• Platz da, ihr Hirsche!

    Platz da, ihr Hirsche!

    Stefanie Schneider

    Susan Batori

    Penguin junior

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir die drei Hirsche auf ihrer Decke und viele andere Tiere drängen ins Bild. Der Einband zeigt einen einsamen See, nur eine Libelle tanzt herum. 
    Flott sind die drei Hirsche mit dem tollen roten Cabrio unterwegs. Sie fahren zu einem Geheimplatz, eben jenem See. Doch schon taucht ein Schwein auf und macht sich dort mit seiner Decke breit, den Protest der Drei überhört es. Federball spielendes Federvieh stört die Drei ebenfalls. Schon ist die ganze Wiese voll mit allen möglichen Tieren.
    mehr oder weniger lesen
    Am Himmel ist eine ganz dunkle Wolke zu sehen und leider hört niemand auf den Wetterfrosch, so regnet das Cabrio, dass nicht zu schließen ist, voll. Alle Tiere unterstützen die drei unfreundlichen Hirsche in ihren Bemühungen das Auto trocken zu halten. Nachdem die Sonne wieder schein, fahren alle zusammen im Auto nach Hause und planen schon für den nächsten Tag. Dann kommen vielleicht noch andere Tiere, „Das wäre schön, denn Freunde kann man schließlich nie genug haben.“
    
    Fröhliche bunte Bilder, schöne Texte und die Bestätigung, dass Freundschaft wichtig ist, auch für arrogante Hirsche.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Ach, hätte ich bloss einen Kakapo  

    Ach, hätte ich bloss einen Kakapo  

    Elena Prochnow

    Edition Pastorplatz

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Ich hatte ja vermutet, dass das Wort „Kakapo“ eine Erfindung sei und war erstaunt, dass es diesen grünen Papageienvogel mit dem lustigen Namen in Neuseeland wirklich gibt. 
    Auf dem Cover ist ein Junge mit Wuschelkopf und Brille zu sehen und das Bilderbuch erzählt von seinem Wunsch nach einem Haustier.
    Zusammen mit seinen Wunschtieren springt er dynamisch auf dem Bett herum und berichtet, an wen er seinen Wunsch gerichtet hat. Im Fernsehen und in der Zeitung schaut er Tiere an und auf dem Bild schaut ein Hund aus der Zeitungsseite heraus an. Für mich das schönste Bild im Buch.
    mehr oder weniger lesen
    Leider hat seine Mutter, die auf dem nächsten Bild Augentropfen benutzt, eine Tierallergie. Dann hört er, beim Frühstück, im Radio vom Kakapo. Auch ich höre zum ersten Mal von diesem „Nachtpapagei“ und sehe zum ersten Mal ein Bild von ihm in diesem Buch. Natürlich habe ich mich sofort im Internet informiert.
    Für den Jungen wäre er ein „Traumhaustier“ und wir sehen die beiden in der Nacht durch die Bäume klettern. Er überlegt sich noch viele Situationen mit dem Kakapo und die Bilder dazu sind einfach wunderschön gezeichnet. So saugt die Mutter Staub und der junge versteckt sich unter dem Bett, während der Kakapo ruhig sitzt und aussieht wie ein Stofftier. 
    Toll ist auch das Bild, das zeigt, wie der langlebige Papagei mit dem Jungen alt wird. Am Ende schauen Mutter und Sohn in den Laptop und recherchieren über den Kakapo. Leider ist er sehr selten geworden.
    
    Auf den letzten beiden Seiten geht es in einem Text um die Umwelt. „Aus bewussten Kindern werden bewusste Erwachsene, die die Zukunft eines Tages gestalten werden“. Ich hoffe, dass so ein gut gemachtes Bilderbuch dazu beitragen wird. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Tomatentage mit Tinka

