Ich muss sagen, dass mir Majnka unendlich leidtut, nicht nur, dass sie ihre Mutter eine lange Zeit durch die Krebserkrankung begleitet und sie sie am Ende verliert, auch weil sie gar keinen gleichaltrigen Kindern begegnet. Sie hat keine Freunde, weder in der Schule noch Nachbarkinder oder Verwandte. Sie lebt abgeschlossen in ihrer Welt und dort dreht sich alles um Tiere und Pflanzen. Wenn man sich durch die vielen Sachinformationen nicht gelangweilt fühlt, erlebt man mit Majnka abenteuerliche Geschichten und ihre teilweise verwunderliche Sichtweise bringt sie oft in Schwierigkeiten, denn sie hat einen starken Willen  und ein eigenes Bild von der Welt.

    Auf vielen Doppelseiten gibt es sehr künstlerische Illustrationen, die eine Collage der Geschichte abbilden und die mich sehr fasziniert haben.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der Kürbisdieb   

    Der Kürbisdieb   

    Alica Hemming

    Nicola Slater

    Aus dem Englischen von Jennifer Buchholz

    Baumhaus

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Vogel hat ein Gemüsebeet angelegt und Eichhörnchen hat sie Samen mit eingepflanzt. Nun wartet es ungeduldig, dass etwas wächst, aber erst Monate später entdeckt er fünf Kürbisse, die alle anders aussehen. Er selbst beansprucht den großen orangen für sich. Ein richtige Hilfe ist Eichhörnchen leider nicht, immer will er etwas machen, aber noch bevor er starten kann, sind es nur noch vier Kürbisse.
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    Als nach und nach alle bis auf seinen Kürbis verschwinden, ist Eichhörnchen klar, dass es einen Dieb geben muss. Aber nicht nur die Früchte, auch sein Freund der Vogel ist verschwunden. Als Eichhörnchen verschiedene Spuren findet zeichnet er ein Phantombild, das einem Vogel ähnelt. Als Vogel wieder auftaucht, bietet Eichhörnchen dem „Entführer“ alle Kürbisse an, wenn sein Freund freikommt.  

    Kurze Texte und einfache bunte Bilder erzählen die Geschichte einer Freundschaft, denn Vogel hat alle Kürbisse an die anderen Tiere verschenkt und natürlich bekommt Eichhörnchen ebenfalls seinen orangenen, dicken Kürbis.

    Auf den letzten beiden Seiten erfahren wir noch eine Menge über Kürbisse und so werden sicher einige Kinder Kürbissamen aussähen und im Herbst Kürbisse schnitzen.

    Ein fröhliches Bilderbuch mit einigen guten Informationen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Jetzt aber wirklich Tschüss!

    Jetzt aber wirklich Tschüss!

    Klara Persson

    Charlotte Ramel

    Aus dem Schwedischen von Friederike Buchinger

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Nico und Sally, die wir auf dem Cover sehen, haben den zusammen bei Sally gespielt und nun meint Sallys Mama, es werde Zeit für Nico nach Hause zu gehen. Also verabschieden sich die beiden, doch kurz darauf schellt es wieder und Nico steht vor der Tür. Leider hat er vergessen, was er vergessen hat, und so geht er wieder. 
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    Als er dann noch einmal schellt, wundert sich die Mama, er wollte doch nach Hause gehen. Er war auch zu Hause, doch dort hat er nur sein Kegelspiel geholt, so kegeln die beiden Kinder erst einmal. Beim nächsten Klingeln hat Nico Hunger und er bleibt zum Pfannkuchen essen.

    Diese Situation kennen die Kinder, sie können sich einfach nicht trennen, auch wenn die Mutter argumentiert, dass sie sich sonst nicht morgen wieder treffen können. Es ist einfach herzerfrischend, dass die beiden sich zum Schluss umarmen und das Buch dann doch noch zu Ende geht.

    Die Illustrationen sind nicht so ganz nach meinem Geschmack, sie haben etwas von Comiczeichnungen und irgendwie passen sie dann doch zu der witzigen Geschichte.

