• Ameisen in Adas Bauch

    Ameisen in Adas Bauch

    Stefanie Höfel

    Philip Waechter

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Liebe-Buchtipp des Monats April 2024 (Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Volkach)

    Ada erlebt in diesem Buch den Sommer vor ihrer Einschulung. Auf dem Cover sehen wir sie ins Schwimmbecken springen, im Wasser erwarten sie Mama, ihr kleiner Bruder Max und Mamas Freund Paul. Bis zu diesem Sprung dauert es aber eine ganze Weile, denn Ada mag es nicht, auch wenn sie gut schwimmen kann, wenn ihr Kopf unter Wasser kommt. 
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    Schon das Inhaltsverzeichnis ist ungewöhnlich, denn es gibt noch Unterpunkte, die sich wie ein Wetterbericht anhören. Zum Glück heißt es zuletzt „Die Sonne kommt zurück“. 
    Die Sätze und die Kapitel sind sehr kurz und es gibt ganz viele bunte Bilder, deshalb ist das Buch gut zu lesen.
    Zunächst wird Ada vorgestellt, so heißt die erste Überschrift „Was die anderen sagen“, und das weicht schon ab von dem „Was Ada sagt“. Aber das ist ja wohl meistens so. Dann beginnt die Geschichte zum „Sonnenschein“, da geht Mama mit den Kinder sehr früh ins Freibad, auf dem Bild kann man die drei einsam am Beckenrand stehen sehen. Aber in den Buch geht es in erster Linie um leise und laute Gefühle, so heißt es im Untertitel. Zu Beginn geht es um ein „Schokokuchengefühl“. Ada erzählt aus ihrem Alltag, von Mamas Weichheit, wie es sich anfühlt, wenn Mama sie „Ada, meine Große“ nennt, was geschieht, wenn Paul Cello spielt und von ihrer Freundin Laila. Und natürlich von den Ameisen, die sie im Baum spürt, wenn sie an die Schule denkt. Obwohl Mama es nicht möchte, bekommt Ada zu ihrem Geburtstag von Oma ein Huhn. Im nächsten Kapitel gibt es „Wolken“. Da kommt es richtig zum Streit mit Max, doch als beim Einschlafen Monstertentakel auftauchen, liegen sie wieder in einem Bett vereint. Bis zu Einschulung erlebt Ada noch so einiges und sie macht sich viele Gedanken um Seelen.
    Ein traumhaft schönes Kinderbuch! Ada Gefühle kann man so gut nachempfinden, auch die negativen. Die Worte erreichen sofort die Herzen der Leserinne und Lesen und man möchte manche Passagen immer wieder (vor)lesen und in die Geschichte versinken. Ein wundervolles Buch nicht nur für Schulanfänger*innen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Lieschen Radieschen, die rebellische Prinzessin

    Lieschen Radieschen, die rebellische Prinzessin

    Martin Auer

    Axel Scheffler

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    In 2024 kam dieses Buch unter einem neuen Titel heraus. Ich habe noch das Exemplar mit dem Namen „Lieschen Radieschen und der Lämmergeier“ bei mir im Regal, denn ich habe es schon sooo viele Male vorgelesen. Denn, wenn es nicht so läuft, wie Lieschen sich das vorstellt, dann „kriegt sie einen roten Kopf“ und schreit ganz schrecklich laut und weil die anderen dieses Geschrei nicht gerne hören, machen sie oft, schon bevor es losgeht, was Radieschen will. 
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    Ihre Tante hat ihr zwar mit dem Lämmergeier gedroht, doch als der kommt, um Radieschen zu holen, hat sie auch den schnell im Griff und er muss sie in ein Königreich bringen, statt zur „einsamen Insel, wo zornige Kinder eingesperrt werden!“ So mischt sie noch kurz das Königspaar auf, bevor sie sich aufmacht, den Prinzen zu retten.
    Lieschen ist ein richtig emanzipiertes kleines Mädchen, sie hat vor nichts Angst, aber alle fürchten sie vor ihrem Geschrei. Als sie ein schönes Prinzessinnenkleid bekommen soll, möchte sie lieber „schwarze Lederhosen und schwarze Stiefel“, und schließlich wird sie den Drachen besiegen und den Prinzen befreien.
    Ob man das Buch vorliest oder vielleicht schon selbst lesen kann, es ist nicht all zu lang und hat witzige Bilder. Ich könnte beim Vorlesen immer wieder die zuhörenden Kinder mit meiner Begeisterung anstecken.

