• Pass bloß auf deinen Daumen auf!

    Pass bloß auf deinen Daumen auf!

    Elena Prochnow

    Edition Pastorplatz

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Nein, hier kommt nicht „der Schneider mit dem Scher“. Hier geht es ums Boxen, da ist es wohl wichtig den Daumen richtig zu halten. 
    Mimi stellt sich vor, sie ist in der zweiten Klasse und sie darf jetzt mit den anderen Kindern ohne Erwachsene zur Schule gehen. Dann sehen wir Florian, der sich als Chef fühlt, wir er Mimi anschreit und sie ihn ängstlich anschaut. Dinge aus ihrer Schultasche findet sie im Müll wieder und aus Angst geschubst zu werden, verbringt Mimi die Pausen auf dem Klo.
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    Mama rät Mimi sich zu wehren, doch wenn sie zurückschlägt, muss sie auf die Rote Bank. Auch die Lehrerin kann nicht helfen, sie rät Mimi Florian aus dem Weg zu gehen. Erst als Opa am Wochenende kommt, zeigt er ihr, wie sie zuschlagen soll. Er trainiert das Boxen mit Mimi. Ich muss zugeben, dass ich an dieser Stelle entsetzt war und mir der Gedanke, dass Mimi jetzt zum Schläger wird, gegen den Strich geht. Doch es kommt ganz anders und diese Lösung finde ich richtig gut.
    
    Das Buch zeigt, dass Angst andere dazu bringt uns zu mobben. Selbstvertrauen ist dann ganz wichtig und lässt und stark sein. Ich habe es in meinem Leben oft erlebt, dass es wichtig ist, den anderen ins Auge zu schauen und nicht ängstlich den Kopf einzuziehen.
    Auf dem schönen Cover sehen wir Mimi, wie sie sich auf ihre Daumen konzentriert, ein Bild, dass ich sehr gut nachfühlen kann.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Und zum Schluss ein bunter Kuss

    Und zum Schluss ein bunter Kuss

    Johanna Klement

    Barbara Jung

    Tulipan

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Ein dynamisches Cover, trotz der zwei schlafenden Kinder, weil in der Mitte ein Superheld mit Augenbinde inmitten von Sternen zu sehen ist. 
    Die Bilder auf den Doppelseiten werden immer von einem Sechszeiler ergänzt. Am Anfang erfahren wir, dass man zum Einschlafen einen Traum braucht, und dann begleiten wir die Kinder und erfahren von ihren Träumen. Paul möchte Pirat sein, Ella will eine Supertat vollbringen. Kim will von ihren Mamas gekuschelt werden, Ben braucht wegen der schreienden Schwester Urlaub. 
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    Mara träumt von Zauberfeen, Marie knuspert am Häuschen und Karun hat einen „Tollen Dino-Traum“.
    Laura macht mit Oma Party, Kaan und Emir machen eine Kissenschlacht und am Ende darf sich das Kind, dem das Buch vorgelesen wird, auch einen Traum wünscht. Dieser letzte Text wendet sich direkt an das Kind „Egal wer dich ins Bettchen bring, … für den bist du auf dieser Welt der tollste Menschen, das ist, was zählt!“
    So unterschiedlich, wie die Kinder aussehen, so unterschiedlich sind auch ihre Situationen. Jeder wird von andren Personen ins Bett gebracht, aber immer gibt es zum Schluss einen Kuss.
    
    Ein ausgefallenes Einschlafbuch mit schönen Reimen und vielen Ideen für Träume.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Marie Curie – Little People, Big Dreams

    Marie Curie – Little People, Big Dreams

    María Isabel Sánchez Vegara

    Illustriert von Frau Isa

    Suhrkamp/Insel

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Dieses schön illustrierte Bilderbuch stellt uns die Nobelpreisträgerin Maria Curie vor. Schon die kleine Marie wollte Forscherin werden. Sie war eine brillante Schülerin und da sie in ihrer Heimat nicht studieren durfte, ging sie nach Paris. Dort studierte sie Physik und lernte ihren späteren Mann kennen. Beide forschten gemeinsam und erhielten den Nobelpreis.
    Einfache klare Bilder und ganz kurze Sätze erklären alles genau und deshalb kann man mit diesem Buch eine berühmte Forscherin kleinen Kindern bekannt machen. 
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    Mich fasziniert es sehr, wie die Autorin es schafft alles so unkompliziert zu erklären. Für die, die es genauer wissen wollen, gibt es am Ende eine Doppelseite mit den Lebensdaten von Marie Curie und einigen kleinen Schwarz-weiß-Bildern. 
    
