• Almas geheimer Garten – Mit dem Schinkenwurz zu Goethe

    Almas geheimer Garten – Mit dem Schinkenwurz zu Goethe

    Birgit Hedemann

    Südpol

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre zum Vorlesen ab 7 zum selber lesen

    Ein gebundenes Buch mit ansprechendem Cover zu einem günstigen Preis. Reichlich Bleistiftzeichnungen zur Erläuterung und eine große Schrift für die Leseanfänger.

    Auf den erste Seiten werden uns die Darsteller vorgestellt, Alma, deren Garten mit den alten Gemüsesorte zerstört wurde, Mette und Theo, die schon in den zwei Vorgängerbänden Samen aus der Vergangenheit geholt haben und Goethe und sein Sohn Gustel zu denen de beiden Kinder in diesem Band reisen.

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    Wobei Reisen nicht ganz der richtige Begriff ist. Die müssen etwa von der gesuchten Pflanze kauen, eine Amulett umgewickelt haben und den Tulpenbaum umarmen. Mit diesem Baum geht es dann in die Zeit zurück in der die Pflanze genutzt wurde. Hier ist es die Nachtkerze, die ich irgendwie im Zusammenhang mit Wechseljahren kenne. Aber zu Goethes Zeiten wurde die Blüte als Frucht gebraten verzerrt. Hier kennt man sie unter dem Namen Rapunzel oder Schinkenwurz. 

    Die ganze Geschichte ist total spannend aufgebaut, schaffen es die beiden wieder zurück? Schließlich gelingt das nur mit dem Samen der Nachtkerze und dann besteht noch die Gefahr, dass der Tulpenbaum gefällt wird, er steht dummerweise auf der verbotenen Straße.

    Obwohl man wegen der Spannung ganz schnell lesen muss, kann man in dem Buch viel über Weimar und Erfurt und die Zeit Goethes lernen. Eigentlich so nebenbei, ohne dass man es merkt.

    Ich bin gespannt, wo es die beiden noch hin verschlägt?

    Dagmar Mägdefrau

  • Edison-Das Rätsel des verschollenen  Mauseschatzes

    Edison-Das Rätsel des verschollenen  Mauseschatzes

    Torben Kuhlmann

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Das Buch lebt von seinen wunderschön gezeichneten Bilder. Liebevoll ist jedes Detail gestaltet und das Anschauen zaubert ein Lächeln auf unsere Lippen. Ich war sofort verliebt in diese kleine Mäuseschar. 

    Eine junge Maus bittet den Mäuseprofessor um Hilfe. Einer seiner Vorfahren ist mit einem Schiff im Atlantik versunken und dort soll noch der Schatz dieses Vorfahren liegen. Da wird zunächst in Zeitungen recherchiert, die schwimmenden Tiere beobachtet und bald sind die beiden dabei ein Unterseeboot zu bauen.

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    Schließlich war der Professor in jungen Jahren schon auf dem Mond (Band 2 „Armstrong“).  Natürlich finden sie auf dem Meeresgrund keinen Schatz aus Gold und Diamanten. Sie finden das Notizbuch der Erfindermaus, allerdings fehlen dort noch Seiten. Schnell kommen die beiden den fehlenden Seiten auf die Spur und erfahren, dass der Vorfahr die Glühbirne erfunden hat… oder hat er Edison auf die Idee gebracht? 

    Am Ende des Buches wird uns der menschliche Erfinder Edison vorgestellt. Aber es ist viel schöner zu glauben, dass eine kleine Maus unsere Welt erhellt hat.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der kleine Ritter Trenk und das Schwein der Weisen

    Der kleine Ritter Trenk und das Schwein der Weisen

    Kirsten Boje

    Barbara Scholz

    Oetinger-Verlag

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Ich muss feststellen, dass ich nicht ganz auf der Höhe der Zeit bin, denn ich lese zum ersten Mal ein Buch über den Ritter Trenk. Jetzt stelle ich fest, dass das ZDF eine ganze Serie des Ritters ausstrahl und dass es schon einige Bücher dieser Reihe gibt. Wundern tut mich das allerdings nicht. Ich hatte auch viel Spaß mit dem Buch und ich habe viel Neues über das Mittelalter erfahren.

