• Die Nacht so groß wie wir

    Die Nacht so groß wie wir

    Sarah Jäger

    Rowohlt rotfuchs

    Leseempfehlung ab 14 Jahre

    Ein schwarzes Cover mit vielen verschiedenfarbigen Lichtern, die keine gerade Linie bilden und doch irgendwie zusammenfinden. So in etwa könnte man auch Suse, Pavlow, Maja, Tolga und Bo beschreiben und die Nacht, in der sie ihren Abschluss feiern. Die fünfköpfige Freundesgruppe blickt auf das Ende einer langen, prägenden Schulzeit zurück und in eine ungewisse Zukunft. Um diesen Schnitt besonders zu machen, schlägt Pavlow vor, in dieser Nacht ihre Ungeheuer zu überwinden. Ihnen stehen einige Stunden voller Erlebnisse, Offenbarungen und Veränderungen bevor - welche Auswirkungen diese wohl auf ihre Freundschaft haben?
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    Die Clique scheint zusammengewürfelt und gleichzeitig ergibt ihre Kombination Sinn. Wer von ihnen aus der Ich-Perspektive erzählt, wechselt mit jedem Kapitel. Die fünf Charaktere sind so unterschiedlich, dass sie sich perfekt ergänzen, eine Vielfalt von Gedanken, Problemen und Sorgen, die nicht nur Jugendliche kennen, kommen vor. Auch die sprachliche Gestaltung hat Sarah Jäger individuell an ihre Figuren angepasst, sodass ich auch ohne die Angabe erkennen könnte, wer erzählt: Sei es Suse und ihre Verteilung von Adjektiven, Maja mit ihrer altklugen Art, der einnehmende Pavlow oder Bo und seine abgehackten Gedanken.
    Nur in Tolgas Kopf kann keiner so richtig schauen, auch wir als Leser*innen nicht. Durch kursiv geschriebene Flashbacks erfährt man zusätzlich von den Hintergründen der Jugendlichen, so lassen sich die Geschehnisse der Nacht besser einordnen. Die bildliche Sprache im Zusammenspiel mit der richtigen Mischung aus Spannung, Ernsthaftigkeit und Witz und den authentischen Figuren sind Grund genug «Die Nacht so groß wie wir» für den Deutschen Jugendliteraturpreis zu nominieren. Sarah Jäger findet viele einfühlsame, witzige und vor allem kluge Worte über die Freundschaft, das Leben und über das Erwachsenwerden.
    
    Manche Stellen könnten eine sehr aufwühlende Wirkung haben, da auch Gewalt und Tod thematisiert werden, wer damit kein Problem hat, sollte den Roman unbedingt selber lesen!
    
    Raphaela Brosseron

    Suse und Bastian, der jetzt Pavlow genannt wird, und Maja und Tolga sind seit langer Zeit Freunde, sie besuchten dasselbe Gymnasium und bekommen heute ihre Zeugnisse. Dann ist da noch Bo, der sein Abi auf der Gesamtschule nicht geschafft hat und der erst später durch seine Freundschaft zu Suse in die Gruppe gerät. Diese Fünf wollen, dass die Nacht eine ganz besondere wird. Pavlow fasst seine Erwartungen in Worte: „Das ist die Nacht, in der wir sterben müssen, vom Ungeheuer verschlungen und dann Widergeboren.“
    Jede*r in dieser Gruppe hat ein anderes Geheimnis, dass in dieser ungewöhnlichen Nacht alles verändert. Die Abi-Feier findet nicht in einem feierlichen Rahmen statt, sondern in der Turnhalle der Schule. Nicht alle Mitschüler wollten das so und die Fünf zieht es auch nicht wirklich dorthin. 
    Die einzelnen Kapitel werden jeweils von einem der Freund*innen erzählt und mir fehlt ein wenig die Differenzierung in der Sprache. Sie bleibt durchgehend gleich. Eine sehr moderne Sprache, ohne in die Jugendsprache abzudrehen.
    Gut gefallen haben mir die Adjektive mit der Suse ihre Mitschüler*innen bezeichnet, wie „Fusselige Ana oder der gestreifte Henning“.
    Nicht alle Andeutungen werden aufgeklärt, trotzdem kann man sich ein Bild machen. Es gibt trotz aller Offenheit viel Ungesagtes zwischen den Fünfen. Manches macht traurig und anderes bringt mich auch zum Lachen.
    Ein Buch mit vielen Fassetten, nicht immer ganz einfach zu lesen. Zurück bleibt die Erkenntnis, dass der „Start ins Leben“, nach dem Abitur auch nicht so einfach verläuft und der wahre Satz „Narben haben wir doch alle irgendwo.“

