In dieser Nacht benutzte der Lügner die Mondscherbe, um seinen Bruder zu verfluchen. Seitdem versucht Enzo sie zurückzubekommen, um durch ihre Zerstörung von dem Fluch befreit zu werden.
Die letzte Spur, die Lola und Enzo verfolgen, führt in das Casino des Lügners, den einzigen Ort in Aethera, den der Dieb nicht betreten kann. So ist Lola auf sich allein gestellt. Sie wird an dem mehrtägigen Würfelturnier des Lügners teilnehmen und die Zeit als Gast nutzen, um nach der Mondscherbe zu suchen. Problematisch ist nur der Wetteinsatz, den die Turnierteilnehmer leisten müssen – nämlich ihre gefährlichsten Geheimnisse. In Lolas Fall, dass sie die totgeglaubte Tochter eines berüchtigten Gangsters ist.
Das Buch zieht einen bereits auf den ersten Seiten geradezu magisch in die Geschichte rein. Gleichzeitig braucht man etwas Zeit, um sich auf diese fantastische Welt, die Jessica Olson entworfen hat, einzulassen und sie in ihrer Komplexität zu verstehen, zumal viele Aspekte nur angerissen sind. Am besten gönnt man sich gerade zu Beginn ausreichend Lesezeit am Stück.
Lola, die sich nichts so sehr wünscht, Mitglied von Enzos Bande zu werden, entdeckt im Laufe des Turniers ihre eigenen Kräfte und emanzipiert sich von Enzo. Betrachtet sie noch zu Beginn des Turniers den Lügner als Feind, kann sie sich im Laufe der Zeit seinem Charm nicht entziehen und verliebt sich in den Nic, der hinter der Fassade des glatten und charmanten Casinobetreibers auftaucht. Ein typischer Fall von From-Enemies-to-Lovers. Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Lola und Nic, was uns als Leser*in vor allem Einblicke in das Gefühlschaos der Protagonisten ermöglicht.
Das Buch ist toll gestaltet – Cover, Pageoverlay und Farbschnitt. Ein echter Hingucker und so passend zu dieser mitreissenden Romantasy mit ihrem faszinierend Setting in einer Welt voller Illusionen. Ich freue mich schon auf den zweiten Band dieser Casino-Dilogie, der hoffentlich alle meine offenen Fragen beantworten wird. 😃
Beate Böhm