• Der tanzende Direktor – Lernen in der besten Schule der Welt

    Der tanzende Direktor – Lernen in der besten Schule der Welt

    Verena Friederike Hasel

    Kein & Aber

    Erzählendes Sachbuch für Erwachsene

    Wenn ich es entscheiden dürfte, würde ich dieses Buch jedem Lehrer an die Hand geben und hoffen, dass es dann eine kleine Schulrevolution gibt und gefordert wird das unsere Schulen nach neuseeländischem Vorbild umgestaltet werden.
    Dieses Buch beschreibt den Schulalltag am anderen Ende der Welt so friedlich und liebevoll, dass man sich fragt, warum ist Schule nicht überall so? Es liegt nicht daran, dass dieses kleine Land  mit nicht mal 5 Millionen Einwohnern keine Probleme hätte.

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    Aber man hat sie schon in den 1980er Jahren angepackt. Man hat vieles geändert, wie zum Beispiel die Finanzierung. So darf jede Schule Geld verwalten und kann Hilfprojekte für die Schüler selbst entscheiden. Die Gelder werden auch unterschiedlich verteilt, so bekommen Schulen in armen Vierteln mehr, die in reichen Gegenden müssen durch die Eltern unterstützt werden.
    In den Klassen, die wie Wohnzimmer eingerichtet sind, werden bis zu 50 Kinder von mindestende zwei Lehrern unterrichtet. Zwei Kollegen, die sich ergänzen und unterstützen. Es wird getanzt und gesungen, ein Thema wird als Projekt in allen Fächern besprochen. Dazu gehören Experimente und Erfahrungen in der Natur. Beim Schreiben ist es wichtig die Wörter zu lieben und immer neue Wörter für einen Begriff zu finden. „Wir müssen den Kindern einen Grund geben zu schreiben.“ Beim Rechnen geht es mehr um die verschiedenen Lösungswegen, als um das Ergebnis. „Mathematik ist Detektivarbeit.“
    Aber was viel wichtiger ist, Fehler werde als gut empfunden, auch Lehrer machen Fehler und sie geben es zu, damit die Schüler sich nicht schlecht fühlen.

    Es gibt ein landesweit verbindliches und verständliches Curriculum, das die Schlüsselkompetenzen festgelegt „Denken, Symbole und Sprache benutzen, zu anderen in Beziehung treten, einen Beitrag leisten und sich selbst managen.“ Den Kindern werden Werte, wie Respekt und  Resilienz vermittelt und Whanaungatanga, das bedeutet „für andere zu sorgen, weil ihr Geschick untrennbar mit dem eigenen verbunden ist.“

    Wissenschaftler erarbeiten Ideen für Schüler, Lehrer werden im Unterricht geschult, Ideen werden landesweit übernommen und mir scheint, die Lehrer haben Freude an ihrer Arbeit. Ich würde mir sehr wünschen, wenn es hier auch ein wenig davon gäbe. Unsere Kinder würden glücklicher zur Schule gehen, besser lernen und dadurch zu selbstbestimmten Erwachsenen werden. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Die Honigbiene

    Die Honigbiene

    Kirsten Hall

    NordSüd

    Verlagssempfehlung ab 4 Jahre

    Schon auf dem Cover strahlen mich die Farben an, die Blätter glänzen goldbraun. Die erste Doppelseite ist in Sandtönen gehalten, die Blüten haben ein leuchtendes gelb-orange. Weiter geht es mit vielen einfach gezeichneten Blumen, wieder dominiert diese strahlende Farbe. Zuerst hört man sie „Sie kommt, sie summt, sie brummt“ dann ist sie da, ganz groß, die Biene.

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    Schnell findet sie eine Blüte, die wieder in diesem besonderen strahlenden Ton gemalt ist. Dann fliegt sie zu verschiedenen Blüten und der Pollen bleibt gelborange an ihren Beinen kleben. „Flattern, Fliegen, Nektar kriegen.“ Eine wunderschöne einfache Sprache, die alles erklärt und deren Text sich meist reimt. „Und sie dreht ihre Runden, Stunden um Stunden“. Ihr Zuhause ist ein Bienenstock, der an einem Baum hängt. Hier informiert sie die anderen Bienen über ihren Fund. Die Bienen im Stock verarbeiten den Nektar zu Honig. Alles wird genau mit wenigen Worten beschrieben und durch die anschaulichen Bilder erklärt.

