Wo ist mein Hut?

Wo ist mein Hut
Jon Klassen
NordSüd
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Deutscher Jugendliteraturpreis 2013
Astrid Lindgren Memorial Award

Das Originalbuch ist aus dem Jahre 2011, in 2020 wurde es als Pappbilderbuch veröffentlicht. 
Der große Bär geht von Tier zu Tier und fragt „Hast du meinen Hut gesehen?“ Die Tiere verneinen und der höfliche Bär antwortet „Schon gut. Trotzdem vielen Dank.“ Nur das Kaninchen, dass einen spitzen roten Hut trägt, wird ziemlich böse und verteidigte sich „Ich stehle doch keinen Hut.“ Der Bär zieht weiter und fragt bis ein Tier fragt, was ist denn ein Hut?

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In der Buchmitte liegt der Bär auf dem Rücken und denkt darüber nach, wie sehr ihm sein Hut fehlt. Der Hirsch fragt noch einmal, wie genau der Hut aussieht. Als der Bär antwortet, fällt ihm ein, wo er den Hut gesehen hat. Er eilt zurück zum Kaninchen und sitzt dann da mit seinem Hut, den er über alles liebt. Dam Ende sucht das Eichhörnchen nach dem Kaninchen und der Bär verteidigt sich sofort „Ich fresse doch kein Kaninchen.“

Die Bilder sind braun auf beige mit wenig Details gezeichnet. Der Text ist kurz und mit Wiederholungen. Ein Buch zum Nachdenken. 

Dagmar Mägdefrau

Der Kopfübär streitet nie!

Der Kopfübär streitet nie!
Judith Weber
Fabian & Christian Jeremies
Loewe
Leseempfehlung ab 4 Jahre
Niedlich sieht er aus, der blaue Bär auf dem Cover, aber erschaut auch etwas streitbar in die Welt mit seinem übereinandergeschlagenen Armen. 
Vor dem hübschen Haus stapeln sich viele Möbel und mittendrin ist eine Waschmaschine zu sehen. Diesen Möbelberg bestaunen Kobi und seine Freundin Kairi vom Küchenfenster aus und sie möchten gerne dort Abenteuer erleben.
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Papa ist aber dagegen und Mama verlangt, dass erst das Kinderzimmer aufgeräumt wird. Doch dann kann das Abenteuer beginnen. Doch während die beiden Freunde auf der einen Seite auf den Möbelberg steigen, scheint auch von der anderen Seite eine Aktivität loszugehen. Kann das ein Monster sein? Doch dann taucht Emilio auf, der behauptet, dass der Berg ihm gehöre. So baut Kobi ein Urwaldhaus, während Emilio ein Schiff baut. Beide nutzen dazu buntes Klebeband und bald gibt es Streit um die Waschmaschine.
Kobi wäre kein Kopfübär, wenn er nicht am Ende durch einen Perspektivwechsel erkennen würde, wie der Streit aufgelöst werden kann. Wie gut, dass Kairi ihn erinnert sich mit dem Kopf nach unten zu hängen. Auch die Eltern helfen den Kinder beim Bau ihres Hausbootes und so entsteht am Ende ein tolles Boot aus den alten Möbeln.
Es ist immer wichtig einen Kompromiss zu schließen und unser blauer Kopfübär ist ein Garant dafür. Die Illustrationen sind sehr liebevoll gezeichnet und so ist wieder ein wundervolles Buch entstanden, dass so viel Spaß beim Lesen macht.

Dagmar Mägdefrau

Der Sprung   

Der Sprung
Joaquin Camp
Aus dem Italienischen von Stefanie Malleier
Katapult Kinderbuch
Leseempfehlung ab 5 Jahre
Schon auf dem Cover ist das kleine Sprungbecken zu sehen, rundherum sehen wir Menschen und Tiere in Badekleidung. Eine Leiter geht am Rand so hoch, dass das Bild nicht reicht das Ende abzubilden.
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„Ein mutiger Held“ steht auf dem Sprungbrett, wir sehen ihn zuerst nur auf dem Brett stehend, dann das Schwimmbad und den Mann ganz klein auf dem Brett. Dann wechselt die Perspektive wieder und wir sehen aus der Sicht des Mannes seine Füße auf dem Brett. Jetz tauchen hinter ihm andere auf, die ihn drängeln zu springen. Er läuft an und bleibt wieder am Ende stehen, denn er macht sich Gedanken, was wohl im Wasser sein könnte. Das Bild zeigt uns Haie im Becken. „Die Zeit vergeht, doch unser tapferer Freund bewegt sich nicht.“ Inzwischen sehen wir schon Pflanzen zwischen seinen Füßen wachsen. Es wird dunkel und die Menschen hinter ihm verharren immer noch auf der Treppe, die anderen liegen schlafend um das Becken. 
Die Bilder sehen sehr kindlich aus, wirken aber lebendig durch die wechselnden Perspektiven. Die Angst, die so ein Sprung in die Tiefe bei uns allen auslöst, wird hier sehr eindringlich und humorvoll beschrieben. Der Gag am Ende hat mir besonders gut gefallen.

Dagmar Mägdefrau

Otto fährt los – Eine Reise nach England

Otto fährt los – Eine Reise nach England
Stefanie Reich
Madlen Ottenschläger
arsEdition
Leseempfehlung ab 4 Jahre
Otto, so heißt der hell türkise Camper Van, der diesmal nach England reisen wird. Arthur, Freda und ihr Papa Martin tauchen bei Otto auf und er freut sich, dass ein neues Reise-Abenteuer beginnt.
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Obwohl Otto etwas Angst hat durch den Eurotunnel nach England zu fahren, landen sie bald in London. Hier begegnet ihnen Sherlock Holmes, der einen Plätzchendieb sucht. Nachdem Tante Lissy und ihren Hund Daisy zugestiegen sind, sitzen am Abend alle zusammen am Feuer und singen „We all live in a super-otto-van“. Am nächsten Morgen geht es früh nach Stonehenge, hier können sie beobachten, wie die Sonne mystisch durch die Steinsäulen scheint. Weiter geht es nach Cornwall ans Meer, dort essen sie Fish and Chips und wir werden gefragt, welche englischen Worte wir kennen. Hinten im Buch gibt es dazu eine kleine Auswahl an Worten. Nach einem Regentag führt der Weg von Otto und seinen Menschen nach Tintagel Castle, hier erfahren wir einiges über König Arthus. Vor einem netten Cottage nehmen dann alle den 5 o´clock-Tee und erfahren einiges über Scones. 
Eine tolle Reise, die Otto da macht, ich bin ganz neidisch und würde auch gerne diese Tour machen. Diese Buch verbindet das Abenteuer mit einem Camper Van unterwegs zu sein mit einem kindgerechten Reiseführer. Hinzu kommt noch die Fantasie, die benötigt wird, Otto sprechend und reagierend in die Reise einzubinden. So wird er zu einem fühlenden Wesen, der immer wieder spannende Ideen einbringt.
Die schönen Illustrationen tragen dazu bei, uns die Sehenswürdigkeiten zu zeigen und an den Unternehmungen auf diese Weise teilnehmen zu können.
Ich kann Ottos Reisen nur empfehlen, sie machen so viel Spaß und wir lernen so viel dabei.

