• Seepferdchen sind ausverkauft

    Seepferdchen sind ausverkauft

    Katja Gehrmann

    Constanze Spengler

    Moritz

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Das ist mal wieder ein Bilderbuch, bei dem man laut lachen kann. Zumindest als erwachsener Vorleser. Mikas Papa werkelt mit Lötkolben an seinem Schreibtisch und er will nicht gestört werden. Mika möchte aber gerne an den Badesee. Die beiden einigen sich darauf, dass Mika, wenn sie ein Haustier bekommt, Papa in Ruhe arbeiten lässt.

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    Papa gibt Mika Geld und versichert dem Besitzer des Zooladens telefonisch, dass er Mika alles verkaufen darf. So findet zunächst eine Rennmaus den Weg in den Haushalt der beiden. Da diese sich versteckt, kommt ein Hundewelpe dazu, der ins Bad macht. Als Aufpasser wird ein Seehund gekauft und alle vergnügen sich in der Wanne. Da die Rennmaus sich nicht ins Wasser traut wird ein Pinguin als Schwimmlehrer gekauft, da Seepferdchen sind leider ausverkauft sind. Weil der Pinguin zu viel Tierfilme im Fernsehen guckt, ergänzt ein sprechender Papagei die Truppe. Da der zu laut ist und Papa stört kommt als letzter Kauf noch ein kleiner Elefant dazu. Man kann sich Papas Verwunderung vorstellen, als er alle am Frühstückstisch vorfindet, als er endlich mit der Arbeit fertig ist. 

    Der witzige Text findet sein Pendant in den lustigen Bildern. Ein humorvolles Buch, das ich gleich noch einmal lesen könnte.

    Dagmar Mägdefrau

  • Meine Freunde, das Glück und ich

    Meine Freunde, das Glück und ich

    Elisenda Roca

    Rocio Bonilla

    Ellermann Der Vorleseverlag

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Ich mag die Bilder von Rocio Bonilla sehr und das war auch der Grund, weshalb ich dieses Buch lesen wollte. Ich wurde nicht enttäuscht. Die Texte sind kurz und die Bilder einfach herrlich. 
    Violetta, die wir erst auf der letzten Seite richtig sehen werden, erzählt von einem Fest in ihrem Viertel. Alle ihre besten Freunde und Freundinnen helfen bei der Organisation mit. Es sind eine ganze Menge Kinder. Begleitet wird Violetta, die wir zunächst immer verdeckt oder von hinten sehen von ihrem Hund Struppi. Jede Seite endet mit einem Satz, der Struppi betrifft.

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    „Kommst du mit? Struppi, hör auf zu knurren!“ „Struppi, wo bist du?“ Es macht also Sinn immer zu schauen, wo der kleine Hund auf dem Bild zu finden ist.
    Milena, die Schwester der Zwilling, zieht mit der Schubkarre los, zunächst zu Familie Wang, die Girlanden dazu steuert. Nora hat zwei Mütter, die einen Blumenladen führen, der dunkelhäutige Lando und seine Familie machen Musik, Beth Mama kümmert sich um Tische und Stühle, vom Balkon winken vier Geschwister. Leider gibt es in der Nacht ein Gewitter, das alles zerstört, was die Kinder gemacht haben. Doch auch hier gibt es Hilfe der Freunde, deren Mutter eine Kehrmaschine fährt und ein anderer Vater hat einen Laubbläser. Das tolle Team kann alles wieder schmücken und dann wird noch der Kuchen bei Emelys Papas abgeholt. Jetzt kann das Fest losgehen. Wie schon gesagt, sehen wir dann auch Violetta, die so viele tolle Freunde, mit genauso tollen Eltern hat.

    Das Buch bietet sehr viele unterschiedliche Konstellationen, von Kindern und Eltern, ohne, das darauf belehrend eingegangen wird. Es ist wie im Leben, so wie es ist, ist es gut.

