• Luca und die Kirchenräuber – Band 2

    Luca und die Kirchenräuber – Band 2

    Tom J. Schreiber

    tredition Selfpublisher

    Leseempfehlung ab 9 Jahre, meine Empfehlung ab 12 Jahre

    Das ist bereits der zweit Band um Luca und seine Familie, aber man kann wie ich auch ohne Probleme diesen Band einzeln lesen.
    Luca ist elf und muss mit seinem Vater in eine kleine Stadt ziehen. Seine größeren Bruder ziehen nicht mit dort hin und sie fehlen ihm sehr. Als sein Vater ihn dann noch in einer katholischen Internatsschule abliefert, auf die er jetzt gehen soll, ist er einfach nur entsetzt.
    Doch dann lernt er schnell drei Jungen kennen, die ihn nach einigen Anfangsschwierigkeiten sofort in ihren Kreis aufnehmen.
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    Als dann die Polizei auftaucht, wird schnell bekannt, dass eine kostbare Monstranz aus Kirche gestohlen wurde. Als diese dann in Lucas Keller gefunden wird und sein Vater beschuldigt wird, sie gestohlen zu haben, versuchen die Jungen zu ermitteln. Zunächst schleichen sie sich nachts in die Kirche, um zu sehen, wie es am Tatort aussieht.
    Da Luca, weil sein Vater in U-Haft sitzt im Internat wohnt, ist er natürlich auch dabei.
    Das Buch erzählt einiges über den Schul- und Internatsalltag, aber auch über den ganz normalen Tagesablauf mit Lernen und Eis essen. Die Freundschaft, die diese Jungen haben ist ein kostbares Gut und das kommt sehr gut rüber. Solche Freunde wünscht man sich.
    Aber so kommen auch auf eine sehr gefährliche Idee, die einen der Freunde ins Krankenhaus bringt. Gerade hier benehmen sich die übrigen Drei vorbildhaft.
    
    Ein spannendes Buch, das ich aufgrund seiner Länge (358 Seiten) für ein Lesealter ab 12 Jahren empfehlen würde. Auch die Protagonisten scheinen mir für 11jährige schon sehr weit. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Das alleralbernste ABC-Buch

    Das alleralbernste ABC-Buch

    Daniela Kulot

    Gerstenberg

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Wie alle ABC-Bücher, fängt auch dieses mit A an. Alle Worte des Satzes fangen sogar mit A an. „Alligator Ali achtet am Abend auf alle armen Angsthasen“. Der Satz ist nicht einfach zu sprechen und mit Blindfisch Bertram und dem Chamäleon Camillo geht es weiter. Dromedar, Elefant Ferkel, Gans und Hamster passieren die irrwitzigsten Dinge. „Igel Igor ist irgendwie im Irrtum“ und wie, er will die Klobürste umarmen. Die Jagdhündin heißt Jutta und die Krähe Kunigunde, der Laubfrosch und das Meerschweinchen Manfred, das einen Wal stemmt. Nacktschnecke, Oktopus, Pudel Pepe und der Quakfrosch, sie alle erleben wilde Sachen.
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    Rentier Rudi ist rastlos und die Stubenfliege Saskia sabbert. Tiger, Unke, Vogel und Wollschaf führen zum X, dort steht eine Bayrischer Satz, bei Y wird berlinert. Mit „Zimtzicke Zara zieht Zauberer Zittermann zehn zwickende Zähne.“ endet das Buch.
    
    Völlig verrückte Sätze, dessen einziger Sinn es ist, dass jedes Wort mit dem gleichen Buchstaben beginnt, werden in lustige Bilder umgesetzt, in denen die Buchstaben eine Rolle spielen. Ich finde des Buch so richtig albern, aber das steht ja schon im Titel.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Abenteuer mit Edgar – Edgar im Reisefieber

    Abenteuer mit Edgar – Edgar im Reisefieber

    Annette Haupt

    Selbstverlag

    Autotinnenempfehlung ab 8 Jahre

    Diesmal fahren Opa, sein Papagei Edgar, Tom und seine Freundin Elli zusammen mit dem Zug nach Verona. Dort wohnen sie bei Roberto, Opas alten Freund. 
    Seine Frau Luisa kümmert sich reizend um den Besuch, auch der Enkel Francesco ist meist dabei, wenn es etwas zu erleben gibt. Und zu erleben, gibt es eine ganze Menge. Ausgerechnet auf dem Balkon von Romeo und Julia findet das Wiedersehen mit der Taube Guuhdruuhn und Edgar statt und damit sind die beiden schon Stadtgespräch. 
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    Nach einem singenden Friseur, den Edgar mit seiner Stimme unterstützt, geht es auf den Flohmarkt. Hier gibt es Kartons zu kaufen, dessen Inhalt eine Wundertüte ist. Aber Elli gewinnt eine Stadtführung mit den Rad und so lernen sie auch die letzten Winkel von Verona kennen.
    Edgar mit seinen vorwitzigen Sprüchen geherrscht das Buch, aber wir erfahren auch einiges über das schöne Städtchen Verona. Ich möchte mich gerne sofort aufmachen und die Stadt mit dem neuen Wissen erobern.
    Tom, der uns die Geschichte erzählt und Elli sind prima Freunde und als Team unschlagbar. 
    