    Dagmar Mägdefrau
  • Die Lolli-Gäng zähmt einen Drachen – Band 2

    Die Lolli-Gäng zähmt einen Drachen – Band 2

    Charlotte Inden

    Susanne Göhlich

    Hanser

    Die Lolli-Gäng

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Die Lolli-Gäng, das sind die Geschwister Theo (7), Tom (6) und die kleine Lotti. Schon auf dem Cover sind sie im Wald unterwegs, auch das erste Kapitel erzählt von einem Ausflug der Familie in den Wald. Hier klettern die Kinder auf Gesteinsbrocken herum und stellen sich vor, dass sie einen Drachen reiten. Lotti hat immer ihr Einhorn dabei und wünscht sich nichts sehnlicher, als auf ein echtes zu treffen. 
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    Dann müssen die Jungs wieder in die Schule und das frühe Aufstehen macht der ganzen Familie Probleme. Während Mama und Lotti aus dem Fenster winken, machen sich die beiden Brüder mit den Rollern auf den Weg zur Schule. Auf dem Schulhof empfängt sie schon Nils aus der vierten Klasse, der Tom, wegen seines roten Fahrradhelms, „Tom Tomatenkopf!“ hinterherruft. In der Fantasie der Jungen ist Tom der weiße Ritter, der immer gewinnt und Nils der schwarze Ritter. Nach der Schule holen Mama und Lotti die beiden Jungen ab und sie gehen gemeinsam ins Schwimmbad. Mit Mama gibt es eine wilde Plantscherei, natürlich sind dann alle Piraten.
    In ihrer Fantasie können die Kinder alles sein und die Bilder im Buch zeigen sie auch immer wieder als Ritter oder Piraten. Dadurch kann man sich so richtig in die Geschichten hineinversetzten. Die Kinder erleben aber auch in ihrem Alltag einiges, Nils, der sie moppt und der nachher zum Freund wird, unheimliche Geräusche vom Spielplatz, die ihnen Angst machen, und Eltern, die ihnen die Sterne erklären. Am besten gefiel mir der Satz der alten Nachbarin „Wer braucht schon ein Einhorn, wenn er einen Bruder hat?“ Ich will mehr von dieser fröhlichen Lolli-Gäng.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
    
  • Das Lexikon der erstaunlichsten Fakten

    Das Lexikon der erstaunlichsten Fakten

    Verschiedenen Autoren

    Ravensburger

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Das ist schon eine Menge Buch, Din-A 4 groß und 250 Seiten stark, da macht das „WOW!“ auf dem Cover schon Sinn.
    Zehn Kapitel und dann „Noch mehr Fakten“ und ein Wow! Quiz, kann man im Inhaltsverzeichnis lesen. Es geht los mit „Tiere“: Ein Strauß schaut uns auf der Seite erstaunt an und auf der ganzen Seite verteilt kann man kleine Texte lesen, manche in farblich unterlegten Feldern, andere geschwungen um den Kopf des Tieres.
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    Auf der nächsten Seite steht unter „Wow!“, dass der Löwe mit seiner Mähne die Weibchen anlockt. Der nächste Teil beschäftigt sich mit Dinosauriern, hier fürchtet sich der Dreadnoughtus vor gar nichts. Mit „Fahrzeugen“ geht es in eine ganz anders Richtung, von den zwei Milliarden Fahrzeugen fährt die Hälfte in China - beeindruckend. Spätere Kapitel handeln vom Körper, hier treffen wir auf zwei fröhliche Skelette. Zum Schluss geht es ins Weltall.
    Ein sehr umfassendes Buch, das mit vielen Bildern und ganz kurzen verstreuten Informationen sicher gerne zur Hand genommen wird, wenn eine Thema besonders akut ist oder einfach um ein bisschen zu schmökern. Wie ich finde, ein Tipp zur Einschulung, da können die Schulanfänger*innen Leseerfolge messen.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
    
  • Faszination Haie

    Faszination Haie

    Michael Stavarič

    Michèle Ganser

    leykam:

    Leseempfehlung ab 6 Jahre

    Faszinierend ist schon das tolle Cover, durch den rosa-metallernen Kreis in der Mitte, der durch den schwarzen Hintergrund besonders gut zur Geltung kommt, zieht es mich in seinen Bann. 
    Das Buch ist in sieben Kapitel eingeteilt und beginnt mit„Unsere Reise geht nie zu Ende“, hier geht es zunächst um das Wasser, das zu unserer Welt gehört. Der Autor berichtet in der Ich-Form und spricht den Lesenden direkt an. Die Bilder zeigen unterschiedliche Haie, die ich bisher noch nicht kannte, die Knorpelfische werden auf dem nächsten Bild gesucht, die Lösung kann man am Ende des Buches finden. 
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    Der Megalodon, der allen Dinosaurier-Fans bekannt ist, wird beschrieben und sein Zahn ist abgebildet. Als Aufgabe soll man Redewendungen mit Zahn, wie „Jemanden die Zähne zeigen“, erklären. Dann gilt es, Beutetiere zu finden. Ein Satz, der sich an die Leser*innen wendet, gefiel mir sehr gut „Lasst euch im Leben generell nicht von Ängsten leiten, diese sind immer schlechte Ratgeber.“
    Unter der Überschrift „Für Schlauköpfe“ erfahren wir, wie viele Nullen eine Oktillion hat. 
    Danach folgt etwas witziges und dann geht es los mit dem nächsten Kapitel „Eiskalte Haichen 6 die Geheimnisse der Ozeane“ werden hier besprochen. Hier darf man sogar eine Bild ausmalen. Weiter geht es mit den schnellsten und schönsten Haien, hier finden wir ein „Hairätsel“, schwierig zu lesen, und der Autor verrät uns seine Lieblingshaie. Elf Hai werde hier genau beschrieben. Das Bild in der Mitte des Buches zeigt einen Hai, der mit geöffneten Maul auf uns zu schwimmt. Faszinierend! Haie haben auch Superkräfte?  Dazu mehr in Kapitel Vier. „Kühe der Meere“ beschreibt Hai, die nicht jagen, sondern Plankton und Krill fressen. 
    Ein wunderschön gestaltetes Sachbuch, das im Plauderton Interessantes und Neues über Haie erzählt. 
    
