• Hört uns mal zu!

    Hört uns mal zu!

    Andrea Behnke

    Johanna Mücke

    Hase und Igel

    Leseempfehlung 5. – 8. Klasse

    AkkordWort ist ein Jugendtreff, in dem viel Musik gemacht wird. Nino bringt sein Akkordeon mit, Mitray spielt auf ihrer Bağlama, einer langhalsigen Zupflaute. Cecile besucht eine Musikschule und spielt schon sehr gut auf ihrer Querflöte. Ergänzt wird die Gruppe durch Mateo, der hervorragend Texte schreibt und sie gerne als Rap vorträgt.
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    Diese ganz unterschiedlichen Jugendlichen machen gemeinsam Musik mit Bennet, einem Lehrer, der nachmittags im AkkordWort arbeitet. Als die Leiterin den vieren den Vorschlag macht, zur Ausstellungseröffnung einer NS-Gedenkstätte etwas beizutragen, sind diese sofort begeistert. Zu Vorbereitung besuchen sie den Südbahnhof, denn von hier wurden die Menschen deportiert. Obwohl sie schon in der Schule von der Shoah gehört hatten, waren die Jugendlichen entsetzt von der Menge der getöteten Menschen. Nino hört hier auch von den Homosexuellen, die ebenfalls ins Konzentrationslager kamen. Alle vier feilen immer wieder an Texten und bringen dabei ihre eigenen Gefühle ein. Doch dann steht an der Wand des AkkordWort „Schwulenheimat“ und die Besucher des Treffs müssen sich um die Zukunft des Ortes, den sie als ihr „Daheim“ empfinden, sorgen.

    Das Buch hat 144 Seiten und einige bunte, sehr gelungene Illustrationen. Die Geschichte wird sehr spannend erzählt, die Kapitel spielen abwechselnd im AkkordWort und bei den Jugendlichen. So erfahren wir einiges über die familiäre Situation der Jugendlichen. Aber auch die Vergangenheit, die hier mit dem Bahnhof einen Ort hat, ist Thema in der Geschichte. Die Auseinandersetzung mit Homosexualität, damals und heute. Der Kampf um den Erhalt des Treffs, Aussagen, die weh tun, und noch vieles mehr findet sich in diesem Buch.

    Sehr gut gefielen mir die Passagen, in denen es um KI und ihre Auswirkungen geht und wie real die Situation beschreiben wird.

    Für Schulen gibt es Begleitmaterial und ich finde, dass dieses Buch eine hervorragende Schullektüre ist.

    Dagmar Mägdefrau

  • Die Straßenbahn ins Leben    

    Die Straßenbahn ins Leben    

    Pea Ranno

    Aus dem italienischen Ulrike Schimming

    Mixtvision

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Rom, der 16. Oktober 1943.Die Deutschen haben Rom besetzt und führen eine Razzia im jüdischen Ghetto durch. Emanuele wird dabei von seiner Mutter getrennt und flieht. Er steigt in eine Straßenbahn und vertraut sich dort dem Fahrkartenkontrolleur an. Zweieinhalb Tage fährt Emanuele mit dieser Straßenbahn durch Rom. Durch die Menschlichkeit bzw. Hilfsbereitschaft der Mitarbeiter der Bahn wird er schließlich gerettet. 
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    Bis ein Freund der Familie ihm mitteilt, dass der restliche Teil seiner Familie die Razzia überlebt hat, und Emanuele zu ihnen bringt.

    Die Geschichte von Emanuele beruht auf wahren Begebenheiten. Sie ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und er lebt bis heute.

    Ich bin der Meinung, dass gerade in der heutigen Zeit solche Geschichten besonders wichtig sind, damit Kinder möglichst viel über diese schreckliche Zeit erfahren. Das Buch ist so geschrieben, dass Kinder ab etwa zehn Jahren die Geschichte gut verstehen und auch problemlos selbstständig lesen können.

    Die Sprache ist sehr bildlich und durch ein Glossar werden Wörter und Orte, die vielleicht nicht bekannt sind, verständlich erklärt. Dadurch kann man die Geschichte und die damalige Zeit sehr gut nachvollziehen.

    Ich kann dieses Buch absolut empfehlen und bin dankbar, dass ich es lesen durfte!

    Katrin Hemmerich 

  • Front    

    Front    

    Rüdiger Bertram

    Heribert Schulmeyer

    Rotfuchs

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Das Cover zeigt zwei flüchtende Jungen, die ein Hund begleitet, im Hintergrund die Ruine eines Hauses. Es zeigt uns passend zum Titel „Front“ ein Kriegsgebiet. Adam und Zero, die beiden Jungen gehen hier in Deutschland auf eine Schule und es gibt immer wieder Kämpfe zwischen ihnen, denn sie kommen aus Ländern, die miteinander im Krieg liegen. Die Länder werden in dem Buch nie erwähnt, aber ich denke, alle haben, wie ich, Russland und die Ukraine vor Augen.

