• Gespensterzentrale – Das Rätsel der Zeitreise – Band 1

    Gespensterzentrale – Das Rätsel der Zeitreise – Band 1

    Wiebke Nieland

    Anne-Dore Krohn

    Barbara Jung

    Tulipan

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Das Buch erzählt die spannende Geschichte von Yunis, der mit seinen Eltern nach Berlin in eine große und wunderschöne Altbauwohnung zieht. Obwohl das neue Zuhause beeindruckend ist, fällt ihm der Umzug schwer, denn er vermisst seine Freunde, die nun viele hundert Kilometer entfernt wohnen. 
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    Doch schon bald wird sein Alltag von geheimnisvollen Ereignissen durcheinandergebracht: In der Wohnung spukt es! Dort begegnet er dem Geist Lotte, die ihn um Hilfe bittet. Gemeinsam begeben sie sich auf eine außergewöhnliche Reise in die Vergangenheit – in das Jahr 1897 –, um das Rätsel um Lottes Tod zu lösen.
    Die Geschichte ist sehr schön und spannend erzählt. Besonders die bildhafte Sprache macht es leicht, sich die alte Wohnung und das gesamte Haus lebhaft vorzustellen. Auch die liebevoll gestalteten Illustrationen tragen dazu bei, dass man noch tiefer in die Handlung eintauchen kann.
    Neben der spannenden Geistergeschichte erfährt man auch viel über das Leben im vergangenen Jahrhundert und darüber, wie Familien und ihre Angestellten damals gelebt haben.
    Insgesamt ist es ein wunderbares Buch, besonders für fortgeschrittene Leseanfänger, die sich an längere Geschichten heranwagen möchten. Die Geschichte endet so, dass man sich auf eine Fortsetzung freuen kann.

    Katrin Hemmerich
  • Sepia und der Fluch des Tintendrachen – Band 3

    Sepia und der Fluch des Tintendrachen – Band 3

    Theresa Bell

    Eva Schöffmann-Davidov

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Ein dichter, dunkler Nebel legt sich über die Stadt Flohall. Er scheint alles aufzufressen und verhindert, dass selbst Kerzen oder Feuer richtig brennen können. Sepia, Niki und Sanzio begeben sich in dieses Abenteuer und versuchen, den alles verschlingenden Nebel zu bekämpfen. 
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    Der letzte Teil der Trilogie ist ein würdiger Abschluss. Ich habe mich lange darauf gefreut, diesen Teil endlich lesen zu können. Und ich wurde nicht enttäuscht. Auch wenn sich die Geschichte zwischendurch etwas zieht, ist sie wundervoll und sehr fantasievoll und zieht einen weiter in die Welt von Flo und Flohall hinein. Seit ich als Jugendliche/junge Erwachsene die Harry-Potter-Bände gelesen habe, habe ich keine Geschichte mehr so verschlungen wie diese. 
    Theresa Bell hat eine Welt geschaffen, in die man durch ihren bildhaften Schreibstil abtauchen kann. Das ist eine Reihe, die ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

    Katrin Hemmerich

  • Sepia und die Verschwörung von Flohall – Band 2

    Sepia und die Verschwörung von Flohall – Band 2

    Theresa Bell

    Eva Schöffmann-Davidov

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Die Geschichte von Sepia, Niki und Sanzio wird im zweiten Band auf wunderbare Weise weitererzählt und knüpft nahtlos an die Ereignisse des ersten Teils an. Sanzio und Sepia stehen vor ihrer ersten Lehrlingsprüfung, was bereits für viel Spannung sorgt. Im Theaterstück wird dann die Geschichte von Flohall aufgerollt, und nach der Aufführung bricht im Theater ein Feuer aus. 
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    Die Handlung nimmt schnell Fahrt auf und endet in einem Cliffhanger, der die Spannung auf den dritten Band noch einmal deutlich steigert.
    Besonders begeistert hat mich, dass Theresa Bell den Zauber und die Faszination des ersten Bandes auch in der Fortsetzung beibehalten konnte. Die bildhafte und detailreiche Sprache zieht einen sofort wieder in diese magische Welt hinein, sodass man sich alles lebhaft vorstellen kann. Genau das macht das Lesen so besonders und sorgt dafür, dass man vollkommen in die Geschichte eintaucht.
    Auch die Handlung ist sehr stimmig aufgebaut. Alles entwickelt sich logisch weiter, ohne dabei an Spannung zu verlieren. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
    Insgesamt ist diese Fortsetzung meiner Meinung nach mehr als gelungen. Sie schafft es, die Geschichte spannend weiterzuführen und gleichzeitig die Vorfreude auf den dritten Teil der Trilogie noch weiter zu steigern. Ich bin jetzt schon sehr gespannt, wie es mit Sepia, Niki und Sanzio weitergehen wird.