    Dagmar Mägdefrau
    
  • Grundschullexikon

    Grundschullexikon

    Liste der Experten im Buch

    DK

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Das Buch, das sich an Grundschüler*innen wendet, hat Din A4 -Format und ist über 300 Seiten stark. Es beginnt mit dem alphabethischen Inhaltsverzeichnis und bietet noch einiges im Anhang wie z.B. Flaggen oder eine Weltkarte. Nach einer kleinen Anweisung, wie das Buch aufgeteilt ist, gibt es für die einzelnen Themenbereiche unterschiedliche Farben.
    Dann beginnt es mit den „Affen“, eine ganze Seite mit kleinen Textfeldern und Fotos der Tiere gibt Auskunft. Eine kleine Liste verweist auf verwandte Themen wie „Erste Menschen“ oder „Regenwald“. 
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    Aggregatzustände ist da schon ein schwierigeres Thema, anhand von drei Gläsern werden die Zustände bildlich dargestellt. Unter B finden wir „Bücher“, da wird auch zur „Literatur“ verwiesen. „Erfindungen“ braucht sogar eine Doppelseite, denn vom Faustkeil zum Computer braucht es schon einige Zeit. Zum Thema „Karten“ kann man einiges über Landkarten erfahren. „Nanotechnologie“ oder „Satelliten“ werden vorgestellt, genau wie die „Steinzeit“ oder der „Zweite Weltkrieg“.
    Ich habe mir das Buch zusammen mit meinem fast sechsjährigen Enkel angeschaut und er hat viel Spannendes für sich entdeckt. Ich bin davon überzeugt, dass er das Buch noch oft anschauen wird, denn es erklärt auf einfache Weise mit schönen Fotos ganz viele Dinge.
    Und es ist einfach schön, so die Welt zu entdecken.
    
    Dagmar Mägdefrau 
    
  • Aufregung im Hühnerstall – Ein Fall für Martha & Mischa  

    Aufregung im Hühnerstall – Ein Fall für Martha & Mischa  

    Hubert Flattinger

    Petra Hartlieb

    Ulrike Halvax

    leykam:

    Ein Fall für Martha & Mischa

    Leseempfehlung ab 6 Jahre

    Die Zwillinge Martha und Mischa erzählen uns die Geschichte in abwechselnden Kapiteln. Schon vor einiger Zeit sind sie von Wien nach Kräfeld gezogen und haben hier mit anderen Kindern die glorreichen Sieben gegründet. Während der etwas tollpatschige Papa zu Hause arbeitet, hat die Mama eine Kleintierpraxis. Vom Fall des ersten Teiles ist ihnen ein großer Hund geblieben, der die Familie komplett macht. 
    Als Martha auf dem Markt einen Händler beobachtet, der schlecht mit einem toten Küken umgeht, möchte sie gerne mehr über „Happy Eggs“ erfahren. Schnell kann sie die Freunde überzeugen, dass sie einer wichtigen Spur folgen sollten.
    
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    Durch den Wechsel der Erzählenden ändert sich immer wieder der Blickwinkel. Das belebt die Geschichte zusätzlich, genauso wie die eingestreuten kleinen Bilder. Die sieben Kinder ergänzen sich sehr gut und kommen prima miteinander aus, wenn auch die Zwillinge meist das Sagen haben. Eine fröhliche Figur ist die Busfahrerin Elfi, die letztlich auch an der Klärung beteiligt ist. 
    Ein rundum gut zu lesen und zu verstehendes Buch mit einer guten, spannenden Erzählung. Was mir aber am besten gefiel, war die wundervolle Lösung mit Hilfe der Kinder.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
    