    Das Buch handelt von einer sehr alten Freundschaft zwischen Opa und Roberto, von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einem Papageien und einer Taube und wir sehen die Freundschaft zwischen Tom und Elli immer enger werden, oder ist da sogar ein wenig Liebe dabei? Ich bin auf jeden Fall neugierig, was Edgar noch erleben wird.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Professor Albert und die faszinierende Welt der Elektrizität

    Professor Albert und die faszinierende Welt der Elektrizität

    Sheddad Kaid-Salah Ferrón

    Eduard Altarriba

    Knesebeck

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Thales von Milet hat schon 600 v. Chr. erkannt, wenn man Bernstein reibt, kann er Stroh anziehen. Ein anderes Beispiel sind Haare, die vom Kamm angezogen werden. Auf den nächsten Seiten erfahren wir etwas über „Elektrische Ladung“ und vom Experiment, dass Benjamin Franklin machte. So erfahren wir, dass sich manche Stoffe anziehen und andere abstoßen. Wir lernen positive Protonen und negative Elektronen kennen und eine Formel zur Erklärung.
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    Mit der Bauanleitung kann man ein Elektroskop zum Nachweis von elektrischer Ladung bauen. Das Experiment mit dem Luftballon ist einfach nachzumachen.  Die nächste Seite ist mit „Elektrischer Strom“ überschrieben. Mit Hilfe vieler Bilder wird gezeigt, wie Strom entsteht. Danach kann man eine Batterie bauen. „Magnetismus“ und die damit verbundenen Pole ist das nächste Thema. Wie beides zusammenhängt und was der Franzose Ampère damit zu tun hat, erfahren wir danach. „Ein Elektromotor ist eine Maschine, die Elektrizität in Drehbewegung umwandelt“ und auch dazu gibt es eine Bauanleitung. Faraday zeigt in einem Experiment die Funktion der elektromagnetischen Induktion. Stromproduktion, elektromagnetische Wellen und die Aussage „Auch wir sind elektromagnetisch“ überschreiben die letzten Seiten.
    
    Ich muss gestehen, dass ich das Buch nicht so ganz verstanden habe, was aber sicher an meinem Desinteresse liegt. Aber wenn eine Kind sich für dieses Thema interessiert und es gilt Fragen zu beantworten, dann findet man hier die richtigen Antworten und  auf den großen Seiten (28,5 x 28,5) viele bebilderte Erklärungen.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Als Papas Haare Ferien machten

    Als Papas Haare Ferien machten

    Jörg Mühle

    Moritz

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Papas Frisur erinnert etwas an Elvis und natürlich ist der stolz auf seine Haare. Doch eines Tages wollten seine Haare mal die Welt sehen, sie sprangen einfach von seinem Kopf. „Schock!“ Zunächst waren sie noch im Bad und Papa tat alles sie wieder einzufangen. Leider machte er dabei viel Lärm, so machte Mama die Tür auf und schon waren die Haare aus dem Haus und bald schon über alle Berge. Nach einigen chaotischen Stationen gerieten sie in einen Abfluss und somit kann man einiges über Gewässer lernen.
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    Dann machten sie Urlaub und schrieben Papa Ansichtskarten, wie auf dem Cover zu sehen ist.
    
    Ein total irres Buch mit Wortspielen und lustigen Bildern. Mein Humor wird von der Geschichte angesprochen und ich hatte einen Riesenspaß beim Lesen. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Der große Labyrinthe-Spaß – Auf geheimer Mission

    Der große Labyrinthe-Spaß – Auf geheimer Mission

    Sam Smith

    und viele Illustrator*innen

    Usborne

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Ein ganzes Buch voller Labyrinthe, da sind wache Augen gefragt. Es beginnt relativ einfach, ausgehend von Agent Nikita, der ein Nachtsichtgerät benutzt, deshalb ist das Bild grün gehalten, soll der Dieb gefunden werden. Dann wird eine Spionin mit roten Schuhen gesucht. Falke nimmt die Lupe und geht den Fußspuren nach. Durch verschiedene Büros führt der Weg von Agent Pfeil, aber er darf nicht in Büros gehen, in denen sich jemand aufhält. Da muss man schon sehr gut aufpassen.
    Das Hauptquartier auf der felsigen Insel ist auch nicht einfach zu erkunden.
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    Mit Saugnäpfen aufs Hochhaus, aber immer nur an den blauen Fenstern entlang, ist schon verzwickt zu klären. Einmal geht es auch in die Unterwasserwelt, das Bild benötigt sogar zwei Seiten, ebenso die vielen U-Boot-Kabinen und die Landschaft in der Agentin Aurora mit dem Faltschirm landen muss. Spion Frost muss mit dem Schneemobil durch eine verworrene Schneelandschaft und im Museum gilt es, einen Code zu finden. Für das Knacken des Handscanners muss man schon geduldig sein und das gilt auch für das Dekodiergerät. 
    
