• Jani und die Sache mit der Mutmaschine

    Jani und die Sache mit der Mutmaschine

    Iris Tritsch

    Anna Lisicki-Hehn

    neunkirchener

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Jani, den wir auf dem Cover sehen, schaut über seine selbstgebastelte Mutmaschine. Wieso er sie braucht, darum geht es in diesem Buch. Es beginnt mit der Frage „Wer hat eigentlich gesagt, dass Superhelden keine Angst haben dürfen?“ Dann sehen wir Jani als Astronaut durchs Weltall fliegen, aber leider stimmt das so nicht, denn Jani ist ängstlich und er traut sich kaum am Eiswagen ein Eis zu bestellen.

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    Er ist dann so aufgeregt, dass ihm seine Lieblingssorte nicht einfällt und er Minze-Schoko essen muss. Sein aller größtes Problem ist der Übernachtungstermin mit Ava und Nori im Zelt im Garten. Jani schafft es nicht sich jemand anderen als seinem Kaninchen Klothilde anzuvertrauen. Deshalb baut er eine Mutmaschine aus Dingen, die er bei seinen Großeltern findet. Die versteckt er im Zelt und hofft, dass er damit seine Angst vertreiben kann.

    Doch dann kommt alles ganz anders und am Ende stellt sich heraus, dass auch seine Freunde Ängste haben. Deshalb wird am Ende im Wohnzimmer gezeltet. Was mir als Lösung sehr gut gefällt.

    Im hinteren Teil des Buches gibt es noch viele Informationen für Erwachsene über das Thema „Angst“. Ich finde es immer sehr beruhigend, wenn sich herausstellt, dass andere auch nicht mutiger sind und der Gedanke, dass es Superhelden nicht anders geht, hat auch etwas Schönes. Angst gehört dazu und rettet uns häufig vor verrückten und gefährlichen Dingen. Die farbenfrohen Illustrationen, besonders das Bild, wo die Drei ausgelassen tanzen, ergänzen die Geschichte sehr gut. Das Buch eignet sich sicher auch zum Schulstart, denn trotz aller Freude darüber, haben die Erstklässler sicher auch ein Grummeln im Bauch.

    Dagmar Mägdefrau

  • Öffne dein Herz: Herzoperation

    Öffne dein Herz: Herzoperation

    Regine Iglauer-Sander

    Kinder Herzbuch Verlag

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Ein rot-pinkes Herz ist wird mit einem Band verschlossen, wenn wir es aufschlagen, können wir auf der ersten Seite ein Bild einkleben. Danach folgt eine Einweisung und danach können wir ein medizinisches Herz ausmalen. Nochmal können wir Klappen öffnen und darunter sehen wir einen Menschen und seinen Blutkreislauf, danach ist ein Herz mit seinen „Zimmern“ abgebildet.
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    Dann lernen wir die forschende Mrs. Pieks und den emotionalen Mr. Pust kennen, sie werden uns im Buch begleiten. Das Herzteam kann sich auf der nächsten Seite verewigen, danach können die Patient*innen sich dazu äußern, „was sie auf dem Herzen haben.“ Die Aufkleber finden sich viel Anwendungsmöglichkeiten. Danach werden Dinge rund um sie Operation erklärt, wie z.B. die Nakose. Es gibt Ausmahlbilder und ein Memorie, hinten im Buch kann das Kind einen eigenen Mut-Orden ausschneiden und bemalen. 
    Die ganze Familie und alle Freunde werden sich um ein Kind sorgen, dem eine Herzoperation bevorsteht. Dieses Buch kann im Vorfeld viele Fragen beantworten und fängt auch die Emotionen gut auf. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dieses Buch mit all seinen unterschiedlichen Facetten sehr gut als Begleiter im Krankenhaus geeignet ist und auch später gerne angeschaut werden wird.
    Eine hervorragende Idee, auf diese Art dem Kind die Angst zu nehmen. Sehr empfehlenswert!

