• Kleine Schneeflocke   

    Kleine Schneeflocke   

    Benji Davies

    Aladin

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Eine kleine Schneeflocke, die vom Himmel fällt,
     möchte gerne selbst einen schönen Platz zum Landen finden und bleibt 
    deshalb lange in der Luft. Noëlle, die mit ihrem Opi in der Stadt 
    unterwegs ist, bestaunt einen bunt geschmückten Tannenbaum in einem 
    Fenster. Auch der Schneeflocke gefällt dieser Baum, gerne würde sie auf 
    seiner Spitze landen. Doch der Wind treibt sie immer weiter. 
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    Das Mädchen schmückt zu Hause mit ihrem Opi liebevoll ein kleines Bäumchen, dass sie auf die Fensterbank nach draußen stellt. Über Nacht fällt Schnee und die kleine Schneeflocke hat sich auf die Spitze von Noëlls Bäumchen gesetzt.
    „Die kleine Schneeflocke fing das Sonnenlicht auf und leuchtet hell wie ein Stern.“
    Auch für kleine Schneeflocken lohnt es sich beharrlich zu sein. Ein Weihnachtsbuch schönen Bildern, das eine ungewöhnliche Geschichte erzählt.
    
    Dagmar Mägdefrau 
  • So geht’s – Frieden für Kids erklärt

    So geht’s – Frieden für Kids erklärt

    Patrick Oelze

    Patrick Oelze

    DK

    So geht’s

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    In diesem Buch begleiten wir erneut die Familie Strudel, eine Familie, die sich lebhaft für gesellschaftliche Themen interessiert und diese intensiv in ihren eigenen vier Wänden diskutiert. Das zentrale Thema des Buches ist der Frieden in all seinen Facetten. Besonders relevant wird dieses Thema, als die Familie beschließt, Flüchtlinge aus der Ukraine aufzunehmen: Oksana und ihren Sohn Oleg sowie ihren Hund. Die Handlung des Buches berührt jedoch nicht nur die Friedensthematik im häuslichen Umfeld, sondern streift auch viele andere Aspekte. 
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    Dazu gehören Konflikte in der Schule, familiäre Auseinandersetzungen, Erzählungen von Oma und Opa aus der Vergangenheit sowie sogar ein Einbruch in der Schule. Dadurch werden verschiedene Themen angesprochen, die zum abstrakten Begriff "Frieden" gehören, wie Streit, historische Ereignisse, Religion, Recht und soziale Probleme. 
    Viele Vertreter*innen des Friedens werden genannt, tatsächlich auch in normalen Gesprächen von Familie Strudel. Das war natürlich wieder weniger authentisch. Hier war zusätzlich sehr viel erklärendes Wissen platziert, sodass die ganz normale Handlung, die die Themen vielleicht aufgreift, als begleitende Geschichte gereicht hätte, anstatt in der Geschichte selbst jemanden der Familie Strudel auch noch einmal etwas erklären zu lassen, was man auch den Infotexten entnehmen kann. 
    Die Kapitel sind gut strukturiert und führen von kleineren zu größeren, globalen Kontexten, um das Thema Frieden umfassend zu beleuchten. Besonders interessant ist die Frage nach dem Gegenteil von Frieden, dem Krieg, und ob die bloße Abwesenheit von Krieg bereits Frieden bedeutet. 
    Gerade in der Weihnachtszeit ein schönes Thema, hier noch etwas sachlicher aufgebaut als das Buch über Demokratie, obwohl die Geschichte rund um die Aufnahme der Flüchtlinge aus dem Ukraine-Krieg Potenzial gehabt hätte, weiter ausgebaut zu werden.
    
