• Junior High – Chaos im Doppelpack

    Junior High – Chaos im Doppelpack

    Tegan Quin

    Sara Quin

    Tiellie Walden

    arsEdition

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Tegan und Sara sind unzertrennlich und froh, die Veränderungen in ihrem Leben nicht alleine durchstehen zu müssen. Ihre Eltern sind geschieden, die Mutter ist mit Bruce zusammen, doch die beiden sollen trotzdem regelmäßig ihren Vater sehen. Also ziehen sie in seine Nähe, was einen Schulwechsel bedeutet. 
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    Ab sofort gehen sie auf die Edmunds Junior High, auch noch in getrennte Klassen. Als wenn das nicht genug wäre, stehen die beiden auch noch kurz vor der Pubertät.
    Doch was, wenn die beiden auf die Veränderungen nicht gleich reagieren? Wenn eine andere Freunde findet, sich anders entwickelt oder körperliche Veränderungen nicht gleichzeitig erlebt werden?
    Besser als mit Tegan und Sara könnte man so eine Situation nicht vergleichen, denn wir begleiten sie ein komplettes Jahr auf der Junior High. Ich muss zugeben, auch ich habe Probleme die beiden zu unterscheiden, was nicht gegen die Illustrierung sprechen soll, die ist zwar relativ einfach gehalten, aber dafür fängt sie wunderbar das quirlige Teen-Werden der beiden ein. Am liebsten habe ich ihre Gesichter, wenn ihnen etwas unangenehm ist und da sie sich mit Themen wie Periode, Gefühlen und BH’s auseinandersetzen müssen, ist das nicht selten der Fall.
    Da ich selber Zwilling bin, kann ich vieles gut nachvollziehen, gerade die Streitigkeiten und das Danach-wieder-lieb-haben kennen vermutlich alle Geschwister.
    Ich finde die Konflikte der beiden aber besonders authentisch, was bestimmt auch an den Autorinnen liegt, die tatsächlich Zwillinge sind und Tegan und Sara heißen.
    Mit den beiden wird es absolut nicht langweilig, mich haben sie wunderbar unterhalten und nochmal in die eigene Teenager-Zeit versetzt, auch wenn meine nicht ganz so amerikanisch war. Ich freue mich, den nächsten Teil zu lesen, wenn es noch mehr um das Thema Liebe mit all ihren Problemen geht.

    Raphaela Brosseron
  • Weise und rebellisch

    Weise und rebellisch

    Chiara Pastorin

    Perceval Barrier

    Knesebeck

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Auf über 170 Seiten zeigt uns dieses Buch mit vielen Comics, „Was wir von den großen Philosophen heute noch lernen können“. Auf dem Cover kann man einige dieser Berühmtheiten wiederfinden, doch sie benehmen sich auch etwas albern. Das Inhaltsverzeichnis beginnt „vor langer Zeit im Orient und Okzident“. Heraklit und Parmenides stellen ihre unterschiedlichen Ansichten vor. 
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    Über die Stoiker, wo uns ein leichtfüßiger Zenon von Kition verspricht, uns zu „lehren, wie man weise wird und alles akzeptiert, was geschieht…“ zu Descartes, der als erster moderner Philosoph bezeichnet wird und der selbst beurteilen will, was richtig oder falsch ist. Natürlich sind auch Kant, Marx und Nitsche vertreten, aber auch Frauen wie Hannah Arendt und Simone de Beauvoir werden vorgestellt. Das Maßband der Zeit, das zu Beginn jeden Kapitels über der Seite schwebt, zeigt am Ende das 20. Jahrhundert an, da fragt Wittgenstein seinen Kollegen Russell, ob er ein kompletter Idiot ist. Wenn dem so wäre, würde er Luftfahrttechniker werden und nachdem er Wittgensteins Essay gelesen hat, rät ihm Russell, das zu tun. Im Comic führt Wittgenstein ein Gespräch mit einem Mädchen und wird zunächst Gärtner und Lehrer, bis er über das von ihm entwickelte „Sprachspiel“ sagt, „Die Sprache ist wie ein Spiel, ein Geschehen, bei dem man Regeln befolgen muss.“ 
    Vor einigen Jahren war „Sofies Welt“ das Buch für junge Menschen über Philosophie. Ich denke, über dieses Buch wurde viel gesprochen und nur wenige haben es gelesen. Mit diesem Comic denke ich, wird es leichter, sich den Philosophen zu nähern. Die Kapitel sind voller Humor und doch wird die hauptsächliche Aussage der einzelnen Personen sehr verständlich erklärt. Man kann einfach mal ein paar Seiten schmökern und sich mit einer These beschäftigen und das gefällt mir besonders an dieser Aufmachung. Es gibt keine durchgehende Geschichte, jedes Kapitel steht für sich und kann unabhängig gelesen werden. Dadurch, dass es sich um kleine Comics handelt, werden sich vielleicht auch Lesefaule nicht von der Dicke des Buches abschrecken lassen. Ich würde es mir wünschen, denn es macht Spaß ,sich mit dem Thema zu befassen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Meine geniale Liebe

