• Heute fahren wir nach Anderswo   

    Heute fahren wir nach Anderswo   

    Klaus Baumgart

    Baumhaus

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Schon auf dem Cover sehen wir die beiden Kinder in dem gemalten Auto losfahren. Das kleine Mädchen hat den roten Stift in der Hand.
    Klaus Baumgart wird uns als Autor vorgestellt und er sitz zusammen mit seinem Oskar in einem gemalten Auto, denn dieser Enkel hat ihn beim Illustrieren des Buches unterstützt.
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    Und dann sehen wir den Jungen im Buch, der auch Oskar heißt, er langweilt sich. Da sieht er das Mädchen und sie hat „Elfenkreide“ dabei. Obwohl Oskar meint „So was gibt es doch gar nicht“ schaut er ihr beim Malen zu. Und schon ist da das rote Auto zu sehen in das die beiden einsteigen und nach Anderswo fahren. Sie fahren hoch und runter und Oskar spürt das im Magen. Es geht rein und raus, sie sind groß und klein, langsam und schnell. Aber dann taucht ein Riese auf und der hilft ihnen weiter, weil sie sich verfahren haben. Nach dem tollen erlebnisreichen Tag liegt Oskar im Bett und denkt an Morgen.
    Die real gezeichneten Kinder bewegen sich in einer von Kinderhand gemalten Welt und dieser Gegensatz fasziniert mich sehr. Die Kinder werden sich in den Zeichnungen wiederfinden und können selbst so eine Welt erfinden und zeichnen. Was kann da nicht alles entstehen? Ein Bilderbuch voller Abenteuer und über eine ganz liebevolle Freundschaft.

    Dagmar Mägdefrau



  • Nadja und Elias feiern Pessach

    Nadja und Elias feiern Pessach

    Eva Lezzi

    Anna Maria Praßler

    Cyndia Hartke

    Vermes- Verlag

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Tante Darja hebt das Glas, auf dem festlich gedeckten Tisch steht der große runde Sederteller mit den Speisen, die alle eine symbolische Bedeutung haben. 
    Nadja und Elias sind befreundet und als sie am Spielplatz auf dem Klettergerüst sitzen, lädt Nadja ihren Freund zum Pessachfest zu sich nach Hause ein.
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    Nicht nur die Männer tragen eine Kippa, auch die emanzipierte Tante vom Cover trägt eine bunte Kippa. Auf den Teller liegt ein kleines Buch, die Hagadda, darin steht die Geschichte des Auszugs aus Ägypten, die gleich in unterschiedlichen Sprachen vorgelesen wird. Da der nette Großvater aus Russland stammt wird, Elias nicht nur auf Deutsch, Hebräisch sondern auch auf Russisch begrüßt. 
    Wir nehmen an diesem wichtigen jüdischen Fest zusammen mit Nadjas Familie, Elias und seinem Vater teil. Wir erfahren, wie der Ablauf ist und warum in den nächsten Tagen Mazzen, ungesäuertes Brot, gegessen wird. Pessach ist mir vom Namen her ein Begriff und ich weiß auch, dass dieser Termin mit unserem Osterfest zusammenhängt. Im Alten Testament wird uns berichtet, dass Gott die Juden aus der Sklaverei in Ägypten befreit hat.
    Die Illustrationen zeigen uns sehr realistisch die einzelnen Abschnitte der Feier und der Text erklärt, warum alles genauso ablaufen muss. Ich habe mich so gefühlt, als wenn ich ebenfalls zu Gast wäre. Unterhaltsam, informativ und sehr gut verständlich zeigt uns dieses Bilderbuch etwas über die jüdische Kultur und ich finde es sehr wichtig, etwas darüber zu erfahren. Denn was man kennt, ist nicht mehr fremd. Auf den letzten beiden Seiten gibt es noch einige Sachinformationen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Denni, Klara und das Haus Nr. 5    

