• Sepia und das Erwachen der Tintenmagie – Band 1

    Sepia und das Erwachen der Tintenmagie – Band 1

    Theresa Bell

    Eva Schöffmann-Davidov

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Sepia erzählt die Geschichte eines zwölfjährigen Waisenmädchens, das von Silbersilbe in die geheimnisvolle Stadt Flohall geholt wird, um dort die Kunst des Buchdrucks zu erlernen. Schon bei ihrer Ankunft spürt Sepia, dass Bücher in dieser Stadt eine ganz besondere Bedeutung haben. 
    mehr oder weniger lesen
    Schnell lernt sie Niki und Sanzio kennen, und zwischen den drei Kindern entsteht eine tiefe, ehrliche Freundschaft. Doch während sich mysteriöse Ereignisse in Flohall häufen, deutet alles auf die Rückkehr des großen Alchimisten hin. Gemeinsam stellen sich die Kinder der Gefahr und versuchen, ihre Stadt zu retten.
    Ich habe dieses Buch nach einer langen Leseflaute eher zufällig entdeckt – und war sofort begeistert. Bereits ab der ersten Seite wird man mitten in die Geschichte hineingezogen. Die bildhafte Sprache lässt die magische Welt von Flohall lebendig werden, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Besonders berührend ist die Entwicklung der Freundschaft zwischen Sepia, Niki und Sanzio, die genauso viel Raum einnimmt wie die spannend erzählte Handlung.
    Dieses Buch ist nicht nur wunderschön geschrieben, sondern auch voller Magie, Spannung und Herz. Man taucht vollkommen in die Geschichte ein – und ist am Ende ein wenig traurig, wenn sie vorbei ist. Eine klare Leseempfehlung für alle, die fantasievolle und liebevoll erzählte Geschichten mögen.

    Katrin Hemmerich



  • Das große Buch von den sieben kleinen Hasen

    Das große Buch von den sieben kleinen Hasen

    Sabine Praml

    Christiane Hansen

    Oetinger

    Leseempfehlung ab 3 Jahre

    Ich kenne bereits einige dieser niedlichen Hasenbüchern, weil mein Enkel sie liebt, deshalb fand ich diesen Sammelband mit sieben Bänden sehr schön. Beim ersten Band geht es um die Geburt des siebten kleinen Hasen Matti „Wenn die kleinen Hasen um Häschen Nummer sieben rasen“. 
    mehr oder weniger lesen
    Die sechs großen Geschwister freuen sich über den Zuwachs und helfen bei seiner Versorgung. Dann geht es ums Verstecken, Papa muss seine kleinen überall suchen. „Wenn sieben kleine Hasen quietschfidel ans Wasser rasen“ heißt der nächste Band. Erst wird gepackt und dann geht es mit den Rädern an den See. Grummelig sind die Hasen wegen des Regens, aber dann rasen sie durch die Pfützen. Von Schnupfennasen und anderen Krankheiten handelt der nächste Band. Danach wird es weihnachtlich, hier feiert die große Familie Weihnachten mit Oma und Opa. Am Ende geht es dann müde ins Bettchen. 
    Eine Großfamilie, die viel zusammen unternimmt und bei denen wir die große Zuneigung und Liebe zueinander spüren können. Jedes Kind ist aber auch ein Individuum und meine Enkel können die Kleinen gut unterscheiden.
    Die gereimten Texte sind sehr schön zu lesen und die Bilder strahlen eine Heiterkeit aus, dass es eine Freude ist sie anzuschauen. Wundervolle kleine Geschichten, rund um den Alltag einer Hasenfamilie in der wir uns gut wiedererkennen können.