  • Moritz macht das Spiel

    Moritz macht das Spiel

    Frauke Nahrgang

    Kosmos

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Neben dem blonden Moritz ist Mehmet und die rothaarige Catrina auf dem Cover zu sehen.
    Moritz muss, nachdem der Vater ein Freundin hat, mit der Mutter zum Großvater ziehen. Er war bisher Stürmer beim SV Hulstorf und ihm fehlt das Fußballspielen sehr. Da fragen ihn die Kinder auf dem Bolzplatz, ob er mitspielen möchte. 
    Nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte, hatte ich ein Déjà-vu, diese Situation gab es schon in einigen Büchern. Obwohl Moritz das Angebot als Teufelskicker im Verein Blau-Gelb mitzuspielen, brüsk ablehnt, kommen die Kinder noch einmal auf ihn zu und der Trainer meldet ihn offiziell zum Spiel an. 
    
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    Jedes der sechs Kapitel endet mit einer Aufgabe, diese Aufgaben überzeugen mich nicht so ganz. Sie sind mir zu einfach für Grundschulkinder.
    Die Geschichte ist nicht neu, Themen wie Trennung der Eltern und Erfolg im Fußball werden eine Besonderheiten und Spannung abgearbeitet. Die Illustrationen sind bunt, großformatig und realistisch.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
  • Bären

    Bären

    Bärbel Ofring

    Theresa Schwietzer

    Gerstenberg

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Wer sich für Braunbären interessiert, findet in diesem Buch alles Wissenswertes über diese Tiere, die langsam wieder in unseren Breiten auftauchen. Schon das Cover fasziniert mit seinem imposanten Bild eines Bärenkopfes. 
    Einige Seiten lassen sich nochmal zusätzlich aufklappen und sie erzählen immer mit beeindruckenden Bildern von den Jahreszeiten. Bis hin zum Winter, in dem die Bärin ihre Jungen in der Höhle gebiert. Danach begleitet und versorgt sie die Kleinen noch einige Jahre, dann müssen sie sich alleine durchschlagen. 
    
    
    
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    Bären sind nicht gesellig, sie treffen sich nur kurz zur Paarung und trennen sich sofort wieder. Da gibt es keinen Familienverbund. Deshalb haben sie auch keine Mimik, um sich mitzuteilen. Auf den Seiten dazwischen erfahren wir viel über die Braunbären in Zahlen und Fakten. 
    Ein Sachbuch mit kleinen Erzählungen zum Leben der Bären und Illustrationen, die man sich immer wieder anschauen kann. Aber mit ganz vielen Informationen, die keine Fragen offenlassen. Ein beeindruckendes Buch auch für Erwachsene.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
  • Mamas roter Pullover – Ein Bilderbuch über Abschiednehmen und Trauer

    Mamas roter Pullover – Ein Bilderbuch über Abschiednehmen und Trauer

    Jayde Perkin

    Coppenrath

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir das kleine Mädchen, dass den Tod ihrer Mutter erleben muss.
    Sie verabschiedet sich am Krankenbett zusammen mit ihrem Vater von ihrer mit dem Satz „Wir haben dich so lieb.“ Als am nächsten Tag das Telefon schellt, sagt Papa nach dem Gespräch „Sie ist von uns gegangen.“ Das Mädchen sitzt weinend im Bett und schaut sich ein Bilder an auf dem sie als Baby mit den Eltern zu sehe ist. 
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    Erst kommen viele Blumen und Karten, dann folgt die Beerdigung. Das Mädchen steht mit einem Blumenstrauß von Mamas Lieblingsblumen inmitten von Mensch, die auch trauern, zu lesen sind Bemerkungen, wie sie in solch einem Fall gesagt werden. In der Zeit danach spürt sie einen dunklen Schatten und ihr Vater bezeichnet den Zustand, den sie beschreibt als Trauer. Ihm geht es genauso. Obwohl sich alle kümmern, fühlt sie sich allein. Da fällt ihr Mamas roter Pullover in die Hände und er biete ihr erstmal Trost.
    Die Bilder in den Buch sind einfach gestaltet und zeigen sehr genau die Gefühle, was mir nicht so gut gefällt, ist dass die Figuren immer nur einen gebogenen Strich als Auge haben. Mir hätten Pupillen besser gefallen. Die Textteile sind nicht sehr lang, sagen aber alles, was die Trauer des kleinen Mädchens erklärt.
    Ein sehr einfühlsames Buch, dass keine Lösung zur Hand hat, aber Hoffnung gibt.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
    
  • Kabulski und Zilli – Ohwiewunderbarschön

    Kabulski und Zilli – Ohwiewunderbarschön

    Brigitte Werner

    Birte Müller

    Verlag Freies Geistesleben

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Anhand des Untertitels kann man sich ein Bild machen, welche Wortschöpfungen die Autorin noch in ihrem Text versteckt hat. 
    Kabuski, der schwarze Kater, ist ein Poet, ein Schlitzohr und hat einen großen Bauch, ein großes Herz und ein große Klappe. Er ist ein Ruhrpottgewächs und das soll er ja auch sein, denn die Geschichte spielt mitten im Ruhrgebiet.
    
