• Auf Kaperfahrt mit Störtebeker – Spannende Graphic Novel aus der Hansezeit

    Auf Kaperfahrt mit Störtebeker – Spannende Graphic Novel aus der Hansezeit

    Till Lenecke

    Hinstorff

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    So richtig warm werde ich mit dieser Art Buch nicht. Vielleicht habe ich nicht den geschulten Comic-Blick. Ich kann oft die Personen, in schwarz/grau gezeichnet, nicht voneinander unterscheiden. Erst am Ende wurden die handelnden Personen vorgestellt. Der Text ist sparsam und ganz am Ende, in der Erklärung zu den Kapiteln, wurde mir einiges klarer.

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    Ich lese wahrscheinlich zu gerne, dass ich mich mit dem Wenigen ungern zufrieden geben mag. Trotzdem macht das Buch Weniglesern sicher viel Freude und macht sie neugierig auf die Seefahrt im Mittelalter, die sicher nicht romantisch, sondern böse und brutal war. Das versuchen die Zeichnungen auch zu vermitteln.

    Dagmar Mägdefrau

  • Kinshasa Dreams

    Kinshasa Dreams

    Anne Kuschnarowas

    BELTZ & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Friedrich-Gerstäcker-Preis für Jugendbücher 2014

    Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher 2013

    Das Buch ist aus dem Jahr 2012 und gerade heute wieder ganz aktuell. Jengo, jetzt wird er Iron Joe genannt, und steht als Boxer in Deutschland vor dem alles entscheidenden Kampf. Schon seine Geburt in Zaire, jetzt Demokratische Republik Kongo, war ein Kampf ins Leben. Ein fester Pol in seinem Leben ist sein Großvater, der ihn auch zum Boxen bringt.
    So gibt es im Buch zwei vorrangige Themen: einmal die politische und persönliche Situation, die letztendlich zur Flucht führt und zu anderen sein Aufstieg zum Boxer.

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    Sein großes Idol ist Muhammad Ali, der in Kinshasa am 30.10.1974 seinen Weltmeistertitel  beim „Rumble in the Jungle“ zurückeroberte. In diesem inzwischen herruntergekommen Stadion macht Jengo seine erste Boxerfahrung.

    Da sein familiäre Situation sich dramatisch verändert, flüchtet der Junge mit einem Freund in einem Flugzeug. Leider bringt ihn dieses nicht in die Freiheit, sondern nach Ägypten. Nach einer aufregenden Zeit dort, gelingt es ihm nach Libyen weiter zu kommen und von dort geht es mit dem Schiff nach Italien. Leider wird er von dort wieder zurück geschickt. „Wäre er doch besser auf dem Meer verreckt.“

    Seine zweite Flucht über die Balkanroute wird nicht mehr so eindringlich geschildert. Aber sein aufregendes Leben in Paris, wo er hofft, seine Mutter zu finden. Letztendlich findet er aber seinen Weg als Boxer und steht, so beginnt ja das Buch, vor seinem Kampf.

    Nach seinem Tod wird ja wieder viel von Muhammad Ali berichtet und so hat das Buch damit seinen zweiten aktuellen Aufhänger. Sicher ein Buch für männliche, jugendliche Leser, aber durch die Beschreibung der Flucht auch für Erwachsene interessant.

    Dagmar Mägdefrau

  • Dies hier ist kein Tagebuch

    Dies hier ist kein Tagebuch

    Erna Sassen

    aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf

    Verlag Freies Geistesleben

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Nominierung Jugendliteraturpreis 2016, Kategorie: Preis der Jugendjury und Jugendbuch

    Ein Buch mit schwarzem Einband zu einem dunklen Thema bei Jugendlichen: die Depression – liegt vor mir. Hier ist es der Autorin gelungen, dieses Problem in ungewöhnlicher Weise für die jungen LeserInnen verständlich zu machen.

    Der 16-jährige Boudewijis, genannt Bou, verweigert fünf Jahre nach dem Tod seiner damals psychisch kranken Mutter alles, was das Leben lebendig macht.

