• Der Prinz auf der Erbse – Und andere umgekrempelte Märchen

    Der Prinz auf der Erbse – Und andere umgekrempelte Märchen

    Karrie Fransman

    Jonathan Plackett

    Kein & Aber

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Bei zwölf altbekannten Märchen wurden hier durch einen Computer-Algorithmus das Geschlecht der Protagonisten verändert. So heißt es „Der Schöne und das Biest“, „Der Prinz auf der Erbse“, „Herr Rapunzel“ oder „Die gestiefelte Katze“. In der Vorbemerkung erklärt der Autor sein Vorgehen. Die wunderschönen Bilder dazu wurden von seiner Frau gezeichnet.
    Eine Edelfrau heiratete in zweiter Ehe einen Mann, der bereits zwei Söhne hatte, ihr eigener Sohn „war von beispielloser Sanftmut und Güte.“ So beginnt die Geschichte vom Aschenpeterl.
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    Da das Märchen nicht nach Grimm, sondern nach Charles Perrault geschrieben wurde, entspricht es nicht dem mir bekannten Märchen. Nach Hans-Christian Anders entspricht der „Prinz auf der Erbse“ dem bekannten Märchen nur, dass ein Prinz einer Königin (auch im Original handelt es sich um eine Königin) beweisen muss, dass er ein echter Prinz ist. Außer den verstauschten Namen gibt es bei „Gretel und Hänsel“ einige Unterschiede, so treffen sie auf einen Hexer, der Gretel verspeisen möchte. „Herr Rapunzel“ ist ein zwölfjähriger Junge mit einem langen Bart, den er anstelle des Zopfes der Rapunzel aus dem Turmfenster wirft und natürlich versucht ihn eine Prinzessin zu befreien. Sieben Zwerginnen nehmen „Schneewicht“ bei sich auf und der König mit de Spiegel versucht ihn mit denselben Mitteln, wie Schneewittchen umzubringen. „Rotkäppchen“ wird der kleine Junge genannt und er begegnet einer bösen Wölfin. „Dörnrösling“ wird von einem Zauberer verwunschen und muss ebenfalls 100 Jahre schlafen.
    
    Die Aufmachung und die orientalisch anmutenden Illustrationen dieses Buches sind sehr schön. Die Änderung der Geschlechter haben mich nicht wirklich überzeugt. Sie bietet sicher eine andere Sichtweise, aber, da bin ich sicher altmodisch, mir gefällt das Alte besser. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Brummps – Sie nannten ihn Ameise

    Brummps – Sie nannten ihn Ameise

    Dita Zipfel

    Bea Davies

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Jonny heißt Jonny Ameise, weil er von Ameisen aufgezogen wurde, aber keine Ameise ist. Aber weil sowohl er als auch die Ameisen glauben er sei eine Ameise. Verwirrt?
    Ich denke, so soll es auch sein. Seine beste Freundin, die ihm immer wieder aus misslichen Lagen heraushelfen muss, ist die Ameise Butz, eine echte Ameise, die aber lieber faul auf dem Rücken liegt, als den anderen Schwestern zu helfen. Jonny leistet ihr dabei Gesellschaft, weil er nicht nur schlecht sieht und riecht, er ist auch zu schwach für die Ameisenarbeiten. 
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    Ganz besonders gemobbt wird Jonny von Cheffe und den anderen Bossis und sie sind es auch, die ihm einreden, dass er krank sei und um die anderen Ameisen zu schützen, müsse er sie verlassen. Aber er hat nicht mit Butz gerechnet, sie lässt ihn nicht im Stich und erleben wir eine echte Freundschaft, eine erste Liebe und ein Brummen, dass zunächst Angst und dann viel Freude macht.
    
    Der lustige, aber auch einfühlsame Text ist mit vielen Bildern versehen, die oft comichaft sind. Er liest sich dadurch leicht und das Gefühlsleben unseres lieben Jonnys, dass uns der Wald (im Ganzen oder auch in Teilen) als Erzähler näherbringt, können wir gut nachempfinden. 
    Ein besonderes Kinderbuch, das zu lesen ich nicht nur Kindern empfehlen kann.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Kaiserschmarrn – Mein genialer Sommer mit Ziege

