• Du, Papa… Ist zehn viel?

    Du, Papa… Ist zehn viel?

    Sabine Bohlmann

    Emilia Dziubak

    arsEdition

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Der kleine Wolf ist sehr neugierig und stellt seinem Papa viele Fragen. Die erste Frage ist die vom Cover. Papas Antwort ist immer „Kommt ganz darauf an.“ So ist eine Banane für zehn Ameisen schwierig zu tragen, wohingegen zehn Affen für eine Banane zu viel sein wird.
    „Genauso geht es zu im Leben!“ ist das Fazit, dass Papa immer aus seinen Erklärungen zieht. Weiter geht es mit der Frage, die alle Kinder immer gerne stellen „Bin ich groß?“ – auch hier kommt es auf den Vergleich an. Wie bei der Schnelligkeit, dem Dicksein, der Flauschigkeit, der Wildheit, der Lautstärke oder der Stärke.

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    Immer gibt es Tiere, die schneller, dicker, flauschiger sind, aber auch welche, die weniger wild, laut oder stark sind.
    Am Ende stellt der kleine Wolf die Frage „Hast du mich lieb?“ und diesmal kommt es nicht auf irgendetwas an, der Papawolf hat ihn „sehr, sehr lieb.“
    Das Buch ist durch seine wundervollen Wiederholungen sehr schön geschrieben. Die Kinder lernen Tiere kennen und stellen Vergleiche an. Aber am schönsten ist es, dass sie erfahren, dass das Liebhaben nicht davon abhängt, wie man ist. 

    Für Dreijährige ist der Text schon etwas länger, aber die Wiederholungen werden die Kinder mögen. Die Bilder sind in Erdfarben gehalten und die Tierabbildungen sind sehr schön gestaltet.
    Damit ist Sabine Bohlmann ein wundervolles Bilderbuch gelungen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Was versteckt sich in deinem Bauch, Mama?

    Was versteckt sich in deinem Bauch, Mama?

    Patricia Martin

    Rocio Bonilla

    Jumbo

    Verlagsempfehlung ab 1 Jahr

    Ich liebe diese klaren einfachen und liebevoll gezeichneten Bilder. Hier kommt die Geschichte auch ganz ohne Worte aus. 
    Auf dem Cover sehen wir den kleinen Jungen mit einem Luftballon unter seinem geringelten Shirt. Auf der ersten Doppelseite des Pappbilderbuches zieht er mit seinem Schmuseelefanten im Wagen los. Mama sitzt lesend auf der Couch und der Junge zieht sich an der Lehne hoch. Szenen, die jedes Kind kennt. Doch beim Zähneputzen fällt ihm der dicke Bauch, der zwischen Rock und Shirt zu sehen ist, auf.

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    Auch beim Mittagessen schaut er erstaunt auf die Wölbung unter dem Pullover. Beim Spaziergang im Regen streckt Mama, von der wir nur immer die Mitte sehen, den Bauch stolz vor. Der Junge hat eine Idee und steckt den Luftballon unter sein Shirt. Neben seinem Bett, in das er sich mit seinem Elefanten kuschelt, steht eine Wiege. Liebevoll streichelt er über Mamas Bauch und zuletzt liegt das Geschwisterchen in der Wiege und Mamas Bauch ist wieder flach. (Das ist, wie wir wissen, Wunschdenken.)

    Ein sehr einfühlsames Buch, das zukünftigen großen Geschwistern zeigt, was auf sie zukommt. Ich denke, dass ein solches Buch sehr hilfreich sein wird.

    Dagmar Mägdefrau

  • Ein Baby in Mamas Bauch

    Ein Baby in Mamas Bauch

    Anna Herzog

    Joëlle Tourlonias

    Fischer Verlag

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Anna Herzog ist Ärztin und Mutter von 4 Kindern, da ist es fast ein Muss ein Aufklärungsbuch zu schreiben und dieses Buch ist nicht nur informativ, sondern auch sehr kindgerecht geschrieben. Die Bilder von Joëlle Tourlonias ergänzen den Text anschaulich und liebevoll. Zusätzlich zum Erzähltext können Informationen in gesonderte Kästchen nachgelesen werden.
    Die Zwillinge Mia und Oskar erfahren von Mama, dass sie ein Geschwisterchen bekommen. Natürlich freuen sie sich sehr, sie haben aber auch viele Fragen. War Mama deshalb oft müde? Ein besonders schönes Bild ist das von Mama beim Ultraschall, auf dem Monitor ist das Baby schon zu sehen.