    Dagmar Mägdefrau
  • Willkommen beim Kinderarzt                                       

    Willkommen beim Kinderarzt                                       

    Sandra Grimm

    Iris Hardt

    Tipps und Nachwort Dr. Vitor Gatinho

    Ravensburger

    Leseempfehlung ab 2 Jahre

    Das Cover zeigt einen Arzt, der ein Kind, das seinen Bären im Arm hält, untersucht. Er lächelt freundlich und auch das Kind wirkt entspannt. 
    Das Buch beginnt mit einem Vorwort des als „Kid.Doc“ bekannten Dr. Vitor Gatinho. Dann sind wir direkt in der Praxis, in der uns Pauline an der Rezeption nett begrüßt.
    mehr oder weniger lesen
    Dann geht es in ein gut gefülltes Wartezimmer. Hier warten Kinder mit unterschiedlichen Anliegen mit ihren Eltern. Kein Kind ist in Begleitung seiner Oma. In einer Sprechblase gibt der Doktor Tipps für die Eltern. Theo wird aufgerufen und zunächst gewogen und gemessen, dazu muss er seine Kleidung bis auf die Unterwäsche ausziehen. Der „Kid.Doc untersucht den Jungen dann, hört ihn ab, schaut in die Ohren und danach werden die Augen untersucht. Winkend verabschiedet sich Theo vom Kid.Doc. Danach beobachten wird was der Kid.Doc mit Nahla macht, die erkältet ist. Pablo kommt mit einer Schürfwunde und bekommt einen Verband. Danach wird geimpft und bei den Zwillingen Scharlach diagnostiziert. 
    Da der Text schon sehr lang ist, würde ich das Lesealter etwas höher ansetzen, wobei man mit jüngeren Kinder über die Bilder sprechen kann und so die Angst vor einem Besuch beim Kinderarzt verringern kann.
    Dass immer wieder vom Kid.Doc die rede ist, statt von einem Kinderarzt gefällt mir nicht so gut. Evtl. hätte man ihm auch einen Namen geben können, was ich persönlicher gefunden hätte. Es ist wichtig, die Kinder auf beängstigende Situationen vorzubereiten und dazu kann dieses Pappbilderbuch beitragen.

    Dagmar Mägdefrau
    .
  • Der Kopfübär streitet nie!

    Der Kopfübär streitet nie!

    Judith Weber

    Fabian & Christian Jeremies

    Loewe

    Leseempfehlung ab 4 Jahre

    Niedlich sieht er aus, der blaue Bär auf dem Cover, aber erschaut auch etwas streitbar in die Welt mit seinem übereinandergeschlagenen Armen. 
    Vor dem hübschen Haus stapeln sich viele Möbel und mittendrin ist eine Waschmaschine zu sehen. Diesen Möbelberg bestaunen Kobi und seine Freundin Kairi vom Küchenfenster aus und sie möchten gerne dort Abenteuer erleben.
    mehr oder weniger lesen
    Papa ist aber dagegen und Mama verlangt, dass erst das Kinderzimmer aufgeräumt wird. Doch dann kann das Abenteuer beginnen. Doch während die beiden Freunde auf der einen Seite auf den Möbelberg steigen, scheint auch von der anderen Seite eine Aktivität loszugehen. Kann das ein Monster sein? Doch dann taucht Emilio auf, der behauptet, dass der Berg ihm gehöre. So baut Kobi ein Urwaldhaus, während Emilio ein Schiff baut. Beide nutzen dazu buntes Klebeband und bald gibt es Streit um die Waschmaschine.
    Kobi wäre kein Kopfübär, wenn er nicht am Ende durch einen Perspektivwechsel erkennen würde, wie der Streit aufgelöst werden kann. Wie gut, dass Kairi ihn erinnert sich mit dem Kopf nach unten zu hängen. Auch die Eltern helfen den Kinder beim Bau ihres Hausbootes und so entsteht am Ende ein tolles Boot aus den alten Möbeln.
    Es ist immer wichtig einen Kompromiss zu schließen und unser blauer Kopfübär ist ein Garant dafür. Die Illustrationen sind sehr liebevoll gezeichnet und so ist wieder ein wundervolles Buch entstanden, dass so viel Spaß beim Lesen macht.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der Sprung   

