Verein zur Förderung der Kinder- und Jugendliteratur e.V.

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Suche und finde! – In der Stadt

Suche und finde! – In der Stadt
Joachim Krause
Lila L. Leiber
Loewe
Verlagsempfehlung ab 24 Monate
Wimmelbücher, in denen man was suchen kann, sind eine schöne Übung zur Konzentration und zum Lernen neuer Begriffe. Hier sind wir in der Stadt unterwegs, das heißt, es geht um Szenen, die die Kinder aus dem Alltag kennen. So sehen wir Bahngleise, Züge und viele Menschen in den unterschiedlichsten Situationen. Ein kurzer Text erklärt das Bild und einige Personen oder Dinge aus dem Bild sind abgebildet und sie sollen gesucht werden. Es folgt eine Straßenszene mit Geschäften, in deren Schaufenstern viel zu entdecken ist. 
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Auf dem Spielplatz inmitten der Siedlung spielen viele Kinder und Bauarbeiter laden ab. Das Angebot auf dem Markt ist vielfältig. Auch im Park ist viel Betrieb und in der hübschen Altstadt wird geheiratet. Mit der Rolltreppe geht es ins Kaufhaus und mitten im Kreisverkehr ist ein Spielplatz mit Rutsche. An der Tankstelle gibt es ein besonderes Angebot, denn da muss ein Polizist den Verkehr regeln. Bei Regen gibt es einen Unfall auf der Autobahn und zuletzt liegt ein Kutter in einem kleinen Hafen. 
Das Buch ist sehr vielseitig und die Bilder sind schon kleinformatiger gezeichnet. Da gibt es also ganz viel zu entdecken und die Kinder haben sicher lange Zeit Spaß daran, sich die Bilder anzuschauen und ein Pappbilderbuch kann man schon früh selbst in die kleine Kinderhand nehmen.

Dagmar Mägdefrau

Der kleine Buddha und das gemeinsame Glück

Der kleine Buddha und das gemeinsame Glück
Claus Mikosch
Cornelia Pompsch
Herder
Verlagsempfehlung ab 3 Jahre
Auf dem Cover sehen wir den kleinen Buddha im Schneidersitz im Park sitzen und meditieren. Es wohnt in einem Baumhaus im Park und ist meist glücklich, denn „Er liebt das Leben, das Hier und Jetzt!“ Am liebsten sitzt er, wie auf dem Cover, und hört mit geschlossenen Augen auf die Geräusche um ihn herum. Seine Freunde Carla und Ben spielen im Bach und bauen Türme aus Steinen. Der kleine Buddha baut auch einen Turm und als die Kaninchen ihn umstoßen, bleibt er ganz ruhig.
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Doch seine Freunde streiten um die Größe der Türme und werfen diese dabei um. Sofort gibt es neuen Streit. Da hört unser Buddha in sich hinein und ihm fällt eine sehr schöne Lösung ein. Sie bauen zusammen einen noch viel größeren Turm. Als die Kaninchen den wieder umwerfen, ist das nicht so schlimm, denn nun wissen die Drei „Zusammen sind sie stärker als alleine und das ist, was zählt.“
Das Buch richtet sich an kleine Kinder und ich finde, es ist dem Autor gelungen, die Ruhe und Gelassenheit, die der kleine Buddha hat, zu vermitteln. Ebenso schön ist das gemeinsame Bauen des Turms und die Erkenntnis daraus kindgerecht vermittelt worden. Die schönen Bilder, insbesondere der Turm, für den man das Buch hochkant halten muss, ergänzen die Geschichte bestens.

Dagmar Mägdefrau

Brennendes Wasser

Brennendes Wasser
Lukas Erler
Arena
Verlagsempfehlung ab 14 Jahre
In Kantheim entfacht nach jugendlichem Leichtsinn ein flammendes Drama, als das Haus, in dem der ulkige Alte eben noch getanzt hat, in Brand gerät. Caro, Josh und Speedy hatten ihn dabei beobachtet und gefilmt, sie landen nach schweren Verletzungen im Krankenhaus. Caro ist sich sicher: Das, was sie gesehen hat, war nicht normal, doch das Video ist vorerst verschwunden. In Colorado zwingt Gary die hohen Tiere einer Öl- und Gasfirma, ihr eigenes verschmutztes Wasser zu trinken – eine Konsequenz des Frackings.
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Auch wenn man grob weiß, dass die Öl- und Gaskonzerne Umwelt nicht zu ihrer höheren Priorität zählen, wird das Problem des Fracking hier sehr deutlich und die Folgen wie “brennendes Wasser” erreichen hier sogar Deutschland. Die brisante Verbindung zwischen beiden Vorfällen wird schnell enthüllt und die Bedrohung für die deutschen Jugendlichen steigt. Der Thriller verwebt geschickt Amerika und Deutschland, macht das brisante Fracking-Thema greifbar und verleiht der Geschichte eine fesselnde Realität. Bis zuletzt bleibt es spannend, wobei die Verknüpfung von Fiktion und realen Umweltproblemen gekonnt für Spannung und Wissensvermittlung sorgt. Ich kann mir das Buch gut als Schullektüre vorstellen, die Handlung ist natürlich manchmal einfach gestrickt, aber das darf das Genre, das Thema erscheint mir gut recherchiert und aufgearbeitet.

Raphaela Brosseron


Alles im Grünen oder Wie ich die Kette der Beschissenheit durchbrach 

Alles im Grünen oder Wie ich die Kette der Beschissenheit durchbrach
Filiz Penzkofer
Rotfuchs
Verlagsempfehlung ab 14 Jahre
Ein herrlich verrücktes Buch, ich hatte solch einen Spaß beim Lesen. 
Dank ihrer Therapeutin Maya bekommt Rabea einen Platz in einer WG.
Hier lebt sie zusammen mit Queen Tigers, einer Voodoo-Zauberin mit geschwärztem Augenweiß und Musti, einem Syrer, den sie aufgrund seinen Bartes für einen Terroristen hält.
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Da wird es im Alltag für eine junge Frau, die voller Ängste ist, schwer. Auf keinen Fall will sie den beiden in der Wohnung begegnen, auch den gemeinsamen Kühlschrank kann Rabea unmöglich benutzen. Statt einzukaufen, nutzt sie die Lieferdienste, U-Bahn oder Taxi kann sie auf keinen Fall nutzen und an Friedhöfen geht sie nicht einmal vorbei.
Doch dann geschieht etwas völlig Unerwartetes, die Vermieterin liegt tot in ihrer Wohnung und Musti hat sie dort gefunden. Doch statt die Polizei zu informieren, versucht Queen Tigers die alte Frau mit ihren Zauberkünsten zurückzuholen. Die Situation wird immer chaotischer und ich konnte mir oft ein Lachen nicht verkneifen.
Im Laufe der Geschichte erklärt sich auch der ungewöhnliche und etwas unhandliche Titel auf witzige Weise. Zu Anfang fand ich das Buch einfach nur durchgeknallt, aber je weiter ich las umso mehr konnte ich die Denkweise der Protagonisten verstehen und die drei ungleichen Menschen wurden zu einer tollen Gemeinschaft, Geheimisse wurden preisgegeben und Rabea entwickelte sich zu einer etwas weniger ängstlichen jungen Frau.
Es lohnt sich auf jeden Fall, sich den Titel zu merken und das Buch zu lesen. 

