• Chamäleonrot  

    Chamäleonrot  

    Johanna Klement

    Dorothea Blankenhagen

    Knesebeck

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Aus der Pfütze schaut ein rotes Chamäleon auf das Mädchen, das mit einem Pflaster auf dem Knie vor der Pfütze hockt.
    Dieses Mädchen erzählt uns von sich und von ihrer Verbundenheit zu den Chamäleons. Sie übt mit ihrer Zunge zu rollen und kann Brausepulver blitzschnell schnappen. Auch wenn sie mit ihren Augen nicht in unterschiedliche Richtungen schauen kann, beobachtet sie doch genau.
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    Allerdings kann sie nicht die Farbe wechseln, außer zu Rot, dabei wünscht sie sich so sehr, dass sie sich tarnen könnte und sie der Kellner im Lokal nicht fragen würde, ob es geschmeckt hat. Sie redet nicht gerne mit anderen Menschen, weil sie so schüchtern ist. Nachdem Mama und das Mädchen in ein großes Haus gezogen sind, wollen sie sich gemeinsam allen Nachbarn vorstellen. Erst als sie bei einem alten Herrn klingeln, der ein Terrarium mit einem Chamäleon besitzt, überwindet sie ihre Schüchternheit.
    Auf dem Vorsatz sind verschiedene Chamäleonarten abgebildet und wir erfahren eine Menge über diese faszinierenden Tiere. Aber im Mittelpunkt der Geschichte steht das schüchterne Mädchen, dass uns an ihren Gefühlen teilhaben lässt. Unterstützt durch Illustrationen, die das Mädchen, wenn sie lieber unsichtbar wäre, nur mit einem weißen Umriss abbildet und die aus ungewöhnlichen Perspektiven gezeichnet sind. Der Text ist nicht zu lang, kann aber sehr schön beschreiben, wie sich das Kind fühlt. Am Ende des Buches wird sie aber ein klein wenig mutiger, weil der nette Nachbar ihre die Freundschaft zu seinem Chamäleon anbietet. Ich konnte gut mit dem Mädchen fühlen, denn auch wenn es heute keiner mehr für möglich hält, so war auch ich einmal ein schüchternes Mädchen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Das Land wo die Eiscreme wächst     

    Das Land wo die Eiscreme wächst     

    Fulvio Testa

    Anthony Burgess

    Deutsch von Ludger Tolsdorf

    Elsinor

    Leseempfehlung ab 4 Jahre

    Zwei Jungs stehen in der Eisdiele und zeigen auf ein Bild, das weiße Berge zeigt. So ist es auf dem Cover zu sehen. 
    Das Buch beginnt dann auch gleich mit einem Bergpanorama, diesmal sind die Berge bunt und haben Namen wie Lutschiama oder Vanillegipfel.
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    „Jakob, Tom und ich waren zum Essen ausgegangen“ als am Nachbartisch ein Mann die Frage der Bedienung, ob er Eis wolle mit „Nie wieder will ich Eiscreme auch nur sehen.“ beantwortetet. So erfuhren die drei vom Land, in dem die Eiscreme wächst. Mit dem Zeppelin geht es dort hin, schon von oben sind Rieseneishörnchen zu sehen. Nach dem Aussteigen kosten sie das Eis des Bodens und machen Fotos mit den Rieseneishörnchen. Sie machen sich Gedanken, wer wohl so große Eis essen kann, und sie finden vor einer Höhle leere Waffeln. Da taucht eine Art Bär mit Löffeln auf und sie gehen schnell weiter. 
    Auf jeder zweiten Seite steht ein kurzer Textblock und daneben gibt es sehr fantasievolle Landschaftsbilder. Die Überschriften lauten Mampftag, Eisdielentag oder Gemischtwoch und haben einen witzigen Bezug auf die Wochentage. Auf der letzten Seite taucht wieder die Eisdiele vom Cover auf und dort finden wir die drei als Kinder wieder. So wird alles zu einer kreativen fantastischen Geschichte. Ein wenig unheimlich waren die Eisriesen, die damit drohten, auch die drei Forscher zu essen, allerdings erst später. Das galt dem Enkel zu erklären.
    Ein ungewöhnliches Buch, das betrifft sowohl den Text als auch die Bilder. Mich hat es sehr angesprochen und ich bin gespannt auf die Reaktion der Kinder, wobei ich denke, dass eher Grundschulkinder richtig begeistert sein werden.