    Der Sprung   

    Joaquin Camp

    Aus dem Italienischen von Stefanie Malleier

    Katapult Kinderbuch

    Leseempfehlung ab 5 Jahre

    Schon auf dem Cover ist das kleine Sprungbecken zu sehen, rundherum sehen wir Menschen und Tiere in Badekleidung. Eine Leiter geht am Rand so hoch, dass das Bild nicht reicht das Ende abzubilden.
    mehr oder weniger lesen
    „Ein mutiger Held“ steht auf dem Sprungbrett, wir sehen ihn zuerst nur auf dem Brett stehend, dann das Schwimmbad und den Mann ganz klein auf dem Brett. Dann wechselt die Perspektive wieder und wir sehen aus der Sicht des Mannes seine Füße auf dem Brett. Jetz tauchen hinter ihm andere auf, die ihn drängeln zu springen. Er läuft an und bleibt wieder am Ende stehen, denn er macht sich Gedanken, was wohl im Wasser sein könnte. Das Bild zeigt uns Haie im Becken. „Die Zeit vergeht, doch unser tapferer Freund bewegt sich nicht.“ Inzwischen sehen wir schon Pflanzen zwischen seinen Füßen wachsen. Es wird dunkel und die Menschen hinter ihm verharren immer noch auf der Treppe, die anderen liegen schlafend um das Becken. 
    Die Bilder sehen sehr kindlich aus, wirken aber lebendig durch die wechselnden Perspektiven. Die Angst, die so ein Sprung in die Tiefe bei uns allen auslöst, wird hier sehr eindringlich und humorvoll beschrieben. Der Gag am Ende hat mir besonders gut gefallen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Ich bin der Stärkste im ganzen Land!

    Ich bin der Stärkste im ganzen Land!

    Mario Ramos

    Aus dem Französischen Markus Weber

    Moritz

    Verlagsempfehlung 2 Jahre

    Schon auf dem Cover hat der Wolf eine Haltung, die ihn als Sieger als etwas Besonderes darstellt. Nachdem er sich satt gegessen hat, macht er sich auf den Weg in den Wald, er möchte gerne die Bestätigung dafür haben, dass er der Stärkste ist. 
    mehr oder weniger lesen
    Zunächst trifft er auf eine kleinen Hasen, er spricht ihn freundlich an und der Hase bestätigt ihm, dass er der Stärkste im ganzen Land sei. Rotkäppchen begegnet ihm als nächstes und auch sie bestätigt ihm, dass er der Stärkste sei. Auch die drei kleinen Schweinchen widersprechen ihm nicht, ebenso wenig, wie die sieben Zwerge. Erst ein „komischer kleiner Kröterich“ meint seine Mama sei die Stärkste im ganzen Land.
    Da beweihräuchert sich der Wolf und sucht bei bekannten Märchenfiguren eine Bestätigung seiner Stärke. Wie schön ist es zu beobachten, wie er immer mehr angibt und erst das kleine grüne Tier widerspricht ihm (zu Recht!) In den Illustrationen erleben wir den Wolf, der mit seiner Körperhaltung ausdrückt, wie er sich fühlt.
    Ein Pappbilderbuch über einen Angeber, der erkennen muss, dass es immer auch eine stärkere gibt. Zudem treffen wir auf Bekannte aus anderen Büchern, was ich sehr witzig finde.

    Dagmar Mägdefrau

  • Ich bin feeertig!

    Ich bin feeertig!

    Arnold Hovart

    Deutsch von Tobias Scheffel

    Kunstmann

    Leseempfehlung 3 Jahre

    Diesen Ruf aus dem Bad kennen wir alle, die wir mit Kindern zu tun haben, die endlich alleine aufs Ko gehen. Und so sehen wir den Kleinen mit weit geöffnetem Mund auf dem Ko sitzen, die Rolle rosa Toilettenpapier hängt in der Halterung.
    Das erste Bild ist mit dem Cover identisch und Lewis schreit „Bin feeertig!“, aber es blieb still.
    mehr oder weniger lesen
    Deshalb macht er sich mit der rosa Rolle auf den Weg in Zimmer von Gretel. Wir sehen ein Gesicht mit großen Augen unter einer Decke hervorgucken, doch Lewis ist schon in der Küche, aber Großmutter sitz im Hängeschrank und ist für den Kleinen nicht zusehen. Im Keller nimmt eine Mumie reis aus, auch sie mag den Popo nicht abputzen. Im unheimlichen Keller versteckt sich Batman, auch er will nicht helfen. 
    So fragt Lewis immer wieder, wer ihm den Popo abputzen kann, doch alle verstecken sich und so schläft er am Ende wie Dornröschen ein, um dann wieder auf der Toilette zu sitzen als seine Mutter hereinkommt.
    Alle Bilder sind mit einem schwarzen Stift teilweise sehr düster gezeichnet, nur Lewis wird zusammen mit dem rosa Klopapier farbig dargestellt. Seine Fantasie malt ihm unheimliche Szenen aus, denn seine Mama ist wohl nicht schnell genug in der Toilette als sein Schrei durch die Wohnung hallt.
    So wird aus einer alltäglichen Szene eine fantasiereiche und spannende Geschichte, die in ungewöhnlichen Illustrationen dargestellt wird. Mit hat das Lesen und Anschauen viel Freude gemacht.

