• When you get the Chance – Ein Herz voller Träume

    When you get the Chance – Ein Herz voller Träume

    Emma Lord

    one

    Verlagsempfehlung junge Erwachsene

    „Millie, du bist kein Mensch. Du bist eine Achterbahn.”
    Millie arbeitet, seit sie klein ist, an ihrem Traum: Broadway-Star. Für Rückschläge, die gerne auch mal im Internet landen, hat sie ihre eigenen Strategien entwickelt und so erfindet sie sich alle sechs Monate neu, auf jede Rolle stets vorbereitet. In der Theater-AG ihrer Schule scheint ihr nur Oliver im Weg zu stehen. Er ist nicht immer einverstanden mit ihrer aufbrausenden und einnehmenden Art. Trotzdem spürt man, dass sie sich vielleicht gut ergänzen könnten. Millies Vater spricht sich gegen das Pre-College aus, für das sie heimlich vorgesungen hat, was zu einer ihrer berüchtigten "Millie-Launen" führt. 
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    Aus Frust beschließt sie, ihr eigenes Mamma Mia Musical durchzuspielen, zumindest was die Suche nach der Mutter angeht. Vielleicht kann die Mutter, die sie nicht kennt, sie bei ihren Träumen unterstützen?
    
    Millie ist ein Teenager voller Energie und Ehrgeiz, der von Visionen und Ambitionen angetrieben wird, um die man sie beneiden könnte. Oliver ist ebenfalls ehrgeizig, aber ruhig und stellt eher einen Gegenpol zu Millie dar. Trotz ihrer Streitereien spürt man, dass sie sich möglicherweise gut ergänzen könnten. Die anderen Charaktere in der Geschichte, wie ihre Tante Heather, ihr bester Freund Teddy mit seiner Geocaching-Leidenschaft und ihr nerdiger Vater, sind ebenfalls gut ausgearbeitet und fügen sich perfekt in die Geschichte ein. Man begreift bei dem Umfeld sofort, warum Millie bis jetzt nicht nach ihrer Mutter gefragt hat und auch Millie lernt bei ihrer Suche, dass sie mit den Menschen in ihrem Leben bereits wahnsinniges Glück hat - das sich eventuell sogar vermehrt. Sehr gelungen ist auch die Liebesgeschichte, die sich nie in den Vordergrund drängelt oder Millie sogar von ihren Träumen abhält. Sie entwickelt sich langsam und beruht auf einem tatsächlichen Kennenlernen, nicht auf einem plötzlichen Liebesanfall. Millie ist die ideale Besetzung der Hauptprotagonistin und Ich-Erzählerin, sie ist inspirierend, stark, reflektiert, talentiert und manchmal auch einfach nur Millie, eine junge Frau, die noch nicht weiß, was wird. Ich wünschte, ich könnte sie tatsächlich mal am Broadway sehen, aber ich gebe mich auch mit ihrer Rolle im Roman mehr als zufrieden!
    
    Raphaela Brosseron
  • Nordstadt

    Nordstadt

    Annika Büsing

    Steidl

    Leseempfehlung 14 Jahre

    Nominierung Jugendliteraturpreis 2023 Neue Talente

    Wie wir es vom Ruhrgebiet her kennen, ist die Nordstadt immer der sozial schwächere Teil der Stadt. Nene, die die Geschichte aus ihrer Sicht in der Ich-Form erzählt, ist hier aufgewachsen und hier wohnt sie auch noch immer. Nach dem Schulabschluss hat sie eine Ausbildung zur Bademeisterin gemacht und ist nun mit Anfang zwanzig für das Schwimmbad zuständig, in welchem sie Schwimmen gelernt hat. Hier wurde sie trainiert und hier hat sie ihren traurigen Alltag vergessen. Vergessen heißt auch ihre Strategie, die kämpft nicht, weder gegen ihren Vater noch gegen ihren Vergewaltiger.
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    Sie lebt ihren Alltag und versucht alles zu vergessen, was nicht bedeutet, dass sie es auch verzeiht. Da betritt Boris das Schwimmbad und damit auch ihr Leben. Boris, der seine Beine wegen der Kinderlähmung nicht richtig nutzen kann. Boris, der keinen Job hat und dem die Schmerzen schlechte Laune machen.
    Die beiden gehen ins Kino und ins Bett, beides schildert die Autorin genau, denn auch diese Aktivitäten verlaufen nicht wie man es erwartet.
    
    Das Buch hat eine ehrliche Sprache, die auch vor groben Worten und Sex nicht zurückschreckt. Trotzdem spürt man die empfindsame Nene, die geliebt werden möchte. „So nennen wir das manchmal, Option“ ist ein häufiger Satz, aber eigentlich haben die beiden nicht viel davon. 
    Aber wir wünschen ihnen, dass sie trotz der schlechten Vorgeschichten ein wenig Glück finden werden. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Die zweite Entdeckung der Welt – Alexander von Humboldts Expedition nach Südamerika

    Die zweite Entdeckung der Welt – Alexander von Humboldts Expedition nach Südamerika

    Bettina Schary

    Knesebeck

    Die Graphic Novel über die Reise Alexander von Humboldts nach Südamerika ist mit einem schwarzen Stift gezeichnet und nur hin und wieder coloriert. Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass die Autorin die Protagonisten mit moderner Technik ausgerüstet hat. So erfährt er vom Tod seiner Mutter durch sein Smartphone, erklärt Humboldt einem Preußischen Beamten seinen Plan im Aufzug per Power Point und nutz eine moderne Spiegelreflexkamera. Auf der anderen Seite wird ein Kerzen angezündet und die Seereise erfolgt mit Segelschiffen.
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    Erst nach dem Tod seiner Mutter, die ihm eine solche Reise untersagt hat und weil er ein Erbe von ihr bekommen hat, kann Alexander nach Südamerika reisen. Zusammen mit seinem Freund Aimé Bonpland geht es über Teneriffa Richtung Südamerika. Hier entdeckt er viele unbekannte Tiere und erforscht den Zusammenfluss von Orinoko und Amazonas. Von schickt er (Twitter)-Nachrichten in alle Welt, benennt die entdeckten Tiere und Landschaften mit (seinem) Namen. 
    
    Ich finde es sehr spaßig, um 1800 unsere Technik einzusetzen, so sitzt der Forscher nachdem er zurückgekehrt ist bei Markus Lanz in der Talkshow. So wäre es ihm sicher heute ergangen. Diese Mischung aus Information und Fiktion finde ich gut gelungen und sie macht das Buch sicher für junge Menschen, die nicht so gerne lesen interessant.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • The Lost Crown – Wer die Nacht malt

    The Lost Crown – Wer die Nacht malt

    Jennifer Benkau

    Ravensburger

    Verlagsempfehlung für junge Erwachsene

    Sie malt auf seiner Haut, er eröffnet ihr eine andere (spannende) Welt.
    Um die Geschichte von Kaya zu verstehen, muss man 18 Jahre zuvor einsetzen, bei einem Fest im Aquamarinschloss von Eshrian. Mirulay ist 8 Jahre alt, als alles zu Grunde geht und er der letzte Sarev wird, sein auf Rache gesinnter Onkel weiß allerding auch seine Zukunft zu erschweren.
    In der Gegenwart ist Kaya 17 Jahre alt und wohnt in einem Dorf in Amisa. Sie ist mit ihrem Freund Nevan auf Reisen durch Eshrian. Diese Reise nimmt einen ganz anderen Verlauf und Kaya wird mit vielen Geheimnissen und magischen Gegebenheiten konfrontiert, das liegt vor allem an ihrer eigenen Magie: sie malt Runen, die jeweils eine bestimmte Wirkung haben.
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    Und diese setzt sie ein, als sie gezwungen wird, den unnahbaren Mirulay zu retten…
    Ein spannender Roman, der dem Genre “Romantasy” sehr gerecht wird. Das Reich von Eshrian von Kaya wird sehr lebendig beschrieben, zusätzlich hilft eine Karte, die dem Buch innewohnt, der Orientierung. Die Magie, die Kaya in ihrer Heimat zum Außenseiter macht, die Gefahr, die den Königreichen droht und der Einblick in Mirulays tragische Vergangenheit bieten bereits genug hin und her, doch zusätzlich muss Kaya wie alle anderen 17-Jährige mit verwirrenden Gefühlen kämpfen. Trotz der sehr menschlichen Themen wie Freundschaft, Liebe und Verrat kommt die bunte Magie nicht zu kurz, sodass man komplett in diese Welt eintauchen kann und nach dem Lesen die Fortsetzung sofort bestellen möchte.
    