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    Bou schreibt dazu: „Nicht zur Schule gehen, nicht essen, nicht schlafen, nicht reden, nicht wollen, nichts wollen, einfach überhaupt NICHTS ….“ (S. 5/6)

    Diese Worte sprechen eine deutliche Sprache! Der Vater entwirft eine ungewöhnliche Therapie, um dem Sohn zu helfen, sich selbst die Tür zu einem positiven, zufriedenstellenden Leben wieder zu öffnen: er legt ihm ein leeres Heft und einige CD ́s in sein Zimmer und stellt ihm ein Ultimatum: entweder tägliche Eintragungen sowie Anhören von Musik oder aber Einweisung in die Psychiatrie! Bou akzeptiert das Heft und ist mit seinen Worten teils sehr ehrlich und selbstkritisch; beschreibt sich z.B. als „Weich-Ei“. Mit der Musik hat er jedoch zunächst große Schwierigkeiten: „Therapiemusik“ mit dem „heiligen Gesabber mit „gewaltigen Orchestern“ – er will keine „Rollatormusik“ !

    Nachdem er mit dem Vater darüber gesprochen hat liegt am nächsten Morgen ein kleiner Stapel weiterer CD ́s vor seiner Zimmertür. Ein verständnisvoller Vater, sowie seine Tante Marjan und seine kleine Schwester Fussel, zu der er eine intensive, liebevolle Beziehung hat. Sie zeigt ihm ihre rührend naive Liebe auch immer mal wieder zwischendurch mit kleinen Aufmerksamkeiten! Außer in dieser seiner kleinen Familie befindet er sich außerhalb jeglicher sozialen Gemeinschaft. Im Verlaufe des Buches ändert sich dies ein wenig durch einen unregelmäßigen kleinen Briefwechsel mit einer Freundin. Die Reaktion des Vaters auf Bou ́s ersten Eintrag: „Für Unbefugte verboten“: „Ich muss es nicht wirklich lesen. Ich meine einfach nur, dass du ab und zu jemandem zeigen musst, dass du etwas hinein schreibst. Marjan oder Fussel zum Beispiel.“ (S. 7)

    Die Eintragungen des Jungen sind allesamt sehr aufschlussreich: sie zeichnen das Bild eines Jugendlichen, der fast alles negiert, in dessen Kopf aber ein großer Mix an splitternder Gedanken zu Themen wie Altenheim, Extremisten, Alkohol, Samenspenden ….arbeitet.

    Seine letzten Worte in seinem Heft: „War eigentlich gar keine so schlechte Idee von meinem Vater. Kein Tagebuch zu führen. Morgen kaufe ich ein neues. (Oder nächstes Jahr).“

    Ein sehr anspruchsvolles Buch, in welchem das Einfühlungsvermögen der jugendlichen LeserInnen stark gefordert und gefördert wird!

    Annette Heine

  • Wer morgens lacht

    Wer morgens lacht

    Mirjam Pressler

    Beltz Verlagsgruppe

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Ich habe beim Lesen oft an das Verhältnis meiner Töchter zueinander gedacht.
    Auch da gab es Vorwürfe und Eifersucht, die für mich nicht erklärbar waren.

    Aus Annes Sicht wurde ihre Schwester immer bevorzugt konnte machen, was sie wollte. Die Eltern gaben immer nach. Nach ihrem Verschwinden versucht Anne ihre Schwester zu ersetzen, zu imitieren. Aber sie bleibt doch Anne.

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    Vieles klärt sich im Lauf des Buches, zum Teil auch das Verhältnis zu den Eltern. Zurück bleibt eine Schwester, die ihre Schwester hasst und liebt und in der immer ein Teil von ihr bleiben wird.

    Mich hat dieses Buch von Frau Pressler sehr angesprochen, obwohl mir auch einiges fremd blieb.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der Sternenhase

    Der Sternenhase

    Martin Klein

    Jochen Sturmann

    Tulipan Bilderbuch

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Diese Geschichte berichtet, wie es dazu kam, dass ein Hase die Himmelsbilder hütet. Der Hase fühlt sich zum Hüten berufen und die Tiere, die er hütet, werden immer größer und alle Hirten, vom Hütehund bis zum Cowboy, sind von seinem Können begeistert.