    Außer Marie Curie werden noch viele andere bekannte und nicht so bekannte Persönlichkeiten vorgestellt und ich denke, dass es sich lohnt auch andere Bücher dieser Serie zu entdecken.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Die Kuh Ute

    Die Kuh Ute

    Ingo Schulz

    Hanna Zeckau

    Tulipan

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Der Kuh Ute genügt es nicht, einfach nur auf der Wiese zu stehen, sie möchte aktiv sein und macht mit ihrer menschlichen Freundin Franziska allerlei Kunststücke. Von den beiden gibt es ein wunderschönes Bild. Man sieht nur die Köpfe und ihre Augen schauen ineinander. Ein schönes Bild für Freundschaft und Vertrauen.
    Dann erfährt Ute von dem berühmten Stier Udo und sie träumt davon auch zum Zirkus zu gehen und ihre Kunststücke vorführen zu dürfen.
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    Man sieht Ute, wie sie bei „Kuugl“ im Internet über Udo forscht. Doch der Zirkusdirektor lehnt Kühe generell ab. So gibt Ute am Abend Sondervorstellungen für Franziska. Dann telefoniert Ute mit Udos Manager und bietet Ute ein Training an. Aber der Stress wird für Ute zu groß und Franziska holt sie wieder heim auf den Bauernhof. Dort führt sie das neu erlernte vor. So wurde sie auf dem Bauernhof zum Star und das machte sie glücklich. 
    
    Die Bilder von Utes Kunststücken sind sehr schön, aber auch ihre Freundschaft zu Franziska geben die Bilder gut wieder. Der Text ist gut verständlich und nicht zu lang.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Wird denn hier keiner wütend?

    Wird denn hier keiner wütend?

    Toon Tellegen

    Marc Boutavant

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Die zehn mehrseitigen Geschichten handeln von Tieren und Gefühlen. Die Bilder sind teilweise ganzseitig und unterstützen den Text sehr gut.
    Die Feuerkröte tut alles um die Tiere wütend zu machen, doch ihre bösen Angriffe, so reißt sie dem Igel alle Stacheln aus, führen nur zu einem weinerlichen Ergebnis. Aber, was ist eigentlich Wut? „…etwas sehr Schweres, das keiner heben kann.“
    Das Eichhörnchen sinnt darüber nach, ob die Ameise „Nie-wieder“ zurückkommt.
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    Im Zwiegespräch mit den Wänden, kommt sie zu dem Ergebnis, dass die Ameise Honig zur Begrüßung bekommen soll.
    Die Schlange war immer wütend und an ihrem Geburtstag kann es ihr keiner recht machen. Am Ende müssen die anderen Tiere sogar flüchten, aber das machen sie fröhlich.
    Auch die Grille hat Geburtstag und sie kennt einige Gründe, weshalb der Bär nicht kommen soll, deshalb schreibt sie ihm eine ungewöhnliche Einladung.
    Eichhörnchen und Elefant tanzen zusammen und das ist für das Eichhörnchen gar nicht so einfach, trotzdem hat sie Spaß daran.
    Auch die Gottesanbeterin ist eingeladen, aber sie findet nicht die rechte Kleidung. Dann geht alles schief und sie muss völlig derangiert zum Fest. Aber durch ihre Haltung bekommt sie die Bewunderung der anderen Gäste.
    Die Ameise muss sich in ihrem Heim mit der Wut auseinandersetzten. Doch der Besuch des Eichhörnchens kann sie aus dieser Situation befreien.
    Die Heuschrecke versucht mitten im heißen Sommer Mäntel zu verkaufen und auf dem Geburtstag des Schwans springt der Frosch übermütig in die Torte. 
    In der letzten Geschichte schreiben sich Pillendreher und Skarabäus Briefe von deren Inhalt wir nichts erfahren, wir erleben nur die Reaktionen daraus.
    
