• Ein Baby in Mamas Bauch

    Ein Baby in Mamas Bauch

    Anna Herzog

    Joëlle Tourlonias

    Fischer Verlag

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Anna Herzog ist Ärztin und Mutter von 4 Kindern, da ist es fast ein Muss ein Aufklärungsbuch zu schreiben und dieses Buch ist nicht nur informativ, sondern auch sehr kindgerecht geschrieben. Die Bilder von Joëlle Tourlonias ergänzen den Text anschaulich und liebevoll. Zusätzlich zum Erzähltext können Informationen in gesonderte Kästchen nachgelesen werden.
    Die Zwillinge Mia und Oskar erfahren von Mama, dass sie ein Geschwisterchen bekommen. Natürlich freuen sie sich sehr, sie haben aber auch viele Fragen. War Mama deshalb oft müde? Ein besonders schönes Bild ist das von Mama beim Ultraschall, auf dem Monitor ist das Baby schon zu sehen.

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    Obwohl Oskar selbstbewusst behauptet, dass auch Männer Babys bekommen können, muss er von Papa erfahren, dass das nur Frauen können. Papa malt dazu die weiblichen Geschlechtsorgane auf. Die Kinder wissen schon, wie „Sexen“ geht und finden es ekelig. Papa kann sie aber beruhigen, wenn die Hormone die körperliche Veränderung bewirken, werden sie wohl ihre Meinung ändern. Denn Männer und Frauen passen zusammen wie Legosteine. Da die beiden Kinder Zwillinge sind, wird noch einiges darüber berichtet und Papa malt die körperliche Entwicklung anhand von gezeichneten Figuren auf. Die kleine nackte Oma mit Brille und Stock ist trotzdem niedlich anzuschauen. Das Baby wächst und ähnlich wie auf dem Cover sehen wir es in Mamas Bauch liegen. So geht es weiter bis zur Geburt, die leider nicht beschrieben wird, und der Heimkehr von Mama und Baby. 

    Ich kann dieses Buch mit gutem Gewissen empfehlen, weil dieses Thema so voller Liebe beschrieben wird und die Erklärungen kindgerecht formuliert sind.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der kleine Siebenschläfer – Eine Pudelmütze voller Wintergeschichten

    Der kleine Siebenschläfer – Eine Pudelmütze voller Wintergeschichten

    Sabine Bohlmann

    Kerstin Schoene

    Thienemann

    Leseempfehlung ab 4 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir den kleinen Siebenschläfer mit seiner neuen Pudelmütze in einem silbrigen Winterwald. Diesmal ist er entschlossen sieben Monate zu schlafen, wie es sich für einen Siebenschläfer gehört. Nachdem seine Familie bereits feste schläft, kommt sein Freund die kleine Haselmaus noch einmal vorbei. Und er macht den kleinen Siebenschläfer neugierig auf die Dinge, die er immer verpasst, weil er schläft. Da ist zunächst der „letzte Blattfalltag?

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    So entschließt sich der Siebenschläfer seinen Schlaf zu verschieben und wartet mit den anderen Tieren darauf, dass das letzte Blatt vom Baum fällt. Danach muss er noch die ersten Schneeflocken erleben und mit den anderen Tieren einen Iglu bauen und danach gibt es noch so viele tolle Sachen, die er noch nie gesehen hat. Dem Eichhörnchen muss geholfen werden, denn seine Vorräte sind plötzlich weg und ein eingefrorener Frosch will gar nicht aufgetaut werden. Das geht so lange, bis der Siebenschläfer einfach einschläft und da hat die Haselmaus ein Problem, Er will ja nicht, dass sein Freund im Wald erfriert. Doch wie bekommt er ihn in seine Schlafhöhle.