    Meine geniale Liebe

    Jenny Jägerfeld

    Urachhaus

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Nach “Mein geniales Leben” und “Mein genialer Tod” ist “Meine geniale Liebe” der dritte Teil, der von dem Teenager Sigge handelt.
    Sigge ist noch nicht so lange an der Schule, auf der er jetzt Schüler ist, und vorher an der alten Schule gemobbt worden. Die geplante Klassenfahrt zur Insel Esterö hat er deswegen gar nicht auf dem Schirm - er ist zu sehr beschäftigt, sich anzupassen und damit, Adrian ganz heimlich anzuhimmeln.
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    Am liebsten würde Sigge sich sofort entlieben, damit niemand merkt, dass er homesexuell ist …
    Bei den vielen ungewohnten Namen muss man erst mal durchblicken, auch sonst sind die Verhältnisse ein wenig wirr, aber auch amüsant.
    Das Hotel der Oma, in dem die Familie noch wohnt, kann ich mir in seinem Chaos ziemlich gut vorstellen. Wer Krille ist und warum er dort wohnt, habe ich bis zuletzt nicht verstanden und es hat mich auch erst verwirrt, dass die kleine Schwester in Großbuchstaben spricht.
    Sigge ist ein beschäftigter Junge: Er zeichnet „Ansichtskarten für Faule“ zur Finanzierung der Klassenfahrt, setzt seine Eislaufkarriere fort, navigiert durch familiäre Veränderungen und entwickelt zusammen mit seiner Freundin Juno eine Tinder-ähnliche App für Tiere. Gleichzeitig ringt er mit seinen Gefühlen für Adrian und dem Kampf, seine sexuelle Identität zu akzeptieren.
    Manchmal hatte ich das Gefühl, dass in jedem Kapitel immer nur eins der vielen Themen behandelt wurde, daher hat sich für mich nicht unbedingt eine fließende Geschichte daraus ergeben.
    Die vielen Figuren fand ich fast alle allerliebst und sympathisch, vor allem die Oma mit ihrem englischen “Slang” war einfach unterhaltsam. Die Geschichte von Sigge und Adrian und vor allem Sigges Unsicherheit, zu seiner Sexualität zu stehen, ging ein wenig unter.
    Trotzdem ein sehr schönes Buch zu dem Thema und sehr unterhaltsam!

    Raphaela Brosseron

  • Ist doch Isy! – Von Lampenfieber, Leckeren Rezepten und meinem Lieblingssong – Band 2

    Ist doch Isy! – Von Lampenfieber, Leckeren Rezepten und meinem Lieblingssong – Band 2

    Annette Neubauer

    Ravensburger

    Ist doch Isy!

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Isy wohnt geht seit einiger Zeit auf die neue Schule und heute ist sie, wie so häufig in der letzten Zeit, mal wieder zu spät. Dadurch hat sie verpasst, dass die AG's zusammengestellt wurden, die Aktionen für das Sommerfest planen sollen. Wenn genügend Geld eingenommen wird, wird die Schule einen schönen neuen Schulgarten bekommen und darauf freuen sich alle schon. 
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    So wird Isy von ihrer Lehrerin der Gruppe der Power Girlies zugeteilt. Sissi, der Kopf der Gruppe, hat sie im letzten Band der Reihe gemobbt und die beiden haben kein gutes Verhältnis. Sissi spiel einen Song vor und möchte darauf eine Choreografie tanzen, Yasim, der auch neu in dieser Gruppe ist, tanzt sofort mit und so steht fest, dass diese AG beim Sommerfest tanzen wird.
    Zu Hause muss Isy auf ihren kleinen Bruder aufpassen, da die Eltern auf der Arbeit viel Stress haben, ihre große Schwester soll sie dabei unterstützen. 
    Die 14 kurzen Kapitel sind durch kleine Bilder oder Muster aufgelockert und meist zu Ende gibt es noch Basteltipps und Rezepte. So beginnt der Morgen mit einem Brotaufstrich aus getrockneten Tomaten, weiter hinten schreibt Isy eine Gute-Besserungs-Karte und dazwischen gibt es noch viele schöne Ideen zum Nachmachen.
    Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, die Autorin nutzt die Sprache der Jugendlichen und die Handlung passt in unsere Zeit. Probleme werden nicht vertieft oder lösen sich einfach auf. 
    
    Dagmar Mägdefrau
    
  • Hat irgendjemand Oscar gesehen?

    Hat irgendjemand Oscar gesehen?

    Leslie Conner

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Aurora lebt mit ihren Eltern im ländlichen Maine, sie ist vorlaut und impulsive und immer in Bewegung. Als Gracia mit ihrem autistischen, stummen Sohn Oskar ins Nachbarhaus einzieht, findet Aurora sofort einen Draht zu dem Jungen. So gehen die beiden drei Jahre zusammen in eine Klasse, als ein amtlicher Brief mitteilt, dass beide nach den Ferien in unterschiedliche Klassen gehen müssen. Dadurch bekommt Oskar einen Helfer, der sich um ihn in der Schule kümmern soll. 
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    Da Aurora immer genau weiß, was Oskar will, obwohl er lediglich eine Art Zwitschern von sich gibt, hat sie Bedenken, dass diese Neuerung Oskar gefallen wird. Aber er nimmt alles so hin, ohne dass er seinen Blick verändert. Sein Blick geht nämlich immer nach oben, denn er liebt Vögel. Er beobachtet sie und hat eine Sammlung von Vogelbildern. 
    Da Aurora zwei Mädchen kennen lernt, die auch in ihre neue Klasse gehen, achtet sie nicht auf Oskar, als sie die Schule betreten. So kommt es, dass Oskar nicht in seine Klasse geht, sondern sich in den Wald aufmacht. Er ist zwar ein guter Wanderer und er kann sich gut orientieren, aber zunächst bleibt er verschwunden und eine große angelegte Suche nach ihm wird gestartet.
    Der Umgang mit einem autistischen, stummen Jungen wird hier sehr genau geschildert und Aurora Möglichkeiten, mit ihm in Kontakt zu treten. Die Geschichte wird von Aurora erzählt, aber einige Kapitel sind auch mit anderen Namen überschrieben und dann gibt es eine erzählende Person. Wir erfahren viel über die Natur, Maine, das Softballspiel, das Aurora langweilt, und dem Miteinander der Menschen in dieser Urlaubsregion. Mir war das manchmal etwas langatmig und zu genau.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
    