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    Adam lebt mit seiner Familie sehr beengt in einem Hochhaus, seine große Schwester Yella kämpft an der Front und Adam macht sich Sorgen um sie. Auch Zero wohnt in diesem Haus, allerdings hat er nur einen Bruder, der ebenfalls an der Front als Panzerfahrer kämpft. Zero macht sich große Sorgen, weil sein Bruder sich schon seit einiger Zeit nicht mehr bei ihm gemeldet hat. So beschließen die beiden unabhängig voneinander ins Kriegsgebiet zu reisen. Sie entscheiden sich beide für einen Hilfstransporter, den ein Mann zu den Menschen im Kriegsgebiet fahren soll. Der Wagen ist schon gestartet, als die Jungen sich sehen und so bleibt ihnen nichts anderes übrig als einen Waffenstillstand zu schließen, damit sie ihr Ziel erreichen.

    Der Text ist in sehr kurzen Sätzen geschrieben, dazu gibt es noch elf einseitige Comics, die die Handlung fortführen. Die Angst und die Enttäuschung der Jungen, wenn sie sich der Front immer mehr nähern, konnte ich beim Lesen sehr gut nachfühlen. Sie müssen erkennen, dass der Krieg keine Helden macht, dass alles mit vielen Opfern auf allen Seiten verbunden ist. Irgendwann schließt sich den Jungen ein Hund an, der auf einem Minenfeld stirbt. Diese Szene gefällt mir deshalb so gut, weil sie zeigt, dass der Krieg auch Tote fordert, aber hier stirbt zumindest kein Mensch und um den Hund können sie beide trauern, er gehörte zu keiner Partei.

    Aber ich will auch nicht zu viel verraten, denn das Buch sollte jeder Jugendliche lesen, denn er zeigt die Schrecken des Krieges und gleichzeitig, wie wichtig Freundschaft ist.

    Dagmar Mägdefrau

  • Immerland – Die Ozean der Ewigkeit – Band 2 

    Immerland – Die Ozean der Ewigkeit – Band 2 

    Flix

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Mika ist zurück in Immerland – leider nicht ganz freiwillig. Er muss seine Klassenkameradin Jessica, alias Stressica, retten und ganz nebenbei die Machenschaften des Doktors verhindern. Dabei trifft er Julie wieder und lernt neue Freunde kennen. Gemeinsam versuchen sie, die Pläne des Doktors zu durchkreuzen und wieder zurück auf die Erde zu gelangen.
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    Ich war sehr gespannt, wie es im zweiten Teil weitergeht und was noch alles passieren kann. Und ich muss sagen: Es ist der Wahnsinn! Wie viel Fantasie kann ein Mensch eigentlich haben?! Das Buch hatte so viele spannende Wendungen, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Die Figuren sind wieder wunderbar beschrieben und durch die zusätzlichen Zeichnungen hat man diese fantastische Welt direkt vor Augen.

    Im ersten Band hatte ich noch kritisiert, dass am Ende zu viel auf einmal passiert. Im neuen Teil passen die Wendungen dagegen perfekt und man kann sie viel besser nachvollziehen. Dadurch wirkt die Geschichte für mich noch stimmiger und spannender.

    Ich freue mich jetzt schon sehr auf den dritten Teil. Leider müssen wir noch ziemlich lange warten (Herbst 2027), aber bis dahin werde ich sicher den ersten und zweiten Band noch einmal lesen.

    Die Reihe gehört definitiv zu meinen Favoriten im Bücherregal! Danke für diese tollen Geschichten!

    Katrin Hemmerich 

  • Wind in meinem Kopftuch

    Wind in meinem Kopftuch

    Roya Soraya

    Carlsen Comic

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Das Titelbild zeigt Roya mit einem lila Kopftuch neben vielen streng blickenden anderen Frauen mit dunklen Kopftüchern.
    Das Buch beginnt damit, dass die junge Frau, die inzwischen ihre Haare kurz trägt, die Wohnung ihres verstorbenen Vaters ausräumt. Die Fotos, die sie dort findet, erinnern sie an Treffen mit ihrer iranischen Familie.
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    Leider kann Roya nur ihre Muttersprache, die Sprache ihres Vater hat sie leider nie gelernt, was sie jetzt als Erwachsene bereut und auch später versucht nachzuholen. Besonders mit ihrer verstorbenen Oma verbindet sie mehr als Sprache. Als Roya mit ihrer Freundin über ihren Wunsch spricht das Land ihres Vaters zu besuchen und nach ihren Wurzeln zu forschen, rät die ihr, zu reisen. So macht sich Roya zusammen mit ihrem Vater auf den Weg in den Iran. Zunächst muss sie Kleidung finden, die dem Dresscode entspricht. Allerdings fällt die dann doch zu bunt aus. Als die lesbische Roya erfährt, dass im Iran auf Homosexualität die Todesstrafe steht, ersetzt sie sofort ihr Handy durch ein neues Model. 
    Diese Graphic Novel zeigt mit ihren sehr realistischen Zeichnungen auch Royas Träume und Ängste sehr genau. Auch die Unsicherheit und die Angst in einem Land in dem Frauen wegen des falschen Tragens eines Kopftuch betraft werden, zeigt sich in den Illustrationen sehr klar.
    Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, weil es mich sehr berührt hat. Ich kann mir vorstellen, dass das Aufwachsen in Deutschland für Kinder, deren einer Elternteil aus ihrer Heimat geflohen ist, nicht einfach ist. Da ist der Begriff Heimat anders zu bewerten. Mir gefällt, dass Roya sich traut in diese Diktatur zu reisen und dass sie versucht die damit verbunden Gefahren so gut wie nur möglich zu umgehen. Umso schöner ist die Szene, als sie endlich den Wind in ihr Kopftuch wehen lässt.
    Hier wird das Kopftuch als Zeichen der Unterdrückung und Unfreiheit gesehen und Roya möchte es hier in Deutschland nicht tragen. Die Religion spielt in dieser Geschichte keine Rolle, es geht nur um den Zwang zum Tragen des Kopftuches in einem totalitären Regime.

