• Der magische Kristall – Lilly Flunker Saga 2

    Der magische Kristall – Lilly Flunker Saga 2

    Kristina Tiemann

    Independently published

    Autorenempfehlung ab 10 Jahre

    Ein böser Druide, der schon im ersten Teil eine wichtige Rolle spielte versucht den magischen Kristall zu bekommen, damit könnte er sie Sonne beeinflussen. Um das zu verhindern muss der Junge Viktor alleine drei schwierige Aufgaben lösen. Wir begleiten ihn auf der Reise nach Frankreich und lernen zunächst die Heimat von Amaryllis, dem Elfenritter kennen. Liebevoll wird diese Welt beschrieben und genauso fantasievoll sind die Elfen, die dort leben geschildert. Es macht Spaß in diese fremde Welt einzutauchen.

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    Viktor muss dann allerdings ganz alleine weiter und stößt auf den königliche Steinbeisserprotokollant. Eine liebenswerte Vogelmischung, der zunächst sehr steif und amtlich daherkommt.
    Die Prüfungen sind sehr schwierig und mit viel Fantasie angelegt, mehr möchte ich dann auch nicht verraten.

    Eine spannende Geschichte mit schönen Texten und vielen fantasievollen Beschreibungen. Es fällt leicht, sich die Landschaften und Personen vorzustellen und ich freue mich auf die Fortsetzung.

    Dagmar Mägdefrau

  • Das magische Pferd – Lilly Flunker Saga 3

    Das magische Pferd – Lilly Flunker Saga 3

    Kristina Tiemann

    Independently published

    Autorenempfehlung ab 10 Jahre

    Zunächst lernen wir die Familie Montaud aus Südfrankreich kennen. Eine liebenswerte Familie, die Mutter ist eine tolle Köchin und hält die Familie zusammen. Der Mann bewirtschaftet einen Hof und kümmert sich um Wildpferde. Die Söhne studieren und helfen auf dem Hof. Amelie ist die Tochter von Mutters Schwester und sie wurde als Kind großgezogen. Amelie ist hübsch und klug, sie studiert wie ihre Brüder. Aber etwas ist anders an ihr, sie hat besondere Fähigkeiten.

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    Viktor zieht mit Amarillys und der namenlosen Fee aus Band 2 weiter und trifft auf einen riesigen Troll, der ihm zunächst viel Angst macht. Auf Viktors Rat hin machen sie sich gemeinsam auf zur Trollfrau.

    Auch in diesem Buch geschehen fantastische Dinge, die es spannend machen, die aber auch von Gefühlen handeln und im Hintergrund bleibt die Gefahr durch den bösen Druiden. Ich bin gespannt, wie es Lilly erging, von der wir in diesem Teil nichts erfahre.

    Dagmar Mägdefrau

  • Die fantastischen Abenteuer der Chrismas Company

    Die fantastischen Abenteuer der Chrismas Company

    Corinna Gieseler

    Hummelburg

    Verlagssempfehlung ab 10 Jahre

    Freda und ihr Kater Mr. Livingstone geraten am 6. Dezember durch nach einem Telefonanruf durch eine Tür in einem Schusterladen in eine Winterwelt. Ein Bär mit Schlitten bringt sie zur Christmas Company. Ich glaube, ich vergaß zu erwähnen, der Kater kann sprechen und er ist ein hoch angesehener Gast. Freda soll helfen ein Codeword zu erraten, damit die Christmas Company mit dem Weihnachtsmann als Chef nicht vernichtet wird. Dazu wird eine Expedition zusammengestellt, die sich Richtung Nordpol aufmacht.

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    Freda, Mr. Livingstone, Serafin, ein Engel, der die Kantine bewirtschaftet und der Kobold Jonker ziehen mit einem Hundeschlitten los. Alles sehr improvisiert und Freda hat kein gutes Gefühl bei der Sache. Auf ihrem Weg begegnen die vier immer wieder neuen Schwierigkeiten. Sowohl die eisige Natur, als auch viele Geschöpfe, die in unterschiedlichen Regionen zu Weihnachten gehören, machen ihnen das Leben schwer. Erst nach einem großen Kampf und durch viele glückliche Umstände kann Freda das Lösungswort nennen und damit die Chrismas  Company retten. 