    Wie immer ist Freundschaft ein großes Thema, aber auch die Winterfreuden, die wir mit den Tieren erleben. Ein wunderschönes Vorlesebuch, nicht nur für die langen Winterabende.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der Junge und der Gorilla

    Der Junge und der Gorilla

    Jackie Azúa Kramer

    Cindy Derby

    annette betz

    Leseempfehlung ab 4 Jahre

    Schon auf dem Cover sehen wir den großen Silberrücken und den kleinen Jungen. Grau sind die ersten Seiten, wahrscheinlich kommen der Junge und sein Vater vom Friedhof. Am Bildrand, etwas verschwommen, taucht der Gorilla auf. Als der Junge allein im Garten ist, bietet der Gorilla ihm seine Hilfe an. „Meine Mama ist gestorben“ sagt der Junge. Dann stellt er seine Fragen, die der Gorilla sehr ehrlich und klar beantwortet. „Müsse alle sterben?“ „Ja, Wir alle. Aber vorher kannst du noch viele Drachen steigen lassen.“

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    Auf den Bildern ist auch immer der Vater zu sehen. Der Junge überlegt, wo seine Mutter sein könnte und findet sie in vielem wieder. „Sie ist immer bei dir.“ Auch für die Trauer des Jungen hat der Gorilla Verständnis und er unterstützt ihn darin. Der Junge pflückt die Gänseblümchen aus Mutters Garten und der Gorilla sagt „Die Samen, die ihr gemeinsam gepflanzt habt, sind wie die Liebe deiner Mutter, ein Geschenk, das du immer behältst.“  Wunderbare Worte, wie ich finde.
    Am Ende des Buches geht der Junge auf seinen Vater zu und die beiden pflanzen Blumen. Die Bilder haben jetzt helle, hoffnungsvolle Farben und der Gorilla entfernt sich langsam. 

    Ich habe einige Bilderbücher zum Thema Tod in meiner Sammlung und dieses gefällt mir besonders gut. Hier wir der Tod der Mutter direkt angesprochen und die möglichen Lösungen durch den Gorilla angesprochen. Die Texte sind sehr kurz und die Bilder haben durch ihre Farbgebung und den weichen Pinsel, mit dem sie gemalt wurden, etwas zartes, tröstliches. Ein empfehlenswertes Buch.

    Dagmar Mägdefrau

  • Einstein – Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit

    Einstein – Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit

    Torben Kuhlmann

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Ich weiß nicht, was mich mehr begeistert, die wunderschön gezeichneten Bilder oder die großartige Geschichte? Die kleine Maus macht sich auf in der Schweiz ein Käse-Fest zu besuchen, doch leider kommt sie einen Tag zu spät. Doch sie möchte zu gerne die Zeit soweit zurücksehen, dass sie das Fest besuchen kann. Ihre Bemühungen die Uhren zurückzustellen wirken sich nicht auf den Ablauf der Zeit aus.

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    Beim Durchsteifen der Stadt gerät sie in ein Uhrmachergeschäft und dort gibt es auch eine Maus, die Uhren herstellt. Diese Maus kann leider nicht alle Fragen der neugierigen Maus beantworten, aber sie erinnert sich an einen Wissenschaftler, der vor 80 Jahren eine revolutionäre Idee hatte. So gerät die Maus in das Patentamt, in dem Einstein damals arbeitete. Sie vertieft sich in seine Schriften und beginnt mit dem Bau einer Zeitmaschine. Leider bringt diese Maschine die Maus nicht zum Käse-Fest, sondern in die Zeit von Einstein zurück. So lernt die Maus den großen Wissenschaftler als Mitarbeiter des Patentamtes kennen und sie hat eine grandiose Idee, wie er ihr helfen kann, wieder in die Neuzeit zurückzukehren. 

    Die Geschichte spielt hervorragend mit der Zeit und zeigt, die Abhängigkeiten auf und natürlich hat nur die kleine Maus Einstein auf seine Relativitätstheorie gebracht. 
    Eine amüsante, lehrreiche Geschichte, die durch ihre realistischen Zeichnungen allein 6 Sterne bekommen müsste. Der Uhrmacherladen, mit den vielen Uhren und der Maus, die durch das Schaufenster guckt, Bilder der Stadt, mit ihren Passanten und dem Uhrenturm, die Maus bei der Berechnung mit einem Eiswürfel auf ihren Kopf, den sie sich gestoßen hat. Alles Bilder, die mit viel Liebe gezeichnet wurden und die man sich lange anschauen kann.