    Dagmar Mägdefrau


  • So leicht kommen wir nicht davon    

    So leicht kommen wir nicht davon    

    Dorit Linke

    Arena

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Im August 1989 ist die gute Schwimmerin Hanna mit ihrem Freund Andreas über die Ostsee geflohen. Leider kam nur Hanna völlig ausgelaugt auf Fehrmann an und könnte bei ihrer Tante Brigitte in Bremen einziehen. Als die Grenze unerwartet geöffnet wird, kehrt sie zusammen mit der Tante nach Rostock zurück. Dort wird ihr vorgeworfen einfach gegangen zu sein und ein wenig wird sie auch als „Westdeutsche“ für die Probleme, die die Wende mit sich bringt, verantwortlich gemacht. 
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    In Hamburg trifft sie auf den ausgebürgerten Jensi, doch das erste Treffen gestaltet sich schwierig. Weil auch er Hanna für den Tod des gemeinsamen Freundes verantwortlich macht. Beide leiden unter dem Verlust und Hanna redet im Text immer wieder mit Andreas, der so vieles mit ihr erlebt hat. Dadurch wurde mir immer klarer, wie schrecklich das Leben in der DDR besonders für den unangepassten Jugendlichen gewesen sein musste. Hanna fühlt sich in Rostock nicht mehr zu Hause und nachdem sie die Angriffe auf die Ausländer in Lichtenhagen erlebte, kann sie die ehemalige Landsleute nicht mehr verstehen. Als sie den Opa und Jensi nach Schottland begleitet, kann sie dort finden, was sie gesucht hat. 
    Die Geschichte wird ein wenig sprunghaft erzählt, trotzdem konnte ich sehr gut verfolgen, wie Hanna die 1990er Jahre erlebt hat. Da sind die Vorwürfe und die Trauer über den Tod von Andreas, das neue Leben in Bremen und Berlin, die Ablehnung und Kälte der Mutter, das Verstehen der Tante und das Kennenlernen ihrer Freundin Susan.
    Ich habe das Buch mit viel Neugier gelesen und vieles erfahren, was mit vorher nicht so klar war. Dorrit Linke hat vieles, dass inzwischen verklärt gesehen wir, geradegerückt. Ich kann allen, die die Zeit nicht erlebt haben, dieses Buch ans Herz legen, aber auch für Menschen, wie mich, die alles von Weitem aus dem Weste erlebt haben, erfahren hier viel Interessantes. Unbedingt auch das Nachwort lesen und die Erklärungen zu vielen Begriffen. Sicher lohnt es sich auch die Playlist anzuhören, denn auch Musik ist Zeitgeschichte.
    Ein sehr ehrliches Buch mit einer klaren politischen Aussage.