    Denni, Klara und das Haus Nr. 5    

    Brigitte Werner

    Birte Müller

    Freies Geistesleben

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Auf dem Cover stellen sich bereits Denni, Klara, die zunächst unfreundliche Nachbarin Frau Schönegans und der Hund Lothar, „der beste Bluthund aller Zeiten“ vor. Auch im Buch gibt es eine Menge Zeichnungen zur Geschichte, die, obwohl einfach gestaltet, viel aussagen.
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    Im Haus Bebelstraße Nummer 5 ziehen neue Leute ein und Klara freut sich, als sie ein Schmusetier in der Umzugskiste entdeckt. Dieser himbeerrote Hase namens Rübe gehört Denni, der dann auch gleich auftaucht und Klara mit seiner freundlichen Art sofort von sich einnimmt. Nachdem Denni seinem Papa Bescheid gesagt hat, darf er zu Klara nach Hause und so lernt er dann Hugo kennen, den Bären von Klara. Zusammen verbringen die beiden Zeit, in der sie Klaras Essen gemeinsam aufessen. Dabei bemerkt Denni, dass „Erbsen voll okay“ sind und Klara ergänzt, „Voll okay, dieser Tag“. Am Abend freut sich Mama, dass Klara jetzt jemanden zum Spielen hat. Am nächsten Tag schimpft Frau Schönegans mit den beiden, weil sie in der Mittagpause Lärm im Flu machen. Die buntgekleidete Frau Miera aus dem Dachgeschoß weiß, dass „Das Leben Platz für alle hat!“
    Damit meint sie Denni, über den Frau Schönegans eine blöde Bemerkung gemacht hat.
    Erst zu Ende des Buches wird erwähnt, dass Denni ein Chromosom mehr hat, woraus Klara schließt, dass er deshalb auch von anderen Sachen, wie Freundlichkeit und Spaß, mehr hat. So schafft es Denni mit seiner Art, aus den Hausbewohnern sowas wie Freunde zu machen. Menschen, die sich mögen und gegenseitig unterstützen.
    Ich lege das Buch nur ungern aus der Hand, denn es ist ein Buch, das ich gerne weiterlesen möchte. Ich möchte noch mehr von der guten Laune und der netten Art dieser Menschen erfahren. Obwohl es auch ein paar sehr traurige Tage gibt, halten am Ende alle zusammen und gerade die strenge Frau Schönegans verwandelt sich zu einer verständnisvollen alten Dame, der ich gerne nacheifern möchte. Neben dem liebevollen Inhalt lebt das Buch von seinen wunderschönen Wortschöpfungen und deren besondere Anwendung durch Denni.
    „Ich wundere.“

    Dagmar Mägdefrau
  • Die verborgenen Bilder    

    Die verborgenen Bilder    

    Maja Ilisch

    Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Frieke hat eine unbändige Wut, denn ihr Leben hat sich, nachdem ihr Vater sich in einen Mann verliebt hat, im Schlechten verändert. Sie muss mit ihrer älteren Schwester und ihrer Mutter in ein Mietshaus, in eine Wohnung ziehen. 
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    Das einzig tröstliche sind Zeichnungen, die ein Mädchen vor langer Zeit auf die Wand ihres Zimmer hinterlassen hat. Wenn Frieke ihre Hände auf die Zeichnungen legt, reit in das Jahr 1928 zurück und dort trifft sie auf Ilsabeth. Sie ist wie Frieke 12 Jahre alt und wohnt mit ihrer großen Familie in der Wohnung, die Friekes Mutter gemietet hat. Ilsabeth hat die Gesichter auf die nackte Wand gemalt und eine der Figuren ist eine Schauspielerin. So kommt es, dass beide gemeinsam in einen Stummfilm gehen.  Begleitet werden sie von Ilsabeths großem Bruder, der schon studiert. Frieke ist entsetzt, als sie beim Kaffeetrinken von seiner Judenhetze hört. Doch kann sie etwas ausrichten? Sie soll ja nicht in den Lauf der Geschichte eingreifen.
    Mit Entsetzen muss Frieke feststellen, dass sie sich einige der Ansichten aus der Zeit als Hitler schon ein Thema war, angeeignet hat. Erst als ein schreckliche Tat, die ihren Vater ins Krankenhaus bringt, rüttelt sie auf.
    Faszinierend wie die Autorin es mit dieser Zeitreise schafft, uns die Zeit der 1920er Jahre lebhaft näher zu bringen. Wir lernen mit Frieke diese nette Großfamilie kennen und erleben, wie sie von Hitlers Ideen überzeugt sind. Aus dem Rückblick sehen wir die Gefahr, aber wir sollten auch die heutige Gefahr erkennen und nicht genau wie die Familie Vossen blind Versprechungen glauben. So ist der Abschluss des Buches mit der Teilnahme an einer Demo gegen Rechts ein hoffnungsvoller Abschuss des Buches. Unbedingt lesen!