    Und witzig ist dieses ständige Klingen und die Frage, wer das wohl sein könne. Meine Enkelkinder haben sich immer wieder sehr beim Vorlesen amüsiert und ich habe es im Urlaub sehr, sehr oft vorgelesen.

    Ein echter Renner in unserer Vorlesekiste!!!

    Dagmar Mägdefrau

  • Jani und die Sache mit der Mutmaschine

    Jani und die Sache mit der Mutmaschine

    Iris Tritsch

    Anna Lisicki-Hehn

    neunkirchener

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Jani, den wir auf dem Cover sehen, schaut über seine selbstgebastelte Mutmaschine. Wieso er sie braucht, darum geht es in diesem Buch. Es beginnt mit der Frage „Wer hat eigentlich gesagt, dass Superhelden keine Angst haben dürfen?“ Dann sehen wir Jani als Astronaut durchs Weltall fliegen, aber leider stimmt das so nicht, denn Jani ist ängstlich und er traut sich kaum am Eiswagen ein Eis zu bestellen.

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    Er ist dann so aufgeregt, dass ihm seine Lieblingssorte nicht einfällt und er Minze-Schoko essen muss. Sein aller größtes Problem ist der Übernachtungstermin mit Ava und Nori im Zelt im Garten. Jani schafft es nicht sich jemand anderen als seinem Kaninchen Klothilde anzuvertrauen. Deshalb baut er eine Mutmaschine aus Dingen, die er bei seinen Großeltern findet. Die versteckt er im Zelt und hofft, dass er damit seine Angst vertreiben kann.

    Doch dann kommt alles ganz anders und am Ende stellt sich heraus, dass auch seine Freunde Ängste haben. Deshalb wird am Ende im Wohnzimmer gezeltet. Was mir als Lösung sehr gut gefällt.

    Im hinteren Teil des Buches gibt es noch viele Informationen für Erwachsene über das Thema „Angst“. Ich finde es immer sehr beruhigend, wenn sich herausstellt, dass andere auch nicht mutiger sind und der Gedanke, dass es Superhelden nicht anders geht, hat auch etwas Schönes. Angst gehört dazu und rettet uns häufig vor verrückten und gefährlichen Dingen. Die farbenfrohen Illustrationen, besonders das Bild, wo die Drei ausgelassen tanzen, ergänzen die Geschichte sehr gut. Das Buch eignet sich sicher auch zum Schulstart, denn trotz aller Freude darüber, haben die Erstklässler sicher auch ein Grummeln im Bauch.

    Dagmar Mägdefrau

  • Hallo Erdling

    Hallo Erdling

    Fedja Burmeister

    Tyrolia

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    „Zuerst einmal: Du lebst auf der Erde.“ Mit dieser Information beginnt das Buch und wir werden noch einem ganze Menge lernen über diese Erde. Zunächst geht es darum, dass sie keine Scheibe, sondern eine Kugel ist und dass es auf ihr viel Wasser gibt. Dann geht es um die Zeit und wie sei durch die Bewegung unserer Erde festgelegt wird. Es folgen die Jahreszeiten und dann geht es weiter mit den Kontinenten.
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    Nach den Tiere und den Pflanzen folgt der Mensch. „Denn Menschen mögen andere Menschen. So entstehen Freundschaften und Freundschaften machen die Welt zu einem besseren Ort.“ Lautet ein wundervoller Satz am Ende des Buches.

    Die Illustrationen sind einfach gehalten, sie bilden aber sehr genau die Informationen ab. So sind auf der Seite, wo es um die Zeit geht viele Uhren zu sehen, aber auch eine Hand, die ein kleine Erdkugel zwischen Daumen und Zeigefinder hält. Wissbegierige Kita-Kinder werden viel lernen beim Vorlesen und Anschauen dieses Buches. Ich weiß, dass mein ältester Enkel es mit 3 Jahren geliebt hätte.