    Tomatentage mit Tinka

    Sanne Dufft

    Urachhaus

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Wieder geht es bei Tinka, wie im ersten Band (Tinkas Tomaten) um dieses leckere rote Obst, das im Garten oder auf dem Balkon wächst. Da die Eltern wegfahren bleibt Opa bei Tinka und gemeinsam kochen sie Tomatensoße. Opa kennt ein erprobtes Rezept und die Tomaten hat Tinka natürlich selbst geerntete. Damit die Eltern das Rezept nachkochen können, wir es in ein Buch geschrieben. Tinka malt das Bild dazu. Beim Einkauf auf dem Markt treffen Tinka und Opa Marcello. Tinka erzählt von ihrem Tomatenwochenende, Marcello sagt ihnen gleich das Rezept „Insalata Caprese“, dass sie dann zusammen zubereiten.
    mehr oder weniger lesen
    Als Enisa zum Spielen kommt, erzählt sie von „Tomatentaboulé“ und holt gleich das Rezept bei ihrer Mutter. Dieses syrische Gericht wird auch gleich ins Buch geschrieben. Da Jasper für die Eltern am Abend Burger machen will, machen Opa und Tinka Tomatenketchup. Mit dem schönen Wort „Oberpomodorofantasticofleißg“ und einem Bild vom gemeinsamen Essen endet das Buch. 
    Schön, dass der Tomaten-Fans Tinka uns hier ihre und Opas Rezepte aufgeschrieben hat, sie sind einfach herzustellen und der Ketchup kann auch ein schönes Mitbringsel sein.
    
    Die kleine Geschichte wird wieder sehr schön durch die Bilder ergänzt und sie wird nicht nur kleinen Köchinnen und Köchen gefallen. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Abenteuer mit dem Meermädchen – Mit Bildern lesen lernen

    Abenteuer mit dem Meermädchen – Mit Bildern lesen lernen

    Anja Kiel

    Fischer Sauerländer

    Duden Leseprofi

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Mit dem Beginn der Kita entdecken die Kinder die Buchstaben und „lesen“ gerne etwas vor. Mit diesem Buch, dass Worte durch kleine Bilder ersetzt, können sie zunächst einmal beim Vorlesen mithelfen. 
    Erst einmal geht es zum Strand. Die Profifrage nach Worten, die mit M anfangen, ist sich für viele noch etwas schwierig. Papa, Mama, Ela und ihr Bruder Niko verlassen den Wohnwagen und gehen hinunter zum Strand. Am Bildrand sind Begriffe aufgemalt und benannt, die es zu suchen gibt.
    mehr oder weniger lesen
    Aber einige der Dinge sehen wir auch auf den nächsten Seiten im Text. Ela möchte mit dem Schwimmreifen ins Wasser, ihr Bruder möchte lieber Angeln. Im nächsten der drei Kapitel hören die Kinder einen Hilfeschrei und finden ein Meermädchen, dass sich in einem Netz verfangen hat. Zum Dank für die Rettung, dürfen die Kinder die Unterwasserwelt kennenlernen. So sind die beiden am Ende der Meinung, dass es „doch kein blöder Urlaub“ ist. 
    
    Wer nicht alle Aufgaben lösen konnte oder wer wissen möchte, ob er richtig liegt, findet hinten im Buch die Lösungen und auch ein Wörterbuch mit den Bilder, die die Kinder „lesen“ sollten. 
    
    Ein spannende Feriengeschichte mit schönen Bildern und einem tollen Abenteuer.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Rotkäppchen rettet den Wolf – Ein Nicht-Märchen

    Rotkäppchen rettet den Wolf – Ein Nicht-Märchen

    Petra Piuk

    Gemma Palacio

    leykam:

    Leseempfehlung ab 6 Jahre

    Schon der Begriff „Nicht-Märchen“ hat mir sehr gut gefallen. Ich habe schon einige Bücher, die aufgrund des Rotkäppchen-Märchens geschrieben wurden, aber dieses ist etwas ganz Besonderes.
    Zu Beginn gibt es einen Streckbrief von Anna, die, weil sie eine rote Kappe trägt, Rotkäppchen genannt wird. Auch die Leserin und der Leser könne ihren Streckbrief auf der nächsten Seite ausfüllen. Zur Einführung kann man eine Kurzfassung des Originalmärchens lesen und dann geht es los. Auch Anna wird zur Oma geschickt und auch sie muss dazu durch den Wald.
    mehr oder weniger lesen
    Dort findet sie Spuren eines Wolfes und auch zu ihm gibt es einen Steckbrief. Allerdings findet sie auch Müll, den sie einsammelt. Dann sucht sie den Verursacher und das ist ausgerechnet der Bürgermeister. Er erklärt ihr auch, dass der Wald einem Einkaufszentrum weichen soll. Das kann Anna natürlich nicht zulassen. In einem Aufsatz hat sie gerade etwas darüber geschrieben, wie wichtig Wölfe auch in unserer Zeit sind. 
    In ihrer Oma findet sie eine Unterstützerin und so werden Schilder gemalt und Mitstreiter gesucht. 
    Am Ende des Buches gibt es Tipps, was wir für die Rettung des Planeten tun können und ein Wolfsquiz. Das Rezept vom leckeren Kirschkuchen, den Mama für Oma gebacken hat ist auch noch zu finden. 
    