    Insgesamt sind 60 Aufgaben, zum Glück mit Lösung in diesem Heft, zu bewältigen. Da ist ein kleiner Agent/ eine kleine Agentin schon einige Zeit beschäftigt. Aber wer Spaß an dieser Art Herausforderung hat, bekommt hier viel geboten. Sowohl die Grafik als auch die Aufgaben sind sehr abwechslungsreich gestaltet.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Spike Dickus & Co

    Spike Dickus & Co

    Grudrun Güth

    Papierfresserchens MTM-Verlag

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Auf dem Cover ist ein Kampfhund zu sehen, der mit seiner dicken Nase und seinem treuen Blick sehr lieb aussieht. Er ist die Hauptfigur der Kurzgeschichten und wir erfahre einiges über ihn.
    Die Kapitel über Spike Dickus sind unter der Überschrift „Spike Dickus entdeckt Farben“ zusammengefasst. Zuerst sieht er rot. Obwohl er ein gefährlicher Kampfhund ist und deshalb draußen einen Maulkorb tragen muss, ist er ein unsicherer, ängstlicher Hund. Die drei Katzen, die im Haushalt leben machen es ihm nicht einfach. Immerzu machen sie sich lustig über ihn.
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    Da legt der große Hund sich statt in sein Körbchen lieber unter das Sofa. Hier verbringt er auch seine Nächte, aber als er einen Einbrecher vermutet, ist er doch bereit seine Familie zu schützen. Die Gefühlswelt von Spike Dickus geht von ängstlich, beleidigt bis zu wütend. Im nächsten Kapitel geht es um Neid, auch das können ihm die meisten Leser*innen nachempfinden. Denn es kommt noch eine Hündin in den Haushalt, die es leichter mit den Katzen nimmt und die sich schnell anpassen kann. Es braucht einige Zeit, bis der dicke Hund mit ihr Freundschaft schließt.
    
    Neben diesen Hundegeschichten lernen wir aber auch ein schwarzes Schaf kennen, dass von seiner Mutter einen zitronengelben Pullover bekommt, damit es zwischen den weißen Geschwistern nicht so auffällt. Mit den vier Kücks sind wir auf einem Spaziergang und treffen zwei hochnäsige Hunde. Zum Schluss müssen wir uns von dem Hund Puschkin verabschieden, der schon früh in den Hundehimmel kommt.
    
    Die bunte Auswahl kurzer Geschichten lässt sich dank der großen Schrift gut lesen. Alle Geschichten sind sehr gefühlvoll geschrieben und ganz besonders hat es mir der ängstliche Kampfhund angetan.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Mond, Sterne und dazwischen wir – Geschichten aus unserem bunten Universum

    Mond, Sterne und dazwischen wir – Geschichten aus unserem bunten Universum

    Casjen Griesel & Tina Pahnke (Herausgeber)

    Monika Fuchs

    Leseempfehlung ab 10 Jahre

    18 Kurzgeschichten von 18 jungen, nicht so bekannten Autoren erzählen interessante und spannende Geschichten „aus unserem bunten Universum.“
    Lua hat zu ihrem 7. Geburtstag ein Teleskop bekommen und mit diesem Sternenfänger entdeckt sie den Himmel. Zusammen mit Sky, einem Kind, dass sich geschlechtlich nicht zuordnen lassen will, bekommt sie Besuch von einem Außerirdischen. Die zweite Geschichte spielt außerhalb unseres Planeten, hier helfen Io und sein Vater Erdlingen und sie verlieren dadurch die Spur der Weltraumwale. 
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    Die Geschichte „Mehtap rennt“ erzählt davon, wie ein Mädchen einen Bürgermeister vorführt. Anna erlebt häusliche Gewalt und schafft sich mit ihrer Fantasie eine andere Welt. Pelle mit der fast weißen Haut hilft Arthur bei der Suche nach einem Stein mit Loch, damit dieser endlich Glück hat. Toni hat nur einen Arm, aber trotzdem himmelt er die perfekte Marie an, aber die ist nicht perfekt, hat aber ein großes Herz. Hat Max die Begegnung mit dem Alien nur geträumt? Was antwortet man, wenn die Frage nach den Geschwistern gestellt wird und man diese Geschwister nie kennengelernt hat? Weil Mama Zeit für sich braucht, muss Maja allein in ein Sommerlager reisen und lernt dort eine hilfreiche Freundin kennen. Alex trägt lieber die Badehosen ihres Bruder als den Badeanzug, den Mama ihr in den Koffer packt. Weil Sumire aus Thailand kommt, halten einige sie für dumm. Marek muss den Tod seiner Mutter erleben und sein Vater spricht die tröstenden Worte „Solange Mama in deinem Herzen ist, wird ihr Stern auf dich aufpassen.“

    Nein, Anna ist nicht „störde“, ihre Lehrerin hat ihre Legasthenie nicht erkannt. Estrich wundert sich über die Schleimspur, die er immer an seinem Unterarm findet. Namin ist ein kleiner Planet, der sich seinem Tagebuch anvertraut. „Pommesbunker“ ist ein böses Schimpfwort für ein dickes Mädchen, das sich zu wehren weiß. Leon und Mario sind zwei Freunde, die einen Nachnamen tragen, den andere dazu nutzen, sie zu mobben. Der Geburtstag des dementen Opas im Heim zu feiern, ist keine einfache Sache.

    Hinten im Buch gibt es eine kurze Beschreibung zu den jeweiligen Autoren, die hier wundervolle Geschichten geschrieben haben. Jede ist auf ihre Art ist besonders, Themen, wie alleinerziehende Eltern, Alkoholismus, Ausgrenzung, Krankheit, Queerness und Tod werden hier in ungewöhnlichen Geschichten besprochen. Da spürt man das Herzblut der Schreiber, nicht die Verkaufszahlen und gerade darum hoffe ich, dass dieses Buch seine Leser findet. Ich kann es euch nur ans Herz legen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Fußball Academy – Eine wichtige Entscheidung