    Dagmar Mägdefrau

  • Öffne dein Herz: Operation

    Öffne dein Herz: Operation

    Regine Iglauer-Sander

    Kinder Herzbuch Verlag

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Schon das Äußeres dieses Buches ist besonders, es gibt eine Ringbindung zum Umschlagen der Seiten, ein Herz auf dem Cover, das mit einem Bändchen verschlossen wird. Wenn wir es öffnen, können wir unser Foto dort einkleben, denn das Buch ist ein sehr persönliches. Es soll ein Kind bei einer Operation begleiten und unterstützen. 
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    Zunächst gibt es eine kleine Anleitung, denn das Buch ist sehr vielseitig. So kann gemalt, geschrieben und gerätselt werden. Es gibt ein Quartett und ein Puzzle. Aber das Wichtigste sind die Informationen rund um die anstehende Operation. Da ist zunächst die Frage, was wird operiert, später geht es dann nochmal um Knochenbrüche. Die verschiedenen Menschen, die in einem Krankenhaus arbeiten, werden vorgestellt und dieses Team kann sich auf einer Herzchenseite im Buch eintragen. Dann lernen wir Mrs. Pieks, die analysiert und forsch und den emotionalen Mr. Pust kennen, sie werden immer wieder auftauchen. Auf einer Seite können Familie und Freunde etwas hineinschreiben. Die Aufkleber können wir nach belieben anwenden. Danach folgt der Ablauf bis zur Entlassung. 
    Natürlich hat jeder Angst vor einer Operation, da ist so ein einfühlsames Buch ein wundervoller Begleiter. Schon im Vorfeld werden Fragen beantwortet und Dinge erklärt, das nimmt schon etwas die Angst. Aber in dem Buch gibt es auch viel Anregungen, wie man die Zeit vertreiben kann. Der kleine Patient oder die kleine Patientin können ihr Gefühle dem Buch anvertrauen und auf die doofen Seiten können sie auch negatives eintragen.
    Zum Schluss wird ein Mut-Orden ausgeschnitten und angemalt.
    Ich bin begeistert von der Idee ein Buch für Kinder zu gestalten, die eine Operation vor sich haben.

    Dagmar Mägdefrau

  • Mut-tut-gut: Urjas, der kleine Bär findet sein Glück

    Mut-tut-gut: Urjas, der kleine Bär findet sein Glück

    Regine Iglauer-Sander

    Kinder Herzbuch Verlag

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Glücklich lächelnd liegt der kleine Bär auf dem Bauch und schaut uns vom Cover aus an. Zehn Jahre hat der Bär bei der Eule Sophia eine ganze Menge gelernt und nun zieht er los um das Glück zu finden. Zum Abschied gibt Sophia Urjas ein kleines Gedicht über Mut mit auf den Weg. Es endet „Mein Herz, das hüpft, die Beine schwingen, der Mund singt und die Glieder schwingen, ich bin so, wie´s mir gefällt auf dieser wunderschönen Welt.“ 
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    So positiv eingestimmt trifft Urjas auf die Maus. Doch seiner Aufforderung ihn zu begleiten, kommt die Maus nicht nach, denn sie hat Angst. Und die spürt Urjas jetzt auch, aber der Spruch von der Eule macht ihm wieder Mut. 
    Neben der Geschichte gibt es Fragen an die Kinder, denen das Buch vorgelesen wird. So geht es zunächst um einen Ort an dem sie sich geborgen fühlen, danach um die Ängste und wer ihnen da hilft. Danach geht es um Mut und es gibt sogar eine Feld in das ein Mut-Tier gezeichnet werden kann.
    Viele Illustrationen zeigen uns die Tiere, denen Urjas begegnet und die alle unterschiedliche Probleme haben, aber Urjas wird durch den Spruch immer wieder mutig genug weiterzusuchen und am Ende wird er feststellen „Mut findet man im Herzen!“
    Beim gemeinsamen Lesen dieses Buches werden wir viel über das Kind erfahren und vielleicht können wir es so stärken, wie Sophie es mit Urjas getan hat. Der schöne Spruch, der sich im Buch mehrfach wiederholt kann da eine große Hilfe sein. Ein ganz besonderes Bilderbuch, das unseren Kindern zeigt, dass auch sie etwas Besonders sind.

    Dagmar Mägdefrau


  • Papafant – Angst im Dunkel? Ich doch nicht! – Band 1  

    Papafant – Angst im Dunkel? Ich doch nicht! – Band 1  

    Nicola Anker

    Patrick Fix

    Baumhaus

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Schon auf dem Cover sehen wir den ängstlichen Papa, der von seinen Kindern getröstet werden muss. In dem verschachtelten Haus ist einiges zu entdecken, während wir Mama am Computer arbeiten sehen, bringt der Papafant die Kinder ins Bett. Doch als er das Licht löschen möchte, möchten die Kinder wenigstens das Nachlicht anhaben.