  • Kiezkinder – Wir mischen mit! – Der Geheimplatz  

    Kiezkinder – Wir mischen mit! – Der Geheimplatz  

    Milena Bartels

    Roya Soraya

    orlanda

    Kiezkinder

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Wir lernen eine bunte Mischung Kinder kennen, von denen wir auf dem Cover schon einen ersten Eindruck bekommt. Da ist der etwas stämmige Jaron, ein begnadeter Zeichner, der zusammen mit seiner Zwillingsschwester Helene, die am liebsten den ganzen Tag Fußball spielt, bei seiner Oma wohnt.
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    Da es auf Ostern zugeht, wird in dieser Familie das Pessachfest gefeiert. Paul mit den kurzen blonden Haaren ist Diabetiker I und zieht mit einer Person, die er mein*e Pamo nennt, aus Finnland in das Mehrgenerationenhaus. Ava, die sportliche Brillenträgerin, sitzt gerne mit der ganzen Familie einschließlich ihrer Großeltern beim vegetarischen Abendessen. Theo trägt ein Hörgerät und lebt mit seinen zwei Vätern in einem großen Haus mit Swimmingpool. Sias Mama sitzt im Rollstuhl, ist dabei aber sehr sportlich. Sia wünscht sich manchmal etwas mehr Ruhe, die sie in ihrer lauten fröhlichen Familie selten findet.  Natürlich gibt es noch viel über die Kinder zu berichten, aber das solltet ihr dann lieber selber lesen.

    Ava entdeckt eines Tages ein kleine Paradies auf einem alten Grundstück, dass sie eigentlich nicht hätten betreten dürfen. Die Kinder träumen davon, hier einen Spielplatz zu bauen, doch die Stadt hat anderer Pläne. Aber die Sechs haben gute Ideen und sie versuchen, damit zu überzeugen.

    Die Kapitel sind abwechselnd mit den Namen der Kinder überschrieben, so erfährt man einiges von ihnen. Der Text wird von anschaulichen farbigen Illustrationen aufgelockert, die mir sehr gut gefallen. Ich hoffe, wir hören noch viel von diesen Kiezkindern.

    Dagmar Mägdefrau

  • Am schönsten ist es in Sommerby

    Am schönsten ist es in Sommerby

    Kirsten Boie

    Oetinger

    Sommerby

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Nach der schönen gemeinsamen Feier zu Weihnachten scheint die Stimmung zwischen Mama und Oma jetzt wieder nicht mehr so gut zu sein. Deshalb soll es in den Osterferien nach Gomera gehen, Sonne tanken. Doch als Mikkel das hört, will er natürlich lieber wieder nach Sommerby. So überreden sie die Eltern zu einem Liebesurlaub und fahren zur Oma. Bei der gibt es wie immer Bauernfrühstück, doch Martha isst nur noch die Bratkartoffeln, weil sie jetzt vegan lebt. Für Oma wieder etwas Neues, aber erstaunlicherweise lernt sie schnell damit zurecht zu kommen, auch wenn sie immer ein paar entsprechende Bemerkungen macht.
    Martha macht es sich aber auch sonst nicht leicht mit ihrer Eifersucht, ihr Freund ist zurzeit in Amerika und da gibt es einige Missverständnisse. 
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    Mikkel macht sich wieder ganz viele Gedanken um die Tiere, zum Glück sind noch alle Hühner da und die Gänse haben sogar ganz viel Nachwuchs. Der kleine Mats und seine naive Kindergläubigkeit ist so liebenswert, dass man ihm alles verzeiht, denn immer meint er es nur gut. 
    Einen neuen Teil Sommerby zu beginnen, fühlt sich an, wie mal wieder an den bekannten beliebten Urlaubsort zurückzukehren, liebe gute Freunde wieder zut reffen. Oma, die mit ihrer schroffen, aber doch liebevollen Art ihre Enkel oft sehr gut versteht. Martha, die schon so viel verstehen und begreifen kann und die sich für ihre Brüder verantwortlich fühlt, die mit ihrer Hilfsbereitschaft das ganze Dorf motiviert. Und natürlich die beiden Jungs, deren Gedanken immer wieder ein Lächeln bei mir erzeugen.
    Eine wundervolle Erzählung, von einem Ort, der einfach nur perfekt ist. So perfekt, dass er nur erdacht sein kann? Von Freundschaft, Hilfsbereitschaft, junger und alter Liebe, Tierliebe und einer schönen Landschaft. Ich hoffe, ich darf bald wieder hin.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
    
