• Tanz der Tiefseequalle

    Tanz der Tiefseequalle

    Stefanie Höfler

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Monatsluchs März 2017

    Niko und Sera gehen in eine Klasse – soweit ihre Gemeinsamkeiten. Denn Sera gilt als schön und beliebt, Niko hingegen wird wegen seines Übergewichts gemobbt, doch er wehrt sich nie und scheint total gelassen zu bleiben. Vor allem Marko, der Star der Klasse, hält selten einen Spruch zurück. Allerdings gehen auf Klassenfahrt auch seine Annäherungsversuche bei Sera zu weit und ausgerechnet Niko kommt ihr zur Hilfe. Von da an gerät auch sie in das Visier der Klasse und erfährt, was Niko seit langem durchmacht. Sera beschäftigt sich nun viel mit Niko, dabei merkt sie, wie lustig, fantasievoll und wortgewandt dieser Junge ist, mit dem sie sonst nie geredet hätte.

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    Abwechselnd erzählen die gegensätzlichen Protagonisten in der Ich-Form, sodass die Lesenden in den Kopf von beiden gucken können. Diese Innensicht ist der Autorin feinfühlig und plausibel gelungen, schnell wird deutlich welche Auswirkungen das Verhalten der anderen Schüler*innen hat. Leider ist das Mobbing ebenfalls sehr realitätsnah dargestellt: Die Sprüche, die Kritzeleien an der Tafel, die Zuspitzung auf Klassenausflügen und die Lehrerin, die nicht viel dagegen macht.

    Obwohl es viel um die Beziehung der beiden geht, spielt die Frage nach einer Liebesgeschichte keine

    allzu wichtige Rolle. Vielmehr geht es darum, was die beiden voneinander lernen können, was gerade

    für ein Jugendbuch mit ernstem Thema eine schöne Botschaft enthält. Denn nicht immer ist das Verliebt-sein und die romantische Beziehung die Antwort oder das Happy End. So wird es nicht zu einer Klischee-behafteten “Die Schöne und das Biest”-Geschichte, denn es geht um wesentlich mehr, um Freundschaft, Mobbing, Bodyshaming, Mut und den Umgang mit Problemen.

    Raphaela Brosseron 


    Sera, ein hübsches Mädchen mit ägyptischen Wurzeln, ist beliebt in der Klasse und Marko, der Star bei den Jungs, möchte mit ihr zusammen sein.
    Niko, ein fetter, hellhäutiger Junge, der bei seiner Oma wohnt, weil die getrennten Eltern ihn nicht mehr wollten, ist das beliebteste Mobbingopfer der Klasse.

    Die kurzen Kapitel des Buches werden abwechseln und fortlaufend aus der Sicht dieser beiden Personen erzählt.

    Auf der Klassenfahrt beobachtet Niko, dass Sera von Marko bedrängt wird und schreitet ein.
    Später fordert Niko Sera zum Tanzen auf, zum Tanz der Tiefseequalle. Damit wechselt Sera die Seiten. Alle wenden sich von ihr ab und sie brennt mit Niko durch.

    So kommt es, dass die beiden sich näher kennenlernen. Bald bemerkt Sera, dass Niko wunderschöne flaschengrüne Augen hat. Sie, die immer nur kurze Sätze spricht, freut sich über die poetischen Sätze von Niko. Überhaupt mutet Niko etwas altmodisch an, er ist sehr höflich, flucht nicht und handelt überlegt. Sera merkt, dass ihr Freundschaft zu Melinda sehr oberflächlich war und stellt fest, dass Niko mit Little, einem hyperaktiven Jungen, einen richtigen Freund hat.

    Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen, vielleicht weil meine Waage auch weit über Idealgewicht steht. Das Buch ist trotz des „schweren“ Themas leicht zu lesen und humorvoll geschrieben.