    Kaiserschmarrn – Mein genialer Sommer mit Ziege

    Leonora Leitl

    Kunstanstifter

    Leseempfehlung ab 6 Jahre

    Papa ist Architekt und deshalb baut er ein ganz modernes Schachtelhaus. Da er meint, er liebe die Natur, baut er es an den Waldrand. Mama ist Zahnärztin und so kommt Frau Erni ins Haus, um den Haushalt zu erledigen, denn es gibt noch Arthur und seinen großen Bruder Oswald, genannt Ossie.
    Als Arthur im Wald unterwegs ist, begegnet ihm ein Waldmensch. Dann stellt sich heraus, dass das der Vater von Fanny und Freddy ist. Er ist Schamane, hat ein drittes Auge, und macht viele ungewöhnliche Dinge. Er hat auch einige Behältnisse mit Kräutern und anderen Pflanzen. 
    So kommt es, dass die Ziege etwas davon frisst und dadurch zu den Kindern spricht.
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    Aber das ist nicht das einzig Verrückte. Der Ziegenbock meint er sei „Cäsar Napoleon Alexander der Größere“ und stellt deshalb viele Forderungen an die Kinder.
    So wird es ein ungewöhnlicher Sommer für die Kinder, aber auch die Erwachsenen erleben so allerlei. So streiten sich die Väter über das Abholzen einer Esche, den Lebensbaum. 
    
    Das Buch ist reich und lustig bebildert, dadurch kann man es sicher schon Grundschülern vorlesen, bei 200 Seiten muss ein Kind, auch bei der großen Schrift, schon sehr gut lesen können.
    Obwohl das Buch sehr lustig geschrieben ist, hat es durchaus auch viele ernste Aspekte. Der Kaiserschmarrn kommt allerdinge nur am Ende des Buches als Rezept in ungewöhnlicher Form vor. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Wird denn hier keiner wütend?

    Wird denn hier keiner wütend?

    Toon Tellegen

    Marc Boutavant

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Die zehn mehrseitigen Geschichten handeln von Tieren und Gefühlen. Die Bilder sind teilweise ganzseitig und unterstützen den Text sehr gut.
    Die Feuerkröte tut alles um die Tiere wütend zu machen, doch ihre bösen Angriffe, so reißt sie dem Igel alle Stacheln aus, führen nur zu einem weinerlichen Ergebnis. Aber, was ist eigentlich Wut? „…etwas sehr Schweres, das keiner heben kann.“
    Das Eichhörnchen sinnt darüber nach, ob die Ameise „Nie-wieder“ zurückkommt.
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    Im Zwiegespräch mit den Wänden, kommt sie zu dem Ergebnis, dass die Ameise Honig zur Begrüßung bekommen soll.
    Die Schlange war immer wütend und an ihrem Geburtstag kann es ihr keiner recht machen. Am Ende müssen die anderen Tiere sogar flüchten, aber das machen sie fröhlich.
    Auch die Grille hat Geburtstag und sie kennt einige Gründe, weshalb der Bär nicht kommen soll, deshalb schreibt sie ihm eine ungewöhnliche Einladung.
    Eichhörnchen und Elefant tanzen zusammen und das ist für das Eichhörnchen gar nicht so einfach, trotzdem hat sie Spaß daran.
    Auch die Gottesanbeterin ist eingeladen, aber sie findet nicht die rechte Kleidung. Dann geht alles schief und sie muss völlig derangiert zum Fest. Aber durch ihre Haltung bekommt sie die Bewunderung der anderen Gäste.
    Die Ameise muss sich in ihrem Heim mit der Wut auseinandersetzten. Doch der Besuch des Eichhörnchens kann sie aus dieser Situation befreien.
    Die Heuschrecke versucht mitten im heißen Sommer Mäntel zu verkaufen und auf dem Geburtstag des Schwans springt der Frosch übermütig in die Torte. 
    In der letzten Geschichte schreiben sich Pillendreher und Skarabäus Briefe von deren Inhalt wir nichts erfahren, wir erleben nur die Reaktionen daraus.
    
    Die Geschichten sind nicht ganz einfach zu interpretieren, ich denke, um sie zu verstehen benötigen die Leser*innen schon ein wenig fachmännische Anleitung. Auf jeden Fall sind die eine gute Diskussionsgrundlage.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Hühner, Hühner, Hühner

    Hühner, Hühner, Hühner

    Michaela Ziegler

    atlantis

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Michsela Ziegler kennt sich seit ihrer Kindheit mit Hühnern aus und ist zudem eine sehr gute Illustratorin. Die Hühnerbilder in diesem Buch sind naturgetreu und wunderschön.
    Zunächst sehen wir Hühner bei ihren täglichen Verrichtungen zudem Sonnenbaden, aber auch die Paarung gehören. Dann erfahren wir von den festen Regeln im Hühnerstall und der Hackordnung, aus der sich die Stellung in der Gruppe ergeben.

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    Sehr interessant ist auch das Kapitel „Weshalb Hühner vieles sehen und ruckartig gehen“. Anhand des schwedischen Blumenhahn wird der Körperbau erklärt und dann sehen wir wie aus dem Korn ein Ei wird. Die Aufzucht der Küken dauert bis zu 8 Wochen, dann müssen sie allein klarkommen. Die nahe Verwandtschaft zum Dinosaurier fasziniert auf jeden Fall. Bunte Hühner legen bunte Eier, je nach Körpergröße der Tiere auch in unterschiedlichen Größen Eier legen und welche zum Verzehr gezüchtet werden zeigen ganz klar die unterschiedlichen Körper der Tiere. Wer selbst Hühner im Garten halten möchte bekommt gute Anregungen dazu.