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    Obwohl Oskar selbstbewusst behauptet, dass auch Männer Babys bekommen können, muss er von Papa erfahren, dass das nur Frauen können. Papa malt dazu die weiblichen Geschlechtsorgane auf. Die Kinder wissen schon, wie „Sexen“ geht und finden es ekelig. Papa kann sie aber beruhigen, wenn die Hormone die körperliche Veränderung bewirken, werden sie wohl ihre Meinung ändern. Denn Männer und Frauen passen zusammen wie Legosteine. Da die beiden Kinder Zwillinge sind, wird noch einiges darüber berichtet und Papa malt die körperliche Entwicklung anhand von gezeichneten Figuren auf. Die kleine nackte Oma mit Brille und Stock ist trotzdem niedlich anzuschauen. Das Baby wächst und ähnlich wie auf dem Cover sehen wir es in Mamas Bauch liegen. So geht es weiter bis zur Geburt, die leider nicht beschrieben wird, und der Heimkehr von Mama und Baby. 

    Ich kann dieses Buch mit gutem Gewissen empfehlen, weil dieses Thema so voller Liebe beschrieben wird und die Erklärungen kindgerecht formuliert sind.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der Tag, an dem Papa ein heikles Gespräch führen wollte

    Der Tag, an dem Papa ein heikles Gespräch führen wollte

    Marc-Uwe Kling

    Illustrationen von Astrid Henn

    CARLSEN

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Wir kennen diese Familie aus den beiden Vorgängerbüchern und auch hier sind wieder alle zusammen. Da Papa und Mama ein romantisches Wochenende in „Wienedig“ verbringen wollen, sind Oma und Opa zum Kinder hüten gekommen. Da auch Luisa mit Justin, dem Pizzaboten, zusammen das Wochenende verbringen wird, möchte Papa mit den beiden ein heikles Gespräch führen.
    Bald ist die ganze Familie einschließlich dem Nachbarn im Wohnzimmer versammelt. So geben Opa und Oma ihre 60er-Jahre-Erfahrungen zum Besten, die kleine Tiffany stellt naive Fragen und Max, der 12jährige kichert, wenn das Wort Spermien fällt.

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    Letztendlich übernimmt Luisa die Gesprächsführung und untermalt mit entsprechenden Bildern, wird die humorvolle Geschichte doch noch zu einem Aufklärungsbuch.
    Wunderbar, wie die Klischees, der jeweiligen Generationen mich zum Lachen gebracht haben. Ich gehöre ja schon der Großelterngeneration an und diese beiden Althippies mit ihrer sexuellen Offenheit fand ich einfach zu schön. Dann der verklemmte Vater, der von Mumu und Schniedelwutz spricht und die Tochter, die alles auf den Punkt bringt und, die auch weiß, wie Verhütung geht.

    Das Buch hat viel Humor und klärt doch mit klaren Worten und Bildern auf. Ich habe Tränen gelacht und werde wahrscheinlich zukünftig immer daran denken, wenn ich einen Strecker in die Dose stecke.

    Dagmar Mägdefrau

  • Vaters Befehl – oder Ein deutsches Mädel

    Vaters Befehl – oder Ein deutsches Mädel

    Elisabeth Zöller

    Fischer Schatzinsel

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Die fünfzehnjährige Paula lebt zusammen mit ihrem Bruder Hans und den Eltern in einem netten kleinen Häuschen in Münster. Paulas beste Freundin Mathilde nimmt sie gerne zum Reiten mit, ihr Vater ist Leiter einer Klinik. Paula leitet einen Mädchengruppe und ist stolz Schaftführerin zu sein. Ihr ganzer Stolz ist das Buch „Mein Kampf“ mit einer persönlichen Widmung von Adolf Hitler. Sein Wille und das Wohl des Volkes bestimmen den Alltag.