    Fußball Academy – Eine wichtige Entscheidung

    Irene Margil

    Andreas Schlüter

    Carlsen

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    Yao und seine Mannschaft gewinnen ein wichtiges Spiel und dann taucht auch noch ein Talentscout auf, der ihn anwerben möchte. Der zehnjährige Junge soll in ein Fußballinternat, dass sich Academy nennt, ziehen. Zwei Autostunden von seinen Eltern, seiner kleiner Schwester und seinen Freunden entfernt, soll er mit anderen Jungen wohnen, Fußball spielen und lernen. Trotz der großen Chance, die mit dem Angebot verbunden ist, sind die Eltern zunächst dagegen. Doch Yao ist so begeistert von der Idee, dass seine Eltern zustimmen.
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    Als letzter kommt er in der Academy an und muss feststellen, dass alle anderen aus großen Vereinen stammen, nur er spielt in einem Vorortverein. Es gibt viel Neues und Unbekanntes auf der neuen Schule, auch seine Kameraden sind besondere Typen. Aber so langsam lebt Yao sich ein. 
    
    Das Buch ist das erste von drei Büchern, die zusammen eine Geschichte erzählen, denn dieses Buch hört etwas abrupt auf und bietet am Ende eine Leseprobe des nächsten Bandes.
    Mit 150 Seiten und vielen bunten Bilder, die ein Stück des Geschehens noch als Comic abbilden, ist das Buch mit den großen Buchstaben schnell gelesen. Mir fehlt allerdings etwas Gefühl, mir geht Yao einfach zu schnell und ohne große Bedenken von zu Hause fort, auch Heimweh empfindet er wohl nicht. Dafür steht der Fußball ganz klar im Vordergrund und viele fußballbegeisterte Kinder werden gerne erfahren, wie es in so einer Academy zugeht.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Märchenland für alle

    Märchenland für alle

    Herausgeber Boldizsár M. Nagy

    Illustration von Lilla Bölecz

    DK

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Ein Märchenland für alle, auch wenn Viktor Orbán es am liebsten niemanden lesen lassen würde. Denn im Entstehungsland Ungarn ist das Buch sogar verboten worden. Zu offen, zu vielfältig, zu wenig “traditionell”, was auch immer das für Traditionen sind, an denen festgehalten wird. Denn die Tradition des Märchens wird beibehalten, nur darf wirklich jede und jeder mitmischen, ungeachtet der sexuellen Orientierung, des Geschlechts, der Hautfarbe oder anderer Hintergründe. Die Prinzessin möchte lieber ein Prinz sein? Gerade in einer magischen  Märchenwelt sollte das ein Leichtes sein!
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    Viele kreative Ideen wurden mit alt bekannten Märchenmerkmalen verknüpft und Raum für neue, vielfältige Vorbildfunktionen geschaffen. Es ist kaum zu glauben, dass diese Märchensammlung mit dieser wunderschönen Botschaft in Ungarn öffentlich geschreddert und durch Hetze bestraft wurde. Umso schöner, dass es trotzdem ein Bestseller wurde und mittlerweile auf deutsch verfügbar ist. Ein Buch, das nicht nur durch seinen Inhalt, sondern auch durch seine Wirkung und seine Hintergründe beeindruckt.
    
    Raphaela Brossero

    Die Entstehungsgeschichte dieses ungewöhnlichen Märchenbuches ist eine ganz besondere. Junge ungarische Autor*innen haben ein Märchenbuch geschrieben, in dem die Geschlechterrollen zum Teil zur bekannten Version vertauscht wurden oder wo sich die Handlung völlig neu entwickelt. Ungarns rechte Politiker*innen fanden das schädlich für Kinder und ein Exemplar wurde öffentlich geschreddert.
    Deshalb freue ich mich ganz besonders, dass dieses Buch jetzt bei uns auf Deutsch erschien.

    In „Der rubinrote Vogel“ gerät ein hübsches junges Mädchen in die Arme von Poseidon, der ihr jeden Wunsch erfüllen möchte. Da wünscht es sich, keine Frau mehr sein zu sondern ein Mann. „Goldlaub“ entspricht Schneewittchen, aber hier trachtet ihr Vater nach ihrem Leben. „Das Märchen von der Hexe“ entwickelt sich etwas anders als Hänsel und Gretel. Mammut und Becha leben in einer modernen Siedlung, doch dann kommt eine schreckliche Kälte, die sogar an einem Sommermorgen Eisblumen entstehen lässt. So gelangt Becha zum „Eiskönig“ und Mammut muss sie befreien. „Eisenlaci“ ist ein kleiner Junge, der von einem alten Ehepaar gefunden und aufgezogen wird. In Irland spielt die Geschichte „Margarte und der Riese“. Margarete möchte die Heldin in einem Märchen werden und schließt sich einem Märchenerzähler an. „Vom Rehlein und seinem Geweih“ erzählt von einem Reh, dass gerne ein Geweih hätte und damit gegen die anderen männlichen Tiere kämpfen möchte. In „Die entführte Prinzessin“ lebt die Prinzessin freiwillig bei dem Drachen und hat so die Freiheit, die sie möchte. Ähnlich, wie Aschenputtel, möchte Rosa auf dem Ball tanzen. Ihr reicht es aber, Ballkönigin zu werden. „Das große Abenteuer der winzig kleinen Panna“ ist eine poetische Geschichte, die sich durch das Vorlesen eines Märchenbuches entwickelt. „Kinga und Karola“ sind sich ähnlich wie Zwillinge, doch beide führen unterschiedliche Leben, erst als sie sich treffen, zeigen die beiden ihren Mut. Ein ungewöhnlicher Hase wird in „Triodor, der Hase mit den drei Ohren“ geboren, doch es zeigt sich, dass er mit den drei Ohren hervorragend hören kann. In „Der geschraubte Strohhalm“ hilft eine alte Dame einem Mädchen gegen häusliche Gewalt. Der Junge Dani erfährt, dass sein Opa „Der große Alfredo“ war. Wieder ähnelt die Geschichte „Werde glücklich, Batbajan!“ nur dass hier ein junger Mann auf den Ball geht und es am Ende eine Hochzeit der beiden Jungen gibt. So endet auch das Gedicht „Wie der Prinz die Ehe schloss“ mit der Hochzeit zweier Männer. Hier kann sich der Prinz nicht in eine Prinzessin verlieben, erst als eine ihren Bruder mitbringt, verliebt sich der Prinz.