    Dagmar Mägdefrau

  • Ausflug zum Mond

    Ausflug zum Mond

    John Hare

    Moritz

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Nominiert für den Jugendliteraturpreis 2020

    Dieses Bilderbuch kommt ganz ohne Worte aus, trotzdem kann man die Geschichte gut verstehen. Auf dem Cover sehen wir die Kinder und den erwachsenen Begleiter in ein knubbeliges gelbes Raumschiff steigen. Der Flug geht an einer (Mond-)Sichel vorbei, dann sehen wir das gelandete Raumschiff und die Passagiere in Raumanzügen auf dem Planeten.

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    Alle Kinder folgen den Ausführungen des Leiters, nur ein Kind sitzt mit seinen Malutensilien am Boden. Da es kurz einnickt, starten die anderen ohne ihn. Deshalb trifft es auf die einäugigen Bewohner des Planeten. Die nutzen begeistert seine Stifte. Zum Glück wird das Kind dann doch noch abgeholt. 

    Großartige Bilder, die ohne Worte diese fantastische Geschichte erzählen. Das Buch begeistert sicher nicht nur mich.

    Dagmar Mägdefrau

  • Kleiner grüner Esel

    Kleiner grüner Esel

    Anuska Alleputz

    magellan

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    In einer schönen blaugrünen Wiese liegt der kleine graue Esel und er ist entschlossen nur Gras zu fressen. „Mir schmeckt nur leckres grünes Gras, das ess ich jeden Tag!“ Obwohl Mama ihm anders Früchte und Möhren anbietet, bleibt er dabei. Vom dem vielen Gras wird der Esel ganz grün und als er mit einem Lied auf den Lippen am See trinken will, sieht er das auch selbst.

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    Quer über beide Seiten sehen wir den auf zwei Beinen stehenden Esel und an seinen Körperteilen sehen wir die Bezeichnungen. „Wie ein Grashalm sehe ich aus.“ Mit Hilfe von Matsch und Blätter versucht er sie Verfärbung vor seiner Mutter zu verbergen. Doch die sieht es sofort. Der kleine grüne Esel versucht jetzt verschiedenen Früchte und nur die Karotten mag er. So wiederholt sich die Geschichte und der Esel wird orange.

    Die Esel werden meist stehen und ungewöhnlich geformt abgebildet, trotzdem sind sie zu erkennen. Die Reime gefallen mir sehr gut. Eine lustige Geschichte, die vielleicht dazu verleitet, mal was anders zu probieren.

    Dagmar Mägdefrau

  • Paul, gar nicht faul!

    Paul, gar nicht faul!

    Martina Leykamm

    Susanne Weber

    Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Paul, das muntere Faultier ist die Hauptfigur diese Pappbilderbuches. Während seine Artgenossen schlafen, „schwingt er von Ast zu Ast, macht nicht mal `ne kleine Rast“. Er trifft nach der Giraffe und den Affen, der mit ihm Bananen isst und schwimmen geht. Als dann auch der Affe schläft, geht es weiter mit dem Elefanten. Erst am Abend hängt er sich auch an einen Ast.

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    Auf den Bildern gibt es noch einige anderen Tiere zu sehen, das macht den kleinen Zuhörenden immer besonderen Spaß. Die Vierzeiler sind schön gereimt und gut zu lesen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Sechs Augenblicke

    Sechs Augenblicke

    Antja Szillat

    Edition Zweihorn

    Verlagsempfehlung ab 7. Klassenstufe

    Auf 114 Seiten erzählt die Autorin eine spannende Geschichte über Freundschaften im Internet. Jedes der kurzen Kapitel ist mit einem Zitat überschrieben. Das Buch erreicht sicher auch ungeübte Leser*innen.

    Die sanfte Marie seit ihrer Kindheit ist mit Lea befreundet, doch heute ist Marie nicht sanft, sondern rebellisch und es kommt zum Streit zwischen den beiden Mädchen. Als Marie am Abend nicht zu Hause auftaucht, machen sich alle große Sorgen und am nächsten Morgen wird die Polizei gerufen.