    Die Geschichten sind nicht ganz einfach zu interpretieren, ich denke, um sie zu verstehen benötigen die Leser*innen schon ein wenig fachmännische Anleitung. Auf jeden Fall sind die eine gute Diskussionsgrundlage.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Worte, die mich stark und mutig machen – Übungen für mehr Selbstvertrauen

    Worte, die mich stark und mutig machen – Übungen für mehr Selbstvertrauen

    Becky Cummings

    Anja Grote

    Loewe Naturkind

    Leseempfehlung ab 4 Jahre

    Das Buch beginnt mit Lesetipps, die die erwachsenen Vorleser anspricht. So kann man zu dem Satz „Ich bin stark!“ den Bizeps anspannen. Natürlich macht es immer Sinn, das Gelesene zu besprechen. 
    Ein Zauberspruch „birgt all DEINE SUPERKRAFT-MAGIE!“ wird den Kindern am Anfang versprochen. Es beginnt mit „Ich bin einzigartig!“ darunter steht ein Vierzeiler, der die Aussage bekräftigt. Das Bild zeigt ein Mädchen mit Brille und lockigen Haaren, das mit nur einem Schuh vergnügt über eine Wiese tanzt.
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    Zwei Kinder spielen mit dem Bagger im Sand und der Spruch dazu heißt „Ich teile gern!“
    Mit geschlossenen Augen eine Hand auf der Brust, so entspannt das Mädchen. Ein Junge mit Brille und Basecap schaut einer Biene zu und ist freundlich. Der dunkelhäutigen Mutter sieht man die Liebe zu ihrer kleinen Tochter an. Zwei kluge Kinder bauen ein Auto zusammen. „Ich bin stark!“ zeigt ein Kind, dass mit seinen Armen und Beinen an einen Ast hängt. So geht es weiter bis zur letzten Seite, dort steht „Ich bin besonders, stark wie nie! In mir wirkt SUPERKRAFT-MAGIE!“ Dort kann auch ein Foto eingeklebt werden und der Name darunter geschrieben werden.
    
    Das Buch eignet sich hervorragend zur Stärkung es Selbstvertrauens, es zeigt aber auch Werte, wie Freundlichkeit auf. Ich bin davon überzeugt, dass es bei den Kindern etwas positives bewirken kann.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Morgen bin ich Sternenlicht

    Morgen bin ich Sternenlicht

    Sandra Dieckmann

    Loewe

    Leseempfehlung ab 4 Jahre

    Auf dem wunderschönen Cover sieht der Fuchs hoch zu einem Stern, der sich inmitten einer Spirale befindet. Die Konturen sind silberglänzend gezeichnet, das gibt eine schöne Atmosphäre.
    Fuchs und Wolf sind Freunde und verbringen einen wunderschönen Tag zusammen. Der Wolf bitte Fuchs „Versprich mir, dass du dich immer an diesen perfekten Tag erinnerst.“ Es folgt ein wunderschönes Bild der beiden Tiere, die sich am See den Himmel ansehen. Den Satz des Wolfes „Morgen bin ich Sternenlicht.“ versteht Fuchs nicht. 
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    Am nächsten Morgen ist Wolf verschwunden und Fuchs macht sich auf die Suche. Wieder am See sitzend und in den Himmel schauend, erinnert sich Fuchs an den Satz des Wolfes. Er zieht den Sternenhimmel wie eine Decke über sich und fängt an zu weinen. Dann kommen die Erinnerungen an die schönen Tage mit Wolf. So kann Fuchs am Ende wieder lächeln.
    Die Tierbezeichnungen dienen als Name, so ist Fuchs eine Sie. Da fand ich etwas ungewöhnlich, kann aber auch daran liegen, dass das Buch, obwohl die Autorin in Deutschland geboren wurde, auf Englisch geschrieben wurde. 
    
    Oft müssen sich die Kinder aufgrund ihrer Erlebnisse mit Tod und Verlust auseinandersetzten. Dieses Buch geht sehr behutsam und tröstlich mit diesem Thema um. Schöne Erinnerungen sind das, was von uns übrigbleibt. Deshalb wünsche ich allen perfekte Tage, an die es sich zu erinnern lohnt.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Heul doch!

    Heul doch!

