• Dead Girls Don’t Dance

    Dead Girls Don’t Dance

    MK Pagano

    Übersetzt von Michael Krug

    One

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre


    Im Sommer letzten Jahres wird Addies Schwester tot am Grund einer Schlucht gefunden. Addie bereut ihre letzte Begegnung mit ihr zutiefst, denn sie hatten sich gestritten und Addie ihr dabei viele Dinge an den Kopf geworfen. Seit ihrem Tod versucht sie herauszufinden, wer wirklich für ihren Tod verantwortlich ist. Denn im Gegensatz zur Polizei glaubt Addie nicht an einen Unfall. Sie ist überzeugt, dass Thatcher ihre Schwester gestoßen hat.
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    Doch ein Jahr später wird ausgerechnet Thatcher tot in derselben Schlucht gefunden. Aufgrund ihrer Anschuldigungen gegen ihn gerät Addie sofort unter Verdacht. Ihr einziger Lichtblick: Seth, mit dem sie sich seit Kindertagen immer wieder streitet, ist gleichzeitig ihr Alibi für die betreffende Nacht. Gemeinsam beschließen die beiden, die mysteriösen Todesfälle selbst aufzuklären.

    Das Buch ist sehr flüssig und spannend geschrieben. Ich habe es praktisch in einem Rutsch durchgelesen und mit diesem Ende überhaupt nicht gerechnet. Immer wieder gibt es überraschende Plottwists, sodass man ständig überlegt, wie die Geschichte wohl ausgehen könnte. Die Spannung wird schnell aufgebaut und bleibt bis in die letzten Kapitel erhalten.

    Für mich ist das Buch ein wunderbarer Psychothriller und eignet sich meiner Meinung nach auch hervorragend, um in dieses Genre einzusteigen.

    Auch die Gestaltung des Einbands gefällt mir ausgesprochen gut. Sie ist wunderbar düster gehalten und die Balletttänzerin, die durch Rauch dargestellt wird, ist ein echter Hingucker. Besonders schön fand ich, dass ich ein Exemplar mit Farbschnitt in den Händen halten durfte. Die Gestaltung des Farbschnitts greift die Elemente des Covers wieder auf und rundet das Gesamtbild perfekt ab.

    Katrin Hemmerich 

  • Magicalia – Band 1  

    Magicalia – Band 1  

    Jennifer Bell

    Übersetzt aus dem Englischen von Friedrich Pflüger

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    Kosh übernachtet bei Bitsy. Als die beiden einen Podcast aufnehmen wollen, ertönt plötzlich ein lauter Knall aus der unteren Etage des Hauses. Neugierig gehen sie der Sache auf den Grund – und entdecken einen Hamstozeros vor ihrer Zimmertür. Währenddessen wird Bitsys Vater unten von einer mysteriösen Frau entführt. Natürlich will Bitsy ihren Vater retten, und Kosh steht ihr dabei zur Seite.
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    Doch plötzlich finden sich die beiden mitten in einem magischen Abenteuer wieder. Sie müssen ein magisches Relikt finden und begegnen dabei den Magicores – magischen Wesen, die mithilfe von Emotionen entstehen. Auf ihrer Reise reisen sie durch ein Wurzelnetzwerk, das sich rund um die Welt erstreckt, suchen nach geheimnisvollen Koordinaten und werden dabei von einem Bestiarium namens „Magicalia“ unterstützt. Mit viel Mut stürzen sich Bitsy und Kosh in ein unglaubliches Abenteuer.

    Die Geschichte ist in einer sehr bildgewaltigen Sprache geschrieben, sodass man sich die fantastische Welt beim Lesen wunderbar vorstellen kann. Die Magicores haben tolle Eigenschaften und spannende Kräfte – dabei fühlt man sich ein wenig an Pokémon erinnert. Die Umschlaggestaltung ist wunderschön und hat mich in seinen Bann gezogen. Die Magicores, die in dem Buch illustriert worden sind, sind auch wunderbar. Vielleicht gibt es ja irgendwann mal das Magicalia als Buch zu kaufen?! 🙂 

    Die Altersempfehlung passt meiner Meinung nach sehr gut, wenn man bereits ein geübter Leser ist. Gleichzeitig eignet sich die Geschichte auch hervorragend zum Vorlesen.

    Wer auf der Suche nach einer magischen und gleichzeitig spannenden Reihe ist, ist hier genau richtig. 