    Dagmar Mägdefrau

  • I-Ah hat Geburtstag

    I-Ah hat Geburtstag

    A.A. Milne

    E.H. Shepard

    Übersetzt von Harry Rowohlt

    Atrium

    Leseempfehlung ab 4 Jahre

    Das kleine hellblaue Büchlein enthält einen Auszug der Originalgeschichte von Winnie-der-Pu. Es geht darum, dass der Esel I-Ah Geburtstag hat und „der alte graue Esel am Bach stand und sich im Wasser betrachtet.“ Was er sieht, bezeichnet er als „ein Bild des Jammers“ und deshalb versucht er sein Glück auf der anderen Bachseite mit demselben Ergebnis. 
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    Als Pu ihn fröhlich begrüßt, lässt I-Ah seinen Frust an ihm aus. Auch das Lied, das Pu im vorsingt, kann die Laune des Esels nicht verbessern. Denn er erwartet einen Geburtstagskuchen und Geschenke. Pu vergewissert sich noch einmal, ob der Esel wirklich Geburtstag habe und gratuliert ihm dann. Danach macht er sich auf den Weg um „irgendein Geschenk“ zu suchen.

    Die Geschichten aus dem Hundertsechzig-Morgen-Wald haben ja immer etwas Philosophisches und deshalb finde ich sie für Vorschulkinder etwas schwer zu verstehen. Es gibt zwar einige Bilder in den Buch, aber Kita-Kinder benötigen schon noch einige Informationen. So taucht zu Ende der Geschichte Christopher Robin auf, für den die Geschichten geschrieben wurden, aber für Neulinge ist nicht ganz klar, wer er ist.

    Ein wundervolles Buch für Erwachsene, die noch einmal in den Hundertsechzig-Morgen-Wald abtauchen wollen und natürlich zur Ergänzung der vielen Bilderbücher, die nicht die Originalgeschichte, die so schön von Harry Rowohlt übersetzt wurde, abdrucken.

    Dagmar Mägdefrau

  • Lieselotte Hafenfähre

    Lieselotte Hafenfähre

    Lena Raubaum

    Nini Alaska

    Atrium

    Leseempfehlung ab 2 Jahre

    Ich gehöre ja noch zu den Menschen, die in ihrer Kindheit im Kinderfernsehen auf James Krüss gewartet haben. Dort hat er mit seiner ruhigen Stimme vorgelesen und ich habe besonders seine Reime gemocht. Jetzt wäre er 100 Jahre alt geworden und Lena Raumbaum hat das zum Anlass genommen eines seiner bekanntesten Werke „Henriette Bimmelbahn“ mit ihrer „Lieselotte Hafenfähre“ ein Denkmal zu setzen. 
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    Auf dem Cover winken alle an der Haltestelle dem Schiff zu. „Lieselotte heißt die flotte, alte kleine Hafenfähre“ so beginnt der Text und mit qualmenden Kamin kommt die Fähre in den Hafen. Dort wartet sie geduldig auf die Kinder, die noch in der Schule sind. Lieselotte schafft es sogar an Land zu fahren und die Kinder zu Hause abzusetzen. Doch einer ist zurückgeblieben, das ist James, der ein Gedicht in sein Büchlein geschrieben hat.

    Neben den etwas altmodisch wirkenden Illustrationen, was ich sehr passend finde, macht das Lesen der Reime ungeheuren Spaß. Sie gehen mir nur so über die Zunge und meine Enkel wollten das Buch gerne immer wieder lesen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Fridas Tiere  

    Fridas Tiere  

    Monica Brown

    John Parra

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Das Portrait Frida Karlos taucht auf vielen Dingen auf und hat deshalb etwas vertrautes, zumal die ungewöhnlichen Augenbrauen und die Friseur einen hohen Widererkennungswert haben. Zwischen all ihren Tieren liegt die junge Frida auf dem Bauch und zeichnet. Neben einem Mann mit Fotoapparat (eine Anspielung auf ihren späteren Mann?) schaut Frida den Ameisen zu,

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    daneben sehen wir ein junges Reh, „Ich bin aufmerksam, wie ein Rehkitz“ Frida wird älter und ist mit ihrem Rad unterwegs, diesmal ist sie „frei wie eine Katze“.Im festlichen weißen Kleid reitet sie auf einem Esel. Zum Ende des Buches stahlt eine junge Frau und zeigt ihre Tiere.