    Ein Buch mit kurzen schönen Texten, wunderschön gestalteten Bildern und trotzdem informiert es als Sachbuch. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Dunkles Gold

    Dunkles Gold

    Miriam Pressler

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    1349 ist zu befürchten, dass die Pest sich weiter in Europa ausbreiten wird und natürlich wird den Juden die Schuld daran gegeben. Deshalb will Kalman von Wiehe mit seinen Kindern Rachel und Joschua nach Polen fliehen. Der polnische König hat den Juden Schutz angeboten. Vorher verstecken sie all ihre Reichtümer einschließlich eines wertvollen Hochzeitrings im Keller hinter einer Mauer. Die Geschichte handelt von der Flucht als christliche Bauern, aber nur Rachel erreicht ihr Ziel, die Stadt Krakau.

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    Auf der Reise erfährt sie, dass es in Erfurt alle Juden ermordet wurden. Da ein reicher Jude gefährlich lebt, beschließt Rachel den Schatz nicht mehr zu erwähnen und so bleibt er Jahrhunderte verschollen. 

    Erst 1998 wird er bei Grabungsarbeiten gefunden und ist heute in Erfurt zu besichtigen. Laura, die Tochter der Historikerin weiß durch ihre Mutter viel über den Schatz und das Mittelalter. Da sie gut zeichnen kann beschließt sie ein Graphic Novel über die Geschichtes Rachels zu schreiben. Dazu fehlen ihr Informationen aus dem jüdischen Leben. Sie wendet sich schließlich an Alexej und erfährt durch ihn, dass er als Jude immer noch nicht problem- und gefahrlos in Deutschland leben kann. Seine Familie ist vor den Nazis nach Russland geflüchtet und auch seine Familie hat einen Schatz gesessen.

    So erzählt Miriam Pressler diese beiden Geschichten, fein ineinander gewoben, in diesem Buch und wir erfahren, wie das Leben im Mittelalter aussah und wie sich heutige Juden in Deutschland fühlen. Da gibt es viele Missverständnisse und Fettnäpfchen. Aber die zarte Liebe der beiden jungen Menschen lässt auch hoffen. Zumindest die beiden Familien haben Freundschaft geschlossen. 

    Miriam Pressler hat diese Geschichte in schönen Worten erzählt, es gab Spannung, Information und viel Gefühl. Probleme zwischen Mutter und Tochter, eine junge Liebe und viel Hoffnung auf ein friedliches Miteinander.
    Es ist wohl das letzte Buch, dass ich von dieser großartigen Autorin in Händen halte. Und es ist wieder eines ihrer Bücher, das noch lange in unseren Köpfen und Herzen sein wird.

    Dagmar Mägdefrau  

  • Wenn Worte meine Waffe wären

    Wenn Worte meine Waffe wären

    Kristina Aamand

    Illustriert von Frauke Schneider und Sune Ehlers

    Übersetzt von Ulrike Brauns

    Dressler

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2019

    „Zine“ bedeutet auf Deutsch Magazin und Scheherazade, ein siebzehnjähriges arabisches Mädchen, nutzt diese Form für ihre schriftstellerischen Arbeiten. Im Buch sind immer wieder diese kleinen Werke eingestreut. In einer akkuraten Handschrift, versehen mit Bildern, die aus Zeitschriften eingefügt wurden, ergänzen sie den Text des Buches hervorragend.

    Scheherazade lebt mit ihren Eltern in einem Stadtteil von Kopenhagen, der ausschließlich von Moslems bewohnt wird.  Hier in diesem Ghetto sieht jeder, was der andere tut und jeder hat das Rechts sich moralisch über den anderen zu erheben. Leben die Kinder nicht nach den strengen Regeln, haben die Eltern in der Erziehung versagt und werden mit an den Pranger gestellt.

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    Scheherazades Vater war Dichter und Jonaslist in einem arabischen Land, dort haben die Eltern ein sehr freies Leben geführt. Doch dann wurden die Texte angefeindet und der Vater musste für drei schreckliche Jahre ins Gefängnis, danach gelang der Familie die Flucht nach Dänemark. Doch der Vater kann sich nicht von seinem Trauma befreien, immer wieder schaut er sich den Krieg und das Elend im Fernsehen an. Das macht ihn aggressiv, auch gegenüber der Familie. Nach einem schlimmen Wutanfall kommt er ins Krankenhaus. Bei einem Besuch begegnet  Scheherazade Thea, einer Dänin, die ihre Mutter, die sich plötzlich nicht mehr bewegen kann, besucht.