    Dagmar Mägdefrau


    Ein wunderbares Buch zu einem absolut nicht solchem Thema: Mobbing! Die beiden Hauptakteure des Buches könnten unterschiedlicher nicht sein: Das wunderschöne Mädchen Sera, streng erzogen, von den Mitschülerinnen bewundert und von den Jungen begehrt – und ihr Mitschüler, der pralle, fette Niko, von allen in der Klasse nur der „Dicke“ genannt, der sein Äußeres jedoch selbst auch kritisch, aber locker sieht: „wie ein Michelin-Männchen“. Niko muss häufig mit schlimmsten Gemeinheiten rechnen wie z.B. sein Rucksack hoch im Baum hängend; nach dem Sportunterricht seine Kleidung versteckt während er unter Dusche steht … und alle amüsieren sich köstlich! Sera muss im Verlauf der Geschichte erkennen, dass ihre Freundschaft zu Melinda keine echte ist. Im Gegensatz dazu hat Niko zwei wunderbare Freunde, Little und Osman, der besonders viel Verständnis für ihn hat „…er muss es ja wissen, er ist ja schon 15 Jahre länger dick!“ Osman besitzt eine Autowerkstatt und ein Faible für Erfindungen, womit er Niko angesteckt hat. Dies wird  unter anderem auch immer wieder durch den kreativen Umgang mit Sprache deutlich, der die LeserInnen zum Teil staunen, aber auch belustigen wird. Eigene Wortschöpfungen von Niko können so auch sehr ernsten Situationen den Schrecken nehmen, wie -z.B.:Überfallgrapschattacke, Notfallabhauplan, Multifunktionsabenteuerhandtäschchen -LeserInnen werden mit Sicherheit ebenso wie Sera Mitleid für Menschen entwickeln, die nicht der Norm entsprechen und mit Niko nachempfinden: „dieses mieses Gefühl macht sich in meinem Inneren breit wie ein großer Klecks Tinte auf einem nassen Papier!“ (S.65) Dadurch, dass die beiden Haupt-Personen wechselweise aus ihrer Perspektive erzählen, was durch den jeweils unterschiedlich gesetzten Text verdeutlicht wird, ist Identifikation umso mehr möglich. Ein ungewöhnlicher Abschluß – sowohl realistisch als auch imaginär – passend zum Titel, wird bei den LeserInnen ein warmes Gefühl erfüllt von großem Verständnis für das ungewöhnliche Paar hinterlassen.

    Annette Heine

  • SPY – Hightspeed London

    SPY – Hightspeed London

    Arno Strobel

    Loewe

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Das Cover hat schon eine tolle, dynamische Aufmachung und laut Verlag handelt es sich dabei um Spotlack und Prägung.
    Mir ist Arno Strobel als Thillerautor bekannt und ich war gespannt, wie er für Jugendliche schreibt. Der Beginn ist schon sehr rasant. Dominik von seinen Freunden Dommi  und von seinem Vater Nick genannt , sprintet einem Dieb hinterher. Er gelangt in einen Hinterhof und von dort mit Hilfe eines Hüpfspiels in eine unterirdische Schule des BND.

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    Da seine Mutter tot ist und sein Vater als Diplomat in der Welt unterwegs ist, ist Nick bei Pflegeeltern aufgewachsen. Jetzt erfährt er, dass sein Vater, der mit ihm immer  an seinem Geburtstag für eine Woche tolle, abenteuerliche Dinge unternimmt, Agent ist.
    Nick soll an der Schule drei Jahre ausgebildet werden, das ist der Wunsch des Vaters, der verschwunden ist. Nick hält zunächst alles für ein großes Spiel und erwartet seinen Vater jeden Moment als Gratulant. Er ist begeistert von dem Aufwand, der da betrieben wird ,um ihm einen spannenden Geburtstag zu bieten. 

    Aber es wird ihm schnell klar, dass er in der Wirklichkeit ist, obwohl alles völlig surreal scheint. Das eigentliche Abenteuer beginn nach den drei Jahren, die das Buch überspringt. Eine Zwischenprüfung gerät völlig aus dem Ruder, es gibt einen Toten und Nick macht sich auf nach London um seinen Vater zu suchen. Dort ist nichts mehr so wie es scheint und Nick hat Probleme Freund und Feind zu unterscheiden. Es gibt viele technische Finessen in diesem Buch, so trägt Nick eine Art Armband, ein Interface, das er Bruno nennt und das mich mit seinem neuartigen Emotion-Chip sehr an den alten „Kitt“ von David Hasselhoff erinnert.   Züge fahren über 1.000 km/h und die Schule liegt tief unter der Erde.

    Ich habe das Buch mit Spannung gelesen und bin sehr gespannt auf die Fortsetzung, denn so ist  das Ende  angelegt.

