• Kuki und das Flüstern der Muscheln  

    Kuki und das Flüstern der Muscheln  

    Efua Traoré

    Karibu

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Kuki lebt in Nigeria, sie heißt eigentlich Kokumo, ein Name, den ihr ihr Vater gegeben hat. Diesen Vater hat sie nicht kennengelernt und ihre Mutter und sie leben inzwischen bei Dr. D.
    und ihre Mutter ist wieder schwanger. Dr. D.s Schwester, die Kuki Tante nenn,t warnt Kuki immer wieder vor Geistern, den Aniku, die gerade für Kinder besonders gefährlich sind.
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    Da Kuki in der neuen Schule von einer Mitschülerinn böse gemobbt wird und ihre Eltern arbeiten, fühlt sich Kuki einsam. Sie wünscht sich eine Freundin, geht aber alleine los und findet ein altes verfallenes, ehemals hochherrschaftliches Haus. Hier trifft sie auf Enilo, ein eigenartiges Mädchen, von der sich Kuki eine Freundschaft erhofft. 
    Die Autorin kennt die Geistergeschichten von den Aniku aus Afrika und fügt diese Legenden und Märchen in ihre Geschichte ein. Obwohl diese in der Gegenwart spielt, kommt mir dieser Geisterglaube sehr alt vor und das ist er sicher auch. Kuki betont auch immer wieder, dass sie nicht daran glaubt. „Jeder Mensch trägt zumindest einen Hauch von Güte in sich, und deswegen gibt es immer die Chance, dass das Gute sich durchsetzt.“ Das ist ein wundervoller und hoffnungsvoller Satz, den Enilo sagt und sie erklärt Kuki, weshalb sie sie für etwas ganz Besonderes hält. Mir gefiel es sehr gut, auf diese Weise etwas über den afrikanischen Geisterglauben zu erfahren und mit seiner spannenden Handlung war die Geschichte sehr lesenswert. Aber es ging auch um Mobbing, um Freundschaft und Familie und ein Mädchen, das sich trotz ihrer Ängste immer besser behaupten konnte. Eine hervorragende Mischung.

    Dagmar Mägdefrau
  • Bella Karamella – Achtung, zauberhafte Freundin! – Band 1

    Bella Karamella – Achtung, zauberhafte Freundin! – Band 1

    Gundi Herget

    Barbara Korthues

    Fischer-Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Da hat sich Gundi Herget eine ganz neue magische Figur ausgedacht, die Naschhexe mit den vielen Vornamen, die aber gerne als Karamella angesprochen werden möchte. Mit ihrem pinken Kleid, der bunten Zuckerwattefrisur und ihrer Zauberzuckerstange sehen wir sie zusammen mit Elfie im Laden „Leckerei“. 
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    Zunächst ist Elfie wütend und traurig, weil ihre Süßigkeiten weg sind. Dazu müssen wir wissen, dass Elfie mit ihrer Mutter zusammen in einer winzigen Wohnung wohnt, weil das Geld nicht reicht. Elfies Mama sucht eine neue Stelle und ihr alter Computer liegt in den letzten Zügen. Da Elfie hervorragend rechnen kann, kalkuliert sie ihren Verbrauch an Süßigkeiten sehr genau. Deshalb kann sie es nicht fassen, dass diese kleine Hexe mit der Erklärung, „eine Naschhexe muss naschen“, einfach ihre Vorräte aufgegessen hat. In der Schule hat Elfie ebenfalls Sorgen, denn sowohl zwei Jungs als auch Bianca und ihr Hofstaat quälen sie immer wieder.
    Das Buch zeigt sehr realistisch, wie schwer das Leben für Kinder wie Elfie ohne genügenden finanziellen Rückhalt ist. Umso schöner ist es zu sehen, wie liebevoll das Mutter-Tochter-Verhältnis ist und wie selbstlos Christel und Hans Elfie und ihrer kleinen Naschhexe helfen. Elfie erfährt wahre Freundschaft und erkennt, dass sie mit Freundlichkeit viel bewirken kann. Eine sehr gefühlvolle und zauberhafte Geschichte, die mit vielen farbigen und schönen Illustrationen ergänzt wird. Ein rundum gelungenes Herzensbuch.