    Dagmar Mägdefrau

  • Locke, Logo und der Zeitreise-Fußball

    Locke, Logo und der Zeitreise-Fußball

    Angela Berndhardt

    Karsten Teich

    Tulipan ABC

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Locke ist eine Mädchenmit einer wilden Haarpracht und sie kann sehr gut Fußball spielen. Doch dann schießt sie ihren Lehrer an und zur Strafe muss sie den Geräteraum aufräumen, seine grässliche Arbeit. Zum Glück hilft ihr ihr Freund Logo. Auch dieser Name sagt viel über den Jungen. Er sieht wie ein kleiner Nerd aus, mit Brille und gescheiteltem Haar.
    Doch dann taucht beim Aufräumen ein Junge auf, der so ganz anders gekleidet ist und der dann noch einen schweren Lederball dabeihat. Er stellt sich als Johann vor und behauptet es wäre das Jahr 1922.
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    Wie kommt der Junge in die Turnhalle der Gegenwart und vor allem, wie kann er wieder zurück? 
    Eine Fußballgeschichte über Freundschaft und Hilfsbereitschaft. Denn Nino, der beste Fußballer der Mannschaft, braucht dringend die Hilfe der Freunde. 
    
    Das Buch hat große Buchstaben und viele farbige Bilder, damit kommen geübte Leseanfänger sicher gut zurecht und die spannende Geschichte wird sicher ausgelesen. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Das Riesen-Meer Wimmelbuch

    Das Riesen-Meer Wimmelbuch

    Christine Henkel

    esslinger

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Das Pappbilderbuch entspricht seinem Titel, denn es ist wirklich riesig, nämlich 40 x 60 cm groß. 
    Zunächst geht es an die Nordsee. Das große Bild zeigt einen Leuchtturm, einen Kutter, Strandkörbe und ein reetgedecktes Haus. Natürlich sind auch viele Tiere zu sehen und zur Zuordnung gibt es an der Seite einen Streifen, auf dem einige Tiere noch einmal abgebildet sind und benannt werden. Weiter geht es an die Ostsee, hier sehen wir ein Unterwasserbild, von der Ente sind nur die Beine zusehen. Beeindruckend die Scholle auf dem Grund, die aufgrund der Bildergröße mindestens lebensgroß dargestellt wird.
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    Auch beim Mittelmeer schauen wir unter Wasser. Krake und Tintenfisch sind gut zusehen. In wunderschönen Farben präsentiert sich das Korallenriff. Auf dem Bild „Hoch- und Tiefsee“ sehen wir die Fliegenden Fische aus dem Wasser springen, sogar ein Tiefseeanglerfisch ist zu erkennen.
    Mit dem Polarmeer endet das schöne große Buch. Da sieht man eine Eisbärfamilie, Papageientaucher und den Rotbarsch.
    
    Natürlich habe ich nur einige Tiere erwähnen können, es gibt noch viele anders und alle sind realistisch gezeichnet und durch die Größe eignet sich das Buch hervorragend für Gruppen. Egal ob man auf den Urlaub an der See einstimmen möchte, auf einen Besuch im Aquarium oder einfach nur Spaß daran hat Tiere anzuschauen.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Heute kocht das kleine Känguru