    Bis Seite 55 gibt es eine Geschichte in der der Fürst den Stein des Weisen sucht und dem Finder wird er einen Wunsch erfüllen. Trenk und Thekla machen sich auf den Weg, aber schon bald stellen sie fest, dass der böse Ritter Werthold der Wüterich auch diesen Stein sucht und natürlich ist sein Wunsch besonders böse. Er will das Land und die Leute von Theklas Vater Ritter Hans überschrieben bekommen. Gut, dass die beiden cleveren Kinder eine Idee haben. 

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    Ich muss feststellen, dass ich nicht ganz auf der Höhe der Zeit bin, denn ich lese zum ersten Mal ein Buch über den Ritter Trenk. Jetzt stelle ich fest, dass das ZDF eine ganze Serie des Ritters ausstrahl und dass es schon einige Bücher dieser Reihe gibt. Wundern tut mich das allerdings nicht. Ich hatte auch viel Spaß mit dem Buch und ich habe viel Neues über das Mittelalter erfahren.

    Bis Seite 55 gibt es eine Geschichte in der der Fürst den Stein des Weisen sucht und dem Finder wird er einen Wunsch erfüllen. Trenk und Thekla machen sich auf den Weg, aber schon bald stellen sie fest, dass der böse Ritter Werthold der Wüterich auch diesen Stein sucht und natürlich ist sein Wunsch besonders böse. Er will das Land und die Leute von Theklas Vater Ritter Hans überschrieben bekommen. Gut, dass die beiden cleveren Kinder eine Idee haben. 

  • Das Flüstern des Orients

    Das Flüstern des Orients

    Franziska Meiners

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Die gemalten Blumenranken auf dem Cover kann man fühlen, das Buch ist schön gebunden und hat sogar ein Lesebändchen. Dadurch wirkt alles wunderbar hochwertig. 

    Die Bilder zu den Märchen sind ebenfalls liebevoll gestaltet, mit Ornamenten verzier. Manche Seiten sind farbig mit heller Schrift, sonst sind die Texte rot gedruckt. 

    Am Ende des Buches finden wir ein Wortverzeichnis, die aufgeführten Worte wurden im Text mit einem Sternchen versehen. Dann folgt eine Weltkarte, die uns erklärt, welche Länder zum Orient gehören. Auf einer goldenen Seite werden die „Märchen-Mitmachseiten“ angekündigt, hier gibt es Kostproben der arabische Schrift. Dann gibt es noch ein paar Ausmalseiten, von denen ich nicht weiß, ob ich sie nutzen würde. Eingelegt ist ein Blatt aus dem man Kärtchen stanzen kann mit alphabetische geordneten Begriffen von Apfel bis Zahn. Jeweils ein Bild und der Begriff in Deutsch und Arabisch. Sicher ein Zeichen unserer Zeit, auch das wäre für mich nicht nötig gewesen.

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    Die sechs Erzählungen erinnern manchmal an bekannte Märchen (Der Fischer und der Dschinn), einiges  (Das paar alte Schuhe) war für mich unbekannt. Mir gefiel „Der Fischer und die Meerjungfrau“ besonders gut. Alle Märchen sind in der Sprache orientalisch gefärbt und haben eine klare Moral. 

    Ein Märchenbuch, das sicher als Geschenk ist, nicht nur Kinder begeistern wird und ein Buch, das man immer wieder lesen möchte.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der kleine Warumwolf macht Ferien

    Der kleine Warumwolf macht Ferien

    Sylvia Engiert

    Sabine Dully

    Knesebeck-Verlag

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Schon im ersten Band hat  Finn die Fragen des Warumwolfs mit ganz viel Fantasie beantwortet. Jetzt darf der Wolf bei ihm einziehen und sogar mit in den Winterurlaub fahren.  Da ihn alle für einen Hund halten und der kleine Warumwolf auch gute Manieren hat, ist es auch alles gar kein Problem.

    Finn erzählt dem Warumwolf vom Zoo und dass die kleinen Rüsselmäuse den Elefanten den Rüssel frei halten und von Schlaumäusen, die sich mit einem Brennnesselspray die Katzen vom Leibe halten. Der Warumwolf bekommt einen Namen und ein Halsband und erfährt, dass Hausmeister die LEDs in den Sternen austauschen. Dann geht es zum Schlitten fahren in die Berge und im Frühling der Warumwolf erzählt von seiner Mama, die in Weilheim wohnt.

