• Pizza Piet – Das erste Stück Magie – Band 1            

    Pizza Piet – Das erste Stück Magie – Band 1            

    Carrie Sellon

    Sarah Horne

    Aus dem Englischen von Susane Seidita

    WooWBooks

    Leseempfehlung ab 9 Jahre

    Piet und sein Vater haben eine kleine Pizzeria in Accringham. Doch seit vor Kurzem eine von Robotern betriebene Pizzeria in der Nähe eröffnet hat, bleiben die Gäste aus und Piets Papa kann die Rechnungen kaum noch bezahlen. Als Piet gemeinsam mit seiner Freundin Anna auf dem Dachboden einen Koffer voller magischer Tränke entdeckt, haben die beiden eine Idee, wie sie die Pizzeria doch noch retten können. 
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    Die „magischen“ Pizzen verkaufen sich plötzlich hervorragend – bis das Chaos ausbricht.
    Ich habe die Geschichte gemeinsam mit meinem Sohn an vier Abenden gelesen. Wir hatten viel Spaß dabei und es fiel uns jedes Mal schwer, das Buch aus der Hand zu legen, weil die Handlung so spannend ist.
    Besonders gut gefallen hat mir, dass das Buch auch ernste Themen aufgreift. Nach einem Vorfall im Schwimmbad traut sich Piet zunächst nicht mehr, das Haus zu verlassen oder in die Schule zu gehen. Es wird einfühlsam gezeigt, wie groß Ängste sein können, aber auch, dass man sie mit der Unterstützung von Freunden Schritt für Schritt überwinden kann. Die Geschichte vermittelt jungen Leserinnen und Lesern auf schöne Weise, wie wichtig Freundschaft ist und dass man manchmal nur ein Prozent mehr Mut als Angst braucht.
    Die Geschichte ist einfach und altersgerecht geschrieben, sodass auch Neunjährige sie gut selbstständig lesen können, ohne frustriert zu werden, weil der Text zu anspruchsvoll ist. Die Illustrationen sind wunderschön gestaltet und passen jederzeit hervorragend zur Handlung.
    Insgesamt ist es ein gelungener Auftakt der Reihe. Wir haben uns direkt den zweiten Band geschnappt und sind schon gespannt, welches Abenteuer Piet als Nächstes erlebt!

    Katrin Hemmerich

  • Freiheit für die Waldwiesel

    Freiheit für die Waldwiesel

    Stepha Quitterer

    Barbara Jung

    Gerstenberg

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre


    Das Wiesel Piet muss in die große Stadt! Er ist der Einzige, der einer großen Aktion entkommen ist, bei der alle Wiesel des Waldes – seine Mutter und Schwester Cilli eingeschlossen – gefangen wurden. Für Piet ist klar, dass er alle aus der „Wiesel-Fabrik“ in der Stadt retten muss. Aber wie kommt er in die Stadt? Und wie kann er die Wiesel befreien?

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    Im Laufe seiner Mission begegnet Piet Tieren, die ihm helfen, wie den Siebenschläfer Hugo oder die Kanalratten. Gleichzeitig lernt er, dass nicht nur die Menschen eine Gefahr für Tiere sein können. Da ist der Marder Toni, der rücksichtslos Tiere ausbeutet, oder die speziell gezüchteten Riesenhunde, die die Fabrik bewachen.

    Stepha Quitterer hat mit viel Fantasie und Sprachwitz eine Tierwelt geschaffen, die ein Spiegelbild der Menschenwelt ist. Manches ist witzig, wie etwa „Junge Dachsfamilie, 5 Kinder, reinlich, gebildet, solides Einkommen, sucht dringend Wohnung im Kiez. Ab 20 Wohnkammern, mindestens 10 Eingänge“, oder der Glaube der Ratten, dass die Menschen ihnen in den Tagen vor Silvester „per Klospülung extra Bratenreste und Unmengen Klöße, Kartoffelbrei und Rotkohl schenken“. Vieles lässt einen aber auch schlucken wie z.B. die Vorurteile, die die Tiere untereinander hegen.

    So hat Piet einen „Krähen-Bruder“, der als Küken von Piet und seiner Mutter vor dem Verdursten gerettet wurde. Offiziell aber können Wiesel und Krähen nicht befreundet sein, denn „Krähen sind voller Läuse“, „nehmen es mit der Pünktlichkeit nicht so genau“ und „klauen alles, was nicht niet- und nagelfest ist“.

    Besonders bedrückend ist auch der Moment in dem Piet klar wird, dass alle anderen Waldtiere von der „Entwieselung des Waldes“ wussten, aber keiner den Wieseln half, um sich nicht selbst zu gefährden. So machen sich die Eichhörnchen zu Gehilfen dieser Aktion. Und in der „Fabrik“ sind Wiesel als Aufseher eingesetzt, die keine Gnade mit ihren Artgenossen kennen.

    Dieses Buch gibt viel Stoff zum Nachdenken und miteinander reden. Nicht zuletzt über die Haltung des Siebenschläfers Hugo, der überzeugt ist, für Piet verantwortlich zu sein, weil er sich entschieden hat, ihm das Leben zu retten: „Ich muss zu dieser Entscheidung stehen. Dafür sorgen, dass es eine gute Entscheidung war.“

    Eine tolle Abenteuergeschichte, die ganz nebenbei viele wichtige Werte vermittelt – mit schönen Illustrationen. Sehr lesenswert!

    Beate Böhm