    Raphaela Brossseron
  • Man vergisst nicht, wie man schwimmt

    Man vergisst nicht, wie man schwimmt

    Christian Huber

    dtv

    Verlagsempfehlung ab Klasse 9 bis 10

    Sommerluft, Nokias, Freibad, Gameboys und Polaroid Kameras, die damals noch nicht so retro waren wie heute. So fühlte sich ein Sommer der 90er Jahre wohl an, hier für Pascal ganz explizit der 31. August 1999, „ein Tag, wie ein Leben.” Egal ob man selber die Zeit erlebt hat oder nicht, man wird durch die Erinnerungen des Ich-Erzählers Pascal zurückkatapultiert und erlebt einen heißen Sommertag Ende der 90er, auch wenn man vielleicht gerade an einem Wintertag in 2022 anfängt zu lesen. 
    Pascal ist 15 und hätte diesen Tag fast nicht erlebt, denn eigentlich hat nur sein Kumpel Victor ihn überredet rauszugehen.
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    Fast hätte er nicht Jackie, das Zirkusmädchen, bei Müllers zum ersten Mal gesehen, sie nicht einige Male wiedergefunden, nicht über Freundschaft, Liebe, das Leben und den Tod an einem Tag so viel gelernt, wie andere nicht in ihrem ganzen Leben. 
    Vor allem lernt er, sich nicht mehr selbst im Weg zu stehen. Denn eigentlich hat er ein Geheimnis, aufgrund dessen er sich verbietet, sich  zu verlieben. Oder zu schwimmen. Lieber flüchtet er sich in Geschichten, die er in seinem wohlbehüteten Notizbuch festhält, die wir auch zu lesen bekommen und die nochmal einen ganz anderen Einblick in seine Gedanken ermöglichen. 
    
    Humor schwingt mit, jedoch nur nebenbei, wer bei Christian Huber nur Pointen erwartet, wird enttäuscht. Alleine vom Klappentext her, könnte man bei der Handlung noch mehr Drama, noch mehr Spannung erhoffen, jedoch ist es nun mal kein Krimi, sondern ein Roman.
    
    Raphaela Brosseron

    Auf den fast 400 Seiten erzählen Pascal, den alle Krüger nennen, vom 31.8.1999. Dass das mein 44 Geburtstag ist kommt ihn dem Buch nicht vor, aber es zeigt, dass ich die Zeit, entgegen der meisten anderen Leser*innen kenne. Für mich war vieles ein Wiedertreffen, keine Museumsbesuch. Aber auch 1999 waren die Gefühle eines 15-Jährigen nicht einfach.
    Eigentlich wollte Pascal gar nicht aufstehen, den Tag im Bett verbringen, den letzten Sommertag des Jahres. In dem kleinen bayrischen Ort ist ehe nichts los. Aber Viktor sein langjähriger Freund holt ihn ab und so erleben die beiden einen ungewöhnlichen Tag. Erst Playstation spielen bei Müller, dann taucht dort Jacky, das rothaarige Zirkusmädchen auf. Sie zeigt den Jungen den Zirkus und das Messerwerfen. Später ziehen alles drei los, ihr Ziel ist eine angesagte Party, für die sie keine Einladung haben.
    
    Der erste Teil des zog sich ziemlich in die Länge und ich glaube, dass einige Leser*innen sicher aufgeben werden. Am Ende nimmt das Buch sehr an Fahrt auf und es wird richtig spannend. Aber man muss schon Geduld haben, wenn man wissen will, warum Pascal sich nicht verlieben will und warum er nicht mehr schwimmen will. Allerdings ahnt man es schon recht früh, ich wollte aber wissen, wie es genau war, damals mit Krüger.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Schnabeltier Deluxe

    Schnabeltier Deluxe

    Sarah Jäger

    Rowohlt

    Verlagsempfehlung 14 Jahre

    „Wenn ich schon an einem neuen Ort lebe, an dem mir 2098 der 3000 Menschen komplett fremd sind, dann kann ich mich wenigstens neu erfinden, denke ich mir”.
    Ein Plan, den Kim schnell wieder verwirft, sie lässt die Haare zwar wachsen, aber eher aus Faulheit oder vielleicht, um den Jungen, der im Friseursalon arbeitet, zu meiden? Dieser lässt sich von ihrer Missmutigkeit bei der Arbeit an der Tankstelle nicht abschrecken und kommt immer wieder, jedes Mal mit Haarreif, Kleingeld für Erdnussschokoriegel und ganz vielen Fragezeichen.
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    Eine Freundschaft oder was-auch-immer mit ganz eigener Dynamik entsteht. Manchmal kommt in Kim trotzdem das hoch, was sie überhaupt in dieses Dorf geführt hat: Die Wut. Sie kann sich beim listigen Busfahrer, der garstigen Tante und dem nervigen Jungen in der Schule einigermaßen zurückhalten, doch irgendwann platzt es aus ihr heraus, sehr zum Nachteil der neuen Freundschaft oder dem was-auch-immer mit Alex(andra) Sofie.
    Kim ist ein sympathischer Charakter, auch wenn ihr Verhalten andere Bände spricht. Janne ist mit all seinen Fragezeichen und seinem ruhigen Gemüt ein wunderbarer Ausgleich und die beiden Teenager tun sich so gut, dass man es sogar durch gedruckte Seiten spürt. Auch Alex(andra Sofie) passt gut in das Gefüge, Sarah Jäger hat ihrer Figur einen genau richtigen Anteil an der Geschichte gegeben, allerdings wird dieser meiner Meinung nach im Klappentext überschätzt. Kim hatte es alles andere als leicht. Ein wenig verdrossen, aber eigentlich ziemlich gewitzt, konstatiert sie, was in ihrer Umwelt so los ist, für so eine robuste Schale, doch sehr feinfühlig. Janne ist einfach liebenswert, eher unabsichtlich lustig, aber auch mit Problemen des Erwachsenwerdens konfrontiert. Wer sagt, dass man sich dieser Phase des Lebens alleine stellen muss? Und wer sagt, dass man dafür in einer Beziehung sein muss? Und wer sagt, dass nur Schnabeltiere ein Mischwesen sein können?
    
    Sarah Jäger hat eine ganz besondere Art, von Jugendlichen zu erzählen und ihre Perspektiven einzunehmen. Eine auffällige, aber nicht zu gewollte Ausdrucksweise macht auch ihren neuen Roman wieder poetisch, aber gleichzeitig so realistisch und nahbar. Gerne hätte ich mehr von den beiden (oder den dreien) gelesen, da ich das Ende allerdings besonders gelungen fand, verzeih ich dem Roman, dass es eins hat. 
    