  • Alle einsteigen! – Die Geschichte der U-Bahn

    Alle einsteigen! – Die Geschichte der U-Bahn

    Alexandra Litwina

    Anna Desnitskaya

    Gerstenberg

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Der Untertitel und das Cover lassen vermuten, dass es nur um die U-Bahn geht, aber das Bilderbuch ist viel weitreichender angelegt. So beginnt das Buch mit der möglichen Erfindung des Rades in Mesopotamien, entlang der Schiene führt die Zeit bis zu einer U-Bahn auf dem Mond. Die Erfindung der Dampfmaschine und die Eisenbahn mit allen Schattierungen, wie dem Tunnelbau, führen zum Bau der U-Bahn in London im Januar 1863. Dann gibt’s einen Abstecher zur Entwicklung des Fahrrades und des Autos. Weiter geht es mit der Straßenbahn und ihrer unterschiedlichen Formen. 
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    Unter der Überschrift „Stadtentwicklung“ kann man das Gestern und, wenn man die Seiten ausklappt, die Stadt im Jahr 2010 sehen und vergleichen. Dann geht es um die U-Bahn in Berlin, auf dem Streckennetz kann am sogar ein Spiel spielen. Wo gibt es auf der Welt überall eine U-Bahn? Dann erfahren wir noch etwas über den Eurotunnel und zum Schluss gibt es noch eine Aufgabe, wie könnte der Verkehr der Zukunft aussehen?
    Das Buch befasst sich wirklich umfassend mit dem Thema Verkehr mit Schwerpunkt U-Bahn. Kleine Techniker und Raumplaner werden sehr viel Interessantes finden, die Bilder sind einfach aber klar, wie das Bild der U-Bahn-Haltestelle Alexanderplatz, das wir schon vom Cover kennen.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
    
  • Antigone

    Antigone

    Ali Smith

    Atlantis

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Der dünne lila Band zeigt das Mädchen Antigone und die Krähe. Die alte Tragödie von Sophokles wird hier aus Sicht der Krähe erzählt. Sie sitzt an der Stadtmauer von Theben und schaut auf das Schlachtfeld. Hier haben die Söhne des verstorbenen König Ödipus miteinander gekämpft und sich gegenseitig getötet. Nun ist König Kreon der Herrscher. 
    Kreon hält Polyneikes für einen Verräter und deshalb soll er nicht in Ehren bestattet werden. Dagegen lehnt sich Antigone auf und sie macht sich auf den Weg, ihren toten Bruder zu suchen. 
    
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    All dies berichtet uns die Krähe aus ihrer Sicht. Sie spricht von den Menschen als „Noch-Lebende“, denn Tote bedeuten  auch Nahrung für sie und ihre Nachkommen, die wir im Epilog als Zuhörende kennenlernen.
    Die Geschichte wird in neun Kapiteln erzählt und ist in großer Schrift gedruckt und mit einigen stilgerechten Bildern ergänzt worden. Dadurch ist sie gut lesbar und sehr gut verständlich. So können die alten Mythen auch jungen Leser*innen nähergebracht werden. 
    
    Dagmar Mägdefrau
    
  • In einem alten Haus in Berlin – Ein Streifzug durch 150 Jahre deutsche Geschichte

    In einem alten Haus in Berlin – Ein Streifzug durch 150 Jahre deutsche Geschichte

    Kathrin Wolf

    Isabel Kreitz

    Gerstenberg

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Mit „einem alten Haus in Berlin" beginnt die Geschichte, als die Familie Schwartz im Jahr 1871 erstmals in das Gebäude einzieht, das nun ihr eigen ist. Unten betreibt Karls Vater eine Apotheke, und von diesem Zeitpunkt an verfolgen wir das Leben der Familie sowie ihrer Nachkommen, die mit den vielfältigen Veränderungen im Haus und insbesondere in der sich wandelnden Welt konfrontiert werden. Die Erzählung erstreckt sich über die klassischen Etappen der Geschichte, darunter die Kriege von 1870 sowie die beiden Weltkriege, die Nachkriegszeit, den Mauerbau und -fall sowie die Herausforderungen der Moderne.
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    Jede Generation führt uns durch ein neues Familienmitglied in das Leben im Haus ein. Nach Karl übernimmt seine Tochter Martha die Erzählung ab 1914. Später folgt ihre Schwester Anna, ab 1933 übernimmt Marthas Sohn Hans die Rolle des Geschichtenerzählers, begleitet von seiner Schwester Ursula und so weiter, bis in die Gegenwart. Falls Leser*innen bei den vielen Namen und Familienmitgliedern durcheinanderkommen, bietet der Stammbaum am Anfang eine nützliche Übersicht zur Überprüfung und Verknüpfung der Beziehungen innerhalb der Familie.
    Das Buch präsentiert sich in beeindruckender Größe, und die Seiten nach den Erzählungen der Kinder sind wie lebendige Wimmelbilder gestaltet, die zahlreiche Details bieten. Ein sachlicher Text zur jeweiligen Zeit wird begleitet von einem Sammelsurium an Bildern, Illustrationen und Aussagen von Menschen, die den Zeitgeist dieser Ära einfangen. Die Fülle an Informationen kann dabei überwältigend wirken, daher würde ich ein epochenweises Lesen empfehlen. Ein schnelles Durchblättern würde auch gar nicht den schönen Illustrationen gerecht werden, da findet man nämlich immer wieder etwas Neues. 
    Wer schnell viel Geschichte aufsaugen will, ist mit dem Buch nicht unbedingt bedient. Durch die Mischung von Sachbuch, Illustrationen und perspektivischem Erzählen bekommt man zwar viel Abwechslung, allerdings kann das meiner Meinung nach auch zu einer Reizüberflutung führen.
    Schön fand ich auch, die Geschichte anhand eines Hauses zu zeigen, da sieht man doch, wie viel sich in kurzer Zeit ändern kann. Im Buch wird auch erzählt, was inzwischen mit dem Haus geschehen ist, die Entwicklung fand ich sehr spannend.
    Besonders wissbegierige Leser*innen werden zudem das Glossar am Ende des Buches schätzen, dass die wichtigsten Begriffe übersichtlich auflisten.
    