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    Wieder ein fantastisches Buch mit ideenreichen Antworten auf die Warums des kleinen Wolfes. Da kann man sicher noch viele andere Geschichten zusammenspinnen. Für mich wäre nur wichtig, dass klar ist, dass man seine Fantasie spielen lässt ohne im Alltag zu lügen.

    Die Bilder unterstützen schwungvoll die Geschichten. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Grünkohl-Saurier gibt´s doch gar nicht!?

    Grünkohl-Saurier gibt´s doch gar nicht!?

    Barbara Peters

    BVK LESEwelten

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Jaron, der enorm viel über Dinosaurier weiß, spielt im Garten mit seinen Plastiksauriern und da sieht er im Grünkohl einen kleinen grünen Saurier. Er identifiziert in als Ankylosaurier und da dieses Exemplar sprechen kann, gibt er ihm den Namen Knurps.

    Natürlich erzählt er allen von seiner Entdeckung, doch weder die Eltern noch sein Freund Bruno glauben ihm.

    Da der Saurier noch sehr klein ist, ist es sein sehnlichster Wunsch zu wachsen. Deshalb rät ihm Jaron mehr zu essen. Doch der große Konsum von rohem Grünkohl führt bei Knurps zu Blähungen mit dem entsprechenden Geruch. Was einige Problemen für Jaron aufwirft.

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    Für den Saurier wird beinahe ein Kaugummi zum Verhängnis und eine Amsel sieht ihn schon als Beute.

    So erleben die beiden noch einiges, bis am Ende Knurps doch noch zum Helden wird.

    Ich hatte viel Spaß beim Lesen. Es war schön, wenn sich die Probleme wieder auflösten und so einen niedlichen Saurier würden wird doch alle gerne mit Grünkohl füttern.

    Ich habe das Buch gestern auf einem Fest zwei Mädchen erzählt und stückweise vorgelesen, sie haben begeistert zugehört.

    Die Kapitel sind kurz und in größeren Buchstaben und mehr Zeilenabstand gedruckt und dadurch für Leseanfänger gut zu lesen. Zwischendurch gibt es immer einige Zeichnungen, die auflockern. Ausnahmsweise möchte ich mich auch zum Preis äußern, der mit 4,90 € sehr günstig ist.

    Mein Fazit: ein Buch, dass besonders für saurierliebende Jungen geeignet ist, aber auch allen anderen Spaß machen wird. Einziges Manko: beim Vorlesen der Sauriernamen tue ich mich sehr schwer.

    Dagmar Mägdefrau

  • 100 Gründe für Urlaub im Zelt

    100 Gründe für Urlaub im Zelt

    Saskia Hula

    Felicitas Horstschäfer

    Klett Kinderbuch

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Ein gelbes  kleines Buch im Querformat, im Titel wurde das Wort „GEGEN“ durchgestrichen und durch ein rotes „FÜR“ ersetzt. 

    Die Bilder sind mit blauem, gelben und rotem Stift gezeichnet.  Minimalistische Männchen, die aber viel aussagen. Dazu ein kleiner Text zur Erklärung. Wie „7. Wenn man höflich fragt, wann man endlich da ist, bekommt man immer die gleiche Antwort: „Bald.“ Dabei stimmt das gar nicht.“ Nach einer furchbaren Hinfahrt ist man endlich doch am Urlaubsort, das Meer ist kalt, es gibt Seeigel und Quallen und die Kinder sprechen nicht deutsch. Im Zelt im Schlafsack zu schlafen ist nicht einfach und dann ist noch die Sorge um das Kaninchen, das bei den Nachbaren geblieben ist. Das Buch ist langweilig und es fehlt die Luftpumpe um das Schlauchboot aufzupumpen. Der Sand am Strand fehlt, es gibt nur Kiesel, irgendwie alles doof. Doch so ab 71. „Die Kinder zeigen jetzt auf sich und sagen ihre Namen“ wird es doch noch toll. Alle spielen zusammen und fahren Bananenboot, finden eine kleinen Katze, die man versorgen muss und ist am Ende traurig, dass die Ferien um sind. Gut, dass die Katze zunächst unter dem T-Shirt versteckt mit nach Hause fährt.

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    Das Buch ist sehr unruhig und chaotisch, wie schon der Titel. Ich finde es geht nicht so sehr um Campingurlaub, nur wenige Aussagen beziehen sich ausschließlich darauf. Die meisten Bilder könnten auch für einen Urlaub mit Ferienwohnung gelten. 