    Katrin Hemmerich 

  • Cryptos – Die Graphic Novel      

    Cryptos – Die Graphic Novel      

    Ursula Poznanski

    Christopher Tauber

    Timo Grubing

    Graphix Loewe

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Jana Pasco, eine Weltendesignerin, programmiert für Mastermind verschiedene virtuelle Welten. Als sie in einer dieser Welten einen Mord und einen vermeintlichen Selbstmord miterlebt und anschließend erfährt, dass die Ermordete auch in der realen Welt gestorben ist, wird sie misstrauisch. Sie beginnt zu ermitteln, deckt nach und nach immer mehr Machenschaften auf und gerät dadurch selbst zunehmend in Gefahr.
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    Auf diesen Graphic Novel bin ich durch eine Werbung auf Instagram aufmerksam geworden und war sofort neugierig auf die dystopische Geschichte. Anfangs wusste ich gar nicht, dass der Band auf dem gleichnamigen Roman von Ursula Poznanski basiert.
    Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Besonders begeistert haben mich die unterschiedlichen Zeichenstile, die die verschiedenen virtuellen Welten optisch voneinander abheben. Die Grundidee erinnert zwar stellenweise an die Matrix, entwickelt jedoch ihren ganz eigenen Ansatz. Die Illustrationen sind großartig und perfekt auf die jeweiligen Welten und deren Atmosphäre abgestimmt.
    Dieser Graphic Novel hat auf jeden Fall mein Interesse am Originalroman geweckt – der steht inzwischen auf meiner Leseliste. Ich kann den Band uneingeschränkt empfehlen.

    Katrin Hemmerich
  • Fräulein Renée und das kartografische Komplott  

    Fräulein Renée und das kartografische Komplott  

    Katja Grimme

    Corinna Böckmann

    Südpol

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Die 17-jährige Renée Graf stellt im Jahr 1908 den jungen Dichter Casper Schützer ein, damit er ihre Chronik schreibt. Dabei hat sie jedoch drei Regeln: Erstens hat sie das Kommando. Zweitens entscheidet man sich im Zweifelsfall nicht für die vernünftige, sondern immer für die abenteuerliche Lösung. Und drittens ist Tradition niemals ein Argument. Da Casper keine andere Wahl hat, lässt er sich auf diese ungewöhnliche Vereinbarung ein.
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    Bei einem Spaziergang entdecken die beiden in einem Forsthaus eine Leiche, und Renée beschließt, dass sie gemeinsam ermitteln. Schon bald stoßen sie auf Spuren, die sie zur Geographischen Gesellschaft Württemberg führen …
    Die Geschichte wird in der Ich-Form aus der Sicht des Chronisten Casper erzählt. Dadurch taucht man sofort in die Handlung ein und erlebt seine Gedanken und Gefühle hautnah mit. Besonders gelungen fand ich, dass Caspers Neurodivergenz auf eine authentische und unaufgeregte Weise in die Geschichte eingebunden wird. Sie macht ihn zu einem vielschichtigen Charakter, ohne ihn darauf zu reduzieren. Die Spannung baut sich zunächst langsam auf, doch ab einem gewissen Punkt möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
    Der Roman ist nicht nur ein spannender Kriminalfall, sondern greift auch die Situation queerer Menschen in der damaligen Zeit auf und vermittelt zugleich interessantes historisches Wissen, unter anderem über König Karl I. von Württemberg. Normalerweise bin ich kein großer Fan von Liebesgeschichten, da sie mir oft zu kitschig sind. Kaja Grimme gelingt es jedoch, die Liebe zwischen Renée und Lisbeth so natürlich in die Handlung einzubinden, dass sie den Kriminalroman bereichert, ohne jemals kitschig zu wirken. Insgesamt ist es ein sehr gelungenes Buch.

    Katrin Hemmerich

  • Tage mit B.

    Tage mit B.

    Nikola Huppertz

    Tulipan

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Buch des Monats Juli 2026


    Das Mädchen auf dem Cover dreht uns den Rücken zu, zeigt uns vielleicht auch die kalte Schulter. Düster wirkt es auf mich, keine Cover, nach dem ich im Laden sofort greifen würde. B., die Bernadette Otto heißt, aus Berlin kommt, und die beschlossen hat, dass sie nur noch das B ihre Namens nützen möchte.
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    Weil sie ein schwieriges Mädchen ist, haben die ratlosen Eltern sie zu ihrem Patenonkel geschickt. Henning ist zusammen mit seinen beiden Kindern Simon (13) und Käptn/Emilia (5) in Klein-Hilke auf einem Bauernhof mit Spielscheune im Urlaub. Als sie B. vom Bahnhof abholen, trägt sie, wie auch in der restlichen Erzählung, ihren zerknitterten Mantel und ihre Doc Martens-Schuhe. Sie hat in ihrer Segeltuchtasche viele Bücher und sie wählt den blanken Fußboden, um darauf zu schlafen. Sie schreibt in viel in ihre Hefte und einige Texte können wir mitlesen. Simon, der uns von diesen paar Tagen im Sommer erzählt, ist ein sehr empathischer Junge, so kümmert er sich liebevoll um seine kleine immer singende Schwester und erkennt sehr gut ihre Bedürfnisse und Gefühle. Mit B. tut aber auch er sich schwer, denn sie benimmt sich durchaus oft sehr seltsam und unvorhersehbar.
    Der Stil ist sehr ruhig und unaufgeregt, Simon, der Käferexperte, beobachtet sehr genau und ist oft hilflos, wenn es um B. geht. B. macht sich sehr viel Gedanken um das Leben, unsere Umwelt und die Geschichte des Ortes, die auch die Geschichte unseres Landes ist. Aber sie macht alles mit sich ab, sie öffnet sich Simon nur sehr zögerlich.
    Hat ein so junges Mädchen schon eine Schuld abzutragen für Dinge, die sie nicht verantwortet? B. scheint es so zu empfinden.
    Ich fand es nicht ganz einfach dieses Buch zu lesen, denn auch ich empfand B. als schwierig, was an meinem Alter liegen kann. Aber B. hat auch einiges bei mir angestoßen und ich werde sich noch oft an sie denken.