    So ein „Nicht-Märchen“ ist schon eine tolle Sache und zeigt sowohl die Wichtigkeit des Wolfes, der ja immer noch vielen Angst macht, als auch was ein „Rotkäppchen“ für den Planeten tun kann, denn ihr Berufswunsch ist schließlich „Planetenretterin“. Das könnten wir doch alle zu unserem Hobby machen.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Dickerle

    Dickerle

    Monika Helfer

    Christoph Abbrederis

    leykam:

    Leseempfehlung ab 6 Jahre

    Ich habe dieses Bilderbuch lesen wollen, weil ich die Autorin aus der Erwachsenenliteratur kenne. 
    Das Cover zeigt ein dickes Kind, dass noch die letzten Krumen vom Teller leckt. Das dicke Kind mit den wunderschönen langen roten Haaren kommt in die Schule und ihre Mutter hat Olivia Kleidung herausgelegt. Diese Kleider sind „hässlich und unförmig.“ Olivia aß zu gerne und leerte auch noch den Teller ihrer dürren Mutter. Als Olivia ein Shirt ihrer Mutter anprobiert, bricht sie weinend vor dem Spiegel zusammen, so eng ist es.
    mehr oder weniger lesen
    Obwohl es in der Schule viele dicke Kinder gibt und sie dort, entgegen ihren Erwartungen keine Probleme hat, beschließ sie abzunehmen. Da die Mutter „wegen anderer Dinge“ sehr litt, aß sie immer mehr. So wurde die Mutter immer dicker und Olivia dünner. Allerdings vergaß sie ihren Hasen zu füttern, so dass das vorher dicke Tier verhungerte. Nur die Dünne Katze überlebt die Essstörungen der beiden. Auf der letzten Seite sehen wir ein Handyfoto auf dem Mutter und Tochter mit Normalgewicht zu sehen sind.
    
    Selten habe ich ein so unbegreifliches Bilderbuch gelesen. Vieles hat mich richtig erschreckt und mich ratlos zurückgelassen. Die Bilder sind treffend gezeichnet und bilden das Zu- und Abnehmen sehr gut ab. Mir ist aber nicht klar, für wen das Buch geschrieben wurde. Dicken zeigt es das Abstoßende ihrer Figur und unterstützt nicht ihr Selbstwertgefühl. Viellicht treibt es sie sogar in die Magersucht. Freude scheinen ja nur dünne Kinder zu finden. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Marie Käferchen  

    Marie Käferchen  

    Kai Lüftner

    Wiebke Rauers

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Schon das gelackte Cover rockt!! Marie Käferchen ist trotz des niedlichen Namens eine richtige Punk-Röhre. Mit ihrer Gitarre mischt die den Wald auf. 
    Papa stöhnt, Frau Schnecke meint, dass es früher sowas nicht gab „und Herr Heuschreck stimmt mit ein, dieser Krach dürfe nicht sein,“
    Aber die Marie grölt weiter zu ihrer E-Gitarre. So ist sie bald allein auf der Wiese, doch dann taucht „eine bunte Käfer-Band, die man von Plakaten kennt,“ auf und die fallen in Maries Musik mit ein.
    mehr oder weniger lesen
    Bei einem gemeinsamen Konzert werden die einstigen Meckerer zu Fans. 
    Rockig bunt kommt das Buch daher und die fetzigen Verse machen es zu einem tollen Gesamtkunstwerk, das ergänzt wird durch die Musik, die man auf Spotify hören und dem Hörbuch gesprochen von Kai Lüftner (per QR-Code zu hören) und dann sind hinten im Buch auch noch Tattoos für echte Fans zu finden. Mehr kann ein Bilderbuch kaum bieten.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Nur Mut, kleine Küken