    Dagmar Mägdefrau

  • Fell und Feder

    Fell und Feder

    Lorenz Pauli

    Kathrin Schärer

    Atlantis

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Schon die erste Seite ist besonders, denn das Buch geht sofort los. Huhn und Hund sind aufgeregt, wegen ihrer Theatervorführung. Dann, mit dem Heben des Vorhangs, fängt das Buch und die Geschichte an. Die Geschichte einer besonderen Freundschaft. Das Huhn ist aus dem Käfig ausgebrochen und der Hund ist weggelaufen.

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    Das Huhn sucht das Abenteuer und einen Piratenschatz, der Hund sucht einen Freund. Einen Freund der groß und stark und gescheit ist und der ihm Geschichten erzählt. Er weiß auch wie der Freund vielleicht heißt: Marulan oder Taluros. Das Huhn will bei der Suche nach dem Freund helfen.

    Nach der Theaterpause weiß das Huhn nicht mehr ganz genau ob es den Schatz noch finden will und der Hund meint jemand mit dem erfundenen Namen sei ein böser Pirat. So stellen die beiden fest. „Einen Freund zu haben, der anders ist, ist das beste Abenteuer.“
    Dann fällt der Vorhang und das Publikum, das wir nur als Schatten sehen, klatscht begeistert. Und auf den letzten beiden Seiten gehen die beiden Darsteller nach Hause. „Das Publikum hat gespürt, dass es im Theater um das richtige Leben geht.“

    Ein ansprechend gemaltes Bilderbuch mit einer etwas anspruchsvolleren Freundschaft, die uns als Theaterstück dargeboten wird. Die beiden Tiere realistisch und zottelig gezeichnet sind richtig liebeswerte Geschöpfe.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der Krokodildieb

    Der Krokodildieb

    Taran Bjørnstad

    Illustration: Christoffer Grav

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017

    Odd, klein, pummelig und mit Brille, wünscht sich Superkräfte, aber es wäre schon schön, wenn man ihn beachten würde und wenn sich die Jungen der Klasse nicht immer über ihn lustig machen würden. So rufen sie ihn „Odd-Birnenkompott“. Als sie dann noch merken, dass Odd Nussi, sein Schmuse-Eichhörnchen, im Schulrucksack hat…
    Auf dem Nachhauseweg lauert der Hund Hektor, vor dem Odd Angst hat. Auch die Eltern hören ihm meist nicht zu und Kinne, seine Schwester, hat nur ihren Hamster und Pferde im Kopf.

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    Lediglich Mette, in die Odd ein wenig verliebt ist, ist freundlich zu ihm.

    Dann geht es mit der Klasse in den Zoo und Odd ist beeindruckt von Rolf, dem Tierpfleger. Schon sein Äußeres ist besonders. Er ist ein riesiger, tätowierter Glatzkopf mit Totenkopfring und weiß alles über seine Tiere. Er stellt den Kindern das kleine Krokodil Zack als seinen Freund vor und gerade der ängstliche Odd traut sich, ihn zu streicheln.
    Odd malt sich aus, was er für eine Position hätte, wenn Zack sein Freund wäre und er macht einen Plan, wie er ihn stehlen kann. Nachdem er das Krokodil zu Hause hat, stellt er fest, das es durchaus sehr hungrig und bissig ist.
    Als er den weinenden Rolf im Fernsehen sieht und er befürchtet, dass Zack den Hamster gefressen hat, beschließt er, das Krokodil zurückzubringen.

    Wer von uns hätte sich nicht schon mal gewünscht, ein gefährliches Tier zum Freund zu haben, dass uns beschützt? Dieser Wunsch wird zwar für Odd Realität, er muss aber auch feststellen, dass so ein Tier auch für ihn gefährlich ist und er nicht richtig für das Tier sorgen kann. Obwohl niemand das Krokodil bei ihm sieht und ihm auch keiner seine Geschichte glaubt, wird Odd selbstbewusster durch diese Tat.

    Ich fand es ungewöhnlich, wie der kleine ängstliche Junge es schafft, das Krokodil zu stehlen. Im Buch finden wir einen genauen Plan des Zoos, den Odd gemalt hat, um sich zu orientieren.
    Auch sonst gibt es viele Bilder und Informationen über Tiere. Ich denke, dass das Buch besonders für Jungen spannend zu lesen ist.