    Raphaela Brosseron
    
    
  • So geht’s – Demokratie für Kids

    So geht’s – Demokratie für Kids

    Christine Paxmann

    DK

    So geht’s

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Das Buch bereitet Sachwissen rund um das Thema Demokratie kindgerecht auf. Wir begleiten Familie Strudel bei alltäglichen Dingen wie Abendessen, Einkauf oder dem Besuch von Oma und Opa. Gott sei Dank sind die drei Kinder Leon (8), Jana (11) und Anna (19) sehr neugierig und auf dem besten Weg engagierte Bürger*innen unserer Demokratie zu werden und stellen Papa Nico und Mama Laura viele Fragen. Die Themen werden dialogisch dann einmal im Familienkontext besprochen und außerdem in Infokästen nochmal erläutert. 
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    Die Gespräche sind natürlich nicht immer authentisch, denn vermutlich unterhalten sich die wenigsten Familien so differenziert über Politik. Trotzdem ist es nett, eine Familie zu begleiten und es entstehen viele Situationen, die einen daran erinnern, dass man nicht Politiker*in sein muss, um sich für politische Themen zu interessieren. Denn auch eine Mutter kann mal streiken, Ungerechtigkeiten in der Schule oder in der Fußballmannschaft können widersprochen werden und der Baum von gegenüber darf eben nicht einfach so gefällt werden. 
    Besonders schön fand ich, dass schon nach wenigen Seiten Handlungsmöglichkeiten von Kindern genannt werden, z.B. durch die Gründung eines Kinderrats, in dem sich Kinder verschiedener Schulen zusammentun können, um Entscheidungen der Stadt in Angriff zu nehmen. Allgemein ging der Fokus auf Kinder nicht verloren, so wurde generell auf ihre Rechte und ihre Perspektive eingegangen. Schön war auch, dass Themen, die man bei “Demokratie” zwar dazu gehören, aber sonst nicht unbedingt Eingang in die Definition finden, besprochen werden, wie z.B. Zivilcourage. Diejenigen, die das gesamte Buch lesen, erhalten einen umfassenden historischen und aktuellen Wissensstand, was ein klarer Vorteil für eine engagierte Teilhabe an der Demokratie ist. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass es sehr anstrengend werden könnte, das Buch wie eine Geschichte in einem Durch lesen zu wollen. Da die Kapitel unabhängig voneinander funktionieren, würde ich bei jüngeren Kindern empfehlen, immer nur ein Kapitel zu lesen und darüber zu sprechen, weil sonst viel Inhalt auf einen prasselt. Ansonsten ist dieser Inhalt nicht nur für Kinder sinnvoll gestaltet, ich glaube auch Erwachsene können nochmal was lernen. 
    
    Raphaela Brosseron
    
    
  • Bo und Lars – Eine unerwartete Freundschaft

    Bo und Lars – Eine unerwartete Freundschaft

    Kashelle Gouley

    Skylar Hogan

    Loewe

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Bo ist ein kleines Mädchen, dass alleine in der Arktis wohnt. Ich muss sagen, meiner Enkeltochter brauche ich das Buch nicht vorlesen. Ein Mädchen, das dort ohne Mama und Papa wohnt, würde bei ihr nur zu Verzweiflung und Tränen führen. Mein Enkel hat diese Probleme nicht und er mag das Buch sehr.
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    Lars ist ein Eisbär, der ebenfalls alleine am Nordpol wohnt. Da er ein schlechter Jäger ist und auch die Klimaerwärmung das Jagen erschwert, stürzt er sich auf Bo und zerstört dabei ihren Iglu.
    Doch Bo ist stark und kann sich gegen den Eisbären wehren und sie zwingt ihn, ihr Heim wieder herzustellen. Dafür verspricht sie ihm Futter.
    Mit kurzen Texten und eindrucksvollen Bildern zeigt uns dieses Bilderbuch einiges über das Schmelzen des Eises, aber auch über Freundschaft und dass das Leben zu zweit vielleichht nicht ganz so hart ist. 
    Hinten im Buch gibt es noch kurze Sachtexte zum Thema „Artis und Klimawandel“ und „Eisbären“. 
    Eine ungewöhnliche Art, diese Themen anzugehen, aber durchaus lesens- und anschauenswert.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
    