    Nur Mut, kleine Küken

    Valeri Gornachev

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Mama Huhn und ihre zwei kleinen Küken gehen zum ersten Mal auf den Spielplatz. An Mamas Hand schauen sie auf Schaukeln, Wippen und viele spielende Kinder. Sie haben auch ein wenig Angst, es ist „sooo viel los!“ Da wird Dreirad gefahren und Ball gespielt und schwatzende Hühner sitzen auf der Bank. Die Hunde auf der Wippe, die Schweinchen auf dem Karussell, die Katzenkinder auf den Schaukeln und die Maus auf der Rutsche, laden die beiden kleinen Küken ein auch mitzumachen. Aber die meinen „Dafür sind wir noch zu klein.“
    mehr oder weniger lesen
    Doch Frösche und Mäuse sind auch klein und sie meinen, die Küken sollten es versuchen. So steigen die beiden die Leiter hoch, doch oben angekommen, haben sie doch Angst zu rutschen. Da kommt ein hilfsbereiter Biber und er rutsch mit den beiden gemeinsam. „Huiiih!“ Da macht Rutschen Spaß und bald geht es auch allein. 
    
    Diese Situation kennen alle und es ist so schön, wie hier die Kleinen eingeladen werden und ihnen von den Großen Mut gemacht wird. Die Bilder sind wunderschön gezeichnet und bilden den Spielplatz mit den vielen Kinder-Tieren genau ab. Die Texte sind sehr kurz, deshalb kann man das Buch auch sicher schon ab zwei vorlesen und die Tiere anschauen, suchen und benennen. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Oma Erbse

    Oma Erbse

    Mieha Friemel

    Jacky Gleich

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Leonor und Oma singen gerne Karaoke, doch jetzt liegt Oma krank im Bett. Aber sie behauptet sie sei „topfit“. Doch Mama weiß es besser und ist deshalb traurig. 
    Aber Oma möchte nicht über den Tod sprechen „nicht vor dem Kind“ sagt sie. Auch beim Abendessen wird mit der Familie über das Thema gesprochen. Als Mama dann den Kompost umsetzt geht es um die Würmer, denen wenn sie geteilt werden, ein neuer Popo wächst und das Teil mit dem Popo bekommt einen neuen Kopf.
    mehr oder weniger lesen
    Ob das so stimmt, wird zwar nicht geklärt, aber dass man mit dem Kompost Gemüse düngt und daraus u.a. Erbsen, die Leonor liebt, wachsen. So erzählt Leonor der Oma, dass sie, wenn sie stirbt auch auf den Kompost kommt und dass Erbsen aus ihr werden. Oma findet die Idee „Nicht schlecht“ und spinnt weiter, dass sie, wenn ein Pferd das Gemüse isst, sie zum Pferd würde. „So ein Pferd wäre ich gern.“ Und sie galoppiert „zu den Sternen.“ Leonor liegt mit der schon sehr durchscheinenden Oma im Bett und Oma sagt „Ich liebe dich.“ zu ihr. Auf dem letzten Bild sehen wir Leonor im Garten Erbsen essen. 
    
    Wie im Buch gesagt wird, sind die Kinder noch zu klein, aber leider passiert es, dass auch kleine Enkelkinder sich von ihrer Oma verabschieden müssen. Da sind solche Bilderbücher, das Thema durchaus mit ein wenig Humor angehen genau richtig. Hier wird anhand des Kompostes erklärt, dass nichts verloren geht. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Unser Garten

