• Rory Shy – Der schüchterne Detektiv – Ein Clown unter Verdacht – Band 5

    Rory Shy – Der schüchterne Detektiv – Ein Clown unter Verdacht – Band 5

    Oliver Schlick

    ueberreuter

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Der fünfte Band dieser Reihe hält einiges an Spannung bereit. Diesmal wird ein Mitarbeiter einer Agentur, die u.a. Clowns vermittelt, angefahren. Da er auf dem Weg war, um sich mit einer Reporterin zu treffen, vermutet die Agentur einen Anschlag und beauftragt Rory Shy mit den Ermittlungen in diesem Fall. Da Matildas Eltern einer Großtante beim Umzug helfen, kann sie Rory bei seiner Detektivarbeit unterstützen. In der Wohnung des Opfers treffen die beiden auf Harry Ulfern, einen Detektiv dessen Selbstvertrauen, trotz ständiger Unzulänglichkeiten, riesig ist. Rory hat bei ihm eine Praktikum gemacht und erfährt, dass der Bruder des Opfers diesen Detektiv mit den schlechtesten Bewertungen auf den Fall angesetzt hat.
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    Da Rory Angst vor Clowns hat, kostet ihn dieser Fall einiges an Überwindung, doch Matilda steht ihm helfend zur Seite.

    Neben der Spannung ist die Geschichte mit einigen witzigen Details ausgeschmückt. So taucht ständig ein # blöder Witz auf, der schlecht erzählt wird. Am Ende erstaunt uns Rory mit seiner Kombinationsgabe und kann so den Täter stellen. Wieder eine lesenswerter Krimi über den schüchternen Detektiv.

    Dagmar Mägdefrau
  • Best Bro ever!

    Best Bro ever!

    Jenny Jägerfeld

    Urachhaus

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2024

    Måns wohnt eigentlich in Stockholm, verbringt aufgrund der Arbeit als Synchronsprecherin seiner Mutter jedoch einige Tage in Malmö. Måns hofft sich eine schöne Zeit mit dem Skateboard, auch wenn er die Babysitterin Nora zunächst nicht loswird. Trotz ihrer Aufsicht trifft er bei einer Mutprobe auf Mikkel, der sein “Best Bro ever” wird. Die beiden versprechen sich absolute Wahrheit, doch als Mikkel etwas findet, was für ihn eine Lüge beweist, ist die Freundschaft zunächst auf Eis gelegt. Für Måns ist dieser Pass mit dem alten Foto eine viel größere Lüge, nur muss er sich noch überwinden und Mikkel das erklären, um seinen Bro zu behalten. 
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    Wer wie, ich ohne den Klappentext zu lesen, einfach mit der Geschichte anfängt, ist von der Måns' Vergangenheit überrascht. Es war zunächst ein wenig schade zu lesen, dass diese Wendung eigentlich vorab angekündigt in der Inhaltsangabe zu lesen ist. Andererseits ändert es nichts an der Geschichte und Interessierte an dem Thema werden auf dieses Buch aufmerksam. Die Selbstverständlichkeit, mit der Måns als das beschrieben wird, was er ist, nämlich ein Junge, ohne vorher seine Vergangenheit zu erläutern, lässt sein Leben herrlich normal wirken. Das Einzige, was bei seiner Identität stört, sind die anderen. Der Roman macht einfühlsam deutlich, wer oder was eigentlich das Problem bei der Sache ist: Nicht man selbst, aber die anderen, die Gesellschaft und die veralteten Rollenbilder. Eine Geschichte mit vielen tollen Figuren, die peinliche, aber liebevolle Mutter, die etwas seltsame, aber schlaue Nora mit ihren Ticks, der Vater, der dazu lernt und natürlich Mikkel und Måns, die eine Freundschaft führen, die auf viel Vertrauen beruht. 
    
    Raphaela Brosseron
  • Island – Das Land aus Feuer und Eis 

    Island – Das Land aus Feuer und Eis 

    Heile Anita Thomas

    Corina Stefel

    arsEdition

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Ein Bilderbuch für die großen Kinder, edel im Leineneinband. Begonnen hat alles mit den Wikingern, das Bild zeigt ein im Bau befindliches Langschiff. Dann wird uns die Hauptstadt Reykjavik vorgestellt. 2016 wurde hier in einer öffentlichen Toilette ein Punkmuseum eröffnet. Mit dem Lebensmotto der Isländer „Das wird schon gut gehen.“ erfahren wir einiges über den Alltag. Danach werden wichtige Leute vorgestellt. Perlan, der Wassertank, bietet einiges und wird gerne besucht. Eine Besonderheit sind die heißen Bäder, die Geysire und die Vulkane auf Island.
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    Auf Island gibt es Trolle, Elfen und Zwerge, die zum Alltag dazugehören -  spannend sind die Islandsagas. Papageitaucher, diese niedlichen Seevögel, leben im Sommer hier und ziehen ihre Brut auf. Die robusten Rentiere wurden vor 250 Jahren hier angesiedelt, Islandpferde sind aufgrund eines Einfuhrverbotes noch genauso wie zu Zeiten der Wikinger. Das Islandschaf wurde auch von den Wikingern ins Land gebracht, aus seiner Wolle entstehen die typischen Islandpullover. Wale, Robben und viele Wasservögel kann man hier beobachten. Die letzten Seiten des Buches beschäftigen sich mit der Isländischen Küche, die uns meist sehr fremd ist, nur der Skyr hat es in unsere Supermärkte geschafft. „Lesen ist Nationalhobby“ -  ein Satz, der mir richtig gut gefällt. 
    