    Die Illustrationen orientieren sich im Stil an den Werken Frida Karlos, teilweise sind sie sehr kleinformatig. Mir gefällt der Gedanken, dass wir auf diese Art schon Kleinkindern die Kunst näherbringen können, auch wenn sie nicht alles begreifen, so werden sie doch eine Künstlerin kennenlernen und später ihre Bilder wiedererkennen. Wenn das zu hoch gedacht ist, dann es ein Pappbilderbuch, dass sich sehr gut anschauen lässt.

    Dagmar Mägdefrau

  • Ein großer Affe  

    Ein großer Affe  

    Vera Gereke

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Das matte Cover zeigt einen leeren Käfig, der in einer ungewöhnlichen Landschaft steht. Das Buch beginnt mit dem leeren Käfig, der im Stadtpark steht. Hier sind kleine Menschen mit und ohne Hund unterwegs. „Im Urwald lebt ein großer Affe“ ist zu lesen, aber auf dem Bild sind nur diese kleinen Menschen mit Seilen unterwegs. Dann taucht der Affe auf, er liegt gemütlich in der Landschaft. Einige Bilder weiter liegt er gefesselt am Boden und danach sitzt er im Käfig und viele kleine Menschen sind unterwegs im Park.

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    Weil ein Kind interessiert, was der Affe kann, stellt man ihm eine Staffelei hin und er malt viele Bilder nach dem gleichen Muster, es sind immer nur Gitterstäbe zu sehen. Dann gibt es eine Ausstellung im Museum.

    Der Kontrast zwischen dem riesigen gorillaähnlichen Affen und den winzigen eckigen Menschen gefällt mir sehr gut. Er wirkt gutmütig, obwohl er nachher den Käfig verlässt und wieder in den Wald geht, um dort ein Künstler zu sein. Im Gelsenkirchener Zoo kann man von einer Affendame gemalte Bilder kaufen, das kam mir sofort in den Sinn. Dieser Affe sagt mit dem Malen von Gitterstäben etwas aus, dass traurig und betroffen macht. Als sich sein Stil ändert und er den Dschungel malt, erinnert er sich und kehrt dorthin zurück. Es gibt immer nur einen Satz auf den Seiten und ich finde das Anschauen des Buch sehr beruhigend. Auf mich wirken die Farben und die weichen Linien sehr beruhigend und ich empfinde dieses Bilderbuch als ein echtes Kunstwerk.

    Dagmar Mägdefrau

  • Du nervst schimpf die Maus  

    Du nervst schimpf die Maus  

    Marcus Pfister

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Schon auf dem Cover sehen wir die Maus mit dem Elefanten schimpfen, denn er kann ihr nichts recht machen. Wenn wir das Buch aufschlagen, sehen wir in die Augen des Elefanten, denn über die Doppelseite ist sein Kopf abgebildet. Seine Augen wirken etwas müde, aber er hat die Ruhe weg. Das muss er auch haben, denn schon auf der ersten Seite schimpft die Maus „Du nervst!“ Zunächst ist der Elefant im Weg, doch er hat schnell eine tolle Lösung parat, denn die Maus kann zwischen seinen Beine durchlaufen.

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    Dann hockt er im Weg und die Maus hat keinen Weitblick. Da nimmt er sie auf seinen Rüssel und schon kann die Maus alles sehen.

    Die Bilder sind so zauberhaft gezeichnet, besonders der Elefant ist echt ein Kunstwerk. Beide Tiere tragen Boxershorts mit weißen Punkten, was ich sehr witzig finde. Die Wiederholung des Titels macht einfach Spaß und die Gelassenheit des Elefanten, nachahmenswert! Zum Glück nimmt die Maus ihn am Ende nochmal ganz lieb in den Arm.

    Ich denke, dass das ein echtes Vorlesebuch sein wird, die Kinder kennen dieses Nerven und sie freuen sich, wenn es eine positive Lösung gibt.

    Dagmar Mägdefrau

  • Die fabelhafte Geschichte von Herrn Leopold, der schweben konnte  

    Die fabelhafte Geschichte von Herrn Leopold, der schweben konnte  

    Rebecca Gugger

    Simon Röthlisberger

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Witzig sieht er aus, der Herr Leopold, mit seinen fliegenden grauen Krüsselhaaren und dem breiten Bart und er kann tatsächlich durch die Luft schweben. Schon als Baby schwebte Leopold über seinem Kinderbett und deshalb wurden ihm kleine Sandsäckchen an die Windel gebunden, er sollte ja nicht wegschweben. Selbstverständlich wurde seine wundersame Eigenschaft wissenschaftlich untersucht, allerdings ohne ein Ergebnis.