    Heute kocht das kleine Känguru

    Myriam Lang

    Kathrin Schärer

    atlantis

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Die Illustrationen in diesem vegetarischen Kochbuch für Kinder sind wunderschön. Schon auf dem Cover sehen wir das kleine Känguru Erbsen aus der Schote in eine Schüssel tut. Auf dem gemeinsamen Foto trägt Mama schon ihre Schürzte. Dann folgen allgemeine Hinweise und das Känguru wäscht sich brav die Hände. Dann hilft es Mama beim Einräumen der Spülmaschine. 
    Die ersten Rezepte gehören zu einem Geburtstagsessen. „Radieschen mit Butter und Salz“ konnten mich nicht überzeugen, ob ein Gericht mit Oliven bei Kindern gut ankommt? Die Gemüselasagne wird sicher ein Hit.
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    Nachdem es sich in die Pfote geschnitten hat, schneidet das Känguru mit Pflaster vorsichtig weiter. Noch schnell den Schokoladenkuchen mit Konfetti backen und schon sind die Gäste da. Nach den Frühlingsrezepten geht es im Sommer in den See zum Baden. Die Erbsen werden geröstet für ein Ricotta-Gemüse-Cake gebraucht. Wenn das Känguru auch etwas mit dem Quirl spritz, die Mascarponecrem mit Erdbeeren hört sich lecker an. Auch dieser Teil endet mit einem Kuchen. Im Spätsommer grillen die Tiere gemeinsam. Gefüllte Champignons und Tomaten werden auf den Grill gelegt. Diesmal gibt es selbstgemachtes Himbeereis. Mit dem Herbst kommt der Regen. Eine heiße Makkaroni-Gemüsesuppe tut da richtig gut. Beim Kartoffel-Lauch-Kuchen hilft der Igel mit seinen Stacheln Löcher in den Teig zu stechen. Ein herzallerliebstes Bild. „Winterzeit ist Plätzchenzeit“ heißt es im nächsten Kapitel. Nach einigen Plätzchenrezepten wird Pasta gemacht. Für Sugo und Pesto, die schon vorher als Zutat auftauchten, gibt es jetzt die Rezepte, danach erfahren wir wie man Parmesan-Chips im Ofen zubereitet. Über den „Tomme“, der im nächsten Rezept vorkommt, musste ich erstmal informieren. Ich weiß jetzt dass es sich um Weichkäse handelt. Auf der letzten Doppelseite sehen wir wieder die Familie Känguru im Schein einer Kerze im Kochbuch blättern. Sicher sind die Plätzchen, die sie dabei knabbern auch selbst gebacken. In den zwei Indexen kann man die Gerichte nach Namen oder Zutaten finden. 
    
    Das Buch ist sehr schon illustriert, wie oft bei Kochbüchern, möchte ich nicht alle Rezepte probieren. Eine sind sehr einfach und man brauchte dazu kein Kochbuch, andere sind schon komplizierter, ob da kleine Kinder bei der Stange bleiben?
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Wo bin ich?

    Wo bin ich?

    Heinz Janisch

    Isabel Pin

    Tyrolia

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    In dieser mehrsprachigen Ausgabe ist der Text außer in Deutsch auch in Türkisch, Kroatisch-Bosnisch-Serbisch-Montenegrinisch, Englisch und Arabisch abgedruckt. Das ist auch in der jeweiligen Sprache auf dem Cover zu lesen.
    Der Eisbär steht auf einem Eisberg und der Text ist sehr einfach gehalten „Da ist vorne.“ ist vor seiner Schnauzte zu lesen. Hinter ihm steht „Da ist hinten.“ Die anderssprachigen Texte sind immer unten auf der Seite zu lesen. Weiter geht es mit oben, unten, hier und dort. Dann mit nah und fern, rechts und links.
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    Dann ein „Dings“, ein Schwimmreifen in Form eines Flamingos auf und die Sätze werden etwas länger. 
    Ich denke, die Verlagsempfehlung von 4 Jahren kann man durchaus heruntersetzten, da der Text kurz und einfach und die Bilder sehr karg gezeichnet sind. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass das Buch auch in internationalen Klassen Spaß bringen kann. So denke ich auch, dass ich das Buch gut beim Vorlesen im Park oder auf Festen nutzen kann und dann große Geschwister oder Eltern bitten kann den ausländischen Text vorzulesen. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Nur noch zehn Minuten, keiner Dino

    Nur noch zehn Minuten, keiner Dino

    Rhiannon Fielding

    Chris Chatterton

    magellan

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Der Einband zeigt eine Landkarte, „Das Land der Träume“ ist hier abgebildet. 
    Der kleine Dino wird gerufen, denn es ist Bettzeit in 10 Minuten. Doch der kleine niedliche Dino Donner findet, dass das noch viel Zeit sei und springt in den Teich. Als Mama 8 Minuten ansagt geht es in den Dschungel. „Noch 7 Minuten, weiß Donner Bescheid, das ist kein Problem, denn Zuhaus‘ ist nicht weit.“ Bei 6 Minuten schaut er auf den speienden Vulkan. Die anderen Dinos sind auf der Flucht und auch Donner geht besser nach Haus.
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    Doch wie findet er wieder heim? Zum Glück hört er Mamas Stimme, die 3 Minuten ansagt. So schläft der kleine Dino als die Zeit um ist an seine Mama gekuschelt ein. Auch auf unserer Landkarte am Ende des Buches ist die Nacht gekommen und alles liegt in blauem Licht. 
    