    Dagmar Mägdefrau

  • Toto

    Toto

    Hyewon Yum

    Aus dem Amerikanischen von Diana Steinbrede

    Von Hacht

    Leseempfehlung ab 4 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir das kleine Mädchen und oben an der Stirn hat sie ein Feuermal, das sie Toto nennt.
    Sie überlegt, wie sie ohne dieses Mal wohl aussehen würde. Wäre sie hübsch oder unscheinbar?
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    Charlie findet es cool und schreibt ihm Superkraft zu, Oma küsst es traurig und Mama spricht von dem Kuss eines Engels. „Manchmal sehen die Leute nur Toto und nicht mich.“ - Wird sehr wirksam dargestellt durch einen Kopf mit rotem Mal, aber ohne Gesicht. Mama schneidet ihrer Tochter einen Pony, unter dem sie Toto versteckt, als sie in die Schule kommt. Am ersten Schultag findet sie direkt eine beste Freundin, sie heißt Niko und die beiden machen alles zusammen. Doch als sich das Mädchen kopfüber an eine Turnstange hängt, sieht Niko Toto. Wie wird sie reagieren?
    Eine wundervolle Geschichte über eine liebevolle Freundin, die in Toto etwas Besonderes sieht. Obwohl ihre Familie sie immer wieder aufbaut, hat das kleine Mädchen Zweifel. Sie ist unsicher, weil sie dieses rote Zeichen auf der Stirn trägt, doch ihre Schulfreundin gibt ihr das Selbstvertrauen, das sie benötigt, um stolz durch die Welt zu gehen.
    Die einfachen Bleistiftzeichnungen, in denen nur das Gesicht und Toto farbig gezeichnet sind, zeigen hervorragend die wechselnden Gefühle und die Veränderung von Toto, die damit verbunden ist. Eine Geschichte, die uns zeigt, dass vermeintlicher Makel auch etwas Besonderes sein kann.

    Dagmar Mägdefrau

  • Mori, der große Wald

    Mori, der große Wald

    Yenny Reyes

    Cesia trejo

    books.yenny.at

    Autorenempfehlung ab 3 Jahre

    Das Buch besteht aus drei einzelnen Büchern, die hier in einem Sammelband erschienen sind.
    📕Buch 1: Ein klebriger Streich
    Mori ist ein Naturparadies, in dem die Tiere als Freunde miteinander leben.
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    Zunächst sehen wir Gira, die kleine Löwin, die versucht ihren Freund, den Bären Bruno, zu wecken. Doch der Hase Diego hat eine Idee, da Bruno seinen Honig so sehr liebt, dass er ihn im Arm hält, versuchen die beiden ihm das Honigglas wegzunehmen. Da taucht der freche Vogel Alex auf und versteckt den Honig. Aber die Freunde können Bruno helfen.
    📗Buch 2: Nass bis zu den Pfoten
    Da es heftig regnet, sind alle Tiere in der Höhle des Bären Bruno untergekommen. Sie sitzen gemütlich am Feuer, aber es ist ihnen langweilig, da stellt Nala, der Fuchs, eine Frage, er möchte wissen, warum es regnet, und Bruno kennt die Antwort. Aber dann tritt der Fluss über das Ufer und alle Tiere gemeinsam machen sich an die Rettung der Tiere, die der Fluss weggeschwemmt hat.
    📘Buch 3: Die wunderschöne Nacht der Geschichten
    Die Tiere sitzen am Abend gemütlich um eine Lagerfeuer und Bruno soll eine Geschichte erzählen. So erfahren wir einiges über die Tiere des Waldes Mori. Aber die interessanteste Geschichte ist die, wie die kleine Löwin Gira in den Wald kam. Denn eigentlich ist sie ja in der Savanne zu Hause. Aber weil sie so neugierig auf Abenteuer ist, hat sie sich auf den Weg gemacht, Neues zu entdecken.
    Die Illustrationen sind sehr großformatig und farbenfroh gestaltet. Alles Tiere haben riesige runde Augen, mit denen sie uns anschauen. Der Text zeugt von der Freundschaft der Tiere und erzählt uns, wie gut sie sich unterstützen.