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    Doch dann stellt sich heraus, dass Mathildes Mutter Jüdin ist. Da ihre Familie ihre Villa verlassen haben, ist die einzige Verbindung der Mädchen ein geheimer Briefkasten.
    Paulas Vater ist Polizist und seine Aufgabe ist es Münster judenfrei zu machen. Da Paula ihre Freundin nicht im Stich lassen will, kommt es zu Konflikten. Als sie erfährt, was ihr Vater tut, ist sie entsetzt und stellt sich gegen ihn. 

    Das Buch handelt von dem kleinen privaten Widerstand und seinen Folgen für Paulas ganzes Leben. Wenn dem Vater seine Aufgabe wichtiger ist, als seine Tochter, die immer seine Prinzessin war. Da spürt man die Ausweglosigkeit und bewundert den Mut dieses jungen Mädchens, dass ja von der Propaganda und der Nazi-Erziehung geprägt ist.

    Obwohl es viele Bücher über diese Zeit gibt, erzählt die Autorin hier aus einem anderen Blickwinkel und das macht das Buch so besonders.

    Dagmar Mägdefrau

  • Mein Papa und ich

    Mein Papa und ich

    Ulf Nilson

    Heike Herold

    Moritz

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Ein Buch für vierjährige, die auch schon längeren Geschichten zuhören können. Die Konstellation Papa und Kind, hier ist es allerdings ein Mädchen, erinnert mich ein wenig an Willi Wiberg. In der ersten Geschichte gehen die beiden in den Keller und als dort das Licht ausgeht, müssen sie mit ihren Taschenlampen den Rückweg finden. Dabei vergessen die leider Majas Kuscheltier.

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    Also und müssen noch einmal zurück. Dann wird es weihnachtlich. Gemeinsam kaufen sie eine große Tanne und müssen sie nach Hause schleppen. Heilig Abend hofft Maja so sehr auf einen lebenden Hund, dass alle anderen Geschenke sie total enttäuschen. Da kann man ihr so richtig nachfühlen. Maja wird dann vor Enttäuschung so richtig wütend und schreit ihren Papa an. Danach lernt Maja Hansemann, den Hund der Nachbarin kennen. Zuerst hat sie ein wenig Angst vor ihm, doch dann kaufen sie ihm eine Wurst und die beiden spielen wild miteinander. Es passiert noch einiges in Majas und Papas Alltag und am Ende gehen beide in die Bücherei und Maja bekommt eine Bibliothekkarte  mit Geheimzahl. 
    Es gibt einige Bilder, die die Geschichte unterstreichen und Maja singt toll gereimte Lieder zu allen Kapiteln. Hin und wieder kommt auch Majas Mama in den Geschichten vor, aber den Alltag gestaltet sehr liebe- und verständnisvoll ihr Papa.

    Ich habe das Buch mit viel Freude gelesen und freue mich aufs Vorlesen der Geschichten.

    Dagmar Mägdefrau

  • Die schlaue Mama Sambona

    Die schlaue Mama Sambona

    Hermann Schulz

    Tobias Krejtschi

    Peter Hammer Verlag

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahren

    Auf einer Insel mitten im Victoria-See, der hier afrikanisch Ukerewe-See heißt, wohnt Mama Sambona. Sie ist die Königin der Insel Ukerewe und wohnt, weil ihr das Schloss zu stickig ist in einem Holzhaus. Der Tod, ein Buchhalter im Anzug, schickt den Hasen zu ihr um zu sehen, ob sie zu Hause ist. Denn der Tod hat nur drei Mal die Möglichkeit sie zu holen, wenn es ihm nicht gelingt, muss die nicht zu ihren Ahnen.

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    Da der Besuch des Hasen in Afrika nicht Gutes bedeutet, belügt ihn der Nachbar und macht ihm Angst. So kommt es, dass der Tod, den Hasen an den Löffeln packt und mit ihm zurück zu Mama Sambona geht. Natürlich schafft sie es den Tod zu übervorteilen und so kommt es, dass sie bis heute nicht bei ihren Ahnen ist.

    Die Bilder sind großformatig und modern gemalt. Der Tod im Anzug, der Hase ist rosa und Mama Sambona raucht Pfeife. Der Text ist nicht sehr lang und gut zu verstehen, manche Zusammenhänge werden noch erklärt.