    Als Scheherazade bei Thea übernachtet kommt es zum Sex. Scheherazade ist entsetzt und kann sich die Reaktion ihrer Mutter vorstellen. Trotzdem zieht es sie immer wieder zu Thea. Wie erwartet, ist die Mutter voller Ekel und Unverständnis und wirft ihre Tochter raus.

    Scheherazade ist am Anfang eine kopftuchtragende angepasste Muslime und entwickelt sich im Laufe des Buches zu einer freien jungen Frau, die eine andere Frau liebt, mit offenem Haar. Unterstützung findet sie nicht nur bei ihrer Freundin und einer Selbsthilfegruppe, auch ihr Vater hilft ihr dabei.

    Das Buch erzählt nicht nur die Geschichte von Scheherazade, es werden auch andere Schicksale aufgezeichnet. Besonders der Einblick in den eigenen kleinen Kosmos dieser Menschen, zeigt, warum so vieles falsch läuft mit der Integration. Da kommt es zu Bespitzelung und  Denunziation, da versucht jeder sich am Leid der anderen zu ergötzen, damit der Fokus nicht auf die eigenen Probleme fällt. Wie ist es möglich als Mutter seinen Kind zu sagen „Du bist nicht mehr meine Tochter“?

    Ein Buch, das mich sehr bewegt hat und das ich sehr empfehlen kann.

    Dagmar Mägdefrau

  • Dies ist keine Liebesgeschichte

    Dies ist keine Liebesgeschichte

    Don Zolidis

    Dressler

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Ich war zufällig mal in Wisconsin und deshalb war mir einiges nicht so fremd. Ich habe aber keine Ahnung von dem Spiel „Dungeons-&-Dragons“ und in dem Buch geht es häufig um dieses Thema. Da das Buch im Jahr 1994 in einem unbedeutenden Ort in den USA spielt, kann ich mir kaum vorstellen, dass ein Jugendlicher heute viel mit diesem Buch anfangen kann. 

    Die Geschichte wird uns von dem siebzehnjährigen Craig erzählt. Er ist ein Nerd, spielt mit seinen Freuden ständig „Dungeons-&-Dragons“ und liest lange russische Romane. Er hat eine Zwillingsschwester, die Leichtathletik macht und beliebt ist und seine Eltern benehmen sich eigenartig.

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    Die Arbeitslosigkeit des Vaters bringt viele finanzielle Probleme mit sich. Es geht um das letzte Jahr auf der High School, wie in so vielen amerikanischen Büchern. Es hat sowas wie eine Beziehung von der hübschen Amy, die Legasthenikern  und Schulsprecherin ist, von ihren Eltern adoptiert wurde und deren Mutter Krebs hat. 

    Um Craig zu schützen macht sie  insgesamt sechs Mal mit ihm Schluss, die ersten Male verbringt Craig in tagelanger Trauer. Trotzdem glaubt er sie zu lieben und er möchte sie beschützen und für die da sein. Leider kann er nicht immer das sagen, was er denkt, dadurch stockt die Beziehung auch immer wieder. 

    Ich habe mich ein wenig durch die 360 Seiten gequält, ich wartet aufgrund des Klappentextes (Amys düsteres Geheimnis) immer auf etwas besonderes. Aber das Buch plätschert vor sich hin und für mich machte es keinen wirklichen Sinn. Dazu kam, dass das Buch nicht chronologisch erzählt wird und ich manchmal überlegen musste, von welcher Trennung nun erzählt wird.  Mir ist unklar, weshalb Bücher die so wenig mit der heutigen Zeit und unserer Gesellschaft zu tun haben aus Amerika „importiert“ werden. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen

    Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen

    Steven Herrick

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 13 Jahre

    Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2019

    Wie schon bei dem ebenfalls ausgezeichnete Buch „Wir beide wussten, es war was passiert“ sind auch hier die Texte in Gedichtform gedruckt. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten und beschreiben eine Kindheit in den Sechzigern des vorigen Jahrhunderts in Australien. Die Brüder Harry und Keith leben mit ihrem Vater in einem Holzhaus, das braun, schäbig und trist ist. Jeden Nachmittag, wenn der Vater von der Arbeit kommt schneidet er eine Wassermelone auf und isst sie mit den Söhnen.

