• Wer stahl dem Wal das Abendmahl?

    Wer stahl dem Wal das Abendmahl?

    Michael Roher

    luftschacht

    Gedichtband für Erwachsene Leser

    Vorne auf dem Buch sehen wir einen Wal und hinten auf dem Buch die „ziemlich schwere Adelheit“. 
    „Adelheit ist ziemlich schwer,
    deshalb liebt Adelheit das Meer,
    denn das Meer trägt auch
    die Schwersten, als ob sie
    leichte Grazien wären.
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    Auf jeder Seite im Buch sehen wir unterschiedliche Tuschezeichnungen und dazu ein meist kurzes Gedicht. Diese Gedichte zeigen viel Humor und Witz, da geht es um einen hungrigen Löwen, dessen Frau Vegetarierin ist und ihm Müsli anbietet. Es gibt viele Gründe, weshalb ein Mädchen nicht aufräumen kann, und wir staunen, weil Fischer Hans einer Gans nachfliegt. Wir lernen Peter kennen, der gerne Räuberhauptmann werden möchte und Siegfried, der weil er gegen Krimhild verliert und deshalb nicht mehr mitspielt.
    Die Themen sind vielfältig und meist bringen sie ein Lächeln auf unsre Lippen. Michael Roher ist da einfach ein Meister seines Fachs und er schafft es seine Reime so wunderschön zu schreiben, dass das Lesen viel Spaß macht.

    Dagmar Mägdefrau
  • Missing Page – Tödliche Worte

    Missing Page – Tödliche Worte

    Katie Kento

    one

    Verlagsempfehlung junge Erwachsene

    Die 17-jährige Toni hat es in den begehrten Schriftsteller-Workshop eines Bestsellerautors geschafft. Dieser findet in einem abgelegenen Herrenhaus statt. Dort erfahren die Teilnehmerinnen, dass der Autor am Ende des Workshops eine Person auswählen wird, die sein schriftstellerisches Erbe antreten soll. Doch schon bald nimmt alles eine unerwartete Wendung: Während eines Sturms wird eine Leiche gefunden. Die Teilnehmerinnen beginnen auf eigene Faust zu ermitteln, wobei nach und nach zahlreiche Geheimnisse ans Licht kommen.
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    Die Umschlag-Gestaltung und der Farbschnitt sind wunderschön. Der Schreibstil ist sehr angenehm und lässt sich flüssig lesen. Durch die vielen Wendungen bleibt die Spannung durchgehend erhalten und die Geschichte überrascht immer wieder. Für meinen Geschmack gab es jedoch etwas zu viele Handlungsstränge, die parallel erzählt wurden. Auch die häufigen Perspektiv- und Szenenwechsel haben es mir schwer gemacht, vollständig in die Geschichte einzutauchen. Die Auflösung am Ende ist dafür umso fesselnder und macht deutlich, warum die verschiedenen Erzählstränge notwendig waren.

    Katrin Hemmerich
  • Papafant – Angst im Dunkel? Ich doch nicht! – Band 1  

    Papafant – Angst im Dunkel? Ich doch nicht! – Band 1  

    Nicola Anker

    Patrick Fix

    Baumhaus

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Schon auf dem Cover sehen wir den ängstlichen Papa, der von seinen Kindern getröstet werden muss. In dem verschachtelten Haus ist einiges zu entdecken, während wir Mama am Computer arbeiten sehen, bringt der Papafant die Kinder ins Bett. Doch als er das Licht löschen möchte, möchten die Kinder wenigstens das Nachlicht anhaben.

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    Doch Papa, der auch nie klein war, hatte nie Angst im Dunkeln. Also erfindet er Übungen, die die Kinder länger werden lassen sollen. Doch beim Nachmessen hat sich nichts verändert. Danach wird auf den Betten Trampolin gesprungen bis eines unter Papas Gewicht bricht. Papa stellt die zerbrochenen Bretter vors Fenster. Nachdem er versucht noch mit anderen witzigen Ideen die Angst der Kinder zu vertreiben, macht er das Licht aus, um den Kindern zu beweisen, dass nichts passiert. Aber dann ruft er um Hilfe, erst sind die Geräusche unheimlich und dann sieht er eine Art Gespenst am Fenster. Da haben die Kinder Spaß, als sie Papafant zeigen können, dass nur die Bretter vorm Fenster so unheimlich aussahen. Papa sitzt schlotternd mit Decken auf dem Kopf und muss zugeben, dass er doch Angst hatte. Natürlich dürfen die Geschwister jetzt das Nachtlicht anlassen.
    Ganz tolle Bilder, voller Dynamik und Gefühl. Dazu eine Geschichte, dessen Ausgangssituation die Kinder sicher alle kennen. Einfach mit verständlichen Worten und total witzig erzählt. Ich freue mich schon, wenn Papafant wütend wird.