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    Doch Papa, der auch nie klein war, hatte nie Angst im Dunkeln. Also erfindet er Übungen, die die Kinder länger werden lassen sollen. Doch beim Nachmessen hat sich nichts verändert. Danach wird auf den Betten Trampolin gesprungen bis eines unter Papas Gewicht bricht. Papa stellt die zerbrochenen Bretter vors Fenster. Nachdem er versucht noch mit anderen witzigen Ideen die Angst der Kinder zu vertreiben, macht er das Licht aus, um den Kindern zu beweisen, dass nichts passiert. Aber dann ruft er um Hilfe, erst sind die Geräusche unheimlich und dann sieht er eine Art Gespenst am Fenster. Da haben die Kinder Spaß, als sie Papafant zeigen können, dass nur die Bretter vorm Fenster so unheimlich aussahen. Papa sitzt schlotternd mit Decken auf dem Kopf und muss zugeben, dass er doch Angst hatte. Natürlich dürfen die Geschwister jetzt das Nachtlicht anlassen.
    Ganz tolle Bilder, voller Dynamik und Gefühl. Dazu eine Geschichte, dessen Ausgangssituation die Kinder sicher alle kennen. Einfach mit verständlichen Worten und total witzig erzählt. Ich freue mich schon, wenn Papafant wütend wird.

    Dagmar Mägdefrau

  • Trau dich, kleiner Otter!        

    Trau dich, kleiner Otter!        

    Julia Leuze

    Nadine Reitz

    Loewe – Bildermaus

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Während seine zwei Geschwister hinten ganz klein im Wasser zu sehen sind, sitzt der Otter Oskar noch auf einem Baumstamm, denn er mag nicht ins Wasser gehen. Es ist ihm zu kalt und zu tief und er kann auch noch gar nicht schwimmen. 
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    Da muss ich kurz eine kleine Episode einfügen, denn in meinem ersten Aufklärungsbuch erfuhr ich, dass Fischotter von Natur aus schwimmen können. Sie sehen, ich habe es bis heute behalten, wenn ich auch nicht weiß, was es zu meiner Aufklärung beitrug. 
    Aber zurück zum Buch! Als Mama am nächsten Tag zum Jagen aufbricht, warten die Kinder nicht zu Hause, sondern machen sich auf zum See. Nur Oskar möchte lieber nicht mit. Obwohl er sehr gerne Fische mag, reichen ihm doch die Kafer an Land. Weil die Geschwister ihm versprechen, dass er am Ufer bleiben darf, trottet er dann doch mit und sucht nach einer fetten Schnecke. Leider wird dann ein Seeadler auf ihn aufmerksam und so kommt Oskar in Gefahr.
    Das Buch wendet sich an Vorschulkinder, denn im Text werden immer wieder Worte durch kleine Bildchen ersetzt, die die Kinder dann „lesen“ können. Ein Wörterbuch am Ende des Buches erklärt, für welche Begriffe die Bilder stehen. Diese Art des Mitlesenss verlangt von den Kindern schon eine gute Konzentration, er es gibt ihnen auch Selbstvertrauen und zeigt, das Lesen Spaß macht.
    Durch die Großbuchstaben und die sehr schönen naturgetreuen Illustrationen, liest sich das Buch mit den drei Kapiteln sehr gut und die Kinder werden sich freuen, dass Oskar sich am Ende im Wasser sehr wohlfühlt.

    Dagmar Mägdefrau
  • Obacht!

    Obacht!

    Kerstin Hau

    Stella Dreis

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Beste 7, Deutschlandfunk, März 2026