    Mich hat das Buch nicht sehr überzeugt, was nicht bedeutet, dass Kinder nicht doch ihren Spaß am Wiedererkennen der Situationen haben werden.

    Dagmar Mägdefrau

  • Borst vom Forst

    Borst vom Forst

    Yvonne Hergane

    Wiebke Rauers

    magellan

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Schon auf dem Cover guckt uns Borst aus großen runden Augen schelmisch an. Er geht nicht brav mit seiner Mama, nein, er entdeckt den Wald. „Borst leckt. Borst schleckt. Borst schmeckt das Tutweh.“ und was da weh tut ist eine Schnecke. Diese Schnecke riecht „so fremdschön, weil…Die Schnecke riecht nach Gegenteil.“ Und so kommt es, dass Borst nach Gegenteil will.

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    Seine Geschwister lachen ihn aus, das findet Mama zwar nicht gut, aber auch sie rät „Vergiss das mal ganz schnell wieder.“ Wie man mit Absicht etwas vergiss, weiß Borst nicht. Er denkt immer daran und macht sich auf den Weg. Eine Möwe kennt das Tier, es ist eine Seeschnecke, sie wohnt im Meer. So macht Borst sich auf zum Meer. Dort wird es im Wasser gefährlich für ihn und er ist froh, dass der Bach ihn wieder an Land wirft. Aber seine Schnecke möchte nach Hause und so kommt es, dass Borst und Mama sich auf den Weg zum Meer machen. Die Schnecke kommt zurück ins Meer und am Strand lernt Borst noch eine Robbe kennen, die auch gerne mal nach Gegenteil möchte.

    Ein Bilderbuch mit anschaulichen, schön gezeichneten Bildern und einem Text, der wirklich wunderschön zu lesen ist. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Als die Wolke bei uns wohnte

    Als die Wolke bei uns wohnte

    Sabine Bohmann

    annette betz

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Es gibt ja viele Bücher mit eigenartigen „Haustieren“, aber eine lebende Wolke hatte, soviel ich weiß, noch kein Kind. Dem kleinen Mädchen, das uns diese Geschichte erzählt, fällt auf dem Weg zum Kindergarten eine kleine Wolke auf den Kopf. In ihrer Tasche nimmt sie sie mit nach Hause und muss dort feststellen, dass es der Wolke nicht gut geht. Alle Versuche sie zu trösten bringen nichts. Erst ein Dampfbad macht sie wieder fröhlich.

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    Mit einer Wolke kann man prima spielen, sie verändert ihre Form und kann sich in viele Dinge verwandeln.  Weil sie immer mehr wächst, muss sie nachts an der Leine nach draußen.

    Bald ist die ganze Familie eingebunden und alle haben zunächst ihren Spaß an dem neuen Mitbewohner.

    Leider ist eine Wolke aber auch nass und so muss man ständig die Pützen in der Wohnung aufwischen und sitz beim Essen im Nebel. Deshalb entschließt sich die Familie die Wolke fliegen zu lassen. Leider ist die Wolke sehr anhänglich und taucht immer wieder üben den Köpfen der Familie auf, deshalb muss man ein ernstes Wort mit der Wolke sprechen:

    „Ich hab dich wirklich lieb, und wir werden immer Freunde bleiben, du und ich. Trotzdem ist es schön, wenn du auch Wolkenfreunde findest.“ mit diesen Worten verabschiedet sich das Mädchen von der Wolke. 

    Ein sehr fantasievolles Bilderbuch mit schönen Bildern und einem einfühlsamen Text.

    Dagmar Mädefrau

  • Der Panther

    Der Panther

    Rainer Maria Rilke

    Julia Nusch

    Kindermann Verlag

    Posie für Kinder

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Rainer Maria Rilke ist auf der ersten Doppelseite zu sehen und ein Vogel lädt ihn am 6. November 1902 in die Menagerie, den Zoo von Paris, ein. Auf dem nächsten Bild sehen wir ihn von hinten, wie er durch den Eingang geht. Diese Bilder sind in sepia gezeichnet, wie alte Fotografien. Auf den nächsten Bildern gibt es zwar Farbe, aber es überwiegt schwarz und grau, manchmal ein verwaschenes Blau-Grau. 