    Dieses bildreiche Sachbuch enthält eine Menge Wissen über Hühner, das einfach und in kurzen Texten vermittelt wird.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der Elefant

    Der Elefant

    Peter Carnavas

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Olive hat ihre Mama nicht kennengelernt und ihr Opa, der wie eine dünne Vogelscheuche aussieht, versorgt sie. Ihr Vater sitzt zu Hause teilnahmslos rum und schafft es nicht Olives Rad, dass vorher das Rad ihrer Mama war, zu reparieren. Olive sieht Papas Traurigkeit als einen großen grauen Elefanten. Als sie in der Schule ihrem Freund Arthur davon berichtet, gibt er ihr den Rat: „Du musst den Elefanten loswerden.“

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    Aber leider ist das nicht so ganz einfach. An manchen Tagen holt Opa sie ab und er trägt seinen Rucksack, das ist ein Zeichen dafür, dass die beiden einen Ausflug machen werden. Opa hat da immer ganz besondere Ziele in der Stadt ausgesucht und immer werden es unbeschwerte Tage für die beiden.
    Im Garten hat Olive eine ganz besonders Lieblingsplätzen auf einem Baum. Meist trägt sie, wenn sie dort hinaufklettert ihren Fahrradhelm, aber einmal nimmt sie ihn nicht mit und es passiert ein Unglück. 
    Das Buch ist in großer Schrift gedruckt und hat kurze Kapitel. Es gibt auch eine Menge Zeichnungen. Doch aufgrund des Themas „Depression“ sollte ein Grundschulkind dieses Buch nicht unbedingt allein lesen. Es gibt bei der Lektüre sicher Gesprächsbedarf, obwohl das Thema kindgerecht beschrieben wird und das Buch positiv endet.
    Ein wichtiges Thema, dass sicher viele Kinder bedrückt und ein wunderbares empfehlenswertes Buch.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der Klub der Krokodile – Alles über Alligatoren, Kaimane und Co.

    Der Klub der Krokodile – Alles über Alligatoren, Kaimane und Co.

    Owen Davey

    Knesebeck

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Das Cover hat eine Leinenstruktur und zeigt einige Krokodile. Die Bilder in dem Buch sind ähnlich gezeichnet. 
    Zu Beginn werden die vier Arten erklärt und dann sehen wir die Nahrung der Krokodile. Der „perfekte Bauplan“ erklärt uns den Körper mit seinen Besonderheiten. Krokodile gab es schon zur Zeit der Dinosaurier. Erstaunlich, wie träge und dann im Wasser so flink sich Krokodile bewegen können und damit auf viele Arten jagen können.

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    Um die Aufzucht geht es im nächsten Teil, danach wird das soziale Leben beschrieben. Eine Seite ist den verschiedenen Größen der Tiere gewidmet. „Legenden“, „Berühmte Krokodile“ und die Gefahr der Ausrottung und was wir dagegen tun können ergänzen das Buch. 

    Das Buch hat einen sehr schönen Aufbau und beinhaltet viel Fachwissen über diese faszinierenden Reptilien. Ich hätte mir die Bilder etwas realistischer gewünscht, obwohl sie sicher auch künstlerischer Sicht sehr gut gemacht sind.

    Dagmar Mägefrau

  • Odo

    Odo

    Dayan Kodua

    Illustration von Robby Krüger

    Gratitudeverlag

    Leseempfehlung ab 6 Jahre

    Leserpreis Lovelybooks 2019

    Longslist Selfpublisher 2020

    Wie die Autorin in ihrem Vorwort schreibt, möchte sie mit diesem Buch den Kindern mit anderer Hautfarbe eine Identifikationsfigur schaffen. Dieses Bilderbuch spielt allerdings in Afrika. Dort wohnt Odo mit ihrer Mutter in einem Dorf. Als sie von ihrer Freundin Afia zur Geburtstagsfeier eingeladen wird, bekommt diese eine Babypuppe mit dunkler Hautfarbe geschenkt. Odo hat noch nie eine schwarze Puppe im Arm gehalten und so wünscht sie sich nichts sehnlicher, als auch so eine Puppe zu besitzen. Leider hat die Mutter nicht genügend Geld, um eine solche Puppe zu kaufen. Traurig zieht sich Odo unter ihren Lieblingsbaum zurück.