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    Leider gibt es immer einen „Chef“, der sich gegen den Hasen ausspricht. Als der Hase bei den größten Tieren, den Elefanten angekommen ist, versuchen die ihm zu helfen. Die Lösung ist, der Hase muss den Himmel hüten.

    Die Bilder sind sehr großflächig und realistisch gezeichnet. Sie werden ergänzt durch Sternenbilder und machen das Bilderbuch ein wenig zu einem Sachbuch. Immer, wenn der Hase Nebo sich verabschiedet, stubst er dem Freund auf die Nase. Dieser Vorgang rundet die einzelnen Episoden ab.

    Dagmar Mägdefrau

  • Prinz Franz – total Papa

    Prinz Franz – total Papa

    Text: Angeika Glitz

    Illustration: Annette Swoboda

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Vielleicht kennt ihr den Franz auch schon aus „Total verliebt“? Ich fand ihn dort schon liebeswert und jetzt muss er auf eine ganze Kinderschar aufpassen. Gerda, seine Frau, liegt mit Rückschmerzen auf dem Sofa und Franz soll Medizin kaufen. So zieht er mit dem Lämmchen los und weil er wieder keine Brille trägt, gerät die Gesellschaft in die falsche Richtung.

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    Die Schnukies sind begeistert von dem Nachwuchs und wollen ihn behalten. Aber als Franz ihnen erzählt, wie viel Arbeit die Kleinen machen, sind sie schnell verduftet. Zu Hause geht es Gerda auch durch die Medizin besser, ein kinderfreier Tag hat gereicht. So endet der Tag in der Wanne und Franz massierte Gerdas Rücken und sie seufzte vor Entzücken.

    Ich bin nach wie vor der Meinung, richtigen Spaß haben wir Erwachsenen an diesen Büchern. Schon die Reime haben ein Augenzwinkern, das die Kinder nicht bemerken (sollten).

    Dagmar Mägdefrau

  • Kleine Katze, komm zurück!

    Kleine Katze, komm zurück!

    Morgane de Cadier

    Florian Pigé

    Jumbo

    Leseempfehlung ab 4 Jahre

    Da leben auf einer Insel in der Stadt mit den großen Häusern feine Katzen mit guten Manieren. Da es dort ständig regnet, sind die Katzen immer mit Regenschirmen unterwegs. Sie sind elegant gekleidet und benehmen sich sehr gut.
    Auf der Nachbarinsel scheint immer die Sonne und eines Tages kommt eine kleine Katze herübergeschwommen und bringt alle feinen Katzen mit ihrem schlechten Benehmen gegen sich auf. Sie wird auf ihre Insel zurückgeschickt.

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    Da fällt noch mehr Regen und die Straßen und Häuser werden überschwemmt und da die Katzen nicht schwimmen können, rufen sie die wilde Katze zurück. Diese hilft ihnen und bringt ihnen das Schwimmen bei. So können sich sie Katzen der beiden Inseln besuchen und werden Freunde.

    Die Bilder sind einfach, wie gedruckt, die Katzen etwas steif. Trotzdem können sie die Stimmung gut wiedergeben. Die Texte sind sehr kurz gehalten.

    Leider verstehe ich die Moral dieser Geschichte nicht so ganz. Manchmal denke ich an Fremde, Ausländer vielleicht, dann an Außenseiter, Sonderlinge. Wenn wir wild sind und uns nicht an die Normen halten, können wir die Anderen retten? Aber vielleicht ist es nur ein schönes Bilderbuch und es hat gar keinen Anspruch auf eine Moral. Der Einband sagt: „Ein poetischer Bilderbuchschatz über die Vielfalt unserer Welt“.

    Dagmar Mägdefrau

  • Roberta – Die Prinzessin in der Krone

    Roberta – Die Prinzessin in der Krone

    Verena Pavoni

    dtv atlantis

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Die Prinzessin Roberta trägt ihre Krone nicht, sondern sie wohnt darin. Ihre Zeit vertreibt sie damit die Zacken zu zählen, es sind mindestens hundert, wenn nicht gar tausend.
    Bis Mister Bo, ein Hund, ihr erklärt, dass sie sich im Kreis dreht und die Krone nur 12  Zacken hat. Zuerst ist Roberta wütend und dann wird ihr langweilig.