Dagmar Mägdefrau

Nächste Woche, gleiche Zeit?    

Nächste Woche, gleiche Zeit?
Marlene Droop
NordSüd
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Im Dunkeln fährt der mit Tieren voll besetzte Bus durch die Dunkelheit, am Steuer sitzt die Giraffe, ihr langer Hals schaut oben heraus.
Aus einer ungewöhnlichen Perspektive schauen wir in den Bus, denn der Kopf der Giraffe ist von Innen gar nicht zu sehen, die Schildkröte ist etwas mit Kirschen mit einem Löffel, und ich kann euch verraten sie isst die ganze Zeit.
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Im Hintergrund sind Hochhäuser zu sehen und dann geht es auf die Schnellstraße. Hier steigt das Krokodil ein, dass wir erstmal finden müssen. Mitten in der Stadt steigt das Schaf noch zu und dann „fahren sie hinein in die Dunkelheit.“ Beeindruckend, wie der Bus ganz klein am Rande des Blattes davonfährt und die große helle Stadt hinter sich lässt. Diesmal schauen wir aus Sicht der Giraffe aus dem Bus auf einen Bahnübergang. Und dann fallen die ersten Tropfen und der Regen nimmt den Freunden die Sicht. 
Das Buch macht auf die Lichtverschmutzung in unseren Städten aufmerksam. Denn in den hellen Städten sind die Sterne nicht mehr gut zu erkennen. Deshalb fahren die Tiere aus der Stadt heraus, doch leider geht schon die Sonne auf, als sie wieder freie Sicht haben, deshalb verabreden sie sich am Ende für die nächste Woche.
Ich bin beeindruckt, wie schön Marlene Droop bei ihren Illustrationen die Sichtweise ändert und wie lebendig dadurch die Zeichnungen trotz der Dunkelheit wirken. Eine Geschichte, die in kurzen Sätzen viel aussagt und die neugierig auf den Nachhimmel macht.

Dagmar Mägdefrau


Kleiner Pinguin bald bist du groß!

Kleiner Pinguin bald bist du groß!
Isabel Müller
Gerstenberg
Verlagsempfehlung ab 5 Jahre
Der kleine Pinguin sitzt auf den Füßen seines Vater und beide stupsen sich mit den Schnäbeln an. Irgendwie wirkt dieses Bild auf mich so liebevoll und voller Vertrauen.
Zunächst geht es in die Antarktis zu den großen Kaiserpinguinen.
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Wieder sehen wir Pinguinküken auf den Füßen ihrer Väter. Die Pinguinmamas watscheln und schlittern bald über das Eis. Sie haben im Meer nach Futter gesucht und füttern nun ihre Kleinen. 
Bald wagen sich die Kleinen auch aufs Eis, doch wenn ihre Eltern unterwegs sind, stehen sie die Küken dicht gedrängt zusammen, um sich zu wärmen. Dann ist es so weit und die Kleinen springen ins Wasser, hier fühlen sie sich gleich wohl. Bald sind die Jungen erwachsen und so kümmern sie sich selbst um ihre Eier und die Jungen. So schließt sich der Kreis.
Die niedlichen Küken sind so schön gezeichnet und es ist eine Wonne sich die Tiere anzuschauen. Der Text ist nicht sehr lang und gut verständlich geschrieben, aber die Illustrationen stellen alles anders in den Hintergrund. Ein beindruckendes Sachbilderbuch für kleine Naturliebhaben. Gerade Pinguine faszinieren die Kinder immer wieder, deshalb wird sie dieses Bilderbuch begeistern.

Dagmar Mägdefrau


Ein Jahr mit den Möwen

Ein Jahr mit den Möwen
Thomas Müller
Gerstenberg
Verlagsempfehlung ab 5 Jahre
Ein ganzen Jahr im Leben einer Möwe wird in diesem realistische wunderbar illustrierten Sachbilderbuch aufgezeichnet. Zunächst sehen wir den schroffen Felsen, auf dem die Möwen brüten. Dann gehen wir näher heran und schauen auf die Nester. 
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Schnell findet die Möwen ihr Männchen und bald liegen Eier im Nest. Schon reißen die Kleinen ihre Schnäbel auf und werden von ihren Eltern gefüttert. Bald machen sie schon ihre ersten Flugübungen und fliegen dann aufs Meer hinaus, um sich selbst Futter zu suchen. In der Weite erlebt die junge Möwe, was Freiheit bedeutet. Auch wir können auf einer Doppelseite die Weite des Meeres nahempfinden und wir verfolgen die Möwe, die dort allein unterwegs ist. Ein Unwetter lässt uns um die Möwe bangen, doch sie kann sich auf einem Kutter retten. 
Die Texte sind kurzgehalten und die beeindruckenden Illustrationen zeigen uns den Lebensraum der Möwen sehr genau. Ein Sachbilderbuch, dass schon kleinen Kindern zeigt, wie sich Möwen in ihrem Lebensraum bewegen und welche Gefahren sie bestehen müssen.

Dagmar Mägdefau


Anleitung für alles

Anleitung für alles
Daniel Fehr
Thomas Müller
Gerstenberg
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Mit einem pinken Schirm balanciert das Mädchen mit einem Werkzeugkasten in der Hand über ein Seil unter ihr schaut ein Fisch neugierig aus dem Wasser. 
Oben auf jeder der Seiten ist ein Satz zu lesen wie „Wie man sich gut versteckt“ oder „Wie man Lieblingskind wird“ auf der Din-A-4 Seite gibt es dann ein witziges Bild zu dieser Aussage, quasi die gemalte Anleitung.
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So steht zum Thema Verstecken ein Mädchen mit zugehaltenen Augen im Raum und hinter der Vase ist ein Kind zu sehen, auch unter dem Vorhang tauchen Füße auf. Wunderschön ist auch die Anleitung „Wie man einen Tag im Bett verbringt“, hier spielt der Junge Tuba und neben seinem Bett sind viel Dinge verstreut, etwas zu essen und zu trinken, Bücher und Spielsachen.
Die Illustrationen sind sehr detailreich und witzig gezeichnet und die Anleitungen sind sehr vielfältig. Ein Buch zum Anschauen und zum Entdecken und zum Spaß haben.