    Dagmar Mägdefrau

  • Zwischen Ebbe und Wut

    Zwischen Ebbe und Wut

    Marion Brunet

    Übersetzt von: Maren Partzsch und Carolin Farbmacher

    Rotfuchs

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Astrid Lindgren Memorial Award 2025

    Auf der Vorderseite sehen wir ganz viel Wasser und ein relativ kleines Segelboot von oben. Und um diese Boot geht es in dieser Geschichte. Da ist eine Gruppe Freunde zwei Paare, die, weil sie in der Bretagne aufwuchsen, hervorragend segeln können. 
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    Emma, die uns von diesem Abenteuer berichtet, harmoniert sehr gut mit Clarence. So stellen die Großeltern von Élise das Segelboot zur Verfügung, damit die Gruppe, verstärkt durch Victor, der nicht segeln kann, nach Irland fahren können. 
    Das Buch beginnt gleich damit, dass Clarence tot aus dem Meer gezogen wird und die Gruppe, dessen Anführer er bisher war, sich neu orientieren muss, zumal ein Sturm angekündigt wurde.
    Emmas Erzählweise springt immer wieder in die Vergangenheit und so erfahren wir von ihren Erlebnissen mit Clarence und ihren Gefühlen, die er nicht erwidert. Überhaupt wird unser Bild von diesem jungen Mann immer genauer und so erfahren wir erst zum Ende, wie er zu Tode kam. Bis dahin wird die Situation der Gruppe auf See immer gefährlicher und wir müssen bangen, ob alle wieder nach Frankreich zurückkehren.
    Ich kenne mich mit dem Segeln nicht aus und mir waren die Informationen über das Schiff und das Segeln an sich einfach zu viel. Die Spannung wurde durch die Situation erzeugt, die das Verhalten der Protagonisten und der Sturm erzeugten. Es ging dabei nicht um den möglichen Mord, sondern wie er geschehen konnte. Eine ungewöhnliche Herangehensweise, die mich nicht so richtig erreicht hat.

    Dagmar Mägdefrau

  • …und mir bleibt der hässliche Hund

    …und mir bleibt der hässliche Hund

    Franziska Hörner

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 13 Jahre

    Auf der Rückreise vom Osterurlaub verunglücken die Eltern und die kleine Schwester von Felix. Alles, was ihm bleibt, ist Bolt – der hässliche, aber von seiner Schwester über alles geliebte Hund, mit dem er sich zuvor nie beschäftigt hat.

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    Das Buch nimmt uns auf sehr einfühlsame Weise mit auf den langen Weg, den Felix gehen muss, um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen und ein „neues Ich“ aufzubauen. Es erzählt von dem Sommer, in dem er in einer Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie auf Mo trifft und sich in Marie verliebt. Gleichzeitig geht es um die Versuche von Felix und Mo, sich eigenständig ihren Ängsten zu stellen. Doch die sogenannten Challenges, an denen nur Marie beteiligt ist, überfordern die beiden teilweise stark.

    Ich muss sagen, dass mich dieses Buch sehr beeindruckt hat. Franziska Hörner beschreibt auf eine intensive und einfühlsame Weise die Trauer und den Verlust, den Felix erlitten hat, sowie die daraus entstandene Depression. Sie versucht, „in Worte zu fassen, wie es sich anfühlt, was es mit einem macht, wenn man einen solchen Verlust erlitten hat. Unser Wortschatz reicht dafür nicht aus.“ Diese Gedanken haben mich sehr berührt, und ich konnte mich gut in Felix – und sogar in Bolt – hineinversetzen. Besonders interessant fand ich zudem die Darstellung, wie sensibel Hunde auf die Stimmungen ihrer Besitzer reagieren und diese spiegeln können. So kommt der entscheidende Anstoß für Felix’ Besuch in der psychiatrischen Praxis letztlich aus einer Diagnose der Tierärztin: „Ihr Hund hat Depressionen.“

    Zum Glück zeigt Franziska Hörner aber auch, wie ein möglicher Weg zurück in ein „normales, altes“ Leben aussehen kann. Mit der Hilfe von Menschen, die neu in sein Leben treten und eine Art Ersatzfamilie bilden, findet Felix nach und nach wieder Anschluss.