Dagmar Mägdefrau

Mein riesengroßes WimmelSuchBuch Dinosaurier & Co.

Mein riesengroßes WimmelSuchBuch Dinosaurier & Co.
Antje Flad
Coppenrath
Verlagsempfehlung ab 2 Jahre
In diesem großformatigen Pappbilderbuch kann man 25 Arten suchen und entdecken. Auf dem Cover jagt ein T-Rex einige Exemplare aus der Gattung Ornithomimus. 
Die Doppelseite bildet viele Dinos ab, es beginnt mit der späten Trias-Zeit in einem Sumpfgebiet. Zum kurzen erklärenden Text gibt es einfache Bleistiftzeichnungen der Dinos auf dem Bild mit der jeweiligen Anzahl, in der sie dort vorkommen. So lernt man die schwierigen Bezeichnungen und kann die Tiere auf den Bild wiederfinden. Auf dem nächste Bild kann man 2 Mal einen Stegosaurus finden, danach geht es ins Wasser, hier schweben fünf Ammoniten herum, die es auch heute noch gibt. 
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Pterosaurier sind in den Lüften unterwegs, einige Exemplare, wie der Pteranodon sind hier abgebildet. Am Ende gibt es noch ein Saurier-ABC, in dem alle vorgekommenen Saurier mit einem kleinen Steckbrief abgebildet sind.
Mein ältester Enkel hat sich schon früh für Saurier interessiert und ihm hätte so ein robustes Buch sicher gut gefallen. Die meisten Kinder werden sicher etwas älter als zwei sein, wenn sie sich für dieses Thema erwärmen. Aber die spannenden Bilder anschauen, macht sicher einigen Spaß, kann  aber auch anderen Angst machen. Da sollte man schon gemeinsam ins Buch schauen und die Reaktion der Kinder abwarten.

Dagmar Mägdefrau

Huuu-Berta – Das kleinste Gespenst von allen

Huuu-Berta – Das kleinste Gespenst von allen
Annette Langer
Sabine Sauter
Baumhaus
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Nominiert für den Deutschen Kinderbuchpreis 2023
Huuu-Berta ist ein ziemlich kleines Gespenst und sie wird wohl auch nicht größer. Um zu wachsen, muss sie nämlich bei  Menschen spuken und das traut sie sich nicht. Deshalb ist sie trotz ihrer 107 Jahre kleiner als ihre Cousinen. Ihr liebster Freund ist eine kleine schwarze Fledermaus, aber das wird in Gespensterkreisen nicht gerne gesehen, deshalb versteckt sich Flitzi auch meist in der Tasche von Bertas Latzhose. Die Gespenster in diesem Buch wohnen in einem verlassenen Hochhaus und tragen ganz normale Kleidung, allerdings sind Bertas Haare blau wie man auf den Cover sieht.
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Als die Gespensterkinder mal wieder mit dem „Magischen Maßband“, das ansagt, wie groß sie sind und warum sie gewachsen sind, ausgemessen werden, fällt Bertas Problem auf und ihre Lehrerin sperrt sie in einem Schrank, mit dem sie in die Menschenwelt gelangt. Leider wird der Schrank sehr bald als Sperrmüll entsorgt und so müssen Berta und Flitzi sich was einfallen lassen, wenn sie wieder zurückwollen. Da trifft es sich gut, dass ihnen ein Junge über den Weg läuft.
Mit etwas mehr als 100 Seiten, aufgeteilt in 18 Kapiteln und mit vielen schönen Bildern illustriert, lässt sich das Buch sehr gut (vor-)lesen. Die Gespensterwelt ist fantasievoll beschrieben, aber für mich nicht erstrebenswert, vielleicht weil sie oft an die Realität erinnert. Berta und ihr „Haustier“ sind ein tolles Team und es wird durch Ben sehr gut ergänzt. Sehr gut gefällt mir Bertas Ratschlag, alles den Eltern zu erzählen, die dann auch eingreifen konnten.
Am Ende des Buches kann man noch Aufgaben erfüllen und so ein „Gruselchen“ erwerben.

Dagmar Mägdefrau

Balduin sieht rot

Balduin sieht rot
Fritzi Bender
Sebastian Niemann
Henfri Books
Balduin
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

Das Chamäleon Balduin ist inzwischen in den Vorschule der Chamäleongrundschule gekommen, auch seine Erzieherin Frau Sogehtdas, die wir aus dem ersten Band kennen, ist mit den Kindern dorthin gewechselt. Eine sehr schöne Idee wie ich finde. Balduin kann schon seinen Namen in Druckbuchstaben schreiben, nur das N macht ihm Schwierigkeiten. Deshalb meldet er sich auch als ein B an die Tafel geschrieben werden soll, doch Frau Sogehtdas ignoriert ihn und er kommt nicht zum Zuge.

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Als es um Schnelligkeit geht, gibt sich Balduin enorm viel Mühe, doch dann muss er seinem Freund helfen und bekommt einen Rüffel. Als es dann in den Garten zum Verstecken spielen geht, hat Balduin eine besonders gute Tarnung gewählt und er wird deshalb auch nicht gefunden. Doch die Erzieherin meint, dass das Versteck außen am Zaun außerhalb des Gartens gewesen wäre, also auf verbotenen Boden. Da wird Balduin plötzlich rot und das liegt daran, dass er wütend ist, es sind jetzt schon einige Sachen passiert, die er ungerecht findet. Das können wir wieder total gut nachvollziehen, solche Dinge passieren uns auch immer mal wieder und dann muss die Wut einfach raus, wie hier bei Balduin. Aber dann wird auch in Ruhe über das Thema gesprochen und am Ende hat Frau Sogehtdas eine tolle Idee, und sie bedankt sich bei Balduin, weil er sie darauf gebracht hat.

Ein gelungenes Bilderbuch zum Thema Wut, mit einem verständlichen Text und vielen schönen Bildern, die die Gefühle sehr schön abbilden.

Dagmar Mägdefrau

Balduin bleibt grün

Balduin bleibt grün
Fritzi Bender
Charlotte Hofmann
Henfri Books
Balduin
Verlagsempfehlung ab 3 Jahre
Balduin ist ein kleines Chamäleon, dass in den Chamäleonkindergarten geht. Dort sieht es ein wenig so aus, wie in den Kindergärten in den Menschenkinder gehen. Dort gibt es einen Raum zum Turnen mit Bällebad, Sprossenleiter und Hängebrücke. All diese Sachen sind farbig und die Erzieherin Frau Sogehtdas erwartet, dass die Chamäleonkinder ihre Farbe dem Untergrund anpassen. Doch Balduin sieht das nicht ein und weigert sich, er verlangt, dass ihn ein Grund dafür genannt wird und nicht immer nur gesagt wird, dass Chamäleons das eben so machen. Die Erzieherin verspricht am nächsten Tag eine Erklärung anzubieten, doch dann erlebt Balduin etwas, dass ihm zeigt, dass es in gefährlichen Situationen durchaus gut ist, wenn man seine Farbe zur Tarnung verändern kann. 
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Der Text ist schon ganz schön lang, allerdings ist die Geschichte so spannend, dass man gerne wissen möchte, wie es weitergeht. Dazu kommt, dass die Kitakinder sich gut in die Situation von Balduin hineinversetzten können, denn das „Warum“ ist in diesem Alter eine wichtige Frage. Besonders schön sind die Illustrationen, die kleinen Chamäleonkinder sind so liebenswert dargestellt und in den Kindergarten würden sicher auch alle gerne gehen wollen.
Frau Sogehtdas ist eine liebevolle, aber auch strenge Erzieherin. Es passt einfach alles.

