Verein zur Förderung der Kinder- und Jugendliteratur e.V.

Kinderbücher

Hilfe, meine Lehrerin ist ein Gorilla! 

Hilfe, meine Lehrerin ist ein Gorilla!
Meike Haas
Jan Reiser
dtv
Verlagsempfehlung ab 8 Jahre
Das Titelbild zeigt uns Milo, der mit dem Gorilla über das Dach steigt. Milo ist nicht so der begeisterte Schüler, lieber daddelt er auf seinem Handy herum. So kam es, dass seine Bio-Lehrerin, die zickige Frau Lowitz, ihm das Handy für drei Tage weggenommen hat. Nun hat er es endlich wieder zurück und es muss gleich schauen, was er verpasst hat. Deshalb geht er in Mathe erstmal aufs Klo. Dort hat er vielleicht etwas viel Zeit verbracht, denn als er zurückkommt, sind alle weg. Als er im Lehrerzimmer durch die Tür kommt, steht er einem riesigen Gorilla gegenüber. Aber dann fängt der auch noch an zu sprechen und die Stimme ist einwandfrei die von Frau Lowitz. Wie ist das möglich und ist Milo wirklich schuld an dieser Verwandlung? 
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Trotz der etwas albernen Situation gibt es eine scheinbar logische Erklärung, einen tollen großen Bruder, einen besonnenen Freund und ein hyperaktive, hochintelligente Freundin. Zusammen kommen sie einem großen Betrug auf die Spur.
Auch wenn die Mischung aus Realität und Spiel, bei der die Personen wechseln können mich sofort an „Level 4“ erinnerte, so haben wir hier doch eine ganz andere Situation und auch die Lösung liegt ganz woanders. Das Buch hat viel Humor und Spannung, zeigt uns am Ende, wie wichtig Freundschaft und Vertrauen doch sind. Ganz besonders toll finde ich die Illustrationen.

Dagmar Mägdefrau

Das Erwachen der Magie

Das Erwachen der Magie
Gabriele Rittig
Marek Bláha
Faryland
Leseempfehlung ab 9 Jahre
Das Buch beginnt mit einem Alptraum, den Kelvin hat. Er glaubt sich im verbotenen Bannwald und plötzlich taucht ein böser Troll vor ihm auf. Kelvin und sein bester Freund der Elf Jarven sind gerne gemeinsam unterwegs, doch diesmal kommt bei der Heimkehr eine schlimme Überraschung auf sie zu. Ihr schönes Dorf wurde von den Trollen überfallen und die haben vieles zerstört, auch das Haus von Kelvins Oma. Aber das Schlimmste ist Kelvins kleine Schwester wurde geraubt. 
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Da bleibt den beiden Jungen nicht anderes übrig, zumal die erwachsenen Männer nichts unternehmen wollen, sie machen sich auf das kleine Mädchen zu befreien. Das bedeutet aber, sie müssen den Bannwald durchqueren und das werden die Feuerelfen nicht zu lassen. 
Viele gefährliche Abenteuer wartet auf die beiden mutigen Jungen, doch sie bekommen auch Hilfe von einem Feuerelfen-Mädchen, das damit auch ihr Volk retten will.
Mit cleveren Ideen ist die Geschichte gespickt und der Ablauf in sich logisch, was ich auch bei Fantasy-Erzählungen sehr wichtig finde. Die Schwarz-weiß-Zeichnungen sind diesmal nicht so ganz nach meinem Geschmack, alles ist sehr spitz und die Gesichter wirken auf mich böse. 
Sieben Kapitel in größerer Schrift, einige Bilder und viel fantasievolle Spannung. Da lohn sich das Lesen, zumal die Magie ja erst erwacht und wir sich noch mehr über die drei Freunde erfahren werden.

Dagmar Mägdefrau

Am schönsten ist es in Sommerby

Am schönsten ist es in Sommerby
Kirsten Boie
Oetinger
Sommerby
Verlagsempfehlung ab 10 Jahre
Nach der schönen gemeinsamen Feier zu Weihnachten scheint die Stimmung zwischen Mama und Oma jetzt wieder nicht mehr so gut zu sein. Deshalb soll es in den Osterferien nach Gomera gehen, Sonne tanken. Doch als Mikkel das hört, will er natürlich lieber wieder nach Sommerby. So überreden sie die Eltern zu einem Liebesurlaub und fahren zur Oma. Bei der gibt es wie immer Bauernfrühstück, doch Martha isst nur noch die Bratkartoffeln, weil sie jetzt vegan lebt. Für Oma wieder etwas Neues, aber erstaunlicherweise lernt sie schnell damit zurecht zu kommen, auch wenn sie immer ein paar entsprechende Bemerkungen macht.
Martha macht es sich aber auch sonst nicht leicht mit ihrer Eifersucht, ihr Freund ist zurzeit in Amerika und da gibt es einige Missverständnisse. 
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Mikkel macht sich wieder ganz viele Gedanken um die Tiere, zum Glück sind noch alle Hühner da und die Gänse haben sogar ganz viel Nachwuchs. Der kleine Mats und seine naive Kindergläubigkeit ist so liebenswert, dass man ihm alles verzeiht, denn immer meint er es nur gut. 
Einen neuen Teil Sommerby zu beginnen, fühlt sich an, wie mal wieder an den bekannten beliebten Urlaubsort zurückzukehren, liebe gute Freunde wieder zut reffen. Oma, die mit ihrer schroffen, aber doch liebevollen Art ihre Enkel oft sehr gut versteht. Martha, die schon so viel verstehen und begreifen kann und die sich für ihre Brüder verantwortlich fühlt, die mit ihrer Hilfsbereitschaft das ganze Dorf motiviert. Und natürlich die beiden Jungs, deren Gedanken immer wieder ein Lächeln bei mir erzeugen.
Eine wundervolle Erzählung, von einem Ort, der einfach nur perfekt ist. So perfekt, dass er nur erdacht sein kann? Von Freundschaft, Hilfsbereitschaft, junger und alter Liebe, Tierliebe und einer schönen Landschaft. Ich hoffe, ich darf bald wieder hin.

Dagmar Mägdefrau

Aufregung im Hühnerstall – Ein Fall für Martha & Mischa  

Aufregung im Hühnerstall - Ein Fall für Martha & Mischa  
Hubert Flattinger
Petra Hartlieb
Ulrike Halvax
Leykamp:
Ein Fall für Martha & Mischa
Leseempfehlung ab 6 Jahre
Die Zwillinge Martha und Mischa erzählen uns die Geschichte in abwechselnden Kapiteln. Schon vor einiger Zeit sind sie von Wien nach Kräfeld gezogen und haben hier mit anderen Kindern die glorreichen Sieben gegründet. Während der etwas tollpatschige Papa zu Hause arbeitet, hat die Mama eine Kleintierpraxis. Vom Fall des ersten Teiles ist ihnen ein großer Hund geblieben, der die Familie komplett macht. 
Als Martha auf dem Markt einen Händler beobachtet, der schlecht mit einem toten Küken umgeht, möchte sie gerne mehr über „Happy Eggs“ erfahren. Schnell kann sie die Freunde überzeugen, dass sie einer wichtigen Spur folgen sollten.
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Durch den Wechsel der Erzählenden ändert sich immer wieder der Blickwinkel. Das belebt die Geschichte zusätzlich, genauso wie die eingestreuten kleinen Bilder. Die sieben Kinder ergänzen sich sehr gut und kommen prima miteinander aus, wenn auch die Zwillinge meist das Sagen haben. Eine fröhliche Figur ist die Busfahrerin Elfi, die letztlich auch an der Klärung beteiligt ist. 
Ein rundum gut zu lesen und zu verstehendes Buch mit einer guten, spannenden Erzählung. Was mir aber am besten gefiel, war die wundervolle Lösung mit Hilfe der Kinder.