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    So kommt es, dass sie über den Zackenrand steigt und in die Welt geht. Mr. Bo zeigt ihr bei einem Spaziergang, was es zu entdecken gibt. Und der Leser sieht die Bilder ohne Text und kann selbst eine Geschichte dazu erfinden. Leider regnet es und die Abenddämmerung kommt. Robert gefällt das alles gar nicht. Sie will nach Hause. Schließlich schläft sie unter einem Baum ein. Am Morgen trifft sie auf den keinen König Klee, der wie sie die Zacken seiner Krone zählt. Auch er wird wütend, als sie ihm erklärt seine Krone habe nur 9 Zacken. Beide gehen zurück zu Robertas Krone, die wurde zwischenzeitlich gedreht und hat jetzt Eingänge zwischen den Zacken und am Ende feiern alle ein großes Fest und haben Spaß.

    Die Zeichnungen sind sehr realistisch, Roberta trägt Biedermeier, obwohl die Umwelt modern ist. Ein Buch in dem es einiges zu entdecken gibt, das man dann interpretieren kann.

    Dagmar Mägdefrau

  • Götz von Grützwurst und der Mutigste von allen

    Götz von Grützwurst und der Mutigste von allen

    Barbara Rose

    Sascha Moraweitz

    annette betz

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Leider muss ich sagen, dass dieses Buch so ist, wie sein Titel. Die Bilder sind sehr schrill. Die Menschen und die Tiere wirken wie Karikaturen. Rudi der Sohn des Schmieds macht sich auf  und will sich bei Götz von Grützwurst als Knappe bewerben. Dank seiner zahmen Ratte, die auch sprechen kann, kann er sich gegen die anderen Bewerber durchsetzten.

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    Nur den letzten Zweikampf hat er verloren, da er sich zwar mit Schwertern aber nicht mit dem Kämpfen auskennt. Da rettet er den Ritter vor einer Spinne und bekommt den Job als Knappe.
    Ich finde die Geschichte etwas einfach gestrickt, kann mir aber vorstellen, dass er Kinder gibt, die sie deshalb mögen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der Mann, der noch an den Klapperstorch glaubte

    Der Mann, der noch an den Klapperstorch glaubte

    Thomas Rosenlöcher

    Maja Bohn

    Hinstorff

    Verlagsempfehlung 5 Jahre

    Ich habe dieses Bilder-Buch auf der Buchmesse 2008 in Leipzig entdeckt und war vor allem von den Illustrationen hingerissen. Das Buch hat ein Hochformat; sonst hätte die dicke Frau auch nicht hineingepasst. Sie sprengt förmlich mit ihrer Fülle die Bildseiten.
    Und wenn sie den Nachbar auslacht, weil er Zucker für den Klapperstorch auf die Fensterbank legt, damit der Storch ihm ein Kind bringt, dröhnt ihr Lachen aus dem Buch in mein Zimmer.

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    Hier ziehen sich die Gegensätze förmlich an:
    Er = dünn, schüchtern, leise, naiv
    Sie = dick, zupackend, laut, wissend

    Wenn ich dieses Buch Kindern vorgelesen habe, zweifeln sie stark daran, dass ein Mann so dumm sein kann. Doch wenn der Mann und die Frau am Ende eine kleine Familie gegründet haben, kommt ein zufriedenes Lächeln in ihre Gesichter. Erwachsene – meistens die Frauen – sind entzückt und blättern am Ende des Buches noch einmal zurück, um einen zweiten Blick auf die Illustrationen zu werfen.

    Allen Beteiligten, die zum Entstehen des Buches beigetragen, mein dickes Kompliment für ihren Mut. Alle habe ich liebgewonnen und schätzen gelernt, sowohl den Autor als auch die Illustratorin und den Verlag.