    Dagmar Mägdefrau

  • Nichts los im Wald

    Nichts los im Wald

    Mireille Messier

    France Cormier

    Mixtvision

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Auf der ersten Doppelseite sehen wir die Familie ihr Auto packen, in den Urlaub fahren und ein Zelt aufbauen. Das alles ganz ohne Worte. Auf den nächsten Seiten ist es Nacht, die Familie sitz am Feuer und zwischen den Bäumen lauern einige Waldtiere. Als die Familie sich ins Zelt zurückgezogen hat, beginnen die Fragen. „Papa, was machen die Tiere im Wald während wir schlafen?“ „Die machen nichts Besonderes.“ Aber auf dem Bilde sehen wir die Tiere, wie sie den Platz übernehmen.

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    Während der Vater meint, dass der Hirsch „mit der Nacht nichts am Hut hat.“, packt der Hirsch aus, ein BH und eine Unterhose hängen im Geweih. Die Waschbären machen ordentlich Schaum, die Stachelschweine fechten mit Kamm und Bürste und die Stinktiere probieren das Parfüm aus. So geht es noch einige Tiere lang, bis die Menschen endlich schlafen. Am nächsten Morgen sehen sie das Durcheinander und Papa muss sich die Frage gefallen lassen „Bist du sicher, dass die Tiere nichts Besonderes machen?“

    Ein Buch mit einem besonderen Humor und ich denke, wenn die Kinder ihn verstehen, werden sie ihre Freude daran haben. Die Texte sind sehr kurz, immer nur Frage und Antwort und auf den Bildern gibt es viel zu sehen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Waldtage!

    Waldtage!

    Stefanie Höfler

    Claudia Werkert

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Dieses Bilderbuch hat etwas längere Texte und Bilder, die, wie von einem talentierten Schulkind mit Buntstiften gemalt, wirken. Man muss schon genau hinsehen, denn die Details sind schon klein gezeichnet. Mir gefällt es so sehr gut, denn Vierjährige brauchen auch mal eine Herausforderung. Die Geschichte beschreibt den Alltag eines aufgeweckten Kindergartenkindes aus ihrer Sicht.
    „Nächste Woche ist Waldwoche!“ steht an der Pinnwand im Kindergarten. Die Erzieherin, die alle nur Frau Ach nennen, weil sie das Wort so oft benutzt, meint „Der Wald ist ein Abenteuer“. Die Kinder haben unterschiedliche Erwartungen an diese Woche, einige haben sogar ein wenig Angst davor.

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    Dann geht es los und die Kinder suchen Wörter, die zu grün des Waldes passen. So gehen sie in den „waldgrünen, waldgrün duftenden Wald“, Hand in Hand begleitet von ihren Erzieherinnen. Leider sehen sie wenig Tiere, nur am Anfang hängt eine Spinne herab. Sie richten ihren eigenen Waldplatz ein und hören den Vögeln zu. Frau Ach möchte nicht, dass Kuchenreste am Boden liegen bleiben, weil sonst Tiere alles verwüsten würden. Am zweiten Tag werden selbstgebaute Musikinstrumente gespielt und am Tag danach finden die Kinder Heidelbeeren. Die sie, trotz Warnung vor Würmern, essen. Die Aussage „Je weniger Wald es gibt, desto weniger haben die Tiere zu essen.“ Führt dazu, dass die Kinder ein schlechtes Gewissen haben, weil sie die Beeren gegessen habe und deshalb Kuchen zum Tausch dalassen. So ist am vierten alles zerwühlt und die Kinder stellen viele Theorien auf und dann wird geklettert. Am letzten Tag könnten die Kinder noch die unterschiedlichsten Tier-Kakas bewundern. Jetzt wussten die Kinder sicher, dass die Tiere im Wald waren, auch wenn sie sie nicht sehen konnten. 

    Ein erfrischendes Buch mit schönen Bildern und einer fast alltäglichen Kindergartengeschichte.

    Dagmar Mägdefrau

  • Die Bestimmer

    Die Bestimmer

    Lisen Adbåge

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    „Das sind die Bestimmer und wir sind die, die nicht mitmachen dürfen.“ Schon auf der ersten Seite ist klar, worum es in diesem Buch geht. Obwohl die Zeichnungen sehr einfach gehalten sind, kann man schon an der Haltung sehen, wer wer ist. Die Bestimmer entscheiden, wer mitspielen darf. Die anderen Kinder gehen ihnen aus dem Weg und suchen sich eine andere Beschäftigung, so gehen sie schaukeln. Dann kommen die Bestimmer und fordern die Kinder auf höher zu schaukeln, aber dann müssen sie ganz abhauen.