    Dagmar Mägdefru

  • Der Scherbenpalast      

    Der Scherbenpalast      

    Annette Mierswa

    Verlag Freies Geistesleben

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Weil Lous Mutter ein neues Engagement als Schauspielerin angenommen hat, zieht die Familie von Hamburg nach Mannheim. Lou ist entschlossen, sich gegen diese Entscheidung aufzulehnen und sie benimmt sich sehr peinlich in der neuen Umgebung. 
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    Obwohl die Eltern sich sehr bemühen, ihre Wünsche zu erfüllen, verärgert sie Nachbarn, Lehrkräfte und Mitschüler*innen. Sie ist einfach nur wütend, weil sie ihre beste und längste Freundin zurückgelassen hat. In der Theatergruppe, wo sie die Hauptrollen gespielt hat, gab es Damian, auf dessen Freundschaft sie gehofft hat. Die alte Nachbarin Freya mit dem Mammutbaum im Garten, die an ihrem Scherbenpalst baut, ist die erste mit der Lou spricht. Dann taucht Sari auf, eine fröhliche Chaotin, die sich selbst als Fettnapf-Queen bezeichnet und die mit ihrer humorvollen Art Lou immer wieder zum Lachen bringt. Sie kennt sich aus in Mannheim und wirkt als Statistin beim Theater mit.
    Besonders Freya ist eine ungewöhnliche Person, sie hat einiges erlebt in ihrem Leben und gibt den Menschen angelehnt an die vielen Planzen in ihrem Garten Namen. Lous Eltern sind bereit, für das Glück ihrer Tochter einiges in Kauf zu nehmen, doch dann entwickelt sich alles ganz anders.
    Julia „Butterfly“ Hill ist eine amerikanische Umweltaktivistin, die u.a. einen Mammutbaum durch ihren Protest gerettet hat. Ihre Aktion spielt im Buch eine bedeutende Rolle.
    Für mich benahm sich Lou mit ihren wütenden Aktionen mehr wie ein Kleinkind, immer wieder zerstörte sie alles und es gab viele Tränen und einige traurige Schicksale in der Geschichte. Aber es gab durchaus auch lustige und bewegende Szenen.
    Und eine Rolle spielt auch die Stadt Mannheim, die am Anfang Kackmannheim genannt wurde.

    Dagmar Mägdefrau

  • Vom Glück unserer Freundschaft    

    Vom Glück unserer Freundschaft    

    Jake Biggin

    Übersetzung: Carola Kessel

    DK

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Sehr edel sieht das Cover aus mit seinen goldenen Buchstaben. Da sitzt das kleine Mädchen am Meer und neben ihr ihr Hund, der ihr wohl etwas sagen will.
    Und „sprechen“ kann der kleine Dackel dann auch und er gibt weise Dinge von sich.
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    Aber zunächst fragt er Anna, was sie hat, denn sie liegt mit einem Kissen vor dem Gesicht zusammengekauert auf dem Bett. „Ach, nicht so wichtig“ lautet ihre Antwort. Doch der Hund widerspricht und sagt ihr, dass sie Freunde sind. 
    Annas Körperhaltung bleibt abweisend, während wir ihr Gesicht nicht wirklich sehen können. Ihr Gesicht bleibt auch bis auf wenige Ausnahmen am Ende des Buches ohne Merkmale, aber ihr Körper zeigt sehr genau ihre Gefühle. Die einzelnen Doppelseiten sind wundervoll zart mir Aquarellfarben illustriert, die beiden Freunde sind fließend mit Tusche gezeichnet und so bleibt alles weich.
    Ein schön gestaltetes Buch mit vielen aufbauenden Aussagen. Ich finde ja immer, dass diese Bücher was für Erwachsene sind, die Freude an den wahren Aussagen über Freundschaft haben.

