• Mein Ball da oben, ich hier unten

    Mein Ball da oben, ich hier unten

    Elisenda Roca

    Rocio Bonilla

    Jumbo

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Diese Figuren mit den großen Köpfen, die Rocio Bonilla zeichnet, gefallen mir einfach zu gut. Der kleine Junge auf dem Cover spielt mit dem Ball und schießt ihn in einen Baum. „Oh, oh, der Ball!“ ist ein Ausspruch, der sich immer wiederholen wird. Das sagt auch die alte Frau, die helfen möchte, leider ist schon zu alt. Als nächstes kommt ein starker Mann, der dann doch nicht stark genug ist. Es folgt eine sportliches Mädchen, dass dann doch den Stamm nicht erklimmen kann. Auch die Basketballspielerin ist nicht groß genug, um an den Ball zu gelangen.
    mehr oder weniger lesen
    Nach mehreren Fehlversuchen kommt ein Mädchen, das die richtige Lösung weiß.
    Natürlich geht es nur gemeinsam und um das zu sehen, muss man das Buch hochkant halten. 
    
    Immer, wenn ein neuer vermeintlicher Helfer ins Bild kommt, wird der Text um die letzte Figur ergänzt, so kommt am Ende eine ganze Reihe Leute zusammen und diese Wiederholung finden die Kinder einfach toll. Aber das Strahlen meiner keinen Enkelin, als alle übereinander an den Ball kommen, machen das Buch zu einem besonderen Bilderbuch.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Die Mauskowskis – Abenteuer in der Großstadt

    Die Mauskowskis – Abenteuer in der Großstadt

    Michael Engler

    Martine Matos

    Boje

    Verlagsempfehlung 4 Jahre

    Nachdem durch Zufall Felices Pfeifstimme entdeckt wird und ihr Vater ihr keine Stunden bezahlen möchte, macht sie sich zusammen mit ihrem Bruder Kaspar auf den Weg nach Berlin. Dort singt ihre Tante Josefine in der Scala der Mäuse. 
    Kaspar kauft von seinen Ersparnissen die 4. Klasse-Bahnkarten und dann geht es los. Er hat Opas Taschenuhr eingesteckt und sie trägt eine Brosche von Tante Josefine. So kommen die beiden kleinen Mäuse in der großen Stadt an und sind völlig überfordert. Da bietet Gustav Ratte seine Hilfe an und die beiden sind froh, dass sie jemanden gefunden haben, der sie auf dem Weg begleitet.
    mehr oder weniger lesen
    Doch bei einer Straßenbahnfahrt stiehlt Gustav ihnen ihren Schmuck und verschwindet. Als der Schutzmann nach ihren Eltern fragt, setzten sich die beiden schnell ab und geraten dabei zur Scala. Da Tante Josefine nicht aufgetaucht ist, singt Felice vor dem Publikum und wird begeistert gefeiert. Auf der letzten Seite sehen wir einen Packen Zeitungen „Sensation in der Scala“ heißt die Überschrift. 
    Das Berlin der 1920er Jahre wird hier mit Mäusen wieder lebendig und der Diebstahl lässt mich an Emil denken. Die Bilder sind wunderschön anzusehen und bis ins Detail liebevoll gestaltet.
    
    Soweit das Positive, aber dieses Buch ist KEIN Bilderbuch für Kinder. Eine vierjähriges Kind lernt seine Eltern und alle anderen zu belügen, fremdes Eigentum ungefragt mitzunehmen, sieht den Schutzmann (ein heute völlig ungebräuchliches Wort) als Feind und hat damit einen großen gefeierten Erfolg.
    Keine Empfehlung als Kinderbuch, ein schönes Geschenk für Erwachsene, die gerne Bilder aus dieser Zeit aus Berlin anschauen mögen.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Der Glückshornwunsch