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    Im Jardin des Plantes sieht er einen kleinen Käfig und darin eine schwarze Katze, die von hinten zu sehen ist. Auf der nächsten Seite ist der schwarze Panter von vorne zu sehen und seine Augen blicken derart traurig, dass man mit ihm leidet. „Sein Blick ist vom Vorübergehen der Stäbe so müde geworden…“

    Das kurze, aber sehr eindringliche Gedicht findet in den Bildern eine Ergänzung und Verstärkung, wie sie besser nicht sein könnte.

    Ein Buch, das die Diskussion über Tierhaltung in Zoos aufleben lässt. Mir gefiel aber auch die Argumentation in dem Buch „Schiffbruch mit Tiger“ zu Gunsten der Zoos sehr gut.

    Dagmar Mägdefrau

  • Kompass ohne Norden

    Kompass ohne Norden

    Neal Shusterman

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahren

    Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2019

    Caden steigert sich immer mehr in einen Verfolgungswahn hinein. Er weiß nicht mehr, wem er trauen kann. Erwägt, dass seine Eltern Masken tragen und nicht die sind, für die sie sich ausgeben. Er zieht sich immer mehr von seinen Freunden zurück und erschreckt diese oft mit seiner Denkweise. Neben der „normalen“ Handlung in der Familie und später im Sanatorium, gibt es eine Geschichte, die auf einem (Piraten-)Schiff spielt. Erst im Laufe der Handlung erkennt der Leser die Parallelen zu realen Personen und Begebenheiten. 

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    Wir erleben die Veränderung der Persönlichkeit von euphorischer Selbstüberschätzung, Hilflosigkeit und völliger Unruhe, die sich durch stundenlange Märsche abzeichnet.

    Das Buch wurde auch von der Jungendjury für den Jugendliteraturpreis vorgeschlagen und das finde ich einfach toll. Ich habe mich nämlich schwer getan mit dem Lesen dieses Jugendbuches. Nach dem ersten Kapiteln dachte ich, dass mich das Buch so herunterzieht, dass ich es nicht weiterlesen möchte. Auch im Laufe der Handlung überkam mich immer wieder eine Traurigkeit, die sicher zum Thema passt. 

    Neal Shusterman hat in diesem Buch die Erlebnisse seines bipolar und schizophrenen Sohnes versucht zu beschreiben. Damit möchte er um Verständnis für diese Krankheit  werben. Ich denke, gerade, wenn man Menschen kennt, die auf diese Weise in ihrem Denken und Empfinden gestört sind, ist dieses Buch eine Erklärung für deren Verhalten. 

    So kann ich nur sagen, bleibt dran an dem Buch, es und die beschriebenen Kranken haben es verdient.

    Dagmar Mägdefrau

  • Absolute Gewinner

    Absolute Gewinner

    Chrisoph Scheuring

    magellan

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2019

    Luca lebt allein mit seiner Mutter in Hamburg und sein größtes Problem ist seine Stimme. Weil sie so sich so grausam quietschig anhört, spricht er so wenig, wie möglich. Am liebsten wirft er allein seine Körbe auf dem Günni, dem Basketballplatz seiner Schule. Der große graue Hausmeister, den alle Sichel, wegen seiner Haltung nennen, lässt die Kinder dort spielen. Als Luca ein Plakat über den „Night Move“ ein bundesweites Basketball-Turnier, dessen erster  Preis eine Reise in die USA ist, sieht, möchte er gerne mitmachen. Nachdem Robin ihn nicht in seiner Mannschaft haben möchte, taucht plötzlich Sichel auf und stellt eine Mannschaft zusammen.

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    Er will den zusammengewürfelten Haufen trainieren und er hat auch schon Ideen, wie es klappen kann. Nach dem Ortsteil nennen sie sich „Schlamm Hamm“ und beim Turnier treten sie mit hässliche zu großen Trikots an und sie schaffen es und dürfen zur Endausscheidung nach Berlin. Zu dumm, dass ihr Trainer nicht mehr auftaucht. Mit einem anderen Trainer, der besser ein Militärlager befehligen würde, fahren sie in die Hauptstadt. Habe ich bisher nur über Basketball und ein paar kleine häusliche Probleme gelesen, dreht sich das Buch mit der Ankunft in Berlin völlig. Heinrich, der Sohn eines türkischstämmigen Gemüsehändlers geht aufgrund seiner Hochbegabung auf eine Eliteschule und kann Computer hacken. Obwohl er nicht mehr in der Mannschaft ist, fährt er mit. Er weiß, wo man den Hausmeister/Trainer finden kann. So kommt es, dass Luca, Jana und Heinrich in ein Lokal einsteigen und dort die Wettcomputer anzapfen. Jana bekommt einen Brief, der die Situation erklärt und am Ende kann die Polizei einige Verbrecher festnehmen. Schlamm Hamm nimmt nicht am Endspiel teil, wird aber Sieger der Herzen und gewinnt auch eine Reise. 