    Ich war nur während einer Kreuzfahrt an zwei Tagen auf Island und ich habe in dem schönen Bilderbuch vieles wiedergesehen und viel erfahren. Ein Buch, dass Sehnsüchte erweckt und das sehr viel von dieser kleinen Insel im Norden erzählt.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Die letzten Ninjas auf der Achterbahn

    Die letzten Ninjas auf der Achterbahn

    Astrid Frank

    Regina Kehn

    Urachhaus

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Nachdem die vier Freunde den Fall um den Schmuckraub lösen konnten bekamen sie jeweils eine Jahreskarte für den Freizeitpark „Wunderwelt“. Hier sind sie nun fast täglich unterwegs. 
    Allerdings geschehen dort merkwürdige Dinge, so wurden Löcher in den Bootsboden einer Wildwasserbahn gebohrt. Natürlich ist Toni bereit der Sache auf den Grund zu gehen. Neben Josh, dem einfühlsamen Faultier, dem wilden Luis und Emil, der eine Menge Wissen in seinem Gehirn angehäuft hat, taucht auch noch die quirlige Miri auf. Ein süßes kleines Mädchen, dass beim Sprechen die Worte in die Länge zieht, die aber durchaus zur Agentin taugen würde.
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    Im Park sorgt Schmitti für Sauberkeit, dadurch taucht er immer wieder auf und erzählt blumige Geschichten aus seinem Leben. Toni, die diesmal den Bericht schreibt, ist sich nie sicher ob es sich dabei nicht nur um Fantasiegeschichten handelt. Doch hin und wieder tauchen klare Beweise für den Wahrheitsgehalt auf. So ist seine Frau eine orientalische Schönheit, ob sie allerdings eine Sultanstochter ist, bleibt offen.
    Die Kinder beobachten einiges, ziehen Schlüsse und finden Beweise, aber es wird ganz schön spannend, bis der Fall gelöst wird.
    Wie bereits erwähnt erzählt uns diesmal Toni die Geschichte und Joshs Randbemerkungen rücken das eine oder andere grade. Toni ist begeistert von den weiblichen Ninja, den Kunoichi, so erfahren wir viel von diesen tapferen, klugen Frauen. 
    
    Eine tolle Truppe so unterschiedlicher Kinder finden sich zusammen und es ist schön zu erleben, wie rücksichtsvoll sie miteinander umzugehen gelernt haben. Toni weiß genau, dass Emil keine körperlichen Kontakte mag und sie, das hibbelige Mädchen nimmt sich zurück. Deshalb erstaunt es sie sehr, dass Emil Miris Nähe wohl gerne mag.
    
    Der zweite Band der letzten Ninja ist genau spannend erzählt und steht dem ersten in nichts nach. Der schon etwas längere Text wird von sehr gut gemachten, witzigen Bildern aufgelockert. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Fußball-Stars

    Fußball-Stars

    Sven Voss

    EMF

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    40 Idole werden in den meist 3–4-seitigen Texten beschrieben, zudem gibt es immer ein gemaltes Bild der Stars. Den Beginn macht Lionel Messi, es wird erzählt, wie seine Oma, an die er heute noch bei seinen Erfolgen denkt, ihn als 6-jährigen ins Fußballstadion begleitete. Es folgt sein Werdegang und seine Erfolge. Auf dem Bild trägt er das Trikot der argentinischen Nationalmannschaft. Dann folgt Oliver Bierhoff, der mit dem golden Goal Geschichte schrieb.  Natürlich darf Manuel Neuer nicht fehlen, der furchteinflößend sein Tor verteidigt.
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    Der älteste vertretene Spieler ist Fritz Walter, der die deutsche Mannschaft in Bern zum Sieg führte. Der Liverpooler Trainer Jürgen Klopp, der sich als The Normal One“ bezeichnet und seine Kollegen Sir Alex Ferguson, Joachim Löw und Andrij Schewtschenko werden ebenfalls vorgestellt. Steffi Jones hat große Erfolge in der Abwehr gehabt, aber auch einige Jahre die Frauennationalmannschaft trainiert. „Mama sein und Tore verhindern, dass das zusammen funktioniert, weist Almuth Schulte in jeder Saison aufs Neue“ ist ein Satz, den ich gerne auch unter den Portraits der männlichen Fußballspieler, die ja oft mehrfache Väter sind, lesen möchte. Mit Bibiane Steinhaus und Pierluigi Collina erfahren wir auch einiges über Schiedsrichter, die ja meist nicht so bekannt sind. 
    
    In einer Rezension kann man nicht alle Namen nennen, aber es ist eine bunte Auswahl Weltfußballer*innen, Gewinner*innen von Europa-, Welt- und anderen Meisterschaften vertreten. Manche Informationen werden vielleicht nicht allen bekannt sein, aber der Ehrgeiz, der alle antreibt, ist zu spüren. Aber auch der Wünsch schon ganz jung Fußball zu spielen ist wohl allen gemein. Die Auswahl war sicher für den Sportmoderator und Autoren Sven Voss nicht einfach, aber mir hat doch Franz Beckenbauer gefehlt, wie von der Mannschaft von 1974 nur Sepp Maier vertreten war. 
    