Dagmar Mägdefrau

Hugo, der Mistkäfer

Hugo, der Mistkäfer
Simona Smatana
Leykamp:
Leseempfehlung ab 4 Jahre
Nach Kompostfranzi, dem Regenwurm, geht es jetzt um den Mistkäfer Hugo und das Cover zeigt uns eine seiner riesigen Kot-Kugeln. 
Hugo, der ordentliche Mistkäfer, macht „Kügelchen aus reinster Kacke…von den unterschiedlichsten Tieren.“ Wir sehen ihn mit einem Handkarren seine Kugeln transportieren und eine besonders Dicke rollt er vor sich her. Hugo ist sehr fleißig und hortet seine Kugeln überall im Wald. 
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„Er rackert sich ab“ und das Ergebnis ist nicht mehr so ordentlich und sorgfältig wie am Anfang. Da fängt es plötzlich an zu regnen und Hugo kann nicht alle seine Schätze retten. Alle bis auf eine Kugel lösen sich im Regenwasser auf. Als er diese nach Hause rollen will, fällt ihm die Schönheit der Natur auf und er nimmt sich Zeit für einen Plausch mit anderen Tieren. Und er beschließt, dass „sein Glück auf gar keinen Fall vom der Anzahl der Kügelchen abhängt.“ Ein wahrhaft philosophisches kleines Insekt. Das Buch sollte man so manch einem verbissen Arbeitenden schenken, damit er von Hugos Erkenntnissen erfährt und sich ein Beispiel nehmen kann. Aber natürlich erfahren wir auch von der Arbeit des Mistkäfers und wie wichtig er für uns alle ist. Am Ende des Buches gibt es noch einen Sachtext über diese kleinen Helfer.

Die Texte sind nicht besonders lang und gut verständlich geschrieben, auf den  Bildern ist viel zu entdecken.

 Dagmar Mägdefrau

Antigone

Antigone
Ali Smith
Atlantis
Verlagsempfehlung ab 10 Jahre
Der dünne lila Band zeigt das Mädchen Antigone und die Krähe. Die alte Tragödie von Sophokles wird hier aus Sicht der Krähe erzählt. Sie sitzt an der Stadtmauer von Theben und schaut auf das Schlachtfeld. Hier haben die Söhne des verstorbenen König Ödipus miteinander gekämpft und sich gegenseitig getötet. Nun ist König Kreon der Herrscher. 
Kreon hält Polyneikes für einen Verräter und deshalb soll er nicht in Ehren bestattet werden. Dagegen lehnt sich Antigone auf und sie macht sich auf den Weg, ihren toten Bruder zu suchen. 
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All dies berichtet uns die Krähe aus ihrer Sicht. Sie spricht von den Menschen als „Noch-Lebende“, denn Tote bedeuten  auch Nahrung für sie und ihre Nachkommen, die wir im Epilog als Zuhörende kennenlernen.
Die Geschichte wird in neun Kapiteln erzählt und ist in großer Schrift gedruckt und mit einigen stilgerechten Bildern ergänzt worden. Dadurch ist sie gut lesbar und sehr gut verständlich. So können die alten Mythen auch jungen Leser*innen nähergebracht werden. 

Dagmar Mägdefrau

Entschuldigung

Entschuldigung
Lorenz Pauli
Miriam Zedelius
Atlantis
Verlagsempfehlung ab 4 Jahre
Auf die große Ziegelwand schreibt Dr. Bitter mit weißer Farbe den Titel des Buches. Aber zunächst ist Juri mit dem Rad unterwegs, er fährt sehr schnell und trägt einen Helm, aber er hat nicht damit gerechnet, das Dr. Bitter im weißen Kittel zwischen den Häusern auf den Gehweg tritt. Schon sitzt der Arzt im Gebüsch und Juri entschuldigt sich bei ihm und nimmt die Schuld auf sich. Nachdem Dr. Bitter seine Schramme verarztet hat, will er Juri zeigen, wie schnell er Rad fahren kann. 
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Doch auch er fährt zu schnell und schaut auch noch zur Seite. So macht er eine Schramme in das rote Auto, das am Straßenrand parkt. Juri rät ihm, sich bei Herrn Vogelsang zu entschuldigen, aber Dr. Bitter versucht den Schaden zu beheben. Natürlich klappt es nicht und mit jedem Versuch wird alles nur noch schlimmer und am Ende zwingt Juri ihn, mit Herrn Vogelsang zu sprechen, doch auch da kann Dr. Bitter seine Schuld nicht eingestehen.
Juri hat gelernt, dass man sich entschuldigen muss, wenn einem ein Missgeschick passiert ist. Dr. Bitter hat eine ganz andere Strategie, er vertuscht und kann seine Schuld nicht zugeben. Aber Juri bleibt fest und findet, „manchmal muss man den Erwachsenen die Dinge dreimal erklären.“ Dazu hat er eine wundervolle Fantasie und kann die Situation so weiterspinnen, dass Dr. Bitter am Ende im Weltraum landet. Aber er kann sich gegenüber dem Erwachsenen durchsetzen und am Ende gibt es doch noch eine Lösung für das Auto.
Die Geschichte liest sich sehr schön und die Illustrationen passen gut dazu. Aber das Schönste ist, dass das Kind dem Erwachsenen moralisch überlegen ist.

Dagmar Mägdefrau

Wer steigt ein?

Wer steigt ein?
Vera Eggermann
Atlantis
Verlagsempfehlung ab 1 Jahre
Auf dem Cover sind alle zu sehen, die in dem Buch vorkommen und die einsteigen.
Vorne steht ein Kettcar, an dem ist ein Korb auf Rädern angebunden, an zwei blauen Schüren folgt ein weißer Plastikstuhl, danach ein lila Plastikwäschekorb und zuletzt eine Bananenkiste. Auf den Reitern sind die Zusteigenden zusehen. Als erstes steigt die Katze Miki in den Korb. Glub ist ein grünes Etwas mit Glubschaugen, da es oben sitzen will, setzt es sich auf die Stuhllehne. 
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Der Yeti nimmt den Wäschekorb und Gansa setzt sich auf den Stuhl. Nach dem Hundertfüßer folgt Mann Max. Auf der letzten Seite steht die Frage „Alle sind da. Aber wer steuert?“
Ein kleines Pappbilderbuch mit weißem Hintergrund und jeweils einem Satz auf jeder Seite. (bis auf die letzte) Aber die Kinder haben viel zu sehen, vor allem Dinge, die sie kennen und eine Komposition, die sie nachbauen könnten. Dazu dieses Ende, dass die Fantasie anregt.

