• Kotzmotz der Zauberer

    Kotzmotz der Zauberer

    Brigitte Werner

    Illustrationen von Birte Müller

    Verlag Freies Geistesleben

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Ich hatte das besondere Glück, dass mir der fluchende Zauberer und der zerzauste Hase von Brigitte Werner persönlich vorgestellt wurden. Es war eine zauberhafte Lesung, die Drittklässler waren sofort begeistert von den Worten, die der wütende Zauberer schrie: „Verstinkter Affenhintern in Puppssuppe“, war sein liebstes Schimpfwort.

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    Doch da taucht der kleine Hase auf und der liebt Worte wie „Samtkätzchenduftgestreichel“ oder ganz leise geflüstert „Monarosadella“.
    Der Hase begreift bald, dass der dunkel gekleidete Zauberer in seinem dunklen Haus sitzt und traurig ist, weil er keinen Freund hat. Mit so einem Meckerfritzen will ja keiner befreundet sein, nein, alle Tiere fürchten sich vor seinen Wutausbrüchen.
    Nur der kleine Hase ist entschlossen, dem Zauberer ein guter Freund zu sein und da muss er einiges ertragen, aber er macht den Zauberer immer wieder darauf aufmerksam, dass sie beide etwas gelernt haben. So zum Beispiel, dass Wut sich gerne durch böse Worte äußert und dass an Tagen, die „Hasen-Knutsch-Kuss-Freunde-Klopfherz-Lieblingstag“ heißen, wunderbare Dinge passieren.

    Am Ende feiern alle Tiere, und Zauberer und Hase bekommen einen Namen.

    Ich habe, wie Sie sehen, sofort das ganze Buch gelesen und ein wenig habe ich das Streicheln des Hasen gespürt. Ja, Freundschaft und Nähe ist mit das Wichtigste im Leben. Ein Buch zum (ver)lieben, es zaubert ein Lächeln ins Gesicht des Lesers. Und ich finde, es gibt so viele Probleme auf der Welt, wenn wir ein wenig von den beiden lernen könnten, würde vieles schöner werden. Dazu kommt die wunderschöne Sprache und tolle Wortkreationen. Besonders das Streichelwort „Monarosadella“ sollten wir öfter flüstern.

    Frau Werner hat mir ins Buch geschrieben, dass sie mir so gute Freunde wünscht, wie der Zauberer und der Hase welche sind. Ich denke, die habe ich auf jeden Fall und ich bin sehr froh darüber.

    Dagmar Mägdefrau

  • Fünf Gramm Glück – Die Geschichte einer Brotdose erzählt von ihr selbst

    Fünf Gramm Glück – Die Geschichte einer Brotdose erzählt von ihr selbst

    Thilo Reffert

    Sonja Kurzbach

    Klett Kinderbuch

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Das Cover zeigt eine türkise Brotdose und wenn man das Buch aufschlägt sehen wir den Inhalt. Ein Brot, Trauben und Gurkenscheiben, immer im Querformat, passend zur Dose.
    Die Geschichte beginnt mit der Fertigung und der Verschiffung nach Deutschland. Mit dem Leben als Brotdose eines Erstklässlers.

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    Mit der Angst im dunklen Kühlschrank, dem Vergessen und Verloren werden. Aber auch über die Freude des Besitzers beim Wiederfinden. Alles banale Erlebnisse, die einfach schön erzählt werden. Und bisher hatte ich noch nicht das Glück eine Geschichte aus Sicht der Brotdose erzählt zu bekommen. Ich habe jetzt ein schlechtes Gewissen, dass meine Brotdose, seit ich nicht mehr arbeite, auch in der dunklen Schublade liegt.

    Es gibt viele Bilder zu den kurzen Kapiteln, als für Erstleser durchaus geeignet.

    Dagmar Mägdefrau

  • Anton auf dem Baum

    Anton auf dem Baum

    Michael Wrede

    minedition

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Ein gelbes Buch, gelbes Cover, gelber Einband, aber Innen wird es bunt. Der kleine  Anton erzählt uns erst einiges über sich. Vor den kurzen Sätzen ist er immer als Strickmännchen gezeichnet. Später lässt er Luftballons steigen und trifft Vögel, die auf einem Baum sitzen. Als er die fragt, ob er auch auf den Baum darf, machen diese es von Federn abhängig.