  • Skogendynasty

    Skogendynasty

    Carolin Wahl

    Loewe Intense

    Verlagsempfehlung ab 16 Jahre

    Nach einem öffentlichen Skandal wird Aleksander Skogen, der Erbe des Skogen Keks Imperiums, gezwungen, sich in die Abgeschiedenheit der Wildnis Norwegens zurückzuziehen. Dort begegnet er Norah, einer Naturführerin, die ein Leben führt, das fernab von seinem luxuriösen Lebensstil liegt. In den unberührten Landschaften Norwegens, weit entfernt von jeglichem Überfluss, entwickelt sich eine unerwartete Anziehung zwischen den beiden.Wer sich für "Gossip" der Reichen und Schönen interessiert und Fan von "Der Denver-Clan" war, könnte sich von diesem Buch schnell angesprochen fühlen.
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    Der vermeintliche Skandal ist äußerst pikant, doch Norah, die von dem Medien-Debakel nichts mitbekommen hat, gibt vor, über den Skandal hinwegzusehen. Obwohl das stimmt, fühlt sich Aleksander dennoch verunsichert, denn auf der Trekking-Tour scheint Norah die Anziehung zwischen ihnen nicht zuzulassen. Ihre Probleme sind größtenteils nachvollziehbar, jedoch werden sie, passend zum Genre, überzeichnet dargestellt und kommen immer wieder ins Spiel, besonders in Bezug auf Aleksander. Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Beziehung zwischen den beiden sehr intensiv und extrem ist, wobei tiefgründige Gespräche oder Abstand anstelle von lockeren Kennenlerngesprächen dominieren. Dennoch ist die Intensität zwischen ihnen genau das, was der Roman verspricht. Die Trekking-Tour bietet ein wunderschönes Setting, und ich konnte verstehen, warum Norah dieses Leben nicht unbedingt aufgeben möchte. Nach der Trekking-Tour verlangsamt sich das Tempo zwischen den beiden, was die Liebesgeschichte zu Recht als Slow-Burn-Romance charakterisiert. Trotz des Luxus und der High Society ist die Geschichte keineswegs oberflächlich. Vielmehr bildet sie eine Grundlage für weitere gesellschaftliche Themen, wie beispielsweise die Frage nach dem Schein und Sein in der modernen Medienwelt. Norah und Aleksander sind ein gelungenes Anfangspärchen für diese Trilogie, und man kann gespannt sein, was in den kommenden Teilen passieren wird.
    
    Raphaela Brosseron
    
  • Wer den Kürzeren zieht

    Wer den Kürzeren zieht

    Mel Wallis de Vries

    one

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Auf einer abgelegenen Hütte plant eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Freunden eine erholsame Zeit zu verbringen. Die Schüler Maxime und Anne reisen aus Utrecht an, um sich mit Maximes alter Freundin Lizzy, deren Cousin Daniel und seinem Freund Sami zu treffen. Daniel und Sami, bereits im Studium, betrachten die Welt mit einem anderen Blick, besonders Daniel ist bekannt für seine Diskussionsfreudigkeit. Die Zeit für ein ausführliches Kennenlernen bleibt ihnen nicht, denn schon nach einem Tag geschehen merkwürdige Dinge: seltsame Nachrichten auf Instagram und ein blutüberströmter Junge taucht auf. Schnell wird klar, dass die fünf in Gefahr schweben und die Hütte möglicherweise nicht lebend verlassen werden.
    
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    Ihre Befürchtungen werden auf Video-Tape aufgenommen, diese sind als böse Vorahnungen vor den Kapiteln verteilt. So weiß man, es wird etwas Schlimmes passieren, aber man muss auf jeden Fall weiterlesen, um zu wissen, was. Wer wirklich ganz genau liest, könnte vielleicht schnell eine Idee haben, was da vor sich geht. In meinem Kopf haben sich jedoch die Vermutungen gehäuft, weswegen ich in einem Durch lesen musste, um zu wissen, wie es ausgeht. Tatsächlich habe ich mit dem Ende nicht gerechnet, fand das dementsprechend auch spannend und gelungen. Die fünf Charaktere wurden geschickt gewählt, und trotz der begrenzten Seitenzahl erhielten sie genug Tiefe für einen psychologischen Thriller, der die Abgründe der menschlichen Natur erkundet. Ohne zu viel zu verraten, persönlich bevorzuge ich es, wenn der "Bösewicht" seinen Plan am Ende nicht unnötig erklärt, um mögliche Lücken zu schließen. Das Ende hat mich dennoch überzeugt, und das Buch liest sich schnell. Es erzeugt ohne explizite Gewaltdarstellungen eine beeindruckende Spannung.
    
    Raphaela Brosseron
    
    Anne, die die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt, lässt sich von ihrer Freundin Maxime überreden, einige Tage in einer Hütte zusammen mit deren Freundin Lizzy aus Kindertagen
    zu verbringen. David ist ein Cousin von Lizzy und er hat die Hütte gemietet, er studiert und reist zusammen mit seinem Freund Sami an. 
    So richtig gemütlich ist die Hütte nicht und am liebsten möchte Anne wieder abreisen, aber die Hütte liegt so abgelegen, dass diese Möglichkeit nicht besteht. Im Prolog taucht noch eine Junge namens Vincent auf, der blutverschmiert vor der Tür liegt. Doch das geschieht erst eine Zeit später.
    Die Kapitel beginnen mit Stunde 1 und machen auch Sprünge von einigen Stunden,
    doch dazwischen werden die Protokolle von Tape-Aufzeichnungen gedruckt, die erst Stunden später aufgenommen werden. Hier befindet sich nur ein Jugendlicher in einem Raum und spricht mit der Kamera. Durch diese Vorgriffe wird die Geschichte noch einmal zusätzlich spannend. 
    Das Buch ist gut zu lesen und die Spannung, die schon ganz zu Anfang meine Ängste schürt, wird immer größer. Auch der Ausgang der Geschichte hat mich beindruckt. Zudem werden die Charaktere der unterschiedlichen Protagonist*innen sehr gut beschrieben. Da Anne ihre Sicht auf die Dinge erzählt, leidet man in erster Linie mit ihr, kann aber auch ihr manchmal ungewöhnliches Verhalten begreifen. Ein echter Thriller!
    