Dagmar Mägdefrau

Die 5 Doppelpunkte und der Wanderzirkus

Die 5 Doppelpunkte und der Wanderzirkus
Maria Braig
epubli
Die 5 Doppelpunkte
Leseempfehlung ab 8 Jahre
Ich habe mich sehr gefreut, dass es ein neues Abenteuer der 5 Doppelpunkte gibt, denn das erste Buch hat mir sehr gut gefallen und es war schön, die ungewöhnlichen Freunde wiederzutreffen.
Am Beginn des Buches werden sie noch einmal vorgestellt: Luke und Lena, die bei ihrem Papa und seinem Mann leben, während ihre Mutter als Ärztin unterwegs ist. Ferrari, die so genannt wird, weil sie sehr schnell in ihrem roten Rollstuhl unterwegs ist. Abdo, der aus Afrika geflüchtet ist, so wunderbar schwäbisch spricht und einen Blog mit seinen Fotos veröffentlicht. Dann ist da noch Slash, die auf die Frage „Junge oder Mädchen?“ mit „Ja, genau“ antwortet.
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Die Bande geht zusammen zur Schule und trifft sich fast jeden Tag in ihrem Gartenhaus. Diesmal wollen sie gemeinsam einen Zirkus besuchen und Lena freut sich auf das Ponyreiten in der Pause. Doch Ferrari, die selbst auf einem Therapiepferd reitet, sieht sofort den schlechten Zustand der Tiere und als dann die müden kleinen Tiere stolpern, werden sie mit einer Gerte geschlagen. Dagegen müssen die Freunde etwas unternehmen. Doch als sie mit dem Zirkusdirektor sprechen wollen, stellt sich heraus, dass ein einäugiges Pferd von der Weide verschwunden ist. Die Kinder machen sich auf die Suche nach dem Tier, aber in der Schule erfahren sie, dass auch ein Mädchen vermisst wird. Ein neuer Fall für die 5 Doppelpunkte.
Der „Fall“ ist schon nach Zweidrittel des Buches gelöst, aber es gibt dann noch ein neues Problem, dass die Kinder mit Ideenreichtum und Tatkraft bewältigen. Die Fünf sind sehr sympathische Kinder, die auch mal sauer sind und trotzdem finden sie immer wieder eine Lösung, weil sie zusammenhalten und Verständnis für die anderen haben. Ich wünsche mir noch viele solcher spannenden Fälle. 

Dagmar Mägdefrau

Die Erfinderbande – Schipp, schipp, hurra!

Die Erfinderbande - Schipp, schipp, hurra!
Nicolas Gorny
Gloria Jasionowski
Oetinger
Die Erfinderbande
Leseempfehlung ab 4 Jahre
Ola, Benno, Ebru und der kleine Roboter Smart nutzen inzwischen offiziell die Erfinder-Werkstatt in der Kita. Als Ebru eines Morgens sehr früh in die Kita kommt, weil sie am Vortag etwas im Fernsehen gesehen hat, dass sie unbedingt ihren Freunden erzählen muss, schaut sie Smart bei seiner neuesten Erfindung zu. Es ist ein Geschirrtuch-Falt-Apparat für den Koch der Kita und er kann sogar Schwäne aus den Tüchern falten, leider passen sie nicht in den Schrank. 
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Da verzweifelt der kleine Roboter an seinem Können, doch die Kinder können ihn trösten. Als Ebru ihnen dann von dem goldenen Walross erzählt und dass der Wikinger, dem es gehört hat, genau so heißt wie der ehemalige Hausmeister der Kita, müssen die Kinder sofort durch die Geheimtür zu Herrn Knalliger rüber. Dass sie so und das für lange Zeit ohne Abmeldung die Kita verlassen, habe ich schon im ersten Teil dieser Reihe angemerkt.
Zusammen mit Herrn Knalliger wollen die drei Kinder nach dem Schatz graben, doch dazu müssen erst wieder eine Erfindung machen.
Es ist toll, den Kindern beim Erfinden zuzuschauen und zu erfahren, mit welchen Mitteln, die man in jedem Haushalt findet, sie hier die tollsten Maschinen bauen. Ich hoffe nur, dass die Kinder, denen das Buch vorgelesen wird, nicht allzu traurig sind, wenn es in der Realität nicht so gut funktioniert. Aber da ist halt ihre Fantasie gefragt.
Bei den Illustrationen handelt es sich manchmal nur um kleine Abbildungen von z.B. Werkzeugen, aber es gibt auch ein- und zweiseitige Bilder auf einigen Seiten. Die Kinder sollten also schon ans Vorlesen gewöhnt oder etwas älter sein. 

Dagmar Mägdefrau

Jeder hat mal einen schlechten Tag

Jeder hat mal einen schlechten Tag
Kaye Umsnsky
Ben Mantle
Brunnen
Verlagsempfehlung ab 3 Jahre
Eine Ente mit Schleife schmückt das Cover, es handelt sich um Enno, den immer freundlichen Erpel. Er ist einfach höflich und freundlich zu allen anderen. Alle finden „Diese Ente Enno ist so nett.“ Wenn einer krank ist, wünscht er ihm mit Kuchen und Ballon eine gute Besserung und er kann stundenlang zuhören. - Ein Freund, wie ihn sich jeder wünscht
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Doch dann steht Enno mit den falschen Bein auf und ist „gar nicht nett“. Er quakt die Katze an, ignoriert seine Freunde und macht keinen Platz im Bus frei. Die Freuden machen sich Gedanken „Was ist nur mit Enno los?“  Aber sie bleiben nett zu ihm und kaufen ihm sogar ein Eis. Sie tun all das für ihn, was er sonst für sie getan hat… bis Enno wieder der Alte ist. 
Jeder hat ja mal einen schlechten Tag und dann ist es toll, wenn die Freunde trotzdem zu einem halten und sich nicht abwenden. Enno hat zum Glück solche Freunde. 
Mit einem Lächeln habe ich das Buch zur Seite gelegt und ich freue mich schon darauf, es vorzulesen, denn Enno ist wirklich ein toller Typ und er hat wundervolle Freunde. Die Bilder sind dynamisch und bunt, der Text ist nicht sehr lang und gut zu lesen.

Dagmar Mägdefrau

Auch du bist ein kleines Wunder

Auch du bist ein kleines Wunder
Jana Chapman
Brunnen
Jana Chapman
Wundervoll, wie die kleine Maus inmitten der Löwenzahnwiese nach der Biene schaut. Ein Cover, das mich mit seiner Zartheit sehr anspricht. 
Aber die Geschichte beginnt mit einem unzufriedenen Frosch in seinem Teich. „Mir reicht`s!“ beschließt er und will die Welt entdecken. Und schon taucht die Löwenzahnwiese mit der Maus auf. Die beiden machen sich in den Wald auf und der Frosch staunt über die großen Bäume (dazu muss man das Buch hochkant halten).
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Die Maus weiß zu berichten, dass alles mit einem Samen anfängt und die Eichhörnchen schütteln die Zapfen, damit die beiden die Samen herabfliegen sehen können. Doch bald sind die beiden Tiere wieder am Teich und die Maus springt hinein, weil es ihr so warm ist. Da entdeckt sie die Unterwasserwelt des Frosches und als er ihr noch erzählt, wie er zum Frosch wurde, sagt die Maus begeistert zu ihm „Frosch, du bist ein Wunder.“ 
Schöne poetisch anmutende Bilder und eine Geschichte, die zeigt, wie Leben entsteht und dass Freundschaft etwas Wunderbares ist.