    Katrin Hemmerich

  • Sepia und das Erwachen der Tintenmagie – Band 1

    Sepia und das Erwachen der Tintenmagie – Band 1

    Theresa Bell

    Eva Schöffmann-Davidov

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Sepia erzählt die Geschichte eines zwölfjährigen Waisenmädchens, das von Silbersilbe in die geheimnisvolle Stadt Flohall geholt wird, um dort die Kunst des Buchdrucks zu erlernen. Schon bei ihrer Ankunft spürt Sepia, dass Bücher in dieser Stadt eine ganz besondere Bedeutung haben. 
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    Schnell lernt sie Niki und Sanzio kennen, und zwischen den drei Kindern entsteht eine tiefe, ehrliche Freundschaft. Doch während sich mysteriöse Ereignisse in Flohall häufen, deutet alles auf die Rückkehr des großen Alchimisten hin. Gemeinsam stellen sich die Kinder der Gefahr und versuchen, ihre Stadt zu retten.
    Ich habe dieses Buch nach einer langen Leseflaute eher zufällig entdeckt – und war sofort begeistert. Bereits ab der ersten Seite wird man mitten in die Geschichte hineingezogen. Die bildhafte Sprache lässt die magische Welt von Flohall lebendig werden, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Besonders berührend ist die Entwicklung der Freundschaft zwischen Sepia, Niki und Sanzio, die genauso viel Raum einnimmt wie die spannend erzählte Handlung.
    Dieses Buch ist nicht nur wunderschön geschrieben, sondern auch voller Magie, Spannung und Herz. Man taucht vollkommen in die Geschichte ein – und ist am Ende ein wenig traurig, wenn sie vorbei ist. Eine klare Leseempfehlung für alle, die fantasievolle und liebevoll erzählte Geschichten mögen.

    Katrin Hemmerich



  • Mira #sommerhaus #geister #livasgeheimnis

    Mira #sommerhaus #geister #livasgeheimnis

    Sabine Lemire

    Rasmus Bregnhøi

    Aus dem Dänischen von Franziska Gehm

    Klett Kinderbuch

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Comicartig wird der Sommer von Mira erzählt, sie berichtet uns ganz genau, was geschah. Aber vielleicht erzählt sie das auch nur ihrem Tagebuch?
    Noch vor den Ferien erfährt Mira, zufällig, dass ihre beste Freundin Liva, mit der sie auch auf dem Cover zu sehen ist und die gleich nebenan auf dem Hausboot wohnt, gemobbt wird.
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    Da Liva auf eine andere Schule geht, kann Mira ihr dort nicht beistehen und ihre Mutter bemüht sich, dass Liva in Miras Klasse kommt, was ihr im nächsten Schuljahr auch gelingt. Zu Angang des Buches werden einige Protagonisten vorgestellt und so erfahren wir, dass Miras Eltern getrennt sind und ihr Vater eine neue Frau hat. Deshalb hat Mira zwei Halbgeschwister. Mit dieser Familie reist sie in der zweiten Ferienhälfte nach Salinen. Aber zunächst geht es mit Mama und ihre sehr sympathischen Freund in dessen Ferienhaus. Hier darf Mira sogar eine Übernachtungsparty feiern. 
    Mira hat schon ein ungewöhnliches Leben, sie lebt auf einen Hausboot und hat zwei nette Elternteile und viele Freund*innen. Besonders gut versteht sie sich mit Liva, die sie nach Kräften unterstützt. Insofern ist Mira eine tolle Freundin. Viel Themen werden in diesem Buch angeschnitten, so gibt es eine Geisterbeschwörung, die nur dem Grusel dient. Mira findet, dass die Menschen am Strand ist nicht nackt zeigen sollten. Ein wichtiges Thema ist natürlich, dass ihre Freundin wegen ihrer Hautfarbe und ihres Aussehens gemobbt wird. Hier ist die Lösung ein Schulwechsel mit der Bemerkung, dass die Lehrer in der alten Schule da nicht so ernst nahmen. Ich hätte mir eine andere Lösung gewünscht.