    Gisela Kühn

  • Hexlein

    Hexlein

    Helga Bansch

    Jungbrunnen

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Schon im Einband lernen wir das Kind kennen und lesen in einer spiralförmig angeordneten Schrift den ersten Hexenspruch. Und dann erfahren wir, dass sich alle sieben Jahren die Hexen aufmachen, ein Kind für die Nachfolge zu suchen. Mit Ausdauer wird die Katzensprache gelernt, natürlich lernt das Hexlein auch zaubern und in der Hexenküche zu kochen.

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    Als das Hexlein Heimweh bekommt, wissen es die Hexen, sie abzulenken. Wer möchte nicht auf einem Hexenbesen reiten? Nach der Abschlussprüfung gibt es ein fröhliches Fest und als das Hexlein müde wird, bekommt sie einen „zärtlichen Hexenkuss“ und erwacht wieder zu Hause im Bett. War alles nur ein Traum? Aber das Kind kichert, wie Hexen kichern.

    Große, meist in rot-orange gehaltene Bilder, die eine tolle Dynamik haben. Kurze Texte mit einem besonderen Tempo. Die Hexen sehen sehr freundlich aus.
    Zunächst fand ich es etwas beängstigend, dass das Kind aus dem Bett „entführt“ würde, aber am Ende klärt es sich ja auf.

    Dagmar Mägdefrau

  • Nusret und die Kuh

    Nusret und die Kuh

    Anja Tuckermann

    Illustratoren: Mehrdad Zaeri & Uli Krapen

    Tulipan

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Nusret wohnt mit Opi und Omi im Kosovo. Seine Eltern und Geschwister sind im Krieg nach Deutschland gegangen und als später Nusret geboren wird, bleibt er bei den Großeltern auf dem Bauernhof. Er wächst mit der Natur auf und hat eine besondere Freundschaft mit der Kuh. Wenn ein Brief der Eltern aus Deutschland kommt, muss der Briefträger ihn vorlesen, da weder die Großeltern noch Nusret lesen können.

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    Deshalb soll Nusret zu den Eltern nach  Deutschland. Er macht sich also mit der Kuh auf und geht in Deutschland zur Schule und findet dort Freunde.

    Im Urlaub geht es zurück zu den Großeltern und die Kuh, die auch lesen gelernt hat, bleibt jetzt dort und liest die alten und neuen Briefe vor.

    Die Bilder im Buch sind etwas verwaschen, nicht sehr realistisch. Trotzdem ist es schön sie anzuschauen. Hinten im Buch erklären die beiden Illustratoren, wie sie die Bilder zu diesem Buch gemalt haben. Für mich ist es sehr interessant zu erfahren, dass man zu zweit Bilder malen kann.

    Mit der Geschichte tue ich mich etwas schwer. Zunächst verläuft alles sehr realistisch und dann zieht der kleine Nusret aus dem behüteten Bauernhof mit der Kuh alleine ins Ausland. Auch die brieflesene Kuh passt für mich nicht ins Bild. Die Gefühle der Beteiligte sind hingegen gut getroffen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Warte, warte – wo willst du hin?

    Warte, warte – wo willst du hin?

    Komako Sakai

    Nakawaki Hatsue

    Moritz-Verlag

    Verlagsempfehlung 18 Monate

    Ich bin ein Freund japanischer Kinderbücher. Einfühlsam, mit dem Blick für das Kleine und ganz besondere Illustrationen sind hier häufig anzutreffen. Bei diesem Pappbilderbuch auch. Die Geschichte ist schnell erzählt. Das kleine Kind – es ist vielleicht 1 oder 2 Jahre alt – entdeckt draußen kleine Tierchen, wie den Schmetterling, den Salamander oder die Taube, und stellt fest, dass sie alle weglaufen oder –fliegen, wenn man ihnen zu nahe kommt.

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    „Wo willst du hin?“, fragt das Kind jedes Mal. Auf der letzten Seite ist das Kind dasjenige, das gefragt wird: „Wo willst du hin.“ Die Arme des Vaters greifen nach ihm und heben es auf die Schultern. Eine innige Szene.