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    Vor dem Satz „Nur wer Federn hat, darf auf den Baum“ ist natürlich ein kleiner Vogel gemalt. Als Vorleser kann man gleich einen anderen Ton anschlagen. Als Anton später mit Federn an den Armen wiederkommt, sagen die Vögel „Alles belegt“. Wer kennt sie nicht diese schlimme Situation. Aber Anton meint nur „Macht nichts!“

    Leider wird es mit den anderen Tieren nicht besser, die Mäuse, die Frösche und die Igel gehen genau so böse mit ihm um.
    Dann trifft er auf einen anderen Jungen, der möglicherweise ein ähnliche Schicksal hat, denn er trägt Hasenohren und einen gestreiften Schwanz. Jetzt baut er eine Schaukel und lässt Anton problemlos mitmachen. Zum Schluss kommen die anderen Tiere und möchten auch auf den Baum und anders als die, lassen die beiden sie mitmachen „Ist doch genug Platz für alle.“

    Ein schön angelegtes Bilderbuch, dass die Moral nicht nach außen kehrt. Allerdings gibt es das Thema auch schon in dem Buch „Lullemu, wer bist du?“.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der Löwe in dir

    Der Löwe in dir

    Rachel Bright

    Jim Field

    magellan

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Eine winzig kleine Maus, die keiner sieht, möchte vom großen Löwen lernen wie man brüllt. Nur befürchtet sie, dass er sie schneller auf seinem Teller hat, als sie ihn ansprechen kann.
    „Der Gedanke daran war fürchterlich, doch willst du was  ändern, dann ändere dich.“

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    Es gibt aber eine Überraschung. Der Löwe hat Angst vor der Maus! In diesem Moment steckt ganz viel Magie: „Die Maus fühlte sich plötzlich so groß wie noch NIE.“ So kommt es, dass beide Freunde werden und gemeinsam auf dem großen Stein sitzen, der vorher dem Löwen vorbehalten war.

    Ein Buch in Reimen, die nicht immer ganz rund sind, aber wunderschön zum Vorlesen. Da probieren wir alle mal, wie der Löwe brüllt. Und ganz besonders gefallen mir die schönen Bilder. Auf ihnen ist viel zu sehen, sicher auch beim zehnten Mal.

    Dagmar Mägdefrau

  • Emily, der Wind und die Wellen

    Emily, der Wind und die Wellen

    Andrea Reitmeyer

    Jumbo

    Leseempfehlung ab 3 Jahre

    Ich bin, wie immer bei Andrea Reitmeyer, von den realistischen Bildern begeistert. Diesmal geht es zunächst um den Deich und die Schafe darauf, die Kühe dahinter und dem Meer davor. Es gibt viele Vermutungen, aber erst der alte Seemann kann Emily erklären, warum es Deiche gibt.

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    Eine Springflut setz den ganzen Spielplatz unter Wasser und das Piratenschiff steht dadurch im Meer-ein wunderschönes Bild. Am Ende zeigt Emily der Kuh, was hinter dem Deich ist. „Und die staunt nicht schlecht!“

    Meine einzige Kritik ist wieder typisch Mutter, wie kann das Kind bei dem Wetter ganz alleine unterwegs sein? Beinahe wäre sie, wie der fliegende Robert, mit ihrem Schirm davon geflogen. Trotzdem ist das Buch sehr lehrreich und zeigt auf spielerische Art, wie es mit Wind und Wellen aussieht. Ganz hinten gibt es noch die Erklärung zu Ebbe und Flut, und damit kann man das Buch sicher auch älteren Kindern vorlesen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Robin Cat – Die echt katzenstarke Rettung der Minigiraffen

    Robin Cat – Die echt katzenstarke Rettung der Minigiraffen

    Christian Seltmann

    Christine Kugler

    Arena

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Schon das Cover ist sehr schön gemacht, Robin kann man fühlen und sein Körper ist lackglänzend gestaltet.  Auf dem Einband finden wir die geheime Karte von Mumpitz. Und dann geht es los. Robin sitzt Gitarre spielend auf einer Hängematte, singt und isst Kartoffelchips. Man ist uneins, ob Robin der beste Musiker, der stärkste Kater oder der größte Nichtsnutz auf Mumpitz ist.

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    Aber alle haben recht, denn Robin ist auch der einzige Kater auf Mumpitz. Als er gerade an seiner Kartoffelchipsmaschine steht, muss er feststellen, dass die Currysoße fehlt. Meister Ming der alte Mäuserich hat keinen Curry mehr. Da taucht ein Minigiraffen-Kind auf, dass keinen Curry dabei hat, weil sie ihre Herde verloren hat.