    Im Inhaltsverzeichnis werden nochmals die Bilder der Idole gezeigt, was mir sehr gut gefällt, die Texte sind gut zu lesen und umgangssprachlich geschrieben. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Gesundheit! – Die Geschichte der Medizin von früher bis heute

    Gesundheit! – Die Geschichte der Medizin von früher bis heute

    Anna Bartosik

    Asia Gwis

    Knesebeck

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Die Geschichte der Medizin beginnt im alten Ägypten, entwickelt sich bei den alten Griechen weiter und wir staunen über das Mittelalter. „Biologie, Chemie und Physik unterstützen die Entwicklung der Medizin“ so lautet die erste Überschrift. Der Text geht über eine ganze Seite. Mit „Krankheiten und ihre Ursachen“ geht es weiter, es folgen Behandlungsmethoden vom Aderlass bis zur Pharmazie.
    Im nächsten Teil geht es um die Anatomie. Hier finden wir den Wortlaut des Hippokratischen Eides.
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    Anhand eines Skelettes werden Knochen und innere Organe benannt.  Wilhelm Röntgen und seien Erfindung und die weitere Entwicklung bis zum Ultraschall werden erklärt. Im Kapitel „Physiologie“ geht es erstmal ums Gehirn, nach der Leber sind wir bei der Chirurgie. Das Herz ist Thema im nächsten Teil, über EKG und Blut geht es zur Transplantation, hier lernen wir Christiaan Barnard kennen. Bakterien und Viren sind ein wichtiges Thema, am Ende geht es um die moderne Medizin. Hier werden die unterschiedlichen Fachrichtungen vorgestellt. 
    
    Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Kind dieses Buch lesen wird. Sicher kann man auch beim Durchblättern an vielen Seiten mit Bildern hängen bleiben und einiges erfahren oder auch neugierig weiterschauen. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Der Tag, an dem Lotto-Werner verhaftet wurde

    Der Tag, an dem Lotto-Werner verhaftet wurde

    Jutta Wilke

    Ulf K.

    Coppenrath

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Nachdem Finjas Mama ausgezogen ist, lebt sie mit Papa, der bei der Müllabfuhr arbeitet, und ihrem Hund Watson zusammen. Sie findet, dass die drei ein gutes Team abgeben. Sie ist mit Emil befreundet, dessen Mama ein Büdchen hat.
    In diesem Büdchen treffen sich immer wieder ungewöhnlich Bewohner aus der Umgebung. Karl, der ehemalige Besitzer des Büdchens hilft immer gerne aus, der demente ehemalige Rechtsanwalt läuft gerne im Schlafanzug herum und Lotto-Werner möchte seine Gisela heiraten. Alle sind vertraut miteinander und unterstützen sich. Doch als Lotto-Werner seinen Antrag machen möchte, wird er unerwartet verhaftet.
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    Doch als Lotto-Werner seinen Antrag machen möchte, wird er unerwartet verhaftet. Finja, als Profidetektivin mit feststehenden Regeln, ist von seiner Unschuld überzeugt, wie alle im Kiez. Doch wer könnte Werner Übles wollen und den Verlobungsring als gestohlen melden. 
    Juma eine Mitschülerin von Emil hilft den beiden bei ihren Überlegungen, sie ist mit ihrem rosa Sachen und dem Glitzer gar nicht Fenjas Typ, doch sie hat auch schöne blaue Augen und eine coole pinke Strähne. 
    
    Fenja erzählt uns die Geschichte und so erfahren wir von ihren sehr vielfältigen Gefühlen. Wir nehmen aber auch an ihren Überlegungen als Detektivin teil. Das spannende Text liest sich richtig gut, Jedes Kapitel beginnt mit einer kurzen Übersicht und eine kleinen Bild. Im Buch sind Zeichnungen und Steckbriefe der einzelne Figuren zu sehen. Das lockert die Erzählung sehr schön auf und man kann sich alles gut einprägen.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Die Welt von der ich träume

    Die Welt von der ich träume

    Marie Pavlenki

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Nominiert für den Jugendliteraturpreis 2022

    Ein Junge schlägt ein Buch auf und liest die Geschichte einer jungen Heldin:
    Samaas Welt sieht anders aus als unsere jetzige. In der Wüste brauchen sie Sauerstoffflaschen zum Leben, Wasser wird in Form von Gelkapseln eingenommen, Tiere kennt sie nur aus Erzählungen der Alten. Diese nervt sie wiederum mit ihren ausgedachten Geschichten. In ihrem Übermut, ebenfalls eine Jägerin zu werden, begibt sie sich in Gefahr und merkt: Vielleicht hat die Stammesälteste doch Recht und das Fällen der Bäume ist ein großer Fehler …
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    Mit Samaa hat Marie Pavlenko uns eine mutige Heldin geschenkt, der zurecht in der Rahmenerzählung ein Buch gewidmet wurde. Die kindliche Ich-Perspektive veranschaulicht ihren Prozess des Begreifens, darüber, wie wichtig die Natur und die Bäume sind - etwas, was viele Kinder auch heute vermutlich sowieso besser verstehen als manch Erwachsener.
    