    Frauke Angel

    Stephanie Brittnacher

    Tyrolia

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Das gesamte Cover ist ein trauriges Gesicht, die großen Augen schwimmen in Tränen. In dem Buch geht es ja um „Heulen, Plärren, Weinen und Flennen“, ein Thema, das uns alle mehr oder weniger betrifft. Weil wir es tun oder weil wir es bei anderen erleben.
    So wird im blauen Einband die Anatomie des Auges erklärt, wir sehen wo der Tränensack oder die Tränengänge zu finden sind. Im Buch dominieren blau und rot die Seiten.
    Ein Junge erzählt uns von dem jährlichen Treffen seiner Familie und dass er heult. So lernen wir die ganze Familie kennen, denn alle sollen mit aufs Foto. 
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    Die Geschichte ist in etwas größeren Buchstaben gedruckt, daneben gibt es einen Sachtext mit etwas kleiner Schrift. 
    Der rot gekleidete, im Rollstuhl sitzende Erzähler heult vor Wut und das ist in seinem Gesicht gut zu sehen. Als er Mama einen Ball vor den Kopf wirft, weint diese vor Schmerz und der Leser fühlt mit. Oma Ostsee fühlt eine „schwere Traurigkeit“, auch Papa empfindet Traurigkeit, Steffi weint beim Filme gucken. Nur Onkel Arpard ist es peinlich zu weinen. Mama und ihre Süße heulen vor Glück, da sind sie zu beneiden. Schauspieler müssen für ihre Rolle weinen und haben da so ihre Tricks. Babys können sich nicht anders äußern, nur durch Weinen. Die Uroma hat schon ihre Tränen aufgebraucht, so viel hat sie schon erlebt. 
    
    Anhand der vielen unterschiedlichen Familienmitgliedern wird sehr schön klar gemacht, welche Gefühle uns zum Weinen bringen. Die Familie ist bunt zusammengewürfelt und Mama hat eine Freundin und Onkel Klaus einen Klaus. Es gibt Alte und Babys und den Jungen im Rollstuhl. Der Sachtext ergänzt diese kleine Geschichte zum Familientreffen hervorragend. Und ich möchte immer noch das Gesicht auf dem Cover trösten.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Die Freude springt aufs Trampolin

    Die Freude springt aufs Trampolin

    Tina Oziewicz

    Aleksandra Zając

    Knesebeck

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir das behaarte graue Geschöpf, das lachend, alle Viere von sich streckend aufs Trampolin springt. Und er Titel verrät uns, dass es sich um ein sehr schönes Gefühl handelt, um die Freude. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Freude sich so benimmt. 
    Das Buch beginnt mit der Neugierde, die auf den Schornstein steigt, dann sehen wir die Dankbarkeit einen wärmenden Pullover stricken. Die Fantasie ist ein menschliches Wesen, dass die Nase in den Wind streckt.
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    Der Hochmut hat eine lange Nase und sitzt auf einem Glasberg. Das Glück, deren Ohren an Flügel erinnern, sitzt in einer Seifenblase, das pummelige Heimweh sehen wir nur von hinten, es schnuppert an einem Schal. Die Freundlichkeit hält mit ihrem großen Schirm das Unwetter ab und schützt andere kleine Wesen. Die Zuversicht hält dem Reisenden eine Butterbrottüte hin. Der Hass zeigt seine Zähne und beißt damit die rote Schnur durch und kappt so alle Verbindungen. „Nicht erreichbar!“ Mit einer riesigen Glühbirne wird die Liebe dargestellt. Der Spiegel auf der letzten Seite zeigt, dass alle diese Gefühle in uns leben.
    
    Über 30 Gefühle werden in diesem Buch wunderbar abgebildet und man kann anhand der dazugehörigen Beschreibung darüber sprechen. Schöne und weniger schöne Gefühle sind dabei und ich denke zu jedem hat man eine Situation, in der man es erlebt hat.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Kein Bett in der Nacht