    Ich muss sagen, das Buch hat ein wunderschönes Cover und war sehr spannend, aber oft habe ich auch die Figuren nicht mehr richtig zuordnen können. Immer wieder tauchten neue Weihnachtsmänner/Nikoläuse, Kampusse, Perchten, Julenise oder Zwetschgenmännlein auf. Der Lord of Misrule trieb seine Scherze, Gryla kam mit ihren Trollen auf Island, Tupilaqs brachten Schaden u.s.w.  Am Ende schwirrte mir der Kopf. Da half auch das Glossar am Ende des Buches nichts. Zwischendurch war nicht klar, ob die Chrismas Company überhaupt die Guten waren und ob der Kater ein falsches Spiel trieb. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Licht und Schatten

    Licht und Schatten

    Zoran Drvenkar

    BELTZ & Gelberg

    Verlagssempfehlung ab 14 Jahre

    Ich muss zugeben, dass ich kein Fantasie-Fans bin und dieses Buch gelesen habe, weil der Autor mir aus Kinderbüchern bekannt ist. Das Buch ist 570 Seiten dick und es beginnt im Jahr 1704. Da wird in Sibirien ein Mädchen, Vida,  geboren. Ihre Mutter, die mit ihren 22 Schwestern die Erde zu dem gemacht hat, was sie ist, stirbt, da die Zahl dieser „Mütter“ nicht überschritten werden darf. Diese 23 Mütter haben die Welt in Frieden erlebt, bis sich Yrma, Vidas Mutter, in Solomon verliebt hat. Das war vor 4 Millionen Jahren. Da hat die jüngste der Schwestern Eifersucht und Neid gespürt und diese negativen Gefühle in die heile Welt gebracht.

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    Sie hat viele ihrer Schwestern verschwinden lassen. So wird Vida von ihrem Vater Solomon, der als Schmied arbeitet und ihren drei verblieben Tanten erzogen. Sie bringen ihr das Wissen bei, das sie benötigt um wieder Licht in die Welt zu bringen.
    Der Wächter eine Art Reptil, das in menschlichen Gastkörpern eindringt, wartet auf die Geburt und möchte das Kind vernichten. Noch können die Tanten Vida verstecken, aber an ihrem 10. Geburtstag passiert Schreckliches. 

    Es gibt gruselige Szenen, Kämpfe, einen Bären, der Vida helfen möchte, Herrschaften,  die Vida Schaden zufügen und Zegechem, Gestalten, die der Autor wohl erfunden hat, die in vielfältiger Gestalt über die Menschen herfallen und sie quälen.

    Natürlich ist da auch die Liebe des Vaters und der Tanten, die Freundschaft einer achtjährigen Großfürstin und die Hilfe von Freunden. Im Hintergrund auch die Hilfe und das Wissen der verstorbenen Mutter.

    So liest sich das dicke Buch sehr spannend und abwechslungsreich. Das Ende sieht verdächtig nach einer Fortsetzung aus und ich kann mir vorstelle, dass viele Leser gerne wissen möchten, wie es mit Vida weitergeht. Dazu möchte ich mich auch zählen.

    Ich denke mit diesem Buch haben Fantasie-Fans wieder spannenden neuen Lesestoff und ich finde es erstaunlich, wie Zoran Drvenkar hier neue Wesen geschaffen hat, die sich logisch in diese Welt einfügen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Jenseits der blauen Grenze

    Jenseits der blauen Grenze

    Doris Linke

    magellan

    Verlagssempfehlung 14 Jahre

    „Ich kann nicht Biologie studieren. Mein Vater hat einen Dachschaden, meine Mutter ist nie da, mein Opa ist irre, der alte Knacker … will mir an die Wäsche.“ Das ist die Situation der siebzehnjährigen Hanna. Ihrem Freund Andreas geht es nicht besser. Auch er darf nicht in der IT-Branche arbeiten, sein Vater schlägt ihn, deshalb wohnt er inzwischen in einem Abrisshaus. Ihr gemeinsamer Freund Sachsen-Jensi durfte mit seinen Eltern aus der DDR ausreisen. Hanna und Andreas überlegen deshalb 50 km über die Ostsee zu schwimmen.

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    Das Buch beginnt mit dem Start dieser Flucht. Die beiden haben die Gegend um Warnemünde erkundet und sie wissen, wann man los kann, ohne gesehen zu werden. Hanna trainiert hart für dieses Unternehmen, beide haben einen Neoprenanzug, ohne den das Wasser viel zu kalt wäre. Durch ein dünnes Seil sind die beiden miteinander verbunden. Unterbrochen wird die Geschichte ihrer Flucht durch Rückblicke. Da geht es um die Versorgungslage, um ein Stasihaus, häusliche Gewalt, Depression, einen sozialistisch geprägten Schulalltag, mit all seinen Intrigen und Verleumdungen. Eine Welt, die den jungen Leser*innen und uns Westlern nicht bekannt ist. Manchmal möchte man da beim Lesen rufen „Seid ihr denn noch gescheit?“  Dazwischen schwimmen die beiden immer weiter in die Ostsee Richtung Norden. Beinahe erwischt sie eine Streife mit ihren Scheinwerfern, dann kommen sogar Boote, die nach ihnen suchen, später ist ein Hubschrauber über ihnen. Für einige Zeit können sie sich auf einer Boje ausruhen, doch das Weiterschwimmen fällt danach um so schwerer.