Dagmar Mägdefrau

Wir sind Weltklasse   

Wir sind Weltklasse 
Tanya Lieske
Sybille Hein
Hanser
Verlagsempfehlung ab 8 Jahre
Die 19 Kinder der Igelklasse kommen aus vielen Ländern, auf dem Cover sitzen einige von ihnen auf dem Dino Mathilda, den sie selbst, mit etwas fachmännischer Hilfe, gebaut haben. Im Einband sind Portraits der Kinder und ihre Namen zu sehen. Adam kommt aus Polen und er erzählt uns, was sie in der Schule so alles erlebt haben. Er berichtet aber auch von seiner Familie, besonders von seinem Opa, der auf Polnisch „Dziadek“ genannt wird. Er betreibt einen Laden für polnische Lebensmittel auf der Kölner Straße. Auf dieser Geschäftsstraße des Viertels gibt es viele unterschiedliche Läden, so auch eine Fundgrube, die ein vermischtes Angebot hat, dass die Kinder in die Regale räumen. Kann es sein, dass es in einem leerstehenden Zoogeschäft spukt? 
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Frau Meister, die Lehrerin der Igelklasse, ist einfach nur toll. Sie fährt mit den Kindern nach Frankfurt ins Museum, kann verstehen, dass sich ein Mädchen dort ängstlich versteckt, baut mit den Kindern einen Dinosaurier und unterstützt die Zweitklässler, wo sie nur kann. Dazu gibt es Regeln, die das Zusammenleben einfacher machen und ganz viel Verständnis von Seiten der Klassenlehrerin. Eine Traumlehrerin!
Das Buch bietet einen Einblick in den ganz normalen Alltag unserer Kinder. Viele Nationen sind da zusammen, aber das fällt eigentlich gar nicht ins Gewicht. Eher, dass Mariam nicht stillsitzen kann, Yanis, der so gerne vorliest, stottert und Artem nicht spricht. So haben die Kinder ihre Eigenarten, die sie aber auch liebenswert machen. 
Die Schrift ist etwas größer und es gibt einige kleine Bilder auf einigen Seiten, aber die Geschichte ist so einfallsreich, dass man es ganz schnell lesen möchte. Und für die, die keine Haustier haben, gibt es noch die Maus Karol.

Dagmar Mägdefrau

Mina Wirbelfee          

Mina Wirbelfee          
Zoe Magdalene
Coppenrath
Verlagsempfehlung ab 5 Jahre
Mina Wirbelwind wartet sehnsüchtig auf ihren siebten Geburtstag, denn an dem Tag bekommen kleine Feen ihre Zauberkräfte. Nur leider kann man die Schrift in der Mitteilung der Feenkönigin nicht lesen und so macht sich Mina auf den gefährlichen Weg ins Schloss auf Wolke sieben. Bis dahin muss sie einige Abenteuer bestehen, sie hat aber den Dackel Rüdiger, einen niedlichen kleinen Kerl, an ihrer Seite und auch die Warze Wanda, die sich selbstständig bewegen kann, sucht mir ihr das Abenteuer. Mina schafft es, die bösen Blumen auf der Wiese zu besänftigen und so geht es langsam für sie voran zum Ziel.
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Das Buch ist wunderschön illustriert und dank der Vielzahl der Bilder kann man das Buch auch schon Vorschulkindern vorlesen. Leider kommt auch dieses Buch am Trend „Pupsen“ nicht vorbei und einige Situationen scheinen mir nicht ganz logisch. Ich gebe zu, da bin ich etwas empfindlich. 
Natürlich ist das Cover ein echter Hingucker und kleine Mädchen werden diese süße Fee und den glitzernden Feenstaub lieben, ob das Buch auch Jungen anspricht, wag ich zu bezweifeln.

Dagmar Mägdefrau

Moritz macht das Spiel

Moritz macht das Spiel
Frauke Nahrgang
Kosmos
Verlagsempfehlung ab 6 Jahre
Neben dem blonden Moritz ist Mehmet und die rothaarige Catrina auf dem Cover zu sehen.
Moritz muss, nachdem der Vater ein Freundin hat, mit der Mutter zum Großvater ziehen. Er war bisher Stürmer beim SV Hulstorf und ihm fehlt das Fußballspielen sehr. Da fragen ihn die Kinder auf dem Bolzplatz, ob er mitspielen möchte. 
Nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte, hatte ich ein Déjà-vu, diese Situation gab es schon in einigen Büchern. Obwohl Moritz das Angebot als Teufelskicker im Verein Blau-Gelb mitzuspielen, brüsk ablehnt, kommen die Kinder noch einmal auf ihn zu und der Trainer meldet ihn offiziell zum Spiel an. 
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Jedes der sechs Kapitel endet mit einer Aufgabe, diese Aufgaben überzeugen mich nicht so ganz. Sie sind mir zu einfach für Grundschulkinder.
Die Geschichte ist nicht neu, Themen wie Trennung der Eltern und Erfolg im Fußball werden eine Besonderheiten und Spannung abgearbeitet. Die Illustrationen sind bunt, großformatig und realistisch.

Dagmar Mägdefrau

Ich bin hier!

Ich bin hier!
Joke van Leeuwen
Gerstenberg
Verlagsempfehlung ab 8 Jahre
Auf dem Cover sehen wir ein Kind, dass wohl auf einem Flachdach steht und sich bemerkbar machen will. Jona ist ein Mädchen, dessen Mutter verstorben ist und das deshalb an den Nachmittagen zu ihrem Vater ins Büro gehen darf. Er arbeitet in einem Hochhaus und da es Jona mit dem Papa, der „immer etwas fertig machen musste,“ und den sie dabei nicht stören durfte, langweilig wurde, erforschte sie das Dach. Nach der Arbeit gehen die beiden immer in das selbe Lokal und essen dort immer ein Gericht mit Püree. Dabei erzählt der Vater von dem Wasser, das kommen könnte. Durch Zufall ist Jano auf dem Dach, als das wohl eintritt, und alle sind verschwunden. 
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Erstaunlich, wie gut das kleine Mädchen die Tage alleine auf dem Dach ertragen kann, das kann nicht nur daran liege, dass der Vater vollstes Vertrauen in seine Tochter und ihre Fähigkeiten hat. Sie denkt viel nach, dass hat sie auch schon vorher getan, aber jetzt hat sie noch mehr Zeit dazu. Ihren Gedanken zu folgen hat etwas Faszinierendes. Manchmal schweift sie ab und doch wird am Ende das Bild rund. 
Ich muss gestehen, dass ich mich sehr schwer damit tue, dieses Buch zu bewerten. Zum einen ist die Geschichte sehr gut zu lesen. Jonas Ideen und Handlungen zu folgen, macht riesigen Spaß. Aber die Situation ist so unreal für mich. So empfinde ich den Vater als völlig gefühllos, ich finde es beängstigend, dass er nicht nach seiner Tochter sucht, sondern das Haus verlässt.
Außer dem sehr gut geschriebenen Text gibt es viele ungewöhnliche Zeichnungen, die das Buch sehr beleben und das Lesen vereinfachen. 

Dagmar Mägdefrau

Huuu-Berta – Das kleinste Gespenst von allen

Huuu-Berta – Das kleinste Gespenst von allen
Annette Langer
Sabine Sauter
Baumhaus
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Nominiert für den Deutschen Kinderbuchpreis 2023
Huuu-Berta ist ein ziemlich kleines Gespenst und sie wird wohl auch nicht größer. Um zu wachsen, muss sie nämlich bei  Menschen spuken und das traut sie sich nicht. Deshalb ist sie trotz ihrer 107 Jahre kleiner als ihre Cousinen. Ihr liebster Freund ist eine kleine schwarze Fledermaus, aber das wird in Gespensterkreisen nicht gerne gesehen, deshalb versteckt sich Flitzi auch meist in der Tasche von Bertas Latzhose. Die Gespenster in diesem Buch wohnen in einem verlassenen Hochhaus und tragen ganz normale Kleidung, allerdings sind Bertas Haare blau wie man auf den Cover sieht.
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Als die Gespensterkinder mal wieder mit dem „Magischen Maßband“, das ansagt, wie groß sie sind und warum sie gewachsen sind, ausgemessen werden, fällt Bertas Problem auf und ihre Lehrerin sperrt sie in einem Schrank, mit dem sie in die Menschenwelt gelangt. Leider wird der Schrank sehr bald als Sperrmüll entsorgt und so müssen Berta und Flitzi sich was einfallen lassen, wenn sie wieder zurückwollen. Da trifft es sich gut, dass ihnen ein Junge über den Weg läuft.
Mit etwas mehr als 100 Seiten, aufgeteilt in 18 Kapiteln und mit vielen schönen Bildern illustriert, lässt sich das Buch sehr gut (vor-)lesen. Die Gespensterwelt ist fantasievoll beschrieben, aber für mich nicht erstrebenswert, vielleicht weil sie oft an die Realität erinnert. Berta und ihr „Haustier“ sind ein tolles Team und es wird durch Ben sehr gut ergänzt. Sehr gut gefällt mir Bertas Ratschlag, alles den Eltern zu erzählen, die dann auch eingreifen konnten.
Am Ende des Buches kann man noch Aufgaben erfüllen und so ein „Gruselchen“ erwerben.