    Dagmar Mägdefrau
  • Papa    

    Papa    

    Christian Robinson

    Aus dem Englischen von Katharina Naumann

    Von Hacht Verlag

    Leseempfehlung ab 4 Jahre


    Recht einfach kommt das Cover mit dem weißen Hintergrund und dem Pinguinpapa mit Kind daher. Allerdings glänzt alles wunderschön lackiert und fällt dadurch auf.
    Zunächst werden unterschiedliche Tierväter vorgestellt. Die erste Doppelseite zeigt einen Gorilla mit seinem Kind, zu lesen ist „Papa ist stark“, danach liegen die Jungen beim Fuchs „Papa ist lieb“ seht daneben.
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    Der graue Gibbon hat sich von seinem Jungen abgewandt, der die Pfote nach ihm ausstreckt und „Papa lässt dich manchmal im Stich“ lautet der Text. Nach dem Wolf, der „eine Geschichte erzählt“ wechseln die Bilder und es werden Menschen gezeigt. „Papa wischt die Tränen ab“ zeigt einen Vater im Rollstuhl, der seinen mit dem Rad gestürzten Jungen tröstet. Danach träumt Papa vom größer werden des Kindes. Zum Schluss gibt es einen Sachtext zu den Tierpapas. Da lesen wir beim Gibbon, dass er sich noch mehr um die Kinder kümmert als die Mütter. 
    Das Buch zeigt sehr zärtliche Bilder, die die Nähe der Väter zu ihren Jungen abbilden. Sie beschränken sich ebenfalls wie die kurzen Sätze auf das Wesentliche. Obwohl mir die Aussage klar ist, fehlt mir ein wenig der rote Faden und eine Aussage. Wie ich am Beispiel des Gibbon beschrieben habe, finde ich eine solche Aussage beunruhigend, auch wenn sie durch die anderen aufgehoben wird.

    Dagmar Mägdefrau

  • Die verrückteste Mondrakete der Welt      

    Die verrückteste Mondrakete der Welt      

    Sven Maria Schröder

    Fischer-Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Das Cover zeigt eine Rakete mit sehr vielen eingebauten (angeklebten) Dingen, die nicht unbedingt zum Rakentenbausatz gehören. Im Vorsatz erfahren wir einiges über Mondmüll und Weltraumschrott, für beides sind wir Menschen verantwortlich. 
    Dann lernen wir die Hasen Klara und Hansi kennen, die in der Stadt Müll aufsammeln, als sie bei Bruno ankommen, zeigt der ihnen seine Rakete, die dann versehentlich gezündet wird.
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    Schnell landen die drei auf dem Mond und sammeln, gekleidet in ihre Raumanzüge, den Müll ein. Erstaunliche Dinge tauchen dabei auf, doch dann wir ihnen klar, dass sie keine Antrieb haben, um wieder zurückzufliegen. Zum Glück treffen sie auf Aliens, denen sie helfen können und die sie dann unterstützen. 
    Bisher haben wir uns wenig Gedanken um den Müll gemacht, der im Weltraum unterwegs ist und sicher wird es aufgrund der neu entfachten Weltraum-Euphorie noch mehr geben. Hier erleben wir, dass die Hasen helfen und ihnen geholfen wird, zudem erfahren wir einiges über die Problematik der Weltraumfahrten. Die Bilder sind sehr gelungen und es gibt eine ganze Menge zu entdecken. Der gereimte Text holpert manchmal etwas, zeigt aber insgesamt viel Humor. Das realistische Problem der Verschmutzung des Weltalls steht hier im krassen Gegensatz zur kurzen Reise zum Mond ohne jede Vorbereitung und dem Weltraumkleber, der ein echter Superkleber ist.