    Die Sprache ist vom DDR-Terminus geprägt, es gibt hinten auch ein kleines Glossar. Zu Ende des Buches werden die Sätze immer kürzer, bestehen nur noch aus „Ein. Aus. Bin bald da. Aus. Wie lange. Ein. Noch.“ Beim Lesen wurde ich ganz kurzatmig und fühlte die Schwere der Glieder und die Nässe.

    Was das Buch noch einmal dramatischer macht, ist der Zeitpunkt der Handlung. Es ist August 1989 und die beiden hätten nur noch bis zum 9.11.1989 durchhalten müssen. Aber das wusste ja damals keiner. Gerade jetzt nachdem sich die Wiedervereinigung zum 30 Mal jährt, finde ich das Buch besonders wichtig. Gerade aus Schullektüre macht es Sinn. Es ist spannend zu lesen und man erfährt viel aus dieser Zeit der Wende aus erster Hand von einer Autorin, die damals so alt war wie Hanna.

    Dagmar Mägdefrau

  • Frieda und das Glück der kleinen Dinge

    Frieda und das Glück der kleinen Dinge

    Andrea Behnke

    Südpol

    Verlagssempfehlung ab 10 Jahre

    Lena ist 10 Jahre und das neue Schuljahr auf der weiterführenden Schule beginnt. Leider ist Nele, ihre beste Freundin, nach Bayern gezogen und mit den Mädchen in der Klasse kommt sie nicht zurecht. Gut, dass Lukas neben ihr sitzt und sie mit zum Tischtennis nimmt. Darin ist Lena nämlich sehr gut. 
    Später möchte Lena Biologin werden wie ihre Oma. Mit ihr forscht sie gerne und sie weiß schon eine ganze Menge über Fruchtfliegen.

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    Zusammen mit Lukas, der Ornithologe werde möchte, kann sie bei einem Biowettbewerb zeigen, was für tolle Ideen sie hat.
    Nachmittags geht Lena gerne zu Oma Frieda, von ihr hat sie ihren zweiten Namen. Die Oma kann zwar nicht kochen, aber dafür immer wieder gute Ideen, was Lena machen kann. Leider geht es der Oma nicht so gut, deshalb stöbert Lena auf dem Dachboden und die Oma erzählt aus ihrer Kindheit.
    In den Herbstferien besucht Lena ihre Freundin Nele. Dort in Bayern wird Lena ein ganzes Stück erwachsenen und kann zu Hause mit Lukas und Rieke Freundschaft schließen. 
    Der Schulwechsel ist ja so schon nicht einfach, aber ohne Freundin an der Seite ist es eine echte Qual. Lena bleibt sich treu und findet Anschluss an neue Freunde. Die Geschichte ist alltäglich und trotzdem erzählenswert. Und Andrea Behnke erzählt die Geschichte in einem flotten Tempo, mit Redensarten, die mich schmunzeln lassen. Die knapp 150 Seiten sind in großer Schrift gut lesbar gedruckt. Die Kapitel sind unterschiedlich kurz und beginnen immer mit einem kleinen Bild. Das Cover gefällt mir sehr gut, lauter Früchte auf rotem Grund, Nahrung für die kleinen Fruchtfliegen?

    Dagmar Mägdefrau

  • Sei ein Mädchen!

    Sei ein Mädchen!

    Raimund Frey

    Jochen Till

    Tulipan

    Verlagssempfehlung ab 0 bis 99 Jahre

    Die vorgegebene Alterspanne ist vom Verlag sehr groß festgelegt und ich würde dieses Buch erst ab dem Teenageralter verschenken. Denn es setzt die Fähigkeit zur Ironie voraus.
    Text und Bild sind gegensätzlich. Es fängt an mit der Aussage „Mädchen sind hübsch“. Zu sehen ist ein zerzaustes Mädchen mit faltigem Aufstehgesicht, zotteligen Haaren und im Schlafanzug. „Mädchen mögen Puppen“, da sehen wir ein Mädchen am Bagger und die Puppen liegen in Einzelteilen drumherum.

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    Bei der Aussage „Mädchen sind ängstlich“ tritt ein Mädchen einem Exhibitionisten in die dafür vorgesehene Stelle. Das Mädchen, das Schuhe liebt, hat nur ein paar Turnschuhe im Regal, die schwachen Mädchen ziehen die Jungen grinsend am Strick zu sich rüber.

    Ich hatte viel Spaß beim Lesen und Anschauen, ich fand die Umsetzung der Aussagen sehr gelungen. Die Bilder sind frech und wie Karikaturen angelegt. Ich kenne schon einige „Mädchen“, denen das Buch gefallen würde. Und die, wie ich, gerne ein Mädchen sind.

