• Gips – oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte

    Gips – oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte

    Anna Woltz

    Carlsen

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017

    Gewinner des katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises 2017

    „Eltern werden erst gefährlich, wenn sie nicht mehr küssen“. Bisher war die Welt für die zwölfjährige Fitz in Ordnung, es gab Papa und Mama und die kleine Schwester Bente. Aber am zweiten Weihnachtstag findet ein „Schirmgespräch“ statt, in dem die Eltern eröffnen, dass sie sich trennen und die beiden Töchter werden die halbe Woche bei einem Elternteil verbringen. Dazu packen die beiden eine „Hin-und- her-Tasche“, um immer alles bei sich zu haben.

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    Dieses Wochenende sind sie beim Papa. Da geschieht eine Unfall mit dem Fahrrad auf glatter Straße und Bente wird eine Fingerkuppe abgeschnitten. So erleben wir einen Tag im Krankenhaus, während es draußen immer fester schneit.
    Zunächst lernt Fitz Adam kennen. Er hat einen keinen Bruder, der als Frühchen geboren in einem Brutkasten im Krankenhaus liegt.
    Später trifft sie noch auf Primula, ein Mädchen, dass aufgrund eine Herzfehlers nie richtig mit Kindern spielen durfte und die jetzt operiert wurde. Ein sehr frühreifen Mädchen, mit besonderen Ansichten.
    Die Kinder möchten die Schwester Yasmine und Dr. de Gooier verkuppeln und schmieden Pläne. Um eine Lüge zu verdecken, lässt Fitz sich den Arm eingipsen. In der Gipsschicht versteckt sie die Eheringe der Eltern, die beide versteckt hatten.

    Es gibt viele Handlungsstränge in dem Buch, es geht um den Beginn einer Liebe zwischen Fitz und Adam, die sich im neu gefallenen Schnee manifestiert.

    Ich hatte viel Spaß beim Lesen, obwohl es immer wieder um sehr ernste Themen ging. Aber Fitz Gedanken, die manchmal etwas kraus und kindlich, manchmal sehr vernünftig und erwachsen waren, haben mich fasziniert.

    Dagmar Mägdefrau

  • City Crime – Pelzjagd in Paris

    City Crime – Pelzjagd in Paris

    Andreas Schlüter

    Tulipan

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Sicher macht diese Buch Lust auf einen Kurztrip nach Paris, um all die interessanten Schauplätze zu bestaunen. Leider hat mich der Krimi nicht so ganz überzeugt. Finn und Joanna sind mit dem Vater in Paris, da der aber beruflich eingebunden ist soll sich Lilou, die Tochter eines Freundes, um die beiden kümmern.

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    Leider hat sie viel anderes zu tun. So schleppt sie die zwei zunächst auf eine Modenschau. Dort macht Lilou Bilder von den pelztragenden Models und die beiden Hobbydetektive vermuten sofort einen neuen Fall. Es geht um Pelze, die von Pelzfarmen stammen, wo die Tiere schlecht gehalten werden und sogar um den seltenen Schneeleoparden.

    Finn und Joanna ermitteln fleißig mit und begeben sich dabei in Gefahr.
    Man lernt einiges über dieses grausige Fellgeschäft und über Paris, spannend ist die Geschichte auch, trotzdem empfinde ich sie etwas gezwungen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Davids Geschichte

    Davids Geschichte

    Susanna Maibaum

    BVK Lesewelten

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Ich gebe zu, mein erster Gedanke war „wieder ein Buch über Juden im Dritten Reich“. Aber auf den 130 Seiten dieses Buches wird das Thema etwas anders angegangen.
    Der zwölfjährige David erfährt von seinem Großvater, dass er, als er in seinem Alter war, einen jüdischen Freund Namens David hatte, der dann 19.10.1941 plötzlich verschwand. Und David versucht mit Hilfe eines Rabbis und seiner Eltern diesen verlorenen Freund zu finden.

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    Ich empfinde diese Geschichte einfach als besonders rund. Es bleibt nichts offen, auch die Gedanken des Großvaters, damals und heute, sind ein Thema. Nebenbei erfahren wir einiges über den jüdischen Glauben und sicher werden einige Leser im Internet suchen, genau wie David.
    Und dann ist da noch die Geschichte mit dem neuen Schüler aus China. David erkennt da Parallelen zur Situation des Großvaters in den Kriegsjahren und er lernt daraus.