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    Da taucht der Dorfälteste auf und fragt sie, was sie so traurig mache. Er gibt ihr den Rat an ihre Träume zu glaube, hart an sich zu arbeiten und zu beten. Dann, so verspricht er, wird sie die gewünschte Puppe bekommen. Abends bittet Odo Gott um die Erfüllung ihres Wunsches. Leider bekommt Odo die Puppe nicht zu ihrem Geburtstag, dafür hat sie die Idee, dass ihre Mutter durch den Verkauf ihrer leckeren Muffins, Geld verdienen könne. Trotzdem reicht das Geld nicht für die Puppe. Aber der alte Mann, der ihr die Ratschläge gegeben hat, taucht auf und erfüllt ihren Herzenswunsch.

    Im Anhang gibt es eine Anleitung zum Basteln einer Mangopuppe, das ist die Puppe, die Odo bisher hatte. Mit dem Rezept auf der nächsten Seite kann man die leckeren Mangomuffins backen. Unter „Notizen für die Eltern“ findet man Ratschläge um Kinder „in eine Grundstimmung der Dankbarkeit zu versetzen“.
    Da das Buch in Afrika spielt, kann ich mir nicht vorstellen, das dunkelhäutige deutsche Kinder sich mit Odo identifizieren können. Man erfährt vieles über das Leben in Afrika und sicher finden sich Kinder, denen nicht immer jeder Wunsch erfüllt werden kann hier wieder. 

    Was mir nicht gefällt, ist, dass der alte Mann dem Mädchen die Puppe verspricht, wenn sie sich nur „brav“ verhält und betet. Aber obwohl sie das tut, wird das Versprechen nicht wahr. Erst später schenkt er ihr die Puppe. Ich halte es für falsch etwas zu versprechen, was man nicht beeinflussen kann. Die Enttäuschung des Mädchens war im Buch schnell vorbei, ich denke, sowas bleibt lebenslänglich.

    Dagmar Mägdefrau

  • Odo und der Beginn der großen Reise

    Odo und der Beginn der großen Reise

    Dayan Kodua

    Illustration von Robby Krüger

    Gratitudeverlag

    Leseempfehlung ab 6 Jahre

    Im zweiten Band treffen wir Odo in ihrem ghanaischen Dorf wieder. Ein englisches Mädchen mit roten Haaren, spielt mit den Dorfkindern. Die Bilder zeigen anschaulich das Dorfleben. Es ist im Moment trocken, aber da Regenzeit ist, ziehen dunkle Wolken auf. Doch die Kinder erfreuen sich an dem Regen und tanzen vergnügt. Am nächsten Morgen liest Odos Mutter eine Nachricht und da sie traurig ist, fragt Odo nach dem Grund. Leider bekommt sie keine richtige Antwort. Ihre Mutter gibt ihr die übrigen Muffins für ihre Freunde mit. So verbringt sie den Tag spielend mit den anderen Kindern. Als eine Mutter ihren Sohn abholt, fragt sie Odo, „Wisst ihr schon, wann ihr nach Deutschland fliegt?“

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    Verwirrt und traurig geht sie mit ihrer Puppe heim. Da erfährt sie von ihrer Mutter, dass der Vater, der in Deutschland studiert, sie dorthin nachholt. Wie schon im ersten Band geht Odo zu ihrem Lieblingsbaum und auch diesmal taucht der Dorfälteste auf. Er hat auch diesmal einen Rat „Schaue den Sonnenstrahlen entgegen, dann verschwinden alle Schatten hinter dir.“ Als Odo ihm gesteht, dass sie Angst hat keine Freunde in Deutschland zu finden, verspricht er ihr „Du wirst viele großartige Freunde finden, weil du großartig bist.“ Wenn die Angst kommt, solle sie sagen „Stopp, ich bin stärker als du.“ Schon das Nachsprechen des Satzes, macht Odos Herz leichter. Nach dem Abschied von den Kindern im Dorf, geht es zum Flughafen. Bald sind Odo und ihre Mutter in Hamburg und die Mutter fällt ihrem Mann in die Arme.

    Im Vorwort spricht Kirsten Boie von der Hoffnung, dass dieses Buch dazu beiträgt, das Zusammenleben von Kindern verschiedenen Herkunft selbstverständlicher zu machen.
    Ich glaube auch, dass es Kinder interessiert zu erfahren wie afrikanische Kinder leben und was der Grund sein kann, warum sie jetzt in Deutschland leben. Das Buch zeigt wieder in sehr schönen Bildern das Dorfleben in Ghana, berichtet vom Wetter und dem Wunsch eines Jungen bei Bayern München zu kicken. 

    Was mir nicht gefällt ist, dass Odos Mutter nicht offen mit ihrer Tochter spricht und besonders verwundert hat mich, dass sie auf der letzten Seite ihren Mann umarmt und Odo steht mit ihrer Puppe abseits. Für mich ein sehr trauriges Bild. Dann sagt die Mutter „Mi do, das ist dein Vater.“ Kennt Odo ihren Vater nicht? Das macht mir Angst um das Kind, sie lebt jetzt in einem ihr fremden Land mit einem Vater, der ihr vorgestellt werden muss?