    Etwas schade fand ich, dass man in dem doch kurzen Buch länger braucht, um sich die utopische Umwelt ohne Bäume und mit anderer Nahrung zu erschließen, denn am Anfang merkt man nicht unbedingt, dass Samaas Welt keine erstrebenswerte ist. Umso gelungener ist ihre Erkenntnis: Ein lebendiger Baum bietet so viel mehr als ein toter. Ein tolles, altersgerechtes Buch zum Thema Umwelt und Achtsamkeit.
    
    Raphaela Brosseron
  • Gangster müssen clever sein

    Gangster müssen clever sein

    Kirsten Boie

    Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Obwohl es schon zwei Vorgänger-Bände gibt, in denen die Kinder ermitteln, kann man dieses Buch, wie ich auch, einzeln lesen. Man bekommt allerdings Lust darauf die anderen kennenzulernen und wünscht sich mehr von diesen Ermittlern zu erfahren. 
    Jamie-Lee und Valentin erzählen abwechseln die Geschichte. Jamie-Lee lebt mit ihrer inzwischen trockenen Mutter und einem leicht kriminellen jugendlichen Bruder zusammen. 
    Valentin ist mit Mesut befreundet, dessen Bruder Polizist ist. Er hat einen Hund, den er geerbt hat. 
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    Seine Mutter und er kommen aus Kasachstan und er liest viel, besonders gerne Krimis. Deshalb ist er auch das Hirn der Truppe.
    Es wurde bei Ranzmeiers eingebrochen und weil Jamie-Lee die Tochter Fee schon aus einem alten Fall kennt, fragt sie die Milliardärs-Tochter sofort nach Einzelheiten, denn eines ist klar, die Kinder werden versuchen den Fall auf ihre Art zu lösen, denn die Polizei ist sicher nicht so clever wie sie.
    Durch die Berichte der Kinder erfahren wir einiges aus ihrem Leben. Es ist für Jamie-Lee nicht einfach mit einer trinkenden Mutter gewesen, umso mehr freut sich, dass es wieder etwas zu essen in der Küche gibt. Valentin hat Sehnsucht nach seinem Vater, der in der alten Heimat geblieben ist. Im Gegensatz dazu steht Fee, die ein volles Portemonnaie hat und von Chauffeur gebracht wird. Meist sind die Kinder jetzt in den Ferien sich selbst überlassen und können deshalb frei agieren. 
    
    Das Buch ist richtig spannend und in einer Sprache geschrieben, die die Kinder benutzen. Da steht dann schon mal „S*“ und wir alle wissen, was gemeint ist.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Mond, Sterne und dazwischen wir – Geschichten aus unserem bunten Universum

    Mond, Sterne und dazwischen wir – Geschichten aus unserem bunten Universum

    Casjen Griesel & Tina Pahnke (Herausgeber)

    Monika Fuchs

    Leseempfehlung ab 10 Jahre

    18 Kurzgeschichten von 18 jungen, nicht so bekannten Autoren erzählen interessante und spannende Geschichten „aus unserem bunten Universum.“
    Lua hat zu ihrem 7. Geburtstag ein Teleskop bekommen und mit diesem Sternenfänger entdeckt sie den Himmel. Zusammen mit Sky, einem Kind, dass sich geschlechtlich nicht zuordnen lassen will, bekommt sie Besuch von einem Außerirdischen. Die zweite Geschichte spielt außerhalb unseres Planeten, hier helfen Io und sein Vater Erdlingen und sie verlieren dadurch die Spur der Weltraumwale. 
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    Die Geschichte „Mehtap rennt“ erzählt davon, wie ein Mädchen einen Bürgermeister vorführt. Anna erlebt häusliche Gewalt und schafft sich mit ihrer Fantasie eine andere Welt. Pelle mit der fast weißen Haut hilft Arthur bei der Suche nach einem Stein mit Loch, damit dieser endlich Glück hat. Toni hat nur einen Arm, aber trotzdem himmelt er die perfekte Marie an, aber die ist nicht perfekt, hat aber ein großes Herz. Hat Max die Begegnung mit dem Alien nur geträumt? Was antwortet man, wenn die Frage nach den Geschwistern gestellt wird und man diese Geschwister nie kennengelernt hat? Weil Mama Zeit für sich braucht, muss Maja allein in ein Sommerlager reisen und lernt dort eine hilfreiche Freundin kennen. Alex trägt lieber die Badehosen ihres Bruder als den Badeanzug, den Mama ihr in den Koffer packt. Weil Sumire aus Thailand kommt, halten einige sie für dumm. Marek muss den Tod seiner Mutter erleben und sein Vater spricht die tröstenden Worte „Solange Mama in deinem Herzen ist, wird ihr Stern auf dich aufpassen.“

    Nein, Anna ist nicht „störde“, ihre Lehrerin hat ihre Legasthenie nicht erkannt. Estrich wundert sich über die Schleimspur, die er immer an seinem Unterarm findet. Namin ist ein kleiner Planet, der sich seinem Tagebuch anvertraut. „Pommesbunker“ ist ein böses Schimpfwort für ein dickes Mädchen, das sich zu wehren weiß. Leon und Mario sind zwei Freunde, die einen Nachnamen tragen, den andere dazu nutzen, sie zu mobben. Der Geburtstag des dementen Opas im Heim zu feiern, ist keine einfache Sache.