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    Die Mutter starb vor einigen Jahren und immer Mittwochs Nachmittags kommt Tante Alice mit Kuchen. Linda ist Harrys Freundin, die unter unklaren Umständen im Fluss ertrinkt. Harry verehrt Miss Spencer aus der Entfernung und als sie von Wayne geschwängert wird, verlässt sie den Ort. Daraufhin wirft Harry Waynes Scheiben ein. Mit Waynes Bruder Johnny ist Harry befreundet und die beiden eint die Liebe zu der toten Linda.  Dazwischen gibt es alltägliche Episoden und einige Rückblicke und am Ende entsteht doch ein Bild von der Kindheit und Jugend in einem kleinen australischen Ort an dem jeder jeden kennt.

    Das Buch ist auf eine sehr poetische Art geschrieben, es gibt durchaus Gewalt, so verliert der Vater auf der Arbeit einen Finger, und Streit, aber der Text plätschert ruhig weiter. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Abgefahren

    Abgefahren

    Dirk Pope

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Das Buch führt uns von Essen-Vogelheim ab Passau an der Donau entlang bis zur Mündung ans Schwarze Meer. Der dicke Viorel bringt seine tote Mutter im Kofferraum des Corsa in ihre Geburtsstadt. Der Siebzehnjährige fährt ohne Führerschein und mit wenig Geld ins Ungewisse. Er hat nur die Adresse eines Onkel, mit dem die Mutter aber lange keinen Kontakt hatte. Er lebt in Essen allein mit seiner berufstätigen Mutter in einer kleinen Wohnung und er weiß nicht viel von seiner Mutter.

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    Er kennt weder ihre Familie noch ihre Lebensumstände, die dazu geführt haben, dass sie jetzt in Deutschland lebt. Er weiß nur, dass seine Mutter in Rumänien begraben werden möchte. Viorel nimmt einen Anhalter mit, der dunkel gekleidet mit einem großen Seesack bei ihm einsteigt. Er erzählt ihm unheimliche Geschichten aus seiner Heimat. Durch eine eigenartige Situation kommt dieser Mann zu Tode. Nach einer Verfolgungsjagd, wird die Leiche aus dem Auto gestohlen, die tote Mutter bleibt aber im Kofferraum. So fährt Viorel weiter und lernt eine Nachbarin des inzwischen verstorbenen Onkels kennen. Zusammen mit ihr und ihrer Enkelin geht es weiter die Donau hinab vorbei an Draculas Schloss. Nach vielen Verwirrungen und Zufällen gelingt es dem jungen Mann seine Mutter zu begraben.

    Das Buch fasziniert durch seine Sprache. Wenig wörtliche Rede, aber viele Gedanken, die sich verselbstständigen. „Er gehört nicht zu den Menschen, die sich interessant genug finden, dass sie es länger mit sich selbst aushalten.“  ist  ein sehr interessanter Satz. 

    Manchmal wird es aber auch sehr geschwätzig. Keine Ahnung, ob der Anhalter Dracula war? Aber kann ein dicker Junge so lange ohne Schlaf und lange ohne Nahrung auskommen? Auch, dass seine Fahrkünste nach drei Fahrstunden der weiten Strecke unauffällig bei sind. Diese Dinge sollten aber wohl nicht zu den eigentlich wunderlichen Begebenheiten dieses Buches gehören. Für mich machte alles wenig Sinn, vielleicht bin ich wieder zu realistisch?

    Dagmar Mägdefrau

  • Wenn der Frühling kommt – Ein Abenteuer mit Matz, Fratz und Lisettchen

    Wenn der Frühling kommt – Ein Abenteuer mit Matz, Fratz und Lisettchen

    Kazuo Iwamura

    Rose Pflock

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Die Zeichnungen des japanischen Illustrators sind mit leichter Feder und sanften Farben angelegt. im Frühling machen sich die Freunde Matz, Fratz und Lisettchen auf und suchen den letzten Schnee. Sie stellen aber fest, dass auch der letzte Schnee bald schmilzen und in den Bach laufen wird. Und sie haben die unheilvolle Idee auf einen Baumstamm zu springen den sie im Bach sehen.