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    Beim Klettergerüst und dem Hüttenbau geht es ihnen ähnlich. Dann gehen sie auf den Bolzplatz und treffen dort auf andere Kinder, die sie sofort mitspielen lassen. Sie sind so viele, dass sie mit zwei Mannschaften spielen können. Als die Bestimmer übernehmen, stellen sie fest, dass sie zu wenige sind und wollen, dass die anderen mitspielen. Doch von denen kommt ein „Nein“ und „plötzlich waren wir die Bestimmer.“

    Das Buch zeigt in sehr einfachen Bildern und wenigen Worten, dass sich die „anderen“ sehr wohl gegen die „Bestimmer“ durchsetzen können, wenn sie zusammenhalten.

    Dagmar Mägdefrau

  • Von Großeltern, Piranhas und vielem mehr

    Von Großeltern, Piranhas und vielem mehr

    Rocio Bonilla

    Jumbo

    Leseempfehlung ab 4 Jahre

    Der Aufkleber auf dem Titel schreibt „Für Enkel und Großeltern!“ Der kleine Nico erzählt uns zunächst von seinem Opa Rufus, mit dem er Rad fährt und der, wie alle Großeltern eine Brille trägt. Nico ähnelt seinem Opa sehr, was wir anhand der Familienfotos sehen können. Opa erzählt Nico gerne von früher und er behauptet seine Blinddarmnabe sei durch einen Tigerangriff entstanden. „Opa weiß unglaublich viele Dinge“, nur mit dem Handy kennt sich Nico besser aus. Die beiden unternehmen viel zusammen und dank ihrer Fantasie, müssen sie einem Piranhas-Schwarm entkommen.

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    Die beiden besuchen gerne Emma und ihre Oma. Emma Opa und Nicos Oma sind Flügel gewachsen und sie sind davongeflogen. Manchmal fahren die beiden Alten zusammen in Urlaub. Wir lernen noch Manuels Opa, den ehemaligen Schreiner, und seine Oma, die Geige spielt, kennen. Mit Claras Großeltern besuchen wir den Supermarkt in der Stadt und Amir hat sogar eine Uroma, die gerne strickt. Damit Melinas Opa sich nicht verirrt, gehen die Kinder mit ihm die Zeitung kaufen.
    Obwohl Opa versprochen hat immer bei Nico zu bleiben, überlegt er, dass das auch bedeuten könnte, dass Nico, wenn er einmal Papa sein wird, seinen Kindern die Geschichten vom Opa erzählt.

    Sicher finden die Oma und Opas Parallelen zu ihrem Umgang mit den Enkelkindern. So macht das Lesen dieses Bilderbuches mit den wunderschönen Bildern von Rocio Bonilla besonderen Spaß. Das Thema der verstorbenen Großeltern wird sanft gestreift und wird nur dann ein Gespräch wert sein, wenn es die Zuhörenden interessiert. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor

    Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor

    Martin Baltscheit

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Jugendliteraturpreis 2011

    Silberne Feder des Deutschen Ärztinnenbundes 2011

    Rheinischer Literaturpreis Siegburg 2012

    Das viel prämierte Buch ist als Minimax für 7,50 € neu erschienen. Die Bilder sind zwar einfach und modern gestaltet, bilden aber die ganze Bandbreite der Gefühle ab. Erschreckend das graue Gesicht des angreifenden Hundes mit den gelben Augen und den spitzen Zähnen, traurig er alte Fuchs und voller Geborgenheit das letzte Bild. 
    Zunächst war der Fuchs klug und hübsch, er zeigte den Kindern, wie man jagt und den Jägern entkommen kann. Doch dann wird er alt und vergesslich.