Dagmar Mägdefrau

Das große Abenteuer von Rudolfus Rozendaal

Das große Abenteuer von Rudolfus Rozendaal
Daniel Fehr
Miriam Zedelius
Tulipan
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Rudolfus Rozendaal ist der „Kuschel-Zebra-Hund“ von Aaron, der mit wehenden rotweiß gestreiften fliegenden Ohren auf dem Cover zu sehen ist. 
Mit Rudolfus Rozendaal unternimmt der Junge alle seine Abenteuer, die wunderschön und humorvoll im Bild dargestellt werden.
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Doch eines Morgens ist Rudolfus Rozendaal verschwunden und Papa erzählt seinem Sohn eine spannende Abenteuergeschichte über den Verbleib des Kuscheltieres. Er erlebt da eine ganze Menge, so springt er verwegen aus einem fahrenden Buch und fährt mit einem Schiff übers Meer. Zum Glück taucht Rudolfus Rozendaal am Abend wieder auf und Aaron wundert sich über den frischen Duft, den er verströmt.
Meine Enkelkinder liebten dieses humorvolle Bilderbuch auf Anhieb, ich habe es schon einige Male vorgelesen. Aber auch das Vorlesen macht Freude, ebenso wie das Anschauen der detailreichen Illustrationen. Zudem ist es eine sehr schöne Anregung für uns Erwachsene, wie wir die Zeit, die die Kuscheltiere in der Waschmaschine verbringen auszuschmücken.

Dagmar Mägdefrau

Chicken Survivor

Chicken Survivor
Massuda Kaaem
Melanie Garanin
Klett Kinderbuch
Verlagsempfehlung ab 5 Jahre
Das Faszinierendste an dieser Geschichte ist, dass sie wahr ist. Denn Vindaloo, gibt es wirklich, das kämpferisch Huhn mit nur einem Flügel, dass wir auf dem Cover sehen.
Trevor Power hat seiner Familie ein schönes Haus gebaut und weil seine Frau sich Hühner wünschte, hat er auch noch einen Hühnerstall gebaut, alles „mit eigenen Händen.“
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Jedes der fünf Familienmitglieder bekam ein Huhn und die Hühner wurden sehr verwöhnt und fühlten ich sehr wohl bei der Familie Power. Doch dann bekam der Fuchs Junge und er grub sich in den Hühnerstall, um Futter für seine Kleinen zu fangen. Mit einem Biss erlegte der Trudi, doch dann kam Vindaloo ins Spiel und sie schlug den Fuchs in die Flucht. Nur leider hatte ihr Flügel eine Wunde, die sich entzündetet. Deshalb kam Dr. Julia, eine Menschenärztin, die Vindaloo den Flügel amputierte. Nach einigen Tagen, in denen sich die Familie liebevoll um Vindaloo kümmerte, legte sie wieder ein Ei und die Tage der Hühner und der Familie waren wiedervoller „Dolce Vita“. Aber auch der Habicht bekam Junge und so tauchte bald wieder ein Tier auf, dass sich ein Huhn holte. Aber auch er hatte nicht mit Vindaloo gerechnet. 
Ein irres Buch mit einer echt starken Geschichte und einem tapferen Huhn, dass kämpferisch die anderen Hühner und sich gegen zwei Raubtiere verteidigt.
Nicht aufgeben, sich trauen ist für mich das Motto von Vindaloo. Neben der spannenden und durchaus witzig erzählten Geschichte gibt es viele Bilder in diesem Buch, die an Comics erinnern und die ebenfall voller Humor sind. So seht Mutter Fuchs mit einer gestreiften Schürze am Herd und Salz das erbeutete Huhn.
Übrigens hat Papa Power Vindaloo nach einem indischen Curry-Gericht benannt, das Rezept findet ihr hinten im Buch.

Dagmar Mägdefrau


Katzenpfade

Katzenpfade
Sara Lundberg
Aus dem Schwedischen von Friederike Buchinger
Insel
Verlagsempfehlung ab 5 Jahre
Diesmal sehen wir auf dem Cover eine erwachsene Person, einen Menschen, der eine schwarzweiße Katze auf dem Arm hält. Unsere erster Kater Mäxchen sah ihm sehr ähnlich. Über den Bäumen, die wir nur als Schatten sehen, leuchten die Sterne. 
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Die Spuren, die zu Teil 1 gehören, zeigen menschliche Fußabdrücke, die ganz klar 
In einer Linie verlaufen und Katzenspuren, die sich im Bogen dazu bewegen. Im Teil 2 ist es umgekehrt. Darum geht es in diesem Buch.
Zunächst gehen die beiden ihre übliche Rund, einen Routineweg. Doch diesmal begegnet ihnen eine weiße Katze und die beiden Tiere spielen zusammen. Doch der Mensch will weiter und vertreibt die fremde Katze. Dann ist ein wunderschönes Katzenportrait zu sehen. Mit großen Augen schaut uns die Katze an und fragt: „Warum darfst du immer bestimmen?“ Und dann verschwindet die Katze und der Mensch muss lange warten bis er sich entschließt nach Hause zu gehen. Und hier findet er die Katze zusammengerollt im Sessel. Im zweiten Teil darf dann die Katze die Führung übernehmen und der Mensch entdeck ganz neue Welten in seiner Umgebung. So gibt es eine ausklappbare Seite mit einem wundervollen Sternenhimmel.
Das Zusammenleben mit einer Katze ist nicht immer einfach, doch auch sie kann uns eine ganze Menge beibringen und das ist hier auf eine besondere Weise der Fall. Neben den schönen Illustrationen, die lediglich das Gesicht des Menschen manchmal eigenartig darstellt, wird eine ungewöhnliche Geschichte erzählt. Die uns zeigt, dass man nicht immer bestimmen muss, sondern, dass man auch mal die Führung einem anderen überlassen soll und auf die Wunder schauen, die man dann entdeckt.