    Dagmar Mägdefrau

  • Das Spiel

    Das Spiel

    Baptiste Paul

    Jacqueline Alcántara

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Das Spiel, man sieht es schon auf dem Cover, ist Fußball. Die Jungen des Dorfes gehen auf das Feld und bauen aus Bambus ein Tor. Zuerst müssen sie die Kühe vertreiben, dann kann es losgehen. Als der Regen fällt, denkt keiner ans Aufgeben, auch im Matsch wird weitergespielt, zuletzt sogar ohne Schuhe. Auch als die Mütter sie rein rufen und es Abend wird, träumen sie Kinder weiter vom Fußball.

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    Zum Ende des Buches beschreibt der Autor, dass er als Kind so Fußball gespielt hat, zudem erklärt er etwas zur kreolischen Sprache, die auch in dem Buch vorkommt. Ich muss zugeben, dass ich mir das nicht so ganz einleuchtet, da für uns Europäer, diese Sprache keine Bedeutung hat.

    Die Bilder und Texte in dem Buch zeigen die Dynamik eines Fußballspieles, wie Kinder es überall in der Welt es spielen. Da ist man sofort mittendrin und es ist immer schön, wenn es Bücher gibt, mit denen sich auch Jungs angesprochen fühlen. Sicher wird beim Anschauen des Buches über das Spiel gesprochen und Vermutungen angestellt werden. Und was gibt es schöneres, als ein Bilderbuch, dass zu Erzählen anregt?

    Dagmar Mägdefrau

  • Der Riese Knurr

    Der Riese Knurr

    Astrid Henn

    Heinz Janisch

    Ravensburger

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    „Rumms und Kawumm!
    Im Wald geht was rum!
    Die Sonne versteckt sich,
    die Luft wird kalt.
    Der Riese Knurr stapft durch den Wald.“

    Mit diesem Spruch beginnen die ersten Seiten des Bilderbuchs. Alle Tiere haben Angst vor dem Riesen und verstecken sich schnell. Doch dann ist ausgerechnet eine kleine Maus so mutig und spricht den hungrigen Riesen einfach an.

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    Da Maus Lilli ihren vierten Geburtstag feiert, lädt sie Knurr kurzerhand dazu ein eine Torte mitzuessen. Bis spät in die Nacht wird gefeiert und getanzt, allen voran der Riese.
    Große, kantige Bilder mit sich aufrecht bewegenden Tieren, die nicht sehr realistisch gezeichnet sind, dominieren das Buch. Teilweise wird die Schrift dem Stil angepasst. Die Bilder geben die Situation sehr  gut dar und unterstreichen den Text sehr genau. Ein Buch in Reimen, das sicher das Zeug hat ein Klassiker zu werden. Die Kinder lieben es und sprechen gerne mit.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der mutige Max

    Der mutige Max

    Ed Vere

    Knesebeck

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Der mutige Max ist eine Katze, die mit einem roten Supermannumhang auf Mäusejagd gehen möchte. Leider weiß er nicht, wie eine Maus aussieht. Er fragt alle Tiere und jeder stellt sich vor und verweist darauf, dass die Maus gerade vorbei kam. Irgendwann fragt Max auch eine Maus, die behauptet ein Monster zu sein und schickt Max zum Monster, das sie ihm als Maus verkauft.

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    Als Max die großen, spitzen Zähne des Monster sieht, entschließt er sich  keine Mäuse zu jagen und überhaupt, muss er immer mutig sein? Nur die Monsterjagd findet er immer noch toll und rennt der Maus nach.
    Eine verzwickt doppeldeutige Geschichte, die den Kindern sicher viel Spaß machen wird. Ich hatte auf jeden Fall meine Freude an dem kleinen Bilderbuch.

    Die Texte sind kurz, die Bilder sehr einfach gehalten. Max wird mit großem Kopf, als schwarze Katze mit gelben Augen dargestellt. Durchaus auch für ganz kleine Zuhörer zu empfehlen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Schlaf gut,  Max!

    Schlaf gut,  Max!