    Raphaela Brosseron
    
    
  • So geht’s – Frieden für Kids erklärt

    So geht’s – Frieden für Kids erklärt

    Patrick Oelze

    Patrick Oelze

    DK

    So geht’s

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    In diesem Buch begleiten wir erneut die Familie Strudel, eine Familie, die sich lebhaft für gesellschaftliche Themen interessiert und diese intensiv in ihren eigenen vier Wänden diskutiert. Das zentrale Thema des Buches ist der Frieden in all seinen Facetten. Besonders relevant wird dieses Thema, als die Familie beschließt, Flüchtlinge aus der Ukraine aufzunehmen: Oksana und ihren Sohn Oleg sowie ihren Hund. Die Handlung des Buches berührt jedoch nicht nur die Friedensthematik im häuslichen Umfeld, sondern streift auch viele andere Aspekte. 
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    Dazu gehören Konflikte in der Schule, familiäre Auseinandersetzungen, Erzählungen von Oma und Opa aus der Vergangenheit sowie sogar ein Einbruch in der Schule. Dadurch werden verschiedene Themen angesprochen, die zum abstrakten Begriff "Frieden" gehören, wie Streit, historische Ereignisse, Religion, Recht und soziale Probleme. 
    Viele Vertreter*innen des Friedens werden genannt, tatsächlich auch in normalen Gesprächen von Familie Strudel. Das war natürlich wieder weniger authentisch. Hier war zusätzlich sehr viel erklärendes Wissen platziert, sodass die ganz normale Handlung, die die Themen vielleicht aufgreift, als begleitende Geschichte gereicht hätte, anstatt in der Geschichte selbst jemanden der Familie Strudel auch noch einmal etwas erklären zu lassen, was man auch den Infotexten entnehmen kann. 
    Die Kapitel sind gut strukturiert und führen von kleineren zu größeren, globalen Kontexten, um das Thema Frieden umfassend zu beleuchten. Besonders interessant ist die Frage nach dem Gegenteil von Frieden, dem Krieg, und ob die bloße Abwesenheit von Krieg bereits Frieden bedeutet. 
    Gerade in der Weihnachtszeit ein schönes Thema, hier noch etwas sachlicher aufgebaut als das Buch über Demokratie, obwohl die Geschichte rund um die Aufnahme der Flüchtlinge aus dem Ukraine-Krieg Potenzial gehabt hätte, weiter ausgebaut zu werden.
    
    Raphaela Brosseron
    
    
  • Afrika – Kreuz und quer durch einen bunten Kontinent

    Afrika – Kreuz und quer durch einen bunten Kontinent

    Kim Chakanetsa

    Mayowa Alabi

    Gerstenberg

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Allein das Cover ist so wunderschön gestaltet, da ist man einfach neugierig auf dieses Buch.
    Zunächst wird der Aufbau des Buches erklärt. Zeitgeist, Menschen und Kulturen, Natur und Landschaften, Schlüsselfiguren und Vorbilder und Schnappschüsse sind die jeweiligen Kapitel, die sich in den einzelnen Teilen wiederholen. 
    Der Kontinent Afrika besteht aus 55 unterschiedlich großen Ländern, Lesotho liegt sogar vollständig in Südafrika. Die Karte ist unterschiedlich farblich unterlegt und die nächsten Seiten befassen sich mit diesen Teilen. 
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    Es beginnt mit Nordafrika, dort ist sicher Ägypten das Land, über dessen Geschichte wir am meisten wissen. Über die Bewohner der Wüste wissen wir da schon weniger. Ostafrika, hier wurde der 1,8 Millionen Jahre alter Schädel des Homo habilis entdeckt. In Kenia siedelten sich IT-Unternehmen in der Stadt der Zukunft an. In Nigeria in Westafrika gibt es mit Nollywood eine riesige Filmindustrie. In Botswana im Südlichen Afrika ist der größte Diamantenlieferant. Den Koloniealmächten hätte vielleicht etwas mehr Platz eingeräumt werden sollen.Das Buch bietet einen bunten Querschnitt dieses Kontinents, von dem ich leider nicht sehr viel weiß, so kenne ich kaum eines der beschriebenen Vorbilder. Ein spannendes Sachbuch, gut aufgebaut mit kurzen Texten und vielen Bildern.

    Dagmar Mägdefrau

  • Unheimlich, unheimlich – Urlaubschaos mit Ruby Black

    Unheimlich, unheimlich – Urlaubschaos mit Ruby Black

    Cally Stronk

    Constanze von Kitzing

    DTV

    Unheimlich, unheimlich

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Unheimlich, unheimlich ist der vierte Band der Ruby Black-Reihe, jedoch stört es nicht, wenn man die anderen nicht gelesen hat: Die elfjährige Ruby ist als Ich-Erzählerin so mitteilsam, dass man bereits nach ein paar Seiten einen guten Eindruck von ihr und ihrem chaotischen Leben bekommt. 
    