    Ein niedliches Einschlafbuch mit kurzen einfachen Texten und vielleicht ist die Ansage der verbleibenden Zeit auch ein Tipp für die Eltern.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Der Prinz auf der Erbse – Und andere umgekrempelte Märchen

    Der Prinz auf der Erbse – Und andere umgekrempelte Märchen

    Karrie Fransman

    Jonathan Plackett

    Kein & Aber

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Bei zwölf altbekannten Märchen wurden hier durch einen Computer-Algorithmus das Geschlecht der Protagonisten verändert. So heißt es „Der Schöne und das Biest“, „Der Prinz auf der Erbse“, „Herr Rapunzel“ oder „Die gestiefelte Katze“. In der Vorbemerkung erklärt der Autor sein Vorgehen. Die wunderschönen Bilder dazu wurden von seiner Frau gezeichnet.
    Eine Edelfrau heiratete in zweiter Ehe einen Mann, der bereits zwei Söhne hatte, ihr eigener Sohn „war von beispielloser Sanftmut und Güte.“ So beginnt die Geschichte vom Aschenpeterl.
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    Da das Märchen nicht nach Grimm, sondern nach Charles Perrault geschrieben wurde, entspricht es nicht dem mir bekannten Märchen. Nach Hans-Christian Anders entspricht der „Prinz auf der Erbse“ dem bekannten Märchen nur, dass ein Prinz einer Königin (auch im Original handelt es sich um eine Königin) beweisen muss, dass er ein echter Prinz ist. Außer den verstauschten Namen gibt es bei „Gretel und Hänsel“ einige Unterschiede, so treffen sie auf einen Hexer, der Gretel verspeisen möchte. „Herr Rapunzel“ ist ein zwölfjähriger Junge mit einem langen Bart, den er anstelle des Zopfes der Rapunzel aus dem Turmfenster wirft und natürlich versucht ihn eine Prinzessin zu befreien. Sieben Zwerginnen nehmen „Schneewicht“ bei sich auf und der König mit de Spiegel versucht ihn mit denselben Mitteln, wie Schneewittchen umzubringen. „Rotkäppchen“ wird der kleine Junge genannt und er begegnet einer bösen Wölfin. „Dörnrösling“ wird von einem Zauberer verwunschen und muss ebenfalls 100 Jahre schlafen.
    
    Die Aufmachung und die orientalisch anmutenden Illustrationen dieses Buches sind sehr schön. Die Änderung der Geschlechter haben mich nicht wirklich überzeugt. Sie bietet sicher eine andere Sichtweise, aber, da bin ich sicher altmodisch, mir gefällt das Alte besser. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • vielleicht – Eine Geschichte über die unendlich vielen Begabungen in jedem von uns

    vielleicht – Eine Geschichte über die unendlich vielen Begabungen in jedem von uns

    Kobi Yamada

    Illustriert von Gabriella Barouch

    Adrian & Wimmelbuchverlag

    Es gibt keine Verlagsempfehlung, der Verkauf meint ab 4 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir das Mädchen, das uns gemeinsam mit dem kleinen Ferkel durch das Buch begleitetet, schaut verträumt nach oben. Der Titel und einige Blumen sind in Roségold gehalten. Das Mädchen trägt eine Mütze aus Blättern mit einem Schnabel über der Stirn, dadurch hat sie etwas von einem kleinen Vogel. Sie hält auf dem ersten Bild ein Gebirge in den Händen, von dem kleine Vögel wegfliegen. „Hast du dich jemals gefragt, warum du hier bist?“ ist die Frage zu Beginn des Buches. 
    Auf der nächsten Seite sehen wir das Mädchen weiße Punkte auf riesige Fliegenpilze kleben.
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    Vor einer Meereslandschaft stapelt sie Häuser „in en Himmel“. Sie saust fröhlich über die Seite „Oder vielleicht wirst du Menschen mit deiner Begeisterung mitreißen?“ Ein Bild zeigt das Mädchen mit schlafenden Tieren in der Nacht und der Gedanke, dass sie Licht ins Dunkel bringt, macht Hoffnung. Doch es wird auch Probleme gaben „Du könntest scheitern“ zeigt das Mädchen mit traurigem Blick. Doch dann geht es positiv weiter. Die möglichen Stärken werden erwähnt und „Weil du hier bist…ist alles möglich.“
    
