• Das Tierheim der Seltsamen Wesen

    Das Tierheim der Seltsamen Wesen

    Britta Sabbag

    Igor Lange

    EDEL Kids Books

    Leseempfehlung ab 8 Jahre

    Die Zwillinge Lulu und Levi machen gerne Streiche und erklären das mit der Mutter, die nicht mehr bei ihnen lebt. Der beruflich sehr eingebundene Vater muss deshalb in die Schule kommen. Die Kinder werden für zwei Wochen von der Schule freigestellt und müssen in einem Tierheim helfen. Hier treffen sie zunächst nicht auf die Tiere, erst nachdem sie sich in der Nacht dort eingeschlichen haben, treffen sie auf Tiere, die aus anderen Tieren zusammengesetzt wurden, wie z.B. den Langohrentenfisch Harald. Aber ein besonderes Geheimnis lauert im Keller der Burg.
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    Das Buch ist in großen Buchstaben gedruckt und umfasst zwölf kurze Kapitel mit vielen Bildern. Die Köpfe sind im Verhältnis zum Körper groß angelegt und die Augen sind ebenfalls riesig. Die Körper wirken etwas steif und die Mimik ist meist eher traurig. Die Kinder sind durch die Erlebnisse im Tierheim zwar ruhiger, aber einsichtig bzgl. ihres Verhaltens sind sie nicht. Zweimal gehen sie nachts zum Tierheim, ohne dass der Vater etwas merkt, so gibt es auch keinerlei Familienleben. Am Anfang wird zwar von der Liebe des Vaters zu seinen Kinder gesprochen, aber dann sind die Kinder auf sich gestellt. „Magie ist zum Glauben da“ ist leider ein Motto, das mir nicht verständlich ist und ich hätte mir mehr Magie in den Buch gewünscht.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Liebhaben

    Liebhaben

    Christopher Franceschelli

    David Partington

    Carlsen

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Das Cover zeigt, wie die Pinguineltern liebevoll auf ihr Küken hinabschauen. Aber das Ungewöhnlich an diesem Papp- und Klappbilderbuch ist die Dicke von ca. 5 cm.
    Als Erstes steht da der Elefant in der Savanne „Ich hab dich lieb.“ So beginnt der Text immer. 
    Wenn man die Elefantensilhouette umblättert, steht er Rüssel an Rüssel mit einem Elefantenbaby. „Liebhaben ist…wie eine gemeinsame Reise.“ Und hinter der nächsten umklappbaren Seite sehen wir die Herde und der kleine Elefant hält sich an Mamas Schwanz fest. Die Erdmännchen schauen ihnen nach.
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    Dann folgt das Versprechen „Ich begleite dich auf deinem Weg und bleibe immer bei dir.“ Worte, die Vertrauen aufbauen und Sicherheit geben.
    Im Meer verspricht der Otter, dass seine Hand dich festhalten wird. Es folgt die Giraffe, die Schwaneneltern, die mit ihren Hälsen ein Herz formen und Unterstützung geben. Nach dem Känguru folgt der Panda, dann das Nilpferd, dessen Liebe in die Tiefe geht. Das Faultier meint „Liebhaben ist Zeithaben.“ Die Pinguine sind danach zu sehen und der Fuchs lässt Abenteuer zu. „Liebhaben macht uns Mut.“ findet der Adler und fliegt hoch in den Himmel. Auf der letzten Doppelseite, die man noch einmal ausklappen kann, sehen wir einen Park mit Eltern und Kindern „Wenn wir einander liebhaben, ist das Leben wunderbar.“
    
    Ein Buch voller Liebe und schönen Versprechen für unsere Kleinen. Ich kann es mit bei vielen Gelegenheiten als Geschenk vorstellen, oder einfach nur um mal zu sagen „Ich hab dich lieb!“
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Nachtlampenfieber