    
    
    
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    Ruby kennt die Welt außerhalb des Friedhofs kaum, und obwohl sie gerne mal in den Urlaub fahren würde, möchte sie keinesfalls den Geburtstag ihres Freundes Ben verpassen. Doch ausgerechnet an diesem Tag plant ihre Familie ihren ersten gemeinsamen Ausflug. Es gibt jedoch einen Haken: Sie fahren zu einer Sargmesse, bei der Ruby ihren Eltern bei der Vermarktung von Särgen helfen soll. Doch Ruby wäre nicht Ruby, wenn sie nicht bereits wilde Pläne und noch wildere Wege gefunden hätte, um ihren eigenen Willen durchzusetzen. Besonders, weil das Hotel, in dem sie übernachten, selbst für sie ziemlich gruselig ist.
    Nicht nur die Bilder neben dem Text sind lebendig illustriert, auch die geschriebenen Wörter, wodurch sie leicht lesbar werden und wirklich alle Emotionen unterstrichen. 
    Mit Hashtags und mehr oder weniger modernen Abkürzungen soll es jugendlich gehalten werden - wie authentisch das ist, könnten vielleicht Elfjährige besser beurteilen, aber mir war es persönlich manchmal zu viel.
    Schade fand ich auch, dass so etwas wie Social Media und Influencer sehr überspitzt und herablassend dargestellt wurden. Schließlich handelt es sich um Themen, die tatsächlich das Interesse von Jugendlichen wecken, und in dieser Hinsicht scheint die Perspektive irgendwie veraltet und belehrend zu sein, obwohl Ruby die Geschichte eigentlich aus der Ich-Perspektive erzählt.
    Insgesamt bleibt die Geschichte auf eine amüsante Weise chaotisch, und die Illustrationen ergänzen den Text auf ansprechende Weise.
    
    Raphaela Brosseron
    
    Auch der vierte Band über Ruby Black zeichnet ein besonderer Humor aus. Ruby wird in der Schule gemobbt und von ihrem erfolgreichen Bruder gequält, Urlaub findet normalerweise im Zelt auf dem Friedhof statt und irgendwie schafft Ruby es immer wieder ins Fettnäpfchen zu treten. 
    Doch es gibt auch positives zu entdecken, Ruby hat mit Selma eine Freundin gefunden und jetzt kommt der Knaller: Ben ist ihr Freund. 
    Aber natürlich gibt es wieder Schwierigkeiten, denn die Familie fährt Richtung Ostsee in die Ferien, dabei hat Ruby Ben versprochen mit ihm seinen Geburtstag zu feiern. Als dann das Hotel eine Bruchbude ist und Papa Rubys Hilfe auf der Sterbo 3000 einer Beerdigungsmesse erwartet, sucht Ruby nach einer Lösung.
    Viele werden sich in Ruby wiederfinden, wenn ihr Leben auch etwas überzeichnet dargestellt wird, aber Ruby macht Hoffnung, dass am Ende alles gut wird und sie stärker ist, als sie oft denkt.
    
    Dagmar Mägdefrau 
    
    
    
    
  • Das Geheimnis von Darkmoor Hall – Das Amulett der Winde

    Das Geheimnis von Darkmoor Hall – Das Amulett der Winde

    Nina Scheweling

    Rotfuchs

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Das aufregende Abenteuer von Kate, Gus und Billy geht weiter, und wir werden endlich herausfinden, ob sie das jahrhundertealte Rätsel der Familie Greenville knacken können.
    Selbst wer den ersten Teil der Geschichte nicht kennt, wird leicht in die Geschichte der Freunde eintauchen können, ohne dass zu viel von dem, was bereits passiert ist, wiederholt wird.
    
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    Wer dachte, dass die drei sich im ersten Teil in Lebensgefahr begeben, wird sehen: Eingeschüchtert sind sie dadurch nicht. Es scheint fast, als hätten sie noch größere Herausforderungen zu bewältigen. Billys Familie hat Geldsorgen, Kates Eltern streiten sich, und Gus hat immer noch nur seine gemeine Tante, nachdem er seine Eltern verloren hat. Dank den Briefen des Rätselverfassers, der auch Gus' Urgroßvater ist, erfahren wir, dass auch er als Jugendlicher vor schwierigen Entscheidungen stand und warum er sich damals gegen seine Familie gestellt hat.
    Die drei Freunde müssen sich auch fragen, was so ein Schatz eigentlich bedeutet und wie sie ihre anderen Probleme bewältigen können. Neben der spannenden Suche nach dem mysteriösen Amulett machen sie viele weitere Erfahrungen, die ihre Freundschaft noch enger und stärker machen. „Sie waren alle drei so unterschiedlich, kannten sich erst seit ein paar Wochen, und dennoch sind sie zu engen Freunden geworden."
    Neben der Suche nach dem Amulett machen sie also viele weitere Erfahrungen, die sie noch enger zusammenbringen. “Sie waren alle drei so verschieden, kannten sich erst seit ein paar Wochen und doch waren sie zu Freunden geworden.” 
    Die Fortsetzung der Geschichte von Kate, Gus und Billy enttäuscht nicht. Eine fesselnde Lektüre für Kinder und Jugendliche, die Abenteuer und Freundschaft lieben. Die Illustrationen sind erneut hervorragend und fangen die Stimmung des Buches perfekt ein.
    