    Dagmar Mägdefrau

  • Dunkles Gold

    Dunkles Gold

    Miriam Pressler

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    1349 ist zu befürchten, dass die Pest sich weiter in Europa ausbreiten wird und natürlich wird den Juden die Schuld daran gegeben. Deshalb will Kalman von Wiehe mit seinen Kindern Rachel und Joschua nach Polen fliehen. Der polnische König hat den Juden Schutz angeboten. Vorher verstecken sie all ihre Reichtümer einschließlich eines wertvollen Hochzeitrings im Keller hinter einer Mauer. Die Geschichte handelt von der Flucht als christliche Bauern, aber nur Rachel erreicht ihr Ziel, die Stadt Krakau.

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    Auf der Reise erfährt sie, dass es in Erfurt alle Juden ermordet wurden. Da ein reicher Jude gefährlich lebt, beschließt Rachel den Schatz nicht mehr zu erwähnen und so bleibt er Jahrhunderte verschollen. 

    Erst 1998 wird er bei Grabungsarbeiten gefunden und ist heute in Erfurt zu besichtigen. Laura, die Tochter der Historikerin weiß durch ihre Mutter viel über den Schatz und das Mittelalter. Da sie gut zeichnen kann beschließt sie ein Graphic Novel über die Geschichtes Rachels zu schreiben. Dazu fehlen ihr Informationen aus dem jüdischen Leben. Sie wendet sich schließlich an Alexej und erfährt durch ihn, dass er als Jude immer noch nicht problem- und gefahrlos in Deutschland leben kann. Seine Familie ist vor den Nazis nach Russland geflüchtet und auch seine Familie hat einen Schatz gesessen.

    So erzählt Miriam Pressler diese beiden Geschichten, fein ineinander gewoben, in diesem Buch und wir erfahren, wie das Leben im Mittelalter aussah und wie sich heutige Juden in Deutschland fühlen. Da gibt es viele Missverständnisse und Fettnäpfchen. Aber die zarte Liebe der beiden jungen Menschen lässt auch hoffen. Zumindest die beiden Familien haben Freundschaft geschlossen. 

    Miriam Pressler hat diese Geschichte in schönen Worten erzählt, es gab Spannung, Information und viel Gefühl. Probleme zwischen Mutter und Tochter, eine junge Liebe und viel Hoffnung auf ein friedliches Miteinander.
    Es ist wohl das letzte Buch, dass ich von dieser großartigen Autorin in Händen halte. Und es ist wieder eines ihrer Bücher, das noch lange in unseren Köpfen und Herzen sein wird.

    Dagmar Mägdefrau  

  • Dies ist keine Liebesgeschichte

    Dies ist keine Liebesgeschichte

    Don Zolidis

    Dressler

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Ich war zufällig mal in Wisconsin und deshalb war mir einiges nicht so fremd. Ich habe aber keine Ahnung von dem Spiel „Dungeons-&-Dragons“ und in dem Buch geht es häufig um dieses Thema. Da das Buch im Jahr 1994 in einem unbedeutenden Ort in den USA spielt, kann ich mir kaum vorstellen, dass ein Jugendlicher heute viel mit diesem Buch anfangen kann. 

    Die Geschichte wird uns von dem siebzehnjährigen Craig erzählt. Er ist ein Nerd, spielt mit seinen Freuden ständig „Dungeons-&-Dragons“ und liest lange russische Romane. Er hat eine Zwillingsschwester, die Leichtathletik macht und beliebt ist und seine Eltern benehmen sich eigenartig.

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    Die Arbeitslosigkeit des Vaters bringt viele finanzielle Probleme mit sich. Es geht um das letzte Jahr auf der High School, wie in so vielen amerikanischen Büchern. Es hat sowas wie eine Beziehung von der hübschen Amy, die Legasthenikern  und Schulsprecherin ist, von ihren Eltern adoptiert wurde und deren Mutter Krebs hat. 

    Um Craig zu schützen macht sie  insgesamt sechs Mal mit ihm Schluss, die ersten Male verbringt Craig in tagelanger Trauer. Trotzdem glaubt er sie zu lieben und er möchte sie beschützen und für die da sein. Leider kann er nicht immer das sagen, was er denkt, dadurch stockt die Beziehung auch immer wieder. 