    Der Glückshornwunsch

    Nikola Huppertz

    Andrea Stegmaier

    Tulipan

    Verlagsempfehlung 4 Jahre

    Luzie ist fasziniert von der Schneekugel mit den tausend Pünktchen, die sich glitzernd auf das Einhorn legen. Als dann Leonora erzählt, dass das Einhorn Wünsche erfüllen kann, möchte Luzie es auch gerne versuchen. Doch dann ruft die Erzieherin die Kinder herein und Leonora muss ihre Kugel in ihr Fach packen.
    Dort nimmt Luzie die Kugel heraus und legt sich in das Zelt, in dem sich die Kinder zurückziehen können. Da sie einen ganz besonderen Wunsch aussprechen möchte, schafft sie es nicht bis der Abschlusskreis beginnt. So steckt sie die Schneekugel in ihren Rucksack.
    mehr oder weniger lesen
    Obwohl sie sieht, dass Leonora weint, weil ihre Kugel nicht gefunden wird, geht sie mit Mama nach Hause. 
    In ihrem Zimmer holt sie wieder die Kugel hervor. Aber so ganz wohl ist ihr dabei nicht. Als Mama sie ruft, merkt man ihr das schlechte Gewissen an.
    Jedes Kita-Kind wird die Umgebung und den Alltag von Luzie kennen und wahrscheinlich auch den Wunsch etwas zu besitzen, was einem oder einer anderen gehört. Luzie weiß selbst, dass sie Unrechtes tut und spürt das körperlich. Die Geschichte kommt ohne erhobenen Zeigefinder ohne Anschuldigung und Entschuldigung aus und gerade deshalb ist sie so schön und durchaus lehrreich. 
    
    Worte wie „Glückshorn-Wunscherfüllung“ oder der Einhornblick „wese und bestimmt und geheimnisvoll“ machen diese Geschichte so lesenswert, dazu kommen die schönen Bilder, die den Kita-Alltag, aber auch den Einhornzauber abbilden. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Treppe rauf, Treppe runter – Folge der Spur

    Treppe rauf, Treppe runter – Folge der Spur

    Pina Gertenbach

    esslinger

    Verlagsempfehlung 4 Jahre

    Das große Format des Buches lässt es zu, dass die Bilder trotz der Details gut zu sehen sind. Die Seiten sind fester und weniger anfällig als Papierseiten. Neben dem Wohnmobil steht ein Eisstand und Minna, deren Spur Max immer folgen soll steht rechts unten in der Ecke mit blauem Eis und blauer Schnauze, denn Minna ist wohl ein kleines Bärenmädchen. Vom Eisstand ausgehend sehen wir blaue Pfotenabdrücke, die ihren Weg, die Leitern hoch und runter über den vertikal aufgebauten Zeltplatz führen. Sie gilt es zu finden. Das Bild wird durch Krokodile und Mäuse belebt. Im nächsten Bild tauchen noch Vögel und Eichhörnchen auf.
    mehr oder weniger lesen
    Alle Tiere sind bekleidet und werkeln irgendwie herum. Minna hat diesmal Kekskrümel verstreut, die schwieriger zu sehen sind. Unterirdisch mit Maulwurf und Kaninchen suchen wir blaue Blumen. Danach tauchen Gespenster auf, die in einem alten Haus spuken. Minna hat den Wachs einer Kerze tropfen lassen. Ein gelbes Unterseeboot beherbergt Frösche und wir suchen Muscheln. Gämsen und Ziegen sind in den Bergen unterwegs und Minna hat Honig verkleckert. Es geht ins All, auf eine Kirmes, auf ein Schiff, in den Dschungel und in Wohnhäuser.
    Zum Glück gibt es auf der letzten Seite die Lösungen aber auch ein paar Fragen, da muss man nochmal genau hinsehen.
    
    Ich fand die Suche etwas unübersichtlich, so riss das Band immer wieder ab und fing dann wieder an. Ich habe das Buch inzwischen mit meinem Enkel (4) angeschaut, der es sich ausgesucht hatte und der mit Eifer begann. Dann hat es ihm nicht so richtig Spaß gemacht, ähnlich wie mir. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Der kleine Geist, der sein Buh verlor

    Der kleine Geist, der sein Buh verlor

    Elaine Bickell

    Raymond McGrath

    Knesebeck

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Der niedliche weiße kleine Geist hat zeltende Menschen am Lagerfeuer ins Auge gefasst, als er feststellen muss, dass sein „Buh“, das einen Geist irgendwie ausmacht, nicht mehr aus seinem Mund kommt. Sein Gesicht erinnert etwas an Edvard Munch, nur in niedlich. 
    Seine Mama tröstet ihn, er wird es schon wiederfinden. Da hört er ein „Hu-Hu!“ das zur Eule gehört. Sie versichert ihm, dass sie das „Buh“ nicht gesehen hat, bietet ihm aber ihr Heulen an. „Nein, danke, zu Eulen passt prima Hu-Hu, doch Geister, die brauchen ihr grusliges Buh!“ ist die Antwort des Geistes.
    mehr oder weniger lesen
    Dieselbe Geschichte wiederholt sich mit der Taube, dem Hahn und der Kuh. Am Ende wird der Lesende aufgefordert „Buh“ zu rufen und damit ist der Fall gelöst. 
    