    Warum die Minigiraffe einen Knoten im Hals hat, erklärt sich mir nicht, möglicherweise ist das der Grund für die Spezies Mini-Giraffe?
    Dann geht das Abenteuer los. Wenn alle sich fürchten, bleibt Robin ganz cool und mangt die Lage.  Am Ende sitzen alle singend am Lagerfeuer und es gibt Kartoffelchips, natürlich mit Currysoße.

    Ein lustiges Abenteuerbuch mit vielen kleinen Gags und schönen Bildern. Dreijährige müssen aber schon etwas Vorleseerfahrung mitbringen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Kater Paul und der rote Faden

    Kater Paul und der rote Faden

    Andrea Reitmeyer

    Jumbo

    Leseempfehlung ab 3 Jahre

    Paul ist ein schöner roter, knuddeliger Kater. Er schaut schon ganz vorwitzig vom Einband auf den Leser. Er verfolgt einen roten Faden, der ihn vom Garten ins Haus lockt. Der Faden lockt ihn sogar vom Futternapf weg. Paul wirft ein Wasserglas um und verfängt sich zuletzt völlig im Fadengewirr.

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    Nachdem wir noch Lilly, ein Mädchen kennenlernen, schläft Paul erschöpft mit dem Wollknäul in seinem Körbchen ein.

    Die Einbandseiten vorne und hinten informieren den Leser über den Kater Paul und seine Bedürfnisse.
    Ein liebevoll gemaltes Buch, jedes Detail zeigt die Liebe zur Natur und zum Kater. Es bringt den Kindern gezielt ein Tier näher und erzählt dabei eine kleine Geschichte in kindgerechten Reimen. Das ist wieder ein tolles Buch von Andres Reitmeyer, das unseren zuhörenden Kindern viel Freude machen wird.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der Eisbär

    Der Eisbär

    Jenni Desmond

    aus dem Englischen Sophie Birkenstädt

    Aladin (Carlsen)

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    „Es war einmal ein Mädchen…“ so fängt dieses Bilderbuch an und es ist keine Märchen, sondern ganz klar ein Sachbuch über Eisbären.
    Das Mädchen liest viele Informationen über diese Tiere und wir sehen sie auf den fast fotografischen Bildern aus der Arktis.

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    Wir erfahren, dass ein Eisbär ungefähr dieselbe Körperlänge wie zwei sieben Jahre alte Kinder hat. So erfahren wir viel aus dem Leben des Eisbärs und erfahren auch von der Bedrohung durch den Klimawandel.

    Aber wir sehen auch was der Eisbär frisst und dass das eine blutige Sache ist. Zuletzt hören wir von der Paarung und der Aufzucht der Jungen.  

    Ein sehr informatives Buch mit wunderschönen Bildern.

    Dagmar Mägdefrau

  • Die Welt der Berge

    Die Welt der Berge

    Dieter Braun

    Knesebeck

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Das Cover zeigt uns die Bergwelt mit den entsprechenden Tieren, dann folgt eine Grafik der höchsten Berge, danach die Einladung des Autors mit ihm die Berge zu entdecken und  nach dem Inhaltsverzeichnis geht es los. Zunächst wird die Frage „Was ist ein Berg?“ beantwortet, nach der Erklärung seiner Entstehung lernen wir die höchsten Berge kennen und erfahren, dass es auf dem Mars einen 26.400m hohen Berg gibt.

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    Und wo es Berge gibt, gibt es auch Menschen, die sie besteigen. Da gibt es wieder umfassende Informationen. Berge werden uns vorgestellt, ebenso seine Bewohner, die Entstehung und Beschaffenheit von Gebirgen sind Thema, aber auch ihre Gestaltung. Quer durch alle Kontinente einschließlich der Antarktis beschreibt das Buch alles, was es zu dem Thema Berg zu wissen gibt. Zuletzt geht es um die Umwelt, denn auch den Bergen tun zu viel Menschen nicht gut. Mit einer Weltkarte und der Lage der wichtigsten Berg schließt das Buch nach 93 Seiten.

    Reichlich Information wird durch ruhige Bilder begleitet. Für Bergfans ein Muss, für alle anderen ein tolles, informatives Buch.