Dagmar Mägdefrau

Die 5 Doppelpunkte und der Wanderzirkus

Die 5 Doppelpunkte und der Wanderzirkus
Maria Braig
epubli
Die 5 Doppelpunkte
Leseempfehlung ab 8 Jahre
Ich habe mich sehr gefreut, dass es ein neues Abenteuer der 5 Doppelpunkte gibt, denn das erste Buch hat mir sehr gut gefallen und es war schön, die ungewöhnlichen Freunde wiederzutreffen.
Am Beginn des Buches werden sie noch einmal vorgestellt: Luke und Lena, die bei ihrem Papa und seinem Mann leben, während ihre Mutter als Ärztin unterwegs ist. Ferrari, die so genannt wird, weil sie sehr schnell in ihrem roten Rollstuhl unterwegs ist. Abdo, der aus Afrika geflüchtet ist, so wunderbar schwäbisch spricht und einen Blog mit seinen Fotos veröffentlicht. Dann ist da noch Slash, die auf die Frage „Junge oder Mädchen?“ mit „Ja, genau“ antwortet.
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Die Bande geht zusammen zur Schule und trifft sich fast jeden Tag in ihrem Gartenhaus. Diesmal wollen sie gemeinsam einen Zirkus besuchen und Lena freut sich auf das Ponyreiten in der Pause. Doch Ferrari, die selbst auf einem Therapiepferd reitet, sieht sofort den schlechten Zustand der Tiere und als dann die müden kleinen Tiere stolpern, werden sie mit einer Gerte geschlagen. Dagegen müssen die Freunde etwas unternehmen. Doch als sie mit dem Zirkusdirektor sprechen wollen, stellt sich heraus, dass ein einäugiges Pferd von der Weide verschwunden ist. Die Kinder machen sich auf die Suche nach dem Tier, aber in der Schule erfahren sie, dass auch ein Mädchen vermisst wird. Ein neuer Fall für die 5 Doppelpunkte.
Der „Fall“ ist schon nach Zweidrittel des Buches gelöst, aber es gibt dann noch ein neues Problem, dass die Kinder mit Ideenreichtum und Tatkraft bewältigen. Die Fünf sind sehr sympathische Kinder, die auch mal sauer sind und trotzdem finden sie immer wieder eine Lösung, weil sie zusammenhalten und Verständnis für die anderen haben. Ich wünsche mir noch viele solcher spannenden Fälle. 

Dagmar Mägdefrau

Die Erfinderbande – Schipp, schipp, hurra!

Die Erfinderbande - Schipp, schipp, hurra!
Nicolas Gorny
Gloria Jasionowski
Oetinger
Die Erfinderbande
Leseempfehlung ab 4 Jahre
Ola, Benno, Ebru und der kleine Roboter Smart nutzen inzwischen offiziell die Erfinder-Werkstatt in der Kita. Als Ebru eines Morgens sehr früh in die Kita kommt, weil sie am Vortag etwas im Fernsehen gesehen hat, dass sie unbedingt ihren Freunden erzählen muss, schaut sie Smart bei seiner neuesten Erfindung zu. Es ist ein Geschirrtuch-Falt-Apparat für den Koch der Kita und er kann sogar Schwäne aus den Tüchern falten, leider passen sie nicht in den Schrank. 
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Da verzweifelt der kleine Roboter an seinem Können, doch die Kinder können ihn trösten. Als Ebru ihnen dann von dem goldenen Walross erzählt und dass der Wikinger, dem es gehört hat, genau so heißt wie der ehemalige Hausmeister der Kita, müssen die Kinder sofort durch die Geheimtür zu Herrn Knalliger rüber. Dass sie so und das für lange Zeit ohne Abmeldung die Kita verlassen, habe ich schon im ersten Teil dieser Reihe angemerkt.
Zusammen mit Herrn Knalliger wollen die drei Kinder nach dem Schatz graben, doch dazu müssen erst wieder eine Erfindung machen.
Es ist toll, den Kindern beim Erfinden zuzuschauen und zu erfahren, mit welchen Mitteln, die man in jedem Haushalt findet, sie hier die tollsten Maschinen bauen. Ich hoffe nur, dass die Kinder, denen das Buch vorgelesen wird, nicht allzu traurig sind, wenn es in der Realität nicht so gut funktioniert. Aber da ist halt ihre Fantasie gefragt.
Bei den Illustrationen handelt es sich manchmal nur um kleine Abbildungen von z.B. Werkzeugen, aber es gibt auch ein- und zweiseitige Bilder auf einigen Seiten. Die Kinder sollten also schon ans Vorlesen gewöhnt oder etwas älter sein. 

Dagmar Mägdefrau

Drei Kinder und ein kleiner Hund

Drei Kinder und ein kleiner Hund
Maria Braig
Ursula Maria Wartmann
epubli
Leseempfehlung ab 8 Jahre
Die Schwestern Nele und Toni freuen sich auf die gemeinsamen Ferien mit ihren Eltern, sie wollen mit dem Hausboot durch Holland schippern. Doch dann bekommen die Eltern einen eiligen und dringenden Auftrag und deshalb sollen die beiden bei ihrer Oma bleiben. Nachdem sich ihre Wut etwas gelegt hat, freuen sich die beiden Schwestern dann doch, dass Papa das Gartenhäuschen für sie hergerichtet hat. Sie dürfen sogar dort übernachten. 
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Mareike und Astrid, das Paar von nebenan, werden sich ein wenig um sie kümmern. Doch dann vergisst Nele die Tür des Gartenhäuschens abzuschließen und schon nistet sich Jo mit seinem niedlichen kleinen Hundewelpen Willi dort ein. Doch die Vier schließen schnell Freundschaft und nun gilt es Jo zu helfen, der Schlimmes zu Hause erleben musste und nun nicht mehr zurück will. Doch die tatkräftigen Mädchen haben einige gute Ideen.
Der Großvater der beiden Mädchen kommt aus Kamerun und deshalb spielt in einigen Situationen die dunkle Hausfarbe der beiden eine Rolle. Nele und Toni sind ganz normale Schwestern, sie zanken sich und halten, wenn es darauf ankommt, zusammen. Jos Leben ist zurzeit nicht ganz einfach. Sein Vater kann den frühen Tod seiner Frau nicht verkraften und kümmert sich wenig um seinen Sohn, der doch auch den Tod seiner Mutter noch nicht überwunden hat.
Besonders Toni mag ich, weil sie einfach alles sagt, was ihr in den Kopf kommt, und meist hat sie damit ja auch Recht. 
Obwohl das Buch einige Probleme anspricht, so bleibt es doch positiv gestimmt und am Ende sieht es sehr hoffnungsvoll aus.