    Der Geist macht sicher keine Angst, wir sehen sein Problem und helfen bei der Lösung. Die kurzen, sich wiederholenden Reime machen Vorleser*innen und den Kindern Spaß.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Ein Blick durchs Schlüsselloch – Was die Nachbarn so alles verheimlichen

    Ein Blick durchs Schlüsselloch – Was die Nachbarn so alles verheimlichen

    Lisa Aisato

    WOOWBooks

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir die ganze Truppe, die im Aufzug zusammenkommt. Die Gesichter sind meist nicht besonders vertrauenserweckend. In den sich schließenden Aufzug schleicht sich heimlich eine Fliege ein, beim ersten Lesen habe ich sie auch nicht bemerkt. Da steht sie wieder die ganze Truppe der Nachbarn. Heute ist wegen Corona von dieser Enge abzuraten. Carl, ein älterer Herr mit Anzug und Schlips, so erfahren wir auf dem nächsten Bild, lutsch am Daumen und hat im Bett einen Teddy im Arm.
    mehr oder weniger lesen
    Kurt, der mit Bomberjacke im Aufzug steht, tanz im Tütü zu spanischer Musik. Helges Tochter, die im Vordergrund mit ihren krausen roten Haaren zusehen ist, fragt sich „Ist das wirklich mein Papa?“ denn der farblose schmale Typ mit den dunklen glatten Haaren sieht ihr kaum ähnlich. Johnny, der seien Haare wie Elvis trägt, kümmert sich in dieser Wohnung liebevoll um die Perücke, er selbst trägt eigentlich Glatze. Zum Schluss stehen alle in ihren Outfits, die sie zu Hause tragen im Aufzug. Welch eine bunte Schar. Zuletzt besucht die Fliege noch die Autorin und auch bei der liegt so einiges im Argen. 
    
    Ich werde bei meiner nächsten Auszugfahrt oder im Wartezimmer überlegen, was wie Menschen um mich rum wohl verbergen. Ein lustiger Zeitvertreib. Der gereimte Text ist kurz und die Bilder haben richtig Biss. Ob allerdings Kinder diesen Humor verstehen, möchte ich bezweifeln. Erwachsene werden aber sicher ihre Freude daran haben.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Apfelsaftgedanken

    Apfelsaftgedanken

    Andrea Lienesch

    Mele Brink

    Edition Pastorplatz

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Jule sitzt auf dem Cover auf der Erde und ihre krausen Haare werden zu ganz vielen mehr oder weniger krausen Gedanken. Jule wirft den Becher Apfelsaft um und ihr kommt die Frage in den Sinn, warum er auf den Boden fällt. Mama begründet das mit der Schwerkraft. 
    Was bei Jule die Frage aufwirft, ob es auch Leichtkraft gäbe? Danach stellt sie sich vor, wie es wäre, denn alles nach oben fiel. Spinnen können über die Decke laufen und sie sollen mit den Beinen hören können.
    mehr oder weniger lesen
    Jule überlegt also, wie es wäre, wenn wir Ohren an den Beinen hätten und wie dann die Brillen halten würden. Sie überlegt diese festzuschrauben und in der Folge wird sie gedanklich zum Roboter. Da der Batterien benötigt, wäre es gut, die aus Solarstrom zu speisen und der braucht viel Sonne. Doch zu viel Sonne würde bedeuten, dass die Pflanzen oft gegossen werden müssen und deshalb die Schwimmbecken nicht mehr gefüllt werden können. Jules restliche Gedanken möchte ich nicht auch noch verraten, sie sind ähnlich verrückt und lustig, wie die beschriebenen. 
    Ich kenne das, dass man irgendwo anfängt zu denken und kommt dann „von Hölzchen auf Stöckchen“. Am Ende fragt man sich wie man überhaupt auf diese Ideen kam.
    