    Dagmar Mägdefrau

  • Lieselotte lauert

    Lieselotte lauert

    Alexander Steffensmeier

    Fischer-Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Die Kuh Lieselotte feiert ihren 20 Geburtstag als Buchreihe und ich kenne sie als sehr gute Freundin und Unterstützerin des Postboten. Aber in diesem Bilderbuch aus dem Jahr 2006  lauert sie jeden Morgen dem Postboten auf, um ihn zu erschrecken. Das Bild mit der laut muhenden Kuh und dem Postboten, dem vor Schreck fast die Brille vom Kopf fällt, ist einfach herrlich. 
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    Die Bäuerin ist inzwischen genervt von den vielen kaputten Sachen, die in den Paketen bei ihr ankommen. Auch hier ein witziges Bild mit all dem geflickten Porzellan auf ihrem Tisch. Während sich Lieselotte immer wieder neue Verstecke aussucht, hat der Postbote schon Albträume von der Kuh. Ich verrate nicht, wie es weitergeht, aber wir wissen ja, dass die beiden sich vertragen werden. 
    Ein gelungenes Jubiläumsbuch von Alexander Steffensmeier, das nicht nur eingeschworene Lieselotte-Fans begeistern wird.

    Dagmar Mägdefrau
  • Alle meine Mäuse – Mein erstes Buch vom Geld

    Alle meine Mäuse – Mein erstes Buch vom Geld

    Monise Junyent

    Lucia Serrano

    Übersetzt von Christine Steen

    Rotfuchs

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Dieses Pappbilderbuch wendet sich schon an Vierjährige und mir gefällt es sehr gut, dass sie hier leicht verständlich etwas über Geld erfahren. Zunächst lernen wir die Mäusegeschwister Mo und Netti kennen. Netti bleibt immer ganz ruhig und dann folgt ihre Idee.
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     Mama hat heute Geburtstag und die beiden haben kein Geschenk. Aber im Hutladen gibt es einen Strohhut mit einer roten Blume. Seinen Preis können wir unter einer Klappe sehen. Leider haben die beiden kein Geld, aber Netti weiß, dass die Bank Geld hat. Aber Frau Pinke-Pinke lehnt es ab ihnen Geld zu geben und wenn wir die Karte in den Geldautomaten stecken, sehen wir, dass der Kontostand bei 0 ist. Auf dem Markt bietet ihnen das Huhn an Eier einzusortieren. Wenn wir den Eierkarton öffnen, sehen wir den Preis. Auf der nächsten Seite gibt es einen Umschlag, in dem das verdiente Geld ist. Das wandert auf der nächsten Seite in die Kasse, allerdings bleibt etwas übrig, das kann ins Sparschwein, das wir zusammenbasteln können. 
    Die Geschichte ist kindgerecht erzählt und das Buch wurde sehr aufwendig hergestellt. Neben Dingen wie den Geldautomat, wo man eine Karte bewegen kann, gibt es auch noch rote Button in denen kleine Aufgaben stehen, die die Kinder erledigen können. Eine wunderbare Idee, die hier sehr gut umgesetzt wurde und die schon kleinen Kindern zeigt, wozu wir Geld benötigen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der Ballkönig – Ein Fußballmärchen