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    „Du liebe Zeit – wie winzig klein sind hier die drei – und wie allein! Dazu sieht man den großen See und das winzige Floß der Eichhörnchen. Zum Glück werden sie von den Enten gerettet und so endet die Geschichte mit einem schönen Picknick am See.

    Ein rundum liebevoll gestaltetes Bilderbuch, nicht nur die Bilder auch die Reime sind sehr schön.

    Dagmar Mägdefrau

  • Perlinchen – Mein größter Schatz

    Perlinchen – Mein größter Schatz

    Natascha Ochsenknecht

    Bianca Faltermeier

    Boje

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Große Köpfe, große Augen, kräftige Farben, die optische Ausrichtung niedlich. Hier haben wir es mit einer ganzen Reihe von Käfern zu tun. Perlinchen ist ein Marienkäfermädchen mit „pinken Flügelchen und silbernen Glitzerpunkten.“ Sie trägt ein Armband, das ihr Oma-Mutti Perle geschenkt hat. „Das verleiht ihr Zauberkräfte und soll sie beschützen.“

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    Die Aufregung ist groß „Ein Schatz ist gestohlen worden.“ Dann geht Perlinchen mit ihren Freunden los und versucht zu erkunden, welcher Schatz gestohlen wurde. Sie besucht einige andere Käfer, die ihr aber versichern, dass sie ihren Schatz noch haben. Da handelt es sich nicht direkt um wertvolle Dinge im eigentlichen Sinn. Die Käfer, wie der Floh Autsch oder Lora Lämpchen, die Glühwürmchenfrau sind schon sehr passend gezeichnet. Am Ende ist der Schatz ein Glitzerdiamant, der einer alten Maikäferdame gestohlen wurde, aber der Dieb ist reumütig und so geht alles gut aus.

    Hier sehe ich Parallelen zum Buch „Der größte Schatz der ganzen Welt“ und auch die Namensgebung ist nicht neu.

    Dagmar Mägdefrau

  • Eléctrico 28 oder wie Amando die Liebe fand

    Eléctrico 28 oder wie Amando die Liebe fand

    Davide Cali

    Magali de Huche

    Knesebeck

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Amadeo fährt die bekannte Straßenbahn in Lissabon. Von der selbst wir, die wir nie da waren, wissen, dass sie durch die Kurven und Hügel der portugiesischen Hauptstadt fährt. Amadeo liebt es Paare zusammen zubringen. Dafür nutzt er drei Manöver. Er bremst am Hügel und schießt dann plötzlich nach vorn,  er beschleunigt in der Kurve oder er bremst, wenn eine junge Frau aussteigen möchte.

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    Immer endet sein Trick mit dem Kuss eines Paares. Nachdem Amadeo in Rente ist, fährt auch er mit der Straßenbahn und stellt fest, auch sein Nachfolger beherrscht die Tricks und so kommt es, dass auch Amadeo am Ende eine schüchterne  Frau küsst. 

    Für mich ist das Bilderbuch nicht unbedingt für Kinder gemacht. Schon der Gedanke, dass fremde Männer mich, wenn die Bahn in die Kurve fährt küssen würden…. Sicher werden Lissabon Reisende Spaß an schönen Bildern haben und sich an ihren Urlaub erinnern.

    Dagmar Mägdefrau

  • Mika und der Wächter des Lichts

    Mika und der Wächter des Lichts

    Lucy Haien

    BoD

    Leseempfehlung ab 8 Jahre

    Mika kann es zunächst nicht glauben, aber etwas stimmt da nicht zu Hause. Erst ist es nur ein übler Geruch, der immer wieder auftaucht, doch dann sieht er ein Gespenst in seinem Zimmer. Nein, diesmal ist es kein Traum. Gut, dass er seinen Freund Tom eingeladen hat bei ihm zu übernachten. Der Geist Gregor hat früher in diesem Haus gewohnt und ist in einem Teller Erbensuppe verschieden. Nun geistert er herum und läd die beiden in die Stadt ins Theater ein, wo eine Gruppe Geister ein Stück probt. Da spielt ein Mädchen mit, dass er sehr liebt. In den Nachrichten wird tagelang über eine Bande berichtet, die in der Stadt Schaden anrichtet. Gemeinsam will man hier Detektiv spielen. Leider ist ein Geist ein Verräter, Dafür stelt sich heraus, dass Becci gerne mit Gregor zusammen sein möchte. 