Dagmar Mägdefrau

Kabulski und Zilli – Ohwiewunderbarschön

Kabulski und Zilli - Ohwiewunderbarschön
Brigitte Werner
Birte Müller
Verlag Freies Geistesleben
Verlagsempfehlung ab 6 Jahre
Anhand des Untertitels kann man sich ein Bild machen, welche Wortschöpfungen die Autorin noch in ihrem Text versteckt hat. 
Kabuski, der schwarze Kater, ist ein Poet, ein Schlitzohr und hat einen großen Bauch, ein großes Herz und ein große Klappe. Er ist ein Ruhrpottgewächs und das soll er ja auch sein, denn die Geschichte spielt mitten im Ruhrgebiet.
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Neben ihm kann man auf dem Cover Zilli, die hübsche weiße Katzendame, sehen. Die beiden mögen sich, aber es ist noch eine ganz zarte Liebe. 
„Faxenmachen und Unsinnanstellen waren nämlich Kabuskis Lieblingsbeschäftigungen“ und so lädt er Zilli ein, mit ihm zusammen Elefanten und wilde Nashörner zu jagen. Was die beiden dann erleben, ist einfach nur fantastisch, denn obwohl Kabulski weiß, dass es diese Tiere in der Nähe von Gelsenkirchen nicht in freier Wildbahn gibt, sehen die beiden überall Spuren von den Dickhäutern. Auch auf den wunderbaren Bildern kann man sie immer wieder entdecken. Sogar in den alten Reihenhäusern, die es bei uns gibt.
Auf jeden Fall findet Zilli das alles „ohwiewunderbarschön!“ und die Leser und Zuhörer wahrscheinlich auch.
Eine lesenswerte Geschichte, die uns zeigt, mit viel Fantasie kann man auch im Ruhrpott Elefanten jagen und dabei neue Wortschöpfungen entdecken. Ein liebenswertes Paar und ein ebensolches Buch.

Dagmar Mägdefrau

In einem alten Haus in Berlin – Ein Streifzug durch 150 Jahre deutsche Geschichte

In einem alten Haus in Berlin - Ein Streifzug durch 150 Jahre deutsche Geschichte
Kathrin Wolf
Isabel Kreitz
Gerstenberg
Verlagsempfehlung ab 10 Jahre
Mit „einem alten Haus in Berlin" beginnt die Geschichte, als die Familie Schwartz im Jahr 1871 erstmals in das Gebäude einzieht, das nun ihr eigen ist. Unten betreibt Karls Vater eine Apotheke, und von diesem Zeitpunkt an verfolgen wir das Leben der Familie sowie ihrer Nachkommen, die mit den vielfältigen Veränderungen im Haus und insbesondere in der sich wandelnden Welt konfrontiert werden. Die Erzählung erstreckt sich über die klassischen Etappen der Geschichte, darunter die Kriege von 1870 sowie die beiden Weltkriege, die Nachkriegszeit, den Mauerbau und -fall sowie die Herausforderungen der Moderne.
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Jede Generation führt uns durch ein neues Familienmitglied in das Leben im Haus ein. Nach Karl übernimmt seine Tochter Martha die Erzählung ab 1914. Später folgt ihre Schwester Anna, ab 1933 übernimmt Marthas Sohn Hans die Rolle des Geschichtenerzählers, begleitet von seiner Schwester Ursula und so weiter, bis in die Gegenwart. Falls Leser*innen bei den vielen Namen und Familienmitgliedern durcheinanderkommen, bietet der Stammbaum am Anfang eine nützliche Übersicht zur Überprüfung und Verknüpfung der Beziehungen innerhalb der Familie.
Das Buch präsentiert sich in beeindruckender Größe, und die Seiten nach den Erzählungen der Kinder sind wie lebendige Wimmelbilder gestaltet, die zahlreiche Details bieten. Ein sachlicher Text zur jeweiligen Zeit wird begleitet von einem Sammelsurium an Bildern, Illustrationen und Aussagen von Menschen, die den Zeitgeist dieser Ära einfangen. Die Fülle an Informationen kann dabei überwältigend wirken, daher würde ich ein epochenweises Lesen empfehlen. Ein schnelles Durchblättern würde auch gar nicht den schönen Illustrationen gerecht werden, da findet man nämlich immer wieder etwas Neues. 
Wer schnell viel Geschichte aufsaugen will, ist mit dem Buch nicht unbedingt bedient. Durch die Mischung von Sachbuch, Illustrationen und perspektivischem Erzählen bekommt man zwar viel Abwechslung, allerdings kann das meiner Meinung nach auch zu einer Reizüberflutung führen.
Schön fand ich auch, die Geschichte anhand eines Hauses zu zeigen, da sieht man doch, wie viel sich in kurzer Zeit ändern kann. Im Buch wird auch erzählt, was inzwischen mit dem Haus geschehen ist, die Entwicklung fand ich sehr spannend.
Besonders wissbegierige Leser*innen werden zudem das Glossar am Ende des Buches schätzen, dass die wichtigsten Begriffe übersichtlich auflisten.

Raphaela Brosseron

Geheim – Die Tintenjäger

Geheim - Die Tintenjäger
Lucy K. Walker
Zapf
Baumhaus
Geheim
Verlagsempfehlung ab 8 Jahre
Tintenjäger sind Menschen, in diesem Fall Jugendliche, die entwischte Figuren in ihre Bücher zurückbringen. Hier dient ein Füller dazu, die Figuren, deren Schwachstelle man finden muss, in die leere Patrone einzusaugen. 
Aber zum Anfang des Buches: Olivia Bones bekommt einen Brief, den wir zu Beginn des Buches finden. Der führt sie zu einer Adresse, wo sie Frederick Skull kennenlernt. Er zeigt Ivy die magische Bibliothek. Dort befinden sich die Originale vieler Bücher. 
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Als Tintenjägerin begibt sich Ivy häufig in Gefahr, aber dank ihrer guten Kombinationsgabe kann sie viele schwierige Rätsel lösen und so die Figuren aus den Büchern fangen.
Ein spannendes Buch für Rätselfans, denn am Ende eines Kapitels gibt es immer eine Aufgabe zu lösen. Am Ende des Buches findet man Tipps, wenn man nicht weiterkommt. Aber für die, die ihren Kopf nicht anstrengen wollen, besteht auch die Möglichkeit, einfach im nächsten Kapitel zu lesen, wie die Aufgabe gelöst wurde. Aber das fände ich einfach schade, denn die Rätsel machen ja den besonderen Reiz dieses Buches aus.
Als besonders Hilfsmittel ist dem Buch eine Lesezeichen beigelegt, dessen Füllerabbildungen benötigen wir um die Patronen aus Ivys Forschungsbuch zu bestimmen. 
Aber was erkläre ich hier so viel, lest das Buch und habt Spaß am Abenteuer und an den Rätseln.

Dagmar Mägdefrau

Der war´s

Der war´s
Juli Zeh
Elisa Hoven
Lena Hesse
Carlsen
Verlagsempfehlung ab 8 Jahre
Maries Mama macht immer die ausgefallensten Sandwiches, z.B. mit Auberginen-Couscous-Petersilien-Aufstrich auf Vollkornbrot. Eingepackt wird es in ein Papier mit der Aufschrift „Super essen – super leben!“ Marie ist Klassensprecherin der 6a und scharrt drei Mädchen, genannt die Supergirls, um sich und jeden Abend wird festgelegt, was die vier am nächsten Tag tragen werden. 
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Doch dann ist Maries Sandwich weg, nur das zerrissene Papier liegt auf dem Boden. Torben meint, weil sein Vater Polizist ist, könne er die Ermittlungen aufnehmen und gleich wird Konrad verdächtigt. Er ist noch nicht so lange in der Klasse und außerdem isst er gerne, was man ihm auch ansieht. Konrad hält sich von der Klasse fern und verbringt seine Pausen lieber mit der Beobachtung der Natur. 
Schnell schießen sich alle, nachdem Torben ein „Beweisfoto“ gemacht hat, auf Konrad ein und es kommt sogar zu Handgreiflichkeiten gegen ihn. Doch überraschenderweise melden sich Kinder zu Wort, die sonst wenig sagen, und gemeinsam planen sie eine Gerichtsverhandlung.
Ein Buch, dass mich sofort überzeugt hat, wie schnell sind Urteile gefasst und die vermeintlich Schuldigen werden gemoppt und ausgegrenzt. Die Situation in der Klasse wird sehr lebhaft und glaubwürdig beschrieben. Toll, dass einige den Mut haben, ihre Meinung zu sagen und die Gruppe zu überzeugen, dass Konrad eine faire Be- und Verhandlung verdient hat. Die Kinder informieren sich sehr gut und im Anhang des Buches können das auch die Leserinnen und Leser machen. Eine sehr empfehlenswerte (Schul-) Lektüre!
Die Geschichte wird auf 120 Seiten in 12 Kapiteln erzählt und durch viele sehr schöne, die Situation darstellende Bilder ergänzt.