    Dagmar Mägdefrau
  • Kali kann Kanari

    Kali kann Kanari

    Michael Roher

    Jungbrunnen

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Eines Tages landet ein Nymphensittich auf dem Balkon der Wohnung, die die neunjährige Lisbeth zusammen mit ihrer Mutter, ihrem kleinen Bruder Kali, ihrer Oma Magda und ihrem Opa Udini bewohnt. Hubert, wie Kali den Nymphensittich tauft, wird rasch von allen Familienangehörigen ins Herz geschlossen. – Aber wem gehört er eigentlich? Und was hat der Vogel mit Kentucky, Lisbeths Erzfeind, zu tun?

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    In all dem Schlamassel kommt für Lisbeth erschwerend noch dazu, dass ihre beste Freundin Mika auf einmal den Kentucky gar nicht mal so schlecht findet…

    Der österreichische Autor und Illustrator Michael Roher hat ein warmherziges Buch geschrieben, in dem neben der Frage nach dem eigentlichen Besitzer des Nymphensittichs Hubert auch weitere wichtige Fragen behandelt werden: Was passiert mit einer Freundschaft, wenn sich die beste Freundin verliebt – und noch dazu in den Erzfeind? Wie geht man mit der Tatsache um, dass der einstmals bewunderte Opa und Zauberer Udini nicht nur schwer hört, sondern auch zunehmend verwirrt ist?

    Die Handlung des Buches entwickelt einen starken Sog, dem man sich dank der witzigen Sprache, des großen Einfühlungsvermögens in die Figuren und der liebevoll gestalteten Illustrationen gerne hingibt. Ein schönes Buch zum Vorlesen! Sehr empfehlenswert!

    Beate Böhm
  • Egal war gestern

    Egal war gestern

    Jörg Isermeyer

    Peter Hammer Verlag

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Gustav-Heinemann-Friedenspreis

    Finn und Lennard posten auf einer Plattform lustige Videos. Als Sam, ein Mädchen mit afrikanischen Wurzeln, ihnen anbietet durch eine Kooperation mehr Klicks zu generieren, sagen die beiden Jungs zu. Unter Sams Post gibt es immer wieder rassistische Meldungen, die Finn erschrecken. 
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    Auch sein Vater hat im Netz Dinge gefunden, die darauf hinweisen, dass in der Schule, in der auch er als Lehrer arbeitet, Nazis unterwegs sind. Als er das öffentlich macht, wird er zum „Nestbeschmutzer“. Denn in dem kleinen Ort steht mit einem Mann der „Wir“-Partei ein Rechter zur Bürgermeisterwahl an. 
    Im Laufe des Buches wird klar, dass die einen wohl wirklich naiv sind und die Warnungen nicht wahrhaben wollen und sich deshalb „raushalten“. Andere wählen aus Überzeugung diese Partei. Doch die Rechten sind gut vernetzt und erreichen mit ihrer Propaganda auf ihren Socal-Media-Seiten, dass Finns Familie sogar von Freunden geschnitten wird. Als es dann och offene Drohungen gibt, fühlen sich sie nicht mehr wohl in ihrem Heimatort.
    Ein Buch, das aufrüttelt und das die Frage offenlässt, wie würden wir uns verhalten? Würden wir auch wieder schweigen? Oder werden wir es schaffen, uns ebenfalls zu vernetzten und diesen Nazis die Stirn zu bieten?
    Mehr als Schulliteratur, diese Buch zeigt auch Erwachsenen, welchen Weg wir da einschreiten, wenn wir nichts unternehmen.

    Dagmar Mägdefrau