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    Neben ihm kann man auf dem Cover Zilli, die hübsche weiße Katzendame, sehen. Die beiden mögen sich, aber es ist noch eine ganz zarte Liebe. 
    „Faxenmachen und Unsinnanstellen waren nämlich Kabuskis Lieblingsbeschäftigungen“ und so lädt er Zilli ein, mit ihm zusammen Elefanten und wilde Nashörner zu jagen. Was die beiden dann erleben, ist einfach nur fantastisch, denn obwohl Kabulski weiß, dass es diese Tiere in der Nähe von Gelsenkirchen nicht in freier Wildbahn gibt, sehen die beiden überall Spuren von den Dickhäutern. Auch auf den wunderbaren Bildern kann man sie immer wieder entdecken. Sogar in den alten Reihenhäusern, die es bei uns gibt.
    Auf jeden Fall findet Zilli das alles „ohwiewunderbarschön!“ und die Leser und Zuhörer wahrscheinlich auch.
    Eine lesenswerte Geschichte, die uns zeigt, mit viel Fantasie kann man auch im Ruhrpott Elefanten jagen und dabei neue Wortschöpfungen entdecken. Ein liebenswertes Paar und ein ebensolches Buch.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
  • Sicher im Netz! – Wie schütze ich mich vor Missbrauch und Betrug? 

    Sicher im Netz! – Wie schütze ich mich vor Missbrauch und Betrug? 

    Dagmar Geisler

    Nikolai Renger

    Loewe

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Ja, das Buch wendet sich an Grundschulkinder und ihre Eltern. Denn in unserer Zeit haben diese Kinder vielleicht nicht alle ein eigenes Handy, dürfen aber oft die Geräte der anderen nutzen. 
    Zunächst lernen wir Mirja und Leon kennen, die beiden sind Netz-Experten und sie halten in der Klasse ein Referat. Sie berichten von Till, der in Aylin verknallt ist, doch durch sein Pöbeln im Internet hätte er sie beinahe verloren. Denn auch online sollte man sich so benehmen, wie im persönlichen Umgang. Doch dann passiert den beiden Experten auch ein Malheur. Die beiden stellen Fotos aus ihrer Kleinkindzeit nach und auf einem rutscht Mirjas Hose über ihren Po. Dieses Foto schickt sie einer Freundin und leider schickt die es weiter, bis es Till erreicht. Das ist auf jeden Fall peinlich.
    
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    In dem Buch gibt es noch weiter Beispiele und Tipps, was man im Internet vermeiden sollte. Denn das, was man weiterschickt, hat immer eine Wirkung. Die sechs kurzen Kapitel sind in großen Buchstaben gedruckt und mit vielen bunten Bildern illustriert. Die Geschichten sind gut verständlich geschrieben und werden den Kindern, vielleicht auch ihren Eltern, zu denken geben. 
    Ein Nachwort, das sich an die Erwachsenen wendet, und Beratungsadressen ergänzen den Erzähltext sehr gut.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
    
  • Momo – Ein Bilderbuch

    Momo – Ein Bilderbuch

    Michael Ende

    Simona Ceccarelli

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Zum 50. Jubiläum bringt der Thienmann-Verlag dieses wundervoll bebilderte Bilderbuch über das Mädchen Momo heraus. Es erzählt ganz ruhig mit wenigen Worten, wie das in einem Amphitheater wohnende Mädchen eines ganz besonders kann. Sie kann zuhören. So hört sie Gigi, dem lebendigen Reiseführer, der immer neue Geschichten erzählt, zu, aber auch dem alten Straßenkehrer Beppo, der lange überlegt, bis er spricht.
    Sie bringt einen Kanarienvogel wieder zum Singen und die Leute werden zu ihr geschickt, wenn sie Probleme haben. 
    
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    Das Buch beschränkt sich auf die Szenen am Rande der Stadt und hebt in den Vordergrund, dass Momo eine besondere Begabung hat, den Menschen zuzuhören und ihnen damit zu helfen. 
    Heute, wo alle reden, posten und ihre Meinung kundtun, egal ob sie jemand hören will, ist eine Zuhörerin sicher etwas Besonderes. Wir sollten vielleicht alle in diesem Punkt von Momo lernen. 
    Liebhaber des Original-Momo-Buches werden möglicherweise von dieser Kurzfassung enttäuscht sein. Mich begeistern besonders die Bilder, die einfach nur wundervoll sind und eine Atmosphäre zeigen, die mich bewegt. Da wird man doch neugierig auf die ganze Geschichte und auch da gibt es ein schöne neue Ausgabe.
    