    Nachtlampenfieber

    Stephanie Schneider

    Nele Palmtag

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Auf dem Titelbild sehen wir die kleine Luzie und ihre Oma im Schein der Deckenlampe am Küchentisch sitzen, ihre Hände berühren sich und beide haben eine schönes Lächeln auf den Lippen. Ein heimeliges, gemütliches Bild voll Vertrauen. Für Luzie ist es ein besonderer Tag, sie schläft heute zum ersten Mal alleine bei Oma, ganz alleine natürlich nicht, denn Herr Palimpa, ihre Bär, ist dabei. Oma freut sich über „sturmfrei“ und nach dem Wäsche aufhängen geht es ans Verkleiden. Da ist das schlechte Gefühl vom Abschied schnell vergessen.
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    Dann geht es in den Supermarkt und Luzie schlägt das Angebot von Oma Pommes zu kaufen aus, weil sie dasselbe essen möchte, was es immer bei Oma gibt. 
    Dann machen es sich die beiden mit ihrem Abendbrot vor dem Fernseher gemütlich. Mit Oma zusammen legt sich Luzie ins das alte Bett von Mama, Oma liest ein Buch aus ihren Regal vor. Als Oma sich auszieht, kann Luzie sie über den Flur hinweg beachten und sie stellt fest „Als Einschafoma siehst du aber komisch aus.“ Doch dann hat Luzie allein im fremden Bett doch etwas Angst. Deshalb ist es schön, dass Oma zu ihr kommt und ihr gesteht, dass sie auch etwas Angst vor der Übernachtung hat. Luzie weiß, dass ist „Nachtlampenfieber“.
    Nach einer heißen Milch können dann beide zusammen einschlafen.
    
    Die erste Übernachtung bei Oma ist für Kinder immer ein spannendes Erlebnis. Hier werden die Gefühle sehr schon beschrieben. Besonders die Überwindung der Angst zusammen mit Oma gefällt mir gut.
    Neben der einfühlsamen Geschichte sind die Bilder wunderschön gezeichnet. Da ist die etwas rundliche Luzie mit kurzen dunklen Haaren und die rothaarige Oma mit runder Brille, deren Figur altersgemäß gestaltet wurde. Da finden sich sicher viele Omas wieder. Die Art, wie sie beiden sich anlächeln, da weiß man, da sind zwei, die sich sehr mögen.
    
    Ich wünsche den kleinen Lesern und Leserinne, dass sie auch bald bei Oma schlafen.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Bone Music

    Bone Music

    David Almond

    Freies Geistesleben

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Sylvias Mum ist ganz begeistert von der Urlaubsplanung: raus aus der Stadt, rein in die Natur von Northumberland. So ganz nebenbei kann sie sich dann Gedanken über ihre Ehe machen. Ohne Handyempfang bleibt der 15-Jährigen Sylvia nichts anderes übrig, als die Natur zu erkunden. Dabei macht sie einige mystische Entdeckungen, vor allem mit ihren Ohren. 
    Alleine bleibt sie bei der Entdeckung ihrer Verbundenheit mit der Natur nicht, denn sie lernt einen Jungen kennen, der ganz altertümlich eine Knochenflöte spielt. 
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    Es ist schwer zu greifen, was genau die Handlung ist. Es geht vielmehr um das Wahrnehmen, das in-sich-kehren, ohne Ablenkung sein und die Erkundung der Vergangenheit. Für Jugendliche ist es vielleicht nicht ganz so leicht dranzubleiben, wenn nichts Einschlägiges passiert. Dafür ist der deskriptive Schreibstil sehr fesselnd und das Cover ergänzt die Vorstellung von Sylvia, der Musik und der Natur perfekt. Es ist gar nicht so leicht, Gefühle und Empfindungen, die von Klängen verursacht werden, in einem Buch einzufangen, als Hörspiel stelle ich es mir gerade an einem verregneten Tag jedoch wirklich stimmungsvoll vor.  Zum Lesen muss man sich definitiv erst mal drauf einlassen, aber auch dann kann es bestimmt ein magisches (Lese-)Erlebnis werden. 
    
    Raphaela Brosseron
  • Gesundheit! – Die Geschichte der Medizin von früher bis heute

    Gesundheit! – Die Geschichte der Medizin von früher bis heute

    Anna Bartosik

    Asia Gwis

    Knesebeck

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Die Geschichte der Medizin beginnt im alten Ägypten, entwickelt sich bei den alten Griechen weiter und wir staunen über das Mittelalter. „Biologie, Chemie und Physik unterstützen die Entwicklung der Medizin“ so lautet die erste Überschrift. Der Text geht über eine ganze Seite. Mit „Krankheiten und ihre Ursachen“ geht es weiter, es folgen Behandlungsmethoden vom Aderlass bis zur Pharmazie.
    Im nächsten Teil geht es um die Anatomie. Hier finden wir den Wortlaut des Hippokratischen Eides.
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    Anhand eines Skelettes werden Knochen und innere Organe benannt.  Wilhelm Röntgen und seien Erfindung und die weitere Entwicklung bis zum Ultraschall werden erklärt. Im Kapitel „Physiologie“ geht es erstmal ums Gehirn, nach der Leber sind wir bei der Chirurgie. Das Herz ist Thema im nächsten Teil, über EKG und Blut geht es zur Transplantation, hier lernen wir Christiaan Barnard kennen. Bakterien und Viren sind ein wichtiges Thema, am Ende geht es um die moderne Medizin. Hier werden die unterschiedlichen Fachrichtungen vorgestellt. 
    
    Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Kind dieses Buch lesen wird. Sicher kann man auch beim Durchblättern an vielen Seiten mit Bildern hängen bleiben und einiges erfahren oder auch neugierig weiterschauen. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Weil Tiger keine Affen sind!

    Weil Tiger keine Affen sind!

    Stefan Waidelich

    Nikhila Anil

    Amazon Media

    Leseempfehlung ab 4 Jahre

    Aus seiner Erfahrung als Lehrer heraus schriebt der Autor dieses Buch. Dabei hat er sich von dem Spruch „Wenn man einen Fisch nach seinem Talent, auf einen Baum zu klettern, beurteilt, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist.“ den wir am Ende des Buches finden, leiten lassen. In einer Schulklasse finden wir ganz unterschiedliche Tiere und Frau Nilpferd, die Lehrerin stellt ihnen eine Aufgabe, die nur das kleine Äffchen erledigen kann. Die meisten wissen, dass sie die Aufgabe auf den Baum zu klettern nicht schaffen werden. Der Tiger wird sogar noch ausgelacht bei seinem misslungenen Versuch.
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    Die nächste Aufgabe ist auf den Fisch zugeschnitten, hier gibt es aber auch Lob für die Tieren, die es zusammen versuchen. 
    Als der Tiger Samuel am Abend seinen Eltern sein Leid klagt, bekommt er den Titel des Buches zur Antwort. Erst als ein Unglück geschieht, kann sich der Tiger beweisen und zeigen, wo sein Talent liegt.
    
    Die Geschichte ist schön erzählt und bebildert. Mir gefällt es gut, dass die Tiere nicht bekleidet sind. Allerdings wirkt sie auf mich sehr belehrend, ich mag Geschichten, wo man selbst die „Moral“ erkennen kann. Hier wird sie auf dem silbernen Tablett serviert.
    Trotzdem werden die Kinder die Geschichte gerne hören und hoffen, dass ihr Talent auch bald erkannt wird. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Mein bester Freund der Bär

    Mein bester Freund der Bär

    Vane Kosturanoy

    Mixtvision

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Auf der einen Seite des Hauses sieht man den großen Bären und auf der anderen Seite das Mädchen. Mit einer Leiter kommt das Mädchen so hoch, dass sie den Bären umarmen kann, denn sie sind „zwei allerbeste Freunde“. Sie machen viele Sachen zusammen, die lassen Ballons steigen, fahren Rad und steigen auf einen Berg. Im Sommer erkunden sie das Wasser, am Abend den Himmel und „im Herbst spielen sie mit der Sonne Verstecken.“ Sie lesen Bücher, staunen über die Stille des Schnees und liegen zusammen krank im Bett.
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    „Jede Nacht schweben sie gemeinsam in die Welt der Träume.“ Doch dann taucht eine Freundin und später noch andere Kinder auf. Doch den Bär nimmt sie immer noch in den Arm, nur ist er jetzt ein ganz normal großes Schmusetier.
    
    Poetische kurze Sätze voller Zuneigung erzählen die Liebe zwischen Kind und Schmusetier, die Bilder sind zart, teilweise in dunkler Farben gehalten. Auch sie zeigen die Verbundenheit der beiden.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Auf Schienen durch die Zeit – Die Geschichte der Eisenbahn

    Auf Schienen durch die Zeit – Die Geschichte der Eisenbahn

    Alastair Steele

    Ryo Takemasa

    Knesebeck

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Kompaktes Eisenbahnwissen auf über 60 Seiten mit vielen Bildern. Nach Inhaltsangabe und Einleitung sehen wir eine kleine Bahn über eine Brücke fahren, die Menschen jubeln begeistert. Die ersten Eisenbahnen werden vorgestellt, die Spurbreite erklärt, dann kommen wir zur Dampflokomotive. Auf der nächsten Seite wird eine berühmte Eisenbahn vorgestellt, es beginnt mit der „Ffestiniog Railway, die in Wales fuhr. Später im Buch   folgen u.a. die „California Zephyr“ und der „Shinkansen“. Elektrische und Dieselloks werden an Beispielen erklärt, Personen und Expresszüge folgen.
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    Danach kommen wir zu den Güterzügen. „Verbindungen schaffen“ und „Hindernisse überwinden“ sind die nächsten Überschriften. Auch Bahnhöfe gehören zur Geschichte der Bahn, das Grand Central Terminal in New York hat 44 Bahnsteige und täglich sind dort 750.000 Menschen unterwegs. Beeindruckend! Über U-Bahnen und Straßenbahnen, wie die in San Francisco, sowie Hochbahnen (Wuppertaler Schwebebahn) wird berichtet. Aber auch über den Einsatz der Bahn im Krieg. Nach den Hochgeschwindigkeitszügen gibt es einen „Blick in die Zukunft“. Die Zeitschiene am Ende des Buches zeigt noch einmal kompakt die Entwicklung und nach den Eisenbahnweltrekorden gibt es noch eine Worterklärung. 
    