    Unser Garten

    Gerda Muller

    Moritz

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Carolina und Leo ziehen mit ihren Eltern in ein schönes altes Haus inmitten der Stadt. Zu dem Haus gehört ein riesiger ungepflegter Garten. Nachdem sie das Haus eingerichtet haben, geht es an die Planung des Gartens. Die beiden Kinder bekommen ein eigenes Beet, das sie bepflanzen dürfen. Aber zunächst wird der Rasen angelegt und der alte knorrige Apfelbaum gerettet. 
    Die alte Tante Lisa bringt Setzlinge und andere Pflanzen mit und die Kinder kaufen im Samengeschäft ein. Vom Balkon kann Louis den Garten gut sehen, er kennt sich seht gut mit Pflanzen aus und unterstütz die Kinder, da er im Rollstuhl sitzt, vom Balkon aus.
    mehr oder weniger lesen
    Die Pflanzen wachsen und müssen versorgt werden, aber die Kinder spielen auch mit ihren Freuden in dem schönen Garten. Im Sommer macht es Spaß den Garten mit dem Schlauch zu bewässern. 
    Nachdem die Kinder aus den Ferien zurückkommen, sind einige Pflanzen verwelkt, aber dafür können sie die Kartoffeln ernten. Mit allen nötigen Vorsichtsmaßnahmen wird sogar ein Feuer im Garten gemacht. Der Herbst kommt und es regnet lange, danach schneit es und alle Freunde kommen, um zusammen zu spielen. Doch bald kommt der Frühling und Tante Lisa bringt neun Pflanzen. 
    
    Der längere Erzähltext wird immer wieder durch Informationen über Pflanzen, Tiere und Basteln mit der Natur unterbrochen. Im Anhang wird der kleine Garten auf Louis Balkon näher gezeigt und erklärt.
    Das Buch bietet Anregungen und Tipps für kleine Gärtner und macht Lust es selbst einmal auszuprobieren. Die wunderschönen Bilder zeigen den Garten zu allen Jahreszeiten und am liebsten möchte man darin eintauchen und mitgärtnern.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • So sind Familien – Lauter liebevolle Vorlesegeschichten

    So sind Familien – Lauter liebevolle Vorlesegeschichten

    Judith Allert

    Marie Braner

    Carlsen

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Die 14 unterschiedlichen Geschichten beginnen jeweils mit einem Bild der Familie, um die sich die Handlung dreht. Der Witwer Olaf versucht für seine beiden Kindern mehr Zeit erübrigen zu können, was ihm nicht so gut gelingt. Da ist es toll, dass eine Nachbarin als Oma einspringt. Obwohl „Super-Lotte“ im Rollstuhl sitzt, schafft sie es einen Dieb zu stellen. Vier Kinder, ein Hund und eine Katze und ein Elternpaar sind die Familie Bergmann-Ayubas und wir erleben einen Morgen mit ihnen „Der ganz normale Wahnsinn“. Emma und Jonathan besuchen ihre Großeltern in den Ferien und erleben die Demenz ihrer Oma mit Sorge.
    mehr oder weniger lesen
    Eineiige Zwillinge lassen sich die „schönen Locken“ abschneiden. Weil die Eltern dringend wegmüssen, übernachten die Kinder bei der Tante und ihrem Mann und bei denen ist „alles anders“. Clara hat zwei Mütter und wir erleben mit ihr ihren „ersten Schultag“. In „Moritz will ein Geschwisterchen“ verlauft sich Moritz und wir von einem verständnisvollen Nachbarn zurückgebracht. „Vater, Mutter und zwei Kinder“ tauschen die Rollen, die Eltern machen Hausaufgaben und die Kinder putzen die Wohnung auf unkonventionelle Art. Zwei Väter wollen ihren Kindern das Rad fahren beibringen und so erfahren alle, dass Papa Jonas auch nicht Rad fahren kann. In „Omas WG“ wurden die Eltern bei einem Verkehrsunfall verletzt und so taucht die Frage nach dem Sterben auf. Die Kinder bringen ihren Papa und den neuen Freund der Mutter in „das vertauschte Wochenende“ zusammen. Bei „Familie Krachmann macht Krach“ wird ein Geburtstag besonders gefeiert. Bei einem Straßenfest treffen wir viele der Familien wieder und ein Mädchen wir „große Schwester“ und ist dann „voll mit warmer, kribbeliger Klein-Bruder-Liebe“. 
    