    Dagmar Mägdefrau

  • Starfish 

    Starfish 

    Lisa Fipps

    Aus dem Englischen von Meritxell Piel

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 11 Jahre

    „Ein großartiges Buch über ein großartiges Mädchen“ steht als Untertitel auf dem Cover und ich kann das voll und ganz bestätigen.
    Eliane Elizabeth Montgomery-Hofstein, kurz Ellie oder El, wie die wenigen Freunde sie nennen, lebt in Texas und ihre Figur entspricht nicht den Maststäben ihrer Umwelt, denn Ellie ist dick.
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    Sie hat zwei ältere Geschwister, eine Mutter, die als Journalistin tätig ist und einen Vater, der Psychiater ist. Ellie liebt es zu schwimmen, aber als sie eine A---bombe macht, sagt ihre Schwester „Platschi“ zu ihr und so wir Ellie für alle Platschi, der Wal. In der Schule gibt es zwei Mädchen, die Ellie immer wieder aufs schlimmste mobben. Und weil ihre Freundin wegzieht, steht sie dieser gemeinen Bande allein gegenüber. Ihre Mutter versucht Ellie immer wieder zu Diäten zu zwingen, während ihr Vater versucht sie zu stärken. 
    Ellie, die gerne Schriftstellerin werden möchte, scheibt diese Buch aus ihrer Sicht und mit ganz kurzen Kapiteln und ebenso kurzen Sätzen. Eine eindringliche, poetische Sprache, die leicht zu lesen ist und so eindrucksvoll Ellies Gefühle darstellt.
    Wie habe ich mit Ellie gelitten und wie habe ich ihr gewünscht, dass sie sich liebt und verstanden fühlt. Zum Glück gerät sie an eine Therapeutin, die sie mit ungewöhnlichen Methoden und viel Einfühlungsvermögen unterstützt. So lernt Ellie sich zu wehren, ohne anzugreifen, was mich sehr fasziniert hat.
    Ein Buch über ein dickes Mädchen, schreckliche Mobbingszenen und ihre Verwandlung in einen starken Seestern. Vielen Veränderungen, vielen Tränen, aber auch tolle Freunde und einen wunderbaren Cowboy-Vater.

    Dagmar Mägdefrau
  • Das Lesefest mit Uhuwe – Band 2

    Das Lesefest mit Uhuwe – Band 2

    Christelle Saquet

    Tatjans Mai-Wyss

    Aus dem Französischen von Anna Taube

    Bohem

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Unsere drei Freunde aus dem ersten Teil „Uhuwe liest vor“ haben lesen gelernt und alle sind zusammen mit dem bebrillten Uhu hinter dem großen Buch zu sehen. Diesmal soll es ein Lesefest geben.
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    Alle drei haben schon Leckereien bereitgestellt und dann liest zuerst der Dachs vor. Doch er liest ohne Punkt und Komma in einem durch. Der Hase liest vor Angst so leise, dass man ihn nicht verstehen kann. Als dann das Eichhörnchen Silben einzeln liest und sich ständig verhaspelt, platzen die Drei vor Lachen. Am Abend berichten sie Uhuwe von ihren Problemen. Er nimmt sie mit in seine wunderschöne Baumbibliothek und sie sind fasziniert von den vielen Büchern. Mir gefällt das Bild auch ganz besonders gut und ich würde auch gerne mal dort hineinschauen wollen. Dann gibt er allen einen Rat, wie sie ihr Vorlesen verbessern können und ich glaube, das können auch viele kleine Leser*innen beherzigen. 
    Eine schöne Geschichte über das Vorlesen, denn wir alle haben lernen müssen, wie wir es am besten machen, dass die anderen uns gut verstehen können und dem Vorlesen gerne lauschen.

    Dagmar Mädefrau
  • Ein Huhn kommt selten allein

    Ein Huhn kommt selten allein

    Jowi Schmitz

    Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann

    Carlsen

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Romeo, auch Ro genannt, hört eines Abends komische Geräusche auf seinem Balkon. Dort sitzt plötzlich ein Huhn. Es gehört zu den neuen Nachbarn von gegenüber mit der Tochter Jessie, die in Romeos Klasse kommt. 
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    Jessie weiß auch, wie es ist, wenn ein Elternteil stirbt. Das ist schrecklich, aber für Romeo ein guter Zufall. Denn sein Vater ist schwer krank und wird bald sterben. Er wünscht sich, noch einmal in der Wüste in Amerika zu stehen. Die beiden freunden sich an und versuchen gemeinsam, Arthurs letzten Wunsch zu erfüllen.
    Sterben und Tod sind in der Gesellschaft immer noch schwierige Themen, vor allem bei jüngeren Menschen. Umso schöner fand ich es, dass sich eine Geschichte genau damit beschäftigt. Als ich das Buch gelesen habe, habe ich gelacht und auch geweint. Es ist so liebevoll, verständnisvoll und in vielen Situationen humorvoll beschrieben, dass ich das Buch sehr empfehlen kann. Die Gedanken und Gefühle sind sehr real dargestellt, und man kann viele Dinge besser verstehen, die man – wenn möglich – lieber weit von sich wegschiebt. Um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, ist dieses Buch sehr gelungen!