    Der Ballkönig – Ein Fußballmärchen

    Chris Becker

    Dan Taylor

    Aus dem Englischen von Oliver Schlick

    annette betz

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir zwei Fußballspieler, einer mit Krone, das ist Prinz Ollie. Der andere ist Leo, der Junge, der, wie Aschenputtel, die ganze Hausarbeit machen muss, während seine beiden Brüder Fußball spielen. Auch Leo möchte gerne Fußball spielen und er ist erfindungsreich genug, sein Training in die Hausarbeit zu integrieren.  
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    Dann bekommt er eine Einladung zu einem Fußballspiel. Aber seine gemeinen Brüder lachen nur über ihn und lassen ihn mit dem dreckigen Geschirr zu Hause. Aber dann kommt die Magie und Leo kann am Spiel teilnehmen und schießt das entscheidende Tor. Dabei verliert er überraschenderweise seinen silbernen Fußballschuh. So sucht am nächsten Tag Prinz Ollie nach dem Träger dieses verlorenen Schuhs. Dieses Märchen erzählt König Leo seinem Sohn, den er gemeinsam mit König Ollie ins Bett bringt.
    Eine witzige neue Geschichte um das Aschenputtel-Thema. Das Thema Fußball wird dabei in den Mittelpunkt gestellt und so ganz nebenbei und selbstverständlich gibt es noch ein queeres Elternpaar. Die Illustrationen sind sehr großformatig und bunt. Ein zauberhaftes Märchen, das wohl auch Jungen gefallen wird.

    Dagmar Mägdefrau
  • Schluss. Aus. Basta!   

    Schluss. Aus. Basta!   

    Nina Wehrle

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Schönsten Deutschen Bücher 2026 – Stiftung Buchkunst

    Das Format dieses Bilderbuches ist schon besonders: Es kommt ganz schmal und hoch daher und zeigt drei Hunde und oben im Baum ein Eichhörnchen.
    Da sitzen die drei Hunde hintereinander und fordern das Eichhörnchen, das auf einem Ast relaxt, auf, mit ihnen zu spielen.
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    Während es sich zwei der Hunde am Boden gemütlich machen, streckt sich einer am Stamm hoch, „Jetzt komm schon…“ Dann machen zwei Hunde ein Würstchen, was sicher alle Kinder erfreuen wird, und versuchen damit, das Eichhörnchen zu zwingen herunterzukommen. Jetzt ist das Eichhörnchen erbost und „schießt“ mit Nüssen. „Entweder du spielst mit uns oder wir finden dein Nuss-Versteck.“ drohen die Hunde und buddeln schon los. Erstaunlich, was sie alles dort finden, doch das Eichhörnchen lockt sie von seinen Schätzen weg. So geht es immer weiter mit Drohungen und Erpressungen, bis die Hundebesitzer*innen auftauchen. 
    Wer kennt sie nicht die Sprüche, die mit „Entweder“ beginnen und mit einer Drohung oder einem Versprechen enden? Hier geht es lustig zwischen den Tieren hin und her. Die Illustrationen sind geprägt von den hohen schlanken Baumstämme und dem grellen Grün. Die Texte sind sehr kurz und sie werden durch Geräusche ergänzt. Ein ungewöhnliches Buch mit viel Humor.

    Dagmar Mägdefrau
  • Boah, was für ein Fahrrad

    Boah, was für ein Fahrrad

    Caspar David Engstfeld

    Ankerwechsel

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Welches Kind wünscht sich nicht ein tolles Fahrrad, alle meine Enkel fahren gerne Rad. Aber hier macht sich Loki auf den Weg, sich ein eigenes Fahrrad zusammenzustellen. Sie besucht Leute, die ungewöhnliche Dinge mit ihren Rädern gemacht haben. Das erste Rad macht Musik und es sind viele Boxen darauf installiert. 
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    Eine Dame führt einen ganzen Flohmarkt auf ihrem Rad mit sich. Es finden auch viele Pflanzen und sogar Sportgeräte auf einem Rad Platz. Drei Mäuse haben ihr Fahrrad künstlerisch gestaltet und einen Sticker dazu erstellt, der dem Buch beiliegt. Witzig ist auch das Camper-Fahrrad mit Zelt. 
    Am Ende baut Loki ihr Rad und sie nutzt dazu all die Dinge, die sie von den anderen bekommen hat, dabei.
    Das Ungewöhnliche an dem Buch ist der Aufbau der Seiten, in der Mitte sehen wir das Rad mit dem Fahrer oder der Fahrerin. Oben gibt es eine beschreibende Überschrift und der Text steht rund um das Blatt und ist entgegen dem Uhrzeigersinn zu lesen. Er steht in Kästchen und wird von kleinen Illustrationen unterbrochen.
    Ein sehr farbiges Buch, in dem sicher nicht alles sofort gesehen wird und das Lust auf ein ungewöhnliches Fahrrad macht, so wie Loki es sich gebaut hat. Ich habe zwar kein Rad, aber ich hatte einen Riesenspaß beim Lesen und Anschauen dieses ungewöhnlichen Buches.