  • Herein geflogen! – Geschichten aus dem Ruhrgebiet

    Herein geflogen! – Geschichten aus dem Ruhrgebiet

    18 Ruhrauto*rinnen

    und 4 Illustratorinnen

    Klartext

    Leseempfehlung ab 6 Jahre

    Quer durchs Ruhrgebiet sind die Geschichten und Gedichte angesiedelt, von Duisburg über Essen bis nach Hamm. Was alle gemeinsam haben, ist die Taube, die in jeder Geschichte einen Platz gefunden hat. Da auch fünf Illustrator*innen an dem Buch beteiligt waren, haben diese Tauben und natürlich auch die anderen Bilder immer ein anderes Aussehen.
    
    An Opa-Tagen erlebt Marie immer etwas Besonderes, diesmal geht es in den Duisburger Zoo. Lina, die sich einen Hund gewünscht hat, bekommt eine Katze. Die ganze Klasse ist in der Gruga unterwegs, als Marlene merkt, dass sich ihre Ratte im Rucksack versteckt hat. Vom Monument in Gelsenkirchen habe ich noch nie gehört, aber Kinder aus Amerika sind beeindruckt. Im Gedicht „Unersättlich“ wird an der Bude eine Bonbontüte gefüllt.
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    Der Katze Lady gefällt es gar nicht, dass ein Hundehaufen auf ihrer Wiese liegt. Frau Kaminski macht Tamos Tage etwas bunter. Susu ist nicht wie andere Kinder, vielleicht ist sie „ein zerknitterter Schmetterling“? Schon sind wir in Hattingen und lernen die Geschwister Sina und Tom kennen, die eine neue Liebe für Mama suchen. Natürlich kann man seine Ferien auch an der Ruhr verbringen, wie Tina im Gedicht von Inge Meyer-Dietrich. Kann man Noten in einem Kescher einfangen? Das nächste Gedicht handelt vom Spurwerkturm in Waltrop. Ein kleiner Comic zeigt uns das Sternbild Taube. In der Hütte soll eine Hexe wohnen und jeder kann etwas davon berichten, ohne Genaues zu wissen. „Das "Dortmund-Ems-Kanalmonster“ hat es auf Elle und Thabo abgesehen. Daniil aus der Ukraine entdeckt einen Taubenschlag. Von einer Ruhrnixe, die nach ihrem verschwundenen Ring sucht, und einer „Weiße Frau“, die in einem Schloss unterwegs ist, handeln die nächsten zwei Geschichten. Danach geht es um Kuno, der mit seiner sehr langen Nase so gut riechen kann, dass er sogar der Polizei helfen kann. In Hamm steht dann plötzlich ein Elefant im Garten der Großeltern und jeder Ruhri kann sich denken, wo er danach gelandet ist. 
    So viele unterschiedliche Geschichten sind in diesem Buch vereint und es macht Spaß, sie alle zu lesen und sich die Illustrationen anzuschauen. Ein gelungenes Buch über unser schönes Ruhrgebiet und seinen vielfältigen Facetten. 
    
    Dagmar Mägdefrau
    
    In "Hereingeflogen!" nehmen uns 18 Ruhrautor*innen mit auf eine faszinierende Reise durch das Ruhrgebiet, und das alles, ohne das Haus zu verlassen. Die Taube dient als charmanter Reisebegleiter, die "hereinfliegt" und somit dieser Sammlung aus Geschichten, Bildern und Gedichten ihren einprägsamen Namen verleiht.
    Dieser gefiederte Reisebegleiter ist jedoch keineswegs einheitlich gestaltet; vielmehr spiegelt er die Vielfalt der Städte im Ruhrgebiet sowie der Autor*innen und Illustrator*innen wider. Mal erscheint sie in strahlendem Weiß, mal ist ihre Taubenidentität weniger offensichtlich. Endlich erfährt die Taube als Symbol für das Ruhrgebiet die gebührende Wertschätzung. Doch nicht nur sie, auch eine Ratte versteckt sich in einer Geschichte und ebenso tauchen andere 'klassische' Haustiere auf.
    In „Unersättlich“ hingegen kriegen wir eine gemischte Tüte, die irgendwie auch so passend für das Ruhrgebiet ist und nostalgische Erinnerungen aufruft. Egal ob Waltrop, Hagen, Hattingen, Gelsenkirchen, Duisburg oder Dortmund – viele bekannte und vielleicht noch zu entdeckende Attraktionen finden hier ihren Platz. Diese kindergerechte, jedoch auch für Erwachsene faszinierende Darstellung des Ruhrgebiets ist ein beeindruckender Querschnitt, der von Ruhrautor*innen verfasst wurde und somit das Motto "Support your Locals" auf mehreren Ebenen verkörpert.
    