    Die Autorin Andrea Lienesch hat da ganz toll einen Faden gesponnen, bei dem richtig lustige Ideen herauskamen und Mele Brink hat diese krausen Gedanken in wundervolle Bilder umgewandelt, die nur so von schrägen Ideen sprühen.
    Eine gelungene Kombination, die dazu auffordert, seinen Gedanken freien Lauf und die Fantasie hochleben zu lassen. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Pinguine in der Sushi-Bar

    Pinguine in der Sushi-Bar

    Anna Schindler

    Katrin Dageför

    Edition Pastorplatz

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Das Cover zeigt eine klassische Sushi-Bar, nur hier steht ein Seehund hinter der Theke und Pinguine sind als Gäste und Personal zu sehen. 
    Als Geraldine bemerkt, dass sie ein Ei erwartet, sucht sie gemeinsam mit dem zukünftigen Vater Wellington einen Platz für ihr Nest. Da ihnen der Strand zu gefährlich scheint, geraten sie in die Stadt und werden vom Geruch einer Sushi-Bar angelockt. Dort kommt ihr Ei zur Welt und nachdem beide eine Zeit gebrütet haben, gehen sie zum Essen. 
    Da sie nicht zahlen können, arbeiten sie ihre Schulden ab.
    mehr oder weniger lesen
    Als der kleine Pinguin geboren wird, kümmert sich Chef Snorr liebevoll um ihn und als er sich zur Ruhe setzt übernimmt die Pinguin-Familie die Sushi-Bar. Vom anderen Ende der Welt schickt Snorr ein Paket mit einem Ei, das die Pinguine ausbrüten. Ein kleiner Kiwi wird so zum Pinguin-Bruder. So endet alles mit einer gut besuchten Sushi-Bar, denn der kleine Pinguin ist sehr geschäftstüchtig.
    
    Die Bilder sind bis ins kleineste Detail ein einziger Spaß und ich will nicht zu viel von den witzigen Ideen verraten, die das Buch so spaßig machen. Humorvoll und wunderbar schräg, macht das Lesen richtig Spaß-
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Das alleralbernste ABC-Buch

    Das alleralbernste ABC-Buch

    Daniela Kulot

    Gerstenberg

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Wie alle ABC-Bücher, fängt auch dieses mit A an. Alle Worte des Satzes fangen sogar mit A an. „Alligator Ali achtet am Abend auf alle armen Angsthasen“. Der Satz ist nicht einfach zu sprechen und mit Blindfisch Bertram und dem Chamäleon Camillo geht es weiter. Dromedar, Elefant Ferkel, Gans und Hamster passieren die irrwitzigsten Dinge. „Igel Igor ist irgendwie im Irrtum“ und wie, er will die Klobürste umarmen. Die Jagdhündin heißt Jutta und die Krähe Kunigunde, der Laubfrosch und das Meerschweinchen Manfred, das einen Wal stemmt. Nacktschnecke, Oktopus, Pudel Pepe und der Quakfrosch, sie alle erleben wilde Sachen.
    mehr oder weniger lesen
    Rentier Rudi ist rastlos und die Stubenfliege Saskia sabbert. Tiger, Unke, Vogel und Wollschaf führen zum X, dort steht eine Bayrischer Satz, bei Y wird berlinert. Mit „Zimtzicke Zara zieht Zauberer Zittermann zehn zwickende Zähne.“ endet das Buch.
    
    Völlig verrückte Sätze, dessen einziger Sinn es ist, dass jedes Wort mit dem gleichen Buchstaben beginnt, werden in lustige Bilder umgesetzt, in denen die Buchstaben eine Rolle spielen. Ich finde des Buch so richtig albern, aber das steht ja schon im Titel.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Tillys Schatz

    Tillys Schatz

    Jane Godwin

    Anna Walker

    Knesebeck

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Tilly hat viele Geschwister und wenig eigenen Raum, so findet sie unter einer Stufe ein geheimes Versteck, in das sie alle ihre Schätze hineinpackt. Manchmal nimmt sie sie heraus und erfreut sich am Klang eines Glöckchens, dass sie an einer Kette trägt, oder sie zeichnet etwas in ihr Notizbuch. Keiner kennt ihr Versteck, doch dann renovieren ihre Eltern das Haus und ein schöner sandfarbener weicher Teppichboden wird auf den Boden und über die Stufe gelegt.
    So kommt sie nicht mehr an ihre Schätze.
    mehr oder weniger lesen
    Natürlich ist Tilly traurig, doch die Erinnerung an die Teile bleibt und so stellt sie sich alles genau vor. Im Laufe der Zeit findet sie neue Schätze, aber die verborgenen Schätze unter der Stufe werden nicht vergessen.
    