    Ich kann dieses Buch jedem sehr ans Herz legen, der verstehen möchte, was Verlust und Trauer mit einem Menschen machen können – nicht nur Jugendlichen, sondern auch Erwachsenen.

    Beate Böhm
  • Bis der Regen Feuer fängt

    Bis der Regen Feuer fängt

    Stefanie Höfler

    Beltz & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Tonia lebt im Jahr 2065 zusammen mit ihren Eltern und ihrem älteren Bruder Rudi zusammen in einer überwachten Welt. Ein Sensor am Arm und ein Smartphone in der Hand, so sind die Menschen unterwegs. Vitamine werden durch Pillen ersetzt und es ist wichtig, sich anzupassen und dem Normensystem zu entsprechen. Die Ressourcen sind knapp und es regnet kaum noch. 
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    Doch dann verschwindet Rudi nach einem Streit mit den Eltern und Sol taucht in der Klasse auf. Sie hat genau wie Rudi Narben an den Fingern und sie gefällt Tonia. Doch dann, als es anfängt zu regnen, entschließt sich Tonia, ihren Bruder im Wald zu suchen. Rudi ist ein Regenkind, auch wenn wir lange nicht verstehen, was das bedeutet. 
    Die Dystopie ist nicht so düster und vieles fühlt sich noch sehr vertraut an, anderes ist beängstigend, wie die ständige Überwachung durch Kameras und Sensoren. Die festen Regeln, aus denen man nicht ausbrechen darf, weil man dann nicht studieren darf. So sind auch gleichgeschlechtliche Paare genauso verboten wie uneheliche Kinder.
    Tonia schafft es dann, im Wald zu überleben, weil sie vieles von ihrem Bruder gelernt hat, der sich sehr mit der verbliebenen Natur beschäftigt hat.
    Neben der Erzählung, die immer wieder auch in die vergangenen Tage abschweift, gibt es Briefe und Texte, die ich nicht zuordnen konnte, die erst im Nachhinein Sinn ergeben. Fast möchte ich das Buch noch einmal mit dem Wissen, das das Ende mit sich bringt, lesen.
    Manchmal zog sich die Geschichte etwas, zumal ich ja wissen wollte, was hinter den Regenkindern steckt.
    Ein ungewöhnliches, spannendes Buch, das von einer Zukunft berichtet, die wir hoffentlich verhindern können.

    Dagmar Mägdefrau
  • Copenhagen Cinnamon – Delicate – Band 1

    Copenhagen Cinnamon – Delicate – Band 1

    Stefanie Neeb

    Moon Notes Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 16 Jahre

    Jonna ist auf der Suche: nach sich selbst, nach einer Arbeit, die sie erfüllt, und nach dem Sinn ihres Lebens. Da ihr Vater mit ihren Plänen nicht einverstanden ist, sucht sie außerdem nach einer neuen Geldquelle. Was sie hingegen gerade nicht aktiv sucht, ist die Liebe. 
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    Doch als sie das gehypte „Copenhagen Cinnamon“ betritt, findet sie zwar keinen geliebten Pumpkin Spice Latte, dafür aber den sympathischen Mads. Und irgendwie ist da etwas zwischen den beiden, auch wenn beide ihr eigenes Päckchen zu tragen haben.
    Besonders gefallen hat mir, dass zu Beginn noch ein weiteres mögliches Love Interest für Mads angedeutet wird. Es wirkt oft unrealistisch, wenn all diese attraktiven und charakterlich bewundernswerten Figuren scheinbar keinerlei Kontakt zum anderen Geschlecht haben. Das wurde hier angenehm anders gelöst.
    Die Atmosphäre im Café und generell im Roman ist unglaublich gemütlich. Ich mochte beide Hauptfiguren sehr und vor allem ihre Verbindung zueinander. Es gibt durchaus Konflikte, aber sie werden nicht durch unrealistisches Schweigen künstlich aufgebläht, noch wird die Beziehung als plötzliche Lösung für alle Probleme dargestellt. Stattdessen entwickeln sich die Figuren gemeinsam weiter, Jonnas Intelligenz wird sinnvoll eingebracht und Mads’ schwierige Situation wird zusammen angegangen. Genau so stelle ich mir einen gelungenen Slow-Burn-Trope vor.
    Das Einzige, was mich etwas gestört hat, war die wiederholte, für mich etwas kitschig wirkende Rede von einem „Funkeln“, das wiederentdeckt werden soll. Vielleicht war das als Leitmotiv gedacht, aber für mich hat es nicht ganz funktioniert, zumal der Roman auch ohne dieses Stilmittel stark genug ist.
    Der unaufgeregte Schreibstil und die überzeugende Entwicklung der Beziehung sorgen dennoch für einen hohen Wiedererkennungswert. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den zweiten Teil!