Dagmar Mägdefrau

Erde nervt! Und Mond haut ab

Erde nervt! Und Mond haut ab
David Duff
Moemi Vola
Aus dem Englischen von Kristina Kreuzer
Von Hacht
Leseempfehlung ab 4 Jahre
Schon auf dem Cover sehen wir den Mond mit brummigen Gesicht und einem Rucksack auf langen Beinen davon stolzieren. „Mond und Erde hatten Streit“ so beginnt der Text und beide wenden sich sauer voneinander ab. Keiner gibt nach und „der Mond hat die Nase voll.“ 
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Er macht sich auf und trifft auf die Venus. Sie ist heiß und hat eine „schädliche Atmosphäre.“ Da geht es weiter zum Merkur, der sich sehr schnell bewegt und so ist der Mond bald bei der Sonne angekommen und muss feststellen, dass sie zu heiß ist. Mit einem traurigen und sehnsüchtigen Blick auf die Erde, ist das nächste Ziel der Mars. Beide Namen beginnen mit M, doch der Mars hat schon zwei Monde. Und der riesige Jupiter sogar 95!
Die Bilder sind sehr kindlich gezeichnet und die Himmelkörper haben bekleidet Beine und die Sonne trägt eine Sternensonnenbrille. Aber vielleicht kommen den Kindern die Planten gerade deshalb so vertraut vor und vielleicht können sie sich das Planetensystem so besser vorstellen und merken? Aber das Wichtigste ist natürlich, dass Erde und Mond sich am Ende wieder vertragen und den wichtigen Satz „Es tut mir leid“ aussprechen. Denn wäre es nicht schrecklich, wenn der Mond abhauen würde?

Dagmar Mägdefrau



Lange Schlange stehen

Lange Schlange stehen
Kathrin Schärer
atlantis
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Schon das Cover zeigt uns einige der genial gezeichneten Tiere, die hintereinanderstehen und es geht auf jeder der folgenden Seiten so weiter. Und dann ist dort der Eisstand, vor dem sie Schlange stehen. 
Jedes einzelne der abgebildeten Tiere schaue ich mir ganz in Ruhe an und es gibt so viel zu entdecken, so hat Frau Bär ihr Baby in einer Trage umgebunden. Dann muss man das Buch hochkant stellen, denn die nächste Schlange steht im Freibad am Sprungturm und an der Rutsche.
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„(Sch)lange stehen vor dem Klo“ zeigt die nächste Seite und die Tiere stehen schon in Kurven vor dem Häuschen mit dem Herzchen. Frau Känguru lässt die Schüler vor dem Ausflug in einer Reihe anstehen. Und die Schlange an der Supermarktkasse ist so lang, dass die Seiten ausklappen müssen. Oder sollte man die Schlange wechseln? Wer kennt das Problem nicht? Geburtstag, Jahrmarkt, Schoko-Laden folgen und dann ist da noch eine richtige Schlange. O weh!!!
Wer kennt es nicht, das leidige Schlangestehen, es ist langweilig und kostet uns Nerven. Hier gibt es so viel zu sehen und zu entdecken, da sollten wir das Buch am besten mitnehmen und beim Schlange stehen anschauen. Die Texte sind ja nur ganz kurz und auch ohne sie kann man die Bilder anschauen.

Dagmar Mägdefrau

Alle Mucklas einsteigen! 

Alle Mucklas einsteigen!
Sven Nordqvist
Deutsch von Iris Schubert und Sarah Nünning
Oetinger
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Auf dem Cover sehen wir den Bahnhof und davor den Zug, den der Lokführer anheizt. Wir befinden uns am Bahnhof von Mucklabü und zwei Mucklas sitzen bereits im Anhänger, da kommt das Schwein angelaufen, es will auch noch mitfahren. 
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Oben im Apfelbaum hängt ein Poster, darauf steht „2+1=3“. Am nächsten Bahnhof steigt das Schwein wieder aus und zwei andere Mucklas steigen zu. Auf dem Stein ist die Rechnung zu sehen „3-1+2=4“. Und so geht es weiter, es wird noch ein Wagen angehangen, weil mehr als 10 Mucklas nicht in den Wagen dürfen. Der Lokführer fragt immer wieder mal nach der Anzahl der Reisenden und als die Zahlen immer größer werden, meldet sich ein Fröhlicher zu Wort und tippt Zehntausend. Der kleine Zug kommt am Ende wieder nach Mucklabü zurück und die zwei Mucklas Plus und Minus, die am Anfang im Wagen saßen, wollen noch eine Runde fahren, so kann das Buch wieder von vorne beginnen.
Die Illustrationen wirken so vertraut, auch wenn es nicht um einen kleinen Kater, sondern um ungewöhnliche Tiere geht. Die Rechenaufgaben werden immer schwieriger und die Personen zu zählen, ist nicht wirklich eine Lösung, da die Aussteigenden und Einsteigenden nebeneinander stehen. Ich glaube, mit so netten Reisenden macht das Rechnen richtig Spaß, zumal die Aufgaben ja immer auf den Seiten zu finden sind.

Dagmar Mägdefrau

Der Schmetterling   

Der Schmetterling
Kirsten Hall
Isabelle Arsenault
Übersetzt von Anna Schaub
NordSüd
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Auf dem Cover sehen wir den Schmetterling, dessen kurzes Leben in diesem Sachbilderbuch beschrieben wird. 
Zarte Planzen sind zu sehen und man muss schon genau hinschauen, um das kleine Stück Schmetterlingsflügel zu entdecken.
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Doch dann sehen wir ihn in seiner ganzen Pracht auf einem grellen gelbgrünen Hintergrund. Auf der nächsten Seite legt die Schmetterlingsdame ihr Ei auf ein Blatt und wir können die Entwicklung zur Raupe beobachten. Schon bald wird sie größer und dicker und sucht dann nach einem Ort, an dem sie sich verpuppen kann. So hängt sie sich an einen Ast und wir sehen alle Stadien, die sie durchläuft, um als Schmetterling wegflattern zu können. So macht der wunderschöne Schmetterling sich auf, Nektar zu finden und selbst Eier zu legen. Erst danach trifft unser Schmetterling auf ein zweites Exemplar und die beiden tanzen und wirbeln im Liebesrausch durch die Blumen. Da stimmt doch etwas mit der Reihenfolge nicht. Auch danach legt sie wieder Eier und dann können wir viele Schmetterlinge bewundern und die Bilder sind sehr eindrucksvoll gezeichnet. 
Der gereimte Text erzählt uns vom Leben der Schmetterlinge und die genauen Illustrationen zeigen uns die Entwicklung und die Schönheit diese zarten Tiere. Ein sehr informatives Sachbuch mit zarten Bildern, das naturinteressierte Kinder sicher immer wieder anschauen werden.