    Viele Bilder und kurz gehaltenen Erklärungen machen das Buch zu einem schönen Lexikon für junge und alte Eisenbahnfans.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Der Tag, an dem Lotto-Werner verhaftet wurde

    Der Tag, an dem Lotto-Werner verhaftet wurde

    Jutta Wilke

    Ulf K.

    Coppenrath

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Nachdem Finjas Mama ausgezogen ist, lebt sie mit Papa, der bei der Müllabfuhr arbeitet, und ihrem Hund Watson zusammen. Sie findet, dass die drei ein gutes Team abgeben. Sie ist mit Emil befreundet, dessen Mama ein Büdchen hat.
    In diesem Büdchen treffen sich immer wieder ungewöhnlich Bewohner aus der Umgebung. Karl, der ehemalige Besitzer des Büdchens hilft immer gerne aus, der demente ehemalige Rechtsanwalt läuft gerne im Schlafanzug herum und Lotto-Werner möchte seine Gisela heiraten. Alle sind vertraut miteinander und unterstützen sich. Doch als Lotto-Werner seinen Antrag machen möchte, wird er unerwartet verhaftet.
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    Doch als Lotto-Werner seinen Antrag machen möchte, wird er unerwartet verhaftet. Finja, als Profidetektivin mit feststehenden Regeln, ist von seiner Unschuld überzeugt, wie alle im Kiez. Doch wer könnte Werner Übles wollen und den Verlobungsring als gestohlen melden. 
    Juma eine Mitschülerin von Emil hilft den beiden bei ihren Überlegungen, sie ist mit ihrem rosa Sachen und dem Glitzer gar nicht Fenjas Typ, doch sie hat auch schöne blaue Augen und eine coole pinke Strähne. 
    
    Fenja erzählt uns die Geschichte und so erfahren wir von ihren sehr vielfältigen Gefühlen. Wir nehmen aber auch an ihren Überlegungen als Detektivin teil. Das spannende Text liest sich richtig gut, Jedes Kapitel beginnt mit einer kurzen Übersicht und eine kleinen Bild. Im Buch sind Zeichnungen und Steckbriefe der einzelne Figuren zu sehen. Das lockert die Erzählung sehr schön auf und man kann sich alles gut einprägen.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Wir – Die süßen Schlampen

    Wir – Die süßen Schlampen

    Zoran Drvenkar

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 16 Jahre

    Wir - das sind Stinke, Schnappi, Taja, Rute und Nessi. Sie leben dieses „Wir“, wie es nicht viele Freundschaften tun, sodass es sofort auffällt, als sich Taja eine Woche lang nicht meldet. 
    Die Suche bringt sehr viel ans Licht, womit weder die Mädchen noch die Lesenden rechnen können und schnell verwickeln sich alle fünf in ein gefährliches Abenteuer. Taff, selbstbewusst, mutig und schlagfertig, wie sie sind, wäre für dieses vermutlich niemand besser geeignet.
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    In einem sehr schönen Nachwort erklärt der Autor, dass die Mädchengruppe mehr Raum verdient haben, als sie es Jahre zuvor in seinem Thriller „Du“ bekommen haben. In ihrem eigenen Roman wird deutlich, dass er eine ganz besondere Beziehung zu ihnen hat. Auch andere Figuren kommen vor und erzählen. Zunächst weiß man nicht, wie die Zusammenhänge sind, doch am Ende ergibt alles Sinn. Im Fokus bleiben die fünf Mädchen, da kommt kein männliches Wesen zwischen oder muss sie retten ganz im Gegenteil. Sonderlich vorbildhaft sind sie dabei natürlich nicht, vor allem im Verhalten gegenüber der Polizei, den Anspruch darf man hier nicht haben.
    