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    Gemeinsam können die Freunde die dunkle Bande besiegen und damit ist der Weg für die Geister frei und sie können in Jenseits wechseln. Gregors übler Geruch verschwindet und er bleibt zunächst auf dieser Welt. Sicher werden wir noch von ihm hören.

    Mika hat ein ganz Problem mit seiner nervenden kleinen Schwester und auch da können die Geister helfen.

    Für mich ist nicht alles ganz schlüssig in diesem Buch, ich finde, auch fantastische Geschichten sollten logisch aufgebaut sein. Manchmal schweift die Autorin ab und aus. Trotzdem ist es eine tolle Idee und das Buch zeigt, dass Freunde viel erreichen können. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Tagebuch eines Möchtegern-Versagers

    Tagebuch eines Möchtegern-Versagers

    Luc Blanvillain

    KJB

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2018

    Der Anfang war etwas zäh, aber dann wurde es doch noch richtig spannend. Nils, eine hochbegabtes Kind, dass von seinen Eltern rund um die Uhr gefördert wird, wechselt auf eine Eliteschule. Aber er nimmt sich vor zu versagen. Die kluge Mona und Basile, der eigentliche Versager werden schnell seine Freunde. Zusammen verbringen sie ihre Schulzeit. Nils ist verliebt in Mona und er hat ein schlechtes Gewissen, weil er sie belügt. Sie läd ihn zu sich ein und gibt ihm Nachhilfe. 

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    Nils hält alles in seinem Tagebuch fest. Im Laufe der Zeit und mich Unterstützung einer Kinderpsychologien bekommt Nils zu Hause immer mehr Freiheiten. Damit wird sein Leben das eines normalen Kindes. Ein Mathewettbewerb bringt die Wahrheit ans Tageslicht, bringt aber auch die Freunde auseinander. Aber durch die Hilfe verschiedener Leute geht am Ende alles gut aus. 

    Nils benutzt in seinem Tagebuch Worte, die ich erst mal googlen müsste, ich habe sie einfach überlesen. 

    Ein Buch mit lustigen Begebenheiten und vielen Wendungen, die anders geplant waren. Eltern, die nur ein Ziel sehen, ihr Kind zu fördern und einem unsympathischen Mathelehrer, dem wider erwarten Gefühle wichtig sind.

    Dagmar Mägdefrau

  • Und plötzlich war Frau Honig da

    Und plötzlich war Frau Honig da

    Sabine Bohmann

    Joëlle Tourlonias

    Planet!

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Da steht plötzlich, gelb gekleidet, ein Kindermädchen vor der Tür des alleinerziehenden Vierfach-Vaters. Er ist mit Tomatensoße bekleckert und kann deshalb nicht verhehlen, dass er überfordert ist. Kochen kann er nur Spagetti mit Tomatensoße und auch das ist nicht schmackhaft. Die weitere Ernährung der Kinder erfolgt über Bringdienste. 

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    Schnell stellt sich heraus, dass Frau Honig zaubern kann. So wird der Teppich zum fliegenden Teppich, der Hugo und später auch Betty zum Zähne putzen befördert. Sie kennt die Vorlieben der Kinder, weiß ihre Lieblingsfarben und was sie gerne essen.

    So ist der fünfjährige Hugo, der zunächst große Bedenken gegen das Kindermädchen hat, begeistert über die Unternehmungen mit Frau Honig. Betty, der achtjährige Tollpatsch hilft Frau Honig begeistert bei der Versorgung ihrer Bienen. Und für Bettys Pechvogel hat sie auch schon einen Lösung, er fliegt im Herbst mit den anderen Zugvögeln davon.Die zwölfjährigen Zwillinge machen es Frau Honig schon etwas schwerer. Camilie hilft sie über eine zu frühe Liebe hinweg, nur Theo vom Computer wegzulocken bedarf schon einiger Tricks. 

    Als Frau Honig mit ihren Bienen die Familie verlässt, haben alle begriffen, wie wichtig das Miteinander ist und das alles auf eine zauberhafte Weise.

    Es wäre wundervoll, wenn es in den Familie, die sich so entfremdet haben eine Frau Honig auftauchen würde und den Kindern das spielen und staunen zurück brächte. Aber auch die Eltern würden lernen, dass Geld verdienen und der Erfolg im Beruf nicht wichtiger als die Kinder sein kann. Ich hatte beim Lesen oft ein seliges Lächeln auf den Lippen und mehr kann ein Buch kaum bewirken.