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    Natürlich hat es auch seine Vorteile, wenn ein Junge einfach so schweben kann. „Er könnte in den Wolken schwimmen“ gefiel mir besonders gut. Bei einer großen Feier kam der Gedanke auf, dass es gefährlich sie einfach so zu schweben und so wurde Leopold mit vielen Dingen beschwert, damit er am Boden blieb.

    Zum einen zeichnet das Buch die etwas skurrilen Illustrationen aus zum anderen ist es in einer wunderschönen Sprache geschrieben. Der Text ist etwas länger, aber er liest sich ganz leicht, als würde man schweben. Ein besonderes Bilderbuch zart und wortgewaltig.

    Dagmar Mägdefrau

  • Pfoten weg vom roten Knopf  

    Pfoten weg vom roten Knopf  

    Matilde Tacchini

    Aus dem Italienischen von Amelie Thoma

    Mixtvision

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Die Tiere schauen erstaunt und verwundert, vielleicht auch mit Angst auf den roten Knopf, der plötzlich im Wald aufgetaucht ist. Sie finden ihn schön, sind aber nicht sicher, ob er schön länger dort war. Zunächst machen sich Fuchs und Hase Gedanken, wobei der Hase immer nur ein „HM“ von sich gibt, was schon witzig ist.

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    Ein Bär und ein Huhn erwägen, was wohl passieren würde, wenn der Knopf gedrückt würde. Der Bär rät ängstlich ab, der Fuchs sieht das ganz anders. Das Huhn hat viel Fantasie und warnt vor Gluthitze und vor einer plötzlich eintretenden Eiszeit. Auch eine Alien-Invasion erwägt das Tier. Am Ende ziehen sich die Tiere zurück und ein kleiner Regenwurm, der auf den meisten Seiten unbeachtet am Rand zu sehen ist, drückt auf den roten Knopf und die Lösung ist einfach so witzig.

    Ein humorvolles Bilderbuch voller Fantasie und Illustrationen, die diese möglichen Szenarien so schön abbildet. Jede Figur bildet einen Charakter ab, mit dem sich die Kinder identifizieren können. Aber der Knaller ist einfach die Auflösung, wenn klar wozu der Knopf nütze ist. Alle meine Enkel lieben das Buch genauso wie ich.

    Dagmar Mägdefrau

  • Cleo, Chaos und Konfetti  

    Cleo, Chaos und Konfetti  

    Lena Hach

    Jutta Wetzel

    Mixtvision

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    Cleo, ein Mädchen mit ADHS, gewinnt bei einem Gewinnspiel in der Bücherei ein Achtsamkeitstagebuch. Anfangs ist sie davon alles andere als begeistert, doch schließlich probiert sie es aus – und nimmt uns mit in ihren turbulenten Alltag, ihre Gedanken und Gefühle. Dabei erlebt sie so einiges: sei es ihr Bruder, der überall seine Nase hineinsteckt, oder die Vorbereitungen der Klasse auf den großen Kostümwettbewerb an Karneval. Und dann verschwinden plötzlich auch noch die gesammelten Süßigkeiten aus der Klasse …
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    Lena Hach hat ein wundervolles Buch geschrieben. Ich liebe es, wie Cleo dargestellt wird: ein liebenswertes, kreatives Kind mit einem riesigen Gedankenkarussell im Kopf. Durch die humorvollen Tagebucheinträge bekommt man einen tollen Einblick in ihre Gedankenwelt und erlebt, welche außergewöhnlichen und schönen Ideen in einem Kinderkopf mit ADHS entstehen können.

    Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und leicht verständlich. Dadurch eignet sich das Buch besonders gut für Kinder, die schon etwas fortgeschrittener im Lesen sind. Gleichzeitig ist es auch eine tolle Geschichte zum Vorlesen für jüngere Kinder.