    Dagmar Mägdefrau

  • Otto fährt los – Eine Reise nach England

    Otto fährt los – Eine Reise nach England

    Stefanie Reich

    Madlen Ottenschläger

    arsEdition

    Leseempfehlung ab 4 Jahre

    Otto, so heißt der hell türkise Camper Van, der diesmal nach England reisen wird. Arthur, Freda und ihr Papa Martin tauchen bei Otto auf und er freut sich, dass ein neues Reise-Abenteuer beginnt.
    mehr oder weniger lesen
    Obwohl Otto etwas Angst hat durch den Eurotunnel nach England zu fahren, landen sie bald in London. Hier begegnet ihnen Sherlock Holmes, der einen Plätzchendieb sucht. Nachdem Tante Lissy und ihren Hund Daisy zugestiegen sind, sitzen am Abend alle zusammen am Feuer und singen „We all live in a super-otto-van“. Am nächsten Morgen geht es früh nach Stonehenge, hier können sie beobachten, wie die Sonne mystisch durch die Steinsäulen scheint. Weiter geht es nach Cornwall ans Meer, dort essen sie Fish and Chips und wir werden gefragt, welche englischen Worte wir kennen. Hinten im Buch gibt es dazu eine kleine Auswahl an Worten. Nach einem Regentag führt der Weg von Otto und seinen Menschen nach Tintagel Castle, hier erfahren wir einiges über König Arthus. Vor einem netten Cottage nehmen dann alle den 5 o´clock-Tee und erfahren einiges über Scones. 
    Eine tolle Reise, die Otto da macht, ich bin ganz neidisch und würde auch gerne diese Tour machen. Diese Buch verbindet das Abenteuer mit einem Camper Van unterwegs zu sein mit einem kindgerechten Reiseführer. Hinzu kommt noch die Fantasie, die benötigt wird, Otto sprechend und reagierend in die Reise einzubinden. So wird er zu einem fühlenden Wesen, der immer wieder spannende Ideen einbringt.
    Die schönen Illustrationen tragen dazu bei, uns die Sehenswürdigkeiten zu zeigen und an den Unternehmungen auf diese Weise teilnehmen zu können.
    Ich kann Ottos Reisen nur empfehlen, sie machen so viel Spaß und wir lernen so viel dabei.

    Dagmar Mägdefrau
  • Emil und die Bärin

    Emil und die Bärin

    Leonard Erlbruch

    Kunstmann

    Leseempfehlung 3 Jahre

    Das Cover zeigt Emil, den niedlichen Hund, der ganz fröhlich auf die Bärin zugeht. 
    Zusammen mit seiner Familie fährt Emil im Kombi in den Wald, da er sehr ängstlich ist, beschließt er nicht auszusteigen, sondern es sich unter der Decke bequem zu machen. Doch ein interessanter Geruch lockt ihn dann doch aus dem Wagen.
    mehr oder weniger lesen
    Leider fährt seine Familie weg, ohne zu überprüfen, ob Emil im Auto ist. Emil folgt verzweifelt der Spur und muss sogar allein im Wald übernachten. Doch dann trifft er auf die Bärin Gisela, die sich schon auf ihren Winterschlaf eingestellt hat. Trotzdem verbringt sie einige Zeit mit Emil und nimmt ihn dann mit ihn ihre Höhle. Im Laufe des Winters bekommt sie zwei Bärenkinder, denen sie gemeinsam mit Emil alles beibringt, was sie zum Überleben brauchen. So wird aus dem kleinen ängstlichen Emil ein selbstbewusster mutiger Hund, der sich dann auf den Weg zu seiner Familie macht. 
    Die wundervollen Naturbilder von den Tieren begeistern mich und sicher auch die Kinder. Dass dieser niedliche Hund sich dann so viel traut, macht uns selbst auch etwas mutiger, selbst wenn wir keine erfahrene Bärin an unserer Seite haben.
    Da Emil am Ende wieder zwischen seinen schlafenden Menschenkindern liegt, ist das Buch auch als Gute-Nacht-Geschichte zu lesen, aber das Wichtigste ist die Freundschaft sowohl zur Bärin und ihren Kinder als auch zu Emils menschlichen Familie. Ein zauberhaftes voller Wärme.

