• Kant oder was ist hinter dem Weltraum

    Kant oder was ist hinter dem Weltraum

    Jon Fosse

    Akin Düzakin

    Aus dem Norwegischen von Hinrich Schmidt-Henkel

    Rotfuchs

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Der Autor Jon Fosse wurde 2023 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet und hier haben wir eine Bilderbuch für Grundschulkinder zum Vor- oder Selberlesen. Es hat großformatige wunderschöne Illustrationen, die die Geschichte hervorragend unterstützen.
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    Das Cover zeigt Kristoffer in seinem Bett und die Angst, die er vom Nachdenken bekommt, kannst du seinem Gesicht ansehen. In der Hand hält er einen Comic, denn die liest Kristoffer am liebsten. Kristoffer ist 8 Jahre alt und in der dritte Klasse, da morgen wieder Schule ist, soll er bald schlafen. Aber Kristoffer denkt nach über den Weltraum und wie er wohl enden könnte. Das Nachdenken macht ihm Angst und er ruft einen Vater, der im Wohnzimmer liest. Er tröstet und streichelt Kristoffer und gemeinsam überlegen sie, was sein könnte. Der Vater erwähnt Kant und meint, dass Kristoffer später seine Bücher lesen können. 
    Ich konnte mich sehr gut in Kristoffer und seinen Überlegungen hineinversetzten und einem Kind in seinem Alter wird es ähnlich gehen. Ein sehr einfühlsam geschriebenes philosophisches Buch, verständlich schon für neugierige Grundschulkinder.
    Lediglich der Satz „Wegen dem Weltraum“ tut mir ein wenig weh, schade, dass der Genitiv tot ist.

    Dagmar Mägdefrau
  • Was fehlt dir, kleiner Roboter?

    Was fehlt dir, kleiner Roboter?

    Przemysław Wechterowicz

    Emilia Dziubak

    Übersetzt von Thomas Weiler

    Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Zusammen mit dem Biber sitzt unser kleiner Roboter auf einer Bank, die beiden wenden sich einander zu und es wirkt sehr innig. 
    Dem Roboter läuft eine Träne aus dem Auge und er sitzt betrübt auf seinem Bett, denn er hat seine Lieblingsschraube verloren.
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    Der Bär hilft ihm suchen, traut sich aber nicht, ihn tröstend Huckepack zu nehmen. Auch der Hase versucht zu helfen, er traut sich aber nicht, einen Witz zu erzählen, weil er glaubt, der Roboter verstehe ihn nicht. Nach der erfolglosen Suche traut sich die Ente auch nicht, mit ihm zu plantschen, und die Fruchtfliege denkt, dass Roboter kein Obst mögen, und bietet ihm nichts zum Trost an. Erst als der Biber dem Roboter eine Ersatzschraube schnitzt, holt er all die versäumten Dinge mit ihm nach.
    So geht es leider manchmal, wir glauben zu wissen, was der andere nicht nutzen kann oder will, und versagen es ihm, statt zu fragen, was ihn trösten könnte. All die unterschiedlichen Tiere glauben, dass ein Roboter sich nicht an Dingen freuen kann, die ihnen Spaß machen. Nur der Biber empfindet mit dem kleinen Roboter und erfüllt seine Wünsche.
    Das quadratische Bilderbuch hat kurze Texte, jeweils mit einem passenden kleinen Bild vom Roboter versehen. Auf der anderen Seite wirkt die Illustrationen fast wie ein Foto, was mir sehr gut gefällt.
    Ein gefühlvolles Bilderbuch, das darauf aufmerksam macht, dass wir uns mehr in andere hinein fühlen sollten.

    Dagmar Mägdefrau

  • Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge

    Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge

    Amia von Arensberg

    Malte Zierden

    Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Das Cover zeigt Malte, der sich als Winzling an die Taube Oßkar schmiegt. Das Buch beginnt mit Malte, diesmal ist seine Größe die eines Jungen, und Phia, dem Mädchen aus dem Nachbarhaus. 
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    Die beiden schreiben sich kleine Briefe, die sie mittels eines Korbes von Haus zu Haus verschicken. Malte und Oßkar machen alles zusammen und so kommt es zu einem Unglücksfall, als Malte Oßkar einen „wunderkrummen Kaktus“ zeigt, stolpert er und einige Dornen bohren sich in den Flügel des Täuberichs. Sehr schön wird hier mit einer schwarzen Seite Maltes Schmerz über diese Verletzung dargestellt und dass er ganz klein wird, ist nachvollziehbar. So gelangt er im Korb in Phias Zimmer und durch eine Schublade in eine besondere Welt. Die beiden erleben unterschiedliche Jahreszeiten, verschiedene Fest und treffen auf den „unendlich großen“ Trost. 
    Hinter den Protagonisten des Buches stecken reale Erwachsene und Oßkar ist Maltes Taubenfreund. Das Buch erzählt poetisch eine zauberhafte Geschichte, die von Ängsten und Mut handelt, die zeigt, wie wichtig Freundschaft mit Menschen und Tieren ist und die uns den Trost zu Seite stellt, wenn wir ihn benötigen. Trost benötigen wir alle mal und hier wird er uns bildlich vorgestellt als riesige große Figur, die Malte immer zu helfen weiß. So umhüllt am Ende des Buches die drei „ein warmes Gefühl“ und das spüren wir Leserinnen und Leser, auch die Kinder.

    Dagmar Mägdefrau