    Bunt, divers, queer, lesbisch oder schwul - in diesem Märchenbuch ist alles normal und möglich. Das Cover und die Zeichnungen im Buch runden die Geschichten schön ab und machen das Buch zu einem Märchenschatz.

    Dagmar Mägdefrau
  • Ein bisschen Konfetti macht noch keine Freundin

    Ein bisschen Konfetti macht noch keine Freundin

    Inés Maria Jiménez

    Südpol

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    „Wenn es ihr passt, hebt sie dich auf einen Sockel. Aber genau so schnell, wie du raufgekommen bist, fällst du wieder runter, weil sie unten sägt.”
    Eigentlich sollte der Schulwechsel ein neuer Anfang für Cilia werden. Ohne schlechtes Gefühl aus dem Haus gehen, kein schwerer Druck mehr auf der Brust. Zunächst scheint dies zu funktionieren, denn ausgerechnet die beliebte Hel nimmt sich ihrer an. Ihre Freundschaft entwickelt sich (zu) schnell und (zu) schön, auch im Aussehen passen sie sich einander an. Was Hel aus ihrem Leben zu erzählen hat, bestürzt Cilia, die jetzt Cici genannt wird. Auch die ehemalige beste Freundin Lola benimmt sich merkwürdig, ja gerade zu “toxisch”.
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    Dass Lola  und Cilia eigentlich das gleiche Schicksal teilen und von Hel manipuliert wurden, bemerkt sie nach und nach, als sie ihrer inneren Stimme endlich zuhört. Diese sagt  ihr immer mal wieder, dass da etwas nicht stimmt.
    Dieses ungute Gefühl, das man hat, wenn man merkt, dass jemand einem einfach nicht gut tut, wurde hier sehr entsprechend dargestellt. Die Angespanntheit, wenn Hel mal wieder alle anderen als “toxisch” betitelt, sich selbst jedoch am ehesten so verhält, nimmt einen geradezu ein und macht die Geschichte noch nahbarer. Umso größer ist die Erleichterung, als andere sie darauf hinweisen und sie anfängt zu verstehen. “Toxisch”, ein Wort, das heutzutage übermäßig verwendet wird, aber manchmal leider einfach zutrifft. Wenn man eins aus dem Buch mitnehmen kann, dann, dass man sein Bauchgefühl ernst nehmen sollte, im Idealfall, bevor es derart eskaliert. Im Buch folgen wirklich dramatische Entwicklungen, die dennoch altersgerecht bleiben. Ein nennenswertes Thema, gerade für Jugendliche.
    
    Raphaela Brosseron

    So richtig strahlend ist das pink auf dem Cover nicht und über dem Häufchen Konfetti sieht man einen Schuh, der rücksichtslos über die kleinen bunten Papierstückchen gelaufen ist. 
    Cecilia, die Cilia gerufen wird, leidet an Panikattacken und muss in eine neue Schule, weil sie in ihrer bisherige Schule Schlimmes erlebt hat. 
    Umso schöner ist es, dass sie in der neuen Klasse sofort nett aufgenommen wird. Besonders Hel, die sich schwarz kleidet und zweifarbig gefärbte Haare trägt, nimmt sich ihrer an. Da Hel das Sagen hat, wird Cici, wie Hel sie tauft, von der Clique nett aufgenommen. Cilia ist glücklich, endlich hat sie eine beste Freundin, die mit ihr Shoppen geht. Dass sie Cilia ihren Geschmack aufdrängt, spiel zunächst keine Rolle. Da Hels Eltern beruflich sehr viel unterwegs sind, ist Hel oft bei Cilia zu Hause und weil es Cilia mit der neuen Freundin so gut geht, vergisst Cilias Mutter ihre anfänglichen Bedenken, zumal Hel sehr charmant sein kann.
    Mo, Cilias großer Bruder, ist so, wie wir uns einen großen Bruder wünschen. Er ist hilfsbereit und sehr einfühlsam seiner Schwester gegenüber. Als es zu Unstimmigkeiten mit der Mutter wegen Hel kommt, schafft er es die beiden wieder zu versöhnen.
    Dann steht eine Sprachreise an, Hel und Cilia wollen zusammen nach England. Kann das gut gehen, die beiden drei Wochen in einer fremden Umgebung? Cilia muss feststellen, dass Hel zwei Gesichter hat und die zweite Hel ist oft sehr böse und gemein. Hat Cilia genug Selbstbewusstsein, um sich Hel entgegenzustellen oder wird sie wieder an der Situation zerbrechen?
    
