• Gut geheult, kleiner Wolf

    Gut geheult, kleiner Wolf

    Christine Rettl

    Obelisk

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Jetzt, wo wir immer wieder vom Wolf hören, ist dies ein informatives Sachbuch um Kennenlernen des Wolfes. Zum Anfang finden wir ein kleines Gedicht und dann lernen wir die kleinen Wölfe kennen. Nicht nur die Wolfsmutter hat Junge bekommen, auch die Beutetiere ziehen ihre Kinder groß. Von der Mutter und später von den Lehrer-Wölfen wird den Kleinen alles beigebracht.

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    Sie lernen Angst vor ihrem Todfeind, dem Bären zu haben und dass Wölfe im Rudel leben um gemeinsam kämpfen oder jagen zu können. Natürlich will auch das Heulen gelernt sein. Denn nicht nur durch ihre Gesten verständigen sich die Wölfe, sondern auch durch ihre Sprache, das Heulen.

    Am Ende des Buches finden wir noch einen Steckbrief und danach gibt es ein kleines Quiz.
    Mit kurzen Kapiteln, großer Schrift und erklärenden Bildern, kann sich der Erstleser sein Wissen über den Wolf selbst aneignen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Fünf Gramm Glück – Die Geschichte einer Brotdose erzählt von ihr selbst

    Fünf Gramm Glück – Die Geschichte einer Brotdose erzählt von ihr selbst

    Thilo Reffert

    Sonja Kurzbach

    Klett Kinderbuch

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Das Cover zeigt eine türkise Brotdose und wenn man das Buch aufschlägt sehen wir den Inhalt. Ein Brot, Trauben und Gurkenscheiben, immer im Querformat, passend zur Dose.
    Die Geschichte beginnt mit der Fertigung und der Verschiffung nach Deutschland. Mit dem Leben als Brotdose eines Erstklässlers.

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    Mit der Angst im dunklen Kühlschrank, dem Vergessen und Verloren werden. Aber auch über die Freude des Besitzers beim Wiederfinden. Alles banale Erlebnisse, die einfach schön erzählt werden. Und bisher hatte ich noch nicht das Glück eine Geschichte aus Sicht der Brotdose erzählt zu bekommen. Ich habe jetzt ein schlechtes Gewissen, dass meine Brotdose, seit ich nicht mehr arbeite, auch in der dunklen Schublade liegt.

    Es gibt viele Bilder zu den kurzen Kapiteln, als für Erstleser durchaus geeignet.

    Dagmar Mägdefrau

  • Alles von Zackarina und dem Sandwolf

    Alles von Zackarina und dem Sandwolf

    Åsa Lind

    Illustrator: Philip Waechter

    Übersetzung: Jutta Leukel

    Verlagsgruppe Beltz

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahren

    In der deutschen Übersetzung von Jutta Leukel sind in Åsa Linds „Alles von Zackarina und dem Sandwolf“ drei Bücher mit je 15 Geschichten zusammengefasst. Philip Waechter hat die sparsamen, heiteren Bleistift-Illustrationen beigetragen.
    Obwohl der Sandwolf ein großes und gefährlich aussehendes Tier mit spitzen Zähnen und scharfen Krallen ist, fürchtet sich das Mädchen Zackarina nicht vor ihm, denn er jagt nur Mondschein. Er weiß alles, weil er so alt ist, und er beschützt Zackarina und gibt ihr weisen Rat.

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    Jede einzelne Geschichte macht dem Leser Lust auf das Buch, das Erwachsenen wie Kindern den Spiegel vorhält, ohne den Zeigefinger zu erheben. Ab und zu beantwortet es auch philosophische Fragen.

    In „Die unendliche Wurst“ ist es die Unendlichkeit des Universums, die Zackarina Kopfschmerzen bereitet, so lange hat sie schon darüber nachgedacht. Der Sandwolf behauptet dagegen, es gäbe eigentlich nichts, was zu Ende geht. Nicht einmal das Bonbon, das Zackarina gerade heruntergeschluckt hat. Es habe sich nur in etwas anderes verwandelt, sagt der Sandwolf. Als Zackarina versteht, dass nicht nur alle Dinge, sondern auch sie selbst Teil des Universums ist, rennt sie erleichtert und hungrig nach Hause. Beim Abendessen versucht sie ihrem Vater die neue Erkenntnis am Beispiel der Wurst zu vermitteln, die sie gerade aufgegessen hat.

    In der Geschichte „Zackarina und der Tod“ sieht das Mädchen nach einem Sturm einen seltsamen Schwan auf dem Meer. Der Sandwolf sagt, dies sei der Tod. Beschützt vom Sandwolf, wagt Zackarina eine Begegnung mit dem Tod, der sich am Strand in einen alten Mann verwandelt hat. „Du bist doch wohl nicht gekommen, um Zackarina zu holen?“ fragt der Sandwolf. „Nein, ich soll einen Hund holen, der Tikko heißt“, sagt der Tod und verschwindet. Zackarina ist erleichtert und traurig zugleich, denn sie kannte den Hund. Auf die Frage, wohin der Tod Tikko bringen werde, weiß auch der Sandwolf keine Antwort, denn das war und bleibt ein Geheimnis.

    „Allein zu Haus“ ängstigt sich Zackarina doch ein wenig vor den Geräuschen im leeren Haus, die ihr zum ersten Mal unheimlich sind. So rennt sie zum Strand, zum Sandwolf, der aus den Geräuschen des Kühlschranks, des tropfenden Wasserhahns und der knarrenden Treppe ein Lied macht. Aus einer alten Blechdose wird eine mit Sand gefüllte Rasselbüchse. Singend und sandrasselnd hat Zackarina dann keine Angst mehr, im leeren Haus zu warten.

    Obwohl die Geschichten von Åsa Lind auch zum Selberlesen gut geeignet sind, denke ich sie mir vor allem als Vorlesegeschichten, die in kindgemäßer Sprache auch ernste Themen behandeln. Vom Kindergartenalter bis über das Alter von 10 Jahren werden Kinder ihre Freude daran haben.

    Marie Rose Joos