    Ich habe mich ein wenig durch die 360 Seiten gequält, ich wartet aufgrund des Klappentextes (Amys düsteres Geheimnis) immer auf etwas besonderes. Aber das Buch plätschert vor sich hin und für mich machte es keinen wirklichen Sinn. Dazu kam, dass das Buch nicht chronologisch erzählt wird und ich manchmal überlegen musste, von welcher Trennung nun erzählt wird.  Mir ist unklar, weshalb Bücher die so wenig mit der heutigen Zeit und unserer Gesellschaft zu tun haben aus Amerika „importiert“ werden. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen

    Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen

    Steven Herrick

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 13 Jahre

    Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2019

    Wie schon bei dem ebenfalls ausgezeichnete Buch „Wir beide wussten, es war was passiert“ sind auch hier die Texte in Gedichtform gedruckt. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten und beschreiben eine Kindheit in den Sechzigern des vorigen Jahrhunderts in Australien. Die Brüder Harry und Keith leben mit ihrem Vater in einem Holzhaus, das braun, schäbig und trist ist. Jeden Nachmittag, wenn der Vater von der Arbeit kommt schneidet er eine Wassermelone auf und isst sie mit den Söhnen.

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    Die Mutter starb vor einigen Jahren und immer Mittwochs Nachmittags kommt Tante Alice mit Kuchen. Linda ist Harrys Freundin, die unter unklaren Umständen im Fluss ertrinkt. Harry verehrt Miss Spencer aus der Entfernung und als sie von Wayne geschwängert wird, verlässt sie den Ort. Daraufhin wirft Harry Waynes Scheiben ein. Mit Waynes Bruder Johnny ist Harry befreundet und die beiden eint die Liebe zu der toten Linda.  Dazwischen gibt es alltägliche Episoden und einige Rückblicke und am Ende entsteht doch ein Bild von der Kindheit und Jugend in einem kleinen australischen Ort an dem jeder jeden kennt.

    Das Buch ist auf eine sehr poetische Art geschrieben, es gibt durchaus Gewalt, so verliert der Vater auf der Arbeit einen Finger, und Streit, aber der Text plätschert ruhig weiter. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Abgefahren

    Abgefahren

    Dirk Pope

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Das Buch führt uns von Essen-Vogelheim ab Passau an der Donau entlang bis zur Mündung ans Schwarze Meer. Der dicke Viorel bringt seine tote Mutter im Kofferraum des Corsa in ihre Geburtsstadt. Der Siebzehnjährige fährt ohne Führerschein und mit wenig Geld ins Ungewisse. Er hat nur die Adresse eines Onkel, mit dem die Mutter aber lange keinen Kontakt hatte. Er lebt in Essen allein mit seiner berufstätigen Mutter in einer kleinen Wohnung und er weiß nicht viel von seiner Mutter.

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    Er kennt weder ihre Familie noch ihre Lebensumstände, die dazu geführt haben, dass sie jetzt in Deutschland lebt. Er weiß nur, dass seine Mutter in Rumänien begraben werden möchte. Viorel nimmt einen Anhalter mit, der dunkel gekleidet mit einem großen Seesack bei ihm einsteigt. Er erzählt ihm unheimliche Geschichten aus seiner Heimat. Durch eine eigenartige Situation kommt dieser Mann zu Tode. Nach einer Verfolgungsjagd, wird die Leiche aus dem Auto gestohlen, die tote Mutter bleibt aber im Kofferraum. So fährt Viorel weiter und lernt eine Nachbarin des inzwischen verstorbenen Onkels kennen. Zusammen mit ihr und ihrer Enkelin geht es weiter die Donau hinab vorbei an Draculas Schloss. Nach vielen Verwirrungen und Zufällen gelingt es dem jungen Mann seine Mutter zu begraben.

    Das Buch fasziniert durch seine Sprache. Wenig wörtliche Rede, aber viele Gedanken, die sich verselbstständigen. „Er gehört nicht zu den Menschen, die sich interessant genug finden, dass sie es länger mit sich selbst aushalten.“  ist  ein sehr interessanter Satz. 

    Manchmal wird es aber auch sehr geschwätzig. Keine Ahnung, ob der Anhalter Dracula war? Aber kann ein dicker Junge so lange ohne Schlaf und lange ohne Nahrung auskommen? Auch, dass seine Fahrkünste nach drei Fahrstunden der weiten Strecke unauffällig bei sind. Diese Dinge sollten aber wohl nicht zu den eigentlich wunderlichen Begebenheiten dieses Buches gehören. Für mich machte alles wenig Sinn, vielleicht bin ich wieder zu realistisch?

    Dagmar Mägdefrau

  • Kompass ohne Norden

    Kompass ohne Norden

    Neal Shusterman

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahren

    Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2019

    Caden steigert sich immer mehr in einen Verfolgungswahn hinein. Er weiß nicht mehr, wem er trauen kann. Erwägt, dass seine Eltern Masken tragen und nicht die sind, für die sie sich ausgeben. Er zieht sich immer mehr von seinen Freunden zurück und erschreckt diese oft mit seiner Denkweise. Neben der „normalen“ Handlung in der Familie und später im Sanatorium, gibt es eine Geschichte, die auf einem (Piraten-)Schiff spielt. Erst im Laufe der Handlung erkennt der Leser die Parallelen zu realen Personen und Begebenheiten. 