    Dagmar Mägdefrau

  • Happiness Falls

    Happiness Falls

    Angie Kim

    Aus dem Englischen von Wibke Kuhn

    hanserblau

    Verlagsempfehlung junge Erwachsene

    Mia erzählt die Geschichte über das rätselhafte Verschwinden ihres Vaters. Ihr jüngerer Bruder Eugene, der aufgrund einer Autismus-Spektrum-Störung nicht sprechen kann, kehrt allein von einer Wanderung mit seinem Vater zurück. Niemand weiß, was passiert ist oder kann Hinweise auf den Verbleib des Vaters geben. Nachdem Mia, ihr Zwillingsbruder und ihre koreanische Mutter ihn zunächst erfolglos suchen, wird die Polizei eingeschaltet. Schon bald gerät Eugene ins Visier der Ermittlungen und wird verdächtigt, seinem Vater etwas angetan zu haben.
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    Das Buch ist aus Mias Ich-Perspektive geschrieben. Dadurch erlebt man ihre Gedanken und Gefühle in den einzelnen Situationen hautnah mit und taucht unmittelbar in die Probleme und Spannungen innerhalb der Familie ein. Gleichzeitig erfährt man viel über die Autismus-Spektrum-Störung sowie das Angelman-Syndrom, das mir vor der Lektüre ehrlich gesagt noch völlig unbekannt war.
    Die Handlung baut nach und nach einen gelungenen Spannungsbogen auf, der bis zum Ende bestehen bleibt. Mehrere unerwartete Wendungen sorgen dafür, dass man bis zuletzt nicht ahnt, was tatsächlich passiert ist.
    Besonders gut gefallen hat mir außerdem, dass das Buch die Bedeutung verbaler Kommunikation in unserem Alltag thematisiert. Es zeigt eindrücklich, wie Menschen, die aus physiologischen und nicht aus kognitiven Gründen nicht oder nur eingeschränkt sprechen können, häufig unterschätzt werden. Aufgrund von Vorurteilen wird ihnen oft fälschlicherweise eine geringere Intelligenz zugeschrieben – sei es wegen einer physiologische Behinderung oder aufgrund sprachlicher Barrieren.
    Insgesamt ist das Buch ein spannender und zugleich gesellschaftskritischer Roman, der nicht nur mit seiner Geschichte überzeugt, sondern auch zum Nachdenken über Vorurteile, Kommunikation und den Umgang mit Menschen mit Behinderungen anregt.

    Katrin Hemmerich
  • Wenn es Licht wird im Wald – Vorlesegeschichten von Bär Brumm und seinen Freunden

    Wenn es Licht wird im Wald – Vorlesegeschichten von Bär Brumm und seinen Freunden

    Kaisa Happonen

    Anni Vasko

    Aus dem Finnischen von Anu Stohner

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Auf dem Cover sind alle Tiere abgebildet, auf die wir im Laufe der Geschichten treffen werden. Ganz unten der kleine Bär Brumm und sein Freund.
    In der ganz kurzen Auftaktgeschichte fragt der Feuerfalter Brumm, was man „Im Licht des Waldes sehen kann“.
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    Und natürlich kann man den Feuerfalter sehen, der ist ganz groß und rot auf der nächsten Doppelseite zu bewundern. Brumm kann nicht mit seinem Freund toben und den Baum hinaufklettern, weil er überlegt, wie die Nacht anfängt. Sein Freund zeigt es ihm und so gibt es drei Doppelseiten ohne Text, auf denen sich der Wald immer dunkler färbt. Dazu passt, dass der Schildrohrsänger ständig singt und nur eine Pause macht, „wenn der Abend zur Nacht wird.“
    Die poetischen Geschichten sind zart und mit wenigen Worten erzählt, dennoch beinhalten sie wichtige Aussagen. Aber ganz besonders schön sind die Illustrationen, die großformatig und trotz der deckenden Farben durchscheinend wirken. Sie erinnern mich an japanische Kunst, aber ich bin da keine Expertin.
    Ich kann nur bestätigen, dass ich nach der Lektüre sanft eingeschlafen bin.

    Dagmar Mägdefrau

  • Was fehlt dir, kleiner Roboter?

    Was fehlt dir, kleiner Roboter?

