• Niemals wegschauen

    Niemals wegschauen

    Lukas Ruegenberg

    Krystiane Vajda

    Butzon Bercker

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir den Geiger Karl Josef, der es geschafft hat durch sein Geigenspiel das Lager Auschwitz-Birkenau zu überleben. Markus Reinhardt erzählt uns von seiner Familie, die seit 600 Jahren in Deutschland wohnt und die mit ihren sogenannten „Zigeunerwagen“ über Land fuhren. Seine Familie lebte in Köln, denn der Opa arbeitete dort im Straßenbau. Doch am 16.5.1940 wurde er mit seiner Frau und den zwölf Kindern auf den Schwarz-Weiß-Platz gebracht.

    mehr oder weniger lesen

    Von hier ging es bald zusammen mit anderen Sinti und Roma gen Osten. Als sie an der Endstationen ankommen, gibt der Opa die Losung aus „Wer es schafft, hier lebend wieder herauszukommen, der trifft sich in Köln wieder!“ Nachdem die Ankommenden von den Ärzten aussortiert wurden, kamen die, die wie der Opa ein Instrument spielen konnte, ins „Zigeunerfamilienlager.“

    Es gibt viel Geschichten, die uns von den Juden erzählen, aber es ist auch wichtig, dass es Bücher über das Schicksal der Sinti und Roma gibt. Hier wird eine wahre Geschichte von einem Nachfahren erzählt und ich habe das Buch mit Tränen in den Augen gelesen. So schön es ist, dass sie Familie wieder in Köln lebt, so schrecklich ist doch der Verlust der sechs Kinder und anderer Angehöriger. Auch die schrecklichen Versuche des Dr. Mengele fließt in die Erzählung ein. Im Glossar am Ende des Buches wird über ihn berichte und andere Begriffe erklärt.

    Die wundervollen gestalteten Illustrationen haben, obwohl sie etwas verwaschen wirken eine ungeheurere Aussagekraft und sie passen hervorragend zum Text.

    Die Geschichte endet mit einem Gedenkmarsch durch Köln und den Worten „Und zusammen sorgen wir dafür, dass so etwas nie wieder geschieht.“

    Dagmar Mägdefrau

  • Die Mutsammlerin  

    Die Mutsammlerin  

    Stefanie Taschinski

    Bea Davies

    Fischer Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    In dem Buch erzählt Stefanie Taschinski die Geschichte der Familie Esser und gleichzeitig gibt es im Jetzt Schwierigkeiten für Emmi, bei deren Bewältigung ihr ihre Ururgroßmutter helfen kann. Sehr mutig ist Emmi nicht, deshalb traut sie sich auch nicht mit ihrer Freundin nach Schweden zu fahren. So verbringt sie ihre Ferien zusammen mit ihrer keinen Schwester Lieke bei den Großeltern in Deutschland.

    mehr oder weniger lesen

    Da der Vater Niederländer ist, wohnt die Familie dort.

    Emmi läuft gerne und trainiert im Park, als zwei Jungen mit ihren E-Scootern auf einen kleinen Jungen zuhalten. Sie schreien ihn an und bezeichnen ihn als Opfer. Doch Emmi ist wie gelähmt und kann den Jungen nicht verteidigen. Weil sie sich für ihr Verhalten schämt, kann sie am Abend nicht schlafen, deshalb hört sie Geräusche auf dem Dachboden. Als sie denen einige Tage später nachgeht, entdeckt sie ein Siebenschläfernest in einem alten Ofen und darunter ein Tagebuch. Es ist das Tagebuch von Elsa ihrer Ururgroßmutter, die Opa Berni noch kennengelernt hat. Es beginnt im April 1904 und Elsa arbeitet im Haushalt eines Bürgermeisters. Ihre Arbeitstage sind lang und die Arbeit schwer.

    Am nächsten Tag trifft Emmi den kleinen Jungen im Park wieder und lernt seine ältere Schwester Bianca kennen, die erklärt ihr, dass die Familie es als Sinti nicht einfach hier in Deutschland hat.

    So begleiten wir Elsa durch ihr Tagesbuch bis nach dem ersten Weltkrieg und erfahren viel von der politischen Situation in Deutschland. Aber wir erleben auch Emmis Entwicklung, denn am Anfang kann sie oft nicht handeln, weil sie Angst hat. Erst eine schrecklicher Unfall und die Kraft von Elsa lassen sie Mut fassen und so schafft sie es ihre Freundin zu unterstützen.

    Mit dem Schicksal von Sinti und Roma befassen sich nur wenige Bücher und hier wird nicht nur auf die Vergangenheit geschaut, sondern auch auf die Vorurteile und rassistischen Angriffe gegen diese Menschen im heutigen Deutschland hingewiesen. Das Buch ist gut zu lesen und die vielen sehr schön gezeichneten Illustrationen veranschaulichen die Geschichte sehr gut.

    Dagmar Mägdefrau