    Dagmar Mägdefrau

  • Modermoor Castle-Die Jagd nach dem verschwundenen Löffel

    Modermoor Castle-Die Jagd nach dem verschwundenen Löffel

    Chris Priestley

    Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Das ist schon ein schräges Buch, dass der englische Autor mit Bleistiftzeichnungen bebildert hat. „Modermoorcastle“ schon der Name lässt nichts Gutes ahnen und auf dieser Schule gibt es nur eigenartige Gestalten. Zunächst lernen wir in einer Bildergallerie die Erwachsenen kennen. Sehr eigenwillige Gestalten, aber auch die Schüler stehen dem in nichts nach. Es handelt sich um eine Schule „für die nicht besonders hellen Kinder aus nicht besonders reichem Hause“, also echte Looser.

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    Mufford und sein Freund Sponge landen bei der Suche nach dem Verschwundenen Löffel, ein Exponat aus der schulischen Vergangenheit, mittels einer Zeitmaschine in der Vergangenheit. Und man muss sehr aufpassen, denn hier treffen die Jungen aus der Gegenwart auf ihr Ebenbild in der Vergangenheit. Letztendlich kommt die Geschichte, dank mehrfachen Wechsels der Zeiten zu einem guten Ende. Aber da müssen noch Wehrwölfe bekämpft werden und die Frage nach dem Wikinger im Ha-Ha beantwortete werden.

    Mir kommt das Buch schon sehr englisch vor und man braucht, glaube ich, einen besonderen Humor beim Lesen. An manchen Stellen, weiss ich auch nicht, ob es politisch korrekt ist, aber sicher ist das so gewollt.

    Dagmar Mägdefrau

  • Bo sieht Gespenster

    Bo sieht Gespenster

    Harmen van Straaten

    Freies Geistesleben

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Weil die Mutter sie verlassen hat müssen Bo und sein Vater in ein altes windschiefes 

    Haus ziehen das den Ruf hat, dass es dort Gespenster gibt. Frau Gruselpudding und ihre zwei Gehilfen tun alles, damit die beiden wieder ausziehen. Hilfe findet Bo von einem Gespensterjungen, der aussieht wie er, aber schon 400 Jahre in diesem Haus spukt. Die Gebeine aller Gespenster liegen auf dem angrenzenden Friedhof und wenn sie dort wegmüssten, lösen sich auch die Gespenster auf.

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    Die beiden finden eine Lösung, die für alle, außer den Gaunern, als gut erweist und Bos Vater muss einsehen, dass es doch Gespenster gibt.

    Die Kapitel sind kurz und in großer Schrift ideal für Leseanfänger, sicher eignet es sich auch vorher schon zum Vorlesen. Die Federzeichnungen erinnern etwas an “ Nightmare before Christmas“. 

    Dagmar Mägdefrau 

  • Ninjago-Der Herr der Wünsche

    Ninjago-Der Herr der Wünsche

    AMEET

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahren

    Der Herr der Wünsche

    Das Buch ist toll aufgemacht , das Cover mit einem 3D-Effekt. Die Bilder der Lego-Ninjago-Figuren untermalen den Text, wenn es nicht stört, dass ein Schokoladeneis rosa-blau ist.

    Die Schrift ist groß und gut zu lesen. 

    Im ersten Kapitel finden wir die Aufzeichnungen des Meister Wu. Leider war das für mich, als völliger Laie auf diesem Gebiet keine ausreichende Erklärung.

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    Zunächst bekommen alles guten Ninjas einen Doppelgänger, der ihre Person in eine schlechtes Licht rückt. Die bisher gefeierten werden jetzt von der Polizei gesucht. Einer dieser Doppelgänger wird durch die Aufzählung eines ekeligen Menüs vertrieben.

    Der böse Dschinn Nadakhan, holt seine berüchtigte Piratenmannschaft zusammen und diese sollen das Schiff zum fliegenden Schiff umwandeln. Zunächst bauen sie hölzerne Flügel, dann versuchen sie es mit Ballons und zum Schluss sehen sie ein Flugzeug und bauen einen gestohlenen Motor an ihr Schiff. Diese Geschichte umfasst ein ganzes Kapitel und hat für mich kein schlüssiges Ende. Das nächste Kapitel beginnt mit dem Satz „Nadakhans Rachepläne hatten schließlich Erfolg“ ohne eine Erklärung warum und wieso?