    Dagmar Mägdefrau
  • Der Alleinstein

    Der Alleinstein

    Hilde Biedermann

    Ankerwechsel

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir die gelbe dicke Raupe Waldi und sie hat einen dunklen Stein auf dem Rücken, der bunte Stellen einschließt.
    Um den Stein geht es in dem Buch, es ist der Alleinstein, der über eine lange Zeit gewachsen ist. Er zeigt die unterschiedlichsten Gefühle, die Waldi erlebt. Aber Waldi möchte mehr erfahren und er weiß, dass er durch Reisen viel erfährt.
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    So kommt er zunächst zur Eule Pi, die einen Weinstein unter dem Flügel trägt, der ihn sehr traurig macht. Bald erkennen die beiden, dass dieser rote Stein auch in Waldis Stein vorkommt. Der Maulwurf Hugo hingegen trägt seinen Kleinstein auf der Nase. Er fühlt sich dem entsprechend klein. 
    Der Text ist in handgeschriebenen Druckbuchstaben gedruckt und sehr dynamisch. Es gibt Vermerke und Fragen an die Lesenden, dadurch ist das Lesen nicht ganz einfach, aber sehr spannend und vielfältig. Mir hat es auf jeden Fall viel Freude gemacht zu erleben wie die unterschiedlichen Gefühle hier in Form von Steinen, zu denen die Autorin ein besonderes Verhältnis hat, plastisch dargestellt werden. Auch die kunstvollen Illustrationen sind ungewöhnlich, manchmal kleinformatig und dunkel, manchmal groß und bunt. Es gibt viel zu entdecken und ich habe mir dabei Gedanken über die Gefühle gemacht. Zwischen zwei Seiten gibt es transparente Seiten, die ebenfalls bemalt wurden. Das ist noch einmal etwas Besonderes. Ein wundervolles Bilderbuch über Gefühle, die man hier erkennen und benennen kann, denn es ist wichtig über Traurigkeit in ihren unterschiedlichen Facetten zu sprechen. So hilft auch in der Geschichte Freundschaft, die Schwere der Steine zu verringern.

    Dagmar Mägdefrau

  • George & Lenny sind immer zusammen  

    George & Lenny sind immer zusammen  

    Jon Agee

    Aus dem Englischen von Stefanie Böhm

    Knesebeck

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Auf dem gelben Skatboard sausen die Freunde über das weiße Cover. Die beiden sind immer zusammen und darüber unterhalten sie sich auf dem Spielplatz, während sie rutschen und schaukeln. Doch dann möchte Lenny, die kleine graue Maus, unbedingt das Alleinsein ausprobieren.
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    Zunächst versteht George das nicht und will ihn auch dorthin begleiten, aber dann verschwindet Kenny in einer kleinen Hütte und dort macht er vieles allein, doch irgendwie ist George immer bei ihm, so malt er ihn. Am Ende sind beide froh, wieder zusammen zu sein.
    Die Geschichte wird mit viel Humor und einfachen Zeichnungen erzählt und sie zeigt, wie wichtig Freundschaft für uns alle ist.

    Dagmar Mägdefrau


  • Obacht!

    Obacht!