    Dagmar Mägdefrau
  • Der Sommer, als wir die Weltherrschaft übernahmen      

    Der Sommer, als wir die Weltherrschaft übernahmen      

    Rieke Patwardhan

    Regina Kehn

    Knesebeck

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir die Kinder zusammen mit einem Esel und einem Plakat zum Autoverbot.
    Denn genau darum geht es in diesem Buch, auf der kleinen Insel Wegeland sollen die Touristen und die Einheimischen zukünftig auf Autos verzichten.
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    Als Alternative hat sich die neu gewählte Bürgermeisterin überlegt, Eselkutschen anzuschaffen.
    Die sehr unterschiedlichen Zwillinge Fili und Karo fahren zusammen mit ihrem kleinen vorlauten Bruder Jeps mit der Fähre nach Wegeland, um dort ihre Ferien zu verbringen. Ihre Patentante Flora ist die neue Bürgermeisterin und sie hat Pläne, mit denen einige andere Bewohner insbesondere ihr Nachbar Böcki nicht einverstanden sind. Flora hat gleich drei Esel gekauft, die Kutschen ziehen sollen. Leider benehmen sich die Tiere sehr störrisch und die Kinder haben eine Menge Probleme mit ihnen. Als dann Flora für einige Zeit ins Krankenhaus aufs Festland muss, werden die Kinder immer wieder angefeindet und die Inselbewohner spalten sich in zwei Lager. Zum Glück können die drei Geschwister mit Hilfe der Inselkinder einiges bewegen.
    Fili erzählt uns die Erlebnisse diese Sommers mit viel Humor, aber der Kampf der Kinder für eine bessere Umwelt wird auch sehr dramatisch geschildert. Böcki handelt am Ende sogar so, dass es zu einem Unglück hätte kommen können. Zudem erfahren wir einiges über Esel und dass man sie nur mit viel Geduld dazu bekommt zu gehorchen.
    Sympathische und sehr engagierte Kinder, eine tolle Landschaft und politische Verwicklungen, die gut verständlich sind, machen das Buch zu einer sehr interessanten Lektüre. Die im Buch versträten Zeichnungen gefallen mir ebenfalls sehr gut und lockern die Geschichte zusätzlich auf.

    Dagmar Mägdefrau
  • Ein Huhn kommt selten allein

    Ein Huhn kommt selten allein

    Jowi Schmitz

    Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann

    Carlsen

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Das Huhn, das irgendwie eine Veränderung in Romeos Leben markiert, nennt er Tock. Eines Abends sitzt es plötzlich auf seinem Balkon, genau zu dem Zeitpunkt, an dem Romeo ein wenig Trost gut gebrauchen kann. Denn sein Vater ist schwer krank, seine Mutter kocht streng riechendes „gesundes“ Essen und auch die Jungs in der Schule gehen ihm auf die Nerven.
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    Tock gehört zu den neuen Nachbarn, die ein Zentrum für Wachstum und Entwicklung betreiben. Am nächsten Tag lernt Romeo im Unterricht deren Tochter Jessi kennen. Ohne große Scheu erzählt sie von sich und sogar von ihrer verstorbenen Mutter.
    Jessi wird genau die Freundin, die Romeo in dieser Zeit braucht. Während er verzweifelt versucht, an seinem Vater festzuhalten, noch Dinge mit ihm zu erleben und gleichzeitig Schwierigkeiten hat, über seine Gefühle zu sprechen, ist Jessi da. Mit ihrer direkten und intensiven Art gibt sie Romeo genau das, was er in dieser Phase braucht – auch wenn er selbst das zunächst gar nicht erkennt.
    Ich glaube, jede und jeder braucht in schwierigen Zeiten eine Freundin wie Jessi und generell Menschen, die einfach da sind.
    Besonders berührend ist die Darstellung von Romeos Trauerprozess: sich von jemandem verabschieden zu müssen, der eigentlich noch da ist, aber nicht mehr derselbe wie früher; zu wenig Zeit zu haben; und als Kind kaum Möglichkeiten zu finden, mit dieser Situation umzugehen. Das wird in der Geschichte sehr einfühlsam und bewegend erzählt.
    Ich habe jede einzelne Figur (und jedes einzelne Huhn) ins Herz geschlossen. Für mich bietet diese Geschichte einen sehr empathischen Zugang zum Thema Tod: Sie bringt eine gewisse Leichtigkeit hinein, ohne die Schwere des Themas kleinzureden.