    Auch das Cover gefällt mir sehr gut. Es vermittelt bereits auf den ersten Blick das Chaos, das in Cleos Kopf herrscht, und ist liebevoll gestaltet. Die Illustrationen im Buch passen wunderbar zum Text und lockern die Geschichte zusätzlich auf. Gerade für Leseanfänger ist das schön, da sie sich durch die Bilder nicht direkt von zu viel Text erschlagen fühlen.

    Ein humorvolles, warmherziges und kindgerechtes Buch, das ADHS auf eine liebevolle Art und Weise sichtbar macht. Eine klare Leseempfehlung von mir!

    Katrin Hemmerich 

  • Pizza Piet – Dreierlei Zauberei – Band 3     

    Pizza Piet – Dreierlei Zauberei – Band 3     

    Carrie Sellon

    Sarah Horne

    Aus dem Englischen von Susane Seidita

    WooWBooks

    Leseempfehlung ab 9 Jahre

    Piet vermisst sein altes Zuhause. Er möchte nicht mehr gemeinsam mit seinem Vater in dem kleinen Pizza-Van wohnen und arbeiten, sondern wieder in einem richtigen Haus oder einer Wohnung leben und eine eigene Pizzeria haben. Doch plötzlich taucht eine mysteriöse Reporterin auf und beginnt, Piet und seinen Vater über die Zaubertränke auszufragen. Gleichzeitig wird ihr altes Zuhause völlig verwüstet und alles gründlich durchwühlt.
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    Bei einem spaßigen Nachmittag mit seinen drei Freunden nimmt Anna den Schrumpftrank – doch diesmal wird sie anschließend nicht wieder groß. Piet, Archie, Jeremy, Anna und ihr Hund Nutzlos beschließen deshalb, Silva Tregoning zu finden, damit sie ihnen einen Wachstumstrank brauen kann. Eine abenteuerliche Reise voller Gefahren, spannender Momente und überraschender Wendungen beginnt.

    Diese Trilogie ist einfach fantastisch! Schon den ersten und zweiten Band haben mein Sohn und ich innerhalb kürzester Zeit abends gemeinsam gelesen. Die Kapitel werden von Band zu Band spannender, und wenn ich vorgelesen habe, war es oft gar nicht so einfach, einen guten Zeitpunkt zum Aufhören zu finden – mein Sohn wollte unbedingt weiterlesen.

    Ich habe schon lange kein so spannendes und gleichzeitig so wunderbar für Grundschulkinder geeignetes Buch mehr gelesen. Dabei kommen auch der Humor und die witzigen Situationen nie zu kurz. Besonders die Gespräche und die Dynamik zwischen den Hauptfiguren haben uns immer wieder zum Lachen gebracht.

    Wir sind ein wenig traurig, dass wir uns nun quasi von dieser tollen Reihe verabschieden mussten. Gleichzeitig bin ich mir ziemlich sicher, dass es nicht das letzte Mal gewesen sein wird, dass wir diese Bücher gelesen haben. Eine wunderbare Reihe für gemeinsame Vorleseabende bzw. als Bücher zum selber lesen. 

    Katrin Hemmerich 

  • Deepworld 

    Deepworld 

    Anja Reumschüssel

    Carlsen

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Nachdem sein bester Freund weggezogen ist, bekommt Gustav eine neue Sitznachbarin in der Schule: Ruby. Gustav wundert sich darüber, was für komische Figuren und Monster sie in ihr Heft zeichnet, und sie redet nicht wirklich mit ihm. Doch nachdem Gustav ein Referat über sein Hobby gehalten hat, kommt Ruby auf ihn zu und lädt ihn zu sich nach Hause ein. Dort beginnen sie, „Deepworld“ zu zocken – ein Spiel, das man mithilfe einer VR-Brille spielt.
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    In „Deepworld“ tauchen nicht nur die Monster aus Rubys Zeichnungen auf, sondern die beiden erleben auch wesentlich gefährlichere Begegnungen. Schon bald scheint das Spiel ein Eigenleben entwickelt zu haben. Ob sie es schaffen, das Spiel zu gewinnen, wird sich zeigen.