    dPICTUS 100 Outstanding Picturebooks 2026

    Fit für die Zukunft – Mai 2026


    Ein riesige dunkle Tatze schaut unter einer orangen Decke hervor, daneben sehen wir die Protagonisten dieses Bilderbuches. Gleich am Anfang lernen wir sie kennen: Den Wimpf, den Wompf, Timpa-Ma und Timpe-Pa, die in einem Haus wohnen und Mienchen, die nebenan wohnt.
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    „Obacht“ schreit der Wimpf, denn er entdeckt das RIESIGE Tier, das vor der Stadt liegt. Timpe-Pa legt die orange Decke über das Tier und schon ist es nicht mehr zu sehen. „Mienchen gefällt das gar nicht.“, aber sie wird ja nicht gefragt. So wird dann eine Brücke gebaut und eine Straße verlegt. Doch das alles ist nicht die Lösung. Erst als Mienchen mit dem Tier freundlich spricht, liegt die Lösung auf der Hand.
    Ungewöhnliche winzige Menschlein mit ausgefallenen Namen wurden hier geschaffen und sie sind festgefahren in ihren Aussagen, die sie immer wiederholen. Das Fremde, bedrohlich Wirkende wird ausgeblendet und umgangen, statt sich damit auseinanderzusetzen und es anzusprechen. Nur Mienchens Sichtweise stellt sich als Lösung heraus und sie wird am Ende gefeiert. „Deine Worte haben etwas SO Großes bewegt!“
    Ein Bilderbuch mit vielen Diskussionsansätzen, das sich schön vorlesen und anschauen lässt, denn die Illustrationen sind aus ungewöhnlichen Perspektiven erstellt und voller poetischer Fantasie.

    Dagmar Mägdefrau



  • Bunte Gedanken für Socke Wolli

    Bunte Gedanken für Socke Wolli

    Diana Nadal Millanes

    Gabriele San Martin

    Mabuse-Verlag

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    „Ein Kinderfachbuch über positives Denken“ steht auf dem Cover und wir sehen eine Socke einen Berg hochklettern.
    Das Buch besteht aus drei Teilen und zunächst lesen wir die Geschichte der Socken, die in der Sockenschule viele Dinge lernen, die ihnen später Vorteile bringen, so stopfen sie sich selbst, fahren Karussell in Tassen, um sich an die Umdrehungen der Waschmaschine zu gewöhnen.
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    Sie laufen über Seile und springen mit einem Fallschirm aus dem Flugzeug. Denn später auf der Leine darf ihnen nicht schwindelig werden. 
    Dann sehen wir die linke Seite farbig, wie die ganzen Seiten vorher und die rechte Seite ist grau, nur eine traurige Socke ist zartblau. Diese Socke fürchtet sich vor den Aktionen, die den anderen Spaß machen. Ihre Gedanken sind trübe und voller Angst. Als das die Lehrerin merkt, versucht sie, die negativen Gedanken ins Positive zu drehen. Es steht in einer Blase „Ich fürchte, meine Löcher werden immer mehr…“ Und die Lehrerin weißt darauf hin, dass alle diese Löcher Geschichten erzählen. Es gibt viele solcher Beispiele und irgendwann ist die Socke Wolli bereit für Abenteuer.
    Als nächstes gibt es den Mitmachteil, hier wird gemalt, gebastelt und gerätselt. Zum Schluss werden die Erwachsenen angesprochen mit einem Fachteil.
    Die Autorin ist Psychologin und sie arbeitet seit viele Jahren mit Kinder. Ihre Socke Wolli steht für ängstliche Kinder, die sich nichts zutrauen und sie bietet hier praktische Tipps, wie wir unsere mutlosen Kinder aufbauen und ihnen zu Selbstvertrauen und Zuversicht verhelfen. Die Illustrationen zeigen sehr genau die Empfindungen von Wolli und der Wechsel von bunt in grau zeigt die Empfindungen sehr bildhaft.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der Sprung   

    Der Sprung   

    Joaquin Camp

    Aus dem Italienischen von Stefanie Malleier

    Katapult Kinderbuch

    Leseempfehlung ab 5 Jahre

    Schon auf dem Cover ist das kleine Sprungbecken zu sehen, rundherum sehen wir Menschen und Tiere in Badekleidung. Eine Leiter geht am Rand so hoch, dass das Bild nicht reicht, das Ende abzubilden.
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    „Ein mutiger Held“ steht auf dem Sprungbrett, wir sehen ihn zuerst nur auf dem Brett stehend, dann das Schwimmbad und den Mann ganz klein auf dem Brett. Dann wechselt die Perspektive wieder und wir sehen aus der Sicht des Mannes seine Füße auf dem Brett. Jetzt tauchen hinter ihm andere auf, die ihn drängeln, zu springen. Er läuft an und bleibt wieder am Ende stehen, denn er macht sich Gedanken, was wohl im Wasser sein könnte. Das Bild zeigt uns Haie im Becken. „Die Zeit vergeht, doch unser tapferer Freund bewegt sich nicht.“ Inzwischen sehen wir schon Pflanzen zwischen seinen Füßen wachsen. Es wird dunkel und die Menschen hinter ihm verharren immer noch auf der Treppe, die anderen liegen schlafend um das Becken. 
    Die Bilder sehen sehr kindlich aus, wirken aber lebendig durch die wechselnden Perspektiven. Die Angst, die so ein Sprung in die Tiefe bei uns allen auslöst, wird hier sehr eindringlich und humorvoll beschrieben. Der Gag am Ende hat mir besonders gut gefallen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Kant oder was ist hinter dem Weltraum