    Raphaela Brosseron
    
    
  • Das Geheimnis von Darkmoor Hall

    Das Geheimnis von Darkmoor Hall

    Nina Scheweling

    Rotfuchs

    Das Geheimnis von Darkmoor Hall

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Das Buchcover zeigt ein imposantes Anwesen, das eher unheimlich wirkt und das man vielleicht lieber nicht alleine betreten möchte, möglicherweise nicht einmal bei Tageslicht. So ein Anwesen befindet sich in der südenglischen Stadt Darkmoor-on-sea, ein Ort mit einem Namen, der bereits auf gruselige Abenteuer hindeutet.
    Zu Beginn erscheint für Kate alles in diesem Ort einfach nur alt und langweilig. Doch dann findet sie einen Grund, Gustav Greenville zu besuchen, den verwaisten Neffen der gefürchteten Lady Greenville, der in dem beängstigenden Anwesen Darkmoor Hall lebt. Zusammen mit dem Dorfjungen Billy stürzen sich Gus und Kate in eine aufregende Schatzsuche. Denn nicht nur das Anwesen selbst ist mysteriös und geheimnisvoll: Gustavs Erbstück von seinem Urgroßvater enthält Rätsel und verspricht einen wertvollen Schatz, von dem sich alle Beteiligten aus unterschiedlichen Gründen viel erhoffen.
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    Von Anfang an konnte ich mich in die neblige und geheimnisvolle Umgebung hineinversetzen. Die Autorin hat das südenglische Dorf und seine Atmosphäre mit ihrer packenden Erzählweise auf meine heimelige Couch gebracht. Obwohl ich Kates anfängliche Langeweile verstehen kann, hätte ich gerne mit ihr getauscht. Als Kind wäre es mein Traum gewesen, ein solches Rätsel in dieser Umgebung präsentiert zu bekommen, auch wenn ich wahrscheinlich viel länger gebraucht hätte, um es zu lösen. Mir gefiel auch, wie die Freunde zufällig zusammentreffen, da sie alle individuelle und authentische Probleme haben, die der Geschichte eine besondere Einzigartigkeit verleihen.
    Während ihrer selbstgewählten Mission werden die fünf Freunde tatsächlich mit gefährlichen Situationen konfrontiert, und ich war froh, aus der Ferne mitzufiebern. Dennoch hatte ich ein aufregendes und abenteuerliches Leseerlebnis, das perfekt in den Oktober passt. Ich würde die Geschichte jedoch auch zu jeder anderen Jahreszeit empfehlen.
    
    Raphaela Brosseron
  • Adam und die Jagd nach der zerbrochenen Zeit

    Adam und die Jagd nach der zerbrochenen Zeit

    G.Z. Schmidt

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Der zwölfjährige Adam wohnt seit dem Unfalltod seiner Eltern bei seinem Onkel Henry in New York. Die beiden leben von ihrer kleinen Bäckerei „Biscuit Basket“, denn der Onkel kann wundervolle Sachen backen. Leider gibt es viel Konkurrenz und manchmal ist es nicht einfach, die Miete zusammen zu bekommen. Trotzdem geht Adam jeden Abend ins „Loch“, so nennen sie das Obdachlosenheim und bringt die Reste dort hin.
    Im ersten Kapitel erscheint eine Gestalt, die Adam auf eine Schneekugel aufmerksam macht. Mit dieser Schneekugel gelingt es ihm, in die Vergangenheit zu reisen. Allerdings kann er sie nicht beeinflussen und weiß deshalb nicht, wie und wann er ankommen wird. Auf diese Weise lernt er, der keine Freunde hat, neue Kinder kennen. 
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    Parallel zu Adams Geschichte erfahren wir einiges über Elbert, der Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts sein Glück als Zauberer versuchte, doch erst die Bekanntschaft mit einem Uhrmacher machte ihn zum Star. 
    Das Buch ist voller Magie und unerwarteten Wendungen, doch es gibt auch viel Böses, so wurde Elbert schon früh von einem Fabrikbesitzer betrogen und auch im Jetzt versucht jemand, die Schneekugel an sich zu bringen.
    Die Geschichte liest sich so spannend, dass man das Buch schnell auslesen möchte. Das Thema Zeitreise wird dabei auch aus wissenschaftlicher Sicht angesprochen und auch das ist gut verständlich.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
    Adam lebt im Jahr 1999 als zwölfjähriger Junge in New York. Nachdem seine Eltern vor einigen Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sind, lebt er nun bei seinem Onkel Henry, der eine Bäckerei betreibt. Eines Tages taucht ein älterer Mann in der Bäckerei auf und prophezeit Adam, dass ihm noch große Abenteuer bevorstehen. Nach einigen Zeitsprüngen stellt sich heraus, dass der Mann Recht hatte. 
    Adam reist mit einer Schneekugel durch die Zeit, jedoch ohne die Kontrolle darüber zu haben, wann oder wie dies geschieht. Dennoch ergibt alles einen Sinn, als er das Geheimnis der Schneekugel, des Pendels und einer alten Spielschachtel entdeckt, von der behauptet wird, sie würde Musik spielen, wenn jemand stirbt.
    Wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenhängen, was ein großes Unglück in einer Kerzenfabrik 1967 damit zu tun hat und warum es in jeder Zeit einen hinterhältigen Robert Baron gibt, möchte ich nicht vorwegnehmen. Ich kann aber versprechen, dass die Verknüpfung klug und spannend erzählt wird. 
    Zeitreisen werden sehr logisch in ihrer Wirkung aufgearbeitet, trotzdem bleibt es eine kindgerechte Geschichte. Ich würde den Roman jedem Kind (und vermutlich auch Erwachsenen) geben, der fragt: Was passiert eigentlich, wenn man doch durch die Zeit reisen kann? Meine Antwort wird ab jetzt, ähnlich wie Victors in der Geschichte, ab jetzt immer was mit Permutation und Orangenschalen beinhalten.
    Eine wirklich ehrliche, kluge und spannende Geschichte zum Thema Zeitreisen und Magie und über Freundschaft, die durch alle Zeit geht.
    
    Raphaela Brosseron
  • Boy from Mars – Auf der Jagd nach der Wahrheit

    Boy from Mars – Auf der Jagd nach der Wahrheit

    Christian Linker

    dtv

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Wir schreiben das Jahr 2099. So wie wir heute selbstverständlich auf der Erde leben, Fußballspielen und im Meer schwimmen, lebt Jonto auf dem Mars, spielt Gravity Dunk und geht zum Schwimmen in ein Ozeanbecken. Er lebt auf dem Mars, wo echte Spaghetti ein Luxusgut sind, das Leben ansonsten aber für ihn perfekt erscheint. Bis sein Opa Ben, stirbt und er einfach so zu seiner Mutter auf die Erde geschickt werden soll. Mit seinen letzten Worten erzählt sein Opa ihm von seiner Erfindung und Jonto hofft, durch diese reich zu werden und eines Tages zum Mars zurückkehren zu können. Dafür lässt er sich auf der Erde ausgerechnet auf die jugendlichen Rumtreiber ein, vor denen seine Mutter ihn eindringlich warnt und begibt sich in große Gefahr. 