    Hinten im Buch gibt es eine kurze Beschreibung zu den jeweiligen Autoren, die hier wundervolle Geschichten geschrieben haben. Jede ist auf ihre Art ist besonders, Themen, wie alleinerziehende Eltern, Alkoholismus, Ausgrenzung, Krankheit, Queerness und Tod werden hier in ungewöhnlichen Geschichten besprochen. Da spürt man das Herzblut der Schreiber, nicht die Verkaufszahlen und gerade darum hoffe ich, dass dieses Buch seine Leser findet. Ich kann es euch nur ans Herz legen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Repeat! Die total verrückte Zeitschleife

    Repeat! Die total verrückte Zeitschleife

    Rüdiger Bertram

    EDEL Kids Books

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Irgendwann habe auch ich den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ gesehen. Dieses Buch ist sowas wie eine neue Version für Kinder.
    „Aufstehen!“ mit diesem Wort fängt der Tag von Samir an und in der Folge fangen viele Kapitel auch so an, denn Samir erlebt den Vormittag viele, viele Tage lang.
    Beim Frühstück verhalten sich seine Eltern total albern, sie sind immer bereit sich gegenseitig Streiche zu spielen. Beide haben kreative Berufe, sie schreibt Werbetexte und er macht als Krankenhausclown kranken Menschen Freude.
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    Samir hingegen ist ein echter Nerd und will an einem Physikwettbewerb teilnehmen. Doch als er seine Rakete als seinen Beitrag zum Wettbewerb starten möchte, geschieht das Unfassbare.
    So ist sein Tag am Mittag schon zu Ende und er beginnt dann wieder neu mit dem „Aufstehen“. So nutzt Samir die Chance diesen immer wiederkehrenden Tag zu variieren und zu optimieren. Es ist spannend, auf welche Ideen er kommt und wie sich seine Gedanken- und Gefühlswelt verändert.
    
    Die Idee ist also nicht so ganz neu, aber durchaus voller neuer Ansätze, wie man mit diesen Tagen umgehen kann. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Das Buch vom Anti-Rassismus

    Das Buch vom Anti-Rassismus

    Tiffany Jewell

    Aurélia Durand

    Zuckersüß

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Ein Cover so bunt wie unsere Welt. Und der Inhalt erklärt uns, was Rassismus überhaupt genau ist. Doch nicht nur das, an das theoretische Wissen werden praktische Handlungsanweisungen und Übungen zum Mitmachen geknüpft. Theoretisch weiß jeder, was Rassismus ist, aber aus dem Stehgreif kann man doch nicht viel dazu sagen. Und man weiß oft schon gar nicht, wie man damit denn jetzt genau umgeht. In dem Buch geht es um die eigene Identität, die Geschichte von Rassismus und Strategien im Umgang.
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    Kleine Lektionen laden zum Mitmachen ein, man braucht lediglich Stift und Papier. So lädt die französische Autorin jeden, ob betroffen oder nicht, zur Selbstreflexion und zum Nachdenken ein. Die liebevolle Gestaltung gelingt auch äußerlich vor allem durch die wunderschönen Illustrationen von Aurélia Durand. Ob die Idealvorstellung eintritt und junge Leser sich wirklich hinsetzen, lesen und aktiv mit den Lektionen arbeiten, ist fraglich, aber in einer gemeinsamen Leserunde könnte das Konzept gut funktionieren!

    Raphaela Brossseron

    BIPoC (Abkürzung für Black - schwarze Menschen, - Indigenous, People of Colour) ist ein wichtiger Begriff in diesem Buch. Dieser Begriff umfasst alle Menschen, die nicht weiß sind. Schon am Anfang des Buches steht ein wichtiger Satz „Antirassismus bedeutet, sich aktiv gegen Rassismus einzusetzen" und dazu ruft dieses Buch auf. Es bietet dazu im letzten Teil viele Tipps. 

    Aber zurück zum Anfang. Zunächst stellt sich die US-amerikanische Autorin vor und bittet auch die Leser*innen, eine Identitätskarte auszufüllen. Dann geht sie auf die geschichtliche Entwicklung ein und erklärt, wer zur Dominanten Kultur gehört. Der Begriff Rasse wird erläutert und die Folgen dieser Idee. Da Tiffany es wichtig findet, dass man seine Geschichte kennt, berichte sie von Ereignissen, die mir meist unbekannt waren und die mich betroffen machten. Immer wieder gibt es Seiten, die auffordern „Tu was!“, darunter finden wir Fragen und Anregungen, aktiv zu werden. Leser*innen sollen sich einen Weg überlegen, wie sie Rassismus entgegentreten. Die Autorin hat für sich das „Stören“ der Gespräche gewählt. Sobald sie eine Äußerung hört, die als rassistisch zu verstehen ist, unterbricht sie sofort und hinterfragt die Aussage. Ich denke, dass ich oft Sätze sage, die sie unterbrechen müsste, weil mir viele Zusammenhänge gar nicht klar sind. Dieses Buch hat einige Beispiel genannt, die ich mir zu Herzen nehmen muss. Ich hoffe, dass es mir gelingt.