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    Zunächst wusste er nur die Wochentage nicht, dann vergaß er Geburtstage, dann fand er nicht mehr heim. Er vergas sogar das Jagen und hatte deshalb des Nachts Hunger. Zum Schluss wusste er nicht mehr, dass er ein Fuchs war. Als er verunglückte, haben die jungen Füchse eine Wunden geheilt „Nur seinen Verstand, den heilten sie nicht, denn den hatte der Fuchs verloren..“ Die anderen Tiere machten sich über den Fuchs lustig und der Fuchs unterhielt sich am liebsten mit sich selbst. Zum Glück kümmerten sich die jungen Füchse um ihn und gaben ihm Geborgenheit in ihrer Mitte.

    Das Buch finde ich schon für mich sehr aufwühlend und ich täte mich schwer es Kindern vorzulesen. Sicher kann es, wenn ein solcher Fall in der Familie auftritt, erklären, aber mir kommen die Bilder und der Text sehr krass vor.

    Dagmar Mägdefrau

  • Das Kaninchen, die Dunkelheit und ein Trick

    Das Kaninchen, die Dunkelheit und ein Trick

    Nicola O‘Byrne

    orell füssli

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Das Cover hat rot-weiße Blockstreifen und ein graues Kaninchen sitz auf einer Dose. Auf den Seiten des Einbandes ist ein Nachthimmel mit vielen Sternen zu sehen. Das Kaninchen sitzt im Garten vor seinem Möhrenbeet und der Himmel dämmert langsam. Aber das Kaninchen will nicht schlafen und überlegt sich, wenn es nicht dunkel würde, müsse es auch nicht schlafen. Es holt die blaue Keksdose mit dem letzten Keks aus der Küche und zurück im Garten sehen wir eine Hand aus der Dunkelheit auftauchen. Als sie nach dem angebotenen Keks greift kann das Kaninchen die Dunkelheit in der Dose fangen.

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    Die Dunkelheit erklärt dem Kaninchen, dass es für viele Tiere nötig sein, dass es dunkel würde, weil sie erst dann aufstehen. Auch das Argument, dass es nur Frühstücken könne, wenn es geschlafen habe, beeindruckt das Kaninchen nicht. Erst als es im Garten sieht, dass seine Lieblingsspeise die Möhren vertrocknen, öffnet es die Dose wieder. Und da ist dem Autor und dem Verlag eine überraschende Idee gekommen, der Lesende kann die Dose öffnen und darunter befindet sich eine Faltung, die geöffnet den Sternenhimmel mit einem Sichelmond zeigt. Es ist einfach traumhaft diese „Dose“ zu öffnen und bringt uns zum Staunen. 

    Ich bin immer wieder fasziniert, dass es solche schönen Ideen gibt. Ein tolles Geschenk für Kinder, die nicht gerne einschlafen wollen und natürlich auch für alle anderen, aber auch für große Bilderbuchfans.

    Dagmar Mägdefrau

  • Die Prinzessin, die Kuh und der Gartenheini

    Die Prinzessin, die Kuh und der Gartenheini

    Marcus Sauermann

    Uwe Heidschötter

    Klett Kinderbuch

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Schon auf dem Cover sieht man der kleinen Prinzessin ihre Hochnäsigkeit an. Beflissenen Diener stehen im Hintergrund. Die Prinzessin malt gerne, ihr bevorzugtes Motiv sind Kühe. In Sprechblasen können wir die Begeisterung des Hofstaats ablesen. Auch im Garten finden alle das Bild mindestens zauberhaft. Nur ein Gärtner hält sich zurück. Dieser Gärtenheini will das Bild einfach nicht loben. Daraufhin beschwert sich die Prinzessin beim König und der Gartner muss ins Verlies.

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    Die Prinzessen versucht immer wieder sein Lob zu bekommen, da stellt der Gärtner die Frage „Hast du dir denn eine Kuh überhaupt schon mal richtig angeschaut?“
    Daraufhin soll eine Kuh in den Garten gebracht werden. Doch das ist nicht so einfach und so landet die Prinzessin im Matsch. Letztlich freunden sich die beiden aber doch an und auch der Gartenheini wird wieder frei gelassen. Da sehen wir den Mann auch mit seinem weißen Stock, der nicht näher erklärt wird. 