    Kein Bett in der Nacht

    Maria Inês de Almeida

    Cátia Vidinhas

    Knesebeck

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    „Obdachlose sind Menschen, die aus finanziellen und / oder sozialen Gründen keinen festen Wohnsitz haben…“ mit dieser Erklärung beginnt das Buch. Erzählt wird es von einem Jungen, der dem Sohn der Autorin ähnlich ist. 
    Da sitzt ein Mann unter dem Sternenhimmel und schaut hinauf. Der Junge dachte zunächst, dass sei der Grund für Obdachlose im Freien zu schlafen. Viele unterschiedliche Menschen sind auf der nächsten Seite unterwegs und die Gedanken des Jungen kreisen um die Gesichter, die fröhlich oder traurig sind.
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    Dann folgt die Erklärung der Eltern warum Menschen obdachlos werden. „Das sind Männer und Frauen, die keinen festen Ort haben, an dem sie wohnen können.“ Das Bild zeigt eine Familie mit Schirmen und den Obdachlosen, der nur sich nur eine Pappe über den Kopf hält. „Die Regentropfen klopfen nicht gegen ihre Fensterscheiben, sondern schlagen ihnen ins Gesicht.“ Da beginnt der Junge zu handeln. 
    Kein einfaches Thema und doch alltäglich. An vielen Stellen in der Stadt begegnen und Menschen ohne Wohnsitz und ich muss zugeben, dass ich auch meist wegschaue. Darum ist dieses Bilderbuch wichtig, denn es zeigt uns, dass hinter jedem und jeder, die wir auf der Straße sehen ein Schicksal steckt und das wir helfen können.
    Das Buch endet mit der Hoffnung, dass sich die Situation bessert und dieses Buch seinen Sinn verliert. 
    Schade finde ich, dass die Bilder immer nur Männer zeigen und keine obdachlose Frau zu sehen ist. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Ein Dino namens Fred – Zwei Freunde auf Zeitreise

    Ein Dino namens Fred – Zwei Freunde auf Zeitreise

    Michael Engelhardt

    Ronald Kruschak

    migo

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Das Buch beginnt mit einem persönlichen Brief an den, dem das Buch vorgelesen wird. Dort gibt es eine Erklärung, warum wir noch nie einen richtig lebendigen Dinosaurier gesehen haben. Aber dann wird die Geschichte vom Dino Fred erzählt. Er spielt gerade mit den kleinen Dinos, als ein kleines rotes Flugzeug mit einem kleinen Mädchen am Himmel auftaucht. Als die neunjährige Annegret landet ist sie begeistert Dinosaurier zu sehen.
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    Sie ist durch die Zeit gereist und sie zeigt keinerlei Angst vor den prähistorischen Tieren. Wir müssen dann das Buch hochkant halten, denn es taucht eine T-Rex-Dame auf. Sie meint das kugelige Flugzeug sei ein Ei und müsse ausgebrütet werden. So ergibt es sich, dass die beiden Dinos mit Annegret in die Jetztzeit reisen. Auch hier erleben Fred und Annegret einige verrückte Abenteuer, bis mit Omas Hilfe die Dinos wieder in ihre Zeit zurückkehren können. Niedliche Dinos, Menschen mit großen Augen und viel Drumherum füllen 48 bunte Seiten. 
    Auch Text gibt es reichlich zu lesen, deshalb sollte ein Kind schon Vorleseerfahrung für dieses Buch mitbringen. 
    Aber echte Dino Fans werden ganz sicher auf ihre Kosten kommen. Denn trotz aller Fantasie, die die Geschichte so schön sein lässt, halten die Autoren sich an die Tatsachen. So traut sich Annegret nicht Fred zu erzählen, warum es heute keine Dinosaurier mehr gibt. Am Ende grüßen die beiden als neue Freunde und versprechen weitere Abenteuer.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Ein eiskalter Fisch

    Ein eiskalter Fisch

    Frauke Angel

    Elisabeth Kihßl

    Tyrolia

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    2021 erhielt dieser Titel den Bilderbuchpreis HUCKEPACK