    Dagmar Mägdefrau

  • Bienen

    Bienen

    Piotr Socha

    Gerstenberg

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Deutscher Jungendliteraturpreis 2017

    Ein beeindruckendes großes Bilderbuch in dem wohl wirklich ALLES über Bienen steht. Ganzseitige Bilder mit einem erklärenden Text quer durch alle Zeiten und Kontinente. Wussten Sie,  dass Napoleon die  Bourbonische Lilie durch Bienen in seinem Wappen ersetzten lies?

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    Oder dass es Wanderimker gibt, die der Blüte mit den Bienen nachreisen.

    Ich muss allerdings zugeben, dass Bienen nie mein Hauptwissensgebiet war, aber durch dieses Buch habe selbst ich einiges gelernt. Und wir wissen ja Sachbücher begeistern Jungen ganz besonders.

    Dagmar Mägdefrau

  • Ich kenn ein Land, das du nicht kennst …

    Ich kenn ein Land, das du nicht kennst …

    Martina Badstuber

    Tulipan

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    „Ich kenn ein Land, das du nicht kennst, da tragen die Kamele Büchereien auf dem Rücken, und dieses Land heißt: Kenia.“ Na, hätten Sie das gewusst?
    Da es dort viele Nomaden gibt und die Kinder nicht zur Schule gehen können, schleppen die Kamele den Lesestoff in die abgelegenen Dörfer.
    Und so geht es rund um dem Globus. Zu vielen Ländern weiß die Autorin Ungewöhnliches. Für mich war fast alles neu. So steht in Norwegen jeder Kuh per Gesetz eine Matratze zu.

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    In Japan können Krähen Fußball spielen und in Großbritannien gibt es Tierheime für alkoholkranke Esel.
    Ein wenig macht es den Eindruck, als wären die Informationen zufällig aneinandergereiht. Es gibt zu jedem Land eine Karte (Lage in der Welt) und Informationen wie Hauptstadt usw. Zu Ende jedes Kapitels gibt es noch eine kleine Frage.

    Es macht ungeheureren Spaß das Buch zu lesen und vielleicht kann man mit dem Wissen mal protzen. Sicher kann man mit diesem Buch auch große Kinder und Erwachsene locken.

    Dagmar Mägdefrau

  • Was passiert mit Hilde Mück?

    Was passiert mit Hilde Mück?

    Susanna Maibaum

    Illustration: Kirsten van Alphen

    Fachverlag des deutschen Bestattungsgewerbes

    Für Kinder von 6 bis 12 Jahren und für Erwachsene, die berührbar geblieben sind.

    Nachdem ich mit Frau Maibaum Kontakt aufgenommen hatte, wies sie mich auf ein besonderes Buch hin, dass sie geschrieben hat. Aufgrund des Verlages kann mann sich schon vorstellen, worum es in dem kleinen Büchlein geht.
    Hilde Mück, zu deren Alltag schon eine Pflegerin gehört, verstirbt nach einem glücklichen Besuch ihrer Familie, morgens friedlich in ihrem Bett. Die Pflegerin benimmt sich sehr einfühlsam und macht die Verstorbene für die Verabschiedung durch ihre Familie zurecht.

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    Nach dem Abschiednehmen in der Wohnung erfolgt die Versorgung des Leichnams von Frau Mück bis zur Bestattung. Alles wird sehr schön beschrieben und zusätzlich gibt es Informationskästchen, die manche Begriffe näher erläutern.
    Es handelt sich um eine evangelische Bestattung. Es wird aber auch darüber gesprochen, dass es andere Möglichkeiten gibt.

    Das Buch behandelt ein heikles, für viele beängstigendes Thema auf eine sehr einfühlsame Art. Kinder haben nun mal viele Fragen, auch zum Sterben und ich denke mit Hilfe dieses Buches kann man vieles erläutern. Vielleicht kann man auch selbst für sich etwas dazu lernen. Ich selber habe in den letzten Jahren mit der Organisation von Bestattungen zu tun gehabt und weiß, dass das nicht immer so einfach ist.

    Dagmar Mägdefrau

  • Ritter & Burgen – Ein Buch der Serie „Leselauscher“

    Ritter & Burgen – Ein Buch der Serie „Leselauscher“

    Hans-Jürgen van der Gieth

    BVK und Mayersche

    Empfehlung 7 bis 9 Jahre

    Was man nur wissen möchte, über Ritter und Burgen ist in diesem Buch zusammen getragen worden. Es gibt viele Fotos, Zeichnungen und Skizzen, die Comicfigur Konrad, 8 Jahre, führt uns durch das Buch. Da wird über Schule und Ausbildung zum Ritter berichtet, die Entwicklung zur Burg aufgezeigt.