    Raphaela Brosseron

    Die wütende Kim, die von der Schule fliegt und auch zu Hause viel Distanz zur Mutter braucht, weil beide der Nähe nicht trauen und sie nicht ertragen können. Am Anfang habe ich Kim wegen ihrer wütenden Aktion, die auch Kraft brauchen für einen Jungen gehalten. 
    Um eine neue Schule für Kim zu finden, wendet sich die Mutter an einen Ex-Freund und so landet Kim in einem kleinen Dorf. Hier muss sich Kim zunächst mit dem Busfahrer und dann mit der grandigen Tante, deren Bastelzimmer sie bewohnt, auseinandersetzen. 
    Um die von ihr verursachten Schäden zu bezahlen, sucht sich Kim einen Job in einer Tankstelle. Hier führt sie interessante Gespräche mit dem Friseursohn Janne, der keine geraden Ponys schneiden kann. Um auf Distanz zu bleiben, nennt sie die Verbindung „Bekanntschaft“. Janne ist ein fröhlicher junger Mann, der sich auch von Kims abweisenden Art nicht entmutigen lässt. Mit Alex(andra Sofie) taucht noch eine scheinbar angepasste junge Frau auf, die ebenfalls Gefühle auslöst. 
    Kims vordergründiges Gefühl ist die (Zerstörungs-)Wut, doch je mehr man von ich erfahre umso mehr kann ich sie verstehen. Ihre Feinfühligkeit hat sie sehr tief unter ihrer rauen Schale versteckt und ich freue mich für sie, dass der Aufenthalt in diesem keinen Dorf und die Bekanntschaft mit Janne, dem Wut fremd zu sein scheint, ihr guttut. 
    
    Sarah Jäger schafft es mit diesem Buch wieder mich in die Welt einer Jugendlichen zu entführen, die es mit ihrem Leben nicht einfach habt. Dazu benutzt sie ein Sprache, die in mir ein breites Spektrum an Gefühlen aufkommen lässt. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Das Geheimnis hinter den Geschichten

    Das Geheimnis hinter den Geschichten

    Ebi Naumann

    Kathrin Engelking

    WoowBooks

    Verlagsempfehlung 10 Jahre

    20 bekannte Autoren werden in diesem Buch vorgestellt. Das Buch beginnt mit einem Vorwort, in dem der Autor uns erklärt, was ihn zum Schreiben des Buches bewogen hat.
    Den Anfang macht Erich Kästner, vom dem wir ein Portrait sehen, daneben ein Zitat des Autors und dann wird über Stationen seines Lebens berichtet. Drei Punkte werden in blauer Schrift unter der Ankündigung „Übrigens“ gedruckt. Hier erfahren wird Dinge, die nicht ganz so bekannt sind. So ist jede Biografie aufgebaut.
    Als nächstes wird Astrid Lindgren vorgestellt.
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    Auch von ihr wurden in den letzten Jahres Biografien und Filme veröffentlicht. So wissen sicher viel, dass der Michel im Original Emil hieß. „Pu der Bär“ wurde von A.A. Milne geschrieben und sein Sohn, dessen Bär hier die Hauptrolle hat, hing in dieser Rolle fest. Maurice Sendrak kennen wir hauptsächlich, weil er weiß, „Wo die wilden Kerle wohnen“. Die Finnin Tove Janson zeichnet schon als Kind Wesen, die wir später als Munins kennen lernten und deren Geschichten immer gut endeten. „Der kleine Prinz“ ist sicher das Buch dessen Zitate am häufigsten genutzt werden. Antoin de Saint-Exupéry träumt schon als Kind vom Fliegen und stürzte dann leider als Pilot ab. Judith Kerrs und ihr „Rosa Kaninchen“ kennt jeder, aber sie hat auch noch viele andere Bücher illustriert. Mark Twain hat einmal neben dem Deutschen Kaiser gesessen. Christine Nöstlinger hat in dem Buch „Maikäfer fliegt“ das auch verfilmt wurde aus ihrer Kindheit erzählt. James Krüss hat außer seinen schönen Reimen auch Bemerkungen zu seinen Schriftstellerkollegen gemacht. Roald Dahl war mal als Kind Schokoladentester und später kam daraus „Charlie und die Schokoladenfabrik“. Im Kapitel Paul Maar erfahren wir, wie er auf seinen Sams kam. „Vor dem Fernseher zu liegen und dabei Süßigkeiten in mich reinzustopfen, ohne dabei dick und doof zu werden.“ Ist Andreas Steinhöfels Vorstellung vom vollkommenen Glück. Mit Michael Ende verbindet sicher jeder von uns ein Buch, das er gerne gelesen oder als Film gesehen hat. Ähnlich geht es sicher auch vielen mit Ottfried Preußler, der „Räuber Hotzenplotz“ hat ja auch in diesem Jahr Geburtstag. Von Kirsten Boie gibt es immer wieder neues Lesefutter, Ernstes und Fröhliches. J.R.R. Tolkien hat sogar eine eigene Sprache entwickelt. Ich muss gestehen, dass ich Frida Nilsson und Finn-Ole Heinrich bisher nicht kannte. Ganz anders geht es mir da mit Eric Carle, dessen „Kleine Raupe Nimmersatt“ in vielen Büchern auftaucht.
    
    Es ist interessant, die Menschen hinter den Geschichten kennenzulernen und einiges ungewöhnliches über sie zu erfahren. Sicher auch ein Anreiz die Bücher zu lesen und sich mehr mit den Autoren zu befassen.
    
    Dagmar Mägdefrau 
  • Bleibt Oma jetzt für immer?

    Bleibt Oma jetzt für immer?

    Friedbert Stohner

    Thomas Müller

    dtv

    Verlagsempfehlung 10 Jahre

    Schleichend fällt der 11-Jährigen Karla auf: Mit ihrer Oma stimmt etwas nicht und das liegt nicht nur am verstauchten Knöchel, wegen dem sie jetzt bei ihrer Familie wohnt. Wie ein verschrecktes Eichhörnchen guckt sie manchmal und scheint ganz weit weg. Auch ihren Eltern und dem aufmerksamen kleinen Bruder Anton entgehen diese zwischenzeitlichen Verwirrungen nicht und tatsächlich stellt sich heraus: Die sonst so selbstbewusste und schlagfertige Oma leidet an Demenz. 
    Ab da begleiten wir weiterhin den Alltag aus Karlas rückblickender Perspektive, denn als sie erzählt, ist sie schon 13. 
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    Ab da begleiten wir weiterhin den Alltag aus Karlas rückblickender Perspektive, denn als sie erzählt, ist sie schon 13. 
    Ein wahnsinnig schönes, lustiges und gleichzeitig trauriges Buch über Demenz, welches ich sofort meinen Kindern schenken würde, denn besser könnte ich die Krankheit nie und nimmer erklären. Die kindliche Perspektive zeigt sehr genau, wie viel Kinder eigentlich doch mitkriegen und verstehen. Gott sei Dank lassen Klaras Eltern sie und ihren Bruder bei den Entwicklungen nie außen vor und versuchen diese Krankheit, die das Wesen der Oma doch leider verändert zu erklären - obwohl sie selbst am kämpfen sind. Ganz besonders hat mir der pfiffige kleine Bruder Anton gefallen, aber auch Klaras Kommentare sind gleichzeitig klug, lustig und aufmunternd und erleichtern wirklich jedem den Umgang mit so einem schwierigen Thema.
    