    In dem Buch geht es divers und bunt zu. Patchwork-Familien unterschiedlichster Hausfarben, Menschen mit Behinderungen, Alte und Junge, große und kleine Familien von allen wird hier berichtet und alle gehen sehr lieb miteinander um. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Hagar die Schreckliche

    Hagar die Schreckliche

    Frauke Angel

    Volker Fredrich

    Tulipan

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Im Hof der Siedlung steht ein Sandkasten und dort sitzen jeden Nachmittag drei Mütter und passen auf ihre Kinder auf. Sie sprechen über Frisuren und Frau Rosenkötter trägt die Haare wie einen Helm. Wer kennt sie nicht? Da taucht plötzlich ein neues Kind auf. Frau Rosenkötter finden den Namen Hagar und auch deren Kleidung schrecklich und sagt es auch. Dann macht Hagar etwas ganz Verbotenes, sie steigt auf den Baum. Um zu erklären, warum man nicht auf den Baum darf, wird immer Frau Rosenkötter gefragt. „Stell dir vor, du fällst runter!“ ist ihr stärkstes Argument und die Bilder dieser Vorstellung sind wirklich sehr realistisch und grausam.
    mehr oder weniger lesen
    Die Kinder werden, wie ich, ihre Freude daran haben. Doch dann wirft Hagar Äpfel vom Baum in den Sandkasten und die Mütter wollen einen Apfelkuchen backen. Obwohl ein Apfel Frau Rosenkötter auf den Kopf fällt und ihre Helmfrisur zerstört, ist sie auch dabei. 
    
    Hagar ist sicher weitläufig mit Pipi Langstrumpf verwand, sie ist auch mutig und nimmt Verbote nicht einfach so hin. Sie bringt die heile, langweilige Sandkastenwelt ein wenig durcheinander und plötzlich sind Dinge möglich, wie eine Schaukel im Baum.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Die Geschichte vom Siebenschläfer, der überhaupt keine Angst im Dunkeln hatte

    Die Geschichte vom Siebenschläfer, der überhaupt keine Angst im Dunkeln hatte

    Sabine Bohlmann

    Kerstin Schoene

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Schon zum 5. Mal erlebt der kleine Siebenschläfer zusammen mit seinen Freunden ein Abenteuer. 
    Diesmal möchte er in der Nacht draußen bleiben und sich die Dunkelheit anschauen. Seiner Mutter versichert er, dass er „üüüüüberhaupt kein klitzekleines winziges bisschen“ Angst habe und so zieht er mit seiner gepunkteten Decke los. Doch die Dunkelheit ist dunkler als erwartet und als es dann noch raschelt ist er froh, dass sein Freund die Haselmaus auftaucht. Die beiden versichern sich wieder mit dem schönen Satz, dass sie keine Angst haben
    mehr oder weniger lesen
    Doch das Heulen des Wolfes lässt sie wieder zittern, doch dann taucht auch noch ein Monsterschatten auf, der sich als Hase entpuppt. Es kommen noch drei Fledermäuse mit leuchtenden Augen hinzu und zusammen schauen sie sich den Sternenhimmel an. So findet die Siebenschläfermutter alle am nächsten Morgen und wieder haben „üüüüüberhaupt kein klitzekleines winziges bisschen“ Angst gehabt.
    
    Die Texte machen, wie auch bei den Vorgängerbüchern, viel Spaß beim Vorlesen. Dieser wundervolle Satz, der sich immer wiederholt und den die Kinder nachher mitsprechen können, ein Genuss. Die Bilder zeigen die niedlichen Tierkinder sehr real und trotzdem niedlich. Auch dieses Buch ist wieder wunderschön.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Das große Schimpfen

    Das große Schimpfen

    Michael Escofier

    Kris Di Giacomo

    Mixtvision

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Zwei Gänse als Moderatoren übertragen live aus Schimpfhausen vom „Großen Schimpfen“ einem Wettbewerb, an dem viele Tiere teilnehmen. Der Sieger bekommt einen großen goldenen Pokal. Theo Tapir ist erst drei und er macht den Anfang. Er ist ganz aufgeregt, sagt aber dann das Wort „Puddingpups“ und Modertoren und Zuschauer sind begeistert. Nach einer Werbepause geht es weiter mit den unterschiedlichsten Schimpfworten. Dann kommt Harald Hirsch, der arrogante Vorjahressieger. Doch ihm geschieht ein Malheur.
    mehr oder weniger lesen
    Die Abmoderation ist sehr spaßig und geht noch ohne Bild weiter.
    Lustige Schimpfworte sind immer etwas Besonderes, man kann sie sagen ohne Ärger zu bekommen und mit etwas Fantasie kann man sich eigene Wort ausdenken und den Wettbewerb fortsetzten.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Lauf, kleiner Spatz