Dagmar Mägdefrau

In der 6a steht ein Rätsel an: Jemand klaut regelmäßig Maries einzigartige Superbrote. Das sind keine gewöhnlichen Brote, sondern von ihrer Mutter kunstvoll zubereitete Kreationen mit Kürbis, Vollkorn, Dinkel, Tofuwurstbrot und wahlweise 3-5 Superfoods on Top. Marie, als beliebteste Schülerin, Klassensprecherin und Anführerin der Super Girls, sieht sich mit einem delikaten Problem konfrontiert. Klar, dass da alle schnell in den Fall involviert sind. Schnell gerät Konrad, der neue Schüler, ins Visier. Er ist oft allein im Klassenraum und wird verdächtigt, ein leidenschaftlicher Esser zu sein.  Als die Kinder glauben, der Fall wäre klar, geht das Mobbing über die Grenzen des Klassenraums hinaus in die Social Media Welt und selbst Marie kriegt da langsam ein schlechtes Gewissen und fragt sich: Ist das gerecht? 
Mika, der sonst nicht so Lust auf seine Klassenkameraden hat, fragt sich das gleiche und möchte ein geregeltes Verfahren. Die Kinder geben ihr Bestes und bereiten ein durchdachtes Verfahren vor, das uns Lesende in die Feinheiten des Rechtssystems einführt. Dabei lernen wir viel über die Unschuldsvermutung und die Rechte des Angeklagten. Die Ernsthaftigkeit des Verfahrens und die komischen Umstände schließen sich nicht aus, und so fliegt man trotz allem mit einem Schmunzeln durch die Seiten, wobei die bezaubernden Illustrationen von Lena Hesse das Leseerlebnis bereichern. Besonders amüsant sind die subtilen Hinweise auf notwendige Schulreformen, denn die Kinder handeln völlig eigenständig, ohne Hilfe von Lehrkräften. Denn der Vertreter der Vertretung musste in zwei Klassen sein und während das Mobbing im vollen Gang war, erklärten zwei Lehrerinnen dem Referendar Inklusion und Integration. Wirklich schön aufbereitetes Wissen trifft auf eine niedliche Geschichte, die zeigt, dass Kinder die Welt vielleicht doch manchmal besser verstehen als Erwachsene. Am Ende des Buchs werden die Details zum Rechtssystem noch einmal erklärt, für diejenigen, die sich vertieft mit dem Thema auseinandersetzen möchten.

Raphaela Brosseron



Geheim  – Die geheime Drachenschule                     

Geheim Die geheime Drachenschule
Emily Skye
Pascal Nöldner
Pascal Nöldner
Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

Das ist der erste Teil der „Drachenschule“ inzwischen gibt es noch einige mehr dieser spannenden Bücher zum Raten. Anhand der Anzahl der Flammen kann man erkennen, wie schwierig die Aufgabe wird, hinten im Buch gibt es noch einige Lösungstipps und wenn es doch zu schwer ist, und ich kann versichern, einige Rätsel sind nicht so einfach zu lösen, kann man im Folgetext die Lösung lesen.




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Arthur isst gerne und hat ein fotografisches Gedächtnis, er weiß deshalb sehr viel. Henry liest lieber Comics, hat aber auch immer wieder gute Einfälle und Lucy, die sehr sportlich ist und sich im Wasser wohlfühlt, hilft oft mit ihren Schlüssen und kann die beiden Jungs, wenn sie aneinandergeraten, zusammenbringen. Die Geschlechterverteilung ist wie so oft wieder 2:1. 
Die Kinder besuchen die geheime Drachenschule „Sieben Feuer“, dort werden sie zu Drachenreitern ausgebildet. 
Eine ehemalige Drachenreiterin bittet sie um Hilfe, bei einem Zwillingspärchen sind dunkele Male auf den Handflächen zu erkennen. Zusammen mit einem Lehrer machen sich die drei auf, das Geheimnis zu erforschen. Sie müssen einige Abenteuer bestehen und natürlich viele Rätsel lösen. 
Ein fantasievolles, spannendes Buch mit einer großen Anzahl an Aufgaben, die sehr unterschiedlich sind und deshalb nicht langweilig werden.

Dagmar Mägdefrau

Herein geflogen! – Geschichten aus dem Ruhrgebiet

Herein geflogen
18 Ruhrauto*rinnen
und 4 Illustratorinnen
Klartext
Leseempfehlung ab 6 Jahre
Quer durchs Ruhrgebiet sind die Geschichten und Gedichte angesiedelt, von Duisburg über Essen bis nach Hamm. Was alle gemeinsam haben, ist die Taube, die in jeder Geschichte einen Platz gefunden hat. Da auch fünf Illustrator*innen an dem Buch beteiligt waren, haben diese Tauben und natürlich auch die anderen Bilder immer ein anderes Aussehen.

An Opa-Tagen erlebt Marie immer etwas Besonderes, diesmal geht es in den Duisburger Zoo. Lina, die sich einen Hund gewünscht hat, bekommt eine Katze. Die ganze Klasse ist in der Gruga unterwegs, als Marlene merkt, dass sich ihre Ratte im Rucksack versteckt hat. Vom Monument in Gelsenkirchen habe ich noch nie gehört, aber Kinder aus Amerika sind beeindruckt. Im Gedicht „Unersättlich“ wird an der Bude eine Bonbontüte gefüllt.
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Der Katze Lady gefällt es gar nicht, dass ein Hundehaufen auf ihrer Wiese liegt. Frau Kaminski macht Tamos Tage etwas bunter. Susu ist nicht wie andere Kinder, vielleicht ist sie „ein zerknitterter Schmetterling“? Schon sind wir in Hattingen und lernen die Geschwister Sina und Tom kennen, die eine neue Liebe für Mama suchen. Natürlich kann man seine Ferien auch an der Ruhr verbringen, wie Tina im Gedicht von Inge Meyer-Dietrich. Kann man Noten in einem Kescher einfangen? Das nächste Gedicht handelt vom Spurwerkturm in Waltrop. Ein kleiner Comic zeigt uns das Sternbild Taube. In der Hütte soll eine Hexe wohnen und jeder kann etwas davon berichten, ohne Genaues zu wissen. „Das "Dortmund-Ems-Kanalmonster“ hat es auf Elle und Thabo abgesehen. Daniil aus der Ukraine entdeckt einen Taubenschlag. Von einer Ruhrnixe, die nach ihrem verschwundenen Ring sucht, und einer „Weiße Frau“, die in einem Schloss unterwegs ist, handeln die nächsten zwei Geschichten. Danach geht es um Kuno, der mit seiner sehr langen Nase so gut riechen kann, dass er sogar der Polizei helfen kann. In Hamm steht dann plötzlich ein Elefant im Garten der Großeltern und jeder Ruhri kann sich denken, wo er danach gelandet ist. 
So viele unterschiedliche Geschichten sind in diesem Buch vereint und es macht Spaß, sie alle zu lesen und sich die Illustrationen anzuschauen. Ein gelungenes Buch über unser schönes Ruhrgebiet und seinen vielfältigen Facetten. 

Dagmar Mägdefrau

In "Hereingeflogen!" nehmen uns 18 Ruhrautor*innen mit auf eine faszinierende Reise durch das Ruhrgebiet, und das alles, ohne das Haus zu verlassen. Die Taube dient als charmanter Reisebegleiter, die "hereinfliegt" und somit dieser Sammlung aus Geschichten, Bildern und Gedichten ihren einprägsamen Namen verleiht.
Dieser gefiederte Reisebegleiter ist jedoch keineswegs einheitlich gestaltet; vielmehr spiegelt er die Vielfalt der Städte im Ruhrgebiet sowie der Autor*innen und Illustrator*innen wider. Mal erscheint sie in strahlendem Weiß, mal ist ihre Taubenidentität weniger offensichtlich. Endlich erfährt die Taube als Symbol für das Ruhrgebiet die gebührende Wertschätzung. Doch nicht nur sie, auch eine Ratte versteckt sich in einer Geschichte und ebenso tauchen andere 'klassische' Haustiere auf.
In „Unersättlich“ hingegen kriegen wir eine gemischte Tüte, die irgendwie auch so passend für das Ruhrgebiet ist und nostalgische Erinnerungen aufruft. Egal ob Waltrop, Hagen, Hattingen, Gelsenkirchen, Duisburg oder Dortmund – viele bekannte und vielleicht noch zu entdeckende Attraktionen finden hier ihren Platz. Diese kindergerechte, jedoch auch für Erwachsene faszinierende Darstellung des Ruhrgebiets ist ein beeindruckender Querschnitt, der von Ruhrautor*innen verfasst wurde und somit das Motto "Support your Locals" auf mehreren Ebenen verkörpert.