Dagmar Mägdefrau

Drei Kinder und ein kleiner Hund

Drei Kinder und ein kleiner Hund
Maria Braig
Ursula Maria Wartmann
epubli
Leseempfehlung ab 8 Jahre
Die Schwestern Nele und Toni freuen sich auf die gemeinsamen Ferien mit ihren Eltern, sie wollen mit dem Hausboot durch Holland schippern. Doch dann bekommen die Eltern einen eiligen und dringenden Auftrag und deshalb sollen die beiden bei ihrer Oma bleiben. Nachdem sich ihre Wut etwas gelegt hat, freuen sich die beiden Schwestern dann doch, dass Papa das Gartenhäuschen für sie hergerichtet hat. Sie dürfen sogar dort übernachten. 
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Mareike und Astrid, das Paar von nebenan, werden sich ein wenig um sie kümmern. Doch dann vergisst Nele die Tür des Gartenhäuschens abzuschließen und schon nistet sich Jo mit seinem niedlichen kleinen Hundewelpen Willi dort ein. Doch die Vier schließen schnell Freundschaft und nun gilt es Jo zu helfen, der Schlimmes zu Hause erleben musste und nun nicht mehr zurück will. Doch die tatkräftigen Mädchen haben einige gute Ideen.
Der Großvater der beiden Mädchen kommt aus Kamerun und deshalb spielt in einigen Situationen die dunkle Hausfarbe der beiden eine Rolle. Nele und Toni sind ganz normale Schwestern, sie zanken sich und halten, wenn es darauf ankommt, zusammen. Jos Leben ist zurzeit nicht ganz einfach. Sein Vater kann den frühen Tod seiner Frau nicht verkraften und kümmert sich wenig um seinen Sohn, der doch auch den Tod seiner Mutter noch nicht überwunden hat.
Besonders Toni mag ich, weil sie einfach alles sagt, was ihr in den Kopf kommt, und meist hat sie damit ja auch Recht. 
Obwohl das Buch einige Probleme anspricht, so bleibt es doch positiv gestimmt und am Ende sieht es sehr hoffnungsvoll aus.

Dagmar Mägdefrau

Wer umarmt den kleinen Igel?

Wer umarmt den kleinen Igel?
Jana Bauer
Peter Škerl
Jumbo
Leseempfehlung ab 4 Jahre
The White Ravens 2023 (Originalversion)
Vielleicht kennen Sie auch das kleine Filmchen, dass man zu Weihnachten in Internet anschauen kann. Da will sich keiner neben den Igel setzten, bis die Tiere seine Stacheln mit Styroporstücken „entschärfen“. In diesem Bilderbuch geht es auch um einen Igel, der plötzlich das Gefühl hat, „Ich muss jemanden umarmen“. Doch sowohl der Elefant als auch der Bär finden eine Ausrede, weshalb sie das nicht können. Erst der als Fuchs verkleidetet Pelle sagt ihm die Wahrheit und er ist es auch der versucht, eine Lösung zu finden. 
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Zunächst versucht er die Tiere des Waldes mit Schildern und dem Versprechen, „König des Waldes“ zu werden, dazu zu bewegen den versteckten Igel zu umarmen. Doch die Schildkröte, die sich als einzige dafür interessiert, fühlt sich getäuscht. Pelle baut eine Maschine, die den Igel umarmt, aber das ist dem Igel nicht warm genug. So wendet sich Pelle um Hilfe an die Elster, doch die ist auch nicht sehr hilfsbereit und der Igel liegt verzweifelt auf dem Waldboden und Pelle befürchtet er werde vor Kummer sterben. Natürlich geht die Geschichte gut aus, aber sie bringt uns alle doch sehr zum Nachdenken. Hätten wir den Igel umarmen wollen? Oder hätten wir ihm auch mit einer Ausrede abgespeist? Hätten wir, wie Pelle versucht, zu helfen?
Der Text ist schon sehr lang, aber gut zu lesen und zu verstehen. Die Bilder zeigen bekleidete Tiere, nur bei den Vögeln sieht man nur das Gefieder. Die Zeichnungen sind zart und die Gesichter haben wenig Ausdruck, lediglich durch die Haltung wird der Text unterstützt.

Dagmar Mägdefrau

Ein Tag im Schloss

Ein Tag im Schloss
Miriam Koch
Susanne Lütje
Oetinger
Verlagsempfehlung ab 3 Jahre
Nach „Ein Tag im Leuchtturm“ lernen wir nun den Tagesablauf im Schloss kennen. Die Form des Buches entspricht den Umrissen eines Schlosses und ist schon deshalb ein besonderes Pappbilderbuch. Das Cover zeigt das Schloss von außen und Prinzessin Pina winkt uns fröhlich zu. Die erste Doppelseite zeigt sie in ihrem Bett beim Frühstück. Hier sehen wir auch den kleinen grünen Drachen und die schöne gestreifte orange Katze. Danach werden uns die andren Zimmer gezeigt, im Keller schläft ein Geist. Pina kommt vom Ausritt zurück und muss ihr Pony striegeln. Dann saust sie auf dem Treppengeländer nach unten, um im Thronsaal eine Vorstellung zu geben. Am Abend liegt unsere kleine Prinzessin schon schlafend in ihrem Bett. 
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Ich frage mich, ist das jetzt wegen der weiblichen Protagonistin und der vielen rosa Farbe ein typisches Mädchenbuch? Allerdings ist Pina schon eine sehr aktive Prinzessin, die Hand anlegt und sich nicht sehr prinzessinnenhaft benimmt. In jedem Fall macht das Anschauen Spaß und die kleinen Vierzeiler sind gut zu lesen. 

Dagmar Mägdefrau

Babymia – Es ist Zeit zu baden!

Baby Mia – Es ist Zeit zu baden!
Rocio Bonilla
Jumbo
Babymia
Leseempfehlung ab 2 Jahre
Diese kleinen Pappbilderbücher um Babymia sind immer Anschauens wert. Diesmal geht Mia baden. Deshalb war ich erstaunt, dass der Hund Luke zunächst Gassi geht. Babymia, wie immer im gestreiften Ganzteiler, schaut hinter Papas Bein hervor dem Hund hinterher. Dann geht sie mit viel Spielzeug im Arm Richtung Bad. Ausgezogen steht sie vor der vollen Wanne, die „so viele schöne Blasen“ hat. 
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Wir sehen nur Mamas Hand und etwas Arm, sie sagt Mia, was sie waschen soll. Danach wird gespielt und dann wird Mia in ein großes grünes Handtuch gepackt und wir „hören“ ein Wuff. Luke macht Mia mit seinen dreckigen Pfoten am ganzen Körper wieder schmutzig und Mia wird wohl noch einmal baden müssen. Auf der letzten Doppelseite sind wieder Begriffe zu sehen, die wir im Buch finden können. 
Eine fröhliche kleine Geschichte mit wundervollen Bildern. Und kurzen Texten.