    
    
    
    
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    Der Roman bietet eine detaillierte Darstellung gängiger Zukunftsvisionen, darunter Hologramme und das Leben auf dem Mars mit seinen ungewöhnlichen Bedingungen. Doch was den Roman zu einer echten Dystopie macht, ist die Beschreibung der Erde nach den Klimakriegen ab Mitte des 21. Jahrhunderts. Die Kriege um Ressourcen und der Umgang mit Klimaflüchtlingen werden erschreckend realistisch dargestellt, und man hofft, dass die Zukunftsvision von Christian Linker, so fesselnd sie für die Handlung auch ist, eine Dystopie bleibt. Trotz des faszinierenden Themas empfand ich das Lesen persönlich oft als zäh.Dies könnte unter anderem daran liegen, dass einige Informationen über die Zukunft meiner Meinung nach sehr erzwungen in die Handlung eingefügt wurden, unabhängig davon, ob sie zur Geschichte passten oder nicht.
    Der Roman bleibt trotzdem eine empfehlenswerte Dystopie, die sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene durch die ausführliche Darstellung der Zukunft, die facettenreiche Charakterentwicklung von Jonto und die gesellschaftlichen Anregungen lesenswert ist.
    
    Raphaela Brosseron
    
    
    Jonto lebt im Jahr 2099 mit seinem Opa auf dem Mars. Dort gibt es Kolonien, deren Bewohner friedlich und reich zusammenleben. Als aber der Opa plötzlich verstirbt, muss Jonto zu seiner Mutter auf die Erde zurück. Dort hat der dreizehnjährige Junge einige Probleme. Seine Mutter ist ihm fremd, aber auch die Kultur und die Entwicklung der Erde kennt er nur aus dem Unterricht. Er weiß, dass Amsterdam überflutet wurde und es Flüchtlinge, wie Wilhelms Oma, gab. 
    So kämpft er mit der Schwerkraft, mit der sein Körper erst umzugehen lernen muss, freut sich aber darüber, dass er keinen Raumanzug tragen muss. 
    Das Tagebuch seines Opas berichtet davon, dass sein Opa eine Wunderwaffe gegen den Klimawandel konstruiert hat, aber es ist lange unklar, ob es sich um Wunschdenken oder eine reale Maschine handelt. Jonto findet Verbündete, die ihn bei der Suche unterstützen. 
    Erstaunlich mit wie viel Fantasie da eine Zukunft erdacht wurde, die leider an vielen Stellen erschreckend real ist. Ich kann mir vorstellen, dass sich die Erde aufgrund des Klimawandels so entwickeln wird. Untergegangene Städte, missglückte Versuche, die Auswirkungen aufzuhalten und neue Städte mit neuen Konzepten.
    Das Buch ist spannend zu lesen, aber es geht auch um Freundschaft und Zuneigung. Jonto und seine Mutter müssen zueinander finden und es gefällt mir sehr gut, dass die Mutter schnell einsieht, dass Vertrauen nötig ist, um zueinander zu finden.
    
    Dagmar Mägdefraue
  • Memora Castle – Oder Das Rätsel der vertauschten Zeit

    Memora Castle – Oder Das Rätsel der vertauschten Zeit

    Marikka Pfeiffer

    Annabelle von Sperber

    Rotfuchs

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Mit großen Augen schaut und Holly vom Cover entgegen, im Hintergrund sehen wir einige Gegenstände, die im Buch von Bedeutung sind und das Treppenhaus von Memora Castle. 
    Holly wurde dort geboren, aber nach dem frühen Tod ihrer Mutter war sie mit ihrem Vater einem Naturfilmer unterwegs. Ruhelos suchte er immer wieder neue exotische Drehorte und nahm keine Rücksicht auf seine kleine Tochter. Tante Clair, die in Memora Castle wohnt, hat Holly regelmäßig besucht und jetzt ist Holly auf dem Weg zu ihr, um ihren 12. Geburtstag zu feiern. 
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    Doch Tante Clair ist nicht in Memora Castle und keiner der Bewohner weiß genau, wo sie sich aufhält. Sie glauben, sie würde Schmuck, den sie fertigt, ausliefern. 
    Dann Tauchen Hollys Cousine Illana und ihr Bruder Janko auf, die beiden wurden eingeladen Hollys Geburtstag zu feiern. 
    Auf Memora Castle gibt es eine Standuhr mit einem Vogel, der jetzt nach Hollys Ankunft wieder erscheint. Hat Holly die magischen Kräfte einer Urahnin geerbt und wie kann sie damit umgehen und vor allem, wie kann sie ihrer verschwundenen Tante helfen?
    Es geht sehr spannend weiter und die Kinder müssen einige Tricks anwenden, damit am Ende der Geburtstag gefeiert werden kann.
    
    Mir hat das Spiel mit den vertauschten Zeiten sehr gut gefallen, man muss allerdings sehr genau aufpassen und genau lesen. Der Wechsel zwischen Gegenwert und Vergangenheit ist sehr spannend beschrieben. 
    
    Dagmar Mägdefrau