    Raphaela Brosseron

    Klara, die inzwischen 13 Jahre geworden ist, erzählt in diesem Buch von ihrer Oma und in dem Jahr war sie 11, ihr Bruder Anton, der mit seinen Bemerkungen und Fragen immer den Nagel auf den Kopf trifft, war damals erst 8. 
    Klaras Oma, die Krankenschwester gelernt hatte und in der Praxis des verstorbenen Opas, der Arzt war, gearbeitet hat, zieht nach einem Knöchelbruch zur Familie ihres Sohnes. Der ist schreibt Kinderbücher und das ist sehr praktisch, denn deshalb ist er meist zu Hause. Seine Frau ist Finnin und arbeitet als Übersetzerin. 
    Nachdem Om einige Zeit bei der Familie wohnt, wird zwar ihr Knöchel besser, aber sie benötigt immer noch Krücken oder einen Gehwagen. Besonders Anton schafft es immer wieder auf seine besondere Art die Oma zum Spaziergang zu animieren. Die Oma ist auch eigentlich sehr robust und liebt es von ihrem Mann und seinen ungewöhnlichen Ratschlägen für seine Patienten zu erzählen.  
    Dich mit der Zeit wird Omas Demenz immer augenscheinlicher. Der Besuch bei einer befreundeten Neurologin bringt Klarheit und die Familie muss lernen sich mit dem veränderten Verhalten der alten Dame zu arrangieren. Der resoluten alten Frau können die empathischen Kinder ihre Angst ansehen, sie erinnert dann an ein Eichhörnchen.
    
    Es ist schön zu lesen, wie diese kleine Familie miteinander und mit Oma umgeht. Man spürt die Liebe, die sie verbindet, ohne, dass es kitschige wird. Denn der Humor, der auch in traurigen Situationen durchkommt, ist so zart und liebevoll, da muss man einfach auch mal schmunzeln. Auch wenn Oma viel vergießt, so spürt sie doch die Wärme der Familie. 
    Da Omas Herz Problem macht, muss die Familie von ihr Abschied nehmen. Trotz einiger vergossener Tränen fand ich auch diesen Teil der Geschichte sehr schön geschrieben.
    
    Das Buch liest sich sehr gut, besonders Anton, der oft aus einer anderen Richtung denkt und Dinge offen erfragt, hat mir sehr gut gefallen. Die Zeichnungen, die hin und wieder im Buch auftauchen zeigen ebenfalls viel Gefühl und Einfühlungsvermögen.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Der magische Dolch – Lilly Flunker Saga 4

    Der magische Dolch – Lilly Flunker Saga 4

    Kristina Tiemann

    Independently published

    Autorenempfehlung ab 10 Jahre

    Das Cover zeigt die magische Kobra Naja Haje, die im Diadem der Hohepriesterin von Khem eingearbeitet ist. In diesem vierten Teil der Sage treffen alle Protagonisten der vorherigen Bände zusammen. Neilernahn, der Hohepriester und Prinz von Khem kehrt wieder nach Hause zurück. Er kann sich in einen Säbelzahntiger verwandeln und wird so zum gefährlichen Gegner, trotzdem gerät er immer wieder in Gefangenschaft.

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    So auch auf dem Weg hier her, dadurch konnte er erfahren, dass der böse Druide Durus eine Armee von Orks zusammenstellt und dass er sich mit dem Seelenfresser Tagax zusammengetan hat. Der gute Druide Magnus fliegt als Adler zusammen mit Lilly nach Khem, dieses Land liegt in Ägypten, aber auf einer anderen Ebene und auch irgendwie in einer anderen Zeit. So trifft Lilly nach langer Zeit wieder auf ihre geliebte Großmutter.
    Victor ist mit seinen Feenfreunden in Frankreich und trifft dort auf Amelié, die erst seit kurzen weiß, dass Feenblut in ihre schlummert und die sich deshalb in ein weißes Pferd verwandeln kann. Ein Brief ihrer verschollenen Mutter gibt ihr die Gewissheit über ihre Abstammung und sie ist bereit den Freunden im Kampf gegen des Böse zu helfen. So macht sich auch diese Gruppe einschließlich Ameliés Brüder und eines Freundes auf den Weg nach Khem. Sie nehmen ganz offiziell den Flieger nach Luxor.
    Während dessen überlegen Lillys Tante Gardenia und der Feen-Krieger Haluin wie sie einen Teil des Skarabäus finden können. Es soll in einem Höhlen-Labyrinth versteckt sein. Schon an meiner kurzen Zusammenfassung kann man erkennen, dass es viel mystische Orte und ungewöhnliche Gestalten in dieser Geschichte gibt. Die Kinder Lilly und Victor haben schon in den vorhergegangenen Büchern gezeigt, dass nicht nur sehr klug, sondern auch sehr mitfühlend sind. Victor nutzt gerne Sprichwort, die er aber immer lustig verdreht, was immer wieder für Heiterkeit sorgt. Die beiden verbringen schöne Stunden in Khem und so können wir einiges über die ägyptischen Tempelanlagen erfahren. Aber danach wird es wieder sehr spannend und der Kampf mit dem Tagax, der mit seinen Tentakelarmen immer wieder Krieger erwischt und ihnen die Seele nimmt, ist nervenaufreibend beschrieben. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

    Ich bin keine begeisterte Fantasyleserin, aber diese Saga hat mich in den Bann gezogen. Die anderen Welten und ihre Geschöpfe sind sehr gut und logisch beschrieben und ich freue mich auf den letzten Teil, in dem hoffentlich das Gute um Magnus siegt. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Influence – Fehler im System

    Influence – Fehler im System

    Christian Linker

    Bold@dtv

    Für junge Erwachsene

    Amir, ein junger Politikstudent folgt auf Instagram einem Typen Namens Habakuk. Seinen Namen gemäß spricht er gerne in alttestamentarischen Formulierungen. Seine Angriffe sind häufig auf die Influencerin Kalliope gerichtet. Sie postet ihre Kleidung, ihr Makeup, ihr Essen, einfach ihr ganzes Leben und kann von den Werbeeinnahmen leben. 
    Als Amir eine Praktikantenstelle bei einer Angeordneten im Düsseldorfer Landtag bekommt, bietet er an, ein Treffen mit dem scheuen Habakuk zu organisieren. 

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    Doch am Tag des Treffens fällt weltweit das Internet aus. Die fehlende Kommunikation mittels Smartphon ist ein klares Handikap, aber bald steht fest, dass unser gesamter Alltag vom Internet abhängt. Seien es Daten, die in Clouds „verschwinden“ oder Smarte Wohnungen, die nicht mehr zu bedienen sind. Trotz damit verbunden Probleme im öffentlichen Nahverkehr, schafft es Amir Köln zu erreichen. Hier soll er einen Chip weiterreichen. Nach einem beinahe „Unfall“ ist er nicht sicher, ob sein Leben in Gefahr ist. 

    Die Geschichte nimmt immer mehr Spannung auf, hat immer wieder unerwartete Wendungen und endet sehr spektakulär.
    Die Frage nach dem Wert des Internet und seiner manipulativen Nutzung stellt sich immer wieder. Die Bürgerkriegsähnlichen Zustände, die sich immer mehr verschlimmern sind ein anderer Aspekt dieser Internetlosigkeit. 