    Da geht etwas verloren und ist trotzdem noch da, keine einfache Situation für das Mädchen. Ich befürchte viele Kinder werden ebenfalls Probleme haben, wenn sie die Geschichte vorgelesen bekommen.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Was ist ein Fluss?

    Was ist ein Fluss?

    Monika Vaicenaviciene

    Knesebeck

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Das Kind geht mit seiner Oma zum Fluss und stellt die Frage „Oma, was ist eine Fluss?“ Die Antwort ist sehr vielfältig, erwähnt alte Geschichten, geografische und geschichtliche Daten, beinhaltet aber auch philosophische Ideen. Die gezeichneten Bilder sind in blassen Farben gehalten und werden durch Konturen ergänzt. 
    Da die Oma stickt, meint sie „Ein Fluss ist ein Faden.“ Wir sehen den Fluss, wie einen Faden fließen und die Menschen und Tiere nutzen ihn unterschiedlich in ihrer Freizeit.
    mehr oder weniger lesen
    Viele Flüsse mit unterschiedlichen Mündungen und Informationen über Donau und Nil finden wir auf der nächsten Seite.  Ei Fluss ist auch ein Zuhause für die unterschiedlichsten Tiere. Da tauchen Worte wie Ökosysteme oder Bewässerung auf. Neben Informationen zum Okovanga-Delta können wir auch einen Satz lesen wie: „Flusswasser strömt durch unsere Gedanken – vielleicht sehen wir dann alles etwas klarer.“ Wie der Amazonas seinen Namen bekam und der Ganges als Treffpunkt folgen auf den nächsten Seiten. Geheimnisvoll ist z.B., dass sich eine Flussdelfin nachts in einen Menschen verwandeln soll. Die nächsten Seiten besprechen ganz unterschiedliche Thema, dann geht die Sonne unter und Oma und Kind gehen heim. 
    Auch der Lesende kann Geschichten zum Fluss erzählen. Die letzte Seite zeigt das Wasser eines Flusses in Blautönen, sehr beeindruckend, wie ich finde.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Ein Sommer voller Träume

    Ein Sommer voller Träume

    Florian Pigé

    Jumbo

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir den Jungen in einem Wald, eine kleine Maus ist bei ihm und er schaut einem Schmetterling nach. Die ersten Seite brauchen keine Worte, in kleinen Bilder sehen wir den Jungen, er hat die Füße im Wasser und ein Vogel nähert sich. Er setzt sich am Morgen an den Pool, der kaputt ist, deshalb wachsen dem Seerosen auf ihm, und hält Ausschau nach Tieren. Ein Maus sitz auf einem Blatt und liest eine kleine Zeitung. Nachdem der Junge sie gerettet hat, malen beide gemeinsam.
    mehr oder weniger lesen
    Da seine Eltern den ganzen Tag arbeiten, schaut der Junge Monsterfilme und so malt er Werwölfe und Vampire. Nachmittags füttert er die Katzen der Nachbarn, die auch im Urlaub sind. Bei Rad fahren begegnet er einer Riesenechse, auf deren Rücken er in den Wald fliegt. Dann träumt er von dem Mädchen Lilly, der er gerne zulächeln würde. Als ein Wecker klingelt, weil die Ferien vorbei sind, sehen wir die Maus als Stofftier mit Knopfaugen und die Echse im Terrarium. Der Junge fürchtet sich vor der Schule und ist froh, dass Lilly in seine Klasse geht.
    
    Es macht mich etwas traurig, dass der Junge so ganz alleine seine Ferien verbringen muss, dass er mit seinen Ängsten und Träume völlig allein gelassen wird. Auch wenn das Ende hoffen lässt. Ich befürchte auch die Kinder, denen die Geschichte vorgelesen wird, werden mit dem Jungen leiden und traurig sein. Da werden auch die wunderschönen warmen Bilder nicht helfen.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Wie anders ist alt?