    Dagmar Mägdefrau
  • Ada jagt ein Phantom

    Ada jagt ein Phantom

    Bernadette Konzett

    Horst Krieg

    Bibliothek der Provinz

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Ada ist zusammen mit ihrer Mutter zu einem Seminar auf einem Schloss gefahren und hat ihren Freund Zabiullah mitgenommen, denn es wird auch ein Workshop für Kinder angeboten. Da soll ein Buch erstellt werden, beginnend mit dem Schöpfen des Papiers bis zum Buch. So lernt Ada die Geschwister Johanna, Leo und Rose kennen. Sie leben zusammen mit ihrer Mutter Barbara in dem Schloss. Als eines Nachts die Bibliothek mit wertvollen Erstausgaben abbrennt, machen sich die Kinder als Detektivklub „Dunkle Augen“ auf die Suche nach dem Verursachen.
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    Schnell haben sie einen Verdacht, dem sie nachgehen. Doch dann bekommt Barbara einen anonymen Brief, der sie beschuldigt nicht genügend auf ihre Kinder zu achten. Da diese Drohung Barbara sehr verunsichert, werden die Ermittlungen der Kinder immer dringender.
    Neben den cleveren Ideen, die Ada immer wieder hat und für die Zabiullah sie sehr bewundert, muss Ada mit ihrer Eifersucht kämpfen, denn Zabiullah verbringt immer mehr Zeit mit dem im Rollstuhl sitzenden Leo. Mir gefiel es sehr gut, diese Gefühle, gegen die Ada ankämpft, aus ihrer Sicht genauestens beschrieben zu bekommen. Auch ihre Sicht auf ihren und den Vater der Schlosskinderfand ich sehr interessant.
    Die Spannung ging trotz der vielen Windungen nicht verloren und am Ende hat mich dann die Lösung doch etwas überrascht.
    Am Rande war auch die Hautfarbe Zabiullahs und die Behinderung von Leo ein Thema.
    Ich habe das Buch sehr gut lesen können und die kleinen feinen Zeichnungen haben noch zusätzlich zum Verständnis beigetragen. Ich bin sehr gespannt, was Ada noch für Abenteuer zu bestehen hat.

    Dagmar Mägdefrau

  • Das Haus in der Mango Street

    Das Haus in der Mango Street

    Sandra Cisneros

    Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Gerd Burger

    atlantis

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Das erste längere Kapitel ist mit „Ein Haus für sich allein“ überschrieben und es ist das Vorwort der Autorin, dessen Foto ganz am Anfang abgedruckt ist. Eine junge Frau in ihrem Arbeitszimmer, das eigentliche eine Abstellkammer ist und in dem sie nicht arbeitet, denn sie schreibt am Küchentisch.
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    Da das Buch schon 1984 erschien, ist die Autorin inzwischen eine alte Frau, was der Aktualität ihres Buches keinen Abbruch tut. Im Vorwort beschreibt Esperanza, wo sie gewohnt hat, bis sie mit ihrer Familie in die Mango Street zog. Die Straße liegt in einem armen Stadtteil von Chicago und es gibt um sie herum viele Menschen mit ihren unterschiedlichen Schicksalen und diese Menschen tauchen in den kleinen Geschichten auf, aus denen das Buch besteht. Esperanza berichtet von ihren Eltern, ihren beiden Brüdern und von ihrer jüngeren Schwester Nenny, die oft Dinge tut, die für Esperanza unvorstellbar sind. Da ist von Joe, dem Babygrabscher, die Rede, den Schwestern Lucy und Rachel mit denen sie sich zusammen ein Fahrrad für 15 Dollar kauft. Wir erfahren auch von ihrer Mutter, dass sie zwar sehr klug war, aber nicht lange zur Schule ging und dass sie heute beim Kochen Opernarien singt. Tragisch ist die Geschichte von der Tante Guadalupe, die lange krank war und für deren Tod sich Esperanza verantwortlich fühlt. Zum Ende des Buches lernen wir Sally kennen, Esperanza beste Freundin, die häusliche Gewalt vom Vater und vom Ehemann erfährt. 
    Die Geschichten sind kurz, nicht zeitlich sortiert und vieles wird nur angedeutet. Die Stil hat etwas von einem Plauderton und manchmal empfinde ich es als etwas naiv. Aber Esperanza schafft es, die Mango Street zu verlassen und ihren Traum vom eigenen Haus zu realisieren. Dabei ist ihr wichtig, nicht abhängig zu sein und so setzt sie sich durch und wird Schriftstellerin, ganz wie sie es im Vorwort schreibt.

    Dagmar Mägdefrau

  • Darkly – Nicht du bestimmst das Spiel. Das Spiel bestimmt dich.

    Darkly – Nicht du bestimmst das Spiel. Das Spiel bestimmt dich.

    Marisha Pessl

    Aus dem amerikanischen Englisch von Katrin Segerer und Jennifer Michalski

    Insel

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Dia, ein 17-jähriges Mädchen, ist seit Jahren fasziniert von den Spielen, die Louisiana Veda zu Lebzeiten entwickelt hat. In diesem Sommer schreibt die Louisiana-Veda-Stiftung sieben Praktikumsplätze in England aus. Um an dem Auswahlverfahren teilzunehmen, muss man in der Bewerbung die Frage „Wofür würden Sie töten?“ beantworten. Weltweit bewerben sich über eine halbe Million Menschen auf diese sieben Plätze. 
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    Als Dia erfährt, dass sie zu den Auserwählten gehört, ist die Freude riesig. Die Reise von Missouri nach London beginnt – und damit auch ein großes Abenteuer in einem von Veda entwickelten Spiel.
    Ich konnte relativ schnell in das Buch eintauchen. Zu Beginn werden Dia und ihre Lebensumstände mit ihrer Mutter sowie dem Vintage-Möbelladen sehr gut beschrieben. Durch die bildhafte Sprache von Marisha Pessl kann man sich den Laden und die Umgebung sehr genau vorstellen. Sobald Dia die Reise nach London antritt, nimmt die Geschichte an Fahrt auf und immer mehr Handlungsstränge fügen sich zusammen. Die Spannung lässt bis zu den letzten Seiten nicht nach, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Insgesamt ist es ein sehr gutes Buch, um als Jugendliche*r in die Welt der Thriller einzusteigen.