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    Lea erzählt nicht sofort, dass sich Marie in letzter Zeit sehr verändert hat, weil sie den Eltern nicht weh tun will. Lea weiß, dass Marie sich mit einem Fotografen in einem Café getroffen hat, der für ein Buch „Augenblicke“ festhalten wollte. Hat dieser Mann etwas mit dem Verschwinden von Marie zu tun? Mit ihren Freund Jona will sie der Sache nachgehen und begibt sich dadurch in große Gefahr.

    Wie weit kann man „Freunden“ im Internet glauben? Kann man diese „Freundschaften“ in der realen Welt fortsetzten? Wie sehr lassen wir uns alle von dieser Scheinwelt blenden?

    Es ist nicht einfach seine Kinder zu schützen, das trifft auf das Leben und das Internet zu. Dieses Buch kann dazu beitragen, dass man sich überlegt, was hinter dem netten Chatpartner wohl verborgen ist.

    Dagmar Mägdefrau

  • Das Geheimnis des Entrümplers – Fabelflug-Chroniken I

    Das Geheimnis des Entrümplers – Fabelflug-Chroniken I

    Claudia Aichholzer

    Martin Krammer

    Fairyland

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Das Cover sieht dreidimensional aus und ist wunderschön gestaltet. Im Einband finde ich die Karte mit dem Berg Purmont und der Rattenschlucht, in der die Gnome wohnen. Penelope Donella Dropps genannt Poppie,  ist die Hauptfigur dieses Buches und ihr Steckbrief ist auf der ersten Seite. Ausgewiesen ist ihr Status mit Level 1. Sie hat wuscheliges, rostrotes Haar, in dem sie ihre Werkzeuge unterbringt. Danach lernen wir etwas über die Gnome im Allgemeinen und die Rattenschlucht in der sie wohnen und arbeiten.

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    Im Berg Purmont wohnen die Zwerge und wenn ein technisches Teil nicht mehr nutzbar ist, wird es über den Berghang in die Rattenschlucht befördert. So passiert es auch mit dem „Dinglein“. Poppie und ihr kleiner Cousin finden dieses Teil und Poppie hat bald einen Plan, wie sie es verbauen will. Sie wohnt in der Ratterstadt und arbeitet in der Kleinod-Liebelei. Sie macht dort Pläne, wie man die vielen gefunden Teile zusammenbauen kann. Obwohl sie ihre Arbeit richtig gut macht, trotzdem hat ihr Chef der alte Gnom Herr Gorl, kein gutes Wort für sie übrig. Er und seine Vorfahren sind die Besitzer der Kleinod-Liebelei, weil sie den Entrümpler gebaut haben. Leider fällt ein privater Bauplan Herrn Gorl in die Hände und Poppie muss sich überlegen, wie sie ihn wiederbekommen kann.

    Das Buch ist in elf Kapitel unterteilt, die mit wundervollen Bildern geschmückt sind. Die Gnome, kleine Wesen mit bunten Haaren und spitzen Ohren, tragen fantasievolle Kleidung und ihre Bilder sind sehr gut konzipiert. So sieht Herr Gorl sehr finster aus und Poppie hat mit ihrem bauchfreien Outfit schon etwas von einer Kämpferin. 

    Am Ende des Buches kann man noch die gnomische Schrift erlernen und damit einen Brief lesen. Ja und dann wird auf den zweiten Teil hingewiesen, sicher auch gelesen werden muss.

    Fairyland ist noch junger ein Verlag, der Kinder-Fantasy-Bücher herausbringt und mit seinen Produkten auf die Umwelt achtet. Mir gefällt dieses Konzept sehr gut und wenn dann noch so wundervolle Bücher entstehen, dann läuft alles perfekt.

    Dagmar Mägdefrau

  • Wer kommt in meine Arme?

    Wer kommt in meine Arme?

    Larisa Lauber

    Sophie Luca Paulsen

    Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Auf dem Cover des Pappbilderbuches sehen wir den kleinen Oktopus Otto. Sein Körper ist mit einem glänzenden Lack gemalt und dadurch funkelt er ganz wunderschön. Er trägt eine blaue Kapitänsmütze und hat ein niedliches Gesicht. Leider ist Otto auf der ersten Seite „nicht gut drauf“. Er hadert mit seinen vielen Armen. Seine Arme haben Zahlenbeschriftungen und im Text werden sie durchgezählt.