    Ed Vere

    Knesebeck

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Diesmal soll der Kater Max schlafen. Er macht sich, wie alle Kinder fertig und sagt dann allen gute Nacht. Dem Fisch, der Kiste und dem Mond. Aber der Mond ist nirgends zu sehen. Also geht Max los und sucht den Mond. Zum Hund, zum Baum, auf ein Dach, auf einen Berg, jeden fragt er nach dem Mond, aber keiner antwortet.

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    Erst als er ganz verzweifelt nach dem Mond ruft, hört ihn der Wind und der bläst die Wolken fort und endlich kann Max dem Mond „Gute Nacht“ sagen. Der Mond erklärt ihm, dass er ihn von zu Hause besser höre. Aber ganz am Anfang der Geschichte hat Max ihn ja von dort angesprochen und der Mond hat nicht geantwortet. Also geht der müde Max den ganzen langen Weg nach Hause und schläft sofort ein.

    Da die Seiten sehr dunkel, es ist ja Nacht, gehalten wurden, kann man die schwarzen Buchstaben sehr schlecht sehen. Da hätte man vielleicht grau drucken sollen. Außerdem war es nicht richtig, was der Mond sagte, er konnte Max von zu Hause nicht hören. Deshalb gefiel mir dieser Band von Max nicht so gut.

    Dagmar Mägdefrau

  • Ich so du so – Alles super normal

    Ich so du so – Alles super normal

    Labor Ateliergemeinschaft

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    Das etwas andere Buch. Es fängt schon damit an, dass es nicht ein oder zwei Autoren geschrieben und gezeichnet haben, sondern ein Gemeinschaft aus 9 Autor*innen. Diese Schreibweise habe ich in diesem Buch gelernt ist. Dabei handelt es sich um ein Gendersternchen, dass alle Geschlechter und Geschlechtsidentitäten meint.

    Im Buch finden wir Geschichten, Comics, Karikaturen, Fotos, Fragebögen für die Leser*innen und ausgefüllte Fragebögen.  Seiten mit Sprüchen, mit Aussagen oder mit vielen Worten, die man auf sich wirken lassen muss.

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    Zunächst taucht die Frage auf „Was ist normal?“ /“Bin ich normal?“. Dann geht es um die Geschlechterfrage. Ist rosa für Mädchen oder ist es das kleine rot und damit den kämpfenden Männern zugehörig? Dann geht es um Gefühle, besonders gut gefallen mir da die Märchen, würde Rapunzel sich die Haare abschneiden und in die Raumfahrt gehen? Es folgen Fragebögen, die Kinder auf der ganzen Welt ausgefüllt haben. Ich fand es spannend ihre Antworten zu lesen.  Es folgen körperliche Probleme, zu groß, zu dick, kurzsichtig oder das Leben mit Skoliose. Zum Ende gibt es noch einmal Fragebögen. Diesmal geht es um das Nicht-Normal-Sein.

    Ein total vielfältiges Buch, jeder wird sich in der einen oder anderen Geschichte wiederfinden. Vielleicht wird man aber auch die anderen besser verstehen können. Begreifen, warum sich andere so verhalten und sich nicht darüber lustig machen, um von sich abzulenken, sondern mal helfen und den anderen stärken.
    Deshalb gefällt mir die letzte Bildergeschichte „Mein Freund“ so gut. Eigentlich sind die beiden so verschieden und trotzdem stärken und unterstütze sie sich. Man weiß nicht, warum man ausgerechnet diesen Freund hat? Chemie? Zufall? Aber es tut so gut, dass man ihn hat.

    Ein Buch zum Blättern, zum weiter entwickeln und zum Nachdenken. Natürlich auch zum Lernen, siehe oben.

    Dagmar Mägdefrau

  • Tiere, die kein Schwein kennt

    Tiere, die kein Schwein kennt

    Martin Brown

    Gerstenberg

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Den kleine Gürtelmull, den russische Desman, den Bänderlingsang oder den Ili-Pfeifhase lernen wir hier kennen. Einmal sehen wir ein gezeichnetes Bild des Tieres und erfahren in einem Kästchen, wo es wohnt, seine Größe, seinen Speiseplan, seinen Lebensraum, ob er bedroht es und ob es eine Besonderheit hat. Unter dem Namen finden wir noch etwas über das jeweilige Tier.