    Katrin Hemmerich

  • Faustschlag von rechts   

    Faustschlag von rechts   

    Stefanie Kaluza

    Karibu

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Der 15-jährige Jarik leidet darunter, dass sich seine Eltern getrennt haben und der Vater leider oft sein Versprechen, ihn und seinen kleinen Bruder abzuholen, nicht hält. Das Schimpfen der Mutter macht es dann nicht leichter für ihn. Jarik ist ein Freund großer Worte und oft ist auch das ein Grund, weshalb es Missverständnisse gibt. Meist ist er mit seiner Clique zusammen, die er schon aus der Kita kennt. 
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    Er spürt, dass ihm Mo, das einzige Mädchen, immer besser gefällt und auch das verunsichert ihn sehr. Am Nahmittag treffen sich die Vier an der Bushaltestelle, um dann gemeinsam zum Jugendtreff zu gehen. Hier wird geboxt und Jarik ist nicht ganz untalentiert. Falk, einer der großen Vorbilder, spricht ihn an und bietet ihm ein Training an. So entfernt sich Jarik immer mehr von seinen alten Freunden und er freut sich auf das Zeltlager, zu dem er in den nächsten Ferien darf. Die Warnungen, dass es bei den Organisatoren des Lagers um Nazis handelt, kann er nicht glauben. So gerät Jarik immer mehr in die Ideologie von nordischen Göttern und Männern, die Stärke zeigen. Sein Umgang mit seiner Mutter und seinem Bruder verändern sich und zu den Treffen mit den alten Freunden geht er nicht mehr.
    Falk sucht sich nicht Jarik aus, weil er so gut boxen kann, er hat erkannt, dass der Jugendliche emotional verloren ist. Der Vater, der ihn nicht bei sich haben möchte, die unzufriedene Mutter und die unklaren Gefühle gegenüber Mo, machen ihn zum einfachen Opfer. Er genießt die Aufmerksamkeit, die Kameradschaft, das abendliche Lagerfeuer und die Reden dort gefallen ihm zum Teil. Da wird nicht gegendert, da wird Feminismus verhöhnt.
    Das Buch liest sich leicht und die Gefühle von Jarik sind so gut beschrieben, dass ich sie förmlich selbst gespürt habe. Ja und das Thema, es ist wichtiger den je, darüber mehr zu erfahren.

    Dagmar Mägdefrau
  • Die Odysee

    Die Odysee

    Nicolás Schuff

    Mariana Ruiz

    Aus dem argentinischen Spanisch von Kim Laura Franzke

    Insel

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    In diesem Buch wird die berühmte Geschichte der Odyssee des Dichters Homer in einer modernen Fassung neu erzählt. Das Epos ist fast 3000 Jahre alt und stammt aus dem antiken Griechenland. Im Mittelpunkt steht Odysseus, der König von Ithaka, der nach dem Sieg im Krieg von Troja über das Meer zu seiner Frau und seinem Sohn zurückkehren möchte.
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    Doch seine Heimreise gestaltet sich lang und beschwerlich: Zahlreiche Prüfungen, auferlegt von den Göttern und ihren Nachkommen, stellen ihn immer wieder auf die Probe. Trotz aller Hindernisse übersteht Odysseus seine Irrfahrten – getragen von der Sehnsucht nach seiner Heimat und seinen Liebsten.
    Viele kennen die Geschichte zumindest in Auszügen. Auch ich bin in meiner Jugend immer wieder mit der griechischen Mythologie in Berührung gekommen, habe die Odyssee jedoch nie vollständig gelesen. Umso schöner war es, diese faszinierende Erzählung nun in moderner Sprache neu zu entdecken. Die lebendige und zugängliche Darstellung macht deutlich, wie fantasievoll und zeitlos diese Geschichte ist. Gerade jüngeren Leserinnen und Lesern wird so ein leichter Zugang zu diesem klassischen Werk ermöglicht.
    Auch die Illustrationen sind sehr gelungen und unterstützen das Eintauchen in die Welt der griechischen Mythologie auf eindrucksvolle Weise. Für alle, die sich für diese alten Geschichten interessieren, ist dieses Buch definitiv eine Empfehlung wert.