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    Neben Otto sehen wir Fische, Krebse, eine Qualle und Seesterne. Otto möchte auf den nächsten Seiten immer wieder Tiere umarmen, doch der schreckt zurück vor 1,2,3,4,5,6,7,8 Krakenarmen. So lernt der Leser Glitzerfische, Rochen und Hummer kennen. Als Otto sich traurig verdrücken möchte, wird seine Hilfe gebraucht, weil eine kleine Schildkröte feststeckt. Otto kann sie befreien und alle Fische danken ihm mit einer Umarmung. 

    Die Verse gefallen mir mit ihren Wiederholungen sehr gut, auf den niedlichen Bildern ist viel zu sehen und vielleicht lernt der kleine Zuhörer sogar ein wenig zählen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Wollen wir Freunde sein, kleiner Bär?

    Wollen wir Freunde sein, kleiner Bär?

    Steve Smallman

    Caroline Pedler

    Brunnen

    Leseempfehlung ab 3 Jahre

    Frühling- und der kleine Bär erwacht aus seinem Winterschlaf. Er will die Welt erobern und rennt gleich los. Da stößt er an etwas Hartes, eine Schildkröte ist das erste Tier, dass ihm begegnet. Er lädt sie ein mitzukommen, da sie nicht so schnell laufen kann, trägt er sie auf seinem Rücken. Der Bär läuft so schnell, dass er sie anderen Tiere gar nicht sieht und auch der Schildkröte nicht zuhört.

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    Er riecht nicht an den Blumen, denn er muss den Hügel hinunterkullern und auf Bäume steigen. Am Seeufer kann er auch nicht einfach sitzen, er muss hineinspringen. Der Schildkröte, die er an der Hand mitzieht, gefällt das nicht. Als sie dem Bären sagt, dass es bald Abend wird und er schlafen muss, ist der ganz entsetzt. Erst als sie ihm erklärt, dass er nur eine Nacht schlafen wird und nicht wieder den ganzen Winter durch, ist er zufrieden. Die Schildkröte rät ihm „ein bisschen ausruhen und zuhören und in aller Ruhe beobachten, wirst du auch können.“ Und dann sagt sie dem Bären, dass er mit ihr eine Freundin gefunden hat. 

    Niedliche Tiere und schöne Frühlingsbilder ergänzen die Geschichte um eine besondere Freundschaft. Ein ungestümer jungen Bär und eine weise Schildkröte können noch viel zusammen erleben.

    Dagmar Mägdefrau

  • Plötzlich war Lysander da

    Plötzlich war Lysander da

    Antje Damm

    Moritz

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Bei einem Workshop hat uns Antje Damm die Technik ihres Buches „Der Besuch“ erklärt, die auch bei diesem Buch angewandt wurde. Sie baut aus allerlei Materialien die Kulisse und stellt die gemalten Protagonisten dort hinein und fotografiert das Ergebnis für das Buch. Eine Idee mit der sie außergewöhnliche Bilderbücher erstellt.

    Drei Mäuse bekommen einen Brief, sie sollen ein anders Tier in ihrer Höhle aufnehmen. Natürlich sind sie empört.

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    Lysander ist ein Lurch, der die lange ungenutzte Wanne für sich beansprucht. Auch hier trifft er wieder auf Empörung der Mäuse. Am Ende haben sich die Vier aneinander gewöhnt und sie freuen sich, dass Lysander für Salat zu den Kartoffeln gesorgt hat.

    Eine schöne Geschichte, die uns zeigt, dass Fremde durchaus etwas zur Gemeinschaft beitragen können und das gemeinsame Leben Spaß machen kann.

