• Holly Holunder und der verschwundene Hund

    Holly Holunder und der verschwundene Hund

    Judith Merchant

    EMF

    Holly Holunder

    Leseempfehlung ab 8 Jahre

    Im ersten Band zog Arwid mit seiner Mutter auf Land und lernte dort das Holunder-Mädchen Holly kennen, einen durchscheinenden Gartengeist. Zu Beginn dieses Buches spielen die beiden zusammen im Garten Kirschkern-Baseball. Doch sie werden von Arwids Mutter unterbrochen und Holly muss sich schnell unsichtbar machen. Weil Arwid mal wieder nicht richtig zuhört, ist er vom Kommen der Zwillinge Nell und Theo sehr überrascht und auch Holly schafft es nicht schnell genug, zu verschwinden. 
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    Aber auch die Zwillinge haben eine Überraschung in ihrem Koffer. Schnuffi, der mopsige Beagle der Nachbarin, sollte unbedingt mit ihnen reisen. Das Tier erobert sofort Hollys Herz und sie ist glücklich, dass sie allein mit dem Hund weiter im Garten spielen darf. Doch in einem unbeobachteten Augenblick ist Schnuffi plötzlich verschwunden. Alles Suchen hilft nicht, sie muss den Kindern das Verschwinden des Hundes beichten.
    Auch ohne den ersten Band zu kennen, sind einem Arwid und Holly schnell vertraut, einige Besonderheiten im Umgang mit Gartengeistern sind schnell erklärt und das Wichtigste ist nach wie vor, die Mutter darf von all dem nichts merken. Wobei ich finde, sie kommt hier etwas sympathischer rüber als im Vorgängerband.
    Freundschaft mit allen Facetten wird auch hier großgeschrieben und mit der Suche nach dem Hund kommt richtig Spannung auf, wenn auch die Lösung so ähnlich zu erwarten war.
    Holly Holunder darf gerne noch weitere Abenteuer erleben.

    Dagmar Mägdefrau

  • Rettung für Hund Pepe

    Rettung für Hund Pepe

    Annette Moser

    Sabine Rothmund

    Fischer Sauerländer

    Duden Leseprofi

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir Jona, der den verletzten Hund Pepe nicht behalten kann. Zu Beginn des Buches verabschiedet Jona sich von seinen Freunden ins Wochenende, da hört er ein Winseln aus der Mülltonne. Hier findet er den dünnen, struppigen Hund mit einem verletzten Bein. De Hund hat sofort Vertrauen zu seinem Retter und Jona will ihn nicht allein zurücklassen, deshalb trägt er ihn nach Hause. 
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    Seine Mutter gibt ihm zwar Geld für Futter, macht aber gleich klar, dass sie den Hund nicht behalten können. Als Papa nach Hause kommt, versucht er, etwas über den Hund zu erfahren. Über Nacht darf Pepe bleiben, aber dann fahren die Eltern mit Jona und Pepe aufs Land, um Jona eine gute Lösung anzubieten.
    Es gibt wohl kaum Kinder, die sich nicht ein Tier wünschen, aber oft ist es nicht möglich, ein Tier anzuschaffen. Hier wird das Problem mit dem alten, verletzen Fundhund sehr gut und zu Jonas Zufriedenheit gelöst.
    Große Buchstaben, viele bunte Bilde, die die Situation gut zeigen, dazu „Profifragen“ und am Ende Aufgaben für Vollprofis machen dieses Buch zu einem schönen Erstleserbuch.