    Der Spannungsverlauf ist weniger ein Bogen als eine Zickzacklinie, wenn man sich fragt, was noch kommen soll, kommt tatsächlich noch etwas, ohne jedoch zu übertreiben. Das Buch ist gar nicht mehr aus der Hand zu legen, die Frage, die sich seit dem Klappentext stellt, ist zu präsent: Kann ihnen wirklich niemand was tun? Man sollte beim Lesen Zeit einplanen, denn eine Lesepause ist keine Option.
    
    Raphaela Brosseron
  • Für Opa scheint jetzt immer die Sonne

    Für Opa scheint jetzt immer die Sonne

    Katja Reider

    Malin Hörl

    Coppenrath

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Mia hat ihren Opa lieb, das hat sie ihm in dem kleinen Büchlein, dass auf der Seite im großen Buch festgeklebt ist, geschrieben. Sie hat auch Bilder ihrer gemeinsamen Unternehmungen eingeklebt. Denn Opa und sie gehen gerne schwimmen und spielen gerne Spiel, aber am liebsten gärtnern sie gemeinsam im Garten.
    Opas Lieblingsblumen sind die Sonnenblumen, die kann man sogar im Brautstrauß seiner Frau sehen. Aber zum Ende eines schöne gemeinsam verbrachten Sommers muss Opa sich immer häufiger ausruhen und er erzählt seiner Enkelin, dass er in ein Seniorenheim ziehen wird.
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    Ein sehr gemütlich stimmendes Bild zeigt die beiden beim „Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel“ in der Weihnachtszeit. Manchmal gehen die beiden auch spazieren, aber weit kommt Opa nicht mehr. Bei der Rückkehr erklärt die Heimleiterin Mia was es mit dem Buch in der Eingangshalle auf sich hat, neben dem immer eine Kerze brennt.
    Opas Gedächtnis wird immer schlechter und bald muss Mia ihn mit ihren Eltern im Krankenhaus besuchen. In einer Nacht stirbt der Opa und „kommt nie mehr wieder.“ Mia und ihre Eltern sitzen mit traurigen Minen zusammen und halten sich ganz fest. Nach der Beerdigung trifft man sich im Garten und erinnert sich an den Verstorbenen. Mias Mama sagt ihr, dass manche Leute an den Himmel glauben, der Opa aber immer bei ihnen sein wird. Als Mia weint, weiß sie „Traurigsein gehört dazu, wenn man Abschied nehmen muss.“
    Auf der letzten Seite sitzt die kleine Familie auf einer Bank inmitten der Sonnenblumen und schaut in das Erinnerungsbuch.
    
    Das Buch hat mich tief berührt, es ist so liebevoll geschrieben und die Bilder sind voller Wärme. Traurig und tröstlich zugleich. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Kleiner Drache, nicht streiten!

    Kleiner Drache, nicht streiten!

    Katja Richert

    Iris Blanck

    Penguin Junior

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Ein kleines Pappbilderbuch mit zwei kleinen niedlichen Drachen auf dem Cover, beide wollen den Teller mit den Plätzchen haben. Der Titel und die Schuppen des grünen Drachens glitzern metallisch.
    Oma Drache, sehr schön mit Lesebrille abgebildet, hat Dino-Plätzchen gebacken. Während Zacki der Oma hilft, ist Babydrache Zisch schon alle Kekse auf. Als er sieht, dass seine Schwester noch Kekse hat, isst er die auch auf. „Du bist gemein!“ schimpft Zacki zu Recht, doch Zisch kontert, er habe Hunger gehabt.
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    Daraufhin beschimpfen sich die zwei und speien Feuer. Als Zacki weint, entschuldigt sich der Babydrache und Oma schlägt vor, neue Plätzchen zu backen. So sitzen alle am Ende um den Tisch und finden „Ohne Streit ist es wirklich viel schöner.“
    
    Eine einfache kleine Geschichte mit schönen Bilder und kurzen Sätzen, die eine tägliche Situation widerspiegelt. Entschuldigen und Vertragen ist der Rat an alle Streitenden.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Das geheime Leben der Pupse und Rülpser