    Das Buch ist ein Thriller und der Autor spart nicht mit harten Szenen und Toten. Aber was Angst macht ist viel mehr die Kälte und die Rohheit der Menschen untereinander. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Das Spiel der Brüder Werner

    Das Spiel der Brüder Werner

    Philippe Collin

    Sébastien Goethals

    Splitter

    Leseempfehlung für junge Erwachsene und Erwachsene

    Diese Graphic Novel kommt im Din A 4 Format daher und handelt vom einzigen Fußballspiel DDR : BRD. 
    Der Beginn des Buches zeigt den Einmarsch der russischen Truppen in Berlin. Die Hiltlerbüste liegt im Staub und zwei jüdische Brüder bahnen sich ihren Weg durch die zerstörte Stadt. 1953 stranden sie in Leipzig und im Nachwort können wir von diesen „Wolfkindern“ den Kriegswaisen lesen. Die beiden geraten hier in die Fänge der Stasi. Der Oberst, der bis zum Ende nicht befördert wird, begleitet und formt die Brüder Konrad und Andreas Werner, wie es der DDR-Statt will. 1961 beim Mauerbau stehen die beiden neben dem Soldaten, der mit dem Mädchen auf dem Arm in den Westen springt.

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    Ein Bild, dass wir alle kennen.
    Der jüngere Brüder Andreas zweifelt, ob der Staat wirklich die Opfer des Nationalsozialismus rächt, so wie er es sich für seine Mutter, die im KZ umkam, wünscht. So erschießt er gegen den Befehl einen SS-Mann und muss selbst ins Gefängnis. 
    Doch auch danach kümmert sich der Oberst um ihn. Er wird Physiotherapeut und kümmert sich später um die Fußballnationalmannschaft. Es wird aber von seinem Bruder getrennt, der in die Bundesrepublik geschickt wird. Auch er wird Betreuer der Nationalmannschaft der BRD. 
    So kommen die beiden zum Spiel 1974 in Hamburg zusammen. Beide Spitzel der Stasi, beide geschult zu manipulieren. So unterstützt Konrad den vom Kommunismus überzeigten Breitner in seinen Ideen und Andreas verführt Sparwasser mit ihm in ein Nachtlokal zu gehen. Beide Brüder verfolgen eine Strategie, die ihnen vom Oberst vorgegeben wird.
    Allerdings hat Andreas immer wieder Zweifel an der Richtigkeit seines Tuns. So wird er in einer Kiste zurück in die DDR gebracht. Solche Kisten, in denen Personen verschickt wurden, soll es wirklich gegeben haben.

    Wer alles genau wissen möchte kann am Ende des Buches noch einiges nachlesen.
    Ob es bei dem Spiel 1974 wirklich so zu ging, bleibt der Fantasie der Autoren überlassen, allerdings könnte es wohl so gewesen sein. Sicher ist, dass die Stasi im großen Stil spioniert und manipuliert hat. 

    Ein spannendes Buch in dem reale und erfundene Figuren ein interessantes Bild der Zeit zeigen. Vielleicht ist einiges überzeichnet, aber die Bilder sind auch schwarz / farbig gedruckt.

    Dagmar Mägdefrau

  • Sechs Augenblicke

    Sechs Augenblicke

    Antja Szillat

    Edition Zweihorn

    Verlagsempfehlung ab 7. Klassenstufe

    Auf 114 Seiten erzählt die Autorin eine spannende Geschichte über Freundschaften im Internet. Jedes der kurzen Kapitel ist mit einem Zitat überschrieben. Das Buch erreicht sicher auch ungeübte Leser*innen.

    Die sanfte Marie seit ihrer Kindheit ist mit Lea befreundet, doch heute ist Marie nicht sanft, sondern rebellisch und es kommt zum Streit zwischen den beiden Mädchen. Als Marie am Abend nicht zu Hause auftaucht, machen sich alle große Sorgen und am nächsten Morgen wird die Polizei gerufen.

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    Lea erzählt nicht sofort, dass sich Marie in letzter Zeit sehr verändert hat, weil sie den Eltern nicht weh tun will. Lea weiß, dass Marie sich mit einem Fotografen in einem Café getroffen hat, der für ein Buch „Augenblicke“ festhalten wollte. Hat dieser Mann etwas mit dem Verschwinden von Marie zu tun? Mit ihren Freund Jona will sie der Sache nachgehen und begibt sich dadurch in große Gefahr.

    Wie weit kann man „Freunden“ im Internet glauben? Kann man diese „Freundschaften“ in der realen Welt fortsetzten? Wie sehr lassen wir uns alle von dieser Scheinwelt blenden?

    Es ist nicht einfach seine Kinder zu schützen, das trifft auf das Leben und das Internet zu. Dieses Buch kann dazu beitragen, dass man sich überlegt, was hinter dem netten Chatpartner wohl verborgen ist.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der magische Stab – Lilly Flunker Saga 1

    Der magische Stab – Lilly Flunker Saga 1

    Kristina Tiemann

    Independently published

    Autorenempfehlung ab 10 Jahre

    Lilly muss nach dem Unfalltod ihrer in ein Nonnenkloster, hier gibt es wenig Herzlichkeit, aber viele Aufgaben. So ist sie froh Victor kennenzulernen, ein Junge, der ihn einer ähnliche Situation, wie sie ist. Auch er hat keine Verwandten, aber er freundet sich schnell mit Lilly an. Sein besonderes Kennzeichen ist es, dass er Redewendungen abgewandelt benutzt, was oft richtig komisch ist. 
    Aber Lilly ist kein normales Mädchen, der Druide Magnus erklärt ihr, dass sie aufgrund ihrer Herkunft sowohl Feen-, als auch Druidenblut in sich trägt. Deshalb ist sie z.B. in der Lage sich in einen Adler zu verwandeln. 

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    Ihre Aufgabe soll es sein, einen magische Stab, den der Druide Durus an sich bringen will, zurück zu bringen. Dazu reist sie in das Land der Feen. Hier sieht es so ganz anders aus, als ich dachte, auch die Feen haben nicht die von mir erwartete überirdische Gestalt. Toll, was die Autorin sich da alles ausgedacht hat. Fantastische Welten.

    Die Geschichte ist sehr schön und spannend geschrieben, aber ein großer Bestandteil macht die Freundschaft aus. Besonders Victor zeichnet sich durch Treue und Hilfsbereitschaft aus. Aber es gibt auch Intrigen und sogar Kämpfe, die die Spannung hoch halten.

    Ich kenne die zwei bisher erschienen Folgebände und kann nur empfehlen, die Geschichte von Lilly Flunker und Victor weiterzuverfolgen. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Der magische Kristall – Lilly Flunker Saga 2

    Der magische Kristall – Lilly Flunker Saga 2

    Kristina Tiemann

    Independently published

    Autorenempfehlung ab 10 Jahre

    Ein böser Druide, der schon im ersten Teil eine wichtige Rolle spielte versucht den magischen Kristall zu bekommen, damit könnte er sie Sonne beeinflussen. Um das zu verhindern muss der Junge Viktor alleine drei schwierige Aufgaben lösen. Wir begleiten ihn auf der Reise nach Frankreich und lernen zunächst die Heimat von Amaryllis, dem Elfenritter kennen. Liebevoll wird diese Welt beschrieben und genauso fantasievoll sind die Elfen, die dort leben geschildert. Es macht Spaß in diese fremde Welt einzutauchen.

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    Viktor muss dann allerdings ganz alleine weiter und stößt auf den königliche Steinbeisserprotokollant. Eine liebenswerte Vogelmischung, der zunächst sehr steif und amtlich daherkommt.
    Die Prüfungen sind sehr schwierig und mit viel Fantasie angelegt, mehr möchte ich dann auch nicht verraten.

    Eine spannende Geschichte mit schönen Texten und vielen fantasievollen Beschreibungen. Es fällt leicht, sich die Landschaften und Personen vorzustellen und ich freue mich auf die Fortsetzung.