    Dagmar Mägdefrau
  • Amokalarm

    Amokalarm

    Uli Black

    BoD

    Autorenempfehlung ab 15 Jahre

    H.C., dessen Vorname nur aus diesen beiden Buchstaben besteht wird von seinen Lehrern nie so angesprochen, sondern immer mit seinem Nachnamen „Nachtnebel“. H.C. wird bald 16 und er ist ein durchschnittlicher Schüler nur in Mathe ist er ein Genie, so bezeichnet ihn auch sein Mathelehrer. 
    mehr oder weniger lesen
    Am liebsten spielt er Basketball mit einen Freunden Mateo, Julian und Linus, auch hier ist er sehr er ein echter Meister im Körbe werfen. Er hat keine Geschwister und seine Eltern kümmern sich vielleicht etwas zu sehr um ihn, denn H.C. hat vor einiger Zeit einen Zusammenbruch erlitten als sein großes Idol der Basketballer Kobe Bryant bei einem Helikopterunfall ums Leben kam. Inzwischen finden er beim Tragen des Trikots von Kobe Trost und er zieht sich dann damit ihn sein Zimmer zurück. 
    Die Geschichte wird aus der Sicht von H.C. erzählt, er lässt uns an seinen Ängsten und Hoffnungen teilhaben und so erfahren wir in kleinen Dosen, wie es dazu kommt, dass er die Lehrer in Raum 24 der Schule mit einer Bombe bedroht. Zunächst geht es um den normalen Schulalltag, um Basketball und die Mathestunde. Später um seine Gefühle für Keira und die neue Hoffnung, die er aus dieser Liebe schöpft.
    Besonders der Zusammenbruch aufgrund des plötzlichen Todes seinen Idols wurde sehr eindringlich beschrieben. Erst im letzten Teil erfuhren wir von der Intrige, des H.C. zu seiner Tat veranlasst hat, bis dahin berichtet er auf unterschiedlichen zeitlichen Ebenen vom Geschehen, das ist am Anfang etwas verwirrend, aber im Laufe der Geschichte entwirrt sich denn alles. Auch an die Jugendsprache musst ich mich erst gewöhnen und ich kann nicht beurteilen, wie identisch sie ist.
    Ein spannendes Buch über einen Jungen, der einen Verlust verarbeiten muss, seine erste Liebe erlebt und der aus seinem Erleben heraus eine schlimme Entscheidung trifft. Ungewöhnlich sensibel erzählt - mit Einblicken in eine verletzte junge Seele.

    Dagmar Mägdefrau
  • Nächste Woche, gleiche Zeit?    

    Nächste Woche, gleiche Zeit?    

    Marlene Droop

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Im Dunkeln fährt der mit Tieren voll besetzte Bus durch die Dunkelheit, am Steuer sitzt die Giraffe, ihr langer Hals schaut oben heraus.
    Aus einer ungewöhnlichen Perspektive schauen wir in den Bus, denn der Kopf der Giraffe ist von Innen gar nicht zu sehen, die Schildkröte ist etwas mit Kirschen mit einem Löffel, und ich kann euch verraten sie isst die ganze Zeit.
    mehr oder weniger lesen
    Im Hintergrund sind Hochhäuser zu sehen und dann geht es auf die Schnellstraße. Hier steigt das Krokodil ein, dass wir erstmal finden müssen. Mitten in der Stadt steigt das Schaf noch zu und dann „fahren sie hinein in die Dunkelheit.“ Beeindruckend, wie der Bus ganz klein am Rande des Blattes davonfährt und die große helle Stadt hinter sich lässt. Diesmal schauen wir aus Sicht der Giraffe aus dem Bus auf einen Bahnübergang. Und dann fallen die ersten Tropfen und der Regen nimmt den Freunden die Sicht. 
    Das Buch macht auf die Lichtverschmutzung in unseren Städten aufmerksam. Denn in den hellen Städten sind die Sterne nicht mehr gut zu erkennen. Deshalb fahren die Tiere aus der Stadt heraus, doch leider geht schon die Sonne auf, als sie wieder freie Sicht haben, deshalb verabreden sie sich am Ende für die nächste Woche.
    Ich bin beeindruckt, wie schön Marlene Droop bei ihren Illustrationen die Sichtweise ändert und wie lebendig dadurch die Zeichnungen trotz der Dunkelheit wirken. Eine Geschichte, die in kurzen Sätzen viel aussagt und die neugierig auf den Nachhimmel macht.