    Das geheime Leben der Pupse und Rülpser

    Marionna Tolosa Sisteré

    Raymond McGrath

    Knesebeck

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Ich gebe zu, dass dieses Thema in Bilderbüchern etwas überrepräsentiert ist. Aber hier erklärt ein Sachbuch Kindern, wie es zu diesen unbeliebten Gasabsonderungen kommt.
    Pups und der Cousin Rülps stellen sich vor und wir sehen, durch welche Verhaltensweisen sie besonders häufig entstehen. So wird das Gas aus dem Sprudelwasser zum Rülpser, dass kennt jeder. Der Pups besteht aus anderen Gasen, die sogar brennen können. Anhand eines aufgeklappten Menschen sehen wir, was beim Verdauen geschieht. 
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    Ungewöhnliches zeigen die nächsten Seiten, Wettpupsen oder Rülpsen oder gar eine Furzofonie werden beschrieben. „Bis zu 25 Pupse pro Tag sind normal“ und auch Tiere können das. Bekannte Männer habe sich zum Thema geäußert, eine sind pro, anders contra. Einige Pupse haben es sogar zu einiger Popularität gebracht. Der längste Rülpser (1 Min. 14 Sek.) steht sogar im Guinness-Buch. Ein kleines Quiz fragt das Wissen ab und ganz besonders gut gefällt mir die Seite, auf der die Begriffe in andere Sprachen übersetzt wurden. So heißt der Rülpser auf Tschechisch „krk“ und der Pups wird auf Japanisch „geppu“ ausgesprochen. 
    
    Kleine kurze Textfelder und viele Bilder machen dieses Thema zum Wissensgebiet, wer weiß, wo man damit punkten kann.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Dann geh doch die Welt retten

    Dann geh doch die Welt retten

    Inéz Maria Jiménez

    Carlsen Clips

    Verlagsempfehlung ab 13 Jahre

    Die fünfzehnjährige Sofie sieht ein Video, in dem eine Schweintransporter einen Unfall hat. Das nimmt sie derart mit, dass zukünftig auf Fleisch verzichten möchte. In ihrer Familie stößt sie da auf wenig Verständnis und auch ihre Freunde reiben sich immer mehr daran, dass Sofie bei vielem fragt, was das mit der Umwelt tut. So hat sie eine Mitschülerin verärgert, weil sie ihr vorwarf in Billigläden zu kaufen. Da sie mit ihre verständlichen Vorwürfen nicht sehr diplomatisch vorbringt, ist schnell die ganze Klasse gegen sie und sie verliert sogar ihre beste Freundin Olivia.
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    „Öko-Schlampe“ nennt sie ausgerecht Marc, in den sie etwas verliebt ist. 
    Als der Klassenlehrer den Klimawandel zum Thema macht, erarbeitet Sofie ein fundiertes Referat, doch die Klasse glaubt nicht an die von ihr vorgebrachten Fakten. Sie wollen sich nicht einschränken und finden viele Argumente dagegen. So entschließt sich Sofie zum Streik und obwohl die Schulleitung den mit Hilfe ihrer Eltern beendet, wird eine Klima-AG ins Leben gerufen. Aber erst ein Unglück bringt die anderen zum Umdenken.
    
    Klimaretter*innen scheinen trotz Greta immer noch allein zu stehen. Ganz schlimm wird es dann, wenn sie, wie Sofie, noch gemobbt werden. Das Buch wird mit viel Gefühl, aber auch klaren Fakten erzählt. Sicher werden die Leser*innen sich weiter informieren und ihre Haltung überdenken. Vielleicht sollten sie es aber auch ihren Eltern zum lesen geben, vielleicht wird dann doch die nächste Kreuzfahrt abgesagt.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Detektiv Parzival Po 16.2. Das Geheimnis der Frau Purpur

    Detektiv Parzival Po 16.2. Das Geheimnis der Frau Purpur

    Troll das sind Yoko Tanaka und Masahide Fukasawa

    dtv Reihe Hanser

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Seinen Namen hat Parzival nicht von irgendwo, sein Gesicht ähnelt schon sehr einem Po, wie wir auf dem Cover sehen können. Er lebt in Japan über einem Café und liebt Tee und Süßkartoffelkuchen. Sein etwas Assistent ist Brown „ein kleiner Dussel“, dem er alles genau erklärt. Während die beiden sich über einen Serieneinbrecher unterhalten, kommt eine Dame, die sich Frau Purpur nennt und in dieser Farbe gekleidet ist. Sie bittet den Detektiv in einer Familienangelegenheit im Hilfe.
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    Erste Informationen erhalten wir aus einer Zeitungsseite, dann gilt es einen verschlüsselte Nachricht zu entziffern. Diese führt uns auf eine Süßkartoffelfelde und wieder ist Pos Kombinationsgabe gefragt und damit sind auch wir Leser gefragt zu überlegen und Schlüsse zu ziehen. Der Fall ist nicht ganz einfach zu lösen, dafür aber interessant angelegt.
    Der zweite Fall liegt zeitlich direkt nach der Lösung des ersten Falles und diesmal spielt sich alles im Detektivbüro ab. Viele Indizien und Beobachtungen lassen Schlussfolgerungen zu, die den Fall lösen. 
    