    Wunderschöne, zarte Bilder und ein Text, der Selbstbewusstsein vermitteln wird. Etwas schwer tue ich mich trotzdem mit dem Lesealter. Ich glaube, es ist sehr individuell zu betrachten. Sensible Gemüter werden sich durch die aufbauenden Sätze bestärkt fühlen. Ich kann mir das Buch auch gut als Geschenk zur Geburt oder für Erwachsene vorstellen.  Ich habe mich mit der Lektüre sehr gut gefühlt.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Wir sind hier – Eine Geschichte von Flucht und Hoffnung

    Wir sind hier – Eine Geschichte von Flucht und Hoffnung

    Kyo Maclaer

    Rashin Kheiriyeh

    Zuckersüß

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Einige Erwachsene und viele Kinder stapfen durch die winterliche Landschaft. Auf der nächsten Seite müssen sich die Menschen bergauf quälen. Ein Mädchen malt ein Kreuz auf den Boden und zeigt, dass sie jetzt hier sind. Am Morgen gibt es ein heißes Getränk aus einem vertrauten Becher. „Dieser Becher ist ein Zuhause.“ Auch eine aprikosenfarbene Decke bringt Geborgenheit. Dann landen sie für einige Tage in einem Zeltlager. Hier schreiben und lesen sie im warmen Licht einer Lampe und vergleichen sie mit einem Leuchtturm.
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    Unter dem Sternenzelt singen alle gemeinsam ein Lied. Inmitten von neuerblühten Blumen stellen sich die Kinder Fragen nach der Zukunft. Mit einem Boot bestehend aus der Tasse, als Mast die Blume und die Decke ist das Segel geht es mit Hilfe des Leuchtturms wieder an Land „Wir sind hier.“ 

    Die Farben des Buches sind hellblau und aprico, dadurch wirkt es trotz des ernsten Themas optimistisch. Die beiden Kinder, die uns durch das Buch führen sind fantasiereich und lassen uns an ihren Gedanken teilhaben. Der Text ist sehr kurz gehalten, die poetischen Bilder erklären alles.
    Ein schön gestaltetes Bilderbuch, das auf einfühlsame Weise eine Flucht schildert.

    Dagmar Mägdefrau
  • Das Glück in dir – Wie du dein Leben lebendiger machst

    Das Glück in dir – Wie du dein Leben lebendiger machst

    Kobi Yamada

    Illustriert von Carles Santoso

    Adrian & Wimmelbuchverlag

    Empfohlen für 99-jährige und Jüngere

    Fröhlich sieht es aus, das Entenküken auf dem Cover. Seinen Spuren folgen wir im Einband. Neben der Eierschale steht ein längerer Text, den dem mir der Satz „Fülle dein Leben mit Liebe und packe deine Tage voller Wunder.“ Besonders gut gefällt. „Träume, bis es wahr wird.“ zeigt das Küken auf eine Wolke schauend, die wie eine Ente aussieht. Sie wird aufgefordert etwas Neues zu erschaffen und liegt zwischen vielen Bücherstapel und schreibt. 
    Es stapft durch eine Pfütze, liegt inmitten kleiner herzförmiger Blätter, tanzt über ein Seil, sitzt zwischen abgeholzten Bäumen und gießt einen Sprössling und springt in einen Blätterhaufen.
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    „Steh ein für das, woran du glaubst“ zeigt das Küken auf einem kleinen Boot und eine große Welle kommt darauf zu, „Mut und Angst zeigen sich oft zur selben Zeit.“ Vor einem Sternenhimmel lässt das Küken Leuchtkäfer auf seinem Glas frei, „Füge etwas zum Wunder Welt hinzu.“ Eine schöne Aufforderung.
    