    Raphaela Brosseron
  • Freunde    

    Freunde    

    Eva Kranenburg

    Fischer-Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg 2025

    Der Roman erzählt die Geschichte von Nata, Ren und Tuk, die sich in den letzten Tagen eines Krieges auf einen Aufruf hin als Kämpfer melden und dadurch zu Tarek finden. Schon bald werden die vier jedoch zu Deserteuren. Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft und der Tatsache, dass sie ursprünglich verschiedenen „Lagern“ angehören, entwickelt sich zwischen ihnen eine tiefe und berührende Freundschaft.
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    Besonders eindrucksvoll ist, dass es sich bei ihnen noch um sehr junge Menschen handelt – Teenager, wobei Tuk sogar noch jünger ist.
    Die Handlung spielt sowohl in den letzten Kriegstagen als auch in der ersten Zeit danach und zeichnet ein eindringliches Bild von Krieg und Nachkriegszeit. Die Geschichte ist äußerst bildgewaltig erzählt und wirkt erstaunlich real, obwohl sie von einem fiktiven Krieg handelt. Gerade diese Nähe zur Wirklichkeit macht den Roman so eindrucksvoll und zugleich emotional fordernd. Es zeigt wie wichtig Freundschaft und Menschlichkeit ist.
    Ich konnte das Buch deshalb oft nur in kleinen „Häppchen“ lesen, um das Gelesene nachwirken zu lassen und zu verarbeiten. Schon lange hat mich kein Buch mehr so nachhaltig beschäftigt wie dieses. Besonders erschütternd ist, wie greifbar nah die geschilderten Ereignisse in unserer heutigen Zeit erscheinen.
    Für mich ist dieses Buch ein wichtiges Werk, das unbedingt von Jugendlichen ab 14 Jahren sowie von Erwachsenen gelesen werden sollte.

    Katrin Hemmerich
  • Amokalarm

    Amokalarm

    Uli Black

    BoD

    Autorenempfehlung ab 15 Jahre

    H.C., dessen Vorname nur aus diesen beiden Buchstaben besteht, wird von seinen Lehrern nie so angesprochen, sondern immer mit seinem Nachnamen „Nachtnebel“. H.C. wird bald 16 und er ist ein durchschnittlicher Schüler, nur in Mathe ist er ein Genie, so bezeichnet ihn auch sein Mathelehrer. 
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    Am liebsten spielt er Basketball mit einen Freunden Mateo, Julian und Linus, auch hier ist er ein echter Meister im Körbewerfen. Er hat keine Geschwister und seine Eltern kümmern sich vielleicht etwas zu sehr um ihn, denn H.C. hat vor einiger Zeit einen Zusammenbruch erlitten, als sein großes Idol, der Basketballer Kobe Bryant ,bei einem Helikopterunfall ums Leben kam. Inzwischen findet er beim Tragen des Trikots von Kobe Trost und er zieht sich dann damit in sein Zimmer zurück. 

    Die Geschichte wird aus der Sicht von H.C. erzählt. Er lässt uns an seinen Ängsten und Hoffnungen teilhaben und so erfahren wir in kleinen Dosen, wie es dazu kommt, dass er die Lehrer in Raum 24 der Schule mit einer Bombe bedroht. Zunächst geht es um den normalen Schulalltag, um Basketball und die Mathestunde. Später um seine Gefühle für Keira und die neue Hoffnung, die er aus dieser Liebe schöpft.

    Besonders der Zusammenbruch aufgrund des plötzlichen Todes seinen Idols wurde sehr eindringlich beschrieben. Erst im letzten Teil erfuhren wir von der Intrige, die H.C. zu seiner Tat veranlasst hat, bis dahin berichtet er auf unterschiedlichen zeitlichen Ebenen vom Geschehen. Das ist am Anfang etwas verwirrend, aber im Laufe der Geschichte entwirrt sich dann alles. Auch an die Jugendsprache musste ich mich erst gewöhnen und ich kann nicht beurteilen, wie identisch sie ist. .Ein spannendes Buch über einen Jungen, der einen Verlust verarbeiten muss, seine erste Liebe erlebt und der aus seinem Erleben heraus eine schlimme Entscheidung trifft. Ungewöhnlich sensibel erzählt - mit Einblicken in eine verletzte junge Seele.
    Dagmar Mägdefrau
  • Seit dir steht mein Leben Kopf