Dagmar Mägdefrau

Irgendwie Anders

Irgendwie Anders
Kathryn Cave
Chris Ridell
Oetinger
Verlagsempfehlung ab 3 Jahr
Das sitzt der kleine blaue Anders auf seinem gemütlichen Sessel und schaut etwas verloren aus dem Cover. „Er wusste, dass er irgendwie anders war, denn alle fanden das.“ Ein sehr trauriger Anfangssatz. So steht er ganz allein mit dem Rücken zu uns und alle anderen Tiere lehnen ihn ab. Egal, wie Anders auch versucht, mit den anderen zu spielen, sie weigern sich, denn er isst komische Sachen. So geht Anders zu sich nach Hause und die Tiere schauen ihm hinterher, besonders die Giraffen schauen sehr böse. 
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Als er zu Hause ist, klopft es an seine Tür und ein Etwas möchte zu ihm hinein. Anders gefällt das nicht und auch als Etwas ihm erklärt, dass sie sich ähneln, kann er den Neuen nicht akzeptieren. Erst als Etwas traurig losgeht, holt ihn Anders wieder zurück. Sie machen nun alles zusammen, auch die Spiele an denen Anders nicht teilhaben durfte. Und am allerbesten gefällt mir die letzte Seite. Denn wenn noch jemand käme, der „nicht ist wie wir“ und der nicht „dazu gehört“, dann „rücken sie einfach ein bisschen zusammen.“ Und auf dem Bild sitzen die beiden auf dem gelben Sessel und in der Mitte sitzt ein Mädchen.
Dieses Pappbilderbuch zeigt sehr genau auf, wie es sich anfühlt, abgelehnt und ausgegrenzt zu werden. Sensible Kinder werden sich da schwer tun, das auszuhalten. Die Lösung besteht darin, einen neuen Freund zu finden, dem es genauso geht, der auch anders ist. Das ist schön für Anders, trotzdem hätte es mir besser gefalle, wenn die anderen Tiere eingesehen hätten, dass ihr Verhalten falsch ist.
Die Texte sind recht kurz und werden durch die Bilder sehr schön verstärkt, einige Seiten sind wie ein Comic mit kleinen Bilder gestaltet.

Dagmar Mägdefrau 

Nicht die Haare waschen

Nicht die Haare waschen
Jutta Wetzel
Nanna Neßhöver
Oetinger
Verlagsempfehlung ab 2 Jahre
Auf dem Cover ist das verhasste Shampoo schon zu sehen und der Löwe wirkt panisch, während alle anderen Tiere davonlaufen. Auf der ersten Seite lernen wir die Tiere genauer kennen. Affe, Lama, Löwe, Zebra und der kleine Elefant haben eine Schlamm-Party gefeiert und nun geht es in die Wanne. „Klatsche in die Hände!“ ist die Aufforderung auf dieser Seite.
Das werden die Kinder gerne machen, aber was hat es mit der Geschichte zu tun? „Heute müssen wir aber auch…“ Das Kind soll raten, was das sein könnte, und soll deshalb die Augen schließen.
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Auf der grellroten Seite sehen wir den Tieren die Panik an, sie sollen die Haare waschen. Jedes Kind kennt das, denn das macht einfach keinen Spaß. Alle Tiere haben sich versteckt und das Kind soll sie herauslocken. Einfach herrlich, wie sich das Zebra an den Baum klammert. Da fasst sich das Zebra ein Herz und das Kind wird aufgefordert, „Blinzle einmal kräftig“ - auch hier kein Bezug zur Handlung. Dann muss das Kind auf die Shampoo-Flasche drücken und dem Zebra die Haare waschen, das macht total Sinn! Um das Flüstern des Lamas zu verstehen, muss man nahe an sein Ohr. So landen am Ende fast alle in der Wanne, doch ein Tier fehlt und deshalb muss das Buch noch mal von vorne angeschaut werden. 
Die Bilder dieses Pappbilderbuches sind einfach so spaßig anzuschauen, aber die Mitmachaufforderungen hätten besser durchdacht sein können und sich mehr auf die Handlung beziehen sollen. So streicht man auf einer der letzten Seiten über die abgebildeten Bäume, aber warum??? 

Dagmar Mägdefrau

Papa ist überall – Wenn ein Elternteil geht und die Trauer bleibt

Papa ist überall – Wenn ein Elternteil geht und die Trauer bleibt
Émilie Chazerand
Sébastien Pelon
Coppenrath
Verlagsempfehlung ab 3 Jahre
„Seit Papa nicht mehr bei uns ist, ist er einfach überall.“ So beginnt das Buch, in dem uns der kleine Junge von seinem Verlust erzählt. Er sitzt ganz klein auf einem kleinen Hügel und fast wie ein Wolke ist der Kopf seines Vater sehr groß am Himmel zu sehen. Auf einer dunkelblauen Seite sehen wir den Jungen als Dino verkleidet, das Blau symbolisiert die Tintenpfütze, die ohne Vater alles ausfüllt und Papa ist verschwunden, wie die Dinosaurier. 
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Er findet, er hat das nicht verdient und ist wütend und möchte sich am liebsten schlagen. Im Schlaf verspricht Papa „Ich bin immer in deiner Nähe.“, doch nach dem Aufwachen ist er einfach nur unglücklich, und erzählt auf, was er alles mit Papa gemacht hat. Doch dann erkennt er seinen Vater in ganz vielen alltäglichen Dingen und „im Sommer begleitet mich Papa in meinem Schatten, wohin ich gehe.“ 
Die Erkenntnis, dass Papa überall ist, ist ein großer Trost für den Jungen und dieser Trost kann uns alle die Trauer besser ertragen lassen. Der Verlust des geliebten Menschen macht uns immer noch traurig, aber wenn wir ihn bei uns wissen, erleichtert es uns die Trauer ein wenig.
Ein wundervolles Buch für Kinder (aber auch für Erwachsene), die verstehen lernen, dass der Tod nicht bedeutet, dass dieser Mensch nicht in unseren Herzen bleibt. 

Dagmar Mägdefrau


Mamas roter Pullover – Ein Bilderbuch über Abschiednehmen und Trauer

Mamas roter Pullover – Ein Bilderbuchüber Abschiednehmen und Trauer
Jayde Perkin
Coppenrath
Verlagsempfehlung ab 6 Jahre
Auf dem Cover sehen wir das kleine Mädchen, dass den Tod ihrer Mutter erleben muss.
Sie verabschiedet sich am Krankenbett zusammen mit ihrem Vater von ihrer mit dem Satz „Wir haben dich so lieb.“ Als am nächsten Tag das Telefon schellt, sagt Papa nach dem Gespräch „Sie ist von uns gegangen.“ Das Mädchen sitzt weinend im Bett und schaut sich ein Bilder an auf dem sie als Baby mit den Eltern zu sehe ist. 
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Erst kommen viele Blumen und Karten, dann folgt die Beerdigung. Das Mädchen steht mit einem Blumenstrauß von Mamas Lieblingsblumen inmitten von Mensch, die auch trauern, zu lesen sind Bemerkungen, wie sie in solch einem Fall gesagt werden. In der Zeit danach spürt sie einen dunklen Schatten und ihr Vater bezeichnet den Zustand, den sie beschreibt als Trauer. Ihm geht es genauso. Obwohl sich alle kümmern, fühlt sie sich allein. Da fällt ihr Mamas roter Pullover in die Hände und er biete ihr erstmal Trost.
Die Bilder in den Buch sind einfach gestaltet und zeigen sehr genau die Gefühle, was mir nicht so gut gefällt, ist dass die Figuren immer nur einen gebogenen Strich als Auge haben. Mir hätten Pupillen besser gefallen. Die Textteile sind nicht sehr lang, sagen aber alles, was die Trauer des kleinen Mädchens erklärt.
Ein sehr einfühlsames Buch, dass keine Lösung zur Hand hat, aber Hoffnung gibt.