    Kerstin Hau

    Stella Dreis

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Beste 7, Deutschlandfunk, März 2026

    dPICTUS 100 Outstanding Picturebooks 2026

    Fit für die Zukunft – Mai 2026


    Ein riesige dunkle Tatze schaut unter einer orangen Decke hervor, daneben sehen wir die Protagonisten dieses Bilderbuches. Gleich am Anfang lernen wir sie kennen: Den Wimpf, den Wompf, Timpa-Ma und Timpe-Pa, die in einem Haus wohnen und Mienchen, die nebenan wohnt.
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    „Obacht“ schreit der Wimpf, denn er entdeckt das RIESIGE Tier, das vor der Stadt liegt. Timpe-Pa legt die orange Decke über das Tier und schon ist es nicht mehr zu sehen. „Mienchen gefällt das gar nicht.“, aber sie wird ja nicht gefragt. So wird dann eine Brücke gebaut und eine Straße verlegt. Doch das alles ist nicht die Lösung. Erst als Mienchen mit dem Tier freundlich spricht, liegt die Lösung auf der Hand.
    Ungewöhnliche winzige Menschlein mit ausgefallenen Namen wurden hier geschaffen und sie sind festgefahren in ihren Aussagen, die sie immer wiederholen. Das Fremde, bedrohlich Wirkende wird ausgeblendet und umgangen, statt sich damit auseinanderzusetzen und es anzusprechen. Nur Mienchens Sichtweise stellt sich als Lösung heraus und sie wird am Ende gefeiert. „Deine Worte haben etwas SO Großes bewegt!“
    Ein Bilderbuch mit vielen Diskussionsansätzen, das sich schön vorlesen und anschauen lässt, denn die Illustrationen sind aus ungewöhnlichen Perspektiven erstellt und voller poetischer Fantasie.

    Dagmar Mägdefrau



  • Du bist immer bei mir

    Du bist immer bei mir

    Laura Romanazzi

    Kate Herbert

    Aus dem Englischen von Bettina Obrecht

    Knesebeck

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Auf dem Cover sehe ich ein Tier, das ich nicht genau zuordnen kann, aber hinten auf dem Buch wird mir gesagt, dass es ein kleiner Otter ist. Auf seiner Hand sitzt eine Libelle. Die sehen wir sehr groß auf der ersten Doppelseite. „Du hast mich zum Lachen gebracht und mir immer Süßigkeiten geschenkt.“ meint der Otter.
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    Aber dann ist sie nicht mehr da und alle Otter trauern. Aber der kleine Otter kann das und die Erklärungen nicht verstehen, seine Trauer wird immer größer und er vermisst die Libelle. Doch dann hört er unter einer Tanne sitzend den vermissten Freund in der Natur „Du bist die Ruhe, die ich in mir spüre, wenn ich aufgeregt bin.“  Und er versteht, was die Großen gemeint haben und fühlt sich getröstet.
    Ich muss zugeben, dass mich dieses Bilderbuch weder mit den Illustrationen noch mit der Handlung überzeugt. Warum ist der Freund eine Libelle, wenn die Süßigkeiten verschenkt und in einem Sessel sitzt? Der kleine Otter trägt einen gelben Umhang mit Kapuze, auch die andern Otter sind im Gegensatz zur Libelle bekleidet. Warum bei dem Otter dann plötzlich die Erkenntnis aufkommt, z.B. im Regenbogen den Vermissten zu erkennen, wird nicht erklärt.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der unerwünschte Gast     