    Es gibt viel Spannung in dem Buch, sowohl beim Basketball, als auch krimimäßig. Für mich ist trotzdem einiges ungereimt. So kann wohl kaum ein Mann der grammatisch so schlecht deutsch spricht Lehrer für die Oberstufe sein wollen. Janas Pflegeeltern kommen in dem Buch nicht vor, das finde ich sehr eigenartig. Da bleibt ein Mädchen über Nacht bei einem fremden Mann und keiner wundert sich.

    Dagmar Mägdefrau

  • Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

    Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

    Theodor Fontane

    Dorota Wünsch

    Kindermann Verlag

    Poesie für Kinder

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Wir kennen wahrscheinlich alle aus unserer Schulzeit das Gedicht von „Ribbeck auf Ribbeck“, der zu Lebzeiten die Kinder mit seinen Birnen beschenkte. Seine Ansprache „Lütt Dirn, kumm man röwer, ich hebbe ne Birn.“ war nicht das Locken eines bösen Mannes. Und er war so klug, sich mit einer Birne beerdigen zu lassen, damit Jahre später auf seinem Grab ein Birnbaum steht. Und so flüstert es über den Kirchhof, „Wiste ne Beer.“

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    Der Text wird mit fröhlichen Bildern unterstützt und so kann man schon kleinen Zuhörern dieses Gedicht nahebringen. Fontane hätte sicher seine Freude daran. Hat nicht auch er mit diesem Gedicht dafür gesorgt, dass sein Name so schon Kindern ein Begriff ist und vielleicht erinnert sich der Leser später bei der Wahl seiner Lektüre wieder daran?

    Dagmar Mägdefrau

  • Die Ballade vom Seiltänzer Felix Fliegenbeil – Poesie für Kinder

    Die Ballade vom Seiltänzer Felix Fliegenbeil – Poesie für Kinder

    Michael Ende

    Henrike Robert

    Kindermann Verlag

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Der wundervolle Text von Michael Ende wird hier durch die einfach gehaltenen Bilder von Henrike Robert ergänzt.
    Felix, der im gelben Dress mit ebensolchen Ballettschuhen abgebildet wird, lebt nur für seine Kunst. Er ist in der Schule schnell der Beste und geht als Wunderkind in die Welt hinaus. Ohne Netz tanzt er die tollsten Sprünge. Seine Herausforderung findet er in immer dünneren Seilen. Am Ende will er über dem Abgrund ohne Seil tanzen.

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    Die Bilder zeigen in erster Linie den Seiltänzer. Einfach gezeichnet mit Mund, zwei Augen und einer Augenbraue, dazu eine eigenartige Kopfform, die die Haare beinhaltet. Mit der Darstellung seiner Körperhaltung unterstützt das Bild hervorragend den Text.

    Poesie, die schon junge Zuhörer lieben werden.

    Dagmar Mägdefrau

  • Wie man ein Buch liest

    Wie man ein Buch liest

    Daniel Fehr

    Maurizio A.C. Quarello

    Jacoby / Stuart

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Selten habe ich ein solch verrücktes, aberwitziges Buch gelesen. Auf dem Cover das riesige Fragezeichen und dazu eine Junge und ein Mädchen in altertümlicher Kleidung. Aber schon auf der erste Doppelseite steht alle auf dem Kopf. Der Text weist uns an das Buch zu drehen. Leider ist das nicht die erwartete Lösung. Und nach dem nächsten Umblättern steht das Haus auf der Seite und eine Hexe beschwert sich.