    Ich hatte das Buch schon länger zu Hause liegen, nachdem ich in einem Buchladen mitbekommen hatte, wie der Buchhändler es mit voller Überzeugung empfohlen hat. Jetzt habe ich endlich die Zeit gefunden, es zu lesen, und ich muss sagen: Es ist absolut großartig und unglaublich aktuell!

    Ich habe das Buch an einem Abend durchgelesen und hätte es nicht einmal für einen Moment aus der Hand legen können. Der Schreibfluss ist sehr flüssig, und die Geschichte hält die Spannung bis zum Schluss. Besonders gut gefallen hat mir die Auseinandersetzung mit dem Thema KI und gleichzeitig mit dem Zocken von Computerspielen. Das Buch zeigt kritisch auf, welche Gefahren hinter diesen Themen stecken können, ohne dabei langweilig oder belehrend zu wirken.

    Eine ganz klare Buchempfehlung für Kinder und Jugendliche, die sich für KI, Gaming und spannende Geschichten interessieren!

    Katrin Hemmerich  

  • Die Biberklasse – Alle anders, alle richtig

    Die Biberklasse – Alle anders, alle richtig

    Saskia Niechzial

    Stefanie Reich

    Carlsen

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Die Biber-Klasse ist eine ganz besondere Schulklasse, denn jedes Kind hat seine eigenen Bedürfnisse. Ruby hat ein Gedankenkarussell im Kopf, Senay möchte möglichst keine Fehler machen und Emre braucht zwischendurch eine Flitzepause. Im Biberbau achten die Kinder aufeinander und unterstützen sich gegenseitig. Auch ihre Lehrerin Frau Pfefferkorn kennt die unterschiedlichen Bedürfnisse ihrer Schülerinnen und Schüler und geht verständnisvoll darauf ein.
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    „Die Biber-Klasse“ ist ein wundervolles Erstlesebuch, das Kindern bereits zu Beginn ihrer Schulzeit vermittelt: Jedes Kind ist einzigartig – und jedes Kind ist richtig, so wie es ist. Die Geschichte zeigt verschiedene Kinder und ihre besonderen Bedürfnisse im Zusammenhang mit Neurodivergenz. Dabei wird deutlich, dass oft schon kleine Veränderungen im Schulalltag helfen können, damit sich Kinder wohlfühlen und gut lernen können.

    Saskia Niechzial, bekannt als @liniert.kariert auf Instagram, klärt auf verständliche und wertschätzende Weise über verschiedene Neurodivergenzen auf. Das gelingt ihr auch in diesem kurzen Erstlesebuch sehr gut. Die Kinder lernen verschiedene Bedürfnisse kennen, ohne dass diese als etwas Negatives dargestellt werden.

    Besonders gelungen finde ich den letzten Teil des Buches. Dort werden die einzelnen Kinder und ihre Bedürfnisse noch einmal genauer vorgestellt. Unter jedem Text steht, was dem jeweiligen Kind im Alltag helfen kann. So bekommen nicht nur die kleinen Leserinnen und Leser einen Einblick in die unterschiedlichen Bedürfnisse, sondern auch Erwachsene erhalten wertvolle Impulse.

    Auch die Illustrationen von Stefanie Reich sind wunderbar und passen perfekt zu den Texten. Sie lenken nicht vom Inhalt ab, sondern greifen die einzelnen Situationen auf und machen sie für die Kinder noch anschaulicher.

    Ein liebevoll gestaltetes und wichtiges Buch, das Vielfalt, Verständnis und gegenseitige Rücksichtnahme vermittelt. Eine klare Empfehlung für jede Grundschulbibliothek und für Familien, die Kindern zeigen möchten, dass alle anders – und alle richtig sind.