    Die Texte geben viele Ratschläge, die in liebevolle Worte gepackt sind. Die Bilder sind einfach und zart gezeichnet, sie kommen mit wenig Farbe aus. Es steckt viel Poesie in diesem Buch und es wird sicher begeisterte Leser finden.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Paul und sein Freund, der Baum Yggdrasil

    Paul und sein Freund, der Baum Yggdrasil

    Klaus Heimann

    Illustrationen von Diego Fernández Rodriguez

    Hummelshain

    Leseempfehlung ab 8 Jahre

    Paul ist 10 Jahre alt und er ist ruhiger als seine Altersgenossen, er schaut nicht gerne fern und zockt auch nicht am Computer. Dafür liebt er es sich vorlesen zu lassen, obwohl er natürlich auch selbst lesen könnte.
    Paul verbringt seine Tage und manchmal auch Nächte bei seinen Großeltern, die wohnen wie er in Essen, aber am anderen Ende der Stadt. Zusammen mit seinem Großvater setzt Paul ein Gartentor ein, das direkt in den Park führt und hier entdeckt Paul „den größten Baum Essens“. Nachdem der Baum endlich Blätter hat, gibt er sich als Esche zu erkennen.
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    Der Großvater liest Paul aus einem geheimnisvollen Buch eine Geschichte vor. Sie handelt von dem Wikingerjungen Leif, der zusammen mit seinem Vater und der ganzen Mannschaft mit dem Boot unterwegs ist. Im Laufe des Buches kommt es zu gefährlichen Situationen, aber auch im Park ereignet sich etwas, was Paul unbedingt verhindern muss. Ein dicker Mann gibt einen anderen Mann den Auftrag Bäume zu fällen und Pauls Esche soll auch der Säge zum Opfer fallen. 
    Paul hat inzwischen ein freundschaftliches Verhältnis zu dem großen Baum, zum einen ist er sicher, dass es sich um den Baum Yggdrasil handelt, der im Mythos der Wikinger die gesamte Welt trägt und zum anderen kann er auf dem Baum sitzend seine Gedanken und Gefühle ordnen. 
    Da Paul ein einfallsreicher Junge ist, fällt ihm einiges zur Rettung des Baumes ein.
    
    Durch die beiden parallel erzählten Geschichten von Paul und Leif gibt es viel Spannung in diesem Buch, aber es gibt auch viele in die Geschichte eingebundene Informationen über Wikinger und ihren Mythos.
    Der Enkel Lucas kann stolz auf seine beiden Opas sein, der ein hat diese schöne Geschichte geschrieben und der anders hat sie mit kleinen bunten einfach gezeichneten Bildern illustriert. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Was Neues ist nicht schwer, Herr Bär!

    Was Neues ist nicht schwer, Herr Bär!

    Jan Kaiser

    Laura Tschorn

    magellan

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Bär Baldur hat ganz feste Gewohnheiten, anhand eines Kreises wird sein Tag genauestens eingeteilt. Da gibt es keine Abweichungen. Da etwas stört ihn doch an seinem Leben, er hätte so gerne einen Freund, wie der aussieht und wie alt er ist, ist ihm ganz egal. 
    Und dann sitzt ein blaues Etwas auf seinem festen Platz auf dem Ameisenhügel. Es entpuppt sich als ein „Dideldum“ und es liebt es alles anders zu machen. Es verdreht bei Sprechen die Buchstaben und kugelt durch den Wald. Das entspricht ja nun gar nicht Baldurs Art und er muss sich fragen, ob er das so möchte
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    Aber das niedliche Dideldum zwinkert ihn immer wieder so lieb an, dass er letztendlich doch gefallen an den verrückten Ideen des Neulings hat. So „entplündern“ die beiden gemeinsam das Haus mit den schon alten Möbeln und Gegenständen. Am Abend schlafen die beiden in Baldurs Bett ein. „Wie schön! Er hat in diesen Stunden nun endlich einen Freund gefunden!“ so endet das Buch.
    
    Die herrlich bunten Bilder kann man sicher immer wieder anschauen und Neues entdecken. Der Gereimte Text ist zwar etwas lang (nur geübte Dreijährige werden ihn sich ganz vorlesen lassen) aber er reimt sich wunderschön.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Hier in den Bergen – Mein Wimmelbuch