    Katrin Hemmerich
  • Kuschelflosse – Abenteuer tief im Meer – Das geheimnisvolle Zauber-Riff – Band 1 

    Kuschelflosse – Abenteuer tief im Meer – Das geheimnisvolle Zauber-Riff – Band 1 

    Nina Müller

    magellan

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Kuschelflosse hört im Unterwasserradio etwas über das geheimnisvolle Riff und darüber, dass dort eine Zauberschildkröte wohnt, die Wünsche erfüllen kann. Gemeinsam mit seinen drei Freunden begibt sich Kuschelflosse auf den Weg dorthin. Unterwegs erleben sie einige Abenteuer.
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    Kuschelflosse ist ein sehr schöner Auftakt einer Erstleser-Reihe, die für leicht fortgeschrittene Leseanfänger gut geeignet ist. Die Schrift ist etwas größer und die Illustrationen sind wunderbar fantasievoll und laden zum genauen Schauen und Entdecken ein. Wir haben das Buch abends gemeinsam gelesen. Mein achtjähriger Sohn hat mir mit viel Spaß vorgelesen und dabei sehr viel gelacht. Aber es wird auch immer wieder spannend. Die nächsten Bände werden jetzt sicher für uns folgen.

    Katrin Hemmerich

  • Vom Gespenst, das nicht allein sein wollte – Band 2      

    Vom Gespenst, das nicht allein sein wollte – Band 2      

    Gareth Ryans

    magellan

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    In der Dämmerung schwebt das kleine Gespenst etwas zaghaft über eine Wiese, im Hintergrund sehen wir ein düsteres Schloss. Anstatt zu spuken, gruselte sich das Gespenst selbst am meisten.
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    So allein fühlte es sich nicht wohl und es überlegt, eine Übernachtungsparty zu feiern. Ihr erster Gast sollte die Schnecke sein, doch die war viel zu langsam und würde bis zum Abend die Strecke nicht schaffen. Auch das Eichhörnchen hatte noch mit der Suche nach seinem Futterversteck zu tun. Die Henne musste noch brüten und der Frosch konnte nicht so lange ohne Wasser auskommen. So kommt es, dass das Gespenst traurig dem Mond sein Leid klagt. Als dann ein zweites Gespenst auftaucht, das tolle Ideen hat, wird alles gut und es kommt zu einer Überraschungsparty mit vielen Gästen.
    Der Text des Buches ist schon sehr lang, da muss ein dreijähriges Kind schon Erfahrung mit Büchern haben. Die Bilder sind sehr stimmungsvoll und bilden sehr schön die Nacht ab, ohne Angst zu machen.
    Wie schön, dass auch ein Gespenst nicht gerne allein sein möchte und dass es dank der Freundschaft zum Nachbargespenst so viele Freunde findet. Das Buch hat sich schon bei meinem jüngsten Enkel zum Lieblingsbuch gemausert.