    So muss ich nach der Lektüre von Davids Geschichte sagen: Ein wirklich schönes Buch und danke an Frau Maibaum, das sie es geschrieben hat.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der Hummelreiter

    Der Hummelreiter

    Verena Reinhardt

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Nominiert für den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises 2017, Neue Talente

    Ausgezeichnet mit dem Coverpreis 2017 der Jury der Jungen Leser

    Das Cover dieses Buches ist einfach wunderschön gestaltet und ich suche meine Bücher gerne nach dem Cover aus. Allerdings ist das eintauchen in eine fantastische Welt nicht so meins und wenn es für mich nicht logisch erscheint, fällt mir das Lesen manchmal schwer. Ich stelle mir vor dass alle menschenartigen Wesen in Süd- und Nordwärts genau so klein sind, wie der Held des Buches Friederich Löwenmaul, der Hummelreiter wider Willen.

    Und damit müsste auch der Palast der Königin Ophry genau so winzig sein. Trotzdem passen sogar Eulen dort hinein. Da hat meine Vorstellungskraft Probleme.

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    Verena Reinhardt, eine promovierte Biologin, hat sicher viel Fachwissen in dem Buch untergebracht, trotzdem finde ich vieles eigenartig.
    Besonders schlimm für ein Kinderbuch finde ich es, dass die Menschen(?) und Tiere häufig betrunken sind und unter der Droge Valmü sogar tolle Ideen haben. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, weshalb Alkohol und Drogen hier so positiv beschrieben werden.

    Über 500 Seiten benötigt die Autorin zur Beschreibung des Abenteuers der goldenen Hummel Brumsel und des Hummelreiters. Da kommen Ameisen als Heer vor, die beeinflusst durch Düfte, gegen ihre Natur, in Massen gen Norden ziehen. Diese Ameisen kommen aber nur in der Masse vor, nie als Individuum. Anders die Raupen, die tätowierte Raupe Kahlsson verpuppt sich und taucht als Admiral wieder auf. Dagegen gibt es die drei Raupen, die die manipulierenden Düfte erstellen, die bleiben die ganze Zeit Raupen.
    Es gibt Fledermäuse, die zu den Wächtern gehören, aber es wird auch eine Maus als Braten verzerrt. Die Tiere müssen ständig ihr Essen kochen, was mich auch verwundert. Es wird Pollen in unterschiedlicher Form verzehrt, aber es gibt nur eine Hummel und keine Bienen.

    Abschließen muss ich also sagen, kein Buch für mich.

    Dagmar Mägdefrau

  • Rick 1 – Wie man seine durchgeknallte Familie überlebt

    Rick 1 – Wie man seine durchgeknallte Familie überlebt

    Antje Szillat

    Comics von Kim Schmidt

    Coppenrath Kinder

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    In einer Männer-WG groß zu werden – das hat schon was!! Rick, fast 12 Jahre alt, lebt gemeinsam mit seinem Vater,ein Kriminalpolizist, dessen Freund Wutz, „Undercover-Agent“ bei der Polizei und ihrem Kater Gismo – wegen seiner üblen Katzenfürze häufig „Stinkbombe“ genannt. Seine Mutter hat er leider nie kennengelernt – sie ist gleich nach seiner Geburt gestorben.

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    Aber eine große Hilfe ist ihm oft seine Oma Mary., die nur eine Straße weiter wohnt und die „besten Kartoffelpuffer des ganzen Universums“ brät. Nicht nur er selbst, sondern auch sein Blutsbruder Chrissy findet Ricks Leben einfach genial! Ganz im Gegensatz zu seiner strengen Klassenlehrerin Frau Püttelmayer – von Chrissy als „schlammschleimige Matschkuh“ bezeichnet; sie findet das Leben von Rick in seiner chaotischen WG für bedenklich.

    Doch bald ziehen überaus dunkle Wolken auf im Leben des Jungen: sein bester Freund zieht nach Stuttgart ohne es ihm vorher gesagt zu haben, und sein Vater verliebt sich in seine Kunstlehrerin, die einen sohn hat: Finn, laut Rick ein „Oberstreber, totaler Langeweiler und Blödiansohn“. Das Leben ist einfach nur ungerecht! Aber siehe da, auch in dieser negativen Phase gibt es Spannendes, Lustiges und sogar ein großes Abenteuer: und das ausgerechnet mit Finn, der eine tolle Phantasie hat und großen Mut beweist!

    Ein überaus spannendes Buch – in das lesende Kinder sich durch eine echte, nicht gekünstelte Sprache und den lustigen Erlebnissen ab der ersten Seite wohl fühlen werden! Sehr zu empfehlen!                                                                             

     Annette Heine


    Bei Rick ist alles anders. Er wohnt mit Papa und seiner Polizeikollegin in einer WG. Ergänzt wird die WG durch einen pupsenden Kater. Problematisch wird es als ein Vater sich in eine Lehrerin seiner Schule verliebt, die sich als Vegetarierin herausstellt und zu allem Unglück noch die Mutter eines Mitschülers ist, der immer nur liest und als Streber bekannt ist.