    Auf dem Cover sehen wir den kleinen Jungen auf der Schulter seines Vaters sitzen. Obwohl man die beiden von Hinten sieht, macht das Bild einen vertrauten Eindruck.
    Auch das erste Bild im Buch zeigt den Jungen zwischen seinen Eltern sitzend und alle schauen in ein Buch. Doch im Text ist zu lesen, dass der Vater es nicht so mit der „Gefühlsduselei“ hat. Deshalb ist der Junge, der uns die Geschichte erzählt, erstaunt, dass sein Vater beim Tod des Fisches Onno weint. Traurig sieht man Vater und Sohn im Kinderzimmer sitzen und der Vater wischt sich seine Tränen weg.
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    Dann nimmt der Vater den Jungen in den Arm und das ist wirklich eine Überraschung, denn im Gegensatz zum Sohn, ist der Vater kein „Kuscheltyp“.  So liegen die beiden dann in einer festen Umarmung auf der Couch. Dann muss der Junge die Beerdigung seines Fisches Onno vorbereiten und es hat viel schöne Ideen. Er schreibt auch einen Zettel, den die Mutter auf den Tisch gelegt hat, ab. In ungelenken Buchstaben können wir den Text lesen. Als Onno am Ende im Klo beerdigt wird, stehen die Eltern Hand in Hand dabei. Danach betätigen alle drei gemeinsam die Spülung. Eine (be-)rührende Szene.
    Der Titel ist wunderschön doppeldeutig, außer Ono wird auch der Vater so bezeichnet. Das Kind freut sich so sehr über die körperliche Nähe und die Liebe des Vaters, dass er den Todestag seines Haustiers als „den schönsten Tag in meinem ganzen, langen Leben.“ bezeichnet. Ein wenig denke ich, das ist nicht nur ein Buch für Kinder, sondern für die eiskalten Erwachsenen, die hier sehen, wie viel Zuneigung und Umarmen für uns alle bedeutet. 
    
    Der Text ist kurz und gut verständlich, die Bilder ergänzen hervorragend die Geschichte. Aber das Besondere sind die Gefühle, die das Buch in uns wachruft. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Ohne mich!

    Ohne mich!

    Moni Port

    Philip Waechter

    Klett Kinderbuch

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Obwohl die Protagonisten des Buches mehr wie Katzen aussehen, beginnt das Buch mit den Worten „Es war einmal ein kleines Mädchen namens Helene“. 
    Die Familie wohnt idyllisch in einem einsamen kleinen Haus am Fluss. „Helene besaß Talent“ da sehen wir sie Trompete spielen und die Mutter applaudiert, währen der kleine Bruder sich die Ohren zu hält. Der Vater liegt im Fenster und schaut grimmig, ihn „stört die Idylle.“
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    Er kann auch nicht normal reden, immer schreit er laut, was man an den großen fettgedruckten Buchstaben sehen kann. Da Helene sich nicht wohl fühlt, erklärt ihr ihre Mutter, dass die ganze Familie des Vaters Krakeeler sind, auch sie könne einer werden. So fasst Helene den Entschluss zu gehen. Sie findet ein neues Zuhause, denn die Dame in dem Schloss hatte Verständnis für ihre Situation. „Der Vater wurde traurig und leise“ und will sich ändern. Die Eltern suchen nach ihrer Tochter und finden sie auf Plakaten für ein Konzert. Sie machen sich auf und erleben ihre Tochter in einem vollen Konzertsaal, diesmal freut sie sich, als der Papa laut „Bravo!“ ruft.
    
    Mir gefällt es gut, dass Helene den Mut aufbringt und aus einer Situation ausbricht, in der sie sich nicht wohl fühlt. Als Mutter bricht mir das Herz, wenn ich daran denke, dass meine Tochter einfach verschwindet. Das Buch kommt mit kurzen Sätzen aus und es wird nicht als zu viel erklärt, vieles muss man zusammenreimen, trotzdem kommt die Aussage klar rüber. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Das Kuscheltier-Kommando – Eine Geschichte über wahre Stärke