    Dagmar Mägdefrau

  • Dinosaurier lebensgroß

    Dinosaurier lebensgroß

    Raimund Frey

    Coppenrath

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Das Buch ist nicht ganz Din-A-3 groß und das beeindruckende Cover zeigt ein riesiges Dinosaurierauge. Das Auge ist gelackt und „Lebensgroß“ ist in Gold gedruckt. Im Einband sehen kann man verschiedene Dinosaurier (der Name steht daneben) als Scherenschnitt sehen. Ganz unten ist ein Mensch zu sehen und da das Größenverhältnis stimmt, ist er ganz winzig. 
    Auf der nächsten Seite sieht man in Originalgröße eine Baryonyx-Kralle. Das Vorwort beginnt mit dem Satz „Auge in Auge mit einem Tyrannosaurus“ und beschreibt das Titelbild. Es endet mit der Information, dass unsere Vögel als echte Dinosaurier gelten. Nach dem Inhaltsverzeichnis geht es mit dem Megalosaurus los, auf dem Bild sehen wir sein geöffnetes Maul mit vielen Zähnen.

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    Es folgen in kurze Abschnitte mit Wissen über diese unglaubliche Riesenechse. Unter Spezialwissen erfahren wir, dass der Begriff „Dinosauria“ erst 1841 geprägt wurde. Diesen Aufbau sehen wir auf allen Folgeseiten.  Citipati zeigt einen vogelähnlichen Kopf über einem frisch geschlüpften Tier. Riesig ist das Maul des Baryonyx , der Struthiomimus sieht, wie sein Name „Straußennachahmer“ wie der große Laufvogel aus. Nach einigen Seiten schaut uns wieder der Tyrannosaurus an. Hier ist ein Zahn in Originalgröße abgebildet. Beim Euoplocephalus schauen wir über die Rückplatte auf die Schwanzkeule. Auch beim Tryceratops sieht man die Augenpartie und dazu sein beachtliches Nasenhorn. Unser Standort befindet sich wohl zwischen den Beinen des Brachiosaurus und wir schauen hoch zu seinem langen Hals und dem verhältnismäßig kleinen Kopf. Seine Zehe ist auf der nächsten Seite riesig. Weitere Erklärungen findet man im Glossar am Ende des Buches.

    14 Dinosaurier werden in diesem Buch abgebildet und vorgestellt, aber das beeindruckendste sind die ungewöhnlichen Bilder, die wie der Titel des Buches sagt lebensgroß abgebildet wurden. Das vermittelt uns ein wenig das Gefühl dafür, wie riesig diese ausgestorbenen Tiere waren.

    Dagmar Mägddefrau

  • Einstein – Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit

    Einstein – Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit

    Torben Kuhlmann

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Ich weiß nicht, was mich mehr begeistert, die wunderschön gezeichneten Bilder oder die großartige Geschichte? Die kleine Maus macht sich auf in der Schweiz ein Käse-Fest zu besuchen, doch leider kommt sie einen Tag zu spät. Doch sie möchte zu gerne die Zeit soweit zurücksehen, dass sie das Fest besuchen kann. Ihre Bemühungen die Uhren zurückzustellen wirken sich nicht auf den Ablauf der Zeit aus.

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    Beim Durchsteifen der Stadt gerät sie in ein Uhrmachergeschäft und dort gibt es auch eine Maus, die Uhren herstellt. Diese Maus kann leider nicht alle Fragen der neugierigen Maus beantworten, aber sie erinnert sich an einen Wissenschaftler, der vor 80 Jahren eine revolutionäre Idee hatte. So gerät die Maus in das Patentamt, in dem Einstein damals arbeitete. Sie vertieft sich in seine Schriften und beginnt mit dem Bau einer Zeitmaschine. Leider bringt diese Maschine die Maus nicht zum Käse-Fest, sondern in die Zeit von Einstein zurück. So lernt die Maus den großen Wissenschaftler als Mitarbeiter des Patentamtes kennen und sie hat eine grandiose Idee, wie er ihr helfen kann, wieder in die Neuzeit zurückzukehren. 

    Die Geschichte spielt hervorragend mit der Zeit und zeigt, die Abhängigkeiten auf und natürlich hat nur die kleine Maus Einstein auf seine Relativitätstheorie gebracht. 
    Eine amüsante, lehrreiche Geschichte, die durch ihre realistischen Zeichnungen allein 6 Sterne bekommen müsste. Der Uhrmacherladen, mit den vielen Uhren und der Maus, die durch das Schaufenster guckt, Bilder der Stadt, mit ihren Passanten und dem Uhrenturm, die Maus bei der Berechnung mit einem Eiswürfel auf ihren Kopf, den sie sich gestoßen hat. Alles Bilder, die mit viel Liebe gezeichnet wurden und die man sich lange anschauen kann.