Dagmar Mägdefrau

Schluss. Aus. Basta!   

Schluss. Aus. Basta!
Nina Wehrle
NordSüd
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Das Format dieses Bilderbuches ist schon besonders, es kommt ganz schmal und hoch daher und zeigt drei Hunde und oben im Baum ein Eichhörnchen.
Da sitzen die drei Hunde hintereinander und fordern das Eichhörnchen, das auf einem Ast relaxt, auf, mit ihnen zu spielen.
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Während es sich zwei der Hunde am Boden gemütlich machen, streckt sich einer am Stamm hoch, „Jetzt komm schon…“ Dann machen zwei Hunde ein Würstchen, was sicher alle Kinder erfreuen wird, und versuchen damit, das Eichhörnchen zu zwingen herunterzukommen. Jetzt ist das Eichhörnchen erbost und „schießt“ mit Nüssen. „Entweder du spielst mit uns oder wir finden dein Nuss-Versteck.“ drohen die Hunde und buddeln schon los. Erstaunlich, was sie alles dort finden, doch das Eichhörnchen lockt sie von seinen Schätzen weg. So geht es immer weiter mit Drohungen und Erpressungen, bis die Hundebesitzer*innen auftauchen. 
Wer kennt sie nicht die Sprüche, die mit „Entweder“ beginnen und mit einer Drohung oder einem Versprechen enden? Hier geht es lustig zwischen den Tieren hin und her. Die Illustrationen sind geprägt von den hohen schlanken Baumstämme und dem grellen Grün. Die Texte sind sehr kurz und sie werden durch Geräusche ergänzt. Ein ungewöhnliches Buch mit viel Humor.

Dagmar Mägdefrau

Schicke Hunde  

Schicke Hunde  
Tini Malina
NordSüd
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Der rote Hund auf dem Cover tragt eine karierte Schirmmütze und eine Fliege. Natürlich schaut er sich gerne im Spiegel an und seine Frisur muss immer gut liegen, selbst seine Dressur ist elegant, dazu sehen wir ihn im rosa Tütü auf einem grünen Ball balancieren. 
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Sie tragen „Fesche Bänder“ und haben Terminkalender. So erfahren wir einiges über schicke Hunde, doch auch sie zerbeißen mal einen Schuh oder beriechen sich am Po.
Ganz kurze Sätze reimen sich über die Seiten hinaus. Die Illustrationen sind sehr sparsam angelegt, so gibt es nur wenige Farben und im Gesicht des Hundes dominieren die Augen. Trotzdem wird alles verständlich dargestellt und das Vorlesen macht sicher auch kleineren Kindern Spaß.

Dagmar Mägdefrau

Stopp-Schutz-Schild – Familie Weißbescheid – Band 3

Stopp-Schutz-Schild - Familie Weißbescheid - Band 3
Dr. med. Konstantin Wagner
RiWi Verlag
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Die Kinder auf dem Cover halten ihre Hände abwehrend hoch und zeigen uns damit „Stopp!“
Auf der ersten Doppelseite sehen wir einen dörflichen Marktplatz mit vielen kleinen Menschen, die meisten gehen zur Eisdiele und so endet der Text mit der Frage „Magst du auch Eis?“
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Auch die Familie Weißbescheid ist hier unterwegs und Lasse und Mathilda zieht es zum Brunnen. Da Lasse nicht auf die Mauer klettern kann, möchte ein Mädchen ihm helfen und greift ihm unterstützend an den Po. Da ruft Mathilda „Stopp!“ und erklärt, dass man nicht einfach einen anderen Körper berühren darf, zur Unterstützung ihrer Aussage hält sie die Hand mit der Handfläche zu dem Kind hoch. Inzwischen haben die Eltern Eis geholt und alle setzten sich auf eine Bank. Da taucht Tante Magda auf und will Lasse einen Kuss geben. Auch hier findet der „Stopp-Schutz-Schild“ Anwendung. Es folgt eine Erklärung, die der Tante einleuchtet. 
Dieses Pappbilderbuch zeigt anschaulich und kindgerecht, dass nur wir entscheiden, was mit unseren Körpern geschieht und dass wir lernen müssen, das „Stopp-Schutz-Schild“ gegenüber anderen anzuwenden. Nur so werden unsere Kinder selbstbewusst und werden später die Worte „Stopp“ und „Nein“ anwenden. Es geht aber auch um Gefühle, darum um Hilfe zu bitten und um einen liebevollen Umgang miteinander. Klare Illustrationen unterstützen die wichtigen Aussagen.
In jedem Buch dieser Reihe gibt es QR-Codes mit Erklärungen für die Erziehenden.

Dagmar Mägdefrau

MitMenschen – Familie Weißbescheid – Band 6

MitMenschen - Familie Weißbescheid
Dr. med. Konstantin Wagner
RiWi Verlag
Verlagsempfehlung ab 4 Jahren
Mathilda und Lasse stehen auf einem Baumstumpf und im Hintergrund sind einige Menschen zu sehen. Diesmal geht es darum, „Fremden und Bekannten sicher zu begegnen.“
Während Mama und Mathilda Kastanien sammeln, fährt Lasse mit seinem Rad durch eine Pfütze.
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Als er sein Rad abstellt, spricht ihn der Parkwächter an. Diesen Mann kennt Lasse zwar, doch als er mit ihm zum Radaufstellplatz gehen möchte, geht Lasse nicht mit. Erst muss er seine Mama fragen. Als Mama dazu kommt, ist ihr die Situation nicht geheuer und deshalb fasst sie Lasse zu fest an der Schulter, so das er sich später bei ihr beschwert. Die Mutter nimmt das sehr ernst und entschuldigt sich bei ihrem Sohn. Mama versucht zu erklären, dass man durchaus grüßen darf, aber trotzdem vorsichtig sein muss. Mathilda erzählt davon, wie sie der Postbotin die Türe geöffnet hat. Im zweiten Teil des Buches möchte Tante Magda unabgesprochen Lasse aus der Kita abholen. Später werden Kastanienmännchen gemacht und in einem kleinen Rollenspiel geht es um das Thema „Geheimnisse“. 
Ganz hinten im Buch gibt es eine gemeinsame Übung, bei der es um Situationen geht. Das Thema, das in diesem Pappbilderbuch besprochen wird, ist nicht einfach zu erklären, denn man kann leider den Menschen nicht ansehen, was sie mit dem Kindern machen werden. Da heißt es sensibel damit umgehen und hier werden anhand von Beispielen einige Situationen dargestellt. In ersten Linie ist es wichtig, die Kinder zu sensibilisieren und da kann uns dieses Buch sehr gut unterstützen.
In jedem Buch dieser Reihe gibt es QR-Codes mit Erklärungen für die Erziehenden.