    Das Kuscheltier-Kommando – Eine Geschichte über wahre Stärke

    Samuel und Sarah Koch

    Bilder Nadine Y. Resch

    EDEL Kids Books

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Auf dem Cover sind die beiden Hauptfiguren zu sehen. Pollo, der Bär und Fred, der kleine Junge. Was die beiden schon zusammen erlebt haben zeigen die Braun-weiß-Fotos im Einband. Das erste Bild hat eine ungewöhnlich Perspektive, wir schauen vom Hochbett auf die beiden, die sich bemühen ohne Leiter heraufzusteigen. Im Hintergrund ein Zimmer, das mit dem eigenen viel gemein hat.
    Doch dann passiert das Unglück, Pollo verliert seinen Arm und die Wolle quillt aus seinem Körper.
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    Beide leiden in der Nacht, die sie nicht zusammen verbringen. Besonders Pollo weint dicke Tränen, die schnell zu einem See werden. Doch dann rettet ihn das Kuscheltierkommando. Andere Spielzeuge, die auch einige Macken haben. Sie haben für den kleinen Bären einen Spezialarm. Und so können Fred und Pollo am nächsten Morgen wieder zusammenspielen. Und Kuscheln ist ohne Arm noch schöner.
    Im hinteren Einband sehen wir, was die beiden noch alles erleben werden und so ein Spezialarm hat durchaus Vorteile.
    
    Ein schönes Buch, dass zeigen soll, dass man für eine richtige Freundschaft nicht perfekt sein muss. Schöne Bilder und flotte Texte, wenn der Mittelteil nur nicht so traurig wäre. Denn dass Fred seinen Freund zunächst ablehnt und nicht tröstet, finde ich sehr schade.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Sulwe

    Sulwe

    Lupita Nyong`o

    Illustriert von Vashti Harrison

    Übersetzt von Prof. Dr. Maisha M Auma

    Mentor

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Das Cover ist wunderschön gestaltet. Aus dem dunkelblauen Sternenhimmel schauen uns die dunklen, eindrucksvollen Augen der kleinen Sulwe an. Eine Hand streckt sie wie Hilfe suchend nach uns aus. Sie trägt ein goldenes Kettchen mit einem Sternenanhänger und kleine Ohrringe, beides kann man beim Darüberstreichen fühlen. Der Titel ist aus einem glitzernden Lack. Ein Buch, dass ins Auge fällt.
    Sulwe ist mitternachtsfarben und da alle in ihrer Familie und in ihrer Schule eine hellere Hautfarbe haben, fühlt sie sich nicht wohl und wünscht sich nicht sehnlicher, als hellere Haut zu haben.
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    Nachdem helle Sachen essen, nur Bauchweh gemacht hat und die sie die Farbe auch nicht wegradieren konnte, bitte Sulwe Gott um Hilfe. 
    Erst als sie sich ihrer Mama anvertraut, versichert die ihr, dass sie schön und liebenswert sei und erinnert sie daran, dass ihr Name „Stern“ bedeutet. 
    So erzählt ihr eine Sternschnuppe von den Schwestern, die Tag und Nacht waren. Auch hier fanden die Menschen die Nacht hässlich und schlecht. Doch als diese verschwand, merkten sie, dass sie ohne sie nicht leben konnten. So wurden die beiden Schwestern wieder unzertrennlich. „Gemeinsam machen sie die Welt aus, wie wir sie kennen. Sie verleihen ihr Schönheit und Kraft, im Licht und im Dunkel.“ Nach diesem Erlebnis fühlt auch Sulwe sich „wunderschön, von innen und auch von außen!“
    Neben dem schönen Text lebt das Buch von den wunderschönen Bildern. Von der niedlichen kleinen Sulwe, die man sofort ins Herz schließt, aber auch von dem Zusammenspiel der Tag- und Nachtschwestern.
    
    Unser Aussehen ist immer wieder ein Grund zur Unglücklich sein. Wie schön, dass Sulwe mit der Geschichte über Tag und Nacht erkannte, dass alle gleich wichtig und wertvoll sind. Ich wünsche allen Kindern und auch Erwachsenen, dass sie sich lieben und sich geliebt fühlen. Dieses Buch ist zeigt, ein kleines mitternachtfarbenes Mädchen, dem es gelungen ist.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Liebe

    Liebe

    Corrinne Averiss

    Kirsti Beautyman

    Zuckersüß

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    „Liebe“ in geschwungenen Buchstaben steht in Gold auf dem Cover. Darunter sehen wir Emma und ihre Mama mit den kleinen Häuschen, die Papa macht. Die beiden schauen sich liebevoll an, um sie herum windet sich eine goldene Schnur, die in einer Schleife endet, die beide in der Hand halten.
    Zunächst lernen wir Emmas Familie einschließlich Hund Krümel kennen. Alle lieben sich und auch bei den Großeltern gibt es Liebe. „Emma hat immer etwas Liebe bei sich.“ Doch als sie zum ersten Mal zur Schule geht, kann Mama nicht mitkommen.