    Raphaela Brosseron

    Romeo, auch Ro genannt, hört eines Abends komische Geräusche auf seinem Balkon. Dort sitzt plötzlich ein Huhn. Es gehört zu den neuen Nachbarn von gegenüber mit der Tochter Jessie, die in Romeos Klasse kommt. Jessie weiß auch, wie es ist, wenn ein Elternteil stirbt. Das ist schrecklich, aber für Romeo ein guter Zufall. Denn sein Vater ist schwer krank und wird bald sterben. Er wünscht sich, noch einmal in der Wüste in Amerika zu stehen. Die beiden freunden sich an und versuchen gemeinsam, Arthurs letzten Wunsch zu erfüllen.
    Sterben und Tod sind in der Gesellschaft immer noch schwierige Themen, vor allem bei jüngeren Menschen. Umso schöner fand ich es, dass sich eine Geschichte genau damit beschäftigt. Als ich das Buch gelesen habe, habe ich gelacht und auch geweint. Es ist so liebevoll, verständnisvoll und in vielen Situationen humorvoll beschrieben, dass ich das Buch sehr empfehlen kann. Die Gedanken und Gefühle sind sehr real dargestellt, und man kann viele Dinge besser verstehen, die man – wenn möglich – lieber weit von sich wegschiebt. Um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, ist dieses Buch sehr gelungen!

    Katrin Hemmerich
  • Alexander

    Alexander

    Ferdinand von Schirach

    Penguin

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Der Autor hat auch die Bilder zu diesem Buch gezeichnet und so sehen wir Alexander mit seinen in alle Richtungen stehenden Haaren auf der Mauer sitzen und angeln.
    Der Vater von Alexander ist eigentlich Tuchhändler, wie alle in seiner Familie, aber noch viel lieber zeichnet er und so hat er seinem kleinen Sohn viele Tiere an die Wand seines Zimmers gemalt.
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    Alexander mag besonders den Elefant und er ist überzeugt, dass der seinen Schlaf bewacht. Doch dann streitet der König von Kaliste, wo die Familie bisher friedlich gelebt hat, mit seinem Nachbarn und so kommt es zum Krieg, indem der Vater stirbt. 
    Die Bürger von Kaliste möchten verhindern, dass wieder ein Tyrann ihre Stadt beherrscht, deshalb möchten sie Gesetzte, die sie davor bewahren. Gemeinsam kommen sie auf die Idee, dass nur ein Kind geeignet ist, ein solches Gesetz zu benennen. Nachdem Alexander ein Rätsel lösen konnte, wird er in die Hauptstadt geschickt, um Erfahrungen zu sammeln. Da inzwischen der General des Nachbarreiches eine Frist von sieben Tagen vorgegeben hat, bis sie die Stadt angreifen wollen, eilt die Zeit. Doch Alexander ist ein sehr kluger Junge und er kann sehr gut zuhören und beobachten. So vertrauen ihm die Bürger von Kaliste zu Recht, denn Alexander kann ihnen am Ende sagen, was das wichtigste Gesetz ist.
    Ich glaube, wir können sehr viel von Alexander lernen, auch wir Erwachsenen. Die Erzählung spielt im antiken Griechenland und so begegnen Alexander ein Philosoph, der in einer Tonne wohnt, und ein putzendes Orakel. Das Faszinierendste aber sind die Schlüsse, die Alexander aus seinem Erleben zieht. Es wäre sehr schön, wenn dieses Buch vielen Menschen zeigen würde, wie wichtig es ist, Gesetze gegen die Tyrannei einzelner Herrscher anzuwenden und die Demokratie zu stärken.