    Dagmar Mägdefrau


  • Der Regenbogenfisch – Zahlen    

    Der Regenbogenfisch – Zahlen    

    Marcus Pfillster

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Klein und quadratisch ist das Pappbilderbuch mit dem Regenbogenfisch, seine Schuppen glitzern so schön auf dem Cover.
    Grün ist die erste Doppelseite und sie zeigt eine Krabbe und die steht für die Nummer 1.
    Blau ist die nächste Seite auf dem sich zwei Wale begegnen. Drei orange Seepferdchn schweben durch das blaue Wasser und vier zart türkise Muscheln liegen auf dem Meeresgrund.
    mehr oder weniger lesen
    Fröhlich schwimmen fünf Delfine durchs grünliche Wasser. Die sechs Schnecken haben sehr schön gedrehte Häuser und so geht es weiter bis zu den zehn Fischen. Aber die letzte Seite bietet noch eine kleine Überraschung.
    Hier hilft und der Regenbogenfisch, den wir bereits aus vielen anderen Büchern kennen die Zahlen bis zehn kennen zu lernen. Nebenbei treffen wir auf viele Wassertiere, deren Namen und Aussehen wir ebenfalls kennenlernen. Der Text ist minimal und die Illustrationen sind zwar einfach gehalten und zeigen doch die Tiere ganz genau in ihrem Lebensraum.

    Dagmar Mägdefrau

  • Knallharte Steinzeit – Kleines Mammut, große Gefahr – Band 1

    Knallharte Steinzeit – Kleines Mammut, große Gefahr – Band 1

    Rüdiger Bertram

    Saskia Gaymann

    cbj

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Neben dem kleinen Zwergwollmammut-Baby sehen wir Krähe und Wolf. Die beiden dürften eigentlich nicht zusammen unterwegs sein, denn Krähes Mutter ist die Erfinderin des Rades und damit die Chefin des Herstellungsbetriebes, wohingegen Wolfs Vater nur die Räder herstellt. Deshalb wollen beide nicht zusammenspielen. 
    mehr oder weniger lesen
    Aber wie wir sehen, sind sie wieder zusammen unterwegs. Auch Krähe ist eine kleine Erfinderin und gleich zu beginn der Geschichte erfindet sie einen Fußball aus Blättern, denn der Steinfußball bewährt sich nicht. Doch als sie dann einen kleinen Mammut finden müssen sie überlegen, wie sie ihn vor den Jägern schützen können. Gut wäre es den kleinen mit Milch zu füttern, doch er mag gerne Blätter essen, was dazu führt, dass er pupsen muss, was sehr stinkt. 
    Ich bin ja keine Freundin dieser ständigen Pupserei in Kinderbüchern, hier ist aber die Dramatik der Handlung davon abhängig. Trotzdem würde es mich freuen, wenn sich die Autor*innen mal was anderes einfallen ließen. Aber auch Wolf, der sehr schön zeichnen kann, bringt sein Talent neben Krähes Erfindungsgeist in die Geschichte ein.
    Ein ganz wichtiges Thema ist die Freundschaft zwischen den beiden Kindern und ihre gemeinsames Kümmern zur Rettung des Mammuts. Sehr gut gefällt mir, dass später alle Steinzeitmenschen zusammenhalten und den dummen Jäger davon abhalten den kleinen Mammut zu töten.
    Im Nachwort erklärt Rüdiger Bertram, dass diese Geschichte nicht authentisch die Steinzeit widerspiegelt, aber mir gefällt diese kleine Geschichte, die voller witziger Ideen und Anspielungen ist, sehr gut. Dazu beigetragen haben aber auch die Cartoon artigen Illustrationen der Figuren und die kleinen Bilder, die die Geschichte auflockern.