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    Also blättern wir weiter und diesmal  drehen wir das Buch hochkant. Aber jetzt ist das Meer oben. Irgendwann weiß man nicht mehr in welche Richtung man blättern muss und das Chaos wird immer größer, aber am Ende schaffen wir es doch. Die beiden Kinder, die Hänsel und Gretel sind, verabschieden sich mit den Worten „Jetzt weißt du, wie man ein Buch liest. Jetzt kannst du jedes Buch lesen.“

    Das Vorlesen dieses Buches macht Riesenspaß und die zweijährige bucherfahrene Ida, hat sich sehr amüsiert.

    Dagmar Mägdefrau

  • Die leise Luise

    Die leise Luise

    Renus Berbig

    Anke Kuhl

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Luise ist 7 Jahre alt und spricht sehr leise, oft hört man sie gar nicht. Sie hat zwei Brüder. Simon ist erst 5 und Ben ist sicher schon in der Pubertät.

    Jedes Kapitel ist kurz und ihr Alter und dass Luise leise spricht, wird meist zu Anfang wiederholt. Und dann erleben wir den ganz normalen Alltag einer 7-jährigen. Da gibt es die Freundin Gloria, den Nachbarshund Bello, Vorlesen in der Schule und Ludwig, der ihr eine Leise-Schwäche attestiert. Luise ist zwar leise, kann sich aber durchaus durchsetzten, so will sie Hip-Hop machen und nicht turnen.

    Das Buch hat rote Überschriften und ist in blau gedruckt und es gibt, wie angekündigt, viele Bilder. Auf dem Cover ist Luise im Zoo und besucht die Elefanten, leider trägt sie dort nicht ihre selbstgebastelten Elefantenohren.

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    So erleben wir viele kurze Geschichten über eine fast normale Familie, die am Ende im Wohnzimmer auf einer „Insel“ dem Meer lauscht. Pssst, ganz leise sein.

    Sicher kann man das Buch auch jüngeren Kindern vorlesen, Leseanfänger schaffen aber auch bald die kurzen Kapitel. Da alle Geschichten abgeschlossen sind, ist das Buch natürlich auch für Vorlesende geeignet.

    Dagmar Mägdefrau


    21 kleine Geschichten über die 7-jährige leise Luise, die ihren Namen zu Recht hat: sie spricht so leise, dass die Menschen in ihrer Umgebung z.B. in ihrer Familie und in der Schule oft zu ihr sagen müssen: „sprich lauter!“ Aber diese besondere Eigenschaft ist nicht immer nur unbefriedigend, denn Luise kann auch in besonderen Situationen sehr gut leise sein, in welchen anderen Kindern  in ihrer lauten Art einiges nicht möglich ist! Luises Welt ist um sie herum zum Teil sehr unruhig und laut, so dass für lesende Kinder durch diese Geschichten leise Geräusche, Ruhe und Nachdenklichkeit eine besondere Bedeutung bekommen! Luise mit ihren Geschwistern und Freund*innen sind Kinder, mit welchen sich kleine Leser*innen ausgezeichnet identifizieren – und von daher auch Emotionen sehr gut nachvollziehen können!

    Jede dieser lustigen, sowie auch alltäglichen und spannenden Geschichten, die zum Miterleben anregen, sind in sich abgeschlossen. Anfangs werden immer wieder die wichtigsten Personen erklärt und sind von daher auch sehr gut geeignet für Vorleseaktionen in kleinen Gruppen.

    Absolut empfehlenswert!

     Annette Heine

  • Der halbste Held der ganzen Welt

    Der halbste Held der ganzen Welt

    Andrea Schomburg

    Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Ausgezeichnet mit dem Leipziger Lesekompass

    Mit dem Buch kann man sein blaues Wunder erleben. Eine fantastische Geschichte über Freundschaft. Die 256 Seiten mit etwas größeren Buchstaben und einem größeren Zeilenabstand sind leicht zu lesen und werden von tollen Bildern in schwarz-weiß und blau unterbrochen.

    Nach dem Umzug hat Paul in der neuen Schule keine Freunde und wird von Matze Motzmann gemobbt. Deshalb sitzt er am Anfang des Buches auf der Schultoilette und wischt sich die Tränen mit dem Toilettenpapier ab. Und Paul hat noch mehr Probleme, zu einem muss sein Vater auf der neuen Arbeitsstelle immer, auch Sonntags, arbeiten und dann hat er ständig Schnupfen und kann deshalb nicht riechen.