    Dagmar Mägdefrau

  • Fische sind Scheiße  

    Fische sind Scheiße  

    Christian Linker

    dtv

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Till lebt seit dem Tod seiner Oma mit seinem süchtigen Vater zusammen. Zum Glück gibt es Flocke, eine riesigen Irischen Wolfshund, den Till trotz seiner 11 Jahre gut versorgt. Doch dann fällt sein Vater ins Koma und Tills Welt wird eine andere. 
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    Er kommt in eine Wohngruppe für Jugendliche und Pawel, mit dem er ein Zimmer teilt, erweist sich als guter Freund. Doch Flocke kann dort nicht wohnen und muss ins Tierheim. Als Till ihn dort besuchen will, erfährt er, dass Flocke vermittelt wurde. Für Till bricht eine Welt zusammen, er wütet und kann sich kaum beruhigen. Um den Hund zurückzubekommen, machen sich Pawel und Till auf einen Roadtrip an die Holländische Küste. Eine spannende Zeit für die beiden, die beinahe schlimm endet.
    Erfindungsreich schlagen sich die beiden Jungen nach Holland durch und lernen sich dabei sehr gut kennen. So einen guten Freund wie Pawel hatte Finn noch nie. So sind die beiden sehr zufrieden mit der Unterbringung in der Wohngruppe, die Erzieherinnen und Erzieher sind sehr engagierte Menschen, die in den Jugendlichen das Individuum sehen.
    Ein spannendes Buch, dass uns Einblicke in das Leben Jugendlicher gibt, die nicht in ihren Familien leben können.

    Dagmar Mägdefrau
  • Time Travellers – Safari mit Hindernissen – Band 3

    Time Travellers – Safari mit Hindernissen – Band 3

    Stephanie Gessner

    Simona Ceccarelli

    magellan

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Das dritte Abenteuer der Klasse 6G startet mit einem Sprung, und sie landen direkt vor dem Tafelberg in Südafrika. Dort erleben sie wieder jede Menge Abenteuer – ob die Verfolgung durch die Chrononauts oder der Zeitsprung in die Vergangenheit. Auch ein drittes Klassentier zieht ein.
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    Mit viel Vorfreude habe ich die dritte Geschichte der Time Travellers begonnen und wurde nicht enttäuscht. Ich habe diesen Teil, wie die vorherigen Bände, quasi verschlungen! Es werden wieder viele wichtige Themen, wie die koloniale Geschichte in Afrika, integriert, und man erhält einige Informationen zu diesem Thema. Auch die Spannung wird langsam aufgebaut und bleibt bis zum Ende erhalten. Die Illustrationen auf dem Einband, wie auch im Buch sind wunderbar und passend zur Geschichte.
    Es ist nach wie vor eine tolle Reihe für Kinder ab 10 Jahren, die sich sehr gut lesen lässt. Für jüngere Kinder ist sie auch gut zum Vorlesen geeignet. Ich hoffe, wir können noch einige weitere Abenteuer mit der 6G, Frau Krachleder, Herrn Rosenkreuz und Mayumi erleben.

    Katrin Hemmerich

  • Erben des Imperiums – Der Anfang – Band 1    

    Erben des Imperiums – Der Anfang – Band 1    

    Oskar Källner

    Karl johnsson

    Übersetzt von Maike Dörries

    ATRIUM

    Leseempfehlung ab 10 Jahre

    Alice und ihr jüngerer Bruder Elias wohnen zusammen mit ihren Eltern in Schweden. Der rothaarige bärtige Vater, Typ Wikinger, repariert Autos und er hat für seine Frauen einen alten Volvo flott gemacht. 
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    Damit ist die Mutter oft im Wald unterwegs, sie ist Wissenschaftlerin. Doch nach einem lauten Streit der Eltern kommt sie nicht wieder nach Hause. Die Polizei verdächtigt den Vater und so fliehen die Kinder vor dem Jugendamt in den Wald. Hier wird Alice von einem unheimlichen Wesen angegriffen und Brock ein alter Freund der Mutter kann sie retten. So erfahren die Kinder, dass ihre Mutter auch ein außerirdisches Wesen ist. Zum einen ärgern sie sich, dass sie belogen, wurden zum anderen möchten sie ihre Mutter suchen und retten. So fängt für sie ein spannendes Abenteuer im Weltraum an. 
    Das Cover zeigt die Kinder und Brock, eine Art Riesenechse, den Kapitän des Raumschiffes. Der Einband ist sehr einfach und erinnert mich an die Taschenbücher meiner Jugend. Neben der Geschichte gibt es ganze Seiten mit Kacheln kleinerer Bilder passend zum Kapitel.
    Hier werden ganz neue Außerirdische erdacht und mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten ausgestattet. Das geht von Selbstheilung bis zur gedanklichen Lenkung des Raumschiffes. Die Begegnung mit einem feindlichen Raumschiff wurde sehr spannend geschildert und das Ende verlangt nach einem schnell erscheinenden nächsten Band.