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    Wir erleben die Veränderung der Persönlichkeit von euphorischer Selbstüberschätzung, Hilflosigkeit und völliger Unruhe, die sich durch stundenlange Märsche abzeichnet.

    Das Buch wurde auch von der Jungendjury für den Jugendliteraturpreis vorgeschlagen und das finde ich einfach toll. Ich habe mich nämlich schwer getan mit dem Lesen dieses Jugendbuches. Nach dem ersten Kapiteln dachte ich, dass mich das Buch so herunterzieht, dass ich es nicht weiterlesen möchte. Auch im Laufe der Handlung überkam mich immer wieder eine Traurigkeit, die sicher zum Thema passt. 

    Neal Shusterman hat in diesem Buch die Erlebnisse seines bipolar und schizophrenen Sohnes versucht zu beschreiben. Damit möchte er um Verständnis für diese Krankheit  werben. Ich denke, gerade, wenn man Menschen kennt, die auf diese Weise in ihrem Denken und Empfinden gestört sind, ist dieses Buch eine Erklärung für deren Verhalten. 

    So kann ich nur sagen, bleibt dran an dem Buch, es und die beschriebenen Kranken haben es verdient.

    Dagmar Mägdefrau

  • Sadie – Stirbt sie, wird niemand die Wahrheit erfahren

    Sadie – Stirbt sie, wird niemand die Wahrheit erfahren

    Courtney Summers

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Ein New Yorker Radiosender sendet einen Podcast „The Girls“ und der Reporter reist nach Cold Creek, Colorado. In diesem kleinen Ort wohnten im Trailer-Park die drogenkranke Claire und ihre beiden Töchter Mattie und Sadie.  May Beth Forster hat sich als eine Art Großmutter um die Mädchen gekümmert. Jetzt ist die dreizehnjährige Mattie tot aufgefunden worden und ihre große Schwester Sadie hat sich aufgemacht ihren Mörder zu töten. 

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    Im Wechsel mit den Kapiteln des Podcast berichtet uns Sadie von ihrer Suche. Nachdem ihre Mutter jahrelang Männer von ihren Sauftouren mitgebracht hat, verschwindet auch sie eines Tages und Sadie bleibt mit ihrer Schwester allein zurück. Damit Mattie nicht ins Heim muss, gibt sie die Schule auf und verdient Geld an einer Tankstelle. Nach Matties Tod macht sie sich auf und versucht einen Lover ihrer Mutter zu finden, in seinen LKW soll Mattie gestiegen sein. Sadie stottert und spricht deshalb wenig und überlegt viel. Sie ist gerissen und kennt viele Tricks um ihr Ziel zu erreichen. 

    Durch Sadies Erzählungen und den Recherchen des Reporters erfahren wir viel vom Leben der Schwestern. Keith, Darren oder wie immer der Kerl hieß, der sich an Frauen mit kleinen Mädchen ranmacht um die Mädchen zu missbrauchen, er wird von Sadie gefunden. Trotzdem bleibt die Geschichte offen, wir erfahren nicht, was aus Sadie wird. Auch für den Reporter ist das Ende nicht der Abschluss, auch er kann „nicht noch ein totes Mädchen ertragen.“

    Es war für mich nicht ganz einfach mich in das Buch hinein zu finden. Dann wurde es aber ungeheuer spannend. Die Erzählweise von Sadie, die immer ihr Manko, das Stottern, im Hinterkopf hat und die ganz anders denkt und handelt als ich, war sehr aufschlussreich für mich. Die Autorin hat sich in diese Figur hineinversetzt und kam sehr authentisch rüber. Ihre Sprache kann voller Liebe, zur Schwester, und voller Hass gegenüber Darren sein. Ein tolles Jugendbuch, dass die Qualen eines stotternden, missbrauchten, armen Mädchens zeigt, aber auch ihre Stärke, die leider aus der Rache erwächst. Ich hätte ihr einen lieben Menschen gegönnt, aber sie selbst ließ keine Nähe zu.

    Dagmar Mägdefrau

  • Promille + Beats

    Promille + Beats

    Dirk Petrick

    BVK LESEwelten

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Der Roman passt auf 78 Seiten und die kurzen Kapitel sind immer mit frei passenden Bildern untermalt. Die Schrift ist etwas größer, es gibt Abschnitte und einige wichtige Sätze sind fett gedruckt. Damit spricht das Buch auch ungeübte Leser an. Die Sprache orientiert sich an den Jugendlichen und Bens Hobby ist das Rappen.
    Ben lebt mit seiner Mutter und seinem Alkohol süchtigen Vater zusammen. Ein Familienleben im eigentlichen Sinne gibt es nicht.