    Dagmar Mägdefrau

  • Wolle und ich

    Wolle und ich

    Quentin Greban

    Jumbo

    Leseempfehlung ab 3 Jahre

    Das Haustier in diesem Buch ist das Mammut Wolle. Es begleitet das Kind immer, sitzt sogar mit im Cabrio. Sie gehen zusammen einkaufen und essen Spagetti. Wolle wird in der Wanne abgeschrubbt und darf oben im Bett schlafen. Er geht aus Klo und darf beim Ballett mittanzen. Auf der letzten Seite sehen wir zusätzlich eine Schmusetier, das wie Wolle aussieht.

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    „Manche glauben nicht, dass er echt ist…aber die kennen Wolle nicht!“ Ist der Text dazu. Ich war mir unsicher, ob das Kind ein Mädchen ist, nur ihr Tutu lässt es vermuten. Die Darstellung ist leider etwas farblos und altmodisch.

    In dem Buch werden alltägliche Situationen geschildert, die die Kinder auch mit ihren Schmusetieren erleben. Trotz der gefühlvollen Bilder kommt die Geschichte nicht so richtig bei mir an. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Wo sind bloß die Ostereier?

    Wo sind bloß die Ostereier?

    Andreas Német

    Hans-Christian Schmidt

    Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Ein Pappbilderbuch mit Klappen. Der Korb mit den Ostereiern wird gesucht und es gibt irrwitzige Sachen, die man da findet. „Unterm Tisch? (Tischplatte aufklappen) Ein Fisch“ oder „Sind die Eier hinterm Sofa? (Sofa vorklappen) Nein, da steht ein altes Mofa.“ Das der Text gereimt ist brauche ich dann nicht noch zu erwähnen. Kurze Texte, fröhliche Bilder und viel zu entdecken, das macht immer Spaß. Am Ende steht der Korb im Bücherschrank, schöner Fundort. Ein lustiges Buch zur Osterzeit.

    Dagmar Mägdefrau

  • Rega der kleine Riese

    Rega der kleine Riese

    Silke Farmer

    Angela Renée

    Fairyland

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Rega ist ein kleiner Riese, der zusammen mit seiner großen, klugen Schwester Sprüngor, in Arundia lebt. Im Einband vorne und auch hinten lernen wir die Protagonisten mit einem kleinen Steckbrief kennen. 
    Regas Mutter meint der weitläufige Lorn sei ein verwunschener Ort und da ist es nicht verwunderlich, dass Rega durch einen Sturz in einen Schacht bei winzigen, bunten Drachen landet, die auf Eisbergen sitzend, Zauberperlen bewachen. Als Rega seiner Schwester alles zeigen will treffen sie auf Frider, eine etwas pummelige Traumelfe.

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    Sie holt aus der Traumfabrik kleine Seifenblasen, die, wenn sie auf Riesenkinder treffen, diese sofort einschlafen lassen. 
    Sput der kleine gelbe Drache mit dem Rega sich angefreundet hat, kommt mit einer traurigen Nachricht, den Drachen wurden die Zauberperlen gestohlen. Als Dieb kommt nur der Kletterschrek in Frage. Leider weiß keiner, wo er zu finden ist, aber es gibt eine Geschichte, dass er sich vor Jahren mit dem Wabberschnak so gestritten hat, dass beide sich seitdem nicht mehr gesehen haben. Der kluge und belesene Hutzelmum soll ihnen bei der Suche nach den beiden mit seinem Wissen helfen. 
    So erfahren sie, wo der Wabberschnak wohnt. Schaffen die Freunde ihn unter Wasser zu treffen und wird er ihnen etwas über seinen ehemaligen Freund, den Kletterschrek erzählen? Die vier Freunde finden pfiffige Lösungen und erleben ein spannendes Abenteuer, indem die Freundschaft siegt.

    Das Cover kommt etwas bieder daher, aber im Buch sind einige fantastische Zeichnungen, die ich mir länger angeschaut habe. Der Text hat alles, was ein guter Text benötigt. Er ist witzig, gefühlvoll und spannend, aber auch mit österreichischen Begriffen durchsetzt. Außer Osterreichern sind da Nöstlicher-Fans und Österreichurlauber da klar im Vorteil.

    Ein gelungenes Buch unter dem Dach Fantasy für Kinder.