    Dagmar Mägdefrau

  • Mira #sommerhaus #geister #livasgeheimnis

    Mira #sommerhaus #geister #livasgeheimnis

    Sabine Lemire

    Rasmus Bregnhøi

    Aus dem Dänischen von Franziska Gehm

    Klett Kinderbuch

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Comicartig wird der Sommer von Mira erzählt, sie berichtet uns ganz genau, was geschah. Aber vielleicht erzählt sie das auch nur ihrem Tagebuch?
    Noch vor den Ferien erfährt Mira, zufällig, dass ihre beste Freundin Liva, mit der sie auch auf dem Cover zu sehen ist und die gleich nebenan auf dem Hausboot wohnt, gemobbt wird.
    mehr oder weniger lesen
    Da Liva auf eine andere Schule geht, kann Mira ihr dort nicht beistehen und ihre Mutter bemüht sich, dass Liva in Miras Klasse kommt, was ihr im nächsten Schuljahr auch gelingt. Zu Angang des Buches werden einige Protagonisten vorgestellt und so erfahren wir, dass Miras Eltern getrennt sind und ihr Vater eine neue Frau hat. Deshalb hat Mira zwei Halbgeschwister. Mit dieser Familie reist sie in der zweiten Ferienhälfte nach Salinen. Aber zunächst geht es mit Mama und ihre sehr sympathischen Freund in dessen Ferienhaus. Hier darf Mira sogar eine Übernachtungsparty feiern. 
    Mira hat schon ein ungewöhnliches Leben, sie lebt auf einen Hausboot und hat zwei nette Elternteile und viele Freund*innen. Besonders gut versteht sie sich mit Liva, die sie nach Kräften unterstützt. Insofern ist Mira eine tolle Freundin. Viel Themen werden in diesem Buch angeschnitten, so gibt es eine Geisterbeschwörung, die nur dem Grusel dient. Mira findet, dass die Menschen am Strand ist nicht nackt zeigen sollten. Ein wichtiges Thema ist natürlich, dass ihre Freundin wegen ihrer Hautfarbe und ihres Aussehens gemobbt wird. Hier ist die Lösung ein Schulwechsel mit der Bemerkung, dass die Lehrer in der alten Schule da nicht so ernst nahmen. Ich hätte mir eine andere Lösung gewünscht.

    Dagmar Mägdefrau
  • Alle rennen, rasen, sausen!

    Alle rennen, rasen, sausen!

    Gundi Hergert

    Heike Herold

    Peter Hammer Verlag

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Ich liebe gereimte Pappbilderbücher und das tun die meisten Kinder auch. Hier gibt es ein Wettrennen der Tiere, auf dem Cover stehen alle an der Startlinie.
    „Wer am schnellsten ist, gewinnt!“
    „Alle starten, rennen, rasen. Alle Tiere? Nein! Eins…“ Diesen Text lesen wir auf jeder zweiten Seite, allerdings mit kleine Veränderungen, damit sich der Text auf der nächsten Seite reimt, wie hier am Anfang wo der Text weitergeht mit „…fängt lieber Seifenblasen.“
    mehr oder weniger lesen
    Und wir sehen eine Nashorn, das nach denn Seifenblasen greift. Von den anderen Tieren sehen wir nur einzelne Körperteile in einer Riesenwolke. Am Hot Dog Stand sehen wir den Hund, der lieber heiße Würstchen kauft. Und so verabschieden sich nach und nach die Tiere, nur die Hasen halten bis zum Schluss durch und erleben eine Überraschung.
    Wunderschöne kurze Reime mit vielen Wiederholungen, das lieben alle Kinder und ich genieße es vorzulesen. Ein Buch, das sicher ein Renner in unserer Bücherkiste wird.