    Dagmar Mägdefrau
  • Buchstabenspaß für die Vorschule

    Buchstabenspaß für die Vorschule

    Christiana Braun

    Isabel Große Holtforth

    Lucie Göpfert

    Fischer Sauerländer

    Duden Leseprofi

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Da ich zwei Enkel habe, die sich intensiv mit Buchstaben und Zahlen befassen, schaue ich gerne nach Vorschulbüchern, die auf die Schule vorbereiten. Hier werden die Vorschulkinder durch das ABC geleitet. Ein großes A soll nachgefahren werden, die Richtungen sind angezeichnet und Äpfel und Ameisen sind um den Buchstaben drapiert. 
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    Die Kinder sollen sich Worte mit A ausdenken und dabei hilft es, auf dem Puzzlebild der zweiten Seite alle mit A gekennzeichneten Teile auszumalen. Dann entsteht ein Affe. Die Buchstabenseite wiederholt sich bei allen Buchstaben, die andere Seite variiert. So werden die Pferdehufabdrücke zu einem C, das nachgezeichnet werden soll. Einem Rennwagen die Reifen zu malen, indem man die Buchstaben von A bis F abfährt, ist eine schöne Aufgabe. In einem Regal Gegenstände zu finden, die mit dem gleichen Buchstaben anfangen, ist nicht so einfach. Ob ein Wort mit K oder J anfängt, ist sicher einfacher zu entscheiden. In der Mitte des Buches gibt es ein „Malen nach Buchstaben“-Bild und Berge, die als Schwungübung dienen. 
    Bei O werden Fußbälle nachgezeichnet und für den Buchstaben gibt es sogar noch eine zweite Seite, Os werden in einem Kinderzimmer gesucht. Um Tieren ihren Anfangsbuchstaben zuzuordnen, muss man sich schon auskennen. Eine Rennstrecke schnell nachmalen und nicht über den Rand kommen, das liegt nicht allen. Bei der Dinoparty die Us zu finden, geht schon besser. Vor dem Lösungsteil schreibt das Kind noch seinen Namen in das Buch.
    Sehr abwechslungsreich und im handlichen Format, ein gutes Übungsbuch für die Vorschule.

    Dagmar Mägdefrau

  • Hast du das schon gesehen?

    Hast du das schon gesehen?

    Gloria Köpnick

    Rainer Stamm

    Insel

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Im Vorwort werden die Kinder direkt angesprochen und darüber informiert, dass die in dem Buch abgebildeten Kunstwerke, die man in Museen anschauen kann, alphabethisch angeordnet sind. So beginnen wir mit der „Ameise“ von Peter Kogler, der seine Exponate am Computer erstellt. Wir werden aufgefordert, in dem Gewusel der Ameisen die Abgebildete zu finden. 
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    Nach diesem sehr neuen Bild geht es ins Jahr 1599 zu Jan Brueghel dem Älteren. Hier wird sehr realistische eine Vase mit Blumen dargestellt, die Tulpe wird besonders herausgestellt und wir erfahren etwas über den Maler und diese beliebte Blume. C steht für Comic und Roy Lichtenstein, „Trabender Esel“ ist eine Skulptur von Renée Sintenis aus dem Jahr 1932 und die sehen wir unter E. Wir erfahren einiges über diese Künstlerin und fragen uns, aus welchem Material der Esel wohl gefertigt wurde. Bei „Knabe in roter Jacke“ von Munch dreht sich alles um dieses farbige Kleidungstück. In Münster steht die Kirschsäule, die meinem Enkel gut gefiel. „Abstrakter Kopf“ war ihm hingegen nicht ganz geheuer, zu abstrakt. „Die Obstverkäuferin“ hingegen ist ein sehr ansprechendes Bild für Kinder, es ist auch auf dem Cover abgebildet. Magrittes Pfeife, die keine ist, regt zum Nachdenken an und das „Schwarze Quadrat“ von Malewitsch wird sicher auch hier diskutiert. Eine riesige Spinne fasziniert Kinder auf unterschiedlichste Weise, diese Skulptur würden wir uns gerne mal ansehen. Ich liebe die fülligen Figuren von Niki de Saint Phalle, hier ist es ein bunter Vogel. "Die Welle" von Hokusai berichtet über japanische Holzschnitte. Das letzte Bild zeigt „Zitronen“ auf einem Teller. Danach gilt es Dinge, die auf den Bildern sind, zu suchen und selbst ein Bild mit X zu malen, das musste man nämlich auf Axt ausweichen. Eine Liste der Exponate und nähere Informationen dazu finden wir am Ende des Buches.
    Ich habe in diesem Buch einige Werke gefunden, die ich bislang nicht gekannt habe, auch Namen von Künstler*innen, die mir nicht geläufig waren. Zudem gab es viele Werke weiblicher Künstlerinnen zu entdecken. Für mich war also das Lesen und Anschauen dieses Buches ein echter Gewinn.