    Das Buch ist aus der Sicht von Cilia geschrieben und wir lernen dadurch ihre Gedanken und Nöte kenne, nehmen an ihren Alpträumen teil und freuen uns mit ihr über eine Freundschaft und eine erste Liebe.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Bello! Hundegeschichten aus dem Thermalbad

    Bello! Hundegeschichten aus dem Thermalbad

    Michael Oppl

    MO-Verlag

    Verlagsempfehlung ab 2 bis 99 Jahre, meine Empfehlung ab 5 Jahre

    Da Bellos Herrchen ins Ausland musste, nahm Frau Wihalek ihn bei sich auf. Bello ist ein großer, zotteliger Hund, aber leider kann sie ihn nicht allein zu Hause lassen. Deshalb nimmt sie ihn mit ins Thermalbad, dass sie mehrmals in der Woche besucht. Die Kassiererin, die leider auch im Laufe der Geschichte keinen Namen bekommt, verweist zunächst auf die Hygiene und den Direktor, aber dann kann Bello doch bei ihr bleiben, wenn Frauchen ins Bad geht und so wird er zur Attraktion des Bades. Besonders Kinder lieben ihn, denn er ist gutmütig und sie können fast alles mit ihm machen. 
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    Doch als ein Junge ihn kneift, weiß er sich auch zu wehren.
    Als Frau Wihalek in Krankenhaus und später ins Heim muss, zieht Bello ganz ins Bad. Er bekommt sein eigenes Zimmer, dass er ganz allein bewohnt.
    Bello ist ihn allem ein sehr ungewöhnlicher Hund. Da wir immer wieder an seinen Gedankengängen teilnehmen dürfen, erleben wir, wie er logische Schlüsse zieht. 
    Viele Dinge, wie das Öffnen von Türen oder andere kleine Tricks kann man einem Hund sicher beibringen, aber Bello bringt sich so etwas selbst bei. Am Ende des Buches wundert sich sogar eine Hundetrainer über Bello.
    
    Die Geschichten lassen sich sehr gut lesen, stellen aber einen sehr vermenschlichten Hund dar, den wir so sicher nicht antreffen werden. So gibt er nicht nur den Menschen „Antwort“, er kann sich auch mit den anderen Tieren (Katze, Maus) unterhalten. In einigen Situationen möchte man fast von übersetzen sprechen. Er denkt sich auch selbst Lösungen aus und kann so einige Situationen entschärfen. 
    Das Einzige, was er nie macht, ist „Gassi gehen“. Er wohnt auf dem Land, aber das arme Tier sitzt meist neben der Kasse, wo er meist Unterhaltung hat, außer an manchen Tagen, da ist ihm fad. Nur einmal spielt der Hausmeister mit ihm Bällchen, aber sonst ist er fast sowas wie ein Mensch in Hundegestalt.
    
    Ein unterhaltsames Buch mit schönen, wenn auch unrealistischen, Geschichten. Aufgrund der längeren Kapitel, die immer mit einem Foto von Bello beginnen, sicher erst ab 5 Jahre zu empfehlen.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Der Schatz des Sumpfmocks

    Der Schatz des Sumpfmocks

    Silke Farmer

    Elif Siebenpfeiffer

    Fairyland

    Interessenalter 5 Jahre, Lesealter 7 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir das hübsche Sumpfmock-Mädchen Oonags, die Pixie Eldrid, den Zwerg Luwin und den Druiden Alba. Im Einband des Buches ist eine Karte, die uns Valorun, „Das Land, das vom Zaubergesang abstammt“ und seine Landschaft zeigt.
    Die Elfen haben den Sumofmocks das Baden in ihren Seen verboten, als Oonags dagegen verstößt, wir sie mit Pfeilen gejagt. Ihr kleiner Freund Eldrid kann das nicht fassen und als dann noch Luwin und Alba dazu kommen, beschließen sie mit den Elfen zu reden. 
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    Der großgewachsene Alba ist auf den Weg zu ihnen, weil sie ihn um Rat gebeten haben. In der Elfensiedlung erfahren sie, dass die Bäume, die die Waldelfen als heilig verehren, krank sind. Da sie die Elfen mit ihrer Magie gegen Dunkelwesen, Orks und Trolle schützen, sehen die beiden jungen Elfen, die nun die neuen Oberhäupter sind, eine große Gefahr auf sich zukommen. Als Alba die beiden Ofenoberen auf das Badeverbot für Sumpfmocks anspricht, erklären sie ihm, dass die Sumpfmocks sehr schmutzig sind und dadurch die Quellen und Bäche ihr Funkeln und Glitzern verlieren.
    Gemeinsam finden die Freunde eine Lösung für das Problem, doch bis dahin gibt es noch viel Spannung in der Geschichte und nur durch geschicktes Kombinieren, konnte das Rätsel um die kranken Bäume gelöst werden.
    
    „Fantastisch leicht lesen lernen“ kann man mit diesem Buch auf jeden Fall. Es gibt viele wunder- und fantasievolle Bilder. Wesen, die durch ihre Freundschaft verbunden sind und die sich unterstützen und helfen. 
    Mir hat das Buch genau wie der erste Teil „Der Ring des Zwergenkönigs“ sehr gut gefallen und ich habe es mit Spannung gelesen. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Timi Travel und das Portal nach Newelia