Dagmar Mägdefrau

Wie Melodien im Wind – Liebe ist Band 2  

Wie Melodien im Wind – Liebe ist Band 2
Alicia Zett
one
YA-Trilogie
Verlagsempfehlung ab 14 Jahre
Toni führt ein Doppelleben auf dem Internat Schloss Mare, umgeben von wohlhabenden Mitschüler*innen und sogar einem Prinzen, ohne dass jemand von ihrem eigentlichen familiären Hintergrund weiß. Lukas, der dänische Prinz, hat ihr Herz erobert, aber aufgrund der unüberbrückbaren Kluft zwischen ihren Welten gehen sie sich irgendwann aus dem Weg, was für ihre Mitschüler*innen schwer nachvollziehbar ist.
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In dieser Geschichte wird Tonis langjährige Freundschaft mit Lukas aufgegriffen, was ihre Beziehung besonders authentisch macht. Beide tragen Ängste und Sorgen mit sich, wobei wir Tonis Perspektive folgen. Neben aktuellen Herausforderungen plagt sie auch die Zukunftsangst. Musik, ihre große Leidenschaft neben dem Fußball, wird zu einem Ventil für ihre Gefühle. Sowohl ihr als auch Lukas fällt es manchmal leichter, mit Melodien ihren Gefühlen ihren Raum zu geben. Ich finde es manchmal schwierig, über Musik nur zu lesen, aber da hier vor allem die Texte bedeutend sind und Toni in allen Bereichen ihres Lebens versucht, „nicht aus dem Takt zu kommen”, passt Musik hier wunderbar, um auch über ihren mentalen Einfluss zu sprechen. Generell wird das Thema mentale Gesundheit in der Geschichte sehr ernst genommen, ohne dabei die Liebesgeschichte in den Hintergrund zu drängen und umgekehrt. Die Spannung entsteht aus der Gegensätzlichkeit von Toni und Lukas sowie aus ihren gut gehüteten Geheimnissen. 
Maximal neidisch bin ich auf das Internatsleben, gerade wegen der Freundesclique um die beiden herum, die uns hoffentlich nochmal in einem nächsten Teil begegnen wird. 
Die Autorin nimmt die Gefühle von Jugendlichen ernst und verpackt ernste Themen in einen Wohlfühlroman, der sicher mitfiebern lässt.

Raphaela Brosseron

Kabulski und Zilli – Ohwiewunderbarschön

Kabulski und Zilli - Ohwiewunderbarschön
Brigitte Werner
Birte Müller
Verlag Freies Geistesleben
Verlagsempfehlung ab 6 Jahre
Anhand des Untertitels kann man sich ein Bild machen, welche Wortschöpfungen die Autorin noch in ihrem Text versteckt hat. 
Kabuski, der schwarze Kater, ist ein Poet, ein Schlitzohr und hat einen großen Bauch, ein großes Herz und ein große Klappe. Er ist ein Ruhrpottgewächs und das soll er ja auch sein, denn die Geschichte spielt mitten im Ruhrgebiet.
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Neben ihm kann man auf dem Cover Zilli, die hübsche weiße Katzendame, sehen. Die beiden mögen sich, aber es ist noch eine ganz zarte Liebe. 
„Faxenmachen und Unsinnanstellen waren nämlich Kabuskis Lieblingsbeschäftigungen“ und so lädt er Zilli ein, mit ihm zusammen Elefanten und wilde Nashörner zu jagen. Was die beiden dann erleben, ist einfach nur fantastisch, denn obwohl Kabulski weiß, dass es diese Tiere in der Nähe von Gelsenkirchen nicht in freier Wildbahn gibt, sehen die beiden überall Spuren von den Dickhäutern. Auch auf den wunderbaren Bildern kann man sie immer wieder entdecken. Sogar in den alten Reihenhäusern, die es bei uns gibt.
Auf jeden Fall findet Zilli das alles „ohwiewunderbarschön!“ und die Leser und Zuhörer wahrscheinlich auch.
Eine lesenswerte Geschichte, die uns zeigt, mit viel Fantasie kann man auch im Ruhrpott Elefanten jagen und dabei neue Wortschöpfungen entdecken. Ein liebenswertes Paar und ein ebensolches Buch.

Dagmar Mägdefrau

Sicher im Netz! – Wie schütze ich mich vor Missbrauch und Betrug? 

Sicher im Netz! – Wie schütze ich mich vor Missbrauch und Betrug?
Dagmar Geisler
Nikolai Renger
Loewe
Verlagsempfehlung ab 6 Jahre
Ja, das Buch wendet sich an Grundschulkinder und ihre Eltern. Denn in unserer Zeit haben diese Kinder vielleicht nicht alle ein eigenes Handy, dürfen aber oft die Geräte der anderen nutzen. 
Zunächst lernen wir Mirja und Leon kennen, die beiden sind Netz-Experten und sie halten in der Klasse ein Referat. Sie berichten von Till, der in Aylin verknallt ist, doch durch sein Pöbeln im Internet hätte er sie beinahe verloren. Denn auch online sollte man sich so benehmen, wie im persönlichen Umgang. Doch dann passiert den beiden Experten auch ein Malheur. Die beiden stellen Fotos aus ihrer Kleinkindzeit nach und auf einem rutscht Mirjas Hose über ihren Po. Dieses Foto schickt sie einer Freundin und leider schickt die es weiter, bis es Till erreicht. Das ist auf jeden Fall peinlich.
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In dem Buch gibt es noch weiter Beispiele und Tipps, was man im Internet vermeiden sollte. Denn das, was man weiterschickt, hat immer eine Wirkung. Die sechs kurzen Kapitel sind in großen Buchstaben gedruckt und mit vielen bunten Bildern illustriert. Die Geschichten sind gut verständlich geschrieben und werden den Kindern, vielleicht auch ihren Eltern, zu denken geben. 
Ein Nachwort, das sich an die Erwachsenen wendet, und Beratungsadressen ergänzen den Erzähltext sehr gut.