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    Ben kann schon lange nicht mehr mit seinem Vater reden. Seine Mutter versorgt den Vater mit Alkohol und schützt ihn wo sie kann.  Ben leidet seht unter der Situation, er bringt keine Freunde mit nach Hause, weil er sich wegen seines betrunkenen Vaters schämt. Erst als er Liz  kennenlernt, kommt das Thema zur Sprache und letztlich ist nur die Trennung vom Vater eine Lösung.

    In den restlichen Seiten des Buches werden Unterrichtsideen angeboten, Aufgaben gestellt und hier findet man Informationen zum Thema.

    Dagmar Mägdefrau

  • Winterpferde

    Winterpferde

    Philip Kerr

    rowohlt rotfuchs

    Verlagsempfehlung ab 13 Jahre

    Ein sehr düsteres Buch, dass in der Ukraine im Kriegswinter 1941 spielt. In einen Naturreservat, dass ein deutscher Baron gegründet hat, leben die seltenen Przewalski-Perde. Urpferde, die  man schon an den Wänden der Höhlen der Steinzeitmenschen findet. Max, ein alter Tierpfleger kümmert sich um die wilden, unzähmbaren Tiere.
    Doch auf ihrem Rückzug aus Russland kommt die deutsche SS dort hin. Ihr Hauptmann ein Olympia-Reiter und angehender Jurist ist von der Rassenideologie der Nazis derart überzeugt, dass er diese Pferde, die nicht der deutschen Zuchtordnung entsprechen, ausrotten will. Befehl aus Berlin.

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    Diese Gruppe Soldaten hat in einem anderen Ort viele Juden erschossen, aber Kalinka konnte fliehen und hat jetzt 300 km zu Fuß zurückgelegt. Sie freundet sich mit dem übrig geblieben Paar Przewalski-Perde an. Und es ist spannend, wenn auch unglaubwürdig zu lesen, wie intelligent diese Pferde ihr bei einer neuerlichen gemeinsamen Flucht helfen.
    Kalinka findet in Max einen Freund und besonders die Liebe der Pferde lassen sie wieder an das Leben glauben. Zuletzt trifft sie noch auf einen deutschen Hauptmann, der sie sehr unterstützt und findet Kalinka, das nicht alle Deutschen schlecht sind. Am Ende singen die russischen Soldaten der roten Armee für sie das Lied, nach dem sie benannt wurde.

    Ein trauriges, spannendes, versöhnliches Buch über eine schlimme Zeit. Ich finde die Geschichten über die Pferde übertrieben, aber vielleicht habe ich auch nur zu wenig Ahnung von Pferden und besonders von Przewalski-Perde.

    Dagmar Mägdefrau

  • Nieder mit Hiltler – oder warum Karl kein Radfahrer sein wollte

    Nieder mit Hiltler – oder warum Karl kein Radfahrer sein wollte

    Jochen Voit

    Hamed Eshrat

    avant

    Ganz hinten im Buch ist ein Bild der Autoren mit Karl Metzner, dem Held dieser Graphic Novel. Karl lebte als Jugendlicher in Erfurt und war ein großer Fan des bekannten Radfahrers Erich Metzte. Er wohnt bei seinen Eltern, die das Hiltlerregime nicht unterstützen. Wie alle Jungen geht Karl zur HJ und lernt dort Jochen Bock kennen. Der ist zunächst ein begeisterter Anhänger Hiltlers und will schnellstens in den Krieg ziehen. Nach dem Tod seines Bruders kommen ihm Zweifel und so entsteht eine Gruppe aus fünf jungen Männern, die zunächst den „Feindsender“ hören.

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    Sie machen sich Gedanken und es entsteht der Wunsch zum Handeln. Sie schreiben auf ihrer Schreibmachine Flugblätter, die sie z.B. aus der Straßenbahn werfen. So kommt es, dass sie schnell gefasst werden. Aufgrund der Fürsprache ihres Lehrers kommt Karl nach der U-Haft wieder nach Hause. Dann wird auch er eingezogen und kommt in französische Gefangenschaft. Hier findet er zum Glauben und wird Pfarrer in der Lausitz.

    Das Buch hat eine zweite Handlung, diese Kapitel sind schwarz/weiß bebildert. 1960 wird Karl von der Stasi verhört und er soll seine Kirchenmitglieder bespitzeln. Seine Status als von den Nazis verfolgter wird gestrichen, jetzt war seine Tat nur noch ein Jungenstreich.