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    Unter der Hunter-Antilope steht „Die seltenste Antilope der Welt“ oder beim Schwarzfußiltis steht „Hübscher Prärieräuber in Gefahr“.  Dann gibt es noch einen Text, der recht populär geschrieben ist und auch die Gedanken des Autors beinhaltet. Auf den letzten Seiten gibt es noch ein Glossar, das uns einige Wort erklärt. „Toxisch: giftig“.

    Sicher ein Buch, dass nicht jeden direkt anspricht, obwohl der Titel sicher dafür sorgt, dass man es bemerkt. Aber für Liebhaber des Besonderen und Tierfreunde überhaupt statt es mit einem ganz exquisiten Wissen aus. Und sollte das Gespräch mal auf einen Kuba-Schlitzrüssler kommen, kann man mitreden. Ich finde es toll, dass Bär, Hase und Igel hier keine Rolle spielen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Schreib, schreib, schreib – Die kreative Textwerkstatt

    Schreib, schreib, schreib – Die kreative Textwerkstatt

    Katarina Kuik

    Ylva Karlson

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Deutscher Jugendliteraturpreis 2018 "neue Talente"

    Ich hatte bislang nie das Bedürfnis ein Buch oder ein Gedicht zu schreiben. Natürlich reimt man schon mal was für einen Anlass oder schreibt eine kleine Geschichte auf. Aber nachdem ich in dieses Buch geschaut habe und die vielen Aufforderungen „Schreib ein Gedicht, in dem die Wörter sanft in den Ohren klingen“ oder „Löse ein Kreuzworträtsel. Schreibe eine Erzählung in dem alle eingetragenen Wörter vorkommen.“ gelesen habe juckt es doch ein wenig in den Fingern.

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    Am Anfang des Buches wird ein Würfel empfohlen und die Punkte bekommen Zuordnungen wie 1. unter einem Baum oder 6. unter dem Schreibtisch. So startet man erst mal.
    In diesem Buch wimmelt es vor Ideen und Vorschlägen. Junge Autoren berichten von sich und schreiben eine kurze Geschichte, erfahrene Autoren geben Ratschläge. Es werden Bücher zu bestimmten Stilen empfohlen. 

    Ich bin begeistert von diesen vielen Ideen und kann das Buch Jugendlichen, die gerne schreiben möchten nur empfehlen. Aber auch Lehrer können an Hand dieser besonderen Anregungen mal eine Arbeit anders aufbauen und damit vielleicht auch Schüler erreichen, die den Unterricht langweilig finden.

    Dagmar Mägdefrau 

  • Robby aus der Räuberhöhle

    Robby aus der Räuberhöhle

    Barbara Landbeck

    Jumbo

    Leseempfehlung ab 5 Jahre

    Am Ende ist Robby so glücklich, wie ein Räuber nur sein kann. Und ich bin als Leserin auch so glücklich, wie ein Leser nur sein kann. Ein rundum bezauberndes Buch.
    Bilder mit strahlenden Gesichtern, knuddelige Tiere und kleine Bildchen zu den Seitenzahlen, zu jedem Kapitel passend.

    Robby wohnt im Paradies. So nennt er das Grundstück hinter der Mauer, wo er mit seiner Großmutter in der Räuberhöhle wohnt.

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    Zur Zeit ist die Großmutter untergetaucht und Robby wohnt dort ganz allein. Aber er hat Freunde in der Stadt. Den Briefträger, die Friseurin und ihren Hund und den Bäcker, der Plätzchen in Form von Büchern backt.
    Jetzt in den Ferien kommt noch seine Freundin Thea zu ihrer Tante Dora, einer Malerin, zu Besuch und die beiden erleben spannende Sachen miteinander.
    Denn Robbys Räuberhöhe ist in Gefahr, dort soll eine großes Bürohaus gebaut werden. Außerdem hat Robby im Park eine altes Buch gefunden, das in Spiegelschrift geschrieben wurde. Wie am Ende alles gut ausgeht und die wilde Hilde, Robbys Großmutter, mit allen feiern kann, will ich hier nicht verraten. Denn es macht ungeheuren Spaß es selber zu lesen und das kann ich nur empfehlen. Wegen des Glücklich-seins, siehe oben.