    Dagmar Mägdefrau
    
  • Cast in Firelight – Magie der Farben

    Cast in Firelight – Magie der Farben

    Dana Swift

    one

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Adraa, die Thronerbin von Belwars, ist dazu bestimmt, eines Tages Jatin zu heiraten, den zukünftigen Maharadscha von Naupur. Die beiden treffen sich nur einmal als Kinder, und dieses Treffen verläuft alles andere als gut. Jatin zeigt sich arrogant mit seiner Magie, und Adraa lässt sich provozieren. Während Jatins Zeit an der Akademie setzen Adraa und Jatin ihre Beziehung in bissigen Briefen fort, anstelle von romantischen. Ein Konkurrenzkampf in magischen Leistungen entfaltet sich zwischen ihnen. In diesen Briefen verschweigt Adraa natürlich ihre Tätigkeiten im Untergrund, bei denen sie heimlich für das Volk agiert, sowie ihre Aktivitäten im Untergrund. 
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    Sie hätten niemals erwartet, sich einmal verbünden zu müssen, um ihre jeweiligen Völker zu retten. Noch weniger hätten sie sich vorstellen können, dass während ihres gemeinsamen Kampfes Gefühle zwischen ihnen aufkeimen könnten – ohne dass ihnen bewusstwird, an wessen Seite sie eigentlich kämpfen.
    Auf dem Cover sind zwei Figuren illustriert, vermutlich Adraa und Jatin.Ich finde es schade, wenn das Cover bereits ein so deutliches Bild der Figuren vermittelt, obwohl die Buchbeschreibungen für sich stehen könnten. Die dargestellten Figuren scheinen dem Schönheitsideal zu entsprechen und wirken wie aus einer Traumwelt gegriffen, mit unnatürlich großen Augen, die eher an Zeichentrickfiguren erinnern. Inhaltlich fand ich den Anfang vielversprechend, besonders weil wir Adraa und Jatin schon als Kinder kennenlernen. Doch im Verlauf der Geschichte habe ich irgendwann den Überblick über die magischen Kräfte verloren, und der Fantasy-Teil, besonders im Zusammenhang mit den Göttern, erschien mir recht überladen.
    Letztendlich stehen die weiße und rote Magie im Fokus und es ist nicht zwingend erforderlich, alles zu verstehen, um den Kern der Geschichte zu erfassen. Die Liebesgeschichte hat mir gut gefallen, und trotz des bekannten Themas Enemies-toLovers fühlte es sich irgendwie neu an. In der Mitte der Handlung gab es eine gewisse Längen, vielleicht gerade wegen der Vielzahl von Ereignissen. Der Perspektivenwechsel zwischen Araa und Jatin in jedem Kapitel wurde wirksam umgesetzt, sodass man sich sehr gut einfühlen konnte. Die Aufteilung der Königreiche Belwar und Naupur sowie ihre Verflechtung dienten sinnvoll als treibende Kraft für die Handlung. Insgesamt ist es eine romantische und fantastische Geschichte, die sowohl Fantasy- als auch Romance-Fans ansprechen dürfte, vorausgesetzt, man lässt sich nicht vom Cover abschrecken.
    