    Dagmar Mägdefrau

  • Dinosaurier – Kinderlexikon

    Dinosaurier – Kinderlexikon

    DK-Verlag

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Das Din-A-4 große Lexikon zeigt auf dem Cover mit Lackdruck verschiedene Dinosaurier. Das Inhaltsverzeichnis ist in 9 Kapitel eingeteilt, der Wegweiser zeigt, wie die Seiten aufgebaut sind. So kann in einem gelben runden Feld unglaubliche Tatsachen lesen. Untern am Rand jeder Seite kann man eine Frage lesen, die Antwort findet man daneben, aber auf dem Kopf gedruckt. 
    In der Einleitung kann man ein einem Zeitstrahl sehn, wie man die einzelnen Zeiten des Erdmittelalters nennt. Unter der Überschrift „Was ist ein Dinosaurier?“ erfahren wir welche Merkmale sie haben und wie sie unterteilt werden, wie sie gelebt haben und was sie fraßen.

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    Die Saurier der Trias sind auch die ersten Saurier, „Doch wo kamen sie auf einmal her?“ diese interessante Frage wird hier beantwortet.
    Es folgen die Tiere der Jura, die Sauropoden, klein Pflanzenfresser und mächtige Jäger sind dabei. In der Kreidezeit werden die Arten immer vielfältiger und einer der bekanntesten Dinos, der T.rex taucht auf. Der Troodon war wahrscheinlich der intelligenteste Dinosaurier. Unter „Andere Lebewesen“ lesen wir von „Saurier der Lüfte“, „Aus der Tiefe“ und „Frühen Säugetieren“. Danach geht es um „Fossilien“, dort wird gezeigt, wie ein Skelett versteinert und wie man es dann findet und mit dem Fund umgeht. Zuletzt geht es um „Das Ende der Dinosaurier“ und wie das Leben danach weitergeht. Mit verschiedenen Quiz wird das Wissen abgefragt und danach werden noch einige Begriffe erläutert. Ein Register der Namen vervollständigt das Buch. 

    Ein sehr umfassendes Buch über ein Thema, dass die Kinder sehr interessiert wurde hier zusammengestellt. Das Faszinierendste sind die 600 Bilder, die in hervorragender Qualität abgedruckt wurden. In den beeindruckenden Mäulern sieht man genau die spitzen Zähne, kämpfende Tiere und frischgeschlüpfte Babys. Teilansichten und Vergleiche, das alles hat mich sehr beeindruckt und ich weiß, dass mein Enkel, obwohl für das Buch eigentlich noch zu jung ist, begeistert, sein wird.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der Tag, an dem Papa ein heikles Gespräch führen wollte

    Der Tag, an dem Papa ein heikles Gespräch führen wollte

    Marc-Uwe Kling

    Illustrationen von Astrid Henn

    CARLSEN

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Wir kennen diese Familie aus den beiden Vorgängerbüchern und auch hier sind wieder alle zusammen. Da Papa und Mama ein romantisches Wochenende in „Wienedig“ verbringen wollen, sind Oma und Opa zum Kinder hüten gekommen. Da auch Luisa mit Justin, dem Pizzaboten, zusammen das Wochenende verbringen wird, möchte Papa mit den beiden ein heikles Gespräch führen.
    Bald ist die ganze Familie einschließlich dem Nachbarn im Wohnzimmer versammelt. So geben Opa und Oma ihre 60er-Jahre-Erfahrungen zum Besten, die kleine Tiffany stellt naive Fragen und Max, der 12jährige kichert, wenn das Wort Spermien fällt.

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    Letztendlich übernimmt Luisa die Gesprächsführung und untermalt mit entsprechenden Bildern, wird die humorvolle Geschichte doch noch zu einem Aufklärungsbuch.
    Wunderbar, wie die Klischees, der jeweiligen Generationen mich zum Lachen gebracht haben. Ich gehöre ja schon der Großelterngeneration an und diese beiden Althippies mit ihrer sexuellen Offenheit fand ich einfach zu schön. Dann der verklemmte Vater, der von Mumu und Schniedelwutz spricht und die Tochter, die alles auf den Punkt bringt und, die auch weiß, wie Verhütung geht.

    Das Buch hat viel Humor und klärt doch mit klaren Worten und Bildern auf. Ich habe Tränen gelacht und werde wahrscheinlich zukünftig immer daran denken, wenn ich einen Strecker in die Dose stecke.