    Dagmar Mägdefrau

  • Bus 57

    Bus 57

    Dashka Slater

    Loewe

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2020

    Schon auf dem Buchrücken kann man lesen, dass Sasha, ein agender Weißer, der gerne Röcke trägt, und Richard, ein Afroamerikaner, der schon mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist, in der Buslinie 57 aufeinandertreffen. Animiert durch seine Freunde hält Richard ein Feuerzeug an den Rock des schlafenden Sasha. Der Fall ging 2015 durch die Presse und Dashka Slater nahm diesen Artikel zum Anlass, diesen Fall zu recherchieren.

    Sasha, der als Luke geboren wurde, identifiziert sich als nicht einem gestimmten Geschlecht zugehörig, also als Agender oder Neutrois. (Mein Word gibt beide Worte als Fehler an!) In dem Kapitel „Gender, Geschlecht, Sexualität, Romantik: ein paar Begriffe“ lese ich einige, mir bisher nicht bekannte Begriffe bzw. Begriffe, ich bislang nicht einordnen konnte.

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    „Genderqueer/Nichtbinär – Geschlechtsidentität passt nicht richtig in das Zweiersystem männlich/weiblich.“ Oder „Greysexuell – empfindet nur gelegentlich sexuelle Anziehung, meist aber nicht.“ Sasha hat sehr aufgeschlossenen Eltern und besucht eine Privatschule, in der die Mitschüler ihn voll akzeptieren. Auch als er sich entscheidet, Röcke zu tragen, nimmt keiner daran Anstoß. Aufgrund des Alperger-Syndroms wird Sasha als sehr schüchtern beschrieben, er hat aber einen Freundeskreis und alle zusammen spielen ein sehr kreatives Spiel, bei dem 1001 leere Karten mit Spielanweisungen gefüllt werden müssen.

    Richard lebt im armen Teil von Oakland, geht auf eine öffentliche Schule und war aufgrund einer Straftat schon in einer betreuten Wohngruppe untergebracht. Seine Mutter und auch eine pädagogische Kraft, die selbst eine bewegte Vergangenheit hat, und zur Ersatzmutter für viele Schüler wird, bemühen sich um den Jugendlichen. Er ist fröhlich, albert herum und macht gerne Streiche, ist sehr einfühlsam und kann gut auf andere eingehen. Dann gibt es diesen Moment, wo Richard einfach die Auswirkungen seiner Tat nicht bedenkt. Er zündet den duftigen Rock an und Sashas Leben besteht lange Zeit aus Schmerzen. Da es Videoaufnahmen der Tat gibt, wird Richard schnell verhaftet. Der zweite Teil des Buches befasst sich mit der Justiz der USA bzw. des Staates Kalifornien. Richard wird zunächst nach Erwachsenenrecht angeklagt, obwohl er erst sechzehn ist. Dieser Teil ist kompliziert zu lesen und macht mich als Leser wütend, weil es so ungerecht ist, wie mit Richard verfahren wird. 

    Gerade in der Situation, wo wir wieder erleben, wie rassistisch unserer Gesellschaft ist, zeigt sich in diesem Buch, dass Menschen, die nicht der binären Norm entsprechen, noch häufiger unter der Intoleranz der „Normalen“ zu leiden haben. Das Buch benutzt immer das Gender* und für mich unbekannte Pronomen, wie sier und sieren statt sie/er oder ihrer/seiner. Unter „Nichtbinär-Wiki“ habe ich aber auch andere Möglichkeiten gefunden. Es wird sicher noch einige Zeit dauern, bis sich unsere Sprache verändert.

    Ein interessantes Buch zu einem Thema, das in unserer Zeit immer mehr an die Öffentlichkeit dringt und über das ich bisher wenig Informationen habe.

    Dagmar Mägdefrau

  • Alles Arbeit oder was?!

    Alles Arbeit oder was?!

    Mieke Scheier

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Schon das Format des Buches ist beeindruckend, es fehlt nicht viel an Din A 3. Auf dem Cover ist schon eine Auswahl an Arbeitenden zu sehen. Auf der Seite des Einbandes steht eine Malerin noch auf der Leiter und malt die restliche Seite in blau aus. 