    Ich muss einfach zugeben, dass ich mit Sätzen wie “ Nadakhan hatte nun unendlich viele Wünsche und er nutze sie, um die Ninjas festzunageln, während er seine Braut in Schaf versetzte.“ nichts anfangen kann. Für mich ergeben sie keinen Sinn. 

    Ich bin davon überzeugt, dass Kinder, die mit den entsprechenden Lego-Figuren spielen hier in die Welt der Ninjago abtauchen können. Ich finde trotzdem könnten die Texte mehr Niveau haben und logischer aufgebaut sein.

    Dagmar Mägdefrau

  • Ghostkids-Spuk in London

    Ghostkids-Spuk in London

    Stefan Schwinn

    BVK LESEwelten

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    Spuk in London

    Die drei Schüler der Geisterakademie in Cambridge werden überraschend als Ghostkids nach London geschickt um eine Halloweenparty zu „besuchen“. Sie leben an den selben Orte wie die Menschen und müssen mit einem Transporter, in ihrem Fall eine Truhe, in die menschliche Parallelwelt wechseln. Am Ende ihrer Mission müssen sie mit diesem Transporter auch wieder zurück.

    Es gelingt ihnen zwar, die Party zu sprengen. Vor so viel Spuk  gruselt es die Menschenkinder dann doch. Da sich Foggy nicht an die Regeln hält, werden die drei Freunde für die Kinder sichtbar. Also alles in allem eine riesige Katastrophe und als dann noch die Truhe verschwindet, scheint alles aus.

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    Nachdem dann noch ein Verbrechen gelöst wird, nimmt alles doch noch ein gutes Ende und die drei Geister können ihren Lehrern versichern, dass Halloween doch ein schöner Brauch ist.

    Simpel gestrickte Geschichte, mit vielen Ecken und Kanten. Gehört zu der Sorte Bücher: „Besser das, als gar nicht lesen“.

    Dagmar Mägdefrau

  • Frau Wolle und der Duft von Schokolade

    Frau Wolle und der Duft von Schokolade

    Jutta Richter

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    Die alleinerziehende Krankenschwester muss zukünftig in Nachtschicht arbeiten und deshalb sucht sie für ihre Kinder eine Nachtfrau. Es meldet sich ausgerechnet Elfriede Wolkenstein die Inhaberin des schwarzen Ladens, an dem die Kinder schnell vorbei laufen, weil er die Kinder verschlingt. Nachts haben Merle und Moritz immer der Stimme ihres Vaters aus dem Weltempfänger gelauscht.  Elfriede Wolkenstein ihnen am Abend Kakao mit Sahne und danach müssen beide ins Bett. Doch in der Nacht geschieht etwas unheimliches, die  Zimmertür führt in die Murkelei. Von diesem Land hat ihnen ihr Vater immer erzählt, ein gefahrenreiches Land. Dort wohnen die Spitzzahntrolle, die die Kinder zwingen wollen Schokolade zu essen, damit sie sich ebenfalls in Trolle verwandeln. Zum Glück liegen die Geschwister am nächsten Morgen wieder in ihrem Bett, stellen aber fest, dass das kein Traum war und Gesine Wolkensteingenau weiß, was geschehen ist. Sie ist es auch die den Kindern Tipps gibt, damit sie ihre Abenteuer in der Murkelei gut überstehen. Das Buch endet mit einem Schild „Fortsetzung folgt“ und auf diese Fortsetzung bin ich schon sehr gespannt.

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    Jutta Richter hat sich an ihre Kindheit erinnert, in der ihr Vater Falladas „Geschichten aus der Murkelei“ weitergesponnen hat. Ich finde sie hat dieses Fantasieland schön in diese moderne Geschichte eingebunden. Es ist schon sehr spannend und gefährlich, was die Kinder da nachts erleben. 

    140 Seiten umfasst das Buch, also für gute Erstleser leicht zu schaffen und die anderen müssen es sich vorlesen lassen. Spannend geschrieben mit Bildern, die die Geschichte gut begleiten. Ich fände eine vorläufiges Ende besser, so hat es was von Dailysoaps.

    Dagmar Mägdefrau