    Dagmar Mägdefrau

  • Die verborgenen Bilder    

    Die verborgenen Bilder    

    Maja Ilisch

    Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Buch des Monats April 2026

    Frieke hat eine unbändige Wut, denn ihr Leben hat sich, nachdem ihr Vater sich in einen Mann verliebt hat, zum Schlechten verändert. Sie muss mit ihrer älteren Schwester und ihrer Mutter in ein Mietshaus, in eine Wohnung ziehen. 
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    Das einzig Tröstliche sind Zeichnungen, die ein Mädchen vor langer Zeit auf der Wand ihres Zimmer hinterlassen hat. Wenn Frieke ihre Hände auf die Zeichnungen legt, reist sie in das Jahr 1928 zurück und dort trifft auf Ilsabeth. Sie ist wie Frieke 12 Jahre alt und wohnt mit ihrer großen Familie in der Wohnung, die Friekes Mutter gemietet hat. Ilsabeth hat die Gesichter auf die nackte Wand gemalt und eine der Figuren ist eine Schauspielerin. So kommt es, dass beide gemeinsam in einen Stummfilm gehen.  Begleitet werden sie von Ilsabeths großem Bruder, der schon studiert. Frieke ist entsetzt, als sie beim Kaffeetrinken von seiner Judenhetze hört. Doch kann sie etwas ausrichten? Sie soll ja nicht in den Lauf der Geschichte eingreifen.
    Mit Entsetzen muss Frieke feststellen, dass sie sich einige der Ansichten aus der Zeit, als Hitler schon ein Thema war, angeeignet hat. Erst eine schreckliche Tat, die ihren Vater ins Krankenhaus bringt, rüttelt sie auf.
    Faszinierend wie die Autorin es mit dieser Zeitreise schafft, uns die Zeit der 1920er Jahre lebhaft näher zu bringen. Wir lernen mit Frieke diese nette Großfamilie kennen und erleben, wie sie von Hitlers Ideen überzeugt sind. Aus dem Rückblick sehen wir die Gefahr, aber wir sollten auch die heutige Gefahr erkennen und nicht genau wie die Familie Vossen blind Versprechungen glauben. So ist der Abschluss des Buches mit der Teilnahme an einer Demo gegen Rechts ein hoffnungsvoller Abschuss des Buches. Unbedingt lesen!

    Dagmar Mägdefrau

  • Lightfall – Das verlorene Licht – Band 1     

    Lightfall – Das verlorene Licht – Band 1     

    Tim Probert

    Julia Gehring

    Planet!

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Bea lebt mit dem Zauber-Eber, der ihr Ziehgroßvater ist, auf dem Planeten Ipra zusammen. Eines Tages verschwindet er und hinterlässt eine Nachricht, die mehr Rätsel aufgibt, als sie erklärt. Bea beschließt, ihn zusammen mit Cad, einem Galdurier, zu suchen.

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    Sie begeben sich auf eine abenteuerliche Reise, um den Großvater zu finden.
    Der Comic zieht einen direkt in die Geschichte hinein. Die Zeichnungen im Zusammenspiel mit dem Text lassen einen tief in die Welt von Ipra eintauchen. Insgesamt sind die Illustrationen sehr schön, und man entdeckt auch beim zweiten Durchschauen immer wieder neue Details.
    Zu Beginn haben mich die Zwischensequenzen irritiert, aber im Nachhinein haben sie Sinn ergeben. Dass man nach dem offenen Ende jetzt noch so lange warten muss … aaaah! Aber ich bin gespannt auf den zweiten Teil der Geschichte und freue mich sehr darauf. Es bleibt spannend!