    Dagmar Mägdefrau

  • Das magische Pferd – Lilly Flunker Saga 3

    Das magische Pferd – Lilly Flunker Saga 3

    Kristina Tiemann

    Independently published

    Autorenempfehlung ab 10 Jahre

    Zunächst lernen wir die Familie Montaud aus Südfrankreich kennen. Eine liebenswerte Familie, die Mutter ist eine tolle Köchin und hält die Familie zusammen. Der Mann bewirtschaftet einen Hof und kümmert sich um Wildpferde. Die Söhne studieren und helfen auf dem Hof. Amelie ist die Tochter von Mutters Schwester und sie wurde als Kind großgezogen. Amelie ist hübsch und klug, sie studiert wie ihre Brüder. Aber etwas ist anders an ihr, sie hat besondere Fähigkeiten.

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    Viktor zieht mit Amarillys und der namenlosen Fee aus Band 2 weiter und trifft auf einen riesigen Troll, der ihm zunächst viel Angst macht. Auf Viktors Rat hin machen sie sich gemeinsam auf zur Trollfrau.

    Auch in diesem Buch geschehen fantastische Dinge, die es spannend machen, die aber auch von Gefühlen handeln und im Hintergrund bleibt die Gefahr durch den bösen Druiden. Ich bin gespannt, wie es Lilly erging, von der wir in diesem Teil nichts erfahre.

    Dagmar Mägdefrau

  • Die fantastischen Abenteuer der Chrismas Company

    Die fantastischen Abenteuer der Chrismas Company

    Corinna Gieseler

    Hummelburg

    Verlagssempfehlung ab 10 Jahre

    Freda und ihr Kater Mr. Livingstone geraten am 6. Dezember durch nach einem Telefonanruf durch eine Tür in einem Schusterladen in eine Winterwelt. Ein Bär mit Schlitten bringt sie zur Christmas Company. Ich glaube, ich vergaß zu erwähnen, der Kater kann sprechen und er ist ein hoch angesehener Gast. Freda soll helfen ein Codeword zu erraten, damit die Christmas Company mit dem Weihnachtsmann als Chef nicht vernichtet wird. Dazu wird eine Expedition zusammengestellt, die sich Richtung Nordpol aufmacht.

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    Freda, Mr. Livingstone, Serafin, ein Engel, der die Kantine bewirtschaftet und der Kobold Jonker ziehen mit einem Hundeschlitten los. Alles sehr improvisiert und Freda hat kein gutes Gefühl bei der Sache. Auf ihrem Weg begegnen die vier immer wieder neuen Schwierigkeiten. Sowohl die eisige Natur, als auch viele Geschöpfe, die in unterschiedlichen Regionen zu Weihnachten gehören, machen ihnen das Leben schwer. Erst nach einem großen Kampf und durch viele glückliche Umstände kann Freda das Lösungswort nennen und damit die Chrismas  Company retten. 

    Ich muss sagen, das Buch hat ein wunderschönes Cover und war sehr spannend, aber oft habe ich auch die Figuren nicht mehr richtig zuordnen können. Immer wieder tauchten neue Weihnachtsmänner/Nikoläuse, Kampusse, Perchten, Julenise oder Zwetschgenmännlein auf. Der Lord of Misrule trieb seine Scherze, Gryla kam mit ihren Trollen auf Island, Tupilaqs brachten Schaden u.s.w.  Am Ende schwirrte mir der Kopf. Da half auch das Glossar am Ende des Buches nichts. Zwischendurch war nicht klar, ob die Chrismas Company überhaupt die Guten waren und ob der Kater ein falsches Spiel trieb. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Licht und Schatten

    Licht und Schatten

    Zoran Drvenkar

    BELTZ & Gelberg

    Verlagssempfehlung ab 14 Jahre

    Ich muss zugeben, dass ich kein Fantasie-Fans bin und dieses Buch gelesen habe, weil der Autor mir aus Kinderbüchern bekannt ist. Das Buch ist 570 Seiten dick und es beginnt im Jahr 1704. Da wird in Sibirien ein Mädchen, Vida,  geboren. Ihre Mutter, die mit ihren 22 Schwestern die Erde zu dem gemacht hat, was sie ist, stirbt, da die Zahl dieser „Mütter“ nicht überschritten werden darf. Diese 23 Mütter haben die Welt in Frieden erlebt, bis sich Yrma, Vidas Mutter, in Solomon verliebt hat. Das war vor 4 Millionen Jahren. Da hat die jüngste der Schwestern Eifersucht und Neid gespürt und diese negativen Gefühle in die heile Welt gebracht.

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    Sie hat viele ihrer Schwestern verschwinden lassen. So wird Vida von ihrem Vater Solomon, der als Schmied arbeitet und ihren drei verblieben Tanten erzogen. Sie bringen ihr das Wissen bei, das sie benötigt um wieder Licht in die Welt zu bringen.
    Der Wächter eine Art Reptil, das in menschlichen Gastkörpern eindringt, wartet auf die Geburt und möchte das Kind vernichten. Noch können die Tanten Vida verstecken, aber an ihrem 10. Geburtstag passiert Schreckliches. 

    Es gibt gruselige Szenen, Kämpfe, einen Bären, der Vida helfen möchte, Herrschaften,  die Vida Schaden zufügen und Zegechem, Gestalten, die der Autor wohl erfunden hat, die in vielfältiger Gestalt über die Menschen herfallen und sie quälen.

    Natürlich ist da auch die Liebe des Vaters und der Tanten, die Freundschaft einer achtjährigen Großfürstin und die Hilfe von Freunden. Im Hintergrund auch die Hilfe und das Wissen der verstorbenen Mutter.

    So liest sich das dicke Buch sehr spannend und abwechslungsreich. Das Ende sieht verdächtig nach einer Fortsetzung aus und ich kann mir vorstelle, dass viele Leser gerne wissen möchten, wie es mit Vida weitergeht. Dazu möchte ich mich auch zählen.

    Ich denke mit diesem Buch haben Fantasie-Fans wieder spannenden neuen Lesestoff und ich finde es erstaunlich, wie Zoran Drvenkar hier neue Wesen geschaffen hat, die sich logisch in diese Welt einfügen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Jenseits der blauen Grenze

    Jenseits der blauen Grenze

    Doris Linke

    magellan

    Verlagssempfehlung 14 Jahre

    „Ich kann nicht Biologie studieren. Mein Vater hat einen Dachschaden, meine Mutter ist nie da, mein Opa ist irre, der alte Knacker … will mir an die Wäsche.“ Das ist die Situation der siebzehnjährigen Hanna. Ihrem Freund Andreas geht es nicht besser. Auch er darf nicht in der IT-Branche arbeiten, sein Vater schlägt ihn, deshalb wohnt er inzwischen in einem Abrisshaus. Ihr gemeinsamer Freund Sachsen-Jensi durfte mit seinen Eltern aus der DDR ausreisen. Hanna und Andreas überlegen deshalb 50 km über die Ostsee zu schwimmen.