    Der unerwünschte Gast     

    Hendrikje Balsmeyer

    Anuki López

    arsEdition

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    „Ein Geschichte über Zöliakie“ heißt der Untertitel und wir sehen eine nette Dame, die bei Lou anschellt.
    Leider gibt es immer mehr Menschen, auch Kinder, die unter dieser Autoimmunerkrankung leiden und kein Gluten vertragen.
    Lou lebt mit Mama, Papa und ihrem kleinen Bruder Nikki zusammen, die Geschwister mögen beide gerne Gummibärchen, deshalb versteckt sie Lou in der Toilettenpapierrolle.
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    Lou hat oft Bauchschmerzen und ihre Beine tun ihr weh, außerdem ist sie oft schon früh müde. Deshalb geht sie mit ihren Eltern zur Kinderärztin, die ihr Blut abnimmt. Ein Ergebnis gibt es noch nicht, aber als Lou mit ihren Eltern Memorie spielt, schellt eine Frau an, die mit drei Koffern anreist und die für immer bleiben will. Ihr Name ist Zöliakie und sie sortiert alle Lebensmittel aus, die Lou nicht mehr essen darf. Sie erklärt ihr, dass sie den Kleister in manchen Lebensmittel nicht verträgt. Lou findet sie lästig und aufdringlich, erst ihr kleiner Bruder weist sie darauf hin, dass sie ihre gesundheitlichen Probleme los ist, weit Frau Zöliakie sich um sie kümmert.
    Die Illustrationen im Buch sind sehr großformatig und sie zeigen sehr genau, wie Lou ihre Ernährung umstellt. Der Text ist schon etwas länger, erklärt aber sehr verständlich und kindgerecht diese Krankheit, die nicht heilbar ist, die aber durch konsequente Vermeidung vom Gluten verhindert wird.
    Das Buch klärt nicht nur Betroffene auf, sondern es zeigt auch allen anderen, wie genau man es mit der Ernährung nehmen muss.

    Dagmar Mägdefrau

  • Sigismund lernt brüten

    Sigismund lernt brüten

    Bettina Wagner

    Bettina Tischler

    Verlag Margarete Tischler

    Leseempfehlung ab 4 Jahre

    Kräftig krähend sehen wir Sigismund auf dem Cover, dann werden die drei Hühner vorgestellt. Doris, Rosemarie und Adelheit leiden sehr unter diesem lauten Krähen, das über den Hof schallt. Adelheit platzt der Kopf, Doris und Rosemarie sorgen sich um Küken und Eier. Und dann fordert Sigismund die Damen noch auf, ihn auf seinem Kontrollgang über den Hof zu begleiten. 
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    Stolz schreitet er voran, gefolgt von den Hühner und den Küken. Aber zu den Kühen muss die Gruppe eine Straße überqueren und als es auf dem Rückweg zu einem Unfall kommt bei dem Rosemarie verletzt wird, fordert Adelheit, dass Sigismund die Eier ausbrühten soll.
    Trotz aller Tragik eine witzige Geschichte, die zeigt, dass auch solche Machos wie dieser Hahn klein beigeben bei so viel Frauenpower. So kommt es, dass Sigismund Carearbeit leisten muss, „es wird höchste Zeit, dass auch mal ein Hahn brütet.“
    Die Illustrationen muten ein wenig naiv an, was, wie ich finde, gut zum Bauernhof passt. Der Text ist recht kurz und gut verständlich und mit einem Augenzwinkern geschrieben. Mir gefallen die emanzipierten Hennen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Konrad Kröterich und die Suche nach der allerleckersten Mahlzeit – Band 2    