    Dank der großen Schrift und der vielen bunten Bilder ist das Buch leicht zu lesen. Zusätzlich gibt es noch einige Aufgaben, ein ist im Inneren des Umschlags versteckt. Der erste Band einer Reihe, die sicher auch bei deutschen Kinder gut ankommt.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Ein total genialer Mummeltag – Oder: Was uns hilft, wenn nichts nach Plan läuft

    Ein total genialer Mummeltag – Oder: Was uns hilft, wenn nichts nach Plan läuft

    Nora Imlau

    Pe Grigo

    Carlsen

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Die Mummel sind sehr niedliche Monster, sie haben unterschiedliche Farben und Behaarungen. Auf dem schönen bunten Cover sind alle zu sehen. Sonntagmorgen liegt das kuschligweiche Mummel noch ruhig im Bett und hofft noch auf etwas Ruhe, als das Geschrei nach Frühstück los geht. Es gibt Pfannkuchen mit Marmelade und dabei wird überlegt, was man heute machen könne. Doch dann wird erstmal das Wetter angeschaut „Keine Sonne, kein Schnee, nicht mal Regen“ das bedeutet Hallenbad. Das kuschligweiche Mummel packt Taschen und Rücksäcke.
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    Nur das coole Mummel, das lieber auf's Smartphon schaut und Musik über Kopfhörer hört, will einfach nur im Liegestuhl chillen. Fast geht es los, als das gelb getupfte Mummel eine Pfütze ins Bad macht und dann braucht Minimummel noch etwas Milch. Doch als die Truppe am Monsterbad ankommt, ist es geschlossen. „Das grün gescheckte Mummel packt die Wut“ wegen des Geschreis bekommt das orange Mummel Angst und muss getröstet werden. Doch dann hat das kuschelweiche Mummel eine tolle Idee und nach einer Suche im Internet gehen alle zu einer schönen Wiese mit Bach. Hier wird gepicknickt und gespielt und am Abend zu Hause haben alle auf die Frage „Was war heute nicht so schön, was mittelschön und was war gut?“ eine Antwort. 
    
    Am Ende wendet sich die Autorin und Familienexpertin an die Erwachsenen. „…wenn wir uns selbst angewöhnen, verpatzte Situationen so oft es geht als Chance für andere Abenteuer zu betrachten, gucken sich unsere Kinder diese Strategie von uns ab.“ Eine sehr gute Anregung, die wir uns zu eigen machen sollten.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Mein Ball da oben, ich hier unten

    Mein Ball da oben, ich hier unten

    Elisenda Roca

    Rocio Bonilla

    Jumbo

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Diese Figuren mit den großen Köpfen, die Rocio Bonilla zeichnet, gefallen mir einfach zu gut. Der kleine Junge auf dem Cover spielt mit dem Ball und schießt ihn in einen Baum. „Oh, oh, der Ball!“ ist ein Ausspruch, der sich immer wiederholen wird. Das sagt auch die alte Frau, die helfen möchte, leider ist schon zu alt. Als nächstes kommt ein starker Mann, der dann doch nicht stark genug ist. Es folgt eine sportliches Mädchen, dass dann doch den Stamm nicht erklimmen kann. Auch die Basketballspielerin ist nicht groß genug, um an den Ball zu gelangen.
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    Nach mehreren Fehlversuchen kommt ein Mädchen, das die richtige Lösung weiß.
    Natürlich geht es nur gemeinsam und um das zu sehen, muss man das Buch hochkant halten. 
    
    Immer, wenn ein neuer vermeintlicher Helfer ins Bild kommt, wird der Text um die letzte Figur ergänzt, so kommt am Ende eine ganze Reihe Leute zusammen und diese Wiederholung finden die Kinder einfach toll. Aber das Strahlen meiner keinen Enkelin, als alle übereinander an den Ball kommen, machen das Buch zu einem besonderen Bilderbuch.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Schnabeltier Deluxe