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    In der Mitte des Buches kann man zwei Seiten augklappen auf der großen Seite die Bestandteile einer Burg kennen lernen. Es gibt infos über Feste, Tuniere, Waffen, das Recht und über Steuern.
    Auf den letzten Seiten gibt es die Anregung selbst ein Ritterfest zu feiern. Zusätzlich gibt es einen Bastelbogen, der vielleicht etwas einfach gestaltet, aber durchaus nutzbar ist.

    Die CD, die mitgeliefert wird, liest den Text vor. Sicher macht das das Buch für nicht so gute Leser interessant. Und ich finde, wenn Kinder auf diesem Weg zum Buch kommen, ist das auch eine Möglichkeit.

    Dagmar Mägdefrau

  • Im Jahr des Affen

    Im Jahr des Affen

    Que Du Luu

    Königskinder-Verlag

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Die besten 7 Bücher für junge Leser (Juni 2016) – White Ravens 2016, Nachwuchspreis 2016 der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur

    Nominiert für den Jugendliteraturpreis 2017

    Zu Anfang kam ich etwas schlecht rein. Irgendwie war das nicht so richtig rund für mich. Eine junge Asiatin ging in Herford mit ihren Freundinnen in die Disco, ärgerte sich über ihren Pickel, trank zu viel Bier und machte sich an den Schwarm der Freundin ran.
    Aber dann bekam der Vater einen Herzinfarkt und nur mit Hilfe des aus Australien angereisten Onkels Wu war Mini in der Lage das Restaurant des Vaters weiterzuführen.

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    Dann erfährt der Lesende, dass die, als Dreijährige aus Vietnam als Bootpeople geflüchtete Chinesin, eine Banane ist: Außen gelb und innen weiß.
    Und so erleben wir sie auch. Sie hat nie wirklich mit dem Vater gesprochen, kann sich an die Flucht oder das Leben davor nicht erinnern. Sie kennt weder chinesische Bräuche noch die kann sie die Sprache richtig sprechen, lesen schon gar nicht.

    Das bringt uns ein wenig den Menschen näher, die sich in unserem Land zwar fast deutsch fühlen, aber durch ihr Aussehen als Fremde behandelt werden. Dabei sind Mini unsere Sitten näher, als die ihrer Ahnen. Der Vater hat keinen richtigen Glauben, ist aber für alles andere, wie Weihnachten, offen. Aber der Tochter fehlt der Halt ohne Geschichte und ohne Glauben.
    Dabei lebt in Australien die ganze restliche Familie und das sind viele Tanten und Onkel. Doch der Vater wollte dem Kind die Freunde nicht nehmen, die sie hier gefunden hat und betreibt deshalb mehr schlecht als recht sein Lokal.

    Ich habe viel gelernt über Chinesen, die wir ja alle aus dem Chinarestaurant kennen, die wir dort aber nur als „Diener“ wahrnehmen. Die menschlichen Schicksale bleiben uns verborgen und wir haben auch nie danach gefragt. Wie auch, der Kellner kennt nur seine Karte und spricht sonst kein Deutsch.

    Ein wirklich interessantes und spannendes Buch, dass ich jedem nur empfehlen kann, gerade, weil wir uns über die „Nichtintegrierten“ wundern.

    Dagmar Mägdefrau

  • Layers

    Layers

    Ursula Poznanski

    Loewe

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Dorian lebt auf der Straße und wird, als er glaubt, er habe einen anderen Obdachlosen umgebracht, von Nico gerettet.
    Der bringt ihn in die Villa von Bornheim, der die Jugendlichen aufnimmt und ihnen alles bietet, was sie brauchen. Lediglich der Zugang zum Internet ist ihnen versagt. Dafür verteilen die Jungen und Mädchen Flyer in der Stadt. Sie werden hingebracht, Mittags wird ihnen essen geliefert und am Abend werden sie abgeholt. Sie dürfen allerdings die 10 Schritte Zone nicht verlassen.

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    Dorian verliebt sich in Stella, die auch in der Villa lebt. Nach einiger Zeit bekommt Dorian einen neuen Job. Er soll bestimmten Personen ein Werbegeschenk übergeben. Das ist, unter den vorgegebenen Bedingungen, nicht immer einfach. Und irgendwann gelingt es ihm nicht das Päckchen zu übergeben.