    Schon das Cover mit der bunten Lackschrift auf dem schwarzen Hintergrund fällt auf, der Titel sagt ganz klar, was man zu erwarten hat. Die 20 Kapitel sind gut aufgebaut und die Aufforderungen, sich selbst Gedanken zu machen und etwas aufzuschreiben, bindet die Leser*innen gut ein. Allerdings sind manche Texte schlecht zu lesen, so wurde für die Vorstellung der Autorin eine Schrift (weiß auf schwarzem Hintergrund) gewählt, die für mich schwer zu entziffern war.

    Dagmar Mägdefrau
  • Unser Sommer am See

    Unser Sommer am See

    Nikola Hupperttz

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Gerade in den Sommerferien erhofft man sich die großen Abenteuer, von denen man dann später immer wieder erzählen kann. Die Geschwister Agda, Nick und Jula haben so einen Sommer vor sich, der vermutlich ihre Vorstellungen übertrifft. Da ihre Eltern geschieden sind, fahren sie mit ihrem Vater allein in ein Haus am See. Der unbeholfene Vater und sein kurzer Ausflug ins Krankenhaus sorgen dafür, dass die Kinder kurz allein mit dem Haus und all seinen merkwürdigen Gegebenheiten sind.
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    Wenn ihre Mutter bloß wüsste! Der Dorfjunge Felix bringt zusätzlich Wind in die Geschichte und auch der Landstreicher Pepe wirft viele Fragen auf. Langeweile kommt da garantiert nicht auf. 
    Das Buch lädt richtig zum Wohlfühlen ein, am Anfang wird der Urlaubsort so gut beschrieben, dass man fast denkt, man sei selbst dort. Die Geschwisterkonstellation ist genau richtig und ihr Zusammenhalt, trotz des Altersunterschieds, hat mir besonders gut gefallen. Dass ihr Vater selbst noch ein halbes Kind ist und eigentlich vermutlich gar nicht mit ihnen allein sein dürfte, ist zwar nicht so realistisch, verleiht der Geschichte aber noch zusätzlich an Leichtigkeit und Charme. 
    Etwas schade ist, dass der Klappentext so vorweggreift, etwas weniger Spoiler wäre da sinnvoll, denn gerade die Spannung macht den Sommer der Kinder so lesenswert. So ein Sommer, den man auch als Erwachsener gerne erleben würde, weshalb auch diese viel Lesevergnügen mit diesem Buch haben werden.
    
    Raphaela Brosseron

    Auf dem Cover sehen wir die drei Geschwister, Agda, die Älteste, Nick und Jula, ihr Babyschwester. Vater Claus ist ein Träumer und Zauderer, der bekannt dafür ist, dass in seiner Nähe immer wieder Unglücke geschehen. Die Kinder wohnen bei der Mutter, aber die hat sich entschlossen mit ihrer Freundin nach Florenz zu reisen. Die hofft, die Kinder sind alt und vernünftig genug, um einen Urlaub mit Claus zu überstehen. 
    Das Ziel der Autofahrt ist ein einsames Haus im Bayrischen Wald namens Krähenriegel. Leider kommen sie schon verspätet dort an und da die Smartphones leer gespielt wurden, konnten sie auch die Vermieterin nicht kontaktieren. So müssen sie zunächst den Hausschlüssel suchen. Dank Nick, der sich Abenteuer für diesen Urlaub erhofft, wird er schnell gefunden. Jula hingegen findet eine mumifizierte Katze, von der sehr Zauberkräfte erwartet. Agda will Wing Tsun, wie Bruce Lee, trainieren und eine große Kämpferin werden.
    In der Nähe des Hauses gibt es einen kleinen Tümpel mit eiskaltem Wasser, in einiger Entfernung gibt es aber auch einen schönen Badesee.
    Leider sind die Kinder schon bald auf sich gestellte und es kommt zu lustigen, aber auch spannenden Episoden, die sich wunderschön lesen lassen. 
    
    Mir gefallen die Kinder im Buch, die jedes für sich liebenswert beschrieben sind, richtig gut. Agda, die schon Verantwortung übernimmt, aber auch selbst Spaß haben möchte, Nick, der seine Umgebung genau beobachtet und den seine Selbstständigkeit in Gefahr bringt und die kleine Jula, die in einem einen Zauber sieht und die fest an diese Kraft glaubt.
    
    Ein tolles Buch für die Ferien, aber auch für das restliche Jahr.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Sehnsucht nach Sommerby – So schmeckt Familie – Lieblingsrezepte

    Sehnsucht nach Sommerby – So schmeckt Familie – Lieblingsrezepte

    Kirsten Boie

    Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Wer die Bücher über Sommerby kennt, wird an diesem Geschichten-, Reiseführer-, Kochbuch seine Freude haben. Denn bei Oma Inge und den drei Enkeln ist das Essen durchaus ein Thema. So wurden hier Rezepte zusammengestellt, wie die Oma sie gekocht hätte. Ganz wichtig natürlich das Bauernfrühstück, dass sie immer wieder gerne macht. Der leckere Rosinenstuten und die Erdbeermarmelade dürfen natürlich auch nicht fehlen. Neben Fisch und im besonderen Heringsgerichten gibt es ein Rezept für Labskaus, dass auch vegetarisch möglich wäre, damit auch Martha zugreifen kann.
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    Auch Omas Gänsebraten ist mit einem Rezept dabei, ebenso wie Hühnersuppe, obwohl Mikkel das sicher nicht gut findet. Kalter Hund und Pförtchen findet man bei den süßen Sachen, aber auch Apfelmus ohne Zucker. So rät die Autorin im Vorwort den Zucker in den Rezepten zu reduzieren und einfach auszuprobieren, was möglich ist. Dasselbe gilt auch für die Zutaten, so sagt Oma Inge „Du nümps, wat du hess“ was so viel heißt wie „Du nimmst was du hast.“ 
    