Dagmar Mägdefrau

Ein Jahr im Muminhaus

Ein Jahr im Muminhaus
Inspiriert von den Werken von Tove Jansson
Filippa Widlund
Aus dem Englischen von Bernd Stratthaus
annette betz
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Schon diese Aufmachung diese Buches ist kaum zu toppen, man öffnet die kleine grüne Schleife an der Seite des Buches und dann kann man das Buch zu einem runden dreidimensionalen Karussell auseinanderklappen. Mit dem Band wird es dann fixiert und wir können es drehen und anschauen. 
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Zunächst wird es Frühling und Mümmla und ihre 34 Kinder kommen zu Besuch. Mumin wartet auf den Schlüpferich. Im Laufe des Frühlings wird aus den Pflanzen ein Dschungel, den wir vorne sehen, weiter hinten im Haus wird vorgelesen. Es wird Mittsommer und alle feiern und sitzen essend um den großen Tisch. Dann wird es Herbst und der Dampfkochtopf steht auf dem Herd, um Marmelade einzukochen. Die warmen Erdfarben werden kühl und der Winter kommt. Auf dem letzten Bild sehen wir einen Tannenbaum.
Die Texte sind immer sehr kurz und beziehen sich auf die jeweilige Jahreszeit. Es werden einige Namen genannt, die Muminkenner sicher besser zuordnen können als ich. Alle Illustrationen sind sehr schön gestaltet und sie kommen dadurch, dass wir sie in mehreren Schichten sehen können, besonders gut zur Geltung. Ein zauberhaftes Buch, in dem es sehr viel zu entdecken gibt.

Dagmar Mägdefrau

Ich und alle meine Ichs     

Ich und alle meine Ichs     
Andreas Thamm
Melina Lebel
Edition Pastorplatz
Verlagsempfehlung ab 5 Jahre
Da sehen wir den kleinen Jungen forsch übers Cover laufen und im Hintergrund sehen wir seine Schatten, die er in der Vergangenheit und in der Zukunft wirft.
Sam stellt sich uns vor und er ist fast so groß wie drei Kisten Apfelsaft, die neben ihm stehen.
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Seine Mama misst ihn an der Wand und macht einen Strich, denn Sam hat einen Schuss gemacht. Dann zeigt sie ihm Bilder als Baby in der Badewanne, ohne Zähne und mit wenig Haaren. Wir sehen ihn krabbeln und den jetzigen Sam einen Handstand machen. Seine Mutter packt das Handy mit den Bildern weg und Sam hat nun Bilder in seinem Kopf. Da erlebt er einiges, wächst und fährt vielleicht Motorrad. Dann überlegt er sich, wie es wäre, wenn er so alt wie Papa ist und er hat da einige tolle Ideen. Da Opa es am besten findet, in Rente zu sein, hat Sam auch für diese Zeit Möglichkeiten, was er tun könnte. Wunderschön ist dann die Doppelseite, auf der Sam über seine verschränkten Arme auf die kleinen Sams schaut, die vor ihm gezeichnet sind. Es ist einfach toll, mit wieviel Optimismus er auf seine Zukunft schaut.
Ich glaube, dass sich die Kinder hin und wieder vorstellen, wie das Leben weitergeht und hier wird die Vorstellung von wunderschönen Bildern begleitet. Wir erkennen unseren Sam in allen anderen Sams wieder und freuen uns mit ihm auf das, was kommt. Nach der Lektüre können wir zusammen weiterspinnen und uns selbst Bilder machen. Einfach herrlich!

Dagmar Mägdefrau

Wie der riesige, miese Monsteralbtraum ein Kind fand, das ihn zu Ende träumt 

Wie der riesige, miese Monsteralbtraum ein Kind fand, das ihn zu Ende träumt
Gundi Herget
Mele Brink
Edition Pastorplatz
Verlagsempfehlung ab 7 Jahre
Da sehen wir ihn schon sitzen, den Monsteralbtraum. Er schaut mit einem Fernglas auf die Häuser und hält einen kleinen Teddy im Arm. Da sitzt er auf dem nächsten Bild auf einem Kissen und in der Denkblase steht „Ich will endlich wissen, wie ich ausgehe!“ 
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Und genau das ist sein Problem, denn die Träumer werden immer wach, bevor der Traum zu Ende geht. 
Es wird Abend und das Monster lauert auf einem Dach und lauscht, wie die Kinder zu Bett gehen. Wir erfahren, wie unterschiedlich die Kinder sich verhalten und sehen das Traummonster, wie es sich in die Träume drängelt. Das Bild, auf dem der Junge schlafend im Bett liegt und das Monster immer wieder aus seinem Traum wirft, ist einfach sooo schön. Meist wachen die Kinder aber auf, wenn er sich in ihre Träume stiehlt und auch da werden uns Beispiele gezeigt. Aber auch Albträume gibt es in unterschiedlichen Variationen und die werden auf der nächsten Doppelseite beschrieben und gemalt. Und dann lernen wir Julian kennen, der sich nie an seine Träume erinnert und die deshalb nicht seinen Mitschülern erzählen kann.
Niemand will einen riesigen miesen Monsteralbtraum erleben, aber in diesem Buch sehen wir den Albtraum aus der Sicht des Monsters und vielleicht lohnt es sich ja, nicht aufzuwachen und das schöne Ende des schlimmen Traumes zu erleben.
Neben den fantasievollen Illustrationen konnte ich hier eine ungewöhnliche Geschichte lesen und es ist einfach toll, „den riesigen, miesen Monsteralbtraum“ vorzulesen, da wird die Stimme automatisch ein wenig unheimlich.