    Timi Travel und das Portal nach Newelia

    Elisabeth Pfeiffer

    Lisa Stachnick

    Fairyland

    Interessenalter 5 Jahre, Lesealter 7 Jahre

    Timi Travel und Romina Redfox sehen wir zusammen mit der kleinen Holzkiste, die sie in einen andere Welt führen wird, auf dem Cover. Im Einband sehen wir einen Steckbrief der beiden, die geheimnisvolle Holzkiste und einen Zettel mit einer eigenartigen Liste. Sehr gut gefällt mir, dass im Titel die Namen der beiden erklärt werden. 
    Timi fühlt sich plötzlich während des Spiels mit Romina von einer unsichtbaren Macht angezogen. So kommt er zu dem windschiefen Haus seiner Tante. Diese Tante hat ihm immer viel von ihren fantastischen Reisen erzählt, Timi hat das aber immer für Märchen gehalten.
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    Im Haus der Tante gibt es eine kleine Holzkiste, von der der Sog auf Timi ausgeht. Als er sie öffnet wird er in sie hineingezogen und da Romina in diesem Moment auftaucht, folgt sie ihm nach Newelia. Leider ist es hier nicht sehr schön, die beiden werden sogar von Zebrakäfern angegriffen, die sie mit grüner Spucke anspucken. Als sie auf der Flucht von den Tieren auch noch im Sumpf versinken, verzweifeln die beiden. Doch dann rettet sie ein hässlicher Riese, der sie zu seiner Gebieterin Armada bringt. Doch diese scheinbar hübsche Frau erweist sich als Hexe. 
    Eine recht verfahrene Situation in die die Kinder da geraten sind. Können sie das Land von der bösen Armada befreien? Leider erfahren wir das in diesem Buch nicht, so müssen wir wohl auf einen zweiten Band warten. Die Karte auf den letzten Seiten lässt ahnen, dass es noch viele Abenteuer zu bestehen gibt.
    
    Die große Schrift lässt sich sehr gut lesen und die schönen Bilder lockern die Texte der 12 kurzen Kapitel sehr schön auf. Sicher ist das Buch ein schöner Einstieg für spannende Abenteuer der beiden mutigen Kinder.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Der Tag, an dem Tiffany das Wasser aus der Wanne geschaukelt hat

    Der Tag, an dem Tiffany das Wasser aus der Wanne geschaukelt hat

    Marc-Uwe Kling

    Illustrationen von Astrid Henn

    Carlsen

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Jetzt steht der jüngste Spross der Familie, die kleine Tiffany, mal im Mittelpunkt. Schon der Titel und das Cover verrät einiges. Nachdem die Damen der Familie zum Wellness gefahren sind, muss Papa zeigen, dass er der Herausforderung Opa und die restlichen zwei Kinder zu hüten gewachsen ist. Dank seiner drei Sprösslinge hat er sich vom einfachen Papa über den Doppel-Papa zum Profi-Papa profiliert. Deshalb sieht er da keine Herausforderung, die er nicht meistern kann. 
    Leider hat Tiffany entschieden, dass sie nicht mehr geküsst werden möchte und wenn das doch geschieht, muss sie sofort baden.
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    So nimmt das Schicksal seinen Lauf. So hat das Badewasser so bewegt, dass es aus der Wanne geschwappt ist. Opa, der natürlich auch nicht fehlen darf bezeichnet das als Schwungkraft. Als sich dann auch noch Max nasse Füße holt, er trägt zum Glück keine Socken, wie die anderen, sind alle zusammen und wie nicht anders zu erwarten, wird alles noch viel schlimmer. So kommt es, dass die Damen sich später über das saubere Badezimmer wundern.
    
    Erstaunlich, wie der Autor es bei dem Chaos noch schafft 16 Jahre Kanzlerin in dem Text unterzubringen. Die Bilder tragen zusätzlich noch zum Spaß beim Lesen des Buches bei. Für mich eine wundervolle Fortsetzung der ersten drei Bücher. 
    
    Dagmar Mägdefrau 
  • Der Monsterjägerclub – Die Geisterbahn von Bad Murks

    Der Monsterjägerclub – Die Geisterbahn von Bad Murks

    Thilo

    Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Im Einband lernen wir die Protagonisten dieses Buches kennen. Zu ihren Bildern gibt es eine kurze Erklärung zur Person. Emilia und Max jagen zusammen mit ihrem erfindungsreichen Opa Monster. Opa hat eine Monsterhandy entwickelt, auf deren Display man Monster sichtbar machen kann. So lautet die erste Aufgabe Monster auf dem Handy zu sehen. Opas Werkstatt ist auch die Zentrale das Clubs. Aber erst gilt es den passenden Schlüssel für die Tür zu finden.
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    Der neue Auftrag kommt von Giselda Graus, der Besitzerin der Geisterbahn. Sie befürchtet, dass sich zwischen den Figuren der Geisterbahn auch echte Monster befinden. Aber erst muss der vierte Jäger, das Schnüffelschwein gefunden werden. Dann geht es zur Geisterbahn und das Abenteuer kann beginnen.
    
    Durch die große Schrift und die vielen Bilder lässt sich das Buch einfach lesen, die Rätsel lockern noch zusätzlich auf und die Monster sind eher niedlich als furchteinflößend. Bei manchen Rätseln war mir die Fragestellung bzw. die Lösung nicht ganz klar. Aber vielleicht sind echte Monsterjäger unter den Lesern da klüger.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Bunte Fische überall

    Bunte Fische überall

    Kathrin Schrocke

    Mixtvision

    Leseempfehlung ab 12 Jahre

    Dank eines Notizbuches, was Barnies Väter für wesentlich sinnvoller halten als ein Tablet, lässt Barnie uns an ihrem Leben teilhaben. Was zunächst kein Tagebuch werden soll, wird irgendwie doch eins. Und es gibt genug zu berichten: Vom Alltag mit Papa und Dad, die doch sehr streng sein können, von ihrer abwechslungsreichen Verliebtheit und natürlich von ihrer Radiergummisammlung und ihren Fischen. Ein neues Schulprojekt soll sie nochmal mehr auf Trab halten: Babys mit künstlicher Intelligenz sollen das Leben mit Kind simulieren.
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    Die "Familie" gründet sie mit Sergej, in den sie sich verliebt. Ihre Väter bekommen so halb alles mit, das Projekt, den neuen Freund und das übliche Chaos, trotzdem muss Barnie viel für sich selbst erkennen und entscheiden, was wirklich wichtig ist. 
    