Raphaela Brosseron

Die Stadt der kleinen Wunder

Die Stadt der kleinen Wunder
Anja Portin
arsEdition
Verlagsempfehlung ab 9 Jahre
„Vergessene Kinder“ leben überall in der Stadt. So ist Alfreds Mutter verschwunden und sein Vater liegt entweder tatenlos zu Hause herum oder er fährt ganz plötzlich auf Geschäftsreise und lässt seinen Jungen allein in der Wohnung zurück. Dieses Mal hat er auch noch vergessen, ihm Geld da zu lassen. So muss Alfred schauen, wie er satt wird. Doch dann taucht plötzlich Amanda vor seiner Tür auf, sie hat auf sein Seufzen reagiert und eine Zeitung mit etwas zu Essen in den Türschlitz geworfen. Als er ihr an einem der nächsten Nächte auflauert, darf er sie begleiten und mit in ihr himbeerrotes Haus „am Rande der Welt“ gehen. Hier lernt er Amandas Haustiere kennen und erntet und verarbeitet mit ihr die Äpfel aus dem Garten. Dann stößt er auf eine ungewöhnliche Maschine, die sich als Prototyp eines Radios herausstellt. Mit seiner Hilfe kann er die anderen „vergessenen Kinder“ erreichen und erfährt einiges über sie. 
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Dieses Buch hat zwei ungewöhnliche Themen. Zum einen geht es um den Erfinder des Radios, nämlich um Alexander Stepanowitsch Popow, den Namensgeber des Radio Popow, dessen Moderator Alfred wird.  Zum anderen geht es um Kinder, die sich selbst überlassen sind, sei es, dass die Eltern trinken, sei es, dass eine alleinerziehende Mutter den Haushalt und die kleine Schwester einem Neunjährigen anvertraut. 
Zum Glück gibt es Menschen wie Amanda, die Alfred ein Zuhause gibt, ihn satt macht, sich um ihn kümmert und ihn umsorgt. So endet das Buch mit einem Weihnachtsfest und der Hoffnung auf Besserung.
Von schreckliche Kinderschicksalen wird hier berichtet und ich befürchte, da gibt es noch Schlimmeres.  Es ist nicht falsch, wenn die wohlbehüteten Kinder davon lesen. Nebenbei ist das Buch auch ein Plädoyer für das Lesen. „Aber als ich anfing, Bücher zu lesen, begriff ich, dass ich Teil von allen möglichen Welten sein konnte. Dass ich von einer Zeit zur anderen und von einem Ort zum nächsten springen kann.“ 

Dagmar Mägdefrau

Herkules und Matilda im Klopffieber

Herkules und Matilda im Klopffieber
Alexandra Rosakis
Baeschlin
Verlagsempfehlung ab 7 Jahren
Auf dem Cover sehen wir Matilda, wie sie das Pony Herkules von ihrem Schultisch schiebt.

Auf der ersten Seite sehen wir Matilda in ihrem Zimmer mit Puppen und Pferden spielen. Sie ist als Indianerin verkleidet, eine Puppe ist an ein Tischbein gefesselt. Für mich nicht mehr zeitgemäß.  Matilda bekommt eine Erkältung und kann deshalb nicht zur Schule, doch gerade heute will der Rektor die Kinder in Mathe prüfen. Deshalb fährt Herkules, das Pony, mit dem Schulbus in die Schule.
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Er hat die Entschuldigung für Matilda dabei und setzt sich an Matildas Pult. Sowohl der Rektor als auch der Lehrer haben eine Glatze, nur bei dem Lehrer ist hinten ein blonder Zopf zu sehen. Als der Rektor die Aufgaben stellt, kann sie keiner lösen, nur Herkules meldet sich und er klopft mit seinem Huf die richtige Lösung auf den Tisch. 
Die Geschichte wird in Reimen erzählt, die sich unterschiedlich reimen. Einmal reimt sich „Chauffeur“ auf “Deserteur“, beides Worte, die zu erklären sind. Zu einigen Wörtern gibt es eine Sternchen-Erklärung, wie zu „pressant“. 
Der Inhalt der Geschichte gefällt mir sehr gut und die vielen Bilder sind schön gezeichnet, auf jeder Seite gibt es zudem eine Multiplikationsaufgabe, deren Lösungen hinten im Buch zu finden sind. 

Dagmar Mägdefrau

Lesen mit Ella & Tim – Die Rettung

Die Rettung Die Rettung
Heidemarie Brosche
Jutta Bittruf
Edition Helden
Leseempfehlung ab 5 Jahren
Dieses Buch wendet sich an Kinder, die Lesen lernen und es hier auf eine sehr schöne Art machen können. Denn das Buch ist eine Art Comic mit sehr großen Bildern und einer großen Schrift, zudem sind die Sätze kurz und dadurch leicht zu lesen. Durch die Wiederholung der Worte prägen sie sich zusätzlich noch besser ein. Zunächst werden die Sprech- und Denkblasen und ihr Aussehen erklärt. Dann geht es los!
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Ella freut sich auf die Tiere im Zoo, singend geht sie los und überlegt, welche Tiere ihr wohl dort begegnen werden. Dann hört sie einen Hilferuf und folgt ihm. Tim ist auf einen Baum geklettert und kommt allein nicht wieder herunter. Ella kann ihm helfen und ihn herunter navigieren. 
Die beiden Kinder mit den großen Augen sind modisch gekleidet, der rothaarige Tim trägt eine flotte runde Brille. Die Gefühle der Kinder sind sehr gut an ihren Gesichtern abzulesen. Das unterstützt nochmals den gelesenen Text. 
Obwohl der Text kurz ist, ist die Geschichte interessant zu lesen. Ich bin gespannt, wie sie bei den kleinen Erstlesern ankommen wird. 

Dagmar Mägdefrau

Die graue Stadt  

Die graue Stadt  
Torben Kuhlmann
NordSüd
Verlagsempfehlung ab 8 Jahre
Das Cover zeigt Robin, die aus ihrer Dachgaube auf die graue Stadt schaut. Hochhäuser und qualmende Kamine sind zu sehen, alles grau in grau. Die Farbtuben sind in vielen Grautönen zu sehen, taubengrau, schwarzgrau und Marmor nennen sich einige von ihnen.
Über beide Seiten sehen wir nochmal die Häuser, vorne eine Autobahn und hinten Schlote und Hochhäuser, alles in grau. 
Robin hat eine gelbe Regenjacke an und schaut mit ihrer Katze aus dem Dachfenster auf diese Stadt. Sie ist hier her mit ihrem Vater gezogen und als sie sich die Stadt anschaut, stellt sie fest, dass es keine andren Farben dort gibt, beim Farbenhändler nur Grautöne.
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Voll Erstaunen schaut sie dort in die Auslage. Nur an einer Wand eines grauen Hauses hat jemand einen orangen Fisch im blauen Wasser gemalt. Als Robin in der Schule ein buntes Bild malt, muss sie sich einen alten Schwarzweiß-Film anschauen, der sie belehren soll. Dort lernt sie einen Jungen kennen, der sich auch gegen diese Farbe auflehnt. Bald trifft sie ihn in ihrem Haus, dort macht er mit einigen anderen bunt gekleideten Menschen Musik. Auch die Musik ist in der grauen Stadt nicht gewünscht. Deshalb machen sich Robin und Alani auf das Geheimnis dieser Stadt ohne Farbe zu lüften.