    Raphaela Brosseron
    
    
  • Vom Mond aus betrachtet, spielt das alles keine Rolle

    Vom Mond aus betrachtet, spielt das alles keine Rolle

    Anne Freytag

    One

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Der Roman spielt in der Zeit des harten Lockdowns während der Corona-Pandemie. Selbst das Spazierengehen gestaltet sich schwierig, weshalb die Handlung wie in einem Kammerspiel vorwiegend im Haus von Sallys Familie stattfindet. 
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    Sally ist in dieser Zeit alles andere als alleine, denn ihre drei Geschwister und ihre Mutter Marianne füllen das Haus mit Leben. Dies umfasst laute Diskussionen und ebenso lautes Schweigen.
    Sally ist gerade fertig mit der Schule, weiß nicht wohin mit sich und kann wegen Corona eigentlich auch nirgends hin und wurde zudem vor zwei Monaten von Felix verlassen.
    Als ihre Mutter beschließt, Leni, die Volontärin ihres Verlages, aufzunehmen – diese wurde nach einer Trennung aus ihrer Wohnung verdrängt –, ist Sally wenig begeistert über diese fremde Person in ihrem Haus und lässt es Leni auch spüren. Inmitten des ohnehin chaotischen Alltags im Haus kehrt Felix zurück und versucht, alles wieder in Ordnung zu bringen. Sally spürt endlich eine Anziehung und bekommt einen Einblick in die wahre Bedeutung von Liebe – allerdings nicht durch Felix.
    Durch zahlreiche Mikromomente entwickelt sich die Beziehung zwischen Sally und Leni auf sanfte Weise. Obwohl das Haus kaum verlassen wird, geschieht so viel, insbesondere in den Erzählungen von Sally und Leni. Ihre Perspektiven sind so einprägsam und charakteristisch, dass man ohne Hinweis am Anfang des Kapitels wüsste, wer gerade erzählt. Das Knistern in der Luft ist wunderschön zwischen den Zeilen gefasst und so viel greifbarer und authentischer als in so manch heterosexueller Figurenkonstellation anderer Romane, was ja eigentlich nur zeigt, dass das Wichtigste die Echtheit von Gefühlen ist. Das gilt sowohl im wahren Leben als auch im Gelingen einer Geschichte, und diese Geschichte ist Anne Freytag mit einem sehr gefühlvollen Ton gelungen.
    Ich hätte nicht gedacht, dass Corona-Romane mich so begeistern, aber hier ist der begrenzte Raum und der Verzicht auf äußere Ereignisse genau richtig. Ich habe Sally und ihre Familie trotz ihrer Differenzen richtig ins Herz geschlossen und wäre am liebsten eingezogen. Ein sehr zeitgemäßer Roman, der auch nach Corona wunderbar unterhält, mit zahlreichen popkulturellen Verweisen und einer gelungenen Mischung aus lustigen, traurigen, krisenhaften und romantischen Momenten.

    Raphaela Brosseron

  • Momo – Ein Bilderbuch

    Momo – Ein Bilderbuch

    Michael Ende

    Simona Ceccarelli

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Zum 50. Jubiläum bringt der Thienmann-Verlag dieses wundervoll bebilderte Bilderbuch über das Mädchen Momo heraus. Es erzählt ganz ruhig mit wenigen Worten, wie das in einem Amphitheater wohnende Mädchen eines ganz besonders kann. Sie kann zuhören. So hört sie Gigi, dem lebendigen Reiseführer, der immer neue Geschichten erzählt, zu, aber auch dem alten Straßenkehrer Beppo, der lange überlegt, bis er spricht.
    Sie bringt einen Kanarienvogel wieder zum Singen und die Leute werden zu ihr geschickt, wenn sie Probleme haben. 
    
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    Das Buch beschränkt sich auf die Szenen am Rande der Stadt und hebt in den Vordergrund, dass Momo eine besondere Begabung hat, den Menschen zuzuhören und ihnen damit zu helfen. 
    Heute, wo alle reden, posten und ihre Meinung kundtun, egal ob sie jemand hören will, ist eine Zuhörerin sicher etwas Besonderes. Wir sollten vielleicht alle in diesem Punkt von Momo lernen. 
    Liebhaber des Original-Momo-Buches werden möglicherweise von dieser Kurzfassung enttäuscht sein. Mich begeistern besonders die Bilder, die einfach nur wundervoll sind und eine Atmosphäre zeigen, die mich bewegt. Da wird man doch neugierig auf die ganze Geschichte und auch da gibt es ein schöne neue Ausgabe.
    
  • Das Nordlichtwunder

    Das Nordlichtwunder

    Yuval Zommer

    arsEdition

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir Samen in ihrer klassischen Kleidung, die zum Himmel schauen. Neben ihnen stehen Rentiere und aus dem Wasser schauen Wale, daneben sind Papageientaucher zu sehen. Hinter dem Titel erstrahlt das Nordlicht. 
    „Wir sind die Lichter, die im Dunkeln wie Feuerwerke am Himmel funkeln.“ Dieser Satz erklärt einfach und doch genau dieses Phänomen. Die ganze Bandbreite der nordischen Tierwelt wird auf den Seiten diese Buches wunderschön abgebildet
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    Vor ihrer Jurte schauen die Menschen zum Himmel. „Jung und Alt, Groß und Klein sind vereint im Glitzerschein.“ 
    Über beide Seiten geht das Bild, neben den fröhlichen Tieren singen die Menschen vor Freude und Begeisterung. Man möchte mitsingen und freut sich über diese wundervollen Bilder, die die Atmosphäre so schön darstellen.
    Ein Naturphänomen, das wir nur ganz weit im Norden bestaunen können, wird hier in kurzen Reimen beschrieben und beeindruckend illustriert. 
    