    Katrin Hemmerich
  • Mika Mysteries – Die Spur der Meisterdiebin – Band 2

    Mika Mysteries – Die Spur der Meisterdiebin – Band 2

    Johan Rundberg

    Aus dem Schwedischen von Franziska Hüther

    magellan

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Stockholm 1881, der Frühling ist angebrochen. Alle in der Stadt erwarten die Rückkehr des Forschungsschiffs Vega. Im Waisenhaus der Stadt verhalten sich einige Kinder seltsam: Sie gehen nicht zur Schule, sondern verschwinden Tag für Tag. 
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    Kommissar Hoff fragt Mika, ob sie ihn bei der Aufklärung einer Diebstahlserie unterstützen kann. Sie entdeckt schnell, dass das Verschwinden der Kinder und die Diebstahlserie zusammenhängen und ihre Freunde aus dem Waisenhaus in etwas Größeres verwickelt sind.

    Die Spur der Meisterdiebe ist schon der zweite Teil der Serie. Der erste Teil heißt „Der Ruf des Nachtraben“.
    Ich war — wie beim ersten Teil — vom ersten Kapitel an gefesselt und fand es sehr spannend, wie sich die Geschichte entwickelt. Johan Rundberg versteht es auch in diesem Teil, alles sehr bildlich zu beschreiben, und man hat Stockholm 1881 vor seinen Augen. Die Bücher sind sehr gut für Kinder ab 10 Jahren geeignet. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Teil dieser Serie auf Deutsch. Dieser soll im Herbst 2026 veröffentlicht werden.

    Katrin Hemmerich

  • Damals in der Rosenstraße    

    Damals in der Rosenstraße    

    Anja Tuckermann

    Annabelle von Sperber

    Fischer Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Schon das Cover zeigt, wie eindrucksvoll das Buch gestaltet ist. Es zeigt einige der Menschen, die in der Rosenstraße für die Freilassung der Inhaftierten gekämpft haben. 
    Das Buch beginnt 1941 mit Hakenkreuzfahnen und einer blutroten Straße, auf der vier Männer in NS-Uniform marschieren, daneben unbeteiligte Passanten und aus der Seitenstraße kommt ein Mann mit zwei Kinder, die einen Judenstern tragen.
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    Die kleine Erzählung berichtet von Doris, die nicht auf den Spielplatz darf. Auf der anderen Seite ist ein erklärender Text zur Situation zwischen 1933-1945 abgedruckt. Danach erfahren wir einiges über jüdische Kinder in der Zeit. Als seine kleine Schwester Doris von Hitlerjungen geschubst wird, schreitet ihr Bruder Helmut ein. Im Jahr 1942 überlegt Doris, ob die Familie nicht auch flüchten sollte. Doch am 27.2.1943 wird der Vater abgeholt und in die Rosenstraße gebracht. So sind auch Doris und ihre Mutter unter denen, die um die Freiheit ihrer Männer kämpfen, indem sie in der Straße demonstrieren und ihre Freilassung fordern. 
    Neben der Geschichte von Doris' Familie und den vielen Sachinformationen zur NS-Zeit, lebt das Buch ganz besonders von den eindringlichen Illustrationen. Sie treffen mit eindrucksvollen Gesichtern und krassen Farben genau die Lage in dieser Berliner Straße.

    Dagmar Mägdefrau
  • Smillas Gespür für Käfer

    Smillas Gespür für Käfer

    Anne Jaspersen

    Amrei Fiedler

    Tulipan

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Die zehnjährige Smilla liebt Käfer über alles. In der Schule wird sie von einigen Mitschülern gemobbt und ist eher eine Außenseiterin. 
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    Deshalb sucht sie nach der Schule Zuflucht auf einem alten, verwilderten Grundstück mit einem kleinen roten Haus, das Fiete vor seinem Tod gehörte.Leider gerät dieser geschützte Raum, in dem sie so sein kann, wie sie ist, in Gefahr, als JayJay, ein bekannter YouTuber, das Haus für sich beansprucht. Doch als schließlich eine Investmentfirma das Grundstück kaufen und dort Eigentumswohnungen bauen möchte, verbünden sich die beiden und suchen nach einer Möglichkeit, dieses Vorhaben zu stoppen.
    Die Geschichte rund um die Rettung von Fietes Grundstück ist wunderbar erzählt und sehr schön geschrieben. Am Anfang jedes Kapitels werden Fakten zu einzelnen Käfern genannt, die jeweils inhaltlich mit dem Kapitel zusammenhängen. Passend dazu gibt es schöne Illustrationen der jeweiligen Käfer.
    Besonders hervorzuheben ist, dass Smilla mit Zügen aus dem neurodivergenten Spektrum beschrieben wird und man dadurch einen sehr einfühlsamen Einblick erhält, wie Menschen in diesem Spektrum viele Dinge wahrnehmen. Sehr schön zu lesen ist auch, wie sich die Freundschaft zu JayJay und später zu John entwickelt und wie sie gemeinsam so viel erreichen.
    Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen.