    Wie anders ist alt?

    Bettina Ohlbrecht

    Julie Völk

    Tulipan

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Das Cover zeigt eine alte Frau mit ihren Enkel auf der Bank, eine Mann geht mit Rollator und hat einen roten Luftballon an der Schnur. Das Kind fragt seine Oma, wie es ist alt zu sein und sie findet, es sei „ein bisschen anders als jung.“ Sie gibt Beispiele, was Alte und Junge gerne tun, z.B. Tanzen. 
    Das man sich als Kind ärgert, dass man noch nicht alles kann und sich als Senior darüber ärgert, dass man einiges nicht mehr kann, gefiel mir besonders.
    Kinder finden immer wieder neue Freunde, bei alten Menschen „gehen immer mehr Freund fort.“
    mehr oder weniger lesen
    Während bei Jungen die Träume noch Zukunft sind, sind sie bei Alten schon geschehen. Am Ende sehen wir wieder die Bank und die Oma hat beide Kinder im Arm. „Alt und jung sein ist genau gleich. Nur ein bisschen anders.“
    
    Die kurzen Texte vergleichen und meist ist das Ergebnis gleich. Die Bilder zeigen die Oma und die Kinder vor unterschiedlichster Kulisse mit verschwommenen Hintergrund und einfachen Konturen, die die Bilder auf eine ungewöhnliche Art ergänzen. 
    
    Ein philosophisches Bilderbuch, dass auch alte Menschen mit seinem Text erreicht.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • 99 Tomaten und eine Kartoffel – Ein großer Wimmel- und Suchspielspaß

    99 Tomaten und eine Kartoffel – Ein großer Wimmel- und Suchspielspaß

    Delphine Chedru

    Insel

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Das Buch misst in der Höhe stolze 35.4 cm, hat abgerundete Ecken und dünne Papierseiten. Auf dem Cover sind schon einige der zu suchenden Dinge zu sehen.
    Zu Beginn sehe ich viele bunte Flugzeuge. „99 Flugzeuge und eine Schwalbe“ steht auf der anderen Seite. Ich muss zugeben, ich habe einige Zeit nach der Schwalbe gesucht. Zwischen den Flugzeugen werden noch zwei zusätzliche Fragen gestellt, so „Wie viele Flugzeuge habe vier Motoren?“ Da muss ich schon genau hinschauen und suchen. 
    Zwischen den 99 Herzblättern ist ein Tannenzapfen versteckt, zusätzlich ist noch nach einem angeknabberten Blatt zu suchen.
    mehr oder weniger lesen
    Weiter geht es mit 99 Fischen und einem winzigen Seestern, den schwarz-weißen Fisch könnte ich schnell finden. Über eine Doppelseite erstreckt sich die Blumenwiese, der kleine eckige Schmetterling hatte sich gut versteckt. Die Sonnenblumen waren zu zählen und die Frage nach der Lieblingsblume (Mohn) schnell beantwortet. 99 Äpfel, angebissen halbiert geteilt, einige mit Augen und bis auf das Gehäuse abgegessen, aber wo ist die Birne? Der Bus zwischen den 99 Autos war gut auszumachen, ebenso der Lolli zwischen den Verkehrsschildern. Die Frage welche Schilder quadratisch sind ist sicher schwieriger zu beantworten. Die Paprika zwischen den unterschiedlichsten Tomaten, da musste ich lange suchen, auch die Farbe, die nur einmal vorkommt, war eine Herausforderung. Wieder eine Doppelseite, diesmal wunderschön mit einem Sternenhimmel. 99 Katzen und eine Maus, die hatte ich wieder schnell gefunden. Der Hase zwischen den Eiern, für mich, sehr schwer. Ein Pflaster lag zwischen den Werkzeugen und eine Geburtstagstorte zwischen den Kuchen. Die letzte Seite hatte zudem ein lustiges Wortspiel und 99 Bücher. 
    
    Zum Glück gab es am Ende noch die Auflösungen, natürlich nur Betätigung, weil ich habe ja alles gefunden.  :-))
    Ein tolles Buch, eine echte Herausforderung für die ganze Familie.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Nil, Nil, ich komme!