    Die zarten Illustrationen in dezenten Farben zeigen die Geschehnisse auf Augenhöhe eines etwa 1,5 oder 2 Jahre alten Kindes. Das ist toll. Körperhaltung und Mimik des Kindes stehen im Mittelpunkt und das jeweilige Tier. Nichts lenkt von diesem Wesentlichen ab. Obwohl wenig zu sehen ist, gibt es viel zu entdecken. Das Buch ist ab einem Jahr empfehlenswert.

    Katia Simon

  • Mein erstes Buch – Tiere

    Mein erstes Buch – Tiere

    Alain Grée

    Ravensburger

    Der Verlag empfiehlt das Buch ab 2, aber auch Kleinere haben schon Freude daran.

    Dieses Pappbilderbuch ist eine Art erstes Tierlexikon für Kleine. Die Kategorien sind die klassischen: Auf dem Bauernhof entdecken wir die Kuh, das Schwein und Co. Es folgen Haustiere, Waldtiere, Vögel, Insekten, Meeres- und Zootiere. Das Besondere an diesem Buch – und auch der Grund, aus dem ich auf es aufmerksam wurde – sind die wunderschönen, unverwechselbaren und charmanten Illustrationen des französischen Kinderbuchautors und -illustrators Alain Grée!

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    Im Stil der 60er-Jahre glaubte ich zuerst, dass die ganze Reihe einfach neu aufgelegt wurde, aber tatsächlich sind die Bände erst 2012 zum ersten Mal erschienen. 

    Grée hat die Tiere charmant eingefangen und gibt ihnen ein Gesicht, ohne die arttypischen Merkmale dadurch zu verwässern. Klare Farben und Formen lassen die Kleinsten schon eindeutig erkennen, welches Tier sie gerade betrachten und manche Tiere, wie das Pferd oder der Hund bekommen sogar eine eigene kleine Szene, zu der man spontan eine kleine Geschichte erfinden kann. Einen kleinen Wehmutstropfen gibt es jedoch: Die Kategorie Zootiere gefällt mir persönlich gar nicht. Die Tiere sind alle mit Gittern dargestellt und vermitteln den Kindern den Eindruck, als ob Löwen, Tiger, Giraffen und Co. den Zoo als natürlichen Lebensraum haben. Das hätte man besser lösen können.

    Katia Simon

  • Willibarts Wald

    Willibarts Wald

    Duncan Beedie

    magellan

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Willibart ist Holzfäller und zwar ein ziemlich fleißiger, er schlägt den ganzen Wald und nimmt damit dem kleinen Vogel sein Nest. Als der am Abend bei ihm auftaucht, bietet Willi ihm ein neues Zuhause in seinem Rauschebart an. In den nächsten Tagen kommen noch das Stachelschwein und der Biber. Natürlich stören sie Willi in seinem normalen Alltag, denn wer kann mit drei Tieren im Bart leben?

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    Also rasiert er den Bart ab und gibt ihn den Tieren. Als er merkt, dass Wald und Kinn nur noch aus Stoppeln bestehen, pflanzt er neue Bäume und nach einiger Zeit wachsten Bäum und Bart nach.

    Das Buch wurde nachhaltig hergestellt und befasst sich auch in seinem Text mit diesem Thema. Ich finde die Lösung mit dem Bart etwas abstrus. Alle Gegenständ, die Willibart besitzt werden mit „treu“ beschrieben, was speziell bei dem Rasierer nicht ganz einleuchtet. Die Texte sind kurz und mit schönen Wiederholungen durchsetzt, die Bilder sind im Stil des Covers gezeichnet und unterstützen die Handlung sehr gut.

    Sicher kann schon ein kleiner Zuhörer an Hand der Geschichte sehen, dass Handlungen in der Natur Dinge nach sich ziehen, die schwer wieder gut zu machen sind.

