• Freiheit für die Waldwiesel

    Freiheit für die Waldwiesel

    Stephan Quittieren

    Barbara Jung

    Gerstenberg

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre


    Das Wiesel Piet muss in die große Stadt! Er ist der Einzige, der einer großen Aktion entkommen ist, bei der alle Wiesel des Waldes – seine Mutter und Schwester Cilli eingeschlossen – gefangen wurden. Für Piet ist klar, dass er alle aus der „Wiesel-Fabrik“ in der Stadt retten muss. Aber wie kommt er in die Stadt? Und wie kann er die Wiesel befreien?

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    Im Laufe seiner Mission begegnet Piet Tieren, die ihm helfen, wie den Siebenschläfer Hugo oder die Kanalratten. Gleichzeitig lernt er, dass nicht nur die Menschen eine Gefahr für Tiere sein können. Da ist der Marder Toni, der rücksichtslos Tiere ausbeutet, oder die speziell gezüchteten Riesenhunde, die die Fabrik bewachen.

    Stepha Quitterer hat mit viel Fantasie und Sprachwitz eine Tierwelt geschaffen, die ein Spiegelbild der Menschenwelt ist. Manches ist witzig, wie etwa „Junge Dachsfamilie, 5 Kinder, reinlich, gebildet, solides Einkommen, sucht dringend Wohnung im Kiez. Ab 20 Wohnkammern, mindestens 10 Eingänge“, oder der Glaube der Ratten, dass die Menschen ihnen in den Tagen vor Silvester „per Klospülung extra Bratenreste und Unmengen Klöße, Kartoffelbrei und Rotkohl schenken“. Vieles lässt einen aber auch schlucken wie z.B. die Vorurteile, die die Tiere untereinander hegen.

    So hat Piet einen „Krähen-Bruder“, der als Küken von Piet und seiner Mutter vor dem Verdursten gerettet wurde. Offiziell aber können Wiesel und Krähen nicht befreundet sein, denn „Krähen sind voller Läuse“, „nehmen es mit der Pünktlichkeit nicht so genau“ und „klauen alles, was nicht niet- und nagelfest ist“.

    Besonders bedrückend ist auch der Moment in dem Piet klar wird, dass alle anderen Waldtiere von der „Entwieselung des Waldes“ wussten, aber keiner den Wieseln half, um sich nicht selbst zu gefährden. So machen sich die Eichhörnchen zu Gehilfen dieser Aktion. Und in der „Fabrik“ sind Wiesel als Aufseher eingesetzt, die keine Gnade mit ihren Artgenossen kennen.

    Dieses Buch gibt viel Stoff zum Nachdenken und miteinander reden. Nicht zuletzt über die Haltung des Siebenschläfers Hugo, der überzeugt ist, für Piet verantwortlich zu sein, weil er sich entschieden hat, ihm das Leben zu retten: „Ich muss zu dieser Entscheidung stehen. Dafür sorgen, dass es eine gute Entscheidung war.“

    Eine tolle Abenteuergeschichte, die ganz nebenbei viele wichtige Werte vermittelt – mit schönen Illustrationen. Sehr lesenswert!

    Beate Böhm

  • Wilde Woche – Montags ist immer Safari – Band 1

    Wilde Woche – Montags ist immer Safari – Band 1

    Johanna Prinz

    Stefanie Jeschke

    cbj

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Pippa, das Erdferkel und ihre Freunde, Horst, der afrikanische Madenhacker, der eine Giraffe sucht, die drei Erdmännchen und Manolo, der eitle Löwe wohnen zusammen an einem Wasserloch. Irgendwann haben sie entdeckt, dass montags immer die Menschen dort auftauchen, und dann spielt die kleine Gruppe ihnen ein Theaterstück vor. 
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    Manolo, der sich mit Theater spielen auskennt, Manolo, der sich mit Theater spielen auskennt, macht die Regie und manchmal wird das Stück für die Menschen so aufregend, dass sie sich übergeben müssen. Die Tiere freuen sich dann enorm über ihre gelungene Dressur. Als den Tieren ein Bauplan in die Hände fällt, der ihnen der im Gebüsch lebende Vogel Gisela vorliest, müssen sie erfahren, dass am Wasserloch gebaut werden soll. Wie schrecklich, diesen schönen Platz zum Leben verlieren zu müssen. Da kann nur das Orakel helfen, aber keiner weiß, wie es aussieht und was es ist. Also machen sich alle auf den Weg.
    Im Laufe der Geschichte wächst die Tiergruppe immer enger zusammen, sie erfahren vieles übereinander und unterstützen sich freundschaftlich. Natürlich ist die Dressur der Menschen zunächst einmal sehr witzig und die Umkehrung macht ganz besonderen Spaß. Aber neben diesem Spaß geht es auch um ernsthafte Probleme, so leidet Horst darunter, dass er trotz Qualifikation keine Giraffe hat, mit der zusammenleben kann. Zum Glück taucht dann auch eine Giraffe auf, die einen Madenhacker vermisst. Zum Schluss geht es um Arterhaltung und um Gisela, die gar nicht so hochnäsig ist. Ein Vorlesebuch, dass nicht nur den Zuhörenden Spaß bereitet. Neben dem witzigen Texten sind es die vielen schönen bunten Illustrationen, die das Buch wunderbar ergänzen. Ich freu mich auf die Folgebände.