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    Als er wieder auf dem Schulklo seinen alten Freunden nachtrauert, erschein Elvira Meier, eine alte Frau mit Libellenflügeln. Sie ist eine Fee und gibt Paul den Auftrag nach Bielefeld zu reisen und dort das blaue Wunder im Rathaus abzuholen. Sie verspricht ihm einen starken Helden zur Seite zu stellen.

    Alle 13 Jahre fliegt ein Bus zum Hausdach ab und wird die beiden ans Ziel bringen. Leider ist der versprochene Held ein kleiner dicker schwermütiger Elefant. Der mehr bremst, als hilft.

    Trotzdem schaffen es die beiden, dank eines riesigen blauen Geists, mit dem Bus zu fliegen. Allerdings ist es bis Bielefeld noch ein Stück. Dann stellen die beiden fest, dass es sich nicht um die Stadt handelt, sonder um ein Bielefeld.

    So erleben die beiden viele spannende Abenteuer. Treffen eine verzauberte Prinzessin, die Bratheringe verkauft, den schönen, aber sehr bösen Gotthold, der sie verzaubert hat, das stinkende Runkelschwein und den netten Parfümerfinder. Alle Probleme werden, wie im Märchen, gelöst und die beiden erreichen das Bielefeld. Auch hier müssen noch einige Hürden überwunden werden. Aber da die beiden immer bessere Freunde und immer mutiger werden, erreichen sie ihr Ziel und bekommen das blaue Wunder.

    Als zu Hause und in der Schule sich durch Pauls Mut und der Hilfe des Elefanten alles regelt und Paul wieder riechen kann, findet das Buch ein schönes Ende.

    Ich habe das Buch mit viel Begeisterung und Freude gelesen. Sicher ein Märchen, aber ein sehr modernes, das uns alle Trost und Mut gibt. Zum Vorlesen und selber lesen, sicher auch für männliche Leser. Für mich eines der schönsten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe.

    Dagmar Mägdefrau

  • Mensch, Oma!

    Mensch, Oma!

    Bärbel Kempf-Luley

    Sanne Dufft

    Urachhaus

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

     Nora verbringt ihre Nachmittag oft bei ihrer Oma. Die beiden machen es sich so richtig gemütlich. Es wird gemalt und gebastelt, denn Oma hat kein Fernsehen. Am liebsten essen die beiden Apfelpfannkuchen und manchmal bleibt Nora auch über Nacht.

    Manchmal ist Nora dickköpfig und will etwas oder auch nicht. Aber da hat Oma was gegen zu setzen. Auch sie hat manchmal keine Lust und dann ist es an Nora Oma wieder zu aktivieren.

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    Oma hat aber auch ein wunderbares Gespür für die Gefühle ihrer Enkelin. Schon in der ersten Geschichte geht es um den Elefanten im Flur, wegen dem kann Nora nicht alleine zum Klo. Aber die Oma stellt sie nicht bloß oder belehrt sie, sondern begleitet sie zur Toilette und nimmt den imaginären Elefanten durchaus ernst. Am Ende erklärt Nora „Mensch, Oma, im Flur gibt es doch keine Mäuse.“  und ist sich ganz sicher, dass es auch keine Bären oder Elefanten dort gibt.

    Die beiden fahren Rad, Nora mit ihrem neuen Laufrad, verstecken Gegenstände in der Wohnung, gehen mit der ganzen Familie ins Kasperletheater, weil Oma da so gerne hin will. Sie besuchen den Nikolaus und entdecken Omas neue Wohnung.

    Viele alltägliche Themen werden hier beschrieben und das Verhältnis der beiden ist einfach herrlich mitzuerleben. Da bockt die Oma und Nora ist die Vernünftige, oder beide erleben die Angst, dass der Autoschlüssel weg ist. Auch da macht sich Nora ganz besonnen mit auf die Suche.

    Ich als ganz frische Oma wünsche mir so ein tolles Verhältnis zu meinen Enkeln und sehe dahinter die Liebe, die beide verbinden.

    Ein Buch, das Konflikte löst und Vertrauen schenkt.

    160 Seiten in kurzen Kapiteln und einigen schwarz-weißen Tuschzeichnungen, mit einer etwas biederen Oma,  ist schon eine Aufgabe für Kinder ab 4 Jahre. Aber, ich hoffe es gibt genug Omas, die sich Zeit für dieses tolle Buch nehmen.

    Dagmar Mägdefrau