    Dagmar Mägdefrau

  • Fynn & Doti – Wolkendrache

    Fynn & Doti – Wolkendrache

    Lisa Aigelsperger

    Bilder von Beatrice Cozzolino

    leykam:

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir den Jungen Fynn, der ins Meer schaut, neben ihm sein Hund Doti. Mir gefällt das fröhliche türkis, finde aber die Namen der Macherinnen dieses Buches etwas klein geschrieben. Außerdem wirkt der Junge auf mich sehr traurig, was er aber nicht ist. 
    Das Buch beginnt mit einem Frühlingstag an dem Fynn einen Drachen in den Wolken erkennt. Das frühlingsgrüne Bild zeigt ihn sehr klein, einen großen Hund umarmend. Die fantasievolle nächste Seite zeigt uns den Hund mit folgendem Text „WAU und ich bin kein Hund Miau vielleicht eine Katze Wau vielleicht ein anders Tier“

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    Daneben ein schwarz-weißer Tierkörper mit einem Katzengesicht. Der Sommer zeigt das Bild vom Cover und diesmal hat sich der Drache im Wasser versteckt. Wieder sehen wir das Tier, nur diesmal mit einem Fischkopf und einem entsprechenden Text. So geht es durch Herbst und Winter, sogar in den Folgewinter. Zum Ende des Winters fehlt Doti an Fynns Seite und der ist nicht bereit seinen Hund in einem Drachen wiederzuerkennen. Erst Jahre später, als Fynn schon ein erwachsener Mann ist, findet er zu seiner kindlichen Fantasie zurück und „Fynn ist glücklich“. 

    Die letzte Seite gehört Doti, dem Drachen und der Epilog stellt die Frage „Dann habe ich als Kind doch echte Drachen gesehen?“

    Sehen wir nicht alle immer mal Sachen, die unsere Fantasie uns beschert? Manchmal werden sie belächelt, aber manchmal bringen sie uns auch Trost. Zum Band der Freundschaft zu Doti gehörte es auch, dass er Fynns Drachen sah und so war es klar, dass sein Trost auch eine Drachenbotschaft sein würde.

    Ein mit viel Liebe gestaltetes Buch mit kurzen Texten über Freundschaft und Fantasie, Verlust und Trost.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der unsichtbare Junge

    Der unsichtbare Junge

    Trudy Ludwig

    Patrice Barton

    Mentor Verlag

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Wer mich heute kennt, wird es nicht glauben, aber auch ich war in den ersten Schuljahren unsichtbar. Ich war sehr ruhig und unsicher und so geht es Ben aus der Geschichte auch. In seiner Klasse beachtet ihn niemand und er wird auch nicht für das Völkerballteam ausgewählt. Auch bei Geburtstagsfeiern lädt ihn niemand ein. Am schlimmsten sind die Mittagspausen in denen sich alle fröhlich unterhalten, nur der mit Bleistift ohne Farbe gezeichnete Ben sitz allein. Das ändert sich, als der Yoshi in die Klasse kommt.

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    Sein koreanisches Essen wird von allen belacht. Doch Ben schreibt dem Neuen in der Klasse einen kleinen Brief mit einem Bild, denn Ben kann wunderschöne Bilder malen. Danach ist Ben für Yoshi sichtbar und auch im Buch bekommt er immer mehr Farbe. 
    Durch die einfache Bleistiftzeichnung, die sich im Laufe der Geschichte einfärbt, kann man genau beobachten, dass Ben sichtbarer wird. Zunächst nur für Yoshi, später für alle. Seine Zeichnungen werden bewundert und er wird zum integrierten Mitschüler.
    Im Anschluss an die Geschichte gibt es noch einige Fragen, die als Einstieg für eine Diskussion zu nutzen sind. Das Buch benutzt des Gender* und beim Vorlesen finde ich die Aussprache noch etwas schwierig und ich überlege, ob ich nicht besser Freund und Freundinnen statt Freund*innen lesen soll?

    Ein liebevoll gemachtes Buch, dass nicht die (Vor-) Lauten, sondern die ganz Ruhigen in den Vordergrund stellt. Auch um die, die man nicht immer beachtet und die auch Talente haben und dabei sein wollen, müssen wir uns kümmern. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Traumopa

    Traumopa

    Dolf Verroen

    Freies Geistesleben

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Thomas, der auf dem Cover zum Sternenhimmel hinaufschaut, ist bei Oma und Oma zu Besuch. Auf der ersten Seite sitzt Opa am Küchentisch und der Enkel seht ihm gegenüber und schaut ihm zu. Das nächste Bild ist farblos, Oma spricht mit dem Bestatter, denn Opa ist gestorben. Obwohl Oma das nicht möchte, geht Thomas zum Opa und schaut ihn sich an. Er findet, dass er lächelt, der Tod ist für ihn nicht mit Angst besetzt. Das Bild zeigt den Opa im Bett von der Zimmerdecke gesehen.