Ein klein wenig erinnert mich die bedrückte Stimmung und die Bevormundung an den Klassiker „1984“. Hier wird die Diktatur durch das Fehlen der Farbe dargestellt. Im Nachwort gibt es noch eine Erklärung zur Brechung des Lichts und zur Farbmischung, die die Farbe grau ergeben kann.

Die Bilder, wenn sie auch meist grau sind, sind bis auf die kleinste Kleinigkeit liebevoll gezeichnet. Ein wundervolles Buch mit einer spannenden Geschichte um den Verlust der Farbe.

Dagmar Mägdefrau

Die Erfinderbande – Auf die Schrauben, fertig, los!

Die Erfinderbande - Auf die Schrauben, fertig, los!
Nicolas Gorny
Gloria Jasionowski
Ellermann mein Vorleseglück
Die Erfinderbande
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

Die Kita-Kinder Ola, Ebru und Benno tüfteln gerne Dinge aus und so beschließen sie, eine Erfinder-Bande zu gründen. Natürlich benötigen sie da eine Werkstatt, da trifft es sich gut, dass der alte Hausmeister seine Sachen im Hühnerstall gelassen hat. Es erstaunt sie aber dann doch sehr, dort „Smart“, einen funktionierenden Roboter, zu entdecken.
Aus den Sachen, die sie im Stall gefunden haben, bauen sie, nachdem Benno überlegt hat, denn er hat immer die besten Ideen, eine Autokopter. Ein Fahrzeug, dass nicht nur auf der Straße fahren, sondern auch fliegen kann. Ola setzt sich sofort hin und malt einen Plan, danach geht der Bau los und die Kinder schaffen es, mit ihrem Autokopter loszufliegen.
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So kann dann ein neues spannendes Abenteuer beginnen.
Die Bande besteht aus dem Roboter, zwei recht selbstsicheren Mädchen und dem Konstrukteur Benno, der im Rollstuhl sitzt. Hin und wieder gibt es einen kleinen Streit, ob es „Hirnerbse“ oder „Erbsenhirn“ heißen muss und ob man sich für so ein Wort entschuldigen sollte. Am Ende bekommen die kleiner Erfinder*innen auch Ärger mit ihrer Erzieherin, denn natürlich hätten sie nicht ohne Erlaubnis die Kita verlassen dürfe. Als Oma muss ich mich auch wundern, dass keiner die Kinder vorher vermisst hat, den sie haben zwar an den gemeinsamen Aktionen teilgenommen, sind dann aber lange im Hühnerstall verschwunden. Aber einem Autor, der die Kinder mit einer mit Seifenschaum abgetriebenen Badewanne fliegen lässt, kann ich sowas durchaus verzeihen. 
Eine fantasievolle, abenteuerliche Geschichte, die sich die Kinder gerne vorlassen werden. 
Danach werden sie vielleicht dem Vorschlag hinten im Buch folgen und einen Roboter basteln.

Dagmar Mägdefrau

Die rasanten Abenteuer der Leuchtgiraffen

Die rasanten Abenteuer der Leuchtgiraffen
Thommi Baake
Lucy Hobrecht
Drachenmücke
Verlagsempfehlung ab 5-11 Jahre
Die Leuchtgiraffen sind nur 30 cm groß und wie ihr Name schon sagt, leuchten sie. Dadurch sind sie in Afrika, wo sie leben, eine leichte Beute. So kommen der gelb leuchtende Helge, der grüne Harald und Horst, dessen Fell blau ist, auf die Idee, die Welt zu entdecken. Sie bauen sich einen Heißluftballon und nehmen Abschied von ihren Freunden. 
Zunächst geht es nach Nordamerika, dort leben sie einige Zeit bei den Indianern. Ich vermute, dieses Ziel wurde angesteuert, damit das „Das Indianer-Leuchtgiraffen-Lied“, das man mittel QR-Code herunterladen kann, Sinn macht. Denn diese Station ist schnell erledigt und es geschieht auch nicht besonders viel. 
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Spektakulärer ist der Aufenthalt auf den Osterinseln. Die hier lebenden Hasen haben schon viele Eigenarten, so hat der Ober-Hase drei Ohren und die Ernährung besteht hauptsächlich aus Schokolade. Aber die Leuchtgiraffen zieht es weiter, so leben sie für einige Zeit in London beim Weihnachtsmann Tom. Am Ende zieht es sie nach Deutschland in ein kleines Dorf nahe Hannover. Hier leben sie, zunächst unerkannt, bei einer Familie. Zum Ende der Geschichte geht es dann ins Weltall.
Schon an dieser kurzen Beschreibung ist zu erkennen, dass hier viel Fantasie im Spiel war, um so eine verrückte Geschichte zu erfinden. Das meiste muss man einfach so hinnehmen, nicht immer ist alles erklärbar und stimmig. Wenn man sich darauf einlässt, macht das Lesen viel Spaß. Was mir nicht so gut gefiel war, dass es Geheimnisse vor den Eltern gab, die aber alles voll Vertrauen unterstützten. Spannend, witzig, mit viel Gefühl wird dieses fantastische Buch zu einem Lesespaß.

Dagmar Mägdefrau

Kommissar Pfote – Ein Einbruch ohne Spuren Band 6

Kommisar Pfote - Ein Einbruch ohne Spuren
Katja Reider
Dirk Henning
Loewe
Verlagsempfehlung ab 6 Jahre
Pepper Wupp ist Polizeihund und wir sehen ihn auf dem Cover im Einsatz. Hinter ihm läuft Paul sein Partner. Zu Beginn des Buches werden uns die Protagonisten vorgestellt, so hat man schon eine Vorstellung, wer alles mitspielen wird. 
Pepper möchte, dass Nasrin, Pauls schöne Kollegin, mehr wird als eine Kollegin und deshalb freut er sich, dass sie beiden ein Picknick im Park machen. Pepper findet, die beiden sollten sich mal näher beschnuppern und so versucht er nachzuhelfen. 



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Doch dadurch entwischt eine Handtaschendieb, den Paul und Nasrin fangen sollten. Pepper hatte ihn zwar beobachtet, bekam aber den Befehl „Stopp“ mittels eines Pfiffs. Die bestohlene junge Frau hatte auch nichts von dem Diebstahl bemerkt, weil sie in einem Buch las. Sie ist die Mitbesitzerin der „Kleinen Schatztruhe“, einem Laden, in den eingebrochen wurde. Hat der Dieb den Schlüssel aus der Handtasche dazu genutzt?
Die Geschichte wird aus der Sicht des Polizeihundes erzählt und ist dadurch schon sehr witzig. Spannung kommt durch den Einbruch auf und auch da kann Pepper durch logisches Denken an der Lösung des Falles mitarbeitet.
Fünf kurze Kapitel in großen Buchstaben gedruckt und mit vielen schönen farbigen Bildern machen das Buch zu einem schönen Vorlese- und Erstleserbuch.

Dagmar Mägdefrau

Bildermaus – Rettung in den Bergen

Bildermaus - Rettung in den Bergen
Eva Hierteis
Mareikje Vogler
Loewe
Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

Auf dem Cover steigt Leon mit Helm und gut gesichert auf einen Berg. Im Hintergrund beobachten ihn Opa und der Hund Pfiffikus.Zusammen mit Opa macht Leon eine Wanderung in die Berge. Leon ist zunächst etwas enttäuscht, weil sie keinen Gipfel sehen, nur Bäume. Doch dann geht es mit dem Sessellift weiter nach oben. In im nächsten Sessel sitzt eine junge Frau mit einem kleinen Hund. Leon und Opa beobachten Tiere mit dem Fernglas und auch der kleine Pfiffikus interessiert sich für die Murmeltiere. Als er einen Hang hinunterfällt, wird Leon zum Retter.




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Die drei kurzen Kapitel des Buches sind in großen Buchstaben gedruckt, einige Worte, sind durch Bilder, die man hinten in einem „Wörterbuch“ findet, ersetzt worden.  Das Kind kann also schon mitlesen und bekommt so ein Gefühl dafür, was man in Büchern alles entdecken kann. Die vielen bunten Bilder unterstützen zusätzlich das Verständnis des Textes. 
Spannung und Information machen das Buch zu einem schönen Vor- und Mitleseerlebnis für Vorschulkinder. 