    Nil, Nil, ich komme!

    Jutta Richter

    Petra Rappo

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Das Nilpferd wohnt im Zoo in einem trostlosen Gehege und Wärter Bratbüttel, der ihm zweimal am Tag das Futter bringt ist auch nicht gerade ein Sonnenschein. Das Nilpferd träumt von seiner Heimat dem Nil. „Heimweh war das. Heimweh nach Himmel und Sonne. Heimweh nach Herde und Erde. Heimweh nach einem großen, breiten Fluss.“ Beschreibt in schönen Worten seinen Gemütszustand. Zudem nervt die Giraffe aus dem Gehege nebenan. Als das Nilpferd wütend wird, schimpft auch noch der Wärter. Da fasst das Nilpferd den Entschluss sich auf den Weg zu machen.
    mehr oder weniger lesen
    Es läuft einfach los. Und dieser Weg wird mit kurzen poetischen Sätzen und wunderschönen Bildern beschrieben. So taucht das Nilpferd durchs Meer und „die Fische glotzen vor Staunen und die Delfine pflügen durch das Wasser.“ Auf dem letzten Bild hält das Nilpferd das Maul ins türkis-grüne Wasser. Ein Bild das Frieden und Glück ausstrahlt. „Nil, Nil, ich bin da!“
    
    Eine schöne Geschichte in einer poetischen Sprache geschrieben und mit aussagekräftigen zarten Bildern. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Körper sind toll

    Körper sind toll

    Tyler Feder

    Zuckersüß

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Schon auf dem Titel sehen wir Menschen, die wir zumeist nicht an dieser Stelle sehen würden. Dick, bebrillt, mit Pigmentflecken und einer Beinprothese sind sie dort abgebildet. Im Einband machen Smileys und bunte Herzchen gut Laune.  Ein Vierzeiler beschreibt jede Doppelseite und endet immer mit „Körper sind toll“.
    Eine Gruppe Menschen fährt Bahn und viele, die dort zu sehen sind sehen wir alltäglich. Eine dünne Frau hat sehr behaarte Beine, eine dicke Frau sitz hinter einen Mann im Rollstuhl. Auffällig auch ein sehr kleiner Mann mit Bart. Die nächste Seite zeigt eine Tanzgruppe, auch hier sind die Menschen sehr unterschiedlich. Ein Kind hat keine Haare, ein anders keine Pigmente.
    mehr oder weniger lesen
    Eine alte Dame hat eine Beinprothese. Generell sehe ich eine Frauengruppe, aber eine Person würde ich nicht einordnen können. Eine Wand wird angemalt und es geht im Text um „Braune Haut und rosa-bleiche, dunkle, helle, nie die gleiche.“ Die Szene im Park bezieht sich auf die Haare. Auf dem Bild sind Hunde verschiedener Rassen zu sehen, einer ist ein Servicehund, die Dame am anderen Ende der Leine ist blind. Weiter geht es mit den Haaren, die nicht auf dem Kopf wachsen. Im Feuer werden Marshmallows gegrillt, die Frau in der Hängematte stillt ihr Baby. Am Wasser liegt ein Mann mit vielen Tatoos auf der dunklen Haut. Aber auch unsere Augen sind unterschiedlich. Die Menschen sitzen im dunklen Kino, tragen Brillen, ein Augenpflaster und aus einem Augen fließt eine Träne. „Bucklige Nasenrücken, … Schlapp und Segelohr’n“ Auf diesem Herbstmarkt sind alle zu sehen. Dann geht es um fleckige Haut. In der Eisdiele gibt es dunkle Haus mit hellen Flecken, helle Haut mit Sommersprossen und ein Feuermal im Gesicht. Auch unsere Hände unterscheiden uns. Auf der nächsten Doppelseite sehen wir nackte Menschen unter der Dusche. Sie sind von unterschiedlichem Körperbau und Geschlecht. Eine Peron mit langen dunklen Haaren hat einen kleinen Busen und einen Penis. Auch im Schwimmbad sehen wir viele Körper, danach sehen wir Beine unter dem Tisch. Eine Strandszene folgt und am Ende wird zunächst gegrillt und dann gefeiert. 
    