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    Auf der nächsten Doppelseite geht es um einen Traum, der Opa Thomas mal erzählt hat. Die Zeichnung bildet die Situation des Träumens gut ab. Leider kann man auf diesen Traumseiten den Text wegen des unruhigen Untergrundes schlecht lesen. 
    Diese Seiten wechseln mit der Realität ab und Thomas erfährt einiges über die Beerdigung. Durch seinen Freund Omar kommen auch muslimische Gedanken dazu.
    Nachdem Thomas sich nicht mehr an den Opa erinnern kann, träumt er am Ende einen tröstlichen Traum und alles Erinnerungen sind wieder da.

    Mir fehlt bei dem Buch ein wenig der rote Faden. Da geht es zunächst um den verstorben Opa und keiner kümmert sich um den Jungen. Die Oma bietet den Himmel als Trost an, die Eltern glauben nicht an den Himmel, dann kommt die Frage auf, ob die Himmel der verschiedenen Glaubensrichtungen unterschiedlicher sind. Danach geht es wieder um die Einäscherung der Leiche. Dazwischen erinnert sich Thomas an die Träume, die Opa ihm erzählt hat. Mir fehlt da der tröstende Bezug zum Tod.

    Sicher ein Buch, dass man beim Tod eines Angehörigen zur Unterstützung nutzen kann, es gibt aber Bücher, die für mich tröstlicher wären.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der verlorene Comic – Abenteuer mit Edgar

    Der verlorene Comic – Abenteuer mit Edgar

    Annette Haupt

    Selbstverlag

    Leseempfehlung ab 6 Jahre

    Der Titel ist sehr schön gestaltet und auch im Buch sind hübsche Comic-Zeichnungen, die den Text auflockern. Der Opa erinnert mich ein wenig an Jean Pütz. 
    Die Hauptfigur ist Edgar, Opas Graupapagei. Da alle in einem Haus wohnen, kann der zehnjährige Tom, während Opas Urlaub in Italien, Edgar versorgen. Nachdem Opa ein ernstes Wort mit dem Papagei gesprochen hat, will dieser sich gut benehmen. 
    Nachdem die ersten schwierigen Tage um sind, machen es sich Tom und Edgar bei einem Frühstück gemütlich. Da taucht Edgars Freundin, die Taube Guuhdruuhn, auf und sie bringt eine beängstigende Nachricht mit. Opa wurde entführt und in einer Gartenlaube gefangen gehalten.

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    Wie ist das möglich, er ist doch bei Roberto in Verona? Tom und die beiden Vögel machen sich auf den Weg. Schon fast am Ziel begegnet ihnen Elli, die das Quartett vervollständigt.
    Man liest oft in der Zeitung, dass alte Comics bei Versteigerungen hohe Summen einbringen. Ist Opas altes Heft wirklich etwas wert? 

    Ein flott geschriebenes Buch für gute Leser in der Grundschule oder zum Vorlesen. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Ich werde immer bei dir sein – Ein Buch über Trauer

    Ich werde immer bei dir sein – Ein Buch über Trauer

    Joanna Rowland

    Thea Baker

    Mentor Verlag

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Zunächst fliegt dem Mädchen der rote Luftballon fort. Sie spricht von ihrer Trauer darüber, stellt aber auch fest, dass er zu ersetzten ist. Dann steht sie an einem Grabstein und weiß, für Verstorbene gibt es keinen Ersatz „Ich vermisse dich“.  Sie liegt auf einer Decke und schaut in die Wolken, wir sehen die Szene aus dem Himmel schauend, eine außergewöhnliche Perspektive. Das Mädchen denkt darüber nach, ob sie die Person vergessen wird. Sie umarmt liebevoll ihren Teddy und wünscht sie könnte auch die, um die sie trauert, umarmen und „niemals loslassen.“ 

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    Dann füllt das Mädchen eine Kiste mit Erinnerungen und geht an besondere Orte, um perfekte Gegenstände zu sammeln. Sie unterhält sich mit der Familie, erlebt Neues und berichtet davon. So endet das Buch mit dem Satz „Ich werde dich niemals vergessen.“

    In diesem Buch wird nicht erwähnt, wer verstorben ist und in welcher Beziehung diese Person zu dem trauenden Mädchen steht. Sie spricht diese Person direkt an. Dadurch kann man sich gut in die Ängste des Mädchens einfühlen und mit der Erinnerungskiste hat sie für sich auch eine gute Lösung gefunden. Sicher ist das auch ein guter Tipp für andere. Jeder geht mit seiner Trauer anders um, aber dieses leise Buch, das aber auch Lachen zulässt, ist sicher ein schöner Ratgeber für Kinder, die eine solchen Verlust erleiden. Auch für uns, die vielleicht bald gehen müssen, ist dieses Buch tröstlich, denn was bleibt von uns, außer der Erinnerung der Menschen, die uns lieben.

    Die Altersangabe des Verlags finde ich sehr hoch. Ich denke, das Buch kann man durchaus mit jüngeren Kindern anschauen. Sicher nur bei Bedarf und mit liebevoller Begleitung.

    Dagmar Mägdefrau