    Dagmar Mägdefrau

  • Smillas Gespür für Käfer

    Smillas Gespür für Käfer

    Anne Jaspersen

    Amrei Fiedler

    Tulipan

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Die zehnjährige Smilla liebt Käfer über alles. In der Schule wird sie von einigen Mitschülern gemobbt und ist eher eine Außenseiterin. 
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    Deshalb sucht sie nach der Schule Zuflucht auf einem alten, verwilderten Grundstück mit einem kleinen roten Haus, das Fiete vor seinem Tod gehörte.Leider gerät dieser geschützte Raum, in dem sie so sein kann, wie sie ist, in Gefahr, als JayJay, ein bekannter YouTuber, das Haus für sich beansprucht. Doch als schließlich eine Investmentfirma das Grundstück kaufen und dort Eigentumswohnungen bauen möchte, verbünden sich die beiden und suchen nach einer Möglichkeit, dieses Vorhaben zu stoppen.
    Die Geschichte rund um die Rettung von Fietes Grundstück ist wunderbar erzählt und sehr schön geschrieben. Am Anfang jedes Kapitels werden Fakten zu einzelnen Käfern genannt, die jeweils inhaltlich mit dem Kapitel zusammenhängen. Passend dazu gibt es schöne Illustrationen der jeweiligen Käfer.
    Besonders hervorzuheben ist, dass Smilla mit Zügen aus dem neurodivergenten Spektrum beschrieben wird und man dadurch einen sehr einfühlsamen Einblick erhält, wie Menschen in diesem Spektrum viele Dinge wahrnehmen. Sehr schön zu lesen ist auch, wie sich die Freundschaft zu JayJay und später zu John entwickelt und wie sie gemeinsam so viel erreichen.
    Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen.

    Katrin Hemmerich


  • Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge

    Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge

    Amia von Arensberg

    Malte Zierden

    Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Das Cover zeigt Malte, der sich als Winzling an die Taube Oßkar schmiegt. Das Buch beginnt mit Malte, diesmal ist seine Größe die eines Jungen, und Phia, dem Mädchen aus dem Nachbarhaus. 
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    Die beiden schreiben sich kleine Briefe, die sie mittels eines Korbes von Haus zu Haus verschicken. Malte und Oßkar machen alles zusammen und so kommt es zu einem Unglücksfall, als Malte Oßkar einen „wunderkrummen Kaktus“ zeigt, stolpert er und einige Dornen bohren sich in den Flügel des Täuberichs. Sehr schön wird hier mit einer schwarzen Seite Maltes Schmerz über diese Verletzung dargestellt und dass er ganz klein wird, ist nachvollziehbar. So gelangt er im Korb in Phias Zimmer und durch eine Schublade in eine besondere Welt. Die beiden erleben unterschiedliche Jahreszeiten, verschiedene Fest und treffen auf den „unendlich großen“ Trost. 
    Hinter den Protagonisten des Buches stecken reale Erwachsene und Oßkar ist Maltes Taubenfreund. Das Buch erzählt poetisch eine zauberhafte Geschichte, die von Ängsten und Mut handelt, die zeigt, wie wichtig Freundschaft mit Menschen und Tieren ist und die uns den Trost zu Seite stellt, wenn wir ihn benötigen. Trost benötigen wir alle mal und hier wird er uns bildlich vorgestellt als riesige große Figur, die Malte immer zu helfen weiß. So umhüllt am Ende des Buches die drei „ein warmes Gefühl“ und das spüren wir Leserinnen und Leser, auch die Kinder.

    Dagmar Mägdefrau

  • Lea, Tom und der gelbe Luftballon

    Lea, Tom und der gelbe Luftballon

    Luitgard Péron

    tredition

    Autorenempfehlung ab 6 Jahre

    Tom und Lea sehen wir auf dem Cover, sie liegen fröhlich auf einer Wiese und beobachten einen Frosch. 
    Die beiden sind schon lange beste Freunde und gehen jetzt gemeinsam in die 2. Klasse. An den Nachmittagen treffen sie sich an ihrem „geheimen Ort“, einer Eiche, die auf einer bunten Wiese steht.
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    Wir erfahren, wie sie den Platz entdeckt haben und was sie schon Tolles zusammen hier erlebt haben. Doch diesmal hat Tom eine schlechte Nachricht, er wird in eine andere Stadt ziehen und „Lea verliert ihren besten Freund.“ Zuhause merkt Mama gleich, dass Lea ein Problem hat und als sie in Leas Zimmer kommt, erfragt sie liebevoll und einfühlsam den Grund für Leas Tränen. Sie geht auf Leas Gefühle mit viel Verständnis ein und ermutigt sie, alles zu erzählen. Mit Hilfe eines Bildes von einem Leuchtturm verbildlicht die Mama Leas Schmerz und versichert ihrer Tochter: „Ich tröste dich jetzt, ich bin bei dir.“ Später erzählt sie Lea noch eine kleine Geschichte und erklärt damit den Begriff „dein eigener Ort“, an den sich Lea zurückziehen und innere Ruhe finden kann.
    Ein sehr gefühlvolles Buch, dass die Autorin selbst passend in zarten Tönen illustriert hat. Die Mutter geht auf die Gefühle ihrer Tochter ein und nimmt sie sehr ernst. Mit ihrer ruhigen Art, ihrer körperlichen und mentalen Nähe schafft sie es, dass ihre Tochter trotz des Verlustes Trost findet.
    Im hinteren Teil des Buches werden die Leser*innen zum Mitmachen aufgefordert. Sie können malen und schreiben und sich ihrer Gefühle bewusst werden. Beim Lesen spürte ich, wie wichtig der Autorin dieses Thema ist und wie wohl überlegt und voller Liebe sie dieses Buch zusammengestellt hat.