    Passend zu den Rezepten können wir passende Passagen aus den Büchern lesen und uns an die Situationen erinnern. Dazu gibt es wundervolle Fotografien der Landschaft rund um die Schlei und Tipps für Ausflüge rund um Sommerby, dass es gibt, aber nicht ganz so, wie Kirsten Boie es uns beschreibt. 
    Sicher werde ich einige Rezepte ausprobieren und vielleicht ergibt sich ein neues Lieblingsrezept. Aber das Blättern in dem wunderschönen Buch hat einfach schon viel Freude gemacht.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Sommerwaldfunkeln

    Sommerwaldfunkeln

    Antonia Katt

    Edition Pastorplatz

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Malin zieht mit ihrer Mutter in einen kleinen Ort und wird nicht besonders nett in der neuen Klasse aufgenommen. Nur Flora, ihre Sitznachbarin, scheint ein nettes Mädchen zu sein, aber das Eigenartige an ihr ist, dass sie nicht spricht. Doch dann bittet sie Malin um ein Treffen im Stadtwald. Dieser Stadtwald wirkt zunächst winzige, doch als die beiden Mädchen ihn betreten erweist er sich als ein richtiger Urwald. 
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    Flora, die nach Zypresse riecht, goldene Locken und Augen hat und die in sich ruht und von innen leuchtet. Diese Flora, die Malin gerne zur Freundin hätte und die sie dazu verleitet einen Brief der Lehrerin an ihre Mutter in einen Baum zu stecken. Flora, die in Rätseln spricht und die Malin als Sommergast in den Wald einlädt. 
    Doch was birgt de Wald für ein Geheimnis? Weshalb bezeichnet sich Flora als Hüterin und was erwartet sie von Malin. Wer sind die „Anderen“? 
    Zusammen mir Flora betritt sie eine andere Welt, die ihre eigenen Regeln hat, die genauestens befolgt werden müssen. 
    Diese anderen Welten zu erkunden, ihre Bewohner kennenzulernen und zu verstehen, war nicht immer ganz einfach, es gab viele Wendungen und für mich war einiges etwas verschwommen. Ich mag es, wenn die Parallelwelten logisch erklärt werden. Hier war das für mich nicht immer der Fall. 
    Die Geschichte im Hier entwickelt sich ebenfalls, vieles ist nicht so einfach, wie man zunächst glaubt. Malin leidet unter der Abwesenheit ihres Vaters und wünscht sich, dass er wenigstens zu ihrem Geburtstag kommen kann. 
    
    Diese fantastische Geschichte wird in einer wunderschönen poetischen Sprache erzählt, die ich beim Lesen sehr genossen habe. Wenn die Autorin vom Leuchten, das Malin ausstrahlt spricht kann man es fast aus den Seiten herausstrahlen sehen. Spannung, Humor, Freundschaft, Tierliebe, Hilfsbereitschaft und Liebe sind hervorragend in diesem Buch untergebracht und das verspielte Cover passt sehr gut zum Thema.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Kugelblitz in München

    Kugelblitz in München

    Ursel Scheffler

    Schneiderbuch

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Diesmal verschlägt es Kommissar Kugelblitz nach München, sein Patenkind Bonny wird 13 Jahre und er soll der 13. Gast auf der Feier sein. In Hamburg wurde ein großer Dealer-Ring ausgehoben, leider konnte der Chef genannt Popeye sich nach Dubai absetzten. 
    In München wurden einige Lokale gewarnt, deshalb befürchtet Bonnys Vater, der ebenfalls bei der Polizei arbeitet, dass es eine undichte Stelle bei seinen Kollegen geben kann. Kommissar Kugelblitz erfährt von einem Amsterdamer Kollegen von einer neuen Lieferung Kokain, diesmal soll das Ziel München sein.
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    Zusammen planen die Polizisten die Verbrecher zu fangen. 
    Das gebundene Buch ist handlich und hat 18 kurze Kapitel, die durch Bilder aufgelockert werden. Am Ende eines jeden Kapitels gibt es drei Fragen an die Leser*innen. Am Lesebändchen befindet sich eine rote durchsichtige Scheibe mit deren Hilfe man die Antworten lesen kann. Unter „Geschichte & Co“ erfahren wir noch einiges über München und mit „100 Worte Bayrisch“ endet das Buch.
    Die Detektivgeschichte um Kommissar Kugelblitz ist logisch aufgebaut und spannend geschrieben. Zur eigentlichen Geschichte gibt es noch einen Nebenstrang über Bonnys Freundin Lea, den ich auch interessant fand.
    Auch wenn Kommissar Kugelblitz etwas bieder wirkt und immer auf sein Gewicht achten soll, ist er doch ein cleverer Ermittler mit guten Kontakten ins Ausland. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Für immer Sommerby