    Lauf, kleiner Spatz

    Anna Zeh

    Brigitte Weninger

    Tyrolia

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Maus und Spatz sind gute Freunde, doch dann in einem Gewitter passiert ein Unglück, der Spatz stürzt zu Boden und verletzt sich seine Flügel. Ein alter Rabe verarztet und pflegt ihn. Aber zunächst beruhigt er den kleinen Kerl. „Mit jedem Ausatmen fliegt die dunkle Angst weiter fort“ fordert er ihn auf tief zu atmen. So schmieden die beiden Freunde Pläne für die Zeit, wenn der Spatz wieder gesund wird. Aber leider kann er seine Flügel nicht mehr zum Fliegen nutzen und er fühlt sich nicht mehr als richtiger Vogel.
    mehr oder weniger lesen
    Doch der Rabe rät ihn seine Pläne Wirklichkeit werden zu lassen. Die Maus findet er könne ja laufen wie sie. So trainieren die beiden die Spatzenbeine und im nächsten Frühjahr bedankt der Spatz sich bei dem Raben und zeiht mit der Maus los, neuen Abenteuern entgegen. Auf dem letzten Bild schauen die beiden in den Mond und die Maus legt liebevoll ihre Vorderpfote um den Spatzen. 
    
    Die Bilder sind sanft und weich gezeichnet, der Text tröstet nicht nur den kleinen Spatz. „Doch du hast ein starkes tapferes Herz. Du wirst es schaffen, etwas Neues anzufangen.“ passt in viel Situationen eines Menschenlebens. 
    Die Freundschaft der beiden kleinen Tieren bleibt trotz der veränderten Lebensumstände des Spatzen bestehen. Wünschen wir uns nicht alle solche Freunde?
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Farverig Sturmvogel

    Farverig Sturmvogel

    Rabea Funk

    Inga Haferstroh

    Papierfresserchen

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Das Buch ist eine schöne Mischung aus Mutmach-Geschichte und Sachbuch. 
    Farverig hat diesen Namen, weil er immer „verig ig ig“ ruft. Er ist ein trauriger kleiner Vogel, denn er ist grau und unscheinbar. Er vergleicht sich mit den anderen Vögeln, die in all ihrer Pracht abgebildet sind. Farverig ist „langweilig grau“. Doch als er eine braun-grüne Feder findet, steckt er sie sich an und das macht er mit allen Federn, die er findet, dadurch wird er bunt und wunderschön. Er bringt die anderen Vögel „zum Staunen und Lachen.“
    mehr oder weniger lesen
    Doch dann kommt ein Sturm und er bläst die schönen bunten Federn weg. Dann erklärt er dem weinenden Vogel, dass er das gemacht hat, weil dieser so unglücklich wie er sei. Doch der Vogel wehrt sich und sagt dem Sturm seine Meinung. Daraufhin schenken ihm alle bunten Vögel eine Feder und so wird er zum „bunten Sturmvogel“, der mit nach dem Sturm einen Regenbogen auf den Himmel malt. 
    
    Nach dem Geschichtenteil gibt es noch einen Sachbuchteil, in dem zu den acht Vögel kurze Erklärungen stehen. Danach gibt es die Aufgabe sie auf dem Waldbild zu suchen.
    Das Cover macht fröhlich, der graue Vogel mit den bunten aufgesteckten Federn zieht den Regenbogen hinter sich her und es sieht aus, als wenn er lächelt und lächeln lässt einen diese Geschichte auf jeden Fall.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Selma und Anton – Die Geschichte einer langen Freundschaft