    Kant oder was ist hinter dem Weltraum

    Jon Fosse

    Akin Düzakin

    Aus dem Norwegischen von Hinrich Schmidt-Henkel

    Rotfuchs

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Der Autor Jon Fosse wurde 2023 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet und hier haben wir eine Bilderbuch für Grundschulkinder zum Vor- oder Selberlesen. Es hat großformatige, wunderschöne Illustrationen, die die Geschichte hervorragend unterstützen.
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    Das Cover zeigt Kristoffer in seinem Bett und die Angst, die er vom Nachdenken bekommt, kannst du seinem Gesicht ansehen. In der Hand hält er einen Comic, denn die liest Kristoffer am liebsten. Kristoffer ist 8 Jahre alt und in der dritte Klasse, da morgen wieder Schule ist, soll er bald schlafen. Aber Kristoffer denkt nach über den Weltraum und wie er wohl enden könnte. Das Nachdenken macht ihm Angst und er ruft seinen Vater, der im Wohnzimmer liest. Er tröstet und streichelt Kristoffer und gemeinsam überlegen sie, was sein könnte. Der Vater erwähnt Kant und meint, dass Kristoffer später seine Bücher lesen könne. 
    Ich konnte mich sehr gut in Kristoffer und seinen Überlegungen hineinversetzten und einem Kind in seinem Alter wird es ähnlich gehen. Ein sehr einfühlsam geschriebenes, philosophisches Buch, verständlich schon für neugierige Grundschulkinder.
    Lediglich der Satz „Wegen dem Weltraum“ tut mir ein wenig weh, schade, dass der Genitiv tot ist.

    Dagmar Mägdefrau
  • Ninas Monster – Falsch geliefert – Band 1

    Ninas Monster – Falsch geliefert – Band 1

    Rüdiger Bertram

    Mateo Dineen

    Tulipan

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Nina ist ein Mädchen, das, weil es sehr klein ist und weil seine Eltern nicht viel Geld haben, in der Schule gemobbt wird. Da sie aber auch sehr ängstlich ist, so traut sie sich nicht an dem bellenden Nachbarshund vorbei, wünscht sie sich ein Monster. Sie stellt sich vor, dass so ein großes Wesen sie beschützen und sie mit ihm kuscheln könnte.
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    Leider hat sie keine Ahnung, wie sie an sein solches Monster kommt. Da wird ihr ein Katalog direkt ins Gesicht geweht und dort werden einige Monster angeboten. Diese Angebote sind sehr witzig beschrieben und gezeichnet. Sofort entscheidet sich Nina für Walter, den blauen großen Zottel. Dass er wohl nicht gut in eine normale Wohnung passt, verdrängt sie zunächst. Aber die Monster kosten natürlich Geld, das Nina nicht hat, deshalb fragt sie zunächst ihre Eltern, die aber glauben, es handele sich um ein Stofftier. Die schrille Oma, die auf TikTok ihre Outfits postet, hat mehr Verständnis und auch eine Idee. Nina selbst versucht auf unterschiedlichste Art an Geld zu kommen und sie wird dabei immer mutiger.
    Eine verrückte Geschichte, die sich da Rüdiger Bertram wieder ausgedacht hat. Eine Firma, die Monster im Dschungel fängt und in viel zu engen Käfigen hält, um sie dann zu verkaufen. Und Nina, das zu Anfang ängstliche Mädchen, das für die Monster immer mutiger wird.
    Dazu die wirklich toll gestalteten Illustrationen von Mateo Dineen, dessen Bilder mich in „Monsta“ schon begeistert haben. Ich bin gespannt, was Nina mit den Monstern noch erleben wird.