    Für immer Sommerby

    Kirsten Boie

    Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Es ist Winter in Sommerby, dem wunderschönen Flecken an der Ostsee und in den Weihnachtsferien fahren nicht nur die Kinder zu Oma Inge, diesmal ist auch ihre Mutter dabei. Papa hat noch beruflich im Ausland zu tun und wird später nachkommen. Alle wünschen sich, dass er es schafft, spätestens am Heiligabend dabei zu sein.
    Martha traut ihren Gefühlen nicht so ganz. Gehört ihr Herz Albert, dem Junge aus der Schule, wegen dem mit ihrer Freundin Isolde Funkstille herrscht? Oder zieht es sie mehr zu Enes hin, der hier um die Existenz seiner Mutter, die Steuermannsinsel, kämpft?

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    Mikkel bangt um das Leben der Tiere bei Oma und hofft, dass er alle Gänse lebend antreffen wird. Doch aus seiner großen Tierliebe macht er einen Fehler, der einigen seiner geliebten Hühner das Leben kostet. 
    Mats hat wie immer seinen eigenen Kopf und so macht er sich im Schneesturm auf und hofft darauf, dass sich sein Wunsch erfüllen wird. Da bangt man sehr mit und hofft, dass ihm nicht passieren wird.
    Die Gedanken der Kinder und die daraus entstehenden Situationen sind wieder meisterhaft erzählt. Oma Inge, die mit ihrer harschen Art keine Bilderbuchoma ist und die doch die Kinder, ihre Tochter und auch Krischan ihren Nachbarn sehr mag, will sich auch in diesem Band nicht bevormunden lassen. 

    Sommerby ist nicht nur Idylle, bei einem großen Schneesturm sind alle ohne Strom der Natur ausgesetzt. Aber es zeigt sich auch der Zusammenhalt in dieser kleinen dörflichen Gemeinschaft.

    Ein rundum gelungenes Buch, dass man auch schon vor Weihnachten lesen mag.

    Dagmar Mägdefrau

  • Trockenschwimmen mit Opa

    Trockenschwimmen mit Opa

    Petra Steckelmann

    Illustrationen von Mele Brink

    Edition Pastorplatz

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Elliots Großvater ist an Alzheimer erkrankt und die Oma, die ihn bislang täglich versorgt hat, nimmt sich eine kleine Auszeit und Elliot und sein Vater ziehen während der Sommerferien zu ihm nach Tintagel. Der Ort ist geprägt durch die Geschichte um König Arthus. Hier über dem Ort steht die Burg auf der er geboren wurde. Aus diesem Anlass findet eine Aufführung statt, bei der Elliot und seine Freundin mitmachen. Das Zusammenleben mit Opa gestaltet sich nicht so einfach, er lebt oft in seiner eigenen Welt und Elliot und sein Papa wissen dann nicht, wie sie reagieren sollen.

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    So liegt Opa jeden Morgen auf seiner blauen Matratze und schwimmt zu immer neuen Zielen. Er mag oder kann nicht aufstehen und so wird eine Aufstehhilfe angeschafft. Doch dann entscheidet sich Elliot seinem Opa beim Schwimmen Gesellschaft zu leisten und die beiden haben dabei viel Spaß. Überhaupt ist es einfacher sich auf Opas Ideen einzulassen, als ihm zu erklären, dass das nicht die Welt von Heute ist, in der er sich befindet. Trotzdem ist es immer wieder traurig zu erleben, wie Opa seine Familie nicht erkennt und alle mögen die kleinen Momente in denen Opa wieder der Alte ist.

    Der Elefant auf Elliots Brust drückt ihn immer wieder, aber im Laufe der Geschichte gelingt es Elliot ihn zu vertreiben. Es ist schwer zu sehen, wie Opa sich verändert, aber Papa und Elliot lernen immer besser damit umzugehen. Da Menschen wie Opa Struktur brauchen, hat Oma eine große „Gebrauchsanweisung“ geschrieben, aber die beiden halten sich nicht so genau daran. Irgendwie ist es auch nicht schön einen Zettel mit der Adresse an der Kleidung zu tragen. Aber dank Elliots Einfühlungsvermögens und Spürsinns finden sie Opa trotzdem wieder. 

    Leider müssen viele Kinder diese schlimme Krankheit in ihrer Familie kennenlernen und von Elliots Erfahrungen kann man schon einiges lernen. Sicher hat die Geschichte auch das Interesse an König Arthur geweckt und man möchte mehr über ihn und seinen Zauberer Merlin erfahren.
    Das Buch beschönigt diese Krankheit nicht, es fordert aber dazu auf sich auf den Kranken einzulassen und ihn in seiner Welt zu besuchen. 
    12 Kapitel finden auf 150 Seiten Platz, dazwischen Zeichnungen auf grauem Hintergrund, damit Opas weiße Haare besser zur Geltung kommen. Beeindruckt hat mich die Schattenfigur Arthus im Einband und ich freue mich immer sehr über das Lesebändchen, dass ich als besonderen Luxus empfinde.

    Dagmar Mägdefrau