    Katrin Hemmerich
  • Egal war gestern

    Egal war gestern

    Jörg Isermeyer

    Peter Hammer Verlag

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Gustav-Heinemann-Friedenspreis

    Finn und Lennard posten auf einer Plattform lustige Videos. Als Sam, ein Mädchen mit afrikanischen Wurzeln, ihnen anbietet durch eine Kooperation mehr Klicks zu generieren, sagen die beiden Jungs zu. Unter Sams Post gibt es immer wieder rassistische Meldungen, die Finn erschrecken. 
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    Auch sein Vater hat im Netz Dinge gefunden, die darauf hinweisen, dass in der Schule, in der auch er als Lehrer arbeitet, Nazis unterwegs sind. Als er das öffentlich macht, wird er zum „Nestbeschmutzer“. Denn in dem kleinen Ort steht mit einem Mann der „Wir“-Partei ein Rechter zur Bürgermeisterwahl an. 
    Im Laufe des Buches wird klar, dass die einen wohl wirklich naiv sind und die Warnungen nicht wahrhaben wollen und sich deshalb „raushalten“. Andere wählen aus Überzeugung diese Partei. Doch die Rechten sind gut vernetzt und erreichen mit ihrer Propaganda auf ihren Socal-Media-Seiten, dass Finns Familie sogar von Freunden geschnitten wird. Als es dann och offene Drohungen gibt, fühlen sich sie nicht mehr wohl in ihrem Heimatort.
    Ein Buch, das aufrüttelt und das die Frage offenlässt, wie würden wir uns verhalten? Würden wir auch wieder schweigen? Oder werden wir es schaffen, uns ebenfalls zu vernetzten und diesen Nazis die Stirn zu bieten?
    Mehr als Schulliteratur, diese Buch zeigt auch Erwachsenen, welchen Weg wir da einschreiten, wenn wir nichts unternehmen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Der Regenzauber Markt

    Der Regenzauber Markt

    You Yeong-Gwang

    Aus dem Koreanischen von Huyk-Sook kim

    Manfred Selzer

    ueberreuter

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Serin, ein junges Mädchen, lebt mit ihrer Mutter in ärmlichen Verhältnissen. Es gibt ein Gerücht, dass es ein altes, verlassenes Haus in Rainbow Town gibt. Wenn man dorthin einen Brief mit seinem Unglück und seiner Lebensgeschichte schickt, erhält man ein Ticket. 
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    Serin erhält das Ticket zum Regenzaubermarkt, einem Ort, an dem man Dinge eintauschen kann – Erinnerungen, Träume, Wünsche oder Gefühle. Dort trifft Serin auf allerlei wundersame Wesen: sprechende Tiere und sogar Dokebis (Koboldwesen aus der koreanischen Mythologie).

    Für den Einstieg in das Buch brauchte ich einen Moment, aber dann entwickelte sich eine fesselnde Geschichte. Sie ist flüssig geschrieben und auch für jüngere Leser*innen gut verständlich. Die Idee des Markts ist unglaublich kreativ und liebevoll umgesetzt. Man kann sich die bunten Stände, seltsamen Händler und magischen Wesen richtig gut vorstellen. Besonders schön fand ich, wie die Autorin die Stimmung beschreibt – mal düster, manchmal traurig und nachdenklich, dann wieder hoffnungsvoll und voller Zauber. Serin ist eine Figur, mit der man sich gut identifizieren kann. Sie ist mutig, neugierig und sucht nach einem Weg, mit ihrem Schmerz umzugehen. Im Laufe der Geschichte lernt sie, dass man Glück nicht einfach kaufen oder tauschen kann, sondern dass es oft in einem selbst liegt.

    Katrin Hemmerich



  • Hildegundis und die Kinderkrone

    Hildegundis und die Kinderkrone

    Regina E. G. Schymiczek

    Books on Demand

    Leseempfehlung ab 12 Jahre

    Als um die Jahrtausendwende die Äbtissin Theophanu im Essener Stift herrscht, kommt die Grafentochter Hildegundis als Zwölfjährige zur Ausbildung ins Stift. Hier soll sie lernen, wie ein großes Rittergut geführt wird, denn das Stift ist reich und die Äbtissin eine mächtige Frau.
    Um Hildegundis herum gibt es viele Intrigen und sogar ein Mordanschlag auf den Kaiser soll verübt werden.

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    Das Buch hat also viele Facetten des mittelalterlichen Lebens zu bieten. Besonders als Essenerin habe ich mir das Leben rund um den Dom gut vorstellen können. Es gibt ja wenig Literatur, die sich mit dieser Zeit der Frauenherrschaft in Essen befasst und dieses Buch ist sehr spannend und interessant geschrieben.

    Dank der promovierten Historikerin Frau Dr. Schymiczek sind die historischen Figuren und die Lebensumstände sicher gut recherchiert. Ein empfehlenswertes Buch.

    Dagmar Mägdefrau


    Die Kunsthistorikerin Dr. Regina E.G. Schymiczek erzählt in ihrem historischen Roman die Geschichte der Kinderkrone Otto III. , die sich heute in der Schatzkammer des Essener Doms befindet. Die Umstände, unter denen die Kinderkrone dorthin gelangte, sind bis heute ungeklärt. In ihrem Roman verwickelt die Autorin fiktive Protagonisten*innen in eine schlüssige und spannende Geschichte und lässt sie auf realhistorische Personen treffen. Die Schilderung der gesellschaftlichen und landschaftlichen Gegebenheiten wirken dabei realistisch und glaubwürdig und der Autorin gelingt es, ein farbenprächtiges Bild ihrer Personen und der Zeit vor dem Auge der Lesenden entstehen zu lassen.