    Dagmar Mägdefrau
  • Furzipups der Knatterdrache  – Pappe

    Furzipups der Knatterdrache  – Pappe

    Kai Lüftner

    Wiebke Rauen

    Coppenrath

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Niedlich schaut der kleine bunte Drache uns vom Cover aus an. Oben auf der Seite ist eine Vertiefung und dort versteckt sich das Pupsgeräusch, das wir durch einfaches Drücken auslösen. 
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    Die anderen, ebenso bunten Drachen sehen sehr ungewöhnlich aus. Sie haben z.B. drei oder fünf Augen, aber auch nur eines. Aber sie können alle Feuer speien.
    „Alle Drachen dieser Erde, spucken Feuer bei Gefahr, nur Furzipups nicht, leider wahr.“ Wenn Furzipups es probiert, entweicht ihm nur ein Pups. So viel der kleine Drache auch übt, es gelingt ihm immer nur ein Pups. Scharfes Essen und baden in Lava, alles hat keinen Erfolg. So kommt er zu dem Schluss „Feuerspuken ist nur Stress, dachte sich, dann lässt du es.“ So erfreut er die anderen mit seinen rhythmischen Pupsgeräuschen. Und die Moral von der Geschicht: „Fühlst du dich unverstanden? Dann sing dein eignes Lied, und pupse, wenn es sein muss, in deinem eigenen Beat.“
    Eine lustige Geschichte mit fröhlichen, bunten Bildern, aber mir ein bisschen flach. Die Kinder werden, dass ist zu erwarten, das Pupsen und das darüber sprechen mögen. Meine ersten Zuhörer sind auf jeden Fall sehr begeistert, wenn die Furzipupsbücher auftauchen.
    Dieses Buch ist nun ein Pappbilderbuch und damit sehr gut geeignet für kleine Hände.

    Dagmar Mägdefrau

  • Mich kriegt nichts kaputt   

    Mich kriegt nichts kaputt   

    Annette Langen

    Kristine Ortmeier

    magellan

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Vasen, die wir auf dem Cover sehen, sind die Protagonistinnen in diesem Bilderbuch, die Hauptrolle spielt die kleine Vase mit der Stupsnase. Als der Laden schließt, stehen die Vasen, einige mit einem Preisschild versehen, im Regal. 
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    Eine rosa Vase mit Brille steht auf dem Boden und strickt an einem Netz. Die kleine Vase schreit „Jetzt will ich spielen, am liebsten mit Vielen!“ und möchte sich an einem Strick abseilen. Die Angstvasen haben, wie ihr Name schon sagt, Angst! Doch die kleine Vase lässt sich nicht abhalten, sie seilt sich ab. Danach erfahren wir so einiges über die Ängste der anderen Vasen, ihre größte Angst ist die vor einem Elefanten. Doch die kleine Vase ruft „Aus und vorbei mit der Angsthaberei!“ und macht einen Kopfstand. Als dann noch ein Elefant im Laden auftaucht und sie vor dem Absturz rettet, dann aber selbst Angst vor einer Ameise hat, ist irgendwie alles durcheinander. 
    Die wörtliche Rede reimt sich, während der restliche Text ohne Reime auskommt und die Bilder zeigen sehr schön die Emotionen der Vasen.
    Ich muss zugeben, dass mich die Geschichte nicht so richtig gepackt hat. Angstvasen, ein ängstlicher Elefant und eine kleine Vase mit Stupsnase, die an ihre Grenzen und darüber hinaus geht, da ist mir doch zu fantastisch. Mir ist klar, dass hier Angst das wichtigste Thema ist und dass wir erfahren, dass es ein Sicherheitsnetz gibt, das uns die Angst nehmen kann. Allerdings kann ich das nicht so recht in meinen Alltag umsetzten.
    Bei meinen Enkeln hat die Geschichte allerdings gezündet, sie haben einfach mehr Fantasie als ihre Oma.