    Seit dir steht mein Leben Kopf

    Christine Fehér

    cbt

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Das Cover zeigt eine Schnur mit Bildern und einem paar geringelten Söckchen. Diese Schnur hängt die junge Mutter an die Wand ihres Zimmers in der Wohngruppe.
    Aber zunächst wohnt die 16-jährige Fiona noch zusammen mit ihrem Baby bei ihrer alleinerziehenden Mutter.
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    Obwohl Pepe die Ansprüche eines Säuglings hat, schafft die junge Mutter es sehr gut, ihn zu versorgen, sie stillt ihn sogar ohne Probleme. In die Schule geht Fiona zurzeit nicht, denn sie fokussiert sich auf ihre Mutterrolle. Der Vater des kleinen Pepe macht bald Abitur und muss viel lernen, trotzdem kommt er regelmäßig zu seiner kleinen Familie und kümmert sich liebevoll um seinen Sohn. Aber Fiona ist oft unzufrieden mit der Hilfe von Lukas und ihrer Mutter, die sich frisch verliebt hat. Manchmal ist Fiona dann auch ungerecht und sieht nur ihre Situation, die sicher nicht ganz einfach ist. 
    Das Buch berichtet aus Sicht einer 16-jährigen Mutter über ihren Alltag und die Probleme, die dieser mit sich bringt. Die berufstätige, frisch verliebte Oma kann nicht immer für die beiden da sein und der junge Vater lernt zunächst und macht dann eine Reise und genießt sein Leben nach dem Abi-Stress. Fiona möchte auch wieder in die Schule und einen Abschluss machen, aber ihr ist das Schülerinnenleben inzwischen fremd geworden. Daneben stillt sie immer wieder ihr Kind, wickelt es und versucht, es zum Schlafen zu bringen. Ich muss leider zugeben, dass mich das Lesen dieser Careaufgaben selbst etwas ermüdet hat. Schlimm genug, wenn mir persönlich von solchen Tagen berichtet wird. Jede Mutter kennt das und ich befürchte junge Leser*innen werden da eher abgeschreckt und ob sie das von einer frühen Schwangerschaft abhält, halte ich für unwahrscheinlich.
    Ich ziehe meinen Hut davor, wie gut Fiona ihren Alltag meistert und ich gönne der jungen Familie, dass ihre Wünsche in Erfüllung gehen, befürchte aber, dass das Thema nicht viele junge Menschen anspricht.

    Dagmar Mägdefrau
  • Narbenmädchen 

    Narbenmädchen 

    Lilly Bogenberger

    dtv

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Die 15 jähre Lara landet, weil sie sich immer wieder ritzt, in einer Kurklinik für verhaltensauffällige Jugendliche. Natürlich hat sie auch hier Rasierklingen eingeschmuggelt, doch dann blutet sie so sehr, dass sie in eine Notaufnahme muss und ihr von Seiten der Leitung der Klinik gedroht wird, dass sie, sollte sie noch einmal auffallen, in eine Psychiatrische Klinik eingewiesen wird. 
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    Im Laufe der Geschichte lernen wir einige der anderen Jugendlichen und ihre erschreckenden Schicksale kennen. Der so gemütlich wirkende Neo hat schon einige Selbstmordversuche hinter sich und der zarte Finn betäubt sich mit Haschisch. Die Gruppentherapie nervt und überhaupt fühlen sich die Jugendlichen nicht von den Therapeuten verstanden. Sie finden, ihnen wird nicht, wie erwartet, geholfen. So kommt es, dass dann am Ende, nach vielen Abstürzen, die drei Freunde sich selbst therapieren.
    Ich fand das Lesen dieses Buchen schon belastend, es gab viele Abgründe, in die ich hineingeblickt habe. Deshalb möchte ich das Buch auch nur unter dem Vorbehalt empfehlen, dass die Lesenden psychisch stabil sind oder zumindest ihre Gedanken mit anderen teilen.
    Der Schreibstil, der die Geschichte aus Sicht der Lara erzählt, ist sehr gut zu lesen und es ist immer wieder spannend, wie sich alles entwickelt.

    Dagmar Mägdefrau

  • Spiel des Lügners – Schattenbrüder-Dilogie – Band 1

    Spiel des Lügners – Schattenbrüder-Dilogie – Band 1

    Jessica S. Olson

    Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Hansen-Schmidt

    Fischer Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Lola und ihr Boss, Enzo der Dieb, versuchen seit vier Jahren, die magische Mondscherbe aufzuspüren. Diese haben Enzo und sein Bruder Nic, der Lügner, aus dem Tempel von Aethera gestohlen.
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    Mit der Mondscherbe hat der Lügner seinen Bruder mit einem Fluch belegt und nur ihre Zerstörung kann Enzo davon befreien. Die letzte Spur, die Lola und Enzo verfolgen, führt in das Casino des Lügners, den einzigen Ort in Aethera, den der Dieb nicht betreten kann. So ist Lola auf sich allein gestellt. Sie wird an dem mehrtägigen Würfelturnier des Lügners teilnehmen und die Zeit als Gast nutzen, um nach der Mondscherbe zu suchen. 