    Die Bilder zeigen die Gefühle der Prinzessin sehr genau und sicher wird sich mancher fragen, ob er auch so hochnäsig mit seiner Umgebung umgeht und so wenig auf seine Mitmenschen achtet. Die Texte sind durch die Sprechblasen gut aufgelockert. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Die Geschichte vom Löwen, der nicht schlafen konnte

    Die Geschichte vom Löwen, der nicht schlafen konnte

    Martin Baltscheit

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Wir haben schon so einiges mit dem Löwen erlebt, da was das Thema Schlafen einfach ein Muss. Im Einband der Sternenhimmel mit einem Mondgesicht. Die Löwin schläft natürlich problemlos ein, nur der Löwe kann nicht schlafen. Er bittet die Tiere um Rat. Das Faultier hängt sich einfach in den Baum, das das findet der Löwe zu tief. Stehend, wie die Giraffen, gefällt ihm auch nicht.

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    Einbeinig, wie die Flamingos, genau so wenig und im Flug, wie die Schwalben geht gar nicht. Auch vollgefressen ist keine Option und im Wasser, wie die Krokodile, überhaupt nicht. Am Ende gibt es dann doch eine Lösung. 

    Die Bilder von Martin Baltscheit und die gereimten Texte ergänzen sich sehr gut und es ist wieder eine Freude das Buch vorzulesen. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Eine Hühnerschaukel für Rosa

    Eine Hühnerschaukel für Rosa

    Anja Ackermann

    Nadine Reitz

    Hummelburg

    Leseempfehlung ab 4 Jahre

    Ein gemütliches Haus und ein hübsches kleines Hühnerhaus stehen auf der grünen Wiese. Hermine steht mit Latzhose auf der Leiter und will das Loch im Dach reparieren, auf der Holztreppe ist Rosa, das weiße Huhn, und schaut zu. Während die anderen Hühner auf der Wiese picken findet Rosa neben dem Werkzeugkasten eine Tüte mit Schrauben. Diese fallen ihr in die Ritzen und Rosa stopft noch die Tüte nach. Als der Paketbote ein großes Paket bringt, nehmen Rosa und der Hund Herr Konrad es an. Rosa und die anderen Hühner picken das Paket auf und Rosa findet darin eine neue Schraubentüte.

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    Da Hermine die verlorenen Schrauben sucht, kommt Rosa gerade recht mit der Tüte und Hermine kann das Dach reparieren. Danach macht sie sich an das Paket, nach der ersten Verwunderung, warum das Paket schon geöffnet ist, baut sie eine Bank zusammen. Doch jetzt fehlen die Schrauben, um die Beine festzumachen und Rosa muss alles gestehen. Hermine hat eine tolle Idee, die holt Seile und hängt die Sitzfläche auf. So bekommt Rosa doch nicht die erträumte Hühnerschaukel. Ein wunderschönes Bild, wie Hermine mit einer Tasse Tee gemütlich mit den Hühnern auf der Schaukel sitzt.

    Die Texte sind schon etwas länger, werden aber durch die schönen Bilder sehr gut unterstützt. Es gibt einiges außerhalb der Geschichte zu sehen und das mögen die Kinder beim Vorlesen gerne. Mir gefällt es, dass Rosa Hermine erzählt, was mit den Schrauben passiert ist und das es eine so schöne Lösung gibt. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Der unsichtbare Junge

    Der unsichtbare Junge

    Trudy Ludwig

    Patrice Barton

    Mentor Verlag

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Wer mich heute kennt, wird es nicht glauben, aber auch ich war in den ersten Schuljahren unsichtbar. Ich war sehr ruhig und unsicher und so geht es Ben aus der Geschichte auch. In seiner Klasse beachtet ihn niemand und er wird auch nicht für das Völkerballteam ausgewählt. Auch bei Geburtstagsfeiern lädt ihn niemand ein. Am schlimmsten sind die Mittagspausen in denen sich alle fröhlich unterhalten, nur der mit Bleistift ohne Farbe gezeichnete Ben sitz allein. Das ändert sich, als der Yoshi in die Klasse kommt.