    Hier in den Bergen – Mein Wimmelbuch

    Ali Mitgutsch

    Ravensburger

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Der Klassiker aus dem Jahr 1979 ist immer noch aktuell.  Auf der ersten Doppelseite schieben sich, inzwischen etwas nostalgisch anmutende Fahrzeuge eine Serpentinen-Straße hinauf. Es gibt eine kleine Baustelle, vollbesetzte Busse, Rad- und Motorradfahrer. 
    Ein Baum wird gefällt und unterhalb des Aussichtspunktes liegt der Müll. Die „Staudamm Bau AG“ hat schon viele Bäume gefällt, ein Haus und eine Kirche werden abgebaut, Rohre werden abgeladen, Gerüste, Kräne und viele Bauarbeiter zeigen den Fortgang an.
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    Auf dem Berg tummeln sich die Menschen, sogar bis zum Gletscher dringen sie vor. Ein Bergsee lud zum Baden ein, aber inzwischen hat der Regen eingesetzt und die Menschen suchen Schutz. Eine Alm mit Kühen, Ziegen und Schafen zeigt die nächste Doppelseite. Auch hier gibt es einiges zu entdecken. Mit Wintersport geht es weiter. Sessellifte bringen die Skifahrer hinauf, aber einer wird mit dem Rettungswagen abgeholt. Eine Lawine ist abgegangen und der Suchtrupp ist unterwegs, auch ein Hubschrauber steht schon bereit.
    
    Ali Mitgutsch bleibt auch nach seinem Tode ein Meister der Wimmelbücher.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Das freche F – Was man mit Buchstaben von A – Z alles anstellen kann

    Das freche F – Was man mit Buchstaben von A – Z alles anstellen kann

    Michael Keller

    Kunstmann

    Leseempfehlung ab 5 Jahre

    Das Ferkel auf dem Cover zeigt einen ersten Eindruck, was uns in diesem ABC-Kritzelbuch erwartet. 
    Zunächst erfahren wir, dass es nur vier Teile sind, aus denen alle Buchstaben zusammengebaut werden können. Natürlich wird der Kreis bei manchen Buchstaben nur teilweise genutzt.
    Da kommt auch schon das A und es kann alt, ausgeschnitten, abgeschlafft oder auch artig sein. Die Adjektive werden durch ein entsprechend gezeichnetes A gestaltet. Danach kommt eine fast leere Doppelseite, nur oben in der Ecke hängt das Affen-A an einem Ast.
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    Doch es gibt auch ein paar Anregungen „Wie könnte ein Auto-A aussehen?“ keine leichte Aufgabe. Aber ich denke, die Kinder haben genug Fantasie ein solches Auto zu zeichnen. 
    Beim B lautet die Aufgabe „ein B mit Bart zu zeichnen.“ 
    „Das doofe D, null Ahnung von echt garnix!“, „Ein jähzorniges J.“, „Olympisches O, welche Farben haben die Ringe!“, „Das schnarchende S, schläft tief und fest.“ oder „Auf der Yogamatte macht das Y die Brücke.“ Das sind nur einige wenige Beispiele, die das Buch zu bieten hat. Ich denke Kinder, die das ABC und die Welt der Buchstaben entdecken, finden hier viel humorvolle Anregungen. Allerdings muss man auch einige Begriffe erklären, weil es doch ungewöhnliche Worte sind, wie z.B. das rackernde R oder ein irritierendes I.
    
    Das Buch bietet zum Einen lustige kleine Zeichnungen mit spaßigen kurzen Texten und bietet zudem die Möglichkeit sich selbst auszuprobieren und die Buchstaben mit Leben zu erfüllen. Danach kann man sie sich sicher noch viel besser merken, man baut ja sowas wie ein Verhältnis zu ihnen auf. Ich werde ausprobieren, was mir zu den Anregungen selbst zu zeichnen gelingt wird.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Weltbeste kleine Schwester

    Weltbeste kleine Schwester

    Katja Reider

    Hanser

    Leseempfehlung ab 8 Jahre

    Johanna ist schon 16 und ihr jüngerer Bruder liegt als Sandwichkind zwischen ihr und der zehnjährigen Rosa. Rosa, die kleine Schwester ist es auch, die uns von ihrer Familie berichtet.
    Während die beiden Großen ständig meinen, dass die Kleine bevorzugt wird, muss Roas feststellen, dass sie einfach nicht ernst genommen wird.
    Da die Eltern übers Wochenende zu einem Familientreffen müssen und keines der Kinder sie begleiten möchte, lassen sie die Drei allein zu Hause. Eigentlich hätte Rosa bei ihrer Freundin Geburtstag gefeiert und da es sich um eine „Sleep-over-Party“ handelt, hätte sie bei Bini übernachtet. Leider kommt es aber anders. 
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    An diesem Wochenende stellt sich heraus, dass kleine Schwestern durchaus nützlich, fantasiereich und voller Ideen sein können. Und wir Leser und Leserinnen lernen eine wunderbare Familie kennen, die, wenn es darauf ankommt, zusammenhält.
    