    Dagmar Mägdefrau
  • Ritter Ronald und die Kleider

    Ritter Ronald und die Kleider

    Andrea Schomburg

    Lena Ellermann

    Tulipan

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Hoch zu Ross sehen wir Ritter Ronald auf dem Cover. Er reitet von Turnier zu Turnier, „schwingt das Schwert und schwenkt die Lanze“ und gewinnt ziemlich oft. Immer dabei sein Knappe Ullrich. Nach dem Turnier sind beide dann schnell wieder weg, geben vor, noch einen Drachen bekämpfen zu müssen, sie wollen aber nur schnell wieder nach Hause, denn dort in der Turmstube gibt es ein richtiges Geheimnis, deshalb trägt Ritter Ronald den Schlüssel auch immer bei sich. 
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    Denn dort näht der tapfere Ritter Damenkleider. Die Modelle denkt er sich selbst aus und so sind die Kleider alle etwas ganz Besonderes und wenn Ullrich dann später durchs Land reitet und die Kleider den Damen anbietet, sind alle ganz verzückt und kaufen ihm die Kleider gerne ab. Dann besorgt Ullrich neues Material und Ronald näht neue Kleider. Ullrich ist ein guter Verkäufer, weil er die Kleider selbst so gerne trägt und deshalb viel Gutes über sie sagen kann. So sind die beiden ein eingespieltes Team und alles könnte so schön bleiben, wenn nicht auch die Königin diese tollen Kleider entdeckt hätte.
    Ich habe manchmal beim Lesen richtig laut gelacht, wenn ich mir die Situationen so vorgestellt habe, die sich danach noch entwickeln. Dass ein tapferer Ritter so gerne näht, ist schon etwas ungewöhnlich, aber durchaus vorstellbar. Ich glaube, es gibt viel mehr berühmte Männer, die Kleider für Frauen entwerfen als Frauen. Ob die allerdings auch tapfer sind, kann ich nicht bewerten. In dieser Geschichte will der Ritter das ja auch geheim halten und erfindet deshalb eine Schwester. Zum Glück ist der König in dieser Geschichte ein sehr kluger König und deshalb hat die Geschichte ein richtig gutes Ende.
    In großer Schrift gedruckt und mit vielen sehr schön gestalteten Bildern wird das Buch zu einem Lesegenuss. Etwas geübte Leseanfänger*innen werden es sicher leicht lesen können und ihre Freude an dieser humorvollen Rittergeschichte haben. Was aber nicht bedeutet, dass ältere geübte Leser*innen, wie ich, nicht auch Spaß daran hätten.

    Dagmar Mägdefrau
  • Die Stadtpark-Detektive

    Die Stadtpark-Detektive

    Anja Kiel

    Elke Broska

    Ravensburger – Leserabe

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    In drei Kapiteln ermitteln Leo und Nia als Stadtpark-Detektive. Die beiden treffen sich im Park und bringen die entsprechende Ausrüstung mit: Fernglas, Lupe, Taschenlampe, Block und Stift. Schon bald treffen sie auf einen weinenden Jungen, der seinen Ball vermisst. Wer könnte den aus dem Sandkasten gestohlen haben? Zunächst wird ein Bild von dem Ball gemalt, damit man andere fragen kann, ob sie ihn gesehen haben. 
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    Dann wird die Umgebung einschließlich Abfalleimer abgesucht. Es tauchen auch Bälle auf, aber sie sehen anders aus als der Gesuchte. Sogar eine Melone muss ein Mann aus der Tasche holen, um zu beweisen, dass es kein Ball ist. Doch dann bekommen die beiden einen Tipp, aber es dauert noch einige Zeit, bis der Fall gelöst ist und dann schließt sich direkt noch ein neuer an. 
    Ermitteln und Detektiv spielen lieben alle Kinder und hier ist der Fall sehr gut nachvollziehbar für Vorschulkinder.
    Die große Schrift wird durch kleine Bilder ergänzt und dank der herausklappbaren Liste kann man während des Lesens schauen, was die kleiner Bilder zu bedeuten haben. Das Buch ist in erster Linie zum Vorlesen gedacht und die Kinder können den Text um die Bild-Worte ergänzen. Später kann das Kind selbst versuchen, das Buch zu lesen. Sicher ein schönes Geschenk für Kinder, die gerne schon selbst lesen wollen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Geheimauftrag für Ninja Komo