    Los geht es an einem hektischen, also ganz normalen Morgen. Im oberen rechten Feld sehen wir in die Wohnung, wo die Mutter in schnellen Schritten durch den Raum eilt. Der Vater, ein Kind in der Trage auf dem Rücken, zieht dem anderen Kind die Jacke an. Ein kleines Mädchen spielt mit dem Bagger. Nur der Großvater sitzt lesend auf der Couch. „immer mit der Ruhe…“

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    Unten auf der Straße sehen wir in das Schaufenster eines Bäckers, während der Müllmann die gelbe Tonne abholt.
    Danach sehen wir eine große Kreuzung mit vielen Fahrzeugen und noch mehr Fußgängern. „Wo wollen all die Leute hin?“ Danach werden einige Berufe bildlich vorgestellt. Vieles erklärt sich von selbst, anderes hat eine kurze Erklärung. 

    „Was ist ein Arbeitsplatz?“ ist eine wichtige Frage. Wir Erwachsenen sprechen immer davon, aber es kann ja so vieles sein. Die Geschichte der Arbeit von der Steinzeit bis zur Supermarktkasse. Da geht es um Geld und auf der nächsten Seite ist dann die gerechte Bezahlung ein Thema. „Macht Arbeit Spaß?“ auf die Frage gibt es hier einige Antworten. Besonders der Y-tanzende Lehrer hat es mir angetan. Manche Menschen erleben ihre Arbeit als Abenteuer, wie der Pilot und die Pilotin. 

    Die Bürobilder sind sehr unterschiedlich, einer sitz sogar auf dem Klo. Nur, wenn die Arbeit keinen Spaß mehr macht, was tut man dann? Empfohlen wird als Ausgleich Familie und Freunde. Eine Reihe Menschen gibt an, was sie arbeiten. Der Säugling lernt sprechen und die alte Dame am andren Ende passt auf die Enkel auf. 

    Die Herstellung eines Tisches zeigt auf, wo die Dinge herkommen. Manche Berufe gibt es nicht mehr, da arbeiten jetzt Roboter. Was ist zu tun, wenn man keine Arbeit hat? 
    Auf der letzten Seite werden Begriffe wie „Blau machen“ oder „Ehrenamt“ erklärt. Immer nur wenig Worte und erklärende Bilder. 
    Die Malerin hat ihre Seite blau angestrichen und verabschiedet sich im hinteren Einband „Und tschüss!“

    Viele Informationen um das Thema Arbeit mit erklärenden Bildern und ganz kurzen Texten. Ideal zur Beantwortung der Fragen nach der Arbeit der Eltern. Vor allem, wenn man in einem Beruf arbeitet, der nicht öffentlich ist. Da haben Kinder oft keine Vorstellung, was die Eltern den ganzen Tag machen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Mit Polli durchs Jahr

    Mit Polli durchs Jahr

    Ilona Cornelia

    BoD

    Autorenempfehlung von 4 bis 8 Jahre

    Polli ist die kleine Katze, deren Geschichte im Mai erzählt wird. Sie trifft auf einen Maikäfer und die beiden verbringen einen tollen Tag zusammen. Die Bastelanleitung im Anschluss zeigt uns, wie Maikäfer aus Tonpapier oder aus Steinen gebastelt werden.
    Das Buch beginnt mit der Geschichte von Paulchen, der auf seinen Freund wartet, der leider absagen muss und der dann mit seiner Mama eine Futterglocke für die Gartenvögel baut. Natürlich folgt eine Anleitung zur Herstellung einer solchen Glocke.

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    So geht es durch das Jahr, im Juli lernen wir einen Kaktus kennen, der durch eine Orchidee mehr Selbstbewusstsein bekommt. Im August wird eine Sandburg gebaut, die Elias lange mit Papa geplant hat, doch dann kommt seine kleine Schwester dazwischen. Zu Halloween wird eine nette Spinne lebendig und zum guten Schluss fährt eine ganze Familie mit einem weihnachtlichen Bus.