    Das Buch hat kurze Kapitel und witzigen Überschriften und einigen Bleistiftzeichnungen, es ist gut zu lesen und macht sicher nicht nur keinen Schwestern viel Spaß. Keine Ahnung, ob die Autorin eine „kleine Schwester“ ist, auf jeden Fall kann sie sich in sie hineinversetzen. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Das alles sind Gefühle

    Das alles sind Gefühle

    Michael Engler

    Julianna Swaney

    arsEdition

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Es gibt im Moment einige Bücher, die sich mit dem wichtigen Thema Gefühle beschäftigen. Hier löst eine konkrete Situation Lars Wut aus. Als er sich brüllend mit rotem Kopf im Spiegel sieht, erkennt er sich nicht wieder und läuft weinend in den Garten. Dort trifft er auf einen Maulwurf, der ihm sehr einfühlsam erklärt, was Gefühle sind.
    Aber es gibt nicht nur unangenehme Gefühle, Lars erinnert sich auch an Freude und an Situationen, in denen er glücklich war. Der Maulwurf rät ihm auch sich entspannt in die Sonne zu legen und tief Luft zu holen.
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    Dann fragt er Lars, ob es auch mutige Momente für ihn gab oder Tage, an denen er nicht mutig war. Kuschel- und Tobetage fallen ihm ein. Wenn man Gefühle nicht versteht, macht es Sinn darüber zu sprechen, rät der Maulwurf. Dann taucht Lars Mama im Garten auf und auf dem letzten Bild halten sich die beiden fest in den Armen.
    Jeder kennt diese Wut, die man nicht unter Kontrolle bekommt, aber hier werden ganz einfache Ratschläge in dieser schönen Geschichte versteckt und ich denke jedes Kind kann verstehen, was er kleine Maulwurf meint. Der glückliche Abschluss zeigt, dass auch Eltern manchmal aufgrund ihrer Gefühle falsch handeln. 
    
    Die Bilder zeigen die Gefühle sehr verständlich, die Texte sind nicht belehrend, gebe aber gute Tipps. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Weißt du, was die Tiere machen? – Kleine Biene

    Weißt du, was die Tiere machen? – Kleine Biene

    Pat-a-Cake

    Fhiona Galloway

    Glücksfisch/Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Das Pappbilderbuch mit den gerundeten Ecken hat ein rundes Loch im Cover durch das wird die Biene sehen können. Mit einem kleinen Schieber kann man ihre Flügel bewegen. Auf der nächsten Seite erfahren wir, was die Bienen den ganzen Tag machen. Danach wo sie leben und warum sie summen. Erst auf der letzten Doppelseite gibt es wieder Klappen. Hinter den meisten summen Bienen, hinter einer die Königin, die gesucht werden soll. Hier gibt es auch Fragen wie „Welche Farbe haben die Blumen?“ oder „Welche Bienen haben drei Streifen?“
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    Einige Informationen „Sie fliegen kilometerweit“ sind noch etwas schwierig für 2-jährige, doch die Bilder werden von ihnen sicher mit viel Interesse und Freude angeschaut werden. Ich hätte mir auch im Mittelteil einige Klappen oder Animationen gewünscht.
    
    Ein schön gestaltetes Bilderbuch für kleine Naturfans.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Ein Tag im Leuchtturm

    Ein Tag im Leuchtturm

    Miriam Koch

    Susanne Lütje

    Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Ein 40 cm großer Pappleuchtturm steht am Strand und wird von einem bärigen Mann angestrichen. Auf der ersten Seite können wir dem Leuchtturmwärter beim Frühstück mit einer Robbe zuschauen. Es gibt „Hering und Kakao“ wie der Vierzeiler berichtet. 
    Inzwischen ist der Leuchtturmwärter angezogen und schaut aus dem Fenster, denn die Post kommt über den Dünenweg. In dem Päckchen ist eine neue Lampe für den Leuchtturm. Wir können nun auch ins Schlafzimmer schauen.
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    Jetzt ist richtiges Schittwetter und der Leuchtturmwärter tragt seinen Regenhut. Schon ist der Tag rum und Ole „knipst feierlich den Leuchtturm an. „Die Freunde schlafen tief und fest und doch hält einer stetig Wacht. Der Leuchtturm blinkt für jedes Schiff hell durch die Dunkelheit der Nacht.“
    
    Schöne Bilder vom Leichtturm und en Tieren rundum und die Vierzeiler sind schön zu lesen. Aber das Besondere ist natürlich die Form des Buches. 
    
    Dagmar Mägdefrau