    Schnabeltier Deluxe

    Sarah Jäger

    Rowohlt

    Verlagsempfehlung 14 Jahre

    „Wenn ich schon an einem neuen Ort lebe, an dem mir 2098 der 3000 Menschen komplett fremd sind, dann kann ich mich wenigstens neu erfinden, denke ich mir”.
    Ein Plan, den Kim schnell wieder verwirft, sie lässt die Haare zwar wachsen, aber eher aus Faulheit oder vielleicht, um den Jungen, der im Friseursalon arbeitet, zu meiden? Dieser lässt sich von ihrer Missmutigkeit bei der Arbeit an der Tankstelle nicht abschrecken und kommt immer wieder, jedes Mal mit Haarreif, Kleingeld für Erdnussschokoriegel und ganz vielen Fragezeichen.
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    Eine Freundschaft oder was-auch-immer mit ganz eigener Dynamik entsteht. Manchmal kommt in Kim trotzdem das hoch, was sie überhaupt in dieses Dorf geführt hat: Die Wut. Sie kann sich beim listigen Busfahrer, der garstigen Tante und dem nervigen Jungen in der Schule einigermaßen zurückhalten, doch irgendwann platzt es aus ihr heraus, sehr zum Nachteil der neuen Freundschaft oder dem was-auch-immer mit Alex(andra) Sofie.
    Kim ist ein sympathischer Charakter, auch wenn ihr Verhalten andere Bände spricht. Janne ist mit all seinen Fragezeichen und seinem ruhigen Gemüt ein wunderbarer Ausgleich und die beiden Teenager tun sich so gut, dass man es sogar durch gedruckte Seiten spürt. Auch Alex(andra Sofie) passt gut in das Gefüge, Sarah Jäger hat ihrer Figur einen genau richtigen Anteil an der Geschichte gegeben, allerdings wird dieser meiner Meinung nach im Klappentext überschätzt. Kim hatte es alles andere als leicht. Ein wenig verdrossen, aber eigentlich ziemlich gewitzt, konstatiert sie, was in ihrer Umwelt so los ist, für so eine robuste Schale, doch sehr feinfühlig. Janne ist einfach liebenswert, eher unabsichtlich lustig, aber auch mit Problemen des Erwachsenwerdens konfrontiert. Wer sagt, dass man sich dieser Phase des Lebens alleine stellen muss? Und wer sagt, dass man dafür in einer Beziehung sein muss? Und wer sagt, dass nur Schnabeltiere ein Mischwesen sein können?
    
    Sarah Jäger hat eine ganz besondere Art, von Jugendlichen zu erzählen und ihre Perspektiven einzunehmen. Eine auffällige, aber nicht zu gewollte Ausdrucksweise macht auch ihren neuen Roman wieder poetisch, aber gleichzeitig so realistisch und nahbar. Gerne hätte ich mehr von den beiden (oder den dreien) gelesen, da ich das Ende allerdings besonders gelungen fand, verzeih ich dem Roman, dass es eins hat. 
    
    Raphaela Brosseron

    Die wütende Kim, die von der Schule fliegt und auch zu Hause viel Distanz zur Mutter braucht, weil beide der Nähe nicht trauen und sie nicht ertragen können. Am Anfang habe ich Kim wegen ihrer wütenden Aktion, die auch Kraft brauchen für einen Jungen gehalten. 
    Um eine neue Schule für Kim zu finden, wendet sich die Mutter an einen Ex-Freund und so landet Kim in einem kleinen Dorf. Hier muss sich Kim zunächst mit dem Busfahrer und dann mit der grandigen Tante, deren Bastelzimmer sie bewohnt, auseinandersetzen. 
    Um die von ihr verursachten Schäden zu bezahlen, sucht sich Kim einen Job in einer Tankstelle. Hier führt sie interessante Gespräche mit dem Friseursohn Janne, der keine geraden Ponys schneiden kann. Um auf Distanz zu bleiben, nennt sie die Verbindung „Bekanntschaft“. Janne ist ein fröhlicher junger Mann, der sich auch von Kims abweisenden Art nicht entmutigen lässt. Mit Alex(andra Sofie) taucht noch eine scheinbar angepasste junge Frau auf, die ebenfalls Gefühle auslöst. 
    Kims vordergründiges Gefühl ist die (Zerstörungs-)Wut, doch je mehr man von ich erfahre umso mehr kann ich sie verstehen. Ihre Feinfühligkeit hat sie sehr tief unter ihrer rauen Schale versteckt und ich freue mich für sie, dass der Aufenthalt in diesem keinen Dorf und die Bekanntschaft mit Janne, dem Wut fremd zu sein scheint, ihr guttut. 
    
    Sarah Jäger schafft es mit diesem Buch wieder mich in die Welt einer Jugendlichen zu entführen, die es mit ihrem Leben nicht einfach habt. Dazu benutzt sie ein Sprache, die in mir ein breites Spektrum an Gefühlen aufkommen lässt. 
    
    Dagmar Mägdefrau