    Die Geschichten werden durch kleine Bilder ergänzt, die leider in der Tolino-Fassung etwas untergehen. Die Bastelideen habe ich nicht ausprobieren können, sie sind aber vielfältig und ich denke sie geben eine schöne Anregung, wie man das Thema ergänzen kann. 

    Eine schöne Buchidee und sicher auch ein schönes Geschenk.

    Dagmar Mägdefrau

  • Das Lied der Wale

    Das Lied der Wale

    Gianna Marino

    Sterntaler

    Leseempfehlung ab 3 Jahre

    Little Blue der junge Wal und sein Papa warten auf die anderen Wale, um mit ihnen zu den Futterstellen zu schwimmen. Papa verspricht dem Kleinen, dass er das Lied seines Vaters immer hören wird. Bald tauchen die anderen Wale auf und gemeinsam geht es weiter. Little Blue ist neugierig, was in der Tiefe ist. Er taucht hinab und durchschwimmt eine Welt von Magie, weiter unten ist alles „kalt und dunkel und still“.

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    Der junge Wal ruft nach seinem Papa, aber seine Stimme ist zu schwach. Da erinnert er sich an das Versprechen und hört Papa seinen Namen rufen „Little Blue“ Auf den letzten Seiten sehen wir die beiden glücklich zusammen schwimmen und das braucht keine Worte. Der Text ist sehr poetisch geschrieben und die Bilder sind ein Traum in Farben. Mein zweijähriger Enkel liebt das Buch und verlangt es immer wieder. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Ein Himmel für Oma – Ein Bilderbuch über das Sterben und den Tod

    Ein Himmel für Oma – Ein Bilderbuch über das Sterben und den Tod

    Antonie Schneider

    Betina Gotzen-Beek

    Coppenrath

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Ein heikles Thema, dass die Kinder aber brennet interessiert, besonders, wenn in ihrem Umfeld ein Todesfall vorkommt. Der Text ist schon etwas länger, allerdings in Dialogform geschrieben. Das lockert schon auf. Die Oma zieht zu Lena und Valentin, sie bringt einen Vogel namens Chaja mit. Etwas verwundert es, dass die Kinder den Vogel nicht kennen. Es ist ein fröhliches gelbes Federknäul. Alles verläuft gut, bis der kleine Vogel mehr Federn verliert und die Oma schwächer wird.

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    Sie erzählt viel aus der Zeit als Papa noch klein war. Als es Winter wird scheint der Vogel krank. Obwohl Valentin ihm ein Nest baut und sie dem Vogel Ruhe gönnen, liegt er am Morgen tot im Käfig und die Familie beerdigt ihn im Garten. Die Kinder und die Oma schauen sich das Bild von Chaja an und erzählen sich Geschichten.
    „Chaja ist zwar gestorben, sie lebt aber in unseren Herzen weiter – weil wir sie liebhaben und an sie denken“. Die Oma wird immer schwächer und bleibt dann ganz im Bett. Die beiden Kinder kümmern sich sehr um sie und „spüren, wie lieb sie Oma haben.“ Eines Morgens holt Papa die Kinder und sagt ihnen, dass Oma nicht mehr lebt. „Sie ist im Himmel, wie Chaja“. Gemeinsam überlegt die Familie, wie sie sich an Oma erinnern können. Mit Fotos, mit Bildern, mit Geschichten. „Dann lebt Oma immer weiter.“

    Die Umsetzung dieser traurigen Geschichte, die am Ende so viel Trost bietet, empfinde ich als kindgerecht und tauglich für trauernde Kinder. Sie regt an sich an die Verstorbenen zu erinnern und sie so weiterleben zu lassen. Wir sprechen noch so oft von meinem Opa, der schon über 40 Jahre tot ist und es gibt immer wieder Situationen, die an ihn erinnern. Meine Kinder haben ihn nicht mehr kennen gelernt und wissen doch einiges von ihm. Und ist es nicht das, was von uns zurückbleibt?

    Dagmar Mägdefrau