    Dann gibt es noch eine schrille Oma einschl. Hund, die regelmäßig die WG heimsucht und einen Freund, der nach Stuttgart zieht.
    Rick kann erstaunlich viel für einen 11jährigen, so z.B. Fikallen braten. Diese werden der Freundin untergejubelt.
    Zum Schluss stellt sich heraus, dass Finn auf Grund seiner regen Lesetätigkeit viel Phantasie hat und doch ein guter Freund/Bruder zu werden verspricht. Viele Streiche finde ich schon nicht mehr schön. Die kleinen Comics, die die Kapitel begleiten lockern sehr schön auf.

    Dagmar Mägdefrau

  • Ich bin Polleke

    Ich bin Polleke

    Guus Kuijer

    Übersetzung a. d. Niederländischen Sylke Hachmeister

    Oetinger Verlag

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Das Buch ist das fünfte in einer Serie. Alice Hoogstad hat kleine Zeichnungen dazu beigetragen. Wie auf Zettelchen geschrieben, tauchen im Text immer wieder Gedichte von Polleke auf. Sie dichtet besonders gern auf einem Klappstuhl, den sie in der Nähe von Opas Grab aufstellt.
    Es passiert eine Menge in dem Buch: Die 12jährige muss mit den Sprüchen der Leute zurechtkommen, die sie über den Tod Opas hinwegtrösten sollen.
    Sie lernt, befremdliche Traditionen anderer Kulturen zu respektieren – dass z.B. ihre Freundin Consuelo Getränke und Essen an Opas Grab bringt.

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    Sie ist allerdings nicht immer vom Sinn der Traditionen überzeugt, wenn z.B. die Mädchen ganz selbstverständlich für die Brüder Consuelos das Zimmer wischen sollen. Zuerst ist Polleke irritiert, dann findet sie die Idee aber doch rührend, als Consuelo Kartoffeln auf Opas Grab pflanzt, was Oma dann als Wunder bezeichnet.

    Nach den Ferien kommt Pollekes Freund Mimun aus Marokko zurück und schenkt ihr ein Kopftuch, das zu tragen sie einige Überwindung kostet. Daneben gibt es die üblichen Probleme einer Patchwork-Familie. Aber eigentlich klappt alles ganz gut: Polleke liebt ihre Mama und ihren Papa und kommt mit dem Mann ihrer Mutter ganz gut zurecht.

    Was Polleke nicht versteht, ist, dass alle Leute etwas glauben. Sie glaubt nicht, dass es einen Himmel gibt und sie glaubt natürlich auch nicht an Allah. Nur Oma meint, dass Polleke sehr gut beten kann (manchmal soll sie das Tischgebet sprechen), auch wenn sie nicht gläubig und der Pastor gar nicht mit ihren Gebeten einverstanden ist.

    Das Buch ist wohl in erster Linie für über 10jährige Leser und Leserinnen gedacht. Da die Hauptperson ein Mädchen ist, könnte man es auch als erfrischend untypisches Mädchenbuch bezeichnen.

    Marie Rose Joos

  • Ein himmlischer Platz

    Ein himmlischer Platz

    Guus Kuijer

    Übersetzung aus dem Niederländischen: Sylke Hachmeister

    Oetinger Verlag

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre


    Auf dem Umschlagbild ist ein rothaariger Junge vor einem Spiegel zu sehen – mit einem Spatz auf dem Kopf. Mit dem Spatz, der dem 10jährigen Florian zufliegt, beginnt das Buch. Florian freut sich, denn jetzt ist er etwas Besonderes, der Spatz kommt immer wieder zu ihm zurück.Auf dem Weg von der Schule lernt er eine alte ebenfalls rothaarige Frau kennen, die verwirrt mit der Gabel die Tür aufschließen will.
    Florian hilft ihr, ins Haus zu kommen und beschließt, sich um sie zu kümmern.

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    Um einer bedrückten Stimmung keinen Raum zu lassen, verwebt Kuijer die Geschichte von Florian und der Oma mit der Geschichte von Katja, die in Florian verschossen ist. Katja mag die fremde Oma auch sofort, sie ist dabei viel pragmatischer im Umgang und kann viel besser auf ihre Verwirrung eingehen.

    Später erfährt Florian auch die Geschichte seines Vogels: Der Spatz fliegt genauso zur Oma wie zu Florian, weil sie den Vogel aus dem Nest genommen und aufgezogen hatte. „Im Großziehen bin ich nämlich gut“, sagt sie. Aber im Alltag nicht mehr, deshalb versuchen die beiden Kinder, mehrmals am Tag für die Oma zu sorgen. Gemeinsam finden sie eine Lösung, als sie merken, dass sie mit der Pflege überfordert sind.

    Marie Rose Joos