Dagmar Mägdefrau

Heute fahren wir nach Anderswo   

Heute fahren wir nach Anderswo
Klaus Baumgart
Baumhaus
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Schon auf dem Cover sehen wir die beiden Kinder in dem gemalten Auto losfahren. Das kleine Mädchen hat den roten Stift in der Hand.
Klaus Baumgart wird uns als Autor vorgestellt und er sitzt zusammen mit seinem Oskar in einem gemalten Auto, denn dieser Enkel hat ihn beim Illustrieren des Buches unterstützt.
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Und dann sehen wir den Jungen im Buch, der auch Oskar heißt, er langweilt sich. Da sieht er das Mädchen und sie hat „Elfenkreide“ dabei. Obwohl Oskar meint, „So was gibt es doch gar nicht“, schaut er ihr beim Malen zu. Und schon ist da das rote Auto zu sehen, in das die beiden einsteigen und nach Anderswo fahren. Sie fahren hoch und runter und Oskar spürt das im Magen. Es geht rein und raus, sie sind groß und klein, langsam und schnell. Aber dann taucht ein Riese auf und der hilft ihnen weiter, weil sie sich verfahren haben. Nach dem tollen erlebnisreichen Tag liegt Oskar im Bett und denkt an Morgen.
Die real gezeichneten Kinder bewegen sich in einer von Kinderhand gemalten Welt und dieser Gegensatz fasziniert mich sehr. Die Kinder werden sich in den Zeichnungen wiederfinden und können selbst so eine Welt erfinden und zeichnen. Was kann da nicht alles entstehen? Ein Bilderbuch voller Abenteuer und über eine ganz liebevolle Freundschaft.

Dagmar Mägdefrau



Stock & Stein   

Stock & Stein   
Anna-Kathrin Behl
Baumhaus
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Auf dem fröhlich bunten Cover sehen wir einen kleinen runden grauen Stein und einen kleinen geraden Stock. Diese beiden sehen wir im Dunkel einer Kinder-Jackentasche wieder. Hier liegen sie zusammen mit einigen anderen Dingen, die Kinder gerne in ihren Taschen sammeln. 
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Auf der nächsten Seite sehen wir sie bei Licht und dann kommt eine „große erwachsene Hand“ und wirft unsere beiden Freunde vor die Tür, denn die Jacke soll gewaschen werden. Der Stein hat eine Menge Fantasie und überlegt, was alles mit ihnen geschehen könnte. Das sind sehr schöne Ideen, aber auch beängstigende. Zum Glück landen sie am Ende wieder in der Tasche der Kinderjacke. Was für ein Glück.
Kennen wir das nicht alle, da hat das Kind wieder so viel Kempel in seinen Taschen? Zum Glück wirft die Hand die beiden nicht in den Müll, sondern zurück in die Natur. Ich fand es herrlich zu lesen, was sich die beiden einfallen lassen, was alles passieren könnte. Die meisten der kurzen Texte stehen in Sprechblasen und die Zeichnungen zeigen trotz der einfachen „Gesichter“ sehr schön die Mimik und die Gefühle der beiden. Also nie Sachen aus den Kindertaschen achtlos wegwerfen.

Dagmar Mägdefrau

Disko im Zoo

Disko im Zoo
Andrea Schomburg
Barbara Nascimbeni
Tulipan
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Auf dem Cover sehen wir schon die Zootiere, die gemeinsam feiern wollen. Ganz vorne tanzen die beiden Pinguine, deren Geschichte hier in wunderschönen Reimen erzählt wird.
Mitte Mai wird der Zoo abgeschlossen und alle Tiere freuen sich auf die Diskonacht.
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Gerti Gnu schlüpft in die roten Hackenschuh und Schwein und Stinktier sprühen sich mit Parfüm ein. Dann sehen wir die ganze Truppe auf die Festtagswiese strömen und schon wird wild durcheinander getanzt. Die Pinguine Pong und Ping „tanzen ganz verliebt den Swing und der Ping sagt: “Nach dem Fest bauen wir ein Pinguinnest!“ Doch da sie zwei Männchen sind, wird das Nest leer bleiben. Doch dann meldet sich Marei, die Pinguinfrau, „und sie sagt zu Pong und Ping: „Das ist doch kein großes Ding. Kriegt ihr halt von mir ein Ei – ich leg eh ja immer zwei.“ So endet das Buch mit dem Schlüpfen der kleinen Emilie.
Wir schön, dass hier so eine wundervolle unbürokratische Lösung gefunden wird, die unser Paar zu seinem Glück verhilft. Eine fröhliche Buch mit vielen feiernden Tieren, die aufeinander Acht geben und die ohne Vorurteile miteinander umgehen. Die herrlich bunten Bilder zeigen ein vergnügtes Fest und die Reime sind wieder so treffend und voller Witz und so prima vorzulesen. Einfach traumhaft schön.

Dagmar Mägdefrau

Willkommen, Onkel Nouruz!   

Willkommen, Onkel Nouruz!
Rashin Kheiriyeh
Übersetzt von Susanne Seidita
NordSüd
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Ein wunderschön farbiges, fröhliches Cover, auf dem ein runder gedeckter Tisch von einem älteren Paar und Kindern umrahmt ist. Die schwarze Katze ist auch nicht zu vergessen, die im Buch auf jeder Seite zu finden ist.
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Zunächst sehen wir eine Kinderzeichnung, auf der Kinder einen Schneemann bauen. Dann Onkel Nouruz auf einen fliegenden Teppich. Und dann starten wir mit der Anfangszeichnung, nur ist sie diesmal bunt und Naneh Sarma, die Großmutter des Winters, steht vor ihrem Haus. Zu Frühlingsbeginn soll dann Onkel Nouruz auftauchen. Es wird berichtet, dass die beiden sich immer verpassen würden.
Dann geht es an die Vorbereitungen zum großen Frühlingsfest, es wird geputzt, eingekauft, sich neu eingekleidet, sich herausgeputzt, gekocht und der Tisch gedeckt. Alles das macht die Großmutter mit Hilfe der Kinder. Als dann alles fertig ist, schläft sie erschöpft ein und so verpasst sie wieder den Besuch von Onkel Nouruz.
Im Nachwort erklärt uns die im Iran geborene Autorin, dass Nouruz „neuer Tag“ bedeutet und den Beginn des Frühlings und des persischen Neujahrs angibt. Hier lernen wir den Ablauf und die Tradition dieses Festes kennen und können uns mit Hilfe der wunderschönen Bilder vorstellen, wie schön so ein Neujahrsfest gefeiert wird.