    Das Buch zieht einen bereits auf den ersten Seiten geradezu magisch in die Geschichte rein. Gleichzeitig braucht man etwas Zeit, um sich auf diese fantastische Welt, die Jessica Olson entworfen hat, einzulassen und sie in ihrer Komplexität zu verstehen. Am besten gönnt man sich gerade zu Beginn ausreichend Lesezeit am Stück. 

    Lola, die sich nichts so sehr wünscht, wie Mitglied von Enzos Bande zu werden, entdeckt im Laufe des Turniers ihre eigenen Kräfte und emanzipiert sich von ihrem Boss. Betrachtet sie noch zu Beginn des Turniers den Lügner als Feind, kann sie sich im Laufe der Zeit seinem Charm nicht entziehen und verliebt sich in den Nic, der hinter der Fassade des glatten Casinobetreibers auftaucht. – Ein typischer Fall von From-Enemies-to-Lovers. Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Lola und Nic, was uns als Leser*in vor allem Einblicke in das Gefühlschaos der Protagonisten ermöglicht. 

    Das Buch ist toll gestaltet – Cover, Pageoverlay und Farbschnitt. Ein echter Hingucker und so passend zu dieser mitreissenden Romantasy mit ihrem Setting in einer Welt voller Illusionen. Ich freue mich schon auf den zweiten Band dieser Casino-Dilogie, der hoffentlich alle meine offenen Fragen beantworten wird. 😃

    Beate Böhm

  • Pepper  

    Pepper  

    Nils Mohl

    Rotfuchs

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir Pepper mit ihrem roten Notizbuch, in dem alle Fragen stehen, die sie ihrem Vater stellen wird, sobald sie weiß, wer er ist.
    Die Frage nach ihre Vater stellt Pepper ihrer Mutter immer wieder, doch erst als sie schon 17 ist, gibt sie ihr überraschenderweise den Namen auf einem Zettel: „Kimme“.
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    Ihre Mutter ist Politikerin und die beiden wohnen sehr feudal in der HafenCity in Hamburg. Bald erfährt sie, dass ihr Vater, der in jungen Jahren als Musiker eine gewisse Berühmtheit erlangt hatte, immer noch mit seinen Bandkollegen in einer WG wohnt. Da macht sie sich auf, um dort in ein freies Zimmer zu ziehen. Ihre Mutter und ihr Freund August raten ihr ab, doch Pepper möchte ihren Vater erstmal inkognito kennen lernen. Ihr Vater ist ein eigenwilliger Typ, dass kann sie schon an seiner Kleidung erkennen, aber auch seine schroffe Art und seine weisen Kommentare bringen wenig Nähe. Als er dann Pepper unter Druck setzt, sie müsse eine riesige Einweihungsparty organisieren, ist diese völlig überfordert. Denn sie ist ein ruhiges jungen Mädchen, das wenig Freunde hat und nie auf wilde Partys geht.
    „Kann man vermissen, was man nie hatte? – Wie würde es wohl klingen, wenn du meinen Namen sprichst?“ das sind Fragen, die Pepper in ihren Notizen stehen hat. Erst ganz am Ende wird sie Antworten bekommen, aber dann ist ihr Vater schon sterbenskrank.
    Jedes Kapitel beginnt mit einer grauen Seite, auf der wir Peppers Notizen lesen oder auf der deutsche Songtexte von der Band „Kimme & Popkorn“ stehen. Uns wird die Geschichte von Pepper erzählt, die ihren Vater immer direkt anspricht, wodurch für mich eine besondere Nähe zu spüren war. Der zunächst schroffe Kimme zeigt im letzten Teil doch noch viel Gefühl und die kurze Zeit, die den beiden bleibt, gibt Pepper sehr viel. Mir gefiel es auch sehr gut, dass das Verhalten der Mutter nicht zu einem Bruch geführt hat. Ein Buch mit vielen Facetten, neben den Jungen gibt es eine Truppe alternder Menschen und dann noch drei Senioren mit viel Witz und Lebenserfahrung. Eine hervorragende Mischung und ein Jugendroman, der gelesen werden muss.