    Dagmar Mägdefrau

  • Otto war nicht begeistert

    Otto war nicht begeistert

    Jutta Richter

    Jacky Gleich

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Da muss Otto mit seinem schönen neuen roten Ball alleine an die See fahren, wobei alleine nicht zutrifft, er fährt im Bus mit vielen Kindern, nur ohne seine Eltern. Er soll dort seinen Schnupfen loswerden. Ja und Otto ist von allem dort nicht begeistert, weder vom Essen, noch vom Schlafsaal, geschweige denn davon, dass alle Kinder mit seinem Ball spielen dürfen.

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    Dann bekommt er wegen einer Wunde am Fuß mehr Aufmerksamkeit und schließlich wird er Torschützenkönig, ja und das begeistert auch Otto. Jetzt gehört er zur Gruppe und fühlt sich wohl, sogar der Schnupfen ist weg, als er nach Hause fährt.

    Die Texte sind kurz und enden fast immer mit dem Buchtitel. Die Bilder gehen ein wenig in Richtung Karikatur, was die dargestellten Situationen unterstreicht.

    Ein Buch, dass den Kindern Mut macht, auch sich mal ohne die Eltern  durchzusetzen. Mit der schönen Hoffnung, dass Heimweh vergeht.
    Die Altersangabe finde ich zu jung, ich würde das Buch eher ab 5 Jahren empfehlen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Ein Sams zu viel

    Ein Sams zu viel

    Text, Einband und Illustrationen von Paul Maar

    Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    11-2015 Lovelybooks Leserpreis (Shortlist)

    Hach, und hach und hach! Ein Sams-Rückblick-Buch. Zum einen in meine eigene Kindheit – was habe ich das Sams geliebt! – und zum anderen in die gemeinsame Vergangenheit von Herrn Taschenbier und dem Sams. Damals war Herr Taschenbier noch Junggeselle und Frau Rotkohl ebenfalls Single.

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    Da tauchte plötzlich ein zweites Sams auf. Das hatte sich Herr Taschenbier versehentlich mit dem allerallerallerletzten Wunschpunkt gewünscht. Und dieses neue Sams ist lieb und nett und schüchtern – und mag keine Wurst. Alles in allem also das absolute Gegenteil vom „richtigen“ Sams. Deshalb wohnt es auch bei Frau Rotkohl und nicht bei Herrn Taschenbier. Dass es da zu allerlei witzigen Verwicklungen kommen muss, kann man sich ja denken …

    Katia Simon

  • Die Träne des Einhorns

    Die Träne des Einhorns

    Bettina Göschl

    Leonie Daub

    Jumbo

    Leseempfehlung ab 3 Jahre

    Zur Zeit sind Einhörner ja sehr im Trend, dieses ist einfach nur weiß und nicht buntschimmernd. Auch die Bilder sind sehr realistisch angelegt. Die Situation am Anfang des Buches ist alerding sehr „altmodisch“, die Menschen treffen sich abends am knisternden Feuer und singen und erzählen sich Geschichten.

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    Hört sich an, wie ein schöner Traum. Allerdings kommt dann ein schreckliches Ungeheuer in das zauberhafte Tal. Es fängt das Einhorn und weidet sich an deren Tränen, die das ganze Tal überschwemmen. Zuletzt ist das Einhorn in seinem Turm von dem Tränenmeer umspült und die Menschen werden immer trauriger. Viele wollen das Ungeheuer besiegen, leider ohne Erfolg. Dann kommt Felix, ein kleiner Junge mit Holzschwert und einer Rüstung aus Papier. Aber Felix ist mutig und bekommt deshalb den Rat einer Fee. Zum einen ist Felix auch dem Ungeheuer gegenüber sehr mutig und uum anderen helfen ihm die Tipps der Fee. So kann er das Ungeheuer besiegen und am Ende sitzen die Bewohner es Tales wieder um das Feuer bei Gesang und Geschichten.

    Es handelt sich um ein Märchen aus vergangenen Tagen und ist schön zu lesen. Ein Junge als Held der Erzählung gefällt mir nach den vielen mutigen Mädchen auch sehr gut. Aber erst wenn ich die Geschichte vorgelesen haben, werde ich dieses Buch richtig beurteilen können. Bisher habe ich nur mir das Buch laut vorgelesen und fand manche Passagen etwas schwierig zu sprechen.

    Dagmar Mägdefrau