• Dann geh doch die Welt retten

    Dann geh doch die Welt retten

    Inéz Maria Jiménez

    Carlsen Clips

    Verlagsempfehlung ab 13 Jahre

    Die fünfzehnjährige Sofie sieht ein Video, in dem eine Schweintransporter einen Unfall hat. Das nimmt sie derart mit, dass zukünftig auf Fleisch verzichten möchte. In ihrer Familie stößt sie da auf wenig Verständnis und auch ihre Freunde reiben sich immer mehr daran, dass Sofie bei vielem fragt, was das mit der Umwelt tut. So hat sie eine Mitschülerin verärgert, weil sie ihr vorwarf in Billigläden zu kaufen. Da sie mit ihre verständlichen Vorwürfen nicht sehr diplomatisch vorbringt, ist schnell die ganze Klasse gegen sie und sie verliert sogar ihre beste Freundin Olivia.
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    „Öko-Schlampe“ nennt sie ausgerecht Marc, in den sie etwas verliebt ist. 
    Als der Klassenlehrer den Klimawandel zum Thema macht, erarbeitet Sofie ein fundiertes Referat, doch die Klasse glaubt nicht an die von ihr vorgebrachten Fakten. Sie wollen sich nicht einschränken und finden viele Argumente dagegen. So entschließt sich Sofie zum Streik und obwohl die Schulleitung den mit Hilfe ihrer Eltern beendet, wird eine Klima-AG ins Leben gerufen. Aber erst ein Unglück bringt die anderen zum Umdenken.
    
    Klimaretter*innen scheinen trotz Greta immer noch allein zu stehen. Ganz schlimm wird es dann, wenn sie, wie Sofie, noch gemobbt werden. Das Buch wird mit viel Gefühl, aber auch klaren Fakten erzählt. Sicher werden die Leser*innen sich weiter informieren und ihre Haltung überdenken. Vielleicht sollten sie es aber auch ihren Eltern zum lesen geben, vielleicht wird dann doch die nächste Kreuzfahrt abgesagt.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Die Welt von der ich träume

    Die Welt von der ich träume

    Marie Pavlenki

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Nominiert für den Jugendliteraturpreis 2022

    Ein Junge schlägt ein Buch auf und liest die Geschichte einer jungen Heldin:
    Samaas Welt sieht anders aus als unsere jetzige. In der Wüste brauchen sie Sauerstoffflaschen zum Leben, Wasser wird in Form von Gelkapseln eingenommen, Tiere kennt sie nur aus Erzählungen der Alten. Diese nervt sie wiederum mit ihren ausgedachten Geschichten. In ihrem Übermut, ebenfalls eine Jägerin zu werden, begibt sie sich in Gefahr und merkt: Vielleicht hat die Stammesälteste doch Recht und das Fällen der Bäume ist ein großer Fehler …
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    Mit Samaa hat Marie Pavlenko uns eine mutige Heldin geschenkt, der zurecht in der Rahmenerzählung ein Buch gewidmet wurde. Die kindliche Ich-Perspektive veranschaulicht ihren Prozess des Begreifens, darüber, wie wichtig die Natur und die Bäume sind - etwas, was viele Kinder auch heute vermutlich sowieso besser verstehen als manch Erwachsener.
    
    Etwas schade fand ich, dass man in dem doch kurzen Buch länger braucht, um sich die utopische Umwelt ohne Bäume und mit anderer Nahrung zu erschließen, denn am Anfang merkt man nicht unbedingt, dass Samaas Welt keine erstrebenswerte ist. Umso gelungener ist ihre Erkenntnis: Ein lebendiger Baum bietet so viel mehr als ein toter. Ein tolles, altersgerechtes Buch zum Thema Umwelt und Achtsamkeit.
    
    Raphaela Brosseron
  • Wie helfe ich der Umwelt?

    Wie helfe ich der Umwelt?