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    Das Buch beginnt mit dem Start dieser Flucht. Die beiden haben die Gegend um Warnemünde erkundet und sie wissen, wann man los kann, ohne gesehen zu werden. Hanna trainiert hart für dieses Unternehmen, beide haben einen Neoprenanzug, ohne den das Wasser viel zu kalt wäre. Durch ein dünnes Seil sind die beiden miteinander verbunden. Unterbrochen wird die Geschichte ihrer Flucht durch Rückblicke. Da geht es um die Versorgungslage, um ein Stasihaus, häusliche Gewalt, Depression, einen sozialistisch geprägten Schulalltag, mit all seinen Intrigen und Verleumdungen. Eine Welt, die den jungen Leser*innen und uns Westlern nicht bekannt ist. Manchmal möchte man da beim Lesen rufen „Seid ihr denn noch gescheit?“  Dazwischen schwimmen die beiden immer weiter in die Ostsee Richtung Norden. Beinahe erwischt sie eine Streife mit ihren Scheinwerfern, dann kommen sogar Boote, die nach ihnen suchen, später ist ein Hubschrauber über ihnen. Für einige Zeit können sie sich auf einer Boje ausruhen, doch das Weiterschwimmen fällt danach um so schwerer.

    Die Sprache ist vom DDR-Terminus geprägt, es gibt hinten auch ein kleines Glossar. Zu Ende des Buches werden die Sätze immer kürzer, bestehen nur noch aus „Ein. Aus. Bin bald da. Aus. Wie lange. Ein. Noch.“ Beim Lesen wurde ich ganz kurzatmig und fühlte die Schwere der Glieder und die Nässe.

    Was das Buch noch einmal dramatischer macht, ist der Zeitpunkt der Handlung. Es ist August 1989 und die beiden hätten nur noch bis zum 9.11.1989 durchhalten müssen. Aber das wusste ja damals keiner. Gerade jetzt nachdem sich die Wiedervereinigung zum 30 Mal jährt, finde ich das Buch besonders wichtig. Gerade aus Schullektüre macht es Sinn. Es ist spannend zu lesen und man erfährt viel aus dieser Zeit der Wende aus erster Hand von einer Autorin, die damals so alt war wie Hanna.

    Dagmar Mägdefrau

  • Frieda und das Glück der kleinen Dinge

    Frieda und das Glück der kleinen Dinge

    Andrea Behnke

    Südpol

    Verlagssempfehlung ab 10 Jahre

    Lena ist 10 Jahre und das neue Schuljahr auf der weiterführenden Schule beginnt. Leider ist Nele, ihre beste Freundin, nach Bayern gezogen und mit den Mädchen in der Klasse kommt sie nicht zurecht. Gut, dass Lukas neben ihr sitzt und sie mit zum Tischtennis nimmt. Darin ist Lena nämlich sehr gut. 
    Später möchte Lena Biologin werden wie ihre Oma. Mit ihr forscht sie gerne und sie weiß schon eine ganze Menge über Fruchtfliegen.

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    Zusammen mit Lukas, der Ornithologe werde möchte, kann sie bei einem Biowettbewerb zeigen, was für tolle Ideen sie hat.
    Nachmittags geht Lena gerne zu Oma Frieda, von ihr hat sie ihren zweiten Namen. Die Oma kann zwar nicht kochen, aber dafür immer wieder gute Ideen, was Lena machen kann. Leider geht es der Oma nicht so gut, deshalb stöbert Lena auf dem Dachboden und die Oma erzählt aus ihrer Kindheit.
    In den Herbstferien besucht Lena ihre Freundin Nele. Dort in Bayern wird Lena ein ganzes Stück erwachsenen und kann zu Hause mit Lukas und Rieke Freundschaft schließen. 
    Der Schulwechsel ist ja so schon nicht einfach, aber ohne Freundin an der Seite ist es eine echte Qual. Lena bleibt sich treu und findet Anschluss an neue Freunde. Die Geschichte ist alltäglich und trotzdem erzählenswert. Und Andrea Behnke erzählt die Geschichte in einem flotten Tempo, mit Redensarten, die mich schmunzeln lassen. Die knapp 150 Seiten sind in großer Schrift gut lesbar gedruckt. Die Kapitel sind unterschiedlich kurz und beginnen immer mit einem kleinen Bild. Das Cover gefällt mir sehr gut, lauter Früchte auf rotem Grund, Nahrung für die kleinen Fruchtfliegen?

    Dagmar Mägdefrau

  • Sei ein Mädchen!

    Sei ein Mädchen!

    Raimund Frey

    Jochen Till

    Tulipan

    Verlagssempfehlung ab 0 bis 99 Jahre

    Die vorgegebene Alterspanne ist vom Verlag sehr groß festgelegt und ich würde dieses Buch erst ab dem Teenageralter verschenken. Denn es setzt die Fähigkeit zur Ironie voraus.
    Text und Bild sind gegensätzlich. Es fängt an mit der Aussage „Mädchen sind hübsch“. Zu sehen ist ein zerzaustes Mädchen mit faltigem Aufstehgesicht, zotteligen Haaren und im Schlafanzug. „Mädchen mögen Puppen“, da sehen wir ein Mädchen am Bagger und die Puppen liegen in Einzelteilen drumherum.

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    Bei der Aussage „Mädchen sind ängstlich“ tritt ein Mädchen einem Exhibitionisten in die dafür vorgesehene Stelle. Das Mädchen, das Schuhe liebt, hat nur ein paar Turnschuhe im Regal, die schwachen Mädchen ziehen die Jungen grinsend am Strick zu sich rüber.

    Ich hatte viel Spaß beim Lesen und Anschauen, ich fand die Umsetzung der Aussagen sehr gelungen. Die Bilder sind frech und wie Karikaturen angelegt. Ich kenne schon einige „Mädchen“, denen das Buch gefallen würde. Und die, wie ich, gerne ein Mädchen sind.

    Dagmar Mägdefrau

  • Nieder mit Hiltler – oder warum Karl kein Radfahrer sein wollte

    Nieder mit Hiltler – oder warum Karl kein Radfahrer sein wollte

    Jochen Voit

    Hamed Eshrat

    avant

    Ganz hinten im Buch ist ein Bild der Autoren mit Karl Metzner, dem Held dieser Graphic Novel. Karl lebte als Jugendlicher in Erfurt und war ein großer Fan des bekannten Radfahrers Erich Metzte. Er wohnt bei seinen Eltern, die das Hiltlerregime nicht unterstützen. Wie alle Jungen geht Karl zur HJ und lernt dort Jochen Bock kennen. Der ist zunächst ein begeisterter Anhänger Hiltlers und will schnellstens in den Krieg ziehen. Nach dem Tod seines Bruders kommen ihm Zweifel und so entsteht eine Gruppe aus fünf jungen Männern, die zunächst den „Feindsender“ hören.

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    Sie machen sich Gedanken und es entsteht der Wunsch zum Handeln. Sie schreiben auf ihrer Schreibmachine Flugblätter, die sie z.B. aus der Straßenbahn werfen. So kommt es, dass sie schnell gefasst werden. Aufgrund der Fürsprache ihres Lehrers kommt Karl nach der U-Haft wieder nach Hause. Dann wird auch er eingezogen und kommt in französische Gefangenschaft. Hier findet er zum Glauben und wird Pfarrer in der Lausitz.

    Das Buch hat eine zweite Handlung, diese Kapitel sind schwarz/weiß bebildert. 1960 wird Karl von der Stasi verhört und er soll seine Kirchenmitglieder bespitzeln. Seine Status als von den Nazis verfolgter wird gestrichen, jetzt war seine Tat nur noch ein Jungenstreich.