    Der Einstieg in das Tagebuch wirkte etwas aufgesetzt und Barnie wie jeder genervte Teenager. Jedoch wird das Tagebuch mit dem Verlauf immer authentischer und man lernt ein junges, leicht verwirrtes, jedoch sehr schlaues Mädchen mit einer eigenen Persönlichkeit kennen, zusätzlich ist sie auch einfach lustig. Es ist schön zu lesen, wie selbstverständlich für sie der Alltag mit zwei Vätern ist, trotzdem werden die einhergehenden Schwierigkeiten von Außen nicht ignoriert. Die Idee, die Story um das Baby-Projekt herum zu spinnen, kommt dem Tagebuch zu Gute, denn es wird alles außer langweilig.
    
    Raphaela Brosseron

    Bernadette, genannt Barnie, hat eine beeindruckende Radiergummisammlung, eine langjährige Freundin und zwei Väter. Von denen bekommt sie nicht das gewünschte Pad, sondern nur ein Notizbuch und sie weigert sich dieses als Tagebuch zu nutzen.
    Ihr leiblicher Vater, den sie Papa nennt, ist mit einem Amerikaner, den sie Dad nennt, verheiratet. Die beiden sind ein normales Paar, das sich um ihre Tochter sorgt, sich liebt, aber dass sich auch streitet. Sie mühen sich um Umweltschutz und gesunde Ernährung.
    Die Lehrerin, deren wallende grau-beige Kleidung sicher jeden von uns an eine eigene Lehrerin denken lässt, berichtet der Klasse von einem Projekt an der die Klasse teilnehmen wird. Jeweils zwei Schüler*innen sollen sich um ein Baby kümmern. Einen kleinen Computer aus Plastik, der in der Lage ist Gefühle zu erzeugen. So kommt es zu unterschiedlichen Konstellationen. Als der Nachbarssohn Sergej mit Barnie zusammen ein Kind versorgen möchte, leidet ihre Freundschaft zu Finja sehr. Aber hat Sergej nicht so wunderschöne Augen?
    
    Es ist spannend zu beobachten, wie sich die Dreizehnjähren durch dieses Projekt verändern und reifen. Sie bekommen wenig Schlaf und auch ihre Hobbies müssen unter der Elternschaft leiden.
    
    Eine gefühl- und humorvolle Geschichte über die ersten und anderen Lieben, über Eltern-sein und über Regenbogenfamilien. Aber auch über Toleranz und Verständnis. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Blütenschwestern

    Blütenschwestern

    Andrea Behnke

    Mele Brink

    Edition Pastorplatz

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Vor mir liegt ein liebevoll gestaltetes Buch. Das Cover zeigt die beiden „Schwestern“. Reni, die gerne zeichnet und Lilja, die gerne und gut turnt. Die Seiten des Buches sind in wechselnden Pastelltönen eingefärbt und ein Lesebändchen vervollständigt das Ganze.
    So viel zum Äußerlichen, begeistert hat mich natürlich auch der Inhalt. Ganz vorne werden Lilja und ihre Mutter vorgestellt, ein Bild zeigt die beiden mit einer Hortensie. Die Mutter ist nämlich Blumen-Fotografin. Deshalb bleiben die beiden im Sommer zu Hause und die Mutter macht tolle Fotos von den Blumen im Garten.
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    Nun ist Lilja schon traurig, weil ihr Papa ausgezogen ist und jetzt hat ihre Mutter noch ein anderes Mädchen eingeladen, weil deren Mutter, eine Freundin von Lilijas Mutter, zur Reha muss. 
    Verzweifelt weint Lilja in ihrem Zimmer, bis Mama zu ihr kommt und sie auf den Schoß nimmt und tröstet. Trotzdem holen sie Reni am nächsten Tag vom Zug ab und die beiden Mädchen müssen sich Liljas Zimmer teilen. 
    Trotz ihrer unterschiedlichen Begabungen nähern sich die beiden im Laufe der Ferien an und werden zu Freundinnen oder, wie es im Titel heiß zu Blütenschwestern.
    Die Geschichte wird mit viel Verständnis und Gefühl für Liljas Situation erzählt, Was besonders gut herüberkommt, da sie auch die Erzählerin ist. Deshalb können wir ihre Beweggründe gut nachempfinden. Da würde ich auch eifersüchtig, wenn ein Mädchen einzieht, das ich nicht kenne und das so schöne Blumen malt. 
    
    In dem Buch gibt es viele Bilder der beiden Mädchen, mir gefällt besonders die Dynamik der Bilder und wie schön sie die Gefühle wiedergeben. 
    Ein wundervolles Buch, das zeigt, dass man auch negative Gefühle zum Positiven wenden kann und dass eine Freundin sehr wertvoll ist. 
    
    Dagmar Mägdefrau