    Dagmar Mädegfrau

  • Prinzessinnengeschichten

    Prinzessinnengeschichten

    Michaele Hanauer

    Silke Voigt

    Loewe

    Leselöwen, Lesetiger

    Empfohlen für die 1. bis 2. Klasse – Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Pinkes Cover, Rosen im Einband, und doch sind die Prinzessinnen in diesem Buch selbstbewusste und handfeste kleine Mädchen. Da wird aus der Erbse unter der Matratze eine leckere Suppe gekocht.

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    In dem Buch werden vier Prinzessinnen vorgestellt, die Geschichte ist immer an ein Märchen angelehnt, aber dann doch im Heute angesiedelt. Jede Seite hat zwei Bilder mit kurzen in GROSSBUCHSTABEN geschriebenen Texten. Da kann eine Leseanfängerin sicher schon schnell Worte und Sätze eigenständig lesen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Drachen machen Krach

    Drachen machen Krach

    Barbara Peters

    Illustration: Henriette Kröger

    BVK Buch Verlag Kempen

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Michi , der kleine Drache hat eine Krach-Allergie. Er kann Krach einfach nicht vertragen. Dann wird er krank und es kommt sogar zum gefürchteten Feuerstau. Er kann kein Feuer spucken, nicht mal Rauch machen.
    Aber Drachen lieben Krach. Sogar der Nachtwächter versieht seine Arbeit mit ganz viel Lärm.

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    Auch Papa und Mama Drache fällt nicht anderes ein, als Lärm zu machen um den kranken Michi aufzumuntern.

    Ich denke, das Buch können auch schon jüngere Kinder anschauen und verstehen. Kinder macht es ja einfach immer Spaß, wenn die Erwachsenen sich kindlich benehmen. Wenn es nicht die eigenen Eltern sind.
    Die Texte sind sprachlich sehr gut verfasst und die Bilder bunt und schön anzusehen. Ich freu mich schon, auf das erste Vorlesen dieses Buches. Ich finde es ist ein tolles Bilderbuch.

    Dagmar Mägdefrau

  • Smon Smon

    Smon Smon

    Sonja Danowski

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    „Zuerst pflückt das Smon Smon ein Ron Ron.“ „Oh nein, da fällt das Ron Ron! Und das Ton Ton! Und das Smon Smon!“ sind Sätze aus diesem fantastischen Bilderbuch Die Bilder sind wunderschön und märchenhaft. Auf dem Planeten Gon Gon ist einfach alles anders. Smon Smon ist ein menschenähnliches Wesen mit einem niedlichen Gesichtchen und einem Ziehharmonikahals.

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    Es zieht durch eine fremde Welt und begegnet anderen Wesen wie den Klon Klons oder den Ston Stons. Diese Wesen helfen dem Smon Smon, so dass er am Ende mit dem anderen Smon Smon zusammentreffen kann.

    Die Bilder sind einfach zauberhaft und wunderschön, der Text ist zunächst etwas befremdlich und auch schwierig zu lesen. Ich denke aber, dass die Kinder einen Riesenspaß an den Wiederholungen der unsinnigen Begriffe haben werden. Ich bin sehr gespannt auf das erste Vorlesen. Das Buch hat aber durchaus eine Aussage, gegenseitige Hilfe und Freundschaft kann man da herauslesen, vielleicht auch Liebe.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der höchste Bücherberg der Welt

    Der höchste Bücherberg der Welt

    Rocio Bonilla

    Jumbo

    Leseempfehlung ab 3 Jahre

    Eigentlich möchte Lukas schon vom klein auf fliegen. stundenlang beobachtet er alle Flugobjekte am Himmel, wünscht sich zu allen Festen Flügel. Da schenkt seine Mama ihm ein Buch und verspricht ihm „Man kann auch anders fliegen, Lukas.“
    Da liest Lukas ohne Unterlass alle Bücher, die er bekommen kann.

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    Der Bücherturm, auf dem er sitzt wird immer höher. Die Leute reisen an um ihn zusehen und sogar im Fernsehen wird von ihm berichtet. Der letzte Satz „Und dann ließ die Kraft seiner Gedanken ihn fliegen… noch einmal.“ Zeigt, dass das Versprechen wahr wurde.