    Dagmar Mägdefrau
  • Hundertsiebenundachtzig Tage

    Hundertsiebenundachtzig Tage

    Ludovic Lecomte

    Aus dem Französischen von Nadine Püschel

    Mixtvison

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Ganz in sich versunken, den Blick nach unter gerichtet, sehen wir den gezeichneten Jungen auf dem Cover.
    „Höhlensyndrom“ nennt sich der Zustand, in dem er sich seit 187 Tagen befindet.
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    Sein Ziel in den nächsten Stunden ist es das Haus zu verlassen und einen Brief an eine Freundin einzuwerfen. Nachdem der Schüler plötzlich nicht mehr die Wohnung verlassen konnte, igelt er sich zu Hause ein. Seine Therapeutin hat sich darauf eingelassen ihn telefonisch zu unterstützen. Zu Freunden und Familie hat er den Kontakt verloren, während seine hilflosen Eltern versuchen ihn zu unterstützen. 
    Die Geschichte wird aus der Sichte des Jungen geschrieben und die Buchstaben passen sich mit der Groß- und Kleineschreibung dem Gemütszustandes des Jungen an. Auch die Zeichensetzung fehlt manchmal völlig. Das Buch hat nur etwas über 100 Seiten und im Text gibt es große Freiräume und SMS-Texte. Es ist also schnell zu lesen, aber trotzdem könnte ich die Empfindungen sehr gut nachvollziehen. Ich würde meinen, der Text geht unter die Haut und hinterlässt einen Nachgeschmack der Ängste, die der Protagonist durchleidet.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der Scherbenpalast      

    Der Scherbenpalast      

    Annette Mierswa

    Verlag Freies Geistesleben

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Weil Lous Mutter ein neues Engagement als Schauspielerin angenommen hat, zieht die Familie von Hamburg nach Mannheim. Lou ist entschlossen, sich gegen diese Entscheidung aufzulehnen und sie benimmt sich sehr peinlich in der neuen Umgebung. 
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    Obwohl die Eltern sich sehr bemühen, ihre Wünsche zu erfüllen, verärgert sie Nachbarn, Lehrkräfte und Mitschüler*innen. Sie ist einfach nur wütend, weil sie ihre beste und längste Freundin zurückgelassen hat. In der Theatergruppe, wo sie die Hauptrollen gespielt hat, gab es Damian, auf dessen Freundschaft sie gehofft hat. Die alte Nachbarin Freya mit dem Mammutbaum im Garten, die an ihrem Scherbenpalst baut, ist die erste mit der Lou spricht. Dann taucht Sari auf, eine fröhliche Chaotin, die sich selbst als Fettnapf-Queen bezeichnet und die mit ihrer humorvollen Art Lou immer wieder zum Lachen bringt. Sie kennt sich aus in Mannheim und wirkt als Statistin beim Theater mit.
    Besonders Freya ist eine ungewöhnliche Person, sie hat einiges erlebt in ihrem Leben und gibt den Menschen angelehnt an die vielen Planzen in ihrem Garten Namen. Lous Eltern sind bereit, für das Glück ihrer Tochter einiges in Kauf zu nehmen, doch dann entwickelt sich alles ganz anders.
    Julia „Butterfly“ Hill ist eine amerikanische Umweltaktivistin, die u.a. einen Mammutbaum durch ihren Protest gerettet hat. Ihre Aktion spielt im Buch eine bedeutende Rolle.
    Für mich benahm sich Lou mit ihren wütenden Aktionen mehr wie ein Kleinkind, immer wieder zerstörte sie alles und es gab viele Tränen und einige traurige Schicksale in der Geschichte. Aber es gab durchaus auch lustige und bewegende Szenen.
    Und eine Rolle spielt auch die Stadt Mannheim, die am Anfang Kackmannheim genannt wurde.

    Dagmar Mägdefrau

  • Mo & Motitz    

    Mo & Motitz    

    Julya Rabinowich

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Buch des Monats Februar 2026

    Beste 7, Deutschlandfunk, März 2026

    Ein sehr bewegendes Buch, das unter die Haut geht. Mo ist Moslem und musste mit seiner Familie nach Wien fliehen. Er lebt beengt mit seinen Eltern, seiner Schwester, die sich gerne anpassen möchte, und seinem Bruder, der dieser westlichen Welt sehr kritisch gegenübersteht. 
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    Da Mo von der Schule fliegt, fängt er eine Lehre in einem angesagten Friseursalon an. Herr Franz, der Meister, ist ein besonderer Mensch, der sich sehr um Mo kümmert. Auf dem Opernball begegnet Mo dann einem anderen Mo, nämlich Moritz, der Jude ist, und die beiden verbindet eine zarte Liebe. 
    Mir gefällt es besonders, wie die Autorin diese Liebe beschreibt. Besonders in die Gefühle von Mo, der sich seiner Familie und dem Meister verbunden fühlt und den es gleichzeitig zu Moritz zieht, konnte ich mich sehr gut hineinfühlen. Wie die ganze Geschichte meine Gefühle durcheinanderbrachten. Deshalb hat mich die Hoffnung zum Ende des Buches ein wenig beruhigt, denn es ist zu befürchten, dass so eine Liebe in unserer Welt keine Zukunft haben wird. Wie schön, dass „die blaue Fee“, eine alte Dame Mo so unterstützt hat.
    Ein zarte Geschichte, die mit dem Anschlagplänen auf das Taylor Swift-Konzert einen sehr realistischen Part hat.
    Die Geschichte ist konfliktreich und doch voller Hoffnung. Wollen wir Mo & Moritz ganz viel Glück für ihre Zukunft wünschen.

    Dagmar Mägdefrau