    Selma und Anton – Die Geschichte einer langen Freundschaft

    Nina Kölsch-Bunzen

    Marion Goedelt

    Ariella

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Auf dem beige unterlegten Cover sehen wir Selma und Anton. Beide sind alt, Anton sitz im Rollstuhl. Ein farblos gezeichnetes Mädchen steht im Baum, ein Junge winkt aus dem Fenster im Hintergrund ist das Dach einer Synagoge zu sehen. 
    Uroma Selma hat Geburtstag und ihr Freund Anton ist mit seinem Urenkel Tom zu Besuch. Tom spielt gerne mit Miri, Selmas Urenkelin. 
    Als die Vier zusammen sind überreicht Selma Miri ein Geschenk, in der Schachtel ist ein Fotoalbum. Miris Ur-Uropa hat die Fotos gemacht, die dort zu sehen sind. Es beginnt mit spielenden Kindern. Doch bald tauchen Kinder in Uniformen der HJ und des BDM auf und die Kinder erfahren, dass ihre Urgroßeltern kein Mustermädchen oder Musterjungen waren.
    mehr oder weniger lesen
    Sie entsprachen nicht der Norm, und anhand der Ausschneidebögen mit Ankleidepuppen, wird erklärt, dass es nicht nur Jungen- oder Mädchenspiele oder Kleidung gibt. 
    Anton ging auf eine Schule für Behinderte, denn er saß damals schon im Rollstuhl und Selma musste einen Judenstern tragen. Dieser Stern bedeutet, dass sie jüdisch ist, aber er nahm ihr auch ihre Individualität, nahm ihr ihre Besonderheit. „Wer so auf Menschen schaut, will nicht erkenne, wie sie wirklich sind.“ Die Kinder finden das ungerecht und gemein, die freuen sich an der Farbigkeit der Menschen. 
    Nach diesen Seiten bleibt das Buch leer, denn Selma und ihre Eltern mussten fliehen. 
    Auf der letzten Seite sind ganz viele Menschen unterschiedlicher Hautfarben und Religionen zu sehen, Menschen jeden Alters feiern mit Selma ihren Geburtstag. Ein wundervolles farbiges Fest.
    
    Dieses Buch zeigt den Kindern im Kita-Alter, wie wichtig es ist Menschen so zu achten, wie sie sind und nicht nach Äußerlichkeiten, Herkunft und Religion zu gehen. Der Text zeigt sehr einfühlsam und mit viel Liebe, welches Schicksal hinter den alten Leuten liegt und wie sehr sie sich gefreut haben, sich wiederzutreffen. 
    
    Ich hätte nicht gedacht, dass man dieses Thema so gut und kindgerecht erklären kann. Ich wünsche mir, dass dieses schöne Bilderbuch einen kleinen Samen der Toleranz in die Herzen der Kinder legt.
    
    Dagmar Mägdefrau 
  • Dr. Maus kommt heut ins Haus

    Dr. Maus kommt heut ins Haus

    Reinhard Ehgartner

    Helga Bansch

    Tyrolia

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Ein Buch, wie für uns und unseren Verein gemacht. Sogar ein Lesezelt kommt hier vor und natürlich viele, viele Bücher. Denn Dr. Maus ist ein besonderer Arzt, er ist davon überzeugt, dass Leseglück mehr bewirkt als alle Pillen.
    Auf dem Cover schaut er einer Giraffe in den langen Hals dazu steht er auf einen Stapel Bücher. Auf den Stühlen im Wartezimmer sitzen kranke Kinder und Tiere. „Für ganz spezielle Fälle hat er meist ein Buch dabei.“ So rät er Anna, die freudlos schaut, „täglich drei Gedichte“.
    mehr oder weniger lesen
    Gegen Angst vor dem bellenden Hund helfen Niko Heldensagen. Die wunderschönen lecker aussehenden Erdbeerknödel machen im Bauch Probleme, ein Kräuterbuch wird hier empfohlen. Wenn Leo vom Fliegen träumt, sollte sie ein Fliegerbastelbuch lesen. „Sind die Eltern zu beschäftigt, arbeiten zu, zu viel, verordnet er mit strengen Blicken: „Abends ein Familienspiel““ ist ein Rat, der mir sehr gut gefällt. Das Bild zeigt eine fröhliche Familie, mit lustigen Kopfbedeckungen, um einen Spieletisch. Bei starkem Fernweh helfen Piratenbücher. Zu träge, da wird ein Bilderbuch mit Gymnastiktipps verschrieben. Wer von Monster träumt, sollte an einer Lesenacht teilnehmen und im schlimmsten Fall geht es mit „Blaulicht in die Bibliothek.“ 
    
    Eine wundervolle Idee von Dr. Maus, die ich nur aus vollem Herzen unterstützen kann.
    Bücher trösten und regen die Fantasie an, man kann in eine andere Welt abtauchen und die Wirklichkeit für einige Zeit vergessen. 
    
    Dagmar Mägdefrau