    Geheimauftrag für Ninja Komo

    THiLO

    Alexandra Langenbeck

    Ravensburger – Leserabe

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Ninjas, die sagenumwobenen japanischen Kämpfer, sind für unsere Kinder ein sehr interessantes Thema. Komo und sein Hund Inu stürmen auf dem Cover kämpferisch auf uns zu. 
    Die durchgehende Geschichte ist in vier Kapitel eingeteilt, der Text ist kurz und einfach gehalten, die vielen Bilder, die mich sehr an Japan erinnern, sind sehr schön gestaltet.
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    Zunächst führt uns die Erzählung in die Schule für junge Ninjas, hier lernt Komo von Meister Sinobi, was Ninjas so können müssen. Dort erfährt Komo auch vom Schwert Rebi, mit dem man jedes Schloss öffnen kann. Das Bild am Ende des ersten Kapitels fängt wunderbar einen Abend vor einer japanischen Burg ein. Im nächsten Kapitel bringt Sinobis Rabe eine Nachricht und das Abenteuer beginnt.
    Zwischen den Kapiteln gibt es immer wieder kleine Aufgaben, die zu lösen sind und mit dem Kleben der Rabensticker kann man sich für den Lesefortschritt belohnen.
    Wenn ein solch spannendes Buch kein Grund ist, um Lesen zu lernen?!

    Dagmar Mägdefrau

  • Feuerwehrgeschichten

    Feuerwehrgeschichten

    Katja Reider

    Vernessa Himmler

    Ravensburger – Leserabe

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Auf dem Cover sieht man den Einsatzwagen der Feuerwehr und davor steht Bodo, der Feuerwehrmann aus der Geschichte. Im ersten Kapitel will er mit seinem Sohn zum Fußballspiel. Basti ist total aufgeregt, weil er hofft, den Pokal aus den Händen des berühmten Fußballers Max Kaiser entgegennehmen zu können. Denn er will auf jeden Fall siegen. Aber dann muss Bodo zum Einsatz. Es brennt in einem Wohnhaus. 
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    Wie es der Zufall will, rettet Bodo Max Kaiser, der den Pokal unter dem Arm trägt. Deshalb ist Basti bei der Überreichung doppelt stolz. In den beiden anderen Geschichten rettet Bodo einen Kranführer und danach gilt es, eine Schlange zu fangen.
    Hübsche kleine Geschichten über einen Feuerwehrmann mit Sohn. Die große Schrift wird durch kleine Bilder ergänzt und dank der herausklappbaren Liste kann man während des Lesens schauen, was die kleiner Bilder zu bedeuten haben. Das Buch ist in erster Linie zum Vorlesen gedacht und die Kinder können den Text um die Bild-Worte ergänzen. Später kann das Kind selbst versuchen, das Buch zu lesen.
    Erzählungen aus dem Feuerwehralltag, der Kinder immer brennend interessiert. Dann noch gepaart mit Fußball, eine sicher Option gerade bei männlichen Vorschulkindern. Die vielen großen Illustrationen ergänzen die Geschichte sehr schön.

    Dagmar Mägdefrau

  • Abwärts ins Abenteuer

    Abwärts ins Abenteuer

    Fee Krämer

    Timo Grubing

    Gulliver

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    Ju wohnt in einem Hochhaus und, weil sein Mutter ständig arbeitet, kümmert er sich liebevoll um seinen kleinen Bruder. Doch manchmal wird ihm die Verantwortung doch etwas viel, immer muss er an alles denken. Außerdem fehlt ihm die Zeit, Freund*innen zu finden. Als er eines Abends noch einmal in den Keller will, fährt der Aufzug immer weiter und landet in -18528. 
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    Dort trifft er auf einen nette alte Dame, die ihn beauftragt, die Welt zu retten. Dazu gibt sie ihm ZZZipsch, einen Ball auf Beinen mit einem Reißverschluss über den Bauch. ZZZipsch kennt sich nicht in unserer Welt aus, kann aber Wünsche erfüllen und das führt erstmal zum Chaos. Aber als Ju Leyla um Hilfe bittet, geht es erst richtig rund.
    Ein lustiges Buch, das einfach nur Spaß macht und dessen schräge Ideen leider nicht zur Weltrettung beigetragen haben. Dafür hat Ju eine Freundin gefunden, ein lustiges Abenteuer mit ihr überstanden und das macht sein Leben ein bisschen schöner.
    Die Geschichte hat viel Fantasie, aber mir fehlt ein wenig das Warum.
    Große Schrift, viele Abstände, dazwischen viele Illustrationen in Schwarz-Weiß erleichtern das Lesen und so ist das Buch mit dem Aufkleber „superlesbar“ versehen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Molly Blume

    Molly Blume

    Will Gmehling

    Anna Schilling

    Peter Hammer Verlag

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Die besten 7 Bücher für junge Leser