    Dagmar Mägdefrau 
    
  • Mein kunterbuntes Soundbuch – Weihnachtsgeschichten

    Mein kunterbuntes Soundbuch – Weihnachtsgeschichten

    Anna Taube

    Joanne Partis

    arsEdition

    Verlagsempfehlung ab 24 Monate

    In der Kita wird gebacken und der kleine Text ersetzt einige Worte durch kleine Bilder. Diese Gegenstände sind auch auf dem großen Bild auf der anderen Seite zu sehen. Auf jede dieser Bilderseiten muss man den Sound durch Drücken eines Rotkehlchen aktivieren, dann kann man auf die orangen Punkte drücken, um den Sound hören zu können.
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    Leider ist der Ton sehr leise, auch meine Enkelkinder haben Probleme, alles zu hören. Die Gegenstände werden zuerst benannt und ein entsprechendes Geräusch ist zu hören. Aber leider sind auch hier die Kontakte sehr schwer, für Kinderhände zu bedienen. 
    Auf den nächsten Seiten geht es auf den Weihnachtsmarkt, hier erbeutet ein Hund eine Wurst. Danach besuchen wir den Nikolaus, der die Tieren im Wald beschenkt. Eine Schlittenfahrt wird dann unternommen und Weihnachten im Stall gefeiert. Auf der Rumpelburg bekommt der kleine Ritter einen Rasenmäher und die Maus pflegt den kranken Hurtig.
    Kleine Geschichten zu netten Bilder, aber leider keine kinderfreundliche Technik.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
  • Frohe Weihnachten! – Mein liebstes Pustebuch

    Frohe Weihnachten! – Mein liebstes Pustebuch

    Maria Höck

    Aleksandra Szmidt

    arsEdition

    Verlagsempfehlung ab 18 Monate

    Dieses Pappbilderbuch hat vier gestanzte Löcher, in denen ein Licht leuchtet, und zwar indem man in ein kleines Loch „Puste mal!“ pustet. Beim nächsten Pusten gehen die Lichter wieder aus.
    Auf dem Cover ist der Weihnachtsmann in seinem Schlitten zu sehen. Die erste Doppelseite zeigt die Mäusefamilie beim Plätzchenbacken, die Wildschweine basteln allerlei und die Biber packen die Geschenke ein. 
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    Alle schauen zum Himmel, dort ist der Weihnachtsmann mit dem Schlitten unterwegs. Die letzte Seite zeigt den Weihnachtsbaum mit den Geschenken und alle danken dem Weihnachtsmann und „pusten mal den Christbaum an.“
    Jede Seite wird mit einem Vierzeiler erklärt und zweimal werden die Kleinen aufgefordert, die Lichter anzupusten. Diese Lichter faszinieren die Kinder sehr. Wenn wir fremden Kindern vorlesen, macht es Spaß, mit so einem Buch zu locken. Mein zweieinhalbjähriger Enkel schafft es problemlos, durch Pusten die Lichter zu bedienen. Kleinere Kinder tun sich da noch etwas schwer, aber die kleinen Finger können den Kontakt auch auslösen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Der kleine Kopfweh

    Der kleine Kopfweh

    Corinna Leibig

    Charly Gaul

    Mabuse-Verlag

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Schon auf dem Cover sehen wir ihn, den kleinen Kopfweh und wie sein Kopf schmerzt können wir auch erkennen.
    Er hält seinen Kopf und wimmert, weil er „schlimme Kopfschmerzen“ hat. Er überlegt, ob seine Lebensweise schuld sein kann. Zu viel Fernsehen, der laute Zirkus, kein Essen oder Trinken, zu wenig Ruhe - könnte das der Grund sein?
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    Aber er weiß, daran liegt es nicht. Es liegt am Stress, um ihn herum ist zu viel davon, „keiner hat richtig Zeit und ich habe so viel zu tun!“ Das große Kopfweh kann ihn trösten, „Du bist nicht schuld.“ 
    Neben den kurzen einfachen Texten gefallen mir die eindrucksvollen Bilder, die den Schmerz hervorragend darstellen. Es wäre schön, wenn das große und der kleine Kopfweh eine Lösung fänden, aber zusammen kuscheln tut immer gut. 
    Migräne wird bei Kinder oft nicht ernst genommen oder vielleicht auch nicht erkannt. Dieses Buch hilft sicher, dass Kinder ihren Schmerzen einen Namen geben können.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
  • Afrika – Kreuz und quer durch einen bunten Kontinent