Dagmar Mägdefrau

Die Hochhaus-Detektive – Achtung, Handyfalle

Achtung, Handyfalle
Johanna Lindemann
EMF
Verlagsempfehlung ab 8 Jahre
Im zweiten Teil dieser Kinder-Krimi-Reihe wartet auf Anton, Isha und Mesut, die uns am Anfang des Buches vorgestellt werden, ein neuer spannender Fall. 
Da das indische Restaurant von Ishas Eltern in der Coronazeit schießen musste, wohnen sie jetzt auch in dem tristen Hochhaus. Aber als Oma Dinky aus Indien anreist, zieht die Familie in die Villa des Onkels, damit die Oma ihren sozialen Abstieg nicht mitbekommt. Aber da unterschätzen sie die clevere Oma doch sehr. 
Mesuts Vater kämpft noch immer mit Long-Covid und seine Mutter muss deshalb den ganzen Tag arbeiten. 
Auch Antons Mutter arbeitet viel, zumal sie auf ein Geschenk zu Antons Geburtstag spart.
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Zunächst beobachten die Kinder wie Maxim von einem Mädchen ein Handy bekommt und da sei von ihrem Beobachtungsposten vom Hochhausdach in sein Zimmer sehen können, sehen sie, dass ein ganzer Schrank mit Handys dort steht. Nachdem sie ihn auch noch mit Keule einen bekannten Rocker sehen, ist der Fall für die drei Freunde klar. 
Mesut und Isha haben als Belohnung nach dem letzten gelösten Fall ein Handy bekommen. Jetzt schaut Isha ständig „True Crime“ auf YouTube und Mesut spielt den ganzen Tag „Candy Crush“. Anton macht sie auf die Gefahren aufmerksam, aber die beiden hören ihm kaum zu. 

Das Buch bietet außer einem spannenden Krimi auch viel Informationen über Identitätsdiebstahl und Abhängigkeit. Die Eltern der Hochaus-Detektive lernen sich besser kennen und wir erfahren einiges über deren Familienstrukturen und ihr Leben im Hochhaus. 
Mit seinen 14 Kapiteln und einigen schönen Bildern ist die wieder ein gelungenes Buch, dass sicher viele junge Krimilesende begeistern wird, ich bin es auf jeden Fall.

Dagmar Mägdefrau

Die Strandspürnasen 1 – Wirbel um die Villa am Meer

Die Strandspürnasen 1 - Wirbel um die Villa am Meer
Christina Herr
neukirchener
Verlagsempfehlung ab 8 Jahre
Am Anfang des ersten Bandes werden uns die Spürnasen vorgestellt, da sind zunächst die beiden Winter-Kinder Nick und Leni, dann Albert genannt Einstein und als Verstärkung und Namengeber Charlie der ständig pupsende Beagle.
Da die Familie Winter, die außer den Eltern noch aus dem kleinen Bruder Tim besteht, eine Pension in Holland geerbt hat, machen sie sich mit dem Auto auf den Weg dorthin. Zusammen mit dem kleinen Onkel Jochen und der Haushälterin Grietje wollen sie die Pension renovieren. Das Wilma ihnen auch noch ihren Hund Charlie vermacht hat erfreut besonders die Kinder. Die Kinder wollen unbedingt wissen, was sich in den abgeschlossenen Dachzimmer Nummer 12 befindet, doch das bleibt ohne Schlüssel ein Geheimnis.
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Da taucht schon der erste Gast auf, Herr Fröhlich, der seinem Namen keine Ehre macht und deshalb von den Kindern Herr Unlustig genannt wird. Irgendetwas stimmt mit ihm nicht, deshalb beschließen die Kinder ihn zu observieren. 
Die Familie Winter ist eine sehr gläubige Familie und bittet Gott ihn vielen Situationen um Beistand, auch die Kinder, besonders Nick, ist im ständigen Gespräch mit seinem Gott, der die Kinder zum Glück auch in gefährlichen Momenten beschützt. 

Eine spannende Geschichte, die durch das Eingreifen von Grietje gut ausgeht. Der eigentliche Fall entwickelts sich sehr gefährlich und wirkt auf mich etwas konstruiert. Anton darf, weil sein Vater dringend in der Firma benötigt wird und seine Mutter sowieso arbeitet, bei der Familie Winter in der Pension Zeevilla bleiben, was mich doch etwas erstaunt. Zumal auch dort die Mutter arbeitet und Vater und Onkel mit der Renovierung beschäftigt sind. So kommt es, dass z.B. Nick für alle kocht und die Kinder meist sich selbst überlassen sind. 

Dagmar Mägdefrau

Bleib noch eine Weile – 77 Geschichten vom großen und kleinen Riesen

Bleib noch eine Weile - 77 Geschichten vom großen und kleinen Riesen
Heinz Janisch
Stefanie Pichler
Tyrolia
Verlagsempfehlung ab 5 Jahre
Der Autor Heinz Janisch hat sich die Aufgabe gestellt an 77 aufeinanderfolgenden Tagen jeweils eine Geschichte zu schreiben. So entstand dieses Buch vom kleinen und großen Riesen. Auf dem Cover drehen uns die beiden den Rücken zu und schauen aufs Wasser.
Dako, der kleine Riese hat ein „Lese-Sonntag-Gefühl“ und da kommt es ihm gerade recht, dass ein Buch aus dem Regal in seinen Schoß fällt. 
Der große Riese Jonathan befürchtet, dass er kleiner wird, wenn er durch den Regen läuft, aber das Gegenteil ist der Fall. Als der Busfahrer mit dem leeren Bus bei Dako hält, bittet er ihn um Ruhe, da er die Stille fährt.
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So berichten die Geschichten von den unterschiedlichsten Dingen und Situationen, da malt die Elfe Colfoy ein Herz auf den zugefrorenen See, weil sie in Jonathan verliebt ist, der Schmetterling Lia möchte ins Kino und die Katze Rem beobachtet, wie eine Wolke sich wie ein Spiegelbild verhält. 

Die Geschichten sind oft nur ein paar Sätze lang, einige gehen über drei kurze Seiten, alle sind leicht zu lesen und tragen viel Poesie in sich. Jede Geschichte wird durch schöne Bilder vervollständigt, die die Erzählungen sehr gut ergänzen.

Dagmar Mägdefrau

Ein Pony zuviel?

Ein Pony zu viel?
Barbara Peters
Heike Wiechmann
Monika Fuchs
Verlagsempfehlung ab 8 Jahre
Malte kommt mit seinem Traktor angefahren und der verträumte Brillenträger Luis muss erst von der sportlichen Flipp auf ihn aufmerksam gemacht werden. Als letztes der Viererbande kommt Greta, ihre Mutter hat einen Ponyhof und zurzeit einige Sorgen. 
Sie Freund*innen überlegen, was sie in den Ferien machen könnten, doch alle Vorschläge finden keinen Anklang. Bei Fußballspielen ist Flipp einfach zu sehr im Vorteil und mit dem Trecker sind sie schon im letzten Jahr täglich gefahren. Am Ende kann Luis mit einem Pool und viel Eis im Kühlschrank die anderen Drei überzeugen zu ihm zu kommen. 
Flipp wundert sich, dass das schwarze Pony namens Rabe so struppig geworden ist, aber Greta meint, dass Rabe völlig gesund sei und auch sein Fell glänzen würde.
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Aber welches kleine Pony hat Flipp da wohl gesehen?
Vier sehr unterschiedliche Kinder sind da gemeinsam unterwegs. Flipp, die hervorragend Fußball spielt und auch sonst sehr sportlich ist, der zu lang geratene Luis, dessen Eltern ihn mit der englischen Haushälterin allein lassen, der wortkarge Bauernsohn Malte und Greta, die sich Sorgen macht, ob ihre Mutter den Ponyhof halten kann. Die Kinder ergänzen sich hervorragend und so machen sie sich auf, um den Dieb zu finden, der beim cholerischen Nachbarn Futter gestohlen hat.

Ein sehr realistischer kleiner Kinderkrimi, mit Spannung und einer schönen Lösung. Gut zu lesen und zu verstehen, mit schönen Bildern illustriert. 

Dagmar Mägdefrau