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    Sein koreanisches Essen wird von allen belacht. Doch Ben schreibt dem Neuen in der Klasse einen kleinen Brief mit einem Bild, denn Ben kann wunderschöne Bilder malen. Danach ist Ben für Yoshi sichtbar und auch im Buch bekommt er immer mehr Farbe. 
    Durch die einfache Bleistiftzeichnung, die sich im Laufe der Geschichte einfärbt, kann man genau beobachten, dass Ben sichtbarer wird. Zunächst nur für Yoshi, später für alle. Seine Zeichnungen werden bewundert und er wird zum integrierten Mitschüler.
    Im Anschluss an die Geschichte gibt es noch einige Fragen, die als Einstieg für eine Diskussion zu nutzen sind. Das Buch benutzt des Gender* und beim Vorlesen finde ich die Aussprache noch etwas schwierig und ich überlege, ob ich nicht besser Freund und Freundinnen statt Freund*innen lesen soll?

    Ein liebevoll gemachtes Buch, dass nicht die (Vor-) Lauten, sondern die ganz Ruhigen in den Vordergrund stellt. Auch um die, die man nicht immer beachtet und die auch Talente haben und dabei sein wollen, müssen wir uns kümmern. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Wo ihr mich findet

    Wo ihr mich findet

    Taltal Levi

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    ch kann mich sehr in die Situation des Mädchens hineinversetzten, denn auch ich fühle mich manchmal unsichtbar. Die Eltern arbeiten und kümmern sich nicht um die Tochter. Da erzählt sie uns, dass sie an ihren Lieblingsort geht. Sie ist gut vorbereitet und hat einen Schlafsack dabei. Obwohl ihr die Nacht im dunklen Wald Angst macht, schläft sie ein und beim Erwachen sieht sie, dass sich ein Fuchs an ihre Decke gekuschelt hat. Vielleicht ist sie doch nicht unsichtbar?

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    Zusammen mit dem Fuchs geht sie ans Meer und zeigt ihm ein Bild ihrer Liebslingsmenschen, nämlich ein Bild der Familie. Da tauchen ihre Eltern auch schon auf uns umarmen sie. Zurück bleibt der Fuchs am Lieblingsort des Mädchens.

    Das Buch ist einfühlsam erzählt und die Bilder sind wunderschön gestaltet. Trotzdem tue ich mich etwas schwer, weil das Mädchen weggelaufen ist und über Nacht weg war. Dieses Bilderbuch soll sicher nicht dazu führen, dass ein Kind verloren geht. Die Eltern wussten wohl, wo sie das Mädchen finden, aber wartet man da die Nacht ab? Aber vielleicht bin ich zu sehr Realist und müsste mehr Fantasie zulassen?

    Dagmar Mägdefrau

  • Mein außerirdischer Freund

    Mein außerirdischer Freund

    Rocio Bonilla

    Jumbo

    Leseempfehlung ab 4 Jahre

    Im Einband sehen wir den kleinen Außerirdischen am dunklen Sternenhimmel auf die Erde zufliegen. Danach landet er mit seiner fliegenden Untertasse auf einem Flughafen und wird von einem Jungen abgeholt. Der Austauschschüler wird einige Tage bei ihm wohnen. Entgegen der Erwartung ist er „ziemlich nett.“ Er versteht nur nicht, „wie die Dinge hier laufen.“ So wundert er sich, dass die kleine Schwester, die so schön mit ihren Puppen spielt, keinen Zutritt zum Zimmer des Bruders bekommt. Deshalb fragt er immer wieder „WARUM?“

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    Warum ärgert man den Jungen im Park? Warum hilft er dem kleinen Mädchen nicht, dass ihren Keks abgeben muss? Warum darf das Mädchen auf der Parkbank nicht mitspielen? Warum lachen alle, wenn dem Mädchen das Eis herunterfällt? Und warum muss man mit dem Rad diesen Weg fahren? Der Junge ist zunächst froh, dass der Außerirdische bald abreist. Doch dann macht er sich doch Gedanken um das „Weil“. Vielleicht sollte er das Schild „Zutritt verboten“ abnehmen oder das kleine Mädchen beschützen?