    Konrad Kröterich und die Suche nach der allerleckersten Mahlzeit – Band 2    

    Oren Lavie

    Anke Kuhl

    Aus dem Englischen von Mathias Jeschke

    Fischer-Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Nachdem Konrad Kröterich schon nach der allerschönsten Umarmung gesucht hat, macht er sich nun auf die Suche nach der allerleckersten Mahlzeit. Auf dem Cover sehen wir ihn am Tisch sitzen und sich die Lippen (heißen die so bei einer Kröte?) leckend auf das Essen warten. Neben ihm sehen wir seinen Freund Freddie, eine Fliege.
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    Ja, das ist wirklich eine ungewöhnliche Freundschaft und Konrad tut sich nicht leicht, weil er immer wieder Appetit auf seinen Freund hat. Haferbrei, den er in den letzten Tage oft gegessen hat, verabscheut er inzwischen. So sitzt er bald mit Leidensgenossen beim wöchentlichen Treffen der Anonymen Amigophagen (AA), hier entscheidet er, dass er „eine Mahlzeit finden muss, die so köstlich ist, dass er drüber Freddie als Speise völlig vergisst.“
    Er wendet sich an seine Freunde und probiert deren Essen, muss aber feststellen, dass ihm diese Sachen auch nicht schmecken.
    Es ist wieder sehr witzig, die Suche von Konrad Kröterich zu verfolgen und die Illustrationen machen einen großen Teil des Spaß aus. Mir gefällt dieser zweite Band fast noch besser als der Erste. Und die Lösung, dass der mit Liebe gekochte Haferbrei einfach viel leckerer ist, gefällt mir ebenfalls. Ein wundervoll schräges Buch über Freundschaft, die über den Appetit siegt, und Liebe, die alles schmackhaft macht.

    Dagmar Mägdefrau

  • Das ist Frau Honig

    Das ist Frau Honig

    Sabine Bohlmann

    Joëlle Tourlonias

    Planet!

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Nach den Kinderbüchern von Frau Honig, wird uns hier die nette Kinderfrau in einem Bilderbuch vorgestellt. Nach dem sie auf dem Cover mit einigen ihrer Utensilien zu sehen ist, wird sie uns im Buch vorgestellt, neben ihrer Kleidung sind ihr Bienenkorb und der „Koffer mit Koffern“ zu sehen. 
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    Und schon sausen Olli und Samy mit dem „fliegenden Teppich“ ins Bad. Die traurige Zoya badet in schönen Worten und im Dunkeln gibt es Schattenspiele mit der Taschenlampe. Socken-Memory ist ein Spiel, das den Kindern einen Riesenspaß macht, und ein Sockenmonster ist sicher nicht zum Fürchten. Wenn Frau Honig vorliest, werden die Figuren aus der Geschichte lebendig. Wer die Autorin Sabine Bohlmann bei einer Lesung erlebt hat, weiß, dass sie das auch beherrscht. 
    Ein wunderschönes Bilderbuch, das durch die niedlichen Illustrationen schon kleinen Kindern eine fast klassische Bilderbuchfigur näherbringt. Das wird sicher ein Vorlesespaß!
    Meine Enkelin, die das Kinderbuch kennt, ist begeistert.

    Dagmar Mägdefrau
  • Wo ist mein Hut?

    Wo ist mein Hut?

    Jon Klassen

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Deutscher Jugendliteraturpreis 2013

    Astrid Lindgren Memorial Award

    Das Originalbuch ist aus dem Jahre 2011, in 2020 wurde es als Pappbilderbuch veröffentlicht. 
    Der große Bär geht von Tier zu Tier und fragt „Hast du meinen Hut gesehen?“ Die Tiere verneinen und der höfliche Bär antwortet „Schon gut. Trotzdem vielen Dank.“ Nur das Kaninchen, das einen spitzen roten Hut trägt, wird ziemlich böse und verteidigt sich „Ich stehle doch keinen Hut.“ Der Bär zieht weiter und fragt, bis ein Tier fragt, was ist denn ein Hut?

    mehr oder weniger lesen

    In der Buchmitte liegt der Bär auf dem Rücken und denkt darüber nach, wie sehr ihm sein Hut fehlt. Der Hirsch fragt noch einmal, wie genau der Hut aussieht. Als der Bär antwortet, fällt ihm ein, wo er den Hut gesehen hat. Er eilt zurück zum Kaninchen und sitzt dann da mit seinem Hut, den er über alles liebt. Am Ende sucht das Eichhörnchen nach dem Kaninchen und der Bär verteidigt sich sofort „Ich fresse doch kein Kaninchen.“

    Die Bilder sind braun auf beige mit wenig Details gezeichnet. Der Text ist kurz und mit Wiederholungen. Ein Buch zum Nachdenken. 

    Dagmar Mägdefrau