    Raphaela Brosseron
    
  • Peng! – Ein Weihnachtspinguin für Paul

    Peng! – Ein Weihnachtspinguin für Paul

    Heidemarie Brosche

    Astrid Rösel

    Jana Moskito

    mvg-Verlag

    Leseempfehlung ab 6 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir Paul und seine Freundin Lea und Peng den roten Pinguin, den Namensgeber der Adventgeschichte. Hier kann man schon sehen, wie realistisch die Zeichnungen gelungen sind. 
    Die Kapitel sind mit dem jeweiligen Datum überschrieben, wie es sich für eine solche Geschichte gehört und am 1. 12. lernen wir Paul kennen. Er eilt aus dem Hort nach Hause und findet dort ein Paket seiner Tante Magie vor. Sie selbst kann leider nicht kommen und ihr Brief hat den etwas mystischen Auftrag 
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    „Und schau genau, dann wirst du schlau!“ In dem dazugehörigen Paket befindet sich ein roter Pinguin und auf seinem Bauch ist „Pauls Penguin“ auf Englisch zu lesen.  Es handelt sich um eine Räuchermännchen und Paul ist zunächst etwas enttäuscht. In den Vorjahren hatten die selbst geschnitzten Exponate der Tante immer besondere Eigenschafften. Erst als der Pinguin aufgrund seiner Unverträglichkeit von Rauch hustend von der Kommode fiel, wurde er durch abgefallene Buchstaben zu „Peng“. Dann stellt sich auch noch heraus, dass Peng sprechen kann und Paul ist sicher er wird eine schöne Adventszeit mit ihm verbringen. In den nächsten Tagen geschieht so einiges, so bekommt Paul die Aufgabe den Weihnachtsmann in der Schulaufführung zu spielen, für Peng keine Langeweile aufkommen zu lassen, sich einiger Mitschüler zu erwehren und Freundschaft mit Lea zu schließen.
    Eine fassettenreiche Adventgeschichte, die nie langweilig wird und bei der man sich wünscht, dass es bald Heiligabend wird, damit man erfährt, wie es mit Paul, Lea und Peng ausgeht.

    Dagmar Mägdefrau
  • Das gestohlene Weihnachtsgeld – Ein Krimi-Adventskalender

    Das gestohlene Weihnachtsgeld – Ein Krimi-Adventskalender

    Barbara Peters

    Markus Spang

    Kaufmann

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Das Buch im Din-A-4 Querformat hat keinen festen Einband, auf dem Cover sind die Detektive der Klasse 3 a zu sehen.
    In der ersten Geschichte, die das Datum des 1. Dezember trägt, geht es zum eine Theaterstück, dass die Klasse mit ihrem Lehrer einstudieren will. Am nächsten Tag lesen wir dann, wie der Lehrer in die Klasse kommt und den Kindern erzählt, dass das Milchgeld gestohlen wurde. Am 3.12. beobachtet Ben, der den Weihnachtsmann spielen wird, wie ein Junge von größeren Jungen „eingeseift“ wird. Am Barbaratag geht Ben mit seinen Freunden in den Garten von Maxis Oma Kirschzweige schneiden. Am Nikolaustag kümmert sich Ben um seine kleine Schwester und die Freunde planen ihre Detektivarbeit. Am 6.12. schwärmen sie aus um ihre Mitschüler zu befragen.
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    Dabei kommt es zu einigen Anschuldigungen. Aber am 7. erfahren wir auch, dass noch andere Sachen fehlen. Am nächsten Tag fällt der Verdacht auf den Hausmeister und seinen Gehilfen. Ben lauert in einem Versteck und beobachtet sie. Als am 10. noch eine Perlenkette verschwindet, erzählen die Kinder am nächsten Tag ihrem Lehrer davon und legen sich am 12.12. „auf die Lauer.“
    Über die restlichen 12 Tage will ich dann nichts mehr verraten, außer, dass es spannend wird und dass nicht immer alles zu scheint, wie es zunächst aussieht. Da muss man mit Verdächtigungen und Anschuldigungen sehr vorsichtig sein. Da die Freunde sehr offen mit allen sprechen, erfahren sie einiges und so kommt es nicht zu unschönen Situationen. 
    Jede Seite hat einen Randstreifen mit einem runden Bild, dass kann man ausschneiden und auf ein Poster, das wir am Ende des Buches finden, kleben. Das Poster zeigt ein Bild von der Aufführung des Weihnachtsstückes. Das weiß ich, weil ein Bild davon hinten auf dem Buch zu sehen ist.  
    Die täglichen Geschichten sind nicht all zu lang, es ist sicher schön, wenn sie vorgelesen werden, aber ein guter Leser kann die Erzählungen sicher auch selbst lesen. Eine schöne Alternative zu anderen Adventkalendern, dessen Inhalte meist schnell in der Ecke liegen. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Kommissar Pfote – Ein Einbruch ohne Spuren Band 6

    Kommissar Pfote – Ein Einbruch ohne Spuren Band 6

    Katja Reider

    Dirk Henning

    Loewe

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Pepper Wupp ist Polizeihund und wir sehen ihn auf dem Cover im Einsatz. Hinter ihm läuft Paul sein Partner. Zu Beginn des Buches werden uns die Protagonisten vorgestellt, so hat man schon eine Vorstellung, wer alles mitspielen wird. 
    Pepper möchte, dass Nasrin, Pauls schöne Kollegin, mehr wird als eine Kollegin und deshalb freut er sich, dass sie beiden ein Picknick im Park machen. Pepper findet, die beiden sollten sich mal näher beschnuppern und so versucht er nachzuhelfen. 
    