    Wegen seines Umfangs, seiner relativ komplexen Sprache und einigen wenigen Längen empfiehlt sich das Buch besonders für historisch interessierte Leser*innen ab 13 Jahren.

    Sabine Malischewski

  • Immerland – Die Stadt der Ewigkeit – Band 1

    Immerland – Die Stadt der Ewigkeit – Band 1

    Flix

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Der fast 13-jährige Mika muss den Sommer bei seiner Oma verbringen, da sein Vater auf Geschäftsreise ist. Für ihn sind das keine rosigen Aussichten - auf dem Land, kein Internet, und insgesamt nicht wirklich interessant. 
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    Aber in einer Nacht verändert sich alles. Mika muss seine Oma durch einen medizinischen Notfall in ein Krankenhaus bringen. Er schnappt sich das Auto und fährt mit seiner Oma los. Dann landen sie auf eine skurrile Weise in Immerland, einer geheimnisvollen Stadt, in der vieles möglich scheint, was in der normalen Welt nicht ist. Doch je länger Mika in Immerland bleibt, desto deutlicher zeigen sich auch dunkle Schattenseiten, und er muss Entscheidungen treffen, die nicht nur sein eigenes Schicksal formen.  
    Flix hat mit Immerland eine Welt geschaffen, die voller Fantasie ist! Die Stadt wirkt magisch und geheimnisvoll, gleichzeitig, aber auch gefährlich – genau diese Mischung macht das Buch so spannend. Mika ist eine glaubwürdige Hauptfigur, weil er nicht perfekt ist, sondern mit Zweifeln und Ängsten zu kämpfen hat. Der Schreibstil ist flüssig und die Illustrationen geben dem Buch einen besonderen Charme.
    Im letzten Drittel überschlagen sich die Ereignisse etwas, als wollte Flix noch all seine Ideen unterbringen. Trotzdem bleibt die Geschichte fesselnd und berührend.
    Die Altersempfehlung ab 12 Jahren halte ich für etwas zu niedrig, da einige düstere und komplexe Themen eher für etwas ältere Leser*innen geeignet sind.
    Ich bin gespannt auf den zweiten Teil im Herbst 2026.

    Katrin Hemmerich


  • Ada und die Frau in Blau

    Ada und die Frau in Blau

    Bernadette Konzett

    Horst Krieg

    Bibliothek der Provinz

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir Ada und ihren Freund Zabiullah vor dem Bild mit der blauen Frau.Dieses Bild hing bis zum Umzug bei Adas Großeltern und erst jetzt bemerkt Ada, dass das Bild verschwunden ist.

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    Es sind Sommerferien und Zabiullah ist zu Ada nach Wien gekommen. Da sein Onkel plötzlich erkrankt ist, darf er bei Ada wohnen. Die beiden sind unterwegs, um Abenteuer zu erleben, da kommt ihnen die Suche nach dem verschwunden Bild gerade recht. In der Straße gibt es eine Antiquitätenhandlung, deren Besitzer, ein sehr unangenehmer Mann, sehr unfreundlich zu den Kindern ist. Seinem Neffen Mirco gegenüber wird er sogar gewalttätig. Außerdem beobachten die beiden Kinder in der Nacht eine Lieferung in den Laden. Ada durfte in den Ferien den Hamster der Klasse mit nach Hause nehmen, doch dann ist er verschwunden und Ada fürchtet sich vor den Folgen. Darüber kommt es zwischen Ada und Zabiullah zu einem schlimmen Streit.
    Die Geschichte hat viele Facetten, da geht es um eine Freundschaft, die auf eine harte Probe gestellt wird, um berufstätige Eltern, krumme Geschäfte, Probleme mit den Mitschüler*innen, einen verlorenen Klassen-Hamster und um ganz viel Spannung. Neben dem gut lesbaren Text gibt es einige sehr schön gezeichnet Szenen, die sehr realistisch die Situation schildern. Sehr gut gefällt mir, dass Ada, die uns ihr Abenteuer erzählt, nicht immer in einem guten Licht da steht. Sie macht Fehler und es kostet sie einige Überwindung, sie einzugestehen. Das macht sie aber gerade liebenswert.