    Patricia Mennen

    Illustration von Marion Kreimeyer-Visse

    Ravensburger Junior

    Wieso Weshalb Warum

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Das Pappbilderbuch mit Spiralbindung eignet sich gut für kleine Hände. Die vielen Klappen machen neugierig und die abgebildete Situation ist den Kindern bekannt.
    Zunächst geht es nahe der Stadt in den Wald. Libellen, Vögel und eine Eule sind einige der Tiere, die zu sehen sind. Aber das Eichhörnchen schaut in eine Konservendose und um den Abfalleimer liegt ebenfalls Müll, leider sieht es oft so in unseren Wäldern aus. Wenn man die Klappe öffnet, sieht man den Müll hinter dem Busch. 
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    „Findest du alles, was nicht in den Wald gehört?“ ist die Aufgabe an die Leser*innen.
    Unter der Überschrift „Wohin mit dem Müll?“ finden wir die Anleitung zur Mülltrennung. (Gerne würde ich die meinen Nachbarn zeigen.) Ein trauriges Thema ist die Verunreinigung des Meeres. Da sieht man so einiges im Wasser liegen. Besonders wichtig finde ich die Müllvermeidung. Da kann man die Jeans flicken, Brotdosen und Trinkflaschen nutzen und alte Sachen weitergeben. Aber auch das Einsparen von Wasser wird thematisiert. Besser Duschen, als Baden und mit manchem benutzen Wasser kann man noch z.B. Blumen gießen. Licht und Heizung kann man ausstellen, wenn man nicht im Raum ist, Öffis statt Autos kann viel bewirken. Was kann man noch im eigenen Garten machen, um es für die Tiere lebenswert zu machen? Da kommen die Apfelschalen auf den Kompost und die Insekten laden wir in ein Hotel ein. Zusammen Kochen macht Spaß und ist gesund. Die kleine Kindergruppe, sehr schon mit einer Brillenträgerin und einem Kind im Rolli, weiß wohin der Müll gehört. 
    
    Das Buch bietet viele Anregungen für dieses wichtige Thema, denn da können wir alle helfen die Umwelt zu schonen. Sehr empfehlenswert!
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Jella hat genug

    Jella hat genug

    Dagmar Hoßfeld

    Carlsen

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Jella ist elf Jahre alt und macht sich auf dem Heimweg von der Schule, nachdem sie an einem Müllhaufen vorbeikommt, Gedanken darüber, wie sie die „Welt aufräumen kann“. Dieser wilde Müll, der einfach irgendwo abgeladen wird sollte verschwinden und Jella schreibt die entsprechenden Stellen in der Stadt an und bewirkt damit, dass der Müll abgeholt wird. Leider hält ihre Freude nicht lange dann, denn schnell gibt es wieder neuen Müll an dieser Stelle.

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    Angeregt durch Greta, die Jella für ihrem Mut bewundert, malt auch sie ein Schild und setzt sich freitags vor das Rathaus. Sie wählt dafür extra die Kunststunden aus, weil sie da gute Noten hat. Trotzdem gibt es Ärger in der Schule, ihr Stiefvater Tom, der trotz Studiums Taxi fährt, muss auch erst überzeugt werden. Jellas Mutter steht gleich zu ihr und schreibt ihr eine Entschuldigung. Leider kann Jella ihre beste Freundin nicht überreden sie in ihrem Streik zu unterstützen. Aber Jella tritt weiter für ihre Überzeugung ein, sie recherchiert im Internet und entschließt sich, wegen der Papiervergeudung, keine Flugblätter zu drucken. Durch Toms Erbschaft zieht die Familie, die bald noch ein Baby bekommt in einen alten Bauernhof an die See. Obwohl Jella zunächst Angst vor der neuen Umgebung hat, findet sie hier schnell neue Freunde und überzeugte Umweltschützer. 

    Jella ist sehr selbstständig, das geht von dem Entschlusse ihre Überzeugung zu leben, über Schulbrote schmieren, bis hin zu einer Reise nach Berlin. Sie trägt mit Überzeugung Latzhosen aus dem Secondhandladen, kann aber den Smoothies ihrer Mama nichts abgewinnen. Solche tollen, tatkräftigen Mädchen werden es vielleicht schaffen unseren Planeten zu retten, denn „Wir sind nicht zu klein, um einen Unterschied zu machen. Wir sind viele!“

    Das Buch lässt sich sehr gut lesen, er gibt viele Dialoge, Witz, aber auch kluge Gedanken und eine starke Protagonistin.

    Dagmar Mägdefrau