    Przemysław Wechterowicz

    Emilia Dziubak

    Übersetzt von Thomas Weiler

    Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Zusammen mit dem Biber sitzt unser kleiner Roboter auf einer Bank, die beiden wenden sich einander zu und es wirkt sehr innig. 
    Dem Roboter läuft eine Träne aus dem Auge und er sitzt betrübt auf seinem Bett, denn er hat seine Lieblingsschraube verloren.
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    Der Bär hilft ihm suchen, traut sich aber nicht, ihn tröstend Huckepack zu nehmen. Auch der Hase versucht zu helfen, er traut sich aber nicht, einen Witz zu erzählen, weil er glaubt, der Roboter verstehe ihn nicht. Nach der erfolglosen Suche traut sich die Ente auch nicht, mit ihm zu plantschen, und die Fruchtfliege denkt, dass Roboter kein Obst mögen, und bietet ihm nichts zum Trost an. Erst als der Biber dem Roboter eine Ersatzschraube schnitzt, holt er all die versäumten Dinge mit ihm nach.
    So geht es leider manchmal, wir glauben zu wissen, was der andere nicht nutzen kann oder will, und versagen es ihm, statt zu fragen, was ihn trösten könnte. All die unterschiedlichen Tiere glauben, dass ein Roboter sich nicht an Dingen freuen kann, die ihnen Spaß machen. Nur der Biber empfindet mit dem kleinen Roboter und erfüllt seine Wünsche.
    Das quadratische Bilderbuch hat kurze Texte, jeweils mit einem passenden kleinen Bild vom Roboter versehen. Auf der anderen Seite wirkt die Illustrationen fast wie ein Foto, was mir sehr gut gefällt.
    Ein gefühlvolles Bilderbuch, das darauf aufmerksam macht, dass wir uns mehr in andere hinein fühlen sollten.

    Dagmar Mägdefrau

  • Neue Lesetandems und chorisches Lesen – Geschichten und Sachtexte

    Neue Lesetandems und chorisches Lesen – Geschichten und Sachtexte

    Stefan Schwinn

    BVK

    Verlagsempfehlung ab 4. Klasse

    Zunächst werden die Erwachsenen angesprochen und die Methode dieser Leseförderung erklärt. Dazu finden sich immer zwei unterschiedliche gut Lesende zusammen, ein Part fungiert als Trainer*in, der andere wird durch häufiges Lesen geschult. Die ganze Klasse kann aber auch gemeinsam mit der Lehrkraft zusammenlesen.
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    Tim darf Onkel Florian ins Fußballstadion begleiten, zwei Freundinnen gehen mit Hund Flocke Gassi, dann folgt die Geschichte aus Sicht von Flocke.  Obwohl sie sich erst nicht traut, liest Milla eine fantasievolle Geschichte vor, alles kurze Episoden, die sich aber spannend lesen. Danach fährt die Bärenklasse an die See. Dort lernt sie den Monsterwurm kennen und macht eine Kutterfahrt, einen Heuler am Strand zu finden, ist sicher eine aufregende Sache. Es folgen einige Geschichten mit den Protagonisten des Buches „Käpt`n Donnerpaule“.
    Die folgenden Text sind Sachtexte rund um die See.
    Es ist wichtig, dass alle Geschichten interessant zu lesen sind und es neben den vertrauten Worten auch neue, weniger gängige Worte gibt. Mir gefällt die Mischung in diesem Heft sehr gut und ich glaube, dass die Kinder nicht nur nach der Methode „Lesetandem“ besser lesen, sondern auch die Texte besser verstehen lernen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Krebs erklärt für Klein und Groß

    Krebs erklärt für Klein und Groß

    Bianca Senf

    Kirsten Grabowski

    Mabuse-Verlag

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Auf dem Cover wird sie schon gesucht, die Tumorzelle, und die kleine grüne Zelle steht traurig neben den lächelnden blauen, gesunden Zellen. Dahinter eine bewaffnete, größere graue Zelle.
    Das Vorwort von Prof. Dr. Imad Maatouk wendet sich erklärend an die Erwachsenen, danach stellen sich die Autorinnen vor, die in erster Linie als Psychologinnen tätig sind. 
    
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    Das Buch beginnt bei Hippokrates, der das Wort Krebs für die Art Erkrankung festgelegt hat. Jeder kann Krebs bekommen, auch Tiere. Danach geht es um die unterschiedlichen Krebsarten. Leukämie wird anhand gezeichneter Zellen verständlich beschrieben. Wichtig ist auch die Tatsache, dass Krebs nicht ansteckend ist, selbst Erwachsene scheinen davor Angst zu haben.Danach werden die unterschiedlichen Untersuchungen zur Erkennung des Tumors vorgestellt. Die Tumorkonferenz, die ich in schlimmer Erinnerung habe, wird erklärt und die Möglichkeiten der Behandlungen. Metastasen und das Lymphsystem sind Begriffe, die erklärt werden. Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit dem Tod und der Trauer. Danach werden Tricks verraten, die uns helfen, mit dieser bösen Krankheit umzugehen. Zum Schluss wenden sich die Autorinnen noch einmal an die Erwachsenen, die ja oft auch von der Situation überfordert sind. Leider gibt es in jeder Familie Fälle von Krebs, die nicht nur den Erwachsenen Angst machen, da ist es gut, wenn man mit den Kindern sprechen kann und so ein Buch bietet Rat und praktische Tipps. Bei Hilflosigkeit gibt es nichts Wichtigeres als bei Fachleuten Rat zu suchen und einen solchen Rat findet man in diesem Buch. Hier kann man den Kindern zeigen, was passiert, wenn es heißt, der Tumor muss bestrahlt werden. Kindgerechte und doch professionelle Erklärungen mit Illustrationen, die das Verstehen vereinfachen.

    Dagmar Mägdefrau