    Afrika – Kreuz und quer durch einen bunten Kontinent

    Kim Chakanetsa

    Mayowa Alabi

    Gerstenberg

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Allein das Cover ist so wunderschön gestaltet, da ist man einfach neugierig auf dieses Buch.
    Zunächst wird der Aufbau des Buches erklärt. Zeitgeist, Menschen und Kulturen, Natur und Landschaften, Schlüsselfiguren und Vorbilder und Schnappschüsse sind die jeweiligen Kapitel, die sich in den einzelnen Teilen wiederholen. 
    Der Kontinent Afrika besteht aus 55 unterschiedlich großen Ländern, Lesotho liegt sogar vollständig in Südafrika. Die Karte ist unterschiedlich farblich unterlegt und die nächsten Seiten befassen sich mit diesen Teilen. 
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    Es beginnt mit Nordafrika, dort ist sicher Ägypten das Land, über dessen Geschichte wir am meisten wissen. Über die Bewohner der Wüste wissen wir da schon weniger. Ostafrika, hier wurde der 1,8 Millionen Jahre alter Schädel des Homo habilis entdeckt. In Kenia siedelten sich IT-Unternehmen in der Stadt der Zukunft an. In Nigeria in Westafrika gibt es mit Nollywood eine riesige Filmindustrie. In Botswana im Südlichen Afrika ist der größte Diamantenlieferant. Den Koloniealmächten hätte vielleicht etwas mehr Platz eingeräumt werden sollen.Das Buch bietet einen bunten Querschnitt dieses Kontinents, von dem ich leider nicht sehr viel weiß, so kenne ich kaum eines der beschriebenen Vorbilder. Ein spannendes Sachbuch, gut aufgebaut mit kurzen Texten und vielen Bildern.

    Dagmar Mägdefrau

  • In der Falle! – Gefahr auf dem Reiterhof

    In der Falle! – Gefahr auf dem Reiterhof

    Anna Lisa Kiesel

    Heidi Förster

    Kaufmann-Verlag

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Hier wird es richtig spannend und die Zeit bis Weihnachten vergeht wie im Flug, denn an jedem der 24 Tage wartet ein Rätsel auf die Kinder.
    Ungewöhnlicherweise sind in diesem Fall drei Mädchen unterwegs, vielleicht, weil ein Pferdehof kleine Mädchen anlockt?
    Auf dem Cover sind Lisa, Valerie und Maja zusammen mit Hengst Baldur, auf den es die Diebe abgesehen haben. Die Mädchen sind bei Onkel Arthur auf dem Pferdehof und ausgerechnet, als der Onkel dringend wegmuss, tauchen die Diebe auf. Aber die Drei sind clever und wir helfen ihnen, indem wir die täglichen Rätsel lösen. 
    
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    Die Seiten muss man, um sie lesen zu können, zunächst erst einmal öffnen, dann können wir jeden Tag eine Geschichte lesen und uns eine neue Aufgabe lösen. Die Aufgabe sehen wir auf der nächsten Seite. Diese Aufgaben oder Rätsel sind sehr abwechslungsreich und gut für Grundschüler zu lösen. Die Lösung führt uns zu einem der drei vorgegebenen Sterne, den wir um Öffnen der nächsten Seite brauchen. So lesen wir das Buch nicht seitenweise, sondern erst die Lösung gibt uns die nächste Seite vor.
    Wenn es nicht klappt mit dem Lösen, gibt es hinten im Buch eine Hilfe.
    Neben den kurzen Texten gibt es viele Bilder und natürlich Rätsel, eine schöne Mischung für die Adventszeit.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
  • Auch Bären mögen Weihnachten