    Dagmar Mägdefrau
  • Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge

    Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge

    Amia von Arensberg

    Malte Zierden

    Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Das Cover zeigt Malte, der sich als Winzling an die Taube Oßkar schmiegt. Das Buch beginnt mit Malte, diesmal ist seine Größe die eines Jungen, und Phia, dem Mädchen aus dem Nachbarhaus. 
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    Die beiden schreiben sich kleine Briefe, die sie mittels eines Korbes von Haus zu Haus verschicken. Malte und Oßkar machen alles zusammen und so kommt es zu einem Unglücksfall, als Malte Oßkar einen „wunderkrummen Kaktus“ zeigt, stolpert er und einige Dornen bohren sich in den Flügel des Täuberichs. Sehr schön wird hier mit einer schwarzen Seite Maltes Schmerz über diese Verletzung dargestellt und dass er ganz klein wird, ist nachvollziehbar. So gelangt er im Korb in Phias Zimmer und durch eine Schublade in eine besondere Welt. Die beiden erleben unterschiedliche Jahreszeiten, verschiedene Fest und treffen auf den „unendlich großen“ Trost. 
    Hinter den Protagonisten des Buches stecken reale Erwachsene und Oßkar ist Maltes Taubenfreund. Das Buch erzählt poetisch eine zauberhafte Geschichte, die von Ängsten und Mut handelt, die zeigt, wie wichtig Freundschaft mit Menschen und Tieren ist und die uns den Trost zu Seite stellt, wenn wir ihn benötigen. Trost benötigen wir alle mal und hier wird er uns bildlich vorgestellt als riesige große Figur, die Malte immer zu helfen weiß. So umhüllt am Ende des Buches die drei „ein warmes Gefühl“ und das spüren wir Leserinnen und Leser, auch die Kinder.

    Dagmar Mägdefrau

  • Selma, du machst das falsch

    Selma, du machst das falsch

    Tini Malina

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    LUCHS, DIE ZEIT und Radio Bremen, August 2025

    ORF KIDS-Bestenliste, Oktober 2025

    Leselotse, Börsenblatt, September 2025

    Selma ist eine kleine Spinne, die ihre Netze nicht wie die anderen Spinnen webt, sie erfindet immer wieder andere Muster. Einmal sogar webt sie ein Regentropfen-Muster. 
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    Doch Selma hat große Pläne. Während die anderen ihr zurufen, „Selma, du machst was falsch!“, ahnt sie, dass sie zu Großem geboren ist. Sie möchte ganz weit oben ihre besonderen Netze anbringen und oben ist für sie ein Hochhaus, das sie in der Entfernung sieht. Sie macht sich also auf und erklimmt dieses große Gebäude und trifft dort auf eine alte Spinne, die ihr einen Rat gibt: „Nur die Spinne, die riskiert, zu weit zu spinnen, kann herausfinden, wie weit sie spinnen kann.“ Und Selma nimmt sich diese aufmunternden Worte zu Herzen und steigt weiter nach oben. 
    Aus Spinnensicht macht Selma natürlich alles falsch, aber sie ist eine mutige und kreative Spinne, die ihre Wünsche lebt. Dieses Buch macht Mut, etwas Ungewöhnliche zu wagen, auch wenn alle anderen es für falsch halten. Denn am Ende können wir sehen, wie Selma „die Schönheit des Mondes in einem ihrer Netze gefangen hat“.
    Die Zeichnungen sind sehr einfach gehalten und doch zeigen sie uns alles ganz genau. Die Seite, wo Selma und der alte Spinnenmann sich gegenüberstehen, gefällt mir besonders gut. Ich finde, dieses tolle Bilderbuch hat seine Auszeichnungen zu Recht bekommen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Girlhood – Sechs inspirierende Storys über Mut, Stärke und Zusammenhalt

    Girlhood – Sechs inspirierende Storys über Mut, Stärke und Zusammenhalt

    Anna Dimitrova

    Amani Padda,

    Basma Hallak u.a.