    Der Text ist sehr kurz gehalten, dafür sprechen die Bilder um so mehr. Da sehen wir King-Kong und den kleinen Prinz und immer wieder den kleinen Lukas oben auf dem Bücherturm.
    Ein Buch, dass genau wie unser Verein zeigen möchte, wozu Bücher in der Lage sind und was Fantasie alles mit uns machen kann.

    Dagmar Mägdefrau

  • Welche Farbe hat ein Kuss?

    Welche Farbe hat ein Kuss?

    Rocio Bonilla

    Jumbo

    Leseempfehlung ab 3 Jahre

    Mia, genannt Minimia, macht viele Sachen gerne, aber am liebsten malt sie. Sie malt millionen Dinge in allen möglichen Farben. Ja und dann stellt sich ihr die Frage: „Welche Farbe hat ein Kuss?“ So hat jede folgende Seite eine Farbe ROT, wie Spagettisoße, aber ist das nicht auch die Farbe der Wut?

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    BRAUN; sind Küsse nicht süß wie Schokolade, aber da tritt Minimia schon in einen Hundehaufen, somit ist braun auch aus dem Spiel.
    So geht es durch das gesamte Spektrum der Farben.

    Am Ende wird sie geküsst und um sie herum fliegen viele verschiedene Herzen, zuletzt die Frage „Und was glaubst du? Welch Farbe hat ein Kuss?“ und dann kann der Besitzer des Buches die Herzen ausmalen. Es wäre sicher gut, diese Seite zu kopieren, dann haben viel Leser die Möglichkeit ihre Kussfarbe zu malen.

    Die kleine Minimia ist ein Mädchen mit einer Riesenmähne und großen Kulleraugen, einfach ein niedliches Mädchen, dass durchaus nicht angepasst ist, sondern eine Meinung hat. Schön finde ich auch, dass der Leser eingebunden wird selbst seine Kussfarbe zu bestimmen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Dieser Wilde Ozean den wir Leben nennen

    Dieser Wilde Ozean den wir Leben nennen

    Elisabeth Steinkellner

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    LUCHS des Monats September 2018 (ZEIT/ Radio Bremen)

    Die besten 7 Bücher für junge Leser (Deutschlandfunk), Oktober 2018

    Wir erleben 6 Tage im Leben von Simon und Antonia. So ist das Buch auch unterteilt. Diese Kapitel bestehen aus vielen kurzen Kapiteln, die meist mit einem Wort überschrieben sind. 

    Simon hat vor einiger Zeit einen Studenten im Zug getroffen und sich in ihn verliebt. Er weiß nur seinen Vornamen „Paulus“ und dass er in dieser Stadt wohnt. Simon zieht in ein einfaches Hotelzimmer und lernt die Studentin Vero, die an der Rezeption arbeitet kennen und auf einer Parkbank Antonia. 

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    Sie sucht nach ihrem verschwunden Bruder Joel, dessen Schicksal sich erst am Ende aufklärt. Ihr Freund Enno hat sehr viel Geduld mit ihr, trotzdem kann auch er irgendwann nicht mehr weiter und ist für Antonia nicht mehr zu erreichen.
    Antonia hilft Simon bei seiner Suche, die beiden Fremden können sich vieles erzählen und haben Verständnis für die Situation des anderen.

    Mir hat die Sprache dieses Buches sehr gut gefallen. Auch das große Vertrauen, dass die Eltern von Simon in ihren sechszehnjährigen Sohn haben, finde ich bemerkenswert. Überhaupt kommt Simon aus „normalen“ Verhältnissen. Er hat eine Schwester, die er sehr liebt, eine Oma, die sich kümmert und Eltern, die ihn unterstützen. Er hat auch Freunde, an die er oft denkt und mit denen er Kontakt hält.

    Auch Antonia hat eine gute Freundin und Enno, der sie sehr lieb hat. Nur ihr verlorener Bruder, der zwar sehr intelligent ist, aber sein Leben nicht meistern konnte, macht sie traurig. Er ist psychisch krank  und verschwindet einfach. Dadurch ist auch Antonias Verhältnis zu den Eltern geprägt.
    Am Ende gibt es nicht direkt ein Happy End, aber doch viel Hoffnung für die Zukunft.

    Ein Buch, das ich sehr empfehlen kann, weil hier die Gefühle und auch der Sex durch eine schöne Sprache beschrieben werden.

    Dagmar Mägdefrau