    Dagmar Mägdefrau

  • Glückwunsch, Bär

    Glückwunsch, Bär

    Susanne Straßer

    Peter Hammer Verlag

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Das kleine quadratische Bilderbuch zeigt auf dem Cober den Bär, denn er feiert heute Geburtstag. Im Arm hält er einen Schwimmreifen, den Schenkt ihm das Krokodil. „Oh…Danke, liebes Krokodil!“ versucht der Bär seine Enttäuschung zu überspielen, und er findet noch, das so ein Schwimmreife in keinem Haushalt fehlen sollte. 
    mehr oder weniger lesen
    Nach dem nächsten „Ding dong!“ kommt die Gans, sie schenkt Bär einen Wecker, den kann er gut gebrauchen, wenn seiner kaputt geht. Nach und nach kommen alle seine Tierfreunde und jeder bringt ihm ein Geschenk, aber keiner erfüllt seinen Wunsch. Bis dann die Maus kommt und ein winziges Fahrrad mitbringt. Der Bär ist wirklich gut darin nicht enttäuscht zu wirken und so bekommt er am Ende seine Überraschung.
    Die Tiere haben den Bär wohl ganz schön gefoppt und ihm praktische Sachen mitgebracht. Und wer von uns kennt solche Geschenke nicht. Und Hut ab, der Bär hat sich seine Enttäuschung nicht anmerken lassen und wurde am Ende dafür belohnt.
    Ein witziges Buch mit vielen tollen Bilder und sich wiederholenden Texten und Szenen, was die Kinder ja ganz besonders lieben. Ein tolles Buch, nicht nur am Geburtstag.

    Dagmar Mägdefrau
  • Kleiner Pinguin bald bist du groß!

    Kleiner Pinguin bald bist du groß!

    Isabel Müller

    Gerstenberg

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Der kleine Pinguin sitzt auf den Füßen seines Vater und beide stupsen sich mit den Schnäbeln an. Irgendwie wirkt dieses Bild auf mich so liebevoll und voller Vertrauen.
    Zunächst geht es in die Antarktis zu den großen Kaiserpinguinen.
    mehr oder weniger lesen
    Wieder sehen wir Pinguinküken auf den Füßen ihrer Väter. Die Pinguinmamas watscheln und schlittern bald über das Eis. Sie haben im Meer nach Futter gesucht und füttern nun ihre Kleinen. 
    Bald wagen sich die Kleinen auch aufs Eis, doch wenn ihre Eltern unterwegs sind, stehen sie die Küken dicht gedrängt zusammen, um sich zu wärmen. Dann ist es so weit und die Kleinen springen ins Wasser, hier fühlen sie sich gleich wohl. Bald sind die Jungen erwachsen und so kümmern sie sich selbst um ihre Eier und die Jungen. So schließt sich der Kreis.
    Die niedlichen Küken sind so schön gezeichnet und es ist eine Wonne sich die Tiere anzuschauen. Der Text ist nicht sehr lang und gut verständlich geschrieben, aber die Illustrationen stellen alles anders in den Hintergrund. Ein beindruckendes Sachbilderbuch für kleine Naturliebhaben. Gerade Pinguine faszinieren die Kinder immer wieder, deshalb wird sie dieses Bilderbuch begeistern.

    Dagmar Mägdefrau


  • Ein Jahr mit den Möwen

    Ein Jahr mit den Möwen

    Thomas Müller

    Gerstenberg

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Ein ganzen Jahr im Leben einer Möwe wird in diesem realistische wunderbar illustrierten Sachbilderbuch aufgezeichnet. Zunächst sehen wir den schroffen Felsen, auf dem die Möwen brüten. Dann gehen wir näher heran und schauen auf die Nester. 
    mehr oder weniger lesen
    Schnell findet die Möwen ihr Männchen und bald liegen Eier im Nest. Schon reißen die Kleinen ihre Schnäbel auf und werden von ihren Eltern gefüttert. Bald machen sie schon ihre ersten Flugübungen und fliegen dann aufs Meer hinaus, um sich selbst Futter zu suchen. In der Weite erlebt die junge Möwe, was Freiheit bedeutet. Auch wir können auf einer Doppelseite die Weite des Meeres nahempfinden und wir verfolgen die Möwe, die dort allein unterwegs ist. Ein Unwetter lässt uns um die Möwe bangen, doch sie kann sich auf einem Kutter retten. 
    Die Texte sind kurzgehalten und die beeindruckenden Illustrationen zeigen uns den Lebensraum der Möwen sehr genau. Ein Sachbilderbuch, dass schon kleinen Kindern zeigt, wie sich Möwen in ihrem Lebensraum bewegen und welche Gefahren sie bestehen müssen.

    Dagmar Mägdefau