    Dagmar Mägdefrau
  • Frei – Beste Freundschaft – Band 2

    Frei – Beste Freundschaft – Band 2

    Sarah Welk

    arsEdition

    Frei

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Die Freunde, die wir schon aus dem ersten Band kennen, kommen hier wieder zusammen. Diesmal steht Nasrin, die kluge und fleißige Überfliegerin mit der festen Vorstellung von ihrer Zukunft, im Mittelpunkt. Da sie auch die Ich-Erzählerin ist, erfahren wir eine Menge Dinge, die sie bewegen.
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    Nina glaubt, dass die schönen Rosen für sie sind und dass Josh sie für sie besorgt hat, doch dann stellt sich heraus, dass Nasrin die Beschenkte ist. Nur leider steht auf der Karte kein Absender. Könnte der neue Mitschüler Joachim dahinterstecken? Keiner weiß, wieso er auf diese ungewöhnliche Schule gekommen ist und wieso er sich so eigenartig verhält. Nasrin, die die Harmonie liebt und die jedem Streit aus dem Weg geht und immer schlichten möchte, hat es nicht einfach in dieser Geschichte. Ihr kleiner Bruder, der bisher als Einzelgänger unterwegs war, hat plötzlich einen Freund, doch Nasrin befürchtet, dass der ihm nicht gut tut. Bei aller Unsicherheit kann sie sich aber auf ihre Freunde verlassen. Auch wenn Nico manchmal etwas heftig reagiert, so steht er doch, genau wie die anderen, hinter Nasrin. Aber was soll man mit dem großen Geldbetrag machen, der der Schule gespendet wird? Da gibt viele unsinnige Vorschläge, aber am Ende eine sinnvolle Lösung.
    Auch dieser Band zeigt, dass die Autorin sich hervorragend in die Gefühlswelt pubertierender Jugendlichen mit ihrer Verletzlichkeit und Unsicherheit einfühlen kann. Es sind keine einfachen jungen Menschen, die hier aufeinander treffen. Aber dank der verlässlichen Freundesgruppe, können sich die Protagonisten selbst gegen bösartige Verhalten wie Mobbing wehren.

    Dagmar Mägdefrau
  • Cat People – Eine Lovestory 

    Cat People – Eine Lovestory 

    Lea Melcher

    Coppenrath

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Die beiden Starkatzen Sprecki und Möhrchen stehen im Mittelpunkt dieser charmanten Geschichte. Sie führen letztlich die “Catpeople” und damit ihre Lovestory zusammen und werden dementsprechend intensiv und niedlich vorgestellt. 
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    Mia übernimmt in der Silvesternacht den Job als Katzensitterin für die beiden Stubentiger. Doch plötzlich taucht Alfie auf, ein junger Mann, der behauptet, ebenfalls engagiert worden zu sein. Angeblich ist er der Neffe der Katzenbesitzerin.
    Nach einem kurzen Konkurrenzdenken arrangieren sich Mia und Alfie mit der Situation und lernen sich dabei immer besser kennen. Alfie wirkt geheimnisvoll, telefoniert häufig und bleibt oft vage. Mia hingegen ist noch etwas angeschlagen vom Liebeskummer über ihren Ex-Freund.Man könnte meinen, vier Augen sehen beim Katzensitten mehr – aber nicht, wenn sie nur noch Augen füreinander haben. Zwischen Mia und Alfie beginnt es schnell zu knistern. Doch über allem schwebt ein kleines, ungelüftetes Geheimnis.Die großformatigen, liebevoll gezeichneten Illustrationen setzen die Geschichte wunderbar in Szene. Sie erinnern an eine Folge einer modernen Teenager-Serie und fangen die Stimmung perfekt ein.Eine ganz besondere Silvesternacht für Mia, die eigentlich gar nicht feiern wollte – und das nur wegen zwei sehr besonderen Katzen!

    Raphaela Brosseron

    Eine Graphic Novel mit einem Paar auf dem Cover, das sich verliebt in die Augen schaut. Cat People bedeutet in diesem Fall Katzensitter. Denn die rote Katze Möhrchen und die graue Katze Specki sind am Silvesterabend allein zu Hause und deshalb kommt eine junge Frau zu ihnen. Man sieht sofort, dass die Katzen sie kennen und mögen, denn beide sind schnurrend auf ihrem Arm zu sehen. Die drei machen es sich gemütlich, als jemand an der Tür zu hören ist. Wehrhaft schlägt die junge Frau mit der Pfanne zu und trifft einen jungen Mann am Kopf. Er behauptet, dass seine Tante ihn auch zum Katzensitten bestellt hat. Sehr lustig finde ich, dass die beiden mit einer Challenge klären wollen, wen die Katzen lieber mögen. Da es keine Entscheidung gibt, bleiben beide, Alfie und Mia, und feiern zusammen Silvester. Doch dann steht das Fenster auf und Möhrchen ist nirgends zu finden. So steigen die beiden zusammen aufs Dach und sehen von dort das Feuerwerk.

    Die Bilder sind sehr liebevoll und bis ins Detail genau gezeichnet, besonders die Katzen sind sehr gelungen und lebendig. Mia und Alfie haben niedliche Stupsnäschen und manchmal kommt eine Erinnerung an Heidi in mir hoch. Die Geschichte ist sehr erlebnisreich erzählt, es gibt sowohl spannende als auch romantische Momente. Lediglich mit dem Schluss tue ich mich etwas schwer.

    Dagmar Mägdefrau