Dagmar Mägdefrau

Heartstopper

Heartstopper
Alice Oseman
Graphix Loewe
Heartstopper
Verlagsempfehlung ab 12 Jahre
Im bereits 5. Teil von Heartstopper ist es bereits ein Jahr her, dass mit Nick und Charlie alles angefangen hat. Die beiden sind immer noch sehr verliebt und wollen miteinander schlafen, nur sind sie da noch sehr unsicher im Umgang miteinander. Für Charlie ist das alles auch wegen seiner mentalen Vergangenheit gar nicht so einfach. 
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Aber auch Nick hat Sorgen, denn bei ihm steht die Zukunftsplanung an, immerhin ist er ein Schuljahr weiter als Charlie und kurz vor dem Abschluss. 
Nach dem Lesen überrascht es mich nicht mehr, dass die Geschichte von Charlie und Nick ihren Weg zu Netflix gefunden hat.  Die beiden sind trotz ihrer Unterschiede sehr sympathisch und die Verliebtheit ist mit wenigen Bildern spürbar, außerdem sind die kleinen Bilder schon so szenenartig und perspektivisch dargestellt, dass man als Serienmacher*in eigentlich gar nicht mehr so viel zu tun hätte. Die Illustrationen haben mir sehr gut gefallen, die Größe und Anordnung führen die Augen mühelos durch die Geschichte und ermöglichen ein entspanntes Lesen.
Es ist schön zu sehen, wie trotz des Fokus auf die Liebesgeschichte, die Freundesgruppe eine wichtige Rolle spielt, und wie Charlie sich nach und nach bei seinen neuen Freunden öffnen kann. Sensible Themen wie Nicks Essstörung und seine Narben werden angesprochen, und vorne im Buch findet sich eine Triggerwarnung. 
Auch ohne die vorherigen Teile gelesen zu haben, fühlt man sich gut von der Handlung abgeholt. Am Ende gibt es eine Übersicht des "Osemanversums", die eine Zeiteinordnung der Geschichte bietet. Alice Oseman hat mit der fortlaufenden LGBTQ+-Graphic-Novel "Heartstopper" wirklich eine fesselnde Welt geschaffen, die glücklicherweise viele Leser*innen erreicht und berührt.

Raphaela Brosseron

The waves we catch – Emerald Bay

The waves we catch – Emerald Bay Band 2
Lorena Schäfer
one
Emerald Bay
Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

Band 2

Im zweiten Teil der Emerald-Bay-Trilogie enthüllen sich endlich die Hintergründe von Nathan, dem besten Freund von Taylor, der bereits im ersten Teil eingeführt wurde, sowie von Billie, die dort nur namentlich erwähnt wird. Zuvor war Billie einfach verschwunden und hatte Nathans Herz gebrochen. Als ihre "Pflegemutter" Phoebe stürzt und ins Krankenhaus kommt, kehrt Billy zurück, obwohl sie geschworen hatte, dies nie wieder zu tun. Ein Treffen mit Nathan lässt sich dabei nicht vermeiden…
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Noch viel mehr als im ersten Teil besteht hier die Dramatik in der fehlenden Kommunikation der beiden Hauptfiguren, Billie und Nathan. Bei Ivy und Taylor war die fehlende Kommunikation aber ein wenig verständlicher, denn die beiden kannten sich nun mal noch nicht. Billie und Ivy kennen sich seitdem sie Kinder sind und waren sogar ein Paar. 
Billies Beweggründe sind schon nachvollziehbar, vor allem bleibt es spannend, da man diese nicht direkt erfährt. Allerdings habe ich bei sowas immer das Gefühl, es wird eine Tragik konstruiert, die mit einem einfachen Gespräch zu einem Happy End werden kann, ohne dass eine der Figuren dabei an Sympathiepunkten verliert. Was genau dahintersteckt, kann jede*r selbst nachlesen, je nach Erwartungshaltung wird man eventuell enttäuscht. Dennoch sind romantische Elemente und die malerische Kulisse Australiens auch im zweiten Teil präsent. Fans von Ivy und Taylor dürfen sich freuen, da sie in dieser Fortsetzung nicht gänzlich fehlen und man zudem mehr über den Verlauf der anderen Figuren erfahren wird.
Den Titel finde ich für den Surfprofi Nathan passend, ich dachte mir sofort, dass es in dem Teil um ihn geht.
Für den dritten Teil hätte ich andere Hauptprotagonist*innen erwartet, trotzdem bin ich gespannt, wen wir da aus Emerald-Bay wieder treffen. 

Raphaela Brosseron



In einem alten Haus in Berlin – Ein Streifzug durch 150 Jahre deutsche Geschichte

In einem alten Haus in Berlin - Ein Streifzug durch 150 Jahre deutsche Geschichte
Kathrin Wolf
Isabel Kreitz
Gerstenberg
Verlagsempfehlung ab 10 Jahre
Mit „einem alten Haus in Berlin" beginnt die Geschichte, als die Familie Schwartz im Jahr 1871 erstmals in das Gebäude einzieht, das nun ihr eigen ist. Unten betreibt Karls Vater eine Apotheke, und von diesem Zeitpunkt an verfolgen wir das Leben der Familie sowie ihrer Nachkommen, die mit den vielfältigen Veränderungen im Haus und insbesondere in der sich wandelnden Welt konfrontiert werden. Die Erzählung erstreckt sich über die klassischen Etappen der Geschichte, darunter die Kriege von 1870 sowie die beiden Weltkriege, die Nachkriegszeit, den Mauerbau und -fall sowie die Herausforderungen der Moderne.
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Jede Generation führt uns durch ein neues Familienmitglied in das Leben im Haus ein. Nach Karl übernimmt seine Tochter Martha die Erzählung ab 1914. Später folgt ihre Schwester Anna, ab 1933 übernimmt Marthas Sohn Hans die Rolle des Geschichtenerzählers, begleitet von seiner Schwester Ursula und so weiter, bis in die Gegenwart. Falls Leser*innen bei den vielen Namen und Familienmitgliedern durcheinanderkommen, bietet der Stammbaum am Anfang eine nützliche Übersicht zur Überprüfung und Verknüpfung der Beziehungen innerhalb der Familie.
Das Buch präsentiert sich in beeindruckender Größe, und die Seiten nach den Erzählungen der Kinder sind wie lebendige Wimmelbilder gestaltet, die zahlreiche Details bieten. Ein sachlicher Text zur jeweiligen Zeit wird begleitet von einem Sammelsurium an Bildern, Illustrationen und Aussagen von Menschen, die den Zeitgeist dieser Ära einfangen. Die Fülle an Informationen kann dabei überwältigend wirken, daher würde ich ein epochenweises Lesen empfehlen. Ein schnelles Durchblättern würde auch gar nicht den schönen Illustrationen gerecht werden, da findet man nämlich immer wieder etwas Neues. 
Wer schnell viel Geschichte aufsaugen will, ist mit dem Buch nicht unbedingt bedient. Durch die Mischung von Sachbuch, Illustrationen und perspektivischem Erzählen bekommt man zwar viel Abwechslung, allerdings kann das meiner Meinung nach auch zu einer Reizüberflutung führen.
Schön fand ich auch, die Geschichte anhand eines Hauses zu zeigen, da sieht man doch, wie viel sich in kurzer Zeit ändern kann. Im Buch wird auch erzählt, was inzwischen mit dem Haus geschehen ist, die Entwicklung fand ich sehr spannend.
Besonders wissbegierige Leser*innen werden zudem das Glossar am Ende des Buches schätzen, dass die wichtigsten Begriffe übersichtlich auflisten.

Raphaela Brosseron