    Mir scheint jeder kann sich in diesem Buch wiederfinden und sagen „Körper sind toll!“
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Ich werde mal… Lauter tolle Berufe

    Ich werde mal… Lauter tolle Berufe

    Alla Hutnichenko

    Julia Kolomoets

    Gerstenberg

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    In diesem ukrainischen Bilderbuch lernen wir zunächst Juri kennen und dann stellt er uns seine große Familie vor und wir erfahren, welche Berufe sie ausüben. Er beginnt mit seinem Vater, der ist Paläontologe und legt mit einem Pinsel ein Dinosaurierskelett frei. Auf der nächsten Doppelseite sind Werkzeuge und Ausrüstung abgebildet, dass ist bei allen folgenden Berufen ähnlich. Danach sehen wir Dinos mit den entsprechenden Namen. Juris Mutter ist Floristin und kann tolle Sträuße binden. Opa ist Imker und auf der dritten Doppelseite kann man den Bienen helfen einen Weg durch ein Labyrinth nach Draußen zu finden.
    mehr oder weniger lesen
    Der andere Opa ist Teetester, hier lernen wir etwas über die Teesorten und die Zubereitung. Juris Schwester betreut als Tierärztin Pandas, auch hier gibt es ein Suchspiel. Lilli ist Hundetrainerin und Onkel Oleh Ballonfahrer. Ein anderer Onkel Pizzabäcker, der uns die Pizzasorten erklärt und fragt „Welche Pizza magst du?“ Oma Sofija ist Gebärdendolmetscherin, ein besonders wichtiger und ungewöhnlicher Beruf, hier wird er genau erklärt und man kann das Fingeralphabet lernen. Architektin ist eine Tante und die Schwester Soja Glasbläserin, ein Cousin ist Astronom. Hier sehen wir Sternenbilder, die wir ja vielleicht am Himmel finden. 
    Juris gesamte Familie sitzt um den Kaffeetisch und der Leser wird gefragt, was er später werden möchte. Bei der letzten Busfahrt wollte mein Enkel Busfahrer werden und seine Mama mit dem Bus abholen.
    
    Das Buch erklärt die Berufe sehr genau und mit vielen Bildern, so kann sich ein Kind durchaus etwas darunter vorstellen. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Florian

    Florian

    J.R. und Vanessa Ford

    Übersetzung von Linus Giese

    Illustration von Kayla Harren

    Zuckersüß

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Wunderschön ist das Kindergesicht auf dem Cover gezeichnet. Trotz des leichten Lächelns sehen die Augen etwas traurig aus. 
    Auf dem Spielplatz steht ein Mädchen mit dunkler Haut, ihre krausen Haare sind mit bunten Spangen gebändigt. Doch der Text erzählt etwas anderes „Seit ich denken kann, weiß ich, dass ich ein Junge bin.“ So zeichnet sich das Kind auch auf Bildern - kurze Haare und eine Jungenbadehose. Vor dem Sommerurlaub bei den Großeltern überwindet es sich und erzählt seinen Eltern sein Empfinden.
    mehr oder weniger lesen
    „Ich bin ein Junge – ein Junge in meinem Herzen und in meinem Kopf.“ Traurig presst das Kind seinen Schmuselöwen an sich. Doch sowohl die Eltern als auch die Großeltern verhalten sich sehr verständnisvoll. Es wird neue Kleidung gekauft und ins Schwimmbad geht Florian, so sein ausgewählter neuer Name, in Badehose. Zuletzt werden die Haare geschnitten. In der Nacht vor dem Schulbeginn macht sich Florian große Sorgen, eine wunderbare Zeichnung machen seine Ängste sichtbar. Aber in der Schule steht schon überall sein neuer Name und alle nehmen ihn so wir er ist. 

    Außer dieser glücklichen Geschichte, kann man in dem Buch noch viele andere Situationen sehen, die leider noch nicht alltäglich sind. So sind die Eltern und Großeltern von Florian von unterschiedlicher Hautfarbe, der Lehrer gehört zu PoC, ebenso seine Freundin. In der Klasse sitzt ein Kind im Rollstuhl und eines hat ein implantiertes Hör-System.

    Ein Bilderbuch, das sich einfühlsam und mit wundervollen Bildern dem Thema der Transkinder annimmt. Wollen wir hoffen, dass alle so glücklich werden.

    Dagmar Mägdefrau