    Arctis

    Leseempfehlung ab 14 Jahre

    Man unterschätzt leicht, wie viel einem Kurzgeschichten geben können. Besonders dann, wenn das Ende offenbleibt oder keine endgültige Lösung präsentiert wird und man dennoch miterleben darf, wie eine der starken Protagonistinnen sich entwickelt. Gerade weil wir hier sechs Kurzgeschichten haben, bündelt sich auf wenigen Seiten eine enorme Vielfalt und weibliche Kraft, die unglaublich inspirierend wirkt.
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    Ein wenig irritiert hat mich, dass Anna Dimitrova Dessi aus ihrem Roman Kanak Kids zur Hauptfigur ihrer Kurzgeschichte macht, dort hatte ich sie ganz anders wahrgenommen. Trotzdem habe ich alle sechs Geschichten sehr gerne gelesen.
    Und wie passend ist es eigentlich, diese Sammlung Girlhood zu nennen? Keine Geschichte nimmt der anderen den Raum, genauso wie auch Frauen im echten Leben einander nicht verdrängen müssen. Im Gegenteil: Ein Nebeneinander ist so viel schöner als ein Alleinsein.
    Außerdem hatte ich das Gefühl, dass die Geschichten nicht nur sorgfältig angeordnet, sondern auch thematisch leicht miteinander verknüpft sind. Was für die eine Figur ein Problem darstellt, kann für die nächste ein Wunsch sein und genau darin liegt ein besonderer Reiz dieser Sammlung.
    Am Ende bleibt für mich vor allem das Gefühl, dass Girlhood nicht nur einzelne Geschichten erzählt, sondern ein kollektives Bild von weiblichem Aufwachsen, Kämpfen und Träumen zeichnet.

    Raphaela Brosseron

  • Nein ist ein wichtiges Wort  

    Nein ist ein wichtiges Wort  

    Bharti Singh

    Urvashi Dubey

    Übersetzt von Ulrich Störiko-Blume

    Von Hacht

    Leseempfehlung ab 4 Jahre

    Schon der Titel macht klar, um was es hier geht, deshalb steht er auch ganz groß an der Tafel, ein Mädchen hat es dort hingeschrieben. Ja, so sieht das Cover aus.
    Zoe kommt neu in die Klasse und sie hat einen schönen neuen Farbkasten.
    mehr oder weniger lesen
    Als das Mädchen, das wir vom Cover kennen und das uns diese Geschichte erzählt, auch mal damit malen möchte, hört sie ein „NEIN!“, das sie gemein findet. Doch sie erkennt: „Das NEIN-Wort versetzt mir einen Stich, dabei hat Zoe gar nichts gegen mich.“ Sie selbst tut sich aber nicht leicht, dieses harte Wort zu benutzen, aber sie erkennt, dass es manchmal nicht ohne ein NEIN geht. So trainiert sie, es auszusprechen, und überlegt, wo sie es anwendet. So hält sie ein Plakat mit einem NEIN in der Hand, um das Fällen von Bäumen zu verhindern. Ein freundlich lächelnder Wolf mit einem Lolli hat ganz klar ein NEIN verdient. „Wenn du verstehst, es zu benützen, kann es dich vor Bösem schützen.“ 
    Es gefällt mit total gut, wie in diesem Buch Situationen geschildert werden, wo ein Nein traurig macht, klar eine Meinung ansagt und schützt. So muss das Kind lernen, das Nein der anderen zu akzeptieren, aber auch üben selbst beim Nein zu bleiben. Die Illustrationen sind sehr klar und beschreiben genau, was passiert. Den gereimten Text finde ich sehr gelungen und gut zu lesen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Jede Flut vergeht einmal

    Jede Flut vergeht einmal

    Lara Braun

    Moon Walker Verlag

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir die kleine Katze Luna, sie lebt fröhlich mit ihrer Menschenfamilie und liebt es, im Zimmer der kleinen Tochter zu schlafen. Aber wenn dann die Dunkelheit ihr Angst macht, hat sie das Gefühl, zu ertrinken.

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    Im Zimmer steigt das Wasser immer höher und Luna ist froh, als es endlich hell wird. Der Vogel Berti hat Lunas Angst und das Wasser gesehen und da er selbst weiß, wie sich Angst anfühlt, schlägt er vor, Luna zu helfen. Die beiden machen sich auf in den Wald und dank Berits Hilfe übersteht Luna die Dunkelheit der Nacht. 
    Angststörungen gibt es in unserer Gesellschaft immer öfter und meist können die anderen sie nicht nachvollziehen. Hier hat Luna einen sehr verständnisvollen Freund in Berti, der ihr praktische Tipps gibt und bei ihr bleibt und sie unterstützt. So einen Freund brauchen wir alle und dieses Buch kann sowohl den „Angstkatzen“ als auch den Helfenden zeigen, wie man mit einer solchen Situation umgehen kann und dass wir nicht die einzigen sind, denen es so geht. Das steigende Wasser und die Angst der Katze sind sehr schön in den Illustrationen dargestellt, der Text ist etwas länger, aber gut zu verstehen. Hier werden ängstliche Kinder liebevoll begleitet und getröstet.

    Dagmar Mägdefrau