    Dagmar Mägdefrau
  • Kali kann Kanari

    Kali kann Kanari

    Michael Roher

    Jungbrunnen

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Eines Tages landet ein Nymphensittich auf dem Balkon der Wohnung, die die neunjährige Lisbeth zusammen mit ihrer Mutter, ihrem kleinen Bruder Kali, ihrer Oma Magda und ihrem Opa Udini bewohnt. Hubert, wie Kali den Nymphensittich tauft, wird rasch von allen Familienangehörigen ins Herz geschlossen. – Aber wem gehört er eigentlich? Und was hat der Vogel mit Kentucky, Lisbeths Erzfeind, zu tun?

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    In all dem Schlamassel kommt für Lisbeth erschwerend noch dazu, dass ihre beste Freundin Mika auf einmal den Kentucky gar nicht mal so schlecht findet…

    Der österreichische Autor und Illustrator Michael Roher hat ein warmherziges Buch geschrieben, in dem neben der Frage nach dem eigentlichen Besitzer des Nymphensittichs Hubert auch weitere wichtige Fragen behandelt werden: Was passiert mit einer Freundschaft, wenn sich die beste Freundin verliebt – und noch dazu in den Erzfeind? Wie geht man mit der Tatsache um, dass der einstmals bewunderte Opa und Zauberer Udini nicht nur schwer hört, sondern auch zunehmend verwirrt ist?

    Die Handlung des Buches entwickelt einen starken Sog, dem man sich dank der witzigen Sprache, des großen Einfühlungsvermögens in die Figuren und der liebevoll gestalteten Illustrationen gerne hingibt. Ein schönes Buch zum Vorlesen! Sehr empfehlenswert!

    Beate Böhm
  • Oma, Huhn und Kümmelfritz

    Oma, Huhn und Kümmelfritz

    Michael Roher

    Jungbrunnen

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Der Kümmelfritz lebt bei seiner Oma – und mit ihnen auch noch das Huhn. Dieses ist mit einer überbordenden Fantasie und mit einem ebenso großen Selbstbewusstsein ausgestattet. Mit seinen verrückten Ideen ergänzt es sich hervorragend mit dem Kümmelfritz.

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    Zusammen erleben die zwei viele Abenteuer: Sie machen sich auf die Suche nach dem Yuti, dem geheimnisvollen Großcousins der Mutter vom Yeti, lösen das Rätsel um die Entführung von Herrn Lammbauer, dem Freund der Oma, und bestehen gemeinsam eine gruselige Camping-Übernachtung am See. Oft ist auch Maya, die Schulfreundin vom Kümmelfritz, mit von der Partie. 

    Der österreichische Autor und Illustrator Michael Roher hat ein wunderbar witziges Buch geschrieben, das sich hervorragend zum Vorlesen eignet. Es macht großen Spaß, gemeinsam über die lustigen Ereignisse, das sich ständig selbst überschätzende Huhn und die Besonderheiten der österreichischen Sprache zu lachen. Nicht zu vergessen die Angewohnheit vom Kümmelfritz, Dinge, die er toll findet, mit lustigen geographischen Namen wie "Buxtehude", "Titicacasee" oder "Lampedusa" zu bekräftigen. Da kommt man glatt auf die Idee, den Weltatlas selbst einmal zu durchstöbern. Abgerundet wird dieses tolle Kinderbuch von den Illustrationen, die ebenfalls von Michael Roher stammen.
    Unbedingt (vor)lesen!!!

    Beate Böhm