    Dagmar Mägdefrau

  • Als die gelben Blätter fielen

    Als die gelben Blätter fielen

    Marius Marcinkevicius

    Inga Dagilė

    Deutsch von Saskia Drude

    Dressler

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Aus dem Fenster des dunklen Hauses schauen zwei Kinder, die einen Judenstern tragen, neben ihnen ist ein kleiner zotteliger Hund zu sehen. Danach lernen wir einige andere Bewohner des Gettos kennen, wir lesen ihre Namen und sehen eine Abbildung von ihnen im Einband.
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    Das Buch beginnt im Sommer 1943. Die beiden Kinder lassen auf dem Dach eines Hauses sitzend einen Drachen steigen. „Die Freiheit ist nicht da draußen, sondern hier. Im Herzen.“ Da legt Riwka dem Jungen ihre Hand auf die Brust. Ganz klein sehen wir die Kinder jetzt auf dem Dach und um sie herum in den Straßen sind viele Menschen unterwegs. Während Riwka von dem Jungen „das mutigste Mädchen der Welt“ genannt wird, hat er viele Ängste. Als der Junge, der uns die Geschichte erzählt, auf das Mädchen wartet, taucht ein großer schwarzer Vogel auf, der ihn aus „seinen kleinen Augen böse ansah.“ Aus den schwarzen Vögeln werden marschierende Soldaten, die ein Tor bauten. Wenn man durch das Tor ging, kam man nie mehr wieder. 
    Ein traurige Geschichte mit einem hoffnungsvollen Ende. Denn da steht Riwka als alte Frau und aus all den anderen sind Steine geworden. „Und ich spüre, wie in meinen steinernen Körper die Wärme zurückkehrt.“
    Mit diesem Buch wird den Juden in Vilnius ein kleines Denkmal gesetzt und das Nachwort erklärt die historischen Zusammenhänge.
    Beeindruckende Illustrationen, meist düster, aber sehr gefühlvoll. Der Text ist trotz der traurigen Erzählung voller Poesie. Mit diesem Buch ist die Kinderliteratur über die Shoa um ein eindrucksvolles Buch reicher geworden.

    Dagmar Mägdefrau

  • Ihr geht mir auf den Geist

    Ihr geht mir auf den Geist

    Jutta Nymphius

    Kathrin Rödl

    Gulliver

    Verlagsempfehlung ab 11 Jahre

    Acht Kapitel, keine 100 Seiten, viele Abschnitte und einige schwarz-weiß Bildchen machen das Buch superlesbar. 
    Jakub, der uns von den „Wiedergängern“ erzählt, sehen wir zusammen mit den beiden Untoten auf dem Cover.
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    Erst riecht er sie und dann sitzen sie plötzlich in seinem Zimmer. Arnold, ordentlich mit Krawatte, dem die Regeln wichtig sind, und der coole Dennis, der einfach macht, was er will. Die beiden hört Jakub über seine Kopfhören, während er mit seinem Freund Malik unterwegs ist, deshalb erzählt er ihm von seinem Problem. Leider mischen sich die beiden in Jakubs Leben ein und bringen ihn dazu, Dinge zu tun, die er nachher nicht erklären kann und die selbst Malik an ihrer Freundschaft zweifeln lässt.  Doch wie kann er die beiden loswerden? Auch da benötigt er die Hilfe seines Freundes.
    Mich konnte diese Geschichte nicht so recht überzeugen, allerdings bin ich auch keine Freund von Zombie-Literatur. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass jugendliche Leser*innen das ganz anders sehen. Auf jeden Fall macht es Spaß zu erleben, wie Jakub sich ganz anders verhält und damit viel kaputt macht. Sogar seinem Großvater isst er seine Lieblingstorte weg.

    Dagmar Mägdefrau