    Es gibt ja auch deutsche Märchen, in denen der Tod den Menschen nicht holen kann, ich finde dies ist eine schöne Geschichte, die auch kleinen Kindern vorgelesen werden kann. Natürlich ist es, wie immer gut, über das Buch zu sprechen und so evtl. Ängste zu erkennen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Prinz Franz – total Papa

    Prinz Franz – total Papa

    Text: Angeika Glitz

    Illustration: Annette Swoboda

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Vielleicht kennt ihr den Franz auch schon aus „Total verliebt“? Ich fand ihn dort schon liebeswert und jetzt muss er auf eine ganze Kinderschar aufpassen. Gerda, seine Frau, liegt mit Rückschmerzen auf dem Sofa und Franz soll Medizin kaufen. So zieht er mit dem Lämmchen los und weil er wieder keine Brille trägt, gerät die Gesellschaft in die falsche Richtung.

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    Die Schnukies sind begeistert von dem Nachwuchs und wollen ihn behalten. Aber als Franz ihnen erzählt, wie viel Arbeit die Kleinen machen, sind sie schnell verduftet. Zu Hause geht es Gerda auch durch die Medizin besser, ein kinderfreier Tag hat gereicht. So endet der Tag in der Wanne und Franz massierte Gerdas Rücken und sie seufzte vor Entzücken.

    Ich bin nach wie vor der Meinung, richtigen Spaß haben wir Erwachsenen an diesen Büchern. Schon die Reime haben ein Augenzwinkern, das die Kinder nicht bemerken (sollten).

    Dagmar Mägdefrau

  • Wenn Mama verreist

    Wenn Mama verreist

    Mariana Ruiz Johnson

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    So ändern sich die Zeiten, auch im Bilderbuch. Mama verreist und der kleine Elefant, der die Geschichte (ungewohnt) in der Ich-Form erzählt, bleibt mit Papa zu Hause. Es wird erzählt, wie die beiden Mama zum Flughafen bringen und später mit ihr skypen.

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    Zu Hause ist mit Papa alles anders, überall liegt Spielzeug herum und es riecht nach Kakao und Pfannkuchen. Trotzdem sind alle glücklich, wenn Mama wieder zurück ist.

    Wie ich finde, ein sehr modernes Bilderbuch. Die Zeichnungen sind einfach und in Pastelltönen gehalten. Ich finde die Tiere sehr statisch, auch in der Mimik, das spricht mich nicht so sehr an.

    Dagmar Mägdefrau

  • Nenn mich nicht Mama!

    Nenn mich nicht Mama!

    Marianne Dubuc

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Da lebt das Eichhörnchen gemütlich auf seinem Baum und eines Tages liegt eine stachelige grüne Kugel vor seinem Eingang.  Erst leibt sie unbeachtet, doch dann kommt ein haariges Wesen mit einer komischen Nase aus der Kugel geschlüpft. „Nenn mich nicht Mama!“ ist die Reaktion des Eichhörnchens, als das komische Etwas ihn so anspricht.
    Aber dann darf der Neuankömmling doch in das Eichhörnchenhaus und mit in der Hängematte schlafen. Es gibt sogar Haselnüsse zum Frühstück. Dann macht sich das Eichhörnchen auf und sucht nach der Mutter des Wesens. Bei seiner Rückkehr empfängt ihn der Puschel mit einer feinen Suppe. Leider wird das weiße, haarige Ding schnell, quasi über Nacht immer größer.

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    Dadurch entsteht Unordnung im Eichhörnchenhaushalt und es hofft, bald die Mutter zu finden, damit er den neuen Mitbewohner los wird. Als das Fellknäul das Eichhörnchen vor dem Adler rettet, stellen die beiden fest, dass sie doch zusammen gehören.

    Sehr schöne großformatige Bilder. Weshalb man ein Eichhörnchen mit Suppe erfreuen kann und weshalb das Fabelwesen so schnell wächst, entzieht sich meinem Verständnis. Natürlich gewöhnt Otto, das Eichhörnchen, sich an den neuen Mitbewohner und es entsteht eine Freundschaft zwischen beiden, trotz aller Verschiedenheiten.

    Dagmar Mägdefrau