Dagmar Mägdefrau

Nadja und Elias feiern Pessach

Nadja und Elias feiern Pessach
Eva Lezzi
Anna Maria Praßler
Cyndia Hartke
Vermes- Verlag
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Tante Darja hebt das Glas, auf dem festlich gedeckten Tisch steht der große runde Sederteller mit den Speisen, die alle eine symbolische Bedeutung haben. 
Nadja und Elias sind befreundet und als sie am Spielplatz auf dem Klettergerüst sitzen, lädt Nadja ihren Freund zum Pessachfest zu sich nach Hause ein.
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Nicht nur die Männer tragen eine Kippa, auch die emanzipierte Tante vom Cover trägt eine bunte Kippa. Auf den Teller liegt ein kleines Buch, die Hagadda, darin steht die Geschichte des Auszugs aus Ägypten, die gleich in unterschiedlichen Sprachen vorgelesen wird. Da der nette Großvater aus Russland stammt wird, Elias nicht nur auf Deutsch, Hebräisch sondern auch auf Russisch begrüßt. 
Wir nehmen an diesem wichtigen jüdischen Fest zusammen mit Nadjas Familie, Elias und seinem Vater teil. Wir erfahren, wie der Ablauf ist und warum in den nächsten Tagen Mazzen, ungesäuertes Brot, gegessen wird. Pessach ist mir vom Namen her ein Begriff und ich weiß auch, dass dieser Termin mit unserem Osterfest zusammenhängt. Im Alten Testament wird uns berichtet, dass Gott die Juden aus der Sklaverei in Ägypten befreit hat.
Die Illustrationen zeigen uns sehr realistisch die einzelnen Abschnitte der Feier und der Text erklärt, warum alles genauso ablaufen muss. Ich habe mich so gefühlt, als wenn ich ebenfalls zu Gast wäre. Unterhaltsam, informativ und sehr gut verständlich zeigt uns dieses Bilderbuch etwas über die jüdische Kultur und ich finde es sehr wichtig, etwas darüber zu erfahren. Denn was man kennt, ist nicht mehr fremd. Auf den letzten beiden Seiten gibt es noch einige Sachinformationen.

Dagmar Mägdefrau

Zwei ganz besondere Freunde   

Zwei ganz besondere Freunde
Aline Portman
Aus dem Niederländischen von Eva Schweikart
Mixtvison
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Auf dem Cover sehen wir den kleinen rothaarigen Jungen mit der großen runden Brille, der seine Buch in der Mähne eines Löwen liegend liest.
Dieser Junge wünscht sich, wie so viele Kinder ein Haustier, aber es soll schon ein ganz besonderes sein.
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Da denkt er zuerst an einen Wal, und wir sehen Theo mit dem Wal an der Leine spazieren gehen. Dann kommen ihm doch berechtigte Zweifel und es ist schon witzig, die Bilder anzuschauen. Als nächstes wählt er einen Bären, aber das scheitert an am Winterschlaf des Tieres. Als nächste kommt ein Löwe in Frage, 
Dann lernen wir Oskar, den Hund, kennen. Er wollte kein gewöhnliches Herrchen. So erträumt er sich einen Wikinger oder eine Königin. Werden die beiden zusammenkommen?
Die Illustrationen sind sehr minimiert, auch farblich sehr eingeschränkt und zeigen trotzdem sehr genau, was uns der kurze Text beschreibt.
Für mich ein Buch, dass Potenzial zu einem Klassiker hat.

Dagmar Mägdefrau

Wenn es Licht wird im Wald – Vorlesegeschichten von Bär Brumm und seinen Freunden

Wenn es Licht wird im Wald – Vorlesegeschichten von Bär Brumm und seinen Freunden
Kaisa Happonen
Anni Vasko
Aus dem Finnischen von Anu Stohner
Hanser
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Auf dem Cover sind alle Tiere abgebildet, auf die wir im Laufe der Geschichten treffen werden. Ganz unten der kleine Bär Brumm und sein Freund.
In der ganz kurzen Auftaktgeschichte fragt der Feuerfalter Brumm, was man „Im Licht des Waldes sehen kann“.
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Und natürlich kann man den Feuerfalter sehen, der ist ganz groß und rot auf der nächsten Doppelseite zu bewundern. Brumm kann nicht mit seinem Freund toben und den Baum hinaufklettern, weil er überlegt, wie die Nacht anfängt. Sein Freund zeigt es ihm und so gibt es drei Doppelseiten ohne Text, auf denen sich der Wald immer dunkler färbt. Dazu passt, dass der Schildrohrsänger ständig singt und nur eine Pause macht, „wenn der Abend zur Nacht wird.“
Die poetischen Geschichten sind zart und mit wenigen Worten erzählt, dennoch beinhalten sie wichtige Aussagen. Aber ganz besonders schön sind die Illustrationen, die großformatig und trotz der deckenden Farben durchscheinend wirken. Sie erinnern mich an japanische Kunst, aber ich bin da keine Expertin.
Ich kann nur bestätigen, dass ich nach der Lektüre sanft eingeschlafen bin.

Dagmar Mägdefrau

Toto

Toto
Hyewon Yum
Aus dem Amerikanischen von Diana Steinbrede
Von Hacht
Leseempfehlung ab 4 Jahre
Auf dem Cover sehen wir das kleine Mädchen und oben an der Stirn hat sie ein Feuermal, das sie Toto nennt.
Sie überlegt, wie sie ohne dieses Mal wohl aussehen würde. Wäre sie hübsch oder unscheinbar?
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Charlie findet es cool und schreibt ihm Superkraft zu, Oma küsst es traurig und Mama spricht von dem Kuss eines Engels. „Manchmal sehen die Leute nur Toto und nicht mich.“ - Wird sehr wirksam dargestellt durch einen Kopf mit rotem Mal, aber ohne Gesicht. Mama schneidet ihrer Tochter einen Pony, unter dem sie Toto versteckt, als sie in die Schule kommt. Am ersten Schultag findet sie direkt eine beste Freundin, sie heißt Niko und die beiden machen alles zusammen. Doch als sich das Mädchen kopfüber an eine Turnstange hängt, sieht Niko Toto. Wie wird sie reagieren?
Eine wundervolle Geschichte über eine liebevolle Freundin, die in Toto etwas Besonderes sieht. Obwohl ihre Familie sie immer wieder aufbaut, hat das kleine Mädchen Zweifel. Sie ist unsicher, weil sie dieses rote Zeichen auf der Stirn trägt, doch ihre Schulfreundin gibt ihr das Selbstvertrauen, das sie benötigt, um stolz durch die Welt zu gehen.
Die einfachen Bleistiftzeichnungen, in denen nur das Gesicht und Toto farbig gezeichnet sind, zeigen hervorragend die wechselnden Gefühle und die Veränderung von Toto, die damit verbunden ist. Eine Geschichte, die uns zeigt, dass vermeintlicher Makel auch etwas Besonderes sein kann.

Dagmar Mägdefrau