    Damit ist er wieder auf der Straße und in dem Paket ist eine Brille. Mit der eingeschalteten Brille sieht Dorian die Layers (Schichten, hier: projizierte Daten zu Personen, Gebäuden oder Firmen). Damit beginnt die Jagd und alles ist nicht so, wie es scheint.

    Ein spannender Jugendroman mit viel Technik, aber auch Gefühl.

    Dagmar Mägdefrau

  • City Crime – Pelzjagd in Paris

    City Crime – Pelzjagd in Paris

    Andreas Schlüter

    Tulipan

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Sicher macht diese Buch Lust auf einen Kurztrip nach Paris, um all die interessanten Schauplätze zu bestaunen. Leider hat mich der Krimi nicht so ganz überzeugt. Finn und Joanna sind mit dem Vater in Paris, da der aber beruflich eingebunden ist soll sich Lilou, die Tochter eines Freundes, um die beiden kümmern.

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    Leider hat sie viel anderes zu tun. So schleppt sie die zwei zunächst auf eine Modenschau. Dort macht Lilou Bilder von den pelztragenden Models und die beiden Hobbydetektive vermuten sofort einen neuen Fall. Es geht um Pelze, die von Pelzfarmen stammen, wo die Tiere schlecht gehalten werden und sogar um den seltenen Schneeleoparden.

    Finn und Joanna ermitteln fleißig mit und begeben sich dabei in Gefahr.
    Man lernt einiges über dieses grausige Fellgeschäft und über Paris, spannend ist die Geschichte auch, trotzdem empfinde ich sie etwas gezwungen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Davids Geschichte

    Davids Geschichte

    Susanna Maibaum

    BVK Lesewelten

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Ich gebe zu, mein erster Gedanke war „wieder ein Buch über Juden im Dritten Reich“. Aber auf den 130 Seiten dieses Buches wird das Thema etwas anders angegangen.
    Der zwölfjährige David erfährt von seinem Großvater, dass er, als er in seinem Alter war, einen jüdischen Freund Namens David hatte, der dann 19.10.1941 plötzlich verschwand. Und David versucht mit Hilfe eines Rabbis und seiner Eltern diesen verlorenen Freund zu finden.

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    Ich empfinde diese Geschichte einfach als besonders rund. Es bleibt nichts offen, auch die Gedanken des Großvaters, damals und heute, sind ein Thema. Nebenbei erfahren wir einiges über den jüdischen Glauben und sicher werden einige Leser im Internet suchen, genau wie David.
    Und dann ist da noch die Geschichte mit dem neuen Schüler aus China. David erkennt da Parallelen zur Situation des Großvaters in den Kriegsjahren und er lernt daraus.

    So muss ich nach der Lektüre von Davids Geschichte sagen: Ein wirklich schönes Buch und danke an Frau Maibaum, das sie es geschrieben hat.

    Dagmar Mägdefrau

  • Hier kommt keiner durch

    Hier kommt keiner durch

    Isabel Minhós Martins

    Illustrator: Bernardo P. Carvalho

    Klett Kinderbuch

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Deutscher Jungendliteraturpreis 2017

    Gustav-Heinemann-Friedenspreis 2017

    Da fällt mir der Satz ein, der beim Betrachten moderner Kunst gerne benutzt wird „das hätte ich auch malen können“. Die Zeichnungen der Figuren sehen so aus, wie von Kindern gemalt. Dicker Filzstift, sehr bunt mit ausgeprägten Nasen.
    Unter dem Titel sehen wir den General zu Pferd, der klar macht „von jetzt an und für immer – ich der Bestimmer!“

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    Und da steht auf der ersten Seite der Soldat, der den Befehl hat keinen auf die weiße rechte Seite zu lassen. Es tauchen immer mehr Menschen und Tiere auf, die das sinnlos finden. Als der Aufpasser dann doch das Betreten der rechten Seite erlaubt, taucht der wütende General mit erhobenem Schwert und seinen Soldaten auf. Aber die Menge macht den Aufpasser zu ihrem Helden, sie stärken ihm den Rücken. Die Soldaten laufen über und der General verliert die Macht. Als die Menge weg ist, bleibt der Aufpasser-Held mit vielen verlorenen Sachen zurück und fragt sich „Wer möchte schon Held in einem Bilderbuch sein?“.

    Sicher haben 4-jährige Spaß an den verschiedenen Figuren, ältere Kinder werden sicher auch über die politische Aussage dieses Buches diskutieren können. Ein nicht alltägliches Bilderbuch.

    Dagmar Mägdefrau