    Ich finde die Parallelen der beiden Diktaturen gut angelegt. Das Buch zeigt, unterstrichen durch die Bilder, in kurzen Dialogen die Situation in den 1940er Jahren und ab 1960 in der DDR.  Besonders Leser, die durch dicke Bücher abgeschreckt werden, finden in diesem Comic eine tolle Alternative die neue deutsche Geschichte mitzuerleben. Das Besondere ist natürlich, dass es sich um eine wahre Lebensgeschichte handelt. Ein Held, von dem wir noch bisher noch nichts gehört haben. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Mädchenmeute

    Mädchenmeute

    Kirsten Fuchs

    Rowolth

    Empfehlung ab 14 Jahre

    Jugendliteraturpreis 2016

    Da kommen aufgrund einer Anzeige acht Mädchen in Berlin zum Bus mit der Aufschrift „Wildnis für wilde Mädchen“. Sie wollen in ein Ferien-Fun-Survival-Camp, ohne Technik, ohne Handy und andere Zivilisationsdinge. Dafür mit festen Schuhen und einem Messer.

    Inken ist die Leiterin, die sie begleiten wird „Na bitte, dachte ich (Charlotte/Charlie, die uns diese Geschichte erzählt) dann kommt bestimmt die richtige Gruppenleiterin, ein sportliche Frau, lustig und cool. Ohne Ketten und Armbänder und Fingernägel wie Mordwerkzeuge.“

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    Aber es gibt niemand anderes, Inken bringt die Gruppe in ein altes DDR Lager. Sie lässt die Mädchen über Nacht allein und am nächsten Tag ist ein Mädchen nicht mehr da. Die anderen vermissen ihr Gepäck. Später taucht Inken zwar wieder auf, aber die Mädchen kommen auf die Idee auf eigne Faust ein Abenteuer zu erleben. Sie fahren gemeinsam nach Thüringen und wollen dort in einem alten Tunnel unterkommen. Auf der Fahrt treffen sie noch auf Leute, die Hunde in ihrem Auto verladen haben. So hat jedes Mädchen einen Hund zu versorgen.

    Die Mädchen sind von ihren Charaktereingenschaften völlig unterschiedlich. Eine ist aus reichem Elternhaus, eine zieht mit den Eltern und Geschwister auf Mittelaltermärkte, Anntonia ist besonders schön und kennt sich im Wald aus. Außerdem kennt sie viele alte Sagen, die sich um diese Gegend ranken.

    „An mir zog die Müdigkeit. Mein Kopf drohte, einfach vom Hals abzubrechen. Meine Augen wollten nichts ansehen. Meine Aufregung hatte nur bis hierher gereicht. Jetzt, wo es wirklich richtig aufregend wurde, hatte ich keine mehr übrig. Ich ahnte, wie Coolsein funktioniert. Cool bedeutete, dass im Leben schon einmal etwas Aufregendes passiert war, dass es danach nichts Aufregendes mehr gab.“ Das ist so ein besonderer Satz, der das Buch und seine Sprache auszeichnet. Die Gedankengänge von Charlie zu kennen, macht einfach Freude.

    Manchmal war mir das Buch mit seinen 462 Seiten etwas zu lang. Der Aufenthalt im Wald und das Zusammensein mit den Hunden zog sich etwas. Dafür wurde das Buch zu Ende noch einmal richtig spannend. Es lohnt sich also durchaus dranzubleiben.

    Dagmar Mägdefrau


    Am liebsten würde ich das Buch noch nicht kennen, dann hätte ich es jetzt noch vor mir.
    (Mir war nicht klar, dass man gleichzeitig so bildhaft und so schnörkellos schreiben kann.)

    Ein Feriencamp für „Wilde Mädchen“? Etwas widerwillig, vor allem aus Mangel an spannenden Alternativen lässt sich Charlotte (15) von ihrer Mutter anmelden. Und schon nach den ersten Sätzen der Geschichte möchte man wissen, was das wohl geben mag.

    Die Autorin nimmt die Leserinnen und Leser direkt mit in den Wald, zu den Mädchen, zur Leitung des Camps, dem Bedürfnisraum… eine skurrile, einfühlsame, spannende, lustige, überraschende,…  ach, lesen Sie selbst! Ich beneide Sie 😉

    PS: Völlig verdient: Jugendliteraturpreis 2016

    Sandra Koch-Wildschütz

  • Die Bibel für Ungläubige – Genesis

    Die Bibel für Ungläubige – Genesis

    Guus Kuijer

    Kunstmann-Verlag

    Keine Altersangabe

    Der Titel dieses Buches benennt genau das, was den Leser erwartet: Das Buch Genesis aus der Bibel. Guus Kuijer hat seine eigene Version der Bibel aufgeschrieben. Eine Bibel nicht nur für Ungläubige müsste das Buch eigentlich heißen. Denn alle, die die biblischen Geschichten der Genesis über den Anfang der Welt, Adam und Eva, über Isaak oder über Jakob schon gut kennen, werden überrascht sein, dass sie die Geschichten einerseits wiedererkennen und andererseits so anders und neu lesen (oder vorgelesen bekommen).

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    Obwohl er selbst nicht an Gott glaubt, kennt Guus Kuijer die biblischen Geschichten in ihrer ursprünglichen Form besonders gut und hat sie mit viel Fantasie in seinen Texten lebendig werden lassen, indem er sie ergänzt und ihnen regelrecht Leben eingehaucht hat. Ein bisschen was hat er immer hinzugedichtet, die Figuren sind bunt und lebendig, die Hitze der Wüste ist spürbar und die Atmosphäre ist abenteuerlich. Ja, man kann sagen, die Geschichten sind spannender, emotionaler als die „Originale“ – und keine Sekunde langweilig. Dieses Buch fesselt alle – Große wie Kleine. Am besten liest man es zusammen.

    Es ist ein Buch für die ganze Familie und zum Vorlesen auch für Kinder im Grundschulalter geeignet. Allein lesen lassen würde ich Kinder evtl. ab 10/11 Jahren.

    Katia Simon

  • Und das nennt ihr Mut

    Und das nennt ihr Mut

    Inge Meyer-Dietrich (Autorin)

    Susanne Haberer (Illustratorin)

    Ravensburger Buchverlag

    Altersempfehlung ab 12 Jahren

    Wie in etlichen Jugendbüchern für die Altersstufe ab 12 Jahren geht es auch hier um eine Jungenbande. Der Herrscher dieser „Gang“: Mike geht in die gleiche Klasse wie die Hauptperson dieser spannenden Geschichte: Andy, dessen Ziel es ist, in Mikes Bande aufgenommen zu werden. Dies wird ihm jedoch erst durch Diebstahl als Mutprobe möglich gemacht.
    Trotz Erfüllung dieser gefährlichen Aufgabe macht die Bande ihn vor der gesamten Klasse lächerlich, und er fühlt sich dementsprechend isoliert.

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    Drohbriefe, die jeder lesen kann, wandern über die Tische hinüber zu ihm herüber – er hat sich noch nie so extrem unwohl und bedroht gefühlt! Nach dem Vorstellen eines neuen Mitschülers Henner macht sich die Bande auch über ihn sofort lustig: „Henner – Penner!“

    Für Andy gibt es nur noch ein Ziel: er will aus der Gang austreten! Bisher hat er sich leider weder seinem sehr verständnisvollen Klassenlehrer noch seinen Eltern anvertraut – er öffnet sich jedoch dem neuen Schüler gegenüber.

    Fast zum Ende der Geschichte gibt es noch einmal einen Höhepunkt dadurch, dass an die elterliche Hauswand groß „Hier wohnt ein Dieb“ geschrieben wird!

    Die zwischendurch eingestreuten kleinen grau-schwarz-weißen Fotocollagen nehmen nichts von der Farbigkeit dieser spannenden Geschichte, die mit pädagogischem Hintergrund absolut empfehlenswert ist und die jungen LeserInnen von der ersten Seite an fesseln wird!

    Annette Heine