    Nach der Geschichte lesen wir noch eine Erklärung mit der Überschrift „Kleiner Beitrag“. Das Buch soll dazu beitrage, dass sich die Kinder „eine eigene Meinung bilden und Dinge kritisch hinterfragen.“
    Mir gefallen die Beispiele in dem Buch sehr gut, denn der Junge gibt zur Antwort, dass er das tut, weil ein andere es sagt oder das Mädchen darf nicht mitspielen, weil sie kein Junge ist. Vielleicht sollte der kleine Außerirdische hin und wieder mal WARUM fragen, wenn wir einfach handeln, ohne nachzudenken, denn „jeder kleine Beitrag zählt.“

    Ich denke, dass das Buch viele Denkanstöße geben kann und die Kinder dazu bewegt, hinzuschauen, wenn etwas ungerecht ist und einzugreifen.
    Die Bilder gefallen mir wieder sehr gut und sie zeigen genau die Gefühle der Kinder. Die Texte sind kurz, sagen aber viel aus.

    Dagmar Mägdefrau

  • Wo ist mein Hut?

    Wo ist mein Hut?

    Jon Klassen

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Deutscher Jugendliteraturpreis 2013

    Das Originalbuch ist aus dem Jahre 2011, in 2020 wurde es als Pappbilderbuch veröffentlicht. 
    Der große Bär geht von Tier zu Tier und fragt „Hast du meinen Hut gesehen?“ Die Tiere verneinen und der höfliche Bär antwortet „Schon gut. Trotzdem vielen Dank.“ Nur das Kaninchen, dass einen spitzen roten Hut trägt, wird ziemlich böse und verteidigte sich „Ich stehle doch keinen Hut.“ Der Bär zieht weiter und fragt bis ein Tier fragt, was ist denn ein Hut?

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    In der Buchmitte liegt der Bär auf dem Rücken und denkt darüber nach, wie sehr ihm sein Hut fehlt. Der Hirsch fragt noch einmal, wie genau der Hut aussieht. Als der Bär antwortet, fällt ihm ein, wo er den Hut gesehen hat. Er eilt zurück zum Kaninchen und sitzt dann da mit seinem Hut, den er über alles liebt. Dam Ende sucht das Eichhörnchen nach dem Kaninchen und der Bär verteidigt sich sofort „Ich fresse doch kein Kaninchen.“

    Die Bilder sind braun auf beige mit wenig Details gezeichnet. Der Text ist kurz und mit Wiederholungen. Ein Buch zum Nachdenken. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Gallina träumt vom Fliegen

    Gallina träumt vom Fliegen

    Brigitte Endres

    Mele Brink

    Edition Pastorplatz

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahren

    Eine Geschichte für selbstständig denkende kleine und große Menschen ab 5 Jahren, die nichts einfach nur glauben, sondern den Dingen lieber selbst auf den Grund gehen.
    Gallina ist das einzige bunte Huhn zwischen 499 weißen Hühnern. Alle legen brav ihre Eier und freuen sich, wenn das Ei mit einem „Plopp“ ihren Körper verlässt. Ihre Welt ist die Legebatterie und ihr Schöpfer der Bauer. Aber Gallina hat Fragen und kann die Antworten ihrer Artgenossinnen nicht glauben.

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    So bezweifelt sie auch, dass die Welt hinter dem Loch, das über der Tür ist und von wo man den Himmel sehen kann, zu Ende ist. Als sie dann auch noch einen Vogel vorbeifliegen sieht, muss sie versuchen selbst zu fliegen, auch wenn die anderen sie für „gaga“ halten. So schafft sie es zu entkommen und Gallina lässt sich die Welt von einem Wetterhahn erklären und landet auf einen Bauernhof, wo ein Hahn sie gerne zu einer seiner Frauen machen möchte. Da er auch seine kleine Welt für den Mittelpunkt hält, fliegt Gallina weiter. 

    So was kann passieren, wenn bunte Hühner anfangen zu denken. Ein Buch, das nicht nur die Frage aufwirft, wohin kann Gallina noch fliegen? Nehmen wir unsere Situation als gegeben hin oder sollen wir alle ein bisschen „gaga“ sein?

    Der besondere Spaß an diesem Bilderbuch sind sicher wieder die Bilder von Mele Brink. Der Gesichtsausdruck, den die Hühner haben, von Erstaunen über Verwunderung bis zu einem seligen Grinsen, Überheblichkeit und Freude kann man alles in ihre Minen lesen. Und immer wieder schaut ein lila Wurm aus dem Boden. 

    Dagmar Mägdefrau