    Auch Bären mögen Weihnachten

    Anna Lisa Kiesel

    Stephanie Stickel

    Kaufmann-Verlag

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Auf dem Cover des dünnen Din A 4 großen Adventkalender-Heftes sieht man die Tiere, wie sie gemeinsam Weihnachten feiern. Bis es allerdings so weit ist, dauert es bekanntlich 24 Tage. Am 1. Tag lernen wir die kleinen Füchse kennen, Flora und ihren kleinen Bruder Fips. Tags darauf kommt das Hasenmädchen Holly zu Besuch, gemeinsam bauen sie einen Schneemann, machen es sich am Kamin gemütlich und gehen auf den Weihnachtsmarkt. 
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    Hier berichten die Tiere von einem großen Tier, das in den Wald gezogen ist. Konrad der Dachs weiß Schlimmes über Bären zu berichten, deshalb haben alle Tiere Angst vor dem Tier mit den riesigen Tatzen. Doch dann finden unsere kleinen Freunde eine rote kuschelige Mütze und wollen sie dem Besitzer zurückbringen. So lernen sie den Bären kennen und stellen fest, dass er sehr lieb ist. Jetzt gilt es noch die anderen Tiere zu überzeugen.
    Ganz neu ist diese Geschichte nicht, aber es ist immer wieder schön, auf diese Art über Vorurteile zu sprechen und zu sehen, wie schlecht sich die ausgegrenzte Person fühlt. 
    Die täglichen Geschichten sind in 3- 5 Minuten vorgelesen und sie werden sicher hin und wieder für Entrüstung sorgen. Auf jeder Seite werden die Tage bis Heiligabend heruntergezählt und in der Mitte gibt es für jeden Tag eine Folie, die man ans Fenster kleben kann. Da wird uns die Adventzeit nicht zu lang.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
  • Mein superschlaues Vorschulbuch

    Mein superschlaues Vorschulbuch

    Anna Lisa Kiesel

    Heidi Förster

    Kaufmann-Verlag

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    70 Bilder laden dazu ein, sie auszumalen, Dinge zu suchen, Umrisse zuzuordnen, Dinge
    zu bestimmen, Puzzle zu ergänzen, zu zählen, Fehler zu finden, durch Irrgärten
    zu gehen und Punkte zu Bildern zu verbinden. Am Ende des Buches kann man sich
    anschauen, ob man die Aufgaben richtig gelöst hat.
    mehr oder weniger lesen
    Mit dem Buch können sich Kinder einige Zeit selbst beschäftigen, einige Aufgaben sind selbsterklärend und müssen nicht mal vorgelesen werden. Kinder, die gerne mit dem Stift umgehen, logisch denken und vergleichen können, werden mit diesem Buch viel Spaß haben. Aber auch wenn es einigen noch ein bisschen schwerer fällt, so sind diese Übungen eine gute Vorbereitung auf die Schule. 
    
    Dagmar Mägdefrau
    
    
  • Queergestreift – Alles über LGBTIQA+

    Queergestreift – Alles über LGBTIQA+

    Kathrin Köller

    Irmela Schautz

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 11 Jahre

    Jugendliteraturpreis 2023

    Schon äußerlich ist diese Buch etwas Besonderes, nicht nur das Cover in den Regenbogenfarben der queeren Menschen, sondern auch der Buchschnitt ist so gefärbt. 
    LGBTIQA+, diese Buchstaben bilden eine Gruppe Menschen ab, die nicht hetero oder cis sind. In diesem Buch werden die einzelnen Buchstaben und ihre Bedeutung genau erklärt.
    L= Lesbisch und G für Gay oder schwul, sind Begriffe, die den meisten bekannt und vertraut sind. Aber auch in diesen Kapiteln kann man noch Neues finden. 
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    Das B für Bi oder Pan ist da schon vielschichtiger und innerhalb dieses Kapitels gibt es viele Worte, die unterschiedliches oder gleiches bedeuten, mir aber bisher nicht bekannt waren. Die Aussage „Verlebt in Menschen. Punkt.“ war für mich eine einfache und klare Erklärung. T für Trans oder Non-Binary zeigt auf, dass Menschen sich nicht mit dem Geschlecht, das in ihren Ausweis steht, identifizieren können. Ich wusste nicht, dass es da ein zusätzliches Ausweispapier, den Ergänzungsausweis gibt, der dem gefühlten Geschlecht entspricht. Das I steht für inter, bei diesen Menschen ist das Geschlecht ihres Körpers nicht eindeutig weiblich oder männlich. Das Q für queer wurde zunächst von BIPoC genutzt, dieser Wort wurde aber auch übergreifend für alle anderen zum Begriff. Das A+ steht für a_sexual, also Menschen, denen einfach ausgedrückt, Sex nicht so wichtig ist.
    Zu jedem Kapitel gibt es viele Informationen, Interviews, Orte, an denen man sich persönlich oder im Netz treffen kann. Mich haben besonders die Erfahrungsberichte fasziniert, wie schwierig es für viele war, sich zu outen und so zu leben, wie es für diese Person richtig ist. 
    Ich hoffe, dass dieses Buch für junge Menschen Hilfe bringt, die hier viel von anderen erfahren und wo sie Adressen finden, wo sie Unterstützung erhalten können.
    
    Dagmar Mägdefrau