    
    
    
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    Doch dadurch entwischt eine Handtaschendieb, den Paul und Nasrin fangen sollten. Pepper hatte ihn zwar beobachtet, bekam aber den Befehl „Stopp“ mittels eines Pfiffs. Die bestohlene junge Frau hatte auch nichts von dem Diebstahl bemerkt, weil sie in einem Buch las. Sie ist die Mitbesitzerin der „Kleinen Schatztruhe“, einem Laden, in den eingebrochen wurde. Hat der Dieb den Schlüssel aus der Handtasche dazu genutzt?
    Die Geschichte wird aus der Sicht des Polizeihundes erzählt und ist dadurch schon sehr witzig. Spannung kommt durch den Einbruch auf und auch da kann Pepper durch logisches Denken an der Lösung des Falles mitarbeitet.
    Fünf kurze Kapitel in großen Buchstaben gedruckt und mit vielen schönen farbigen Bildern machen das Buch zu einem schönen Vorlese- und Erstleserbuch.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
    
  • Mehr als ein Wunsch – Eine Adventgeschichte in 24 Kapiteln

    Mehr als ein Wunsch – Eine Adventgeschichte in 24 Kapiteln

    Werner Rohner

    Gareth Ryans

    Freies Geistesleben

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Mit dem Buch begleiten wir Sunny während der Adventszeit. Er lebt mit seinem Vater, seiner großen Schwester Lala und seinem Hamster Zirri in der Schweiz. Seine Mutter ist vor einigen Jahren gestorben und der Vater trauert noch sehr um sie und muss dann weinen, manchmal wirkt er auf mich depressiv. Die Oma kümmert sich hin und wieder um die Kinder, was aufgrund ihrer Demenz auch schwieriger wird. Sunny ist ein dicker Junge, der immer wieder, besonders bei Stress, ans Essen denkt. 

    
    
    
    
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    Nach dem Öffnen seines Adventkalenders ist Sunny enttäuscht, weil es keine Schokolade gibt, sondern nur ein Bild von einem hässlichen Reh. Aber mit dem 1. Advent taucht auch ein anderes Problem auf, Sunny soll einen Wunschzettel schreiben, er darf aber, wegen mangelnder Finanzen nur aus einem Wunsch bestehen. Ich finde ja, auf einem Wunschzettel können viele Wünsche stehen, auch wenn nur einer in Erfüllung geht. Zunächst fallen Sunny so 20 Wünsche ein, er streicht immer wieder welche, dann kommen auch wieder neue hinzu. Wir erfahren seine Gedanken, die er sich wegen der Wünsche, die nicht immer materiell sind, macht. Wie ich finde, denkt er für ein Kind, das auch schwierige Worte schreiben kann, die seine Mitschüler ebenfalls lesen können, sehr naiv. Ich kann ihn altersmäßig deshalb schwer einordnen. So duzt er auch fremde Erwachsene wie die Postbotin. 
    Das Ende des Buches, der Heilige Abend, ist für mich sehr verstörend, denn die Familie verbrennt auf dem Hof den Weihnachtsbaum. Trotzdem feiern sie so sehr harmonisch Weihnachten.
    Der dicke Sunny, der ohne Mama aufwachsen muss und dessen Vater zwar meist zu Hause zu sein scheint, der aber mit seinen Problemen zu kämpfen hat. In Lala findet er zunächst auch wenig Unterstützung, erst im Laufe der Geschichte kommen sich die Geschwister näher. Der Junge erlebt wenig körperliche Nähe, so küsst ihn der Vater mal auf die Stirn. Er muss mit dem Tod der Mutter, der Trauer des Vaters und der Angst um die demente Oma, die vielleicht auch sterben könnte, allein fertig werden. Er hat in der Schule Freunde und scheint auch nicht unbeliebt zu sein, doch mit nach Hause lädt er nur einen Freund zu Weihnachten ein, der aber absagt.
    Ich fand das Buch sehr traurig und ohne Hoffnung, ich würde es meinem Kind nicht vorlesen.
    Mit seinen über 200 Seiten ist es auch sehr dick für Grundschüler, zumal es in jedem Kapitel nur ein Schwarz-Weiß-Bild gibt.

    Dagmar Mägdefrau