    Katrin Hemmerich

  • Penicillin und andere unglaubliche Missgeschicke von denen du (wahrscheinlich) noch nie gehört hast

    Penicillin und andere unglaubliche Missgeschicke von denen du (wahrscheinlich) noch nie gehört hast

    Natalie Labarre

    Gosia Herba

    Aus dem Englischen von Cyra Pfennings

    Insel

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Das sehr wuselige Cover ist bei meinem Enkel sehr gut angekommen, er hatte Spaß daran den Satz zusammenzusetzen. Aber auch die kleinen Textfelder mit den spannenden und manchmal auch witzigen Inhalten kamen gut beim dem achtjährigen an. 
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    Zunächst werden die Leserinnen und Leser direkt eingebunden und die Frage lautete „Hast du schon mal Fehler gemacht? Ja, wer wohl nicht! Da erfahren wir auf der ersten Seite, dass Christoph Kolumbus Seekühe für hässliche Meerjungfrauen gehalten hat und die Entdeckung des Penicillins darauf zurückzuführen ist, dass Alexaner Flemming seine Petrischalen nicht gesäubert hat. Einer anderen Unachtsamkeit ist die Entdeckung des Sicherheitsglas zu verdanken. Das Fällen eines der ältesten Bäume 1964 hat dazu geführt, dass alte Bäume jetzt unter Naturschutz stehen.

    Die kleinen Texte sind mit vielen bunten Illustrationen geschmückt und es gibt auf den Seiten eine Menge zu entdecken. Zudem gibt es noch einige spannende Aufgaben zu lösen und was mir seht gut gefällt, es gibt eine Doppelseite mit „Fakten“, die so nicht stimmen.

    Am Ende wird dann die Frage gestellt „Welchen unglaublichen Feler Fehler hast du heute gemacht?“ Vielleicht machen wir auch einmal einen Fehler, der sich im Nachhinein als eine großer Erfindung herausstellt? Aber bis dahin lesen wir erst einmal dieses großartige Buch., das ist bestimmt kein Fehler.

    Dagmar Mägdefrau

  • Front    

    Front    

    Rüdiger Bertram

    Heribert Schulmeyer

    Rotfuchs

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Das Cover zeigt zwei flüchtende Jungen, die ein Hund begleitet, im Hintergrund die Ruine eines Hauses. Es zeigt uns passend zum Titel „Front“ ein Kriegsgebiet. Adam und Zero, die beiden Jungen gehen hier in Deutschland auf eine Schule und es gibt immer wieder Kämpfe zwischen ihnen, denn sie kommen aus Ländern, die miteinander im Krieg liegen. Die Länder werden in dem Buch nie erwähnt, aber ich denke, alle haben, wie ich, Russland und die Ukraine vor Augen.

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    Adam lebt mit seiner Familie sehr beengt in einem Hochhaus, seine große Schwester Yella kämpft an der Front und Adam macht sich Sorgen um sie. Auch Zero wohnt in diesem Haus, allerdings hat er nur einen Bruder, der ebenfalls an der Front als Panzerfahrer kämpft. Zero macht sich große Sorgen, weil sein Bruder sich schon seit einiger Zeit nicht mehr bei ihm gemeldet hat. So beschließen die beiden unabhängig voneinander ins Kriegsgebiet zu reisen. Sie entscheiden sich beide für einen Hilfstransporter, den ein Mann zu den Menschen im Kriegsgebiet fahren soll. Der Wagen ist schon gestartet, als die Jungen sich sehen und so bleibt ihnen nichts anderes übrig als einen Waffenstillstand zu schließen, damit sie ihr Ziel erreichen.

    Der Text ist in sehr kurzen Sätzen geschrieben, dazu gibt es noch elf einseitige Comics, die die Handlung fortführen. Die Angst und die Enttäuschung der Jungen, wenn sie sich der Front immer mehr nähern, konnte ich beim Lesen sehr gut nachfühlen. Sie müssen erkennen, dass der Krieg keine Helden macht, dass alles mit vielen Opfern auf allen Seiten verbunden ist. Irgendwann schließt sich den Jungen ein Hund an, der auf einem Minenfeld stirbt. Diese Szene gefällt mir deshalb so gut, weil sie zeigt, dass der Krieg auch Tote fordert, aber hier stirbt zumindest kein Mensch und um den Hund können sie beide trauern, er gehörte zu keiner Partei.

    Aber ich will auch nicht zu viel verraten, denn das Buch sollte jeder Jugendliche lesen, denn er zeigt die Schrecken des Krieges und gleichzeitig, wie wichtig Freundschaft ist.

    Dagmar Mägdefrau