    Ich finde die Parallelen der beiden Diktaturen gut angelegt. Das Buch zeigt, unterstrichen durch die Bilder, in kurzen Dialogen die Situation in den 1940er Jahren und ab 1960 in der DDR.  Besonders Leser, die durch dicke Bücher abgeschreckt werden, finden in diesem Comic eine tolle Alternative die neue deutsche Geschichte mitzuerleben. Das Besondere ist natürlich, dass es sich um eine wahre Lebensgeschichte handelt. Ein Held, von dem wir noch bisher noch nichts gehört haben. 

    Dagmar Mägdefrau

  • Schreib, schreib, schreib – Die kreative Textwerkstatt

    Schreib, schreib, schreib – Die kreative Textwerkstatt

    Katarina Kuik

    Ylva Karlson

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Deutscher Jugendliteraturpreis 2018 "neue Talente"

    Ich hatte bislang nie das Bedürfnis ein Buch oder ein Gedicht zu schreiben. Natürlich reimt man schon mal was für einen Anlass oder schreibt eine kleine Geschichte auf. Aber nachdem ich in dieses Buch geschaut habe und die vielen Aufforderungen „Schreib ein Gedicht, in dem die Wörter sanft in den Ohren klingen“ oder „Löse ein Kreuzworträtsel. Schreibe eine Erzählung in dem alle eingetragenen Wörter vorkommen.“ gelesen habe juckt es doch ein wenig in den Fingern.

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    Am Anfang des Buches wird ein Würfel empfohlen und die Punkte bekommen Zuordnungen wie 1. unter einem Baum oder 6. unter dem Schreibtisch. So startet man erst mal.
    In diesem Buch wimmelt es vor Ideen und Vorschlägen. Junge Autoren berichten von sich und schreiben eine kurze Geschichte, erfahrene Autoren geben Ratschläge. Es werden Bücher zu bestimmten Stilen empfohlen. 

    Ich bin begeistert von diesen vielen Ideen und kann das Buch Jugendlichen, die gerne schreiben möchten nur empfehlen. Aber auch Lehrer können an Hand dieser besonderen Anregungen mal eine Arbeit anders aufbauen und damit vielleicht auch Schüler erreichen, die den Unterricht langweilig finden.

    Dagmar Mägdefrau 

  • Dieser Wilde Ozean den wir Leben nennen

    Dieser Wilde Ozean den wir Leben nennen

    Elisabeth Steinkellner

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    LUCHS des Monats September 2018 (ZEIT/ Radio Bremen)

    Die besten 7 Bücher für junge Leser (Deutschlandfunk), Oktober 2018

    Wir erleben 6 Tage im Leben von Simon und Antonia. So ist das Buch auch unterteilt. Diese Kapitel bestehen aus vielen kurzen Kapiteln, die meist mit einem Wort überschrieben sind. 

    Simon hat vor einiger Zeit einen Studenten im Zug getroffen und sich in ihn verliebt. Er weiß nur seinen Vornamen „Paulus“ und dass er in dieser Stadt wohnt. Simon zieht in ein einfaches Hotelzimmer und lernt die Studentin Vero, die an der Rezeption arbeitet kennen und auf einer Parkbank Antonia. 

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    Sie sucht nach ihrem verschwunden Bruder Joel, dessen Schicksal sich erst am Ende aufklärt. Ihr Freund Enno hat sehr viel Geduld mit ihr, trotzdem kann auch er irgendwann nicht mehr weiter und ist für Antonia nicht mehr zu erreichen.
    Antonia hilft Simon bei seiner Suche, die beiden Fremden können sich vieles erzählen und haben Verständnis für die Situation des anderen.

    Mir hat die Sprache dieses Buches sehr gut gefallen. Auch das große Vertrauen, dass die Eltern von Simon in ihren sechszehnjährigen Sohn haben, finde ich bemerkenswert. Überhaupt kommt Simon aus „normalen“ Verhältnissen. Er hat eine Schwester, die er sehr liebt, eine Oma, die sich kümmert und Eltern, die ihn unterstützen. Er hat auch Freunde, an die er oft denkt und mit denen er Kontakt hält.

    Auch Antonia hat eine gute Freundin und Enno, der sie sehr lieb hat. Nur ihr verlorener Bruder, der zwar sehr intelligent ist, aber sein Leben nicht meistern konnte, macht sie traurig. Er ist psychisch krank  und verschwindet einfach. Dadurch ist auch Antonias Verhältnis zu den Eltern geprägt.
    Am Ende gibt es nicht direkt ein Happy End, aber doch viel Hoffnung für die Zukunft.

    Ein Buch, das ich sehr empfehlen kann, weil hier die Gefühle und auch der Sex durch eine schöne Sprache beschrieben werden.

    Dagmar Mägdefrau