    Katrin Hemmerich


  • Der Prinz der Zwerge – Orens Reise

    Der Prinz der Zwerge – Orens Reise

    Kian Talyn

    Independently published

    Autorenempfehlung junge Erwachsene

    Die Geschichte beginnt in einer englischen Industriestadt zum Ende des Ersten Weltkriegs. Orens Mutter arbeitet in einer Munitionsfabrik und verschwindet bei einer Explosion. Der Zwölfjährige sucht verzweifelt nach ihr und gerät zusammen mit seinem besten Freund Finch in eine andere Welt. 
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    Hier erfährt Oren, dass er ein Zwergenprinz ist, da aber seine Mutter keine Zwergin ist, hat sein Vater den Anspruch auf den Thron verwirkt. Seine Tante Sigrid hat dafür gesorgt, dass Oren von seinem Anspruch erfährt und sie hofft, dass er ihn sich erkämpfen wird. Allerdings muss er zunächst seinen Vater finden und die Reise dorthin birgt viele Gefahren. 
    Eine fantastische Welt aus Zwergen, Zauber*innen, Drachen und Pixies hat sich der Autor da ausgedacht. Ich bin keine erfahrene Fantasyleserin und fand mich zunächst sehr gut zurecht, aber im Laufe der Handlung kamen sehr viele Charaktere dazu, so hatte ich manchmal Probleme, mich zurecht zu finden. Es gab sehr traurige Ereignisse, fröhliche Szenen und wilde Kämpfe, sowohl in der Vergangenheit als auch während der Geschichte. Oren, der uns die Handlung aus seiner Sicht beschrieb, erlebte Wut, Trauer und sein Mut wuchs mit der immer größeren Bindung zu seinem Zwergvolk. Die Beschreibung der Orte war sehr anschaulich und ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. In der Fantasywelt wurde auf die nordische Götterwelt zurückgegriffen und auch die Namen entsprechen denen der Menschen auf Island.
    Ein spannendes Buch mit vielen Wendungen, vielen emotionalen Momenten, aber auch sehr humorvollen Ideen. Eine schöne Mischung, die sich gut lesen lässt.

    Dagmar Mägdefrau


  • Mira macht Sachen

    Mira macht Sachen

    Sabine Lemire

    Rasmus Bregnhøi

    Klett Kinderbuchverlag

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    In den letzten Jahren sind acht Mira-Bücher erschienen und nun macht Mira Sachen, das bedeutet, es gibt in diesem Buch Bastel-, Strick-, Näh- und andere Anleitungen. Mit Pompons aus Wolle geht es los und hier gibt es Anleitungen eine Katze oder ein Huhn daraus zu machen. 
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    Es gibt Schablonen und Tipps, wie man mit Hilfsmitteln umgeht. Dann wird eine Tasche gestrickt, Wollreste zu einem Schal oder einer Kette verarbeitet. Dann kann man sich an einen Mira-Pullover trauen, denn die Anleitungen sind sehr detailliert und gut erklärt. Das Kapitel „Nähen“ beginnt mit einer Haarspange in Form eines Schmetterlings. Dann wird eine Tasche genäht und Shirts verschönert. Ein 3-D-Bild kann dann gebastelt werden und Häuser aus Milchtüten werden sehr fantasievoll gestaltet. 
    Nach einigen Schmuckstücken geht es mit dem Kapitel „Weihnachten“ und vielen schönen Ideen weiter.
    Zum Ende eines jeden Kapitels gibt es einen witzigen Comic mit Mira.
    Vielfältige Dinge, die man selbst herstellen kann, werden hier aus dem Blickwinkel von Mira betrachtet, angeboten. Sicher gefällt nicht allen alles, aber sicher wird die eine oder andere Idee mit Begeisterung umgesetzt werden können. Nicht nur für Mira-Fans gibt es hier viel zu entdecken.

    Dagmar Mägdefrau