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    Als sie sich verabschieden, weist Mama auf die Schur der Liebe hin, die sie beide verbindet.  Als Emma die Verbindung nicht mehr so stark spürt, taucht ihre Lehrerin auf und tröstet sie. Auch die anderen Kinder haben diese Schnüre und zwischen ihnen und Emma entwickeln sich Neue. Als alle Kinder abgeholt werden, kommt Emma Mama nicht pünktlich und auch die Lehrerin kann Emma nicht mehr trösten. Emma verzweifelt und befürchtet, „ES IST NIEMAND AM ANDEREN ENDE!“ Doch dann taucht Mama auf und nimmt Emma fest in den Arm. Sie ist nicht böse, weil Emma die Schnur gelöst hat, knotet alles wieder zusammen, bis sie ein riesiges Knäul umgibt und sie nach Hause rollen. 

    Manchmal kommt es so unglücklich aus, dass wir an der Liebe der anderen zweifeln, dann ist es schön, wenn der andere nicht enttäuscht zurückweicht, sondern auf den Zweifler zugeht und seine Liebe weiter anbietet. Die Schnur als Verbindung Liebender ist eine einfache und gut zu verstehende Metapher, die hier sehr schön ins Bild gezeichnet wurde.

    Dagmar Mägdefrau

  • Tief im Ozean

    Tief im Ozean

    John Hare

    Moritz

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Wie bei dem Vorgänger Buch „Ausflug zum Mond“, das mit einigen Preisen bedacht wurde, kommt dieses Buch ohne Worte aus.Auf dem Cover sehen wir die weißgekleideten Kinder in ein gelbes Unterseeboot steigen. Von einer sehr futuristischen Basis geht es hinab in die Tiefe. Korallen, Quallen und andere Meeresbewohner sind zu sehen. Ähnlich wie bei einem Comic wird die Handlung durch fortlaufende Bilder beschreiben.

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    In Taucheranzügen steigt die Gruppe aus und fotografiert. Blaue Leuchtkalmare schwimmen über sie hinweg. An einem Wrack findet ein Kind eine Schatztruhe, aus ihr krabbeln Riesenasseln. Durch einen Sturz landet das Kind in einer antiken Stadt. Dort taucht ein oranger Pliosaurier auf mit dem das Kind sich die Zeit vertreibt. Wieder zurück im U-Boot schauen sich die Kinder die Bilder an und aufgrund der Beschriftung können wir auch die gesehenen Tiere zuordnen.

    Die Bilder sprechen mich sehr an und ich glaube, die Geschichte, die sie erzählen, werden die Kinder gut verstehen. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Die Wette

    Die Wette

    Antje Damm

    Moritz

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Anje Damm hat dieses Buch mit ihrer bewerten Technik erstellt. Sie baut dazu eine Art Kulisse und lässt die ausgeschnittenen Figuren darin spielen. Lilo besucht Hein in seiner Gärtnerei und die beiden wetten, wer wohl einen Ableger in vier Wochen schneller groß bekommen kann. „Abgemacht“ geben sich die beiden die Hand drauf. 
    Lili bringt das Pflänzchen liebevoll in ihrem Puppenwagen nach Hause und „beschließt zu gewinnen.“

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    Sie versorgt die Pflanze, wie eine Freundin. Erzählt ihr sogar eine Gutenachtgeschichte. Im Park sieht sie Pflanze, wie groß sie mal wird und zu Hause spielt Lilo ihr auf der Flöte vor. Auch in das Spiel mit der Freundin wird die Pflanze eingebunden.
    Währenddessen gießt Hein seine Pflanze, schimpft mit ihr und zieht ihr am Ende noch ein Blatt ab. Das Bild, als die beiden sich wieder treffen zeigt, wie viel größer Lilos Pflanze ist und natürlich hat sie die Wette gewonnen.

    Vielleicht sollten wir uns ein Beispiel an Lilo nehmen und unserer kleinen Pflänzchen, für die wir sorgen, auch so liebevoll großziehen. Sicher auch ein Tipp für werdende Eltern und natürlich für kleine und große Gärtner*innen.

    Dagmar Mägdefrau