    Bestenliste Leselotse

    Mit verschränkten Armen und zu allem entschlossen sieht man Molly auf dem Cover stehen, selbst ihr Rock kann sich der Dynamik nicht erwehren. Mit den roten Wuschelhaaren und ihrer runden, blauen Brille wirkt sie auf mich, wie ein Mädchen, das weiß, was sie will.
    In diesem Fall, was sie nicht will, denn sie will nicht, dass ihre Eltern ständig auf ihr Handy starren. Molly Blume hat längst erkannt, dass die beiden süchtig sind, abhängig von Smartphones.
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    Ein Bild zeigt ihren Vater, gleich nach dem Wachwerden auf der Bettkante die Neuigkeiten checken, ihre Mutter schaut sogar beim Zähneputzen auf den kleinen Monitor. Molly sitzt gelangweilt auf den Klodeckel und überlegt sich eine Lösung. Natürlich wird es auch beim Frühstück nicht besser. Die Eltern sind „total weggetreten. Sie können nicht anders. Ein Leben ohne Instagram und TikTok macht keinen Sinn mehr für sie.“ An der Stelle werden sich einige Erwachsene sich an ihre Nase fassen müssen. Auch beim Wandern oder beim Radrennen haben Papa und Mama die „kleinen schwarzen Platten“ vor der Nase. Als Mama selbst während einer Beerdigung das Handy nicht aus der Hand lassen kann und sie keine Zeit für Mollys Belange haben, entschließt sich Molly, zu handeln.
    Ein humorvolles Buch, das leider oft die Wirklichkeit spiegelt und ich hoffe, nicht allzu viele Kinder werden eine ähnliche Erziehungsmaßnahme anwenden wie Molly. Neben der tollen Geschichte, deren positiver Ausgang zeigt, dass auch diese Sucht heilbar ist, sind die Buntstiftzeichnungen einfach der Hit. Was Anna Schilling da alles ausdrücken kann, für mich einfach unglaublich.
    Es gibt schon einige Auszeichnungen für das Buch und ich habe keine zu vergeben, aber dieses Buch hat jede Auszeichnung für ein Kinderbuch verdient.

    Dagmar Mägdefrau

  • Ein Fall für die Forscherkids – Achtung Pflanzendiebe – Band 8

    Ein Fall für die Forscherkids – Achtung Pflanzendiebe – Band 8

    S. J. King

    DK

    Ein Fall für die Forscherkids

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Zum 8. Mal treffen sich die Forscherkids, Kinder aus allen Teilen der Welt, die ungewöhnliches Wissen haben. Diesmal werden Gustavo aus Brasilien, ein Experte für Geschichte, und Lea, die Biologin aus Deutschland, zusammen nach North Carolina geschickt, dort gilt es Wilderer zu finden, die Venus-Fliegenfallen ausgraben und dann verkaufen. 
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    Die beiden sind zwar gut für die Übernachtung in der Natur ausgerüstet, aber die Geräusche, die sie im Wald hören, machen ihnen doch ein wenig Angst, obwohl Lea sich mit den Tieren hier sehr gut auskennt und viele Stimmen zuordnen kann. Um die Wilderer zu stellen, benötigen die beiden zunächst die Hilfe der anderen Forscherkids und später die der Polizei. Aber durch ihr gutes Wissen in ihren Fachgebieten und ihre Cleverness können sie den Fall lösen.
    Mir gefällt es sehr gut, dass die Geschichte für die unmöglichen Dinge, die passieren, eine Lösung anbietet. So bleibt die Zeit zu Hause stehen und die Kinder kommen wieder da an, wo sie los sind, so wird sie keiner vermissen.
    Wieder ein spannendes Abenteuer, bei dem ich eine Menge über fleischfressende Pflanzen gelernt habe. Eine tolle Serie, die sicher lange weiter gehen wird.

    Dagmar Mägdefrau


  • Memo Wissen – Eisenbahnen

    Memo Wissen – Eisenbahnen

    John Coiley

    DK

    Memo-Wissen

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Dies ist ein sehr umfangreiches Buch zum Thema Eisenbahn aus der Serie „Memo-Wissen“.
    Einige Themenbereiche werden schon auf dem Cover angezeigt, allein 30 Kapitel beginnend mit „Was ist ein Zug?“ werden angeboten. Natürlich folgt dann ein Rückblick zu den ersten Eisenbahnen, die Dampfkraft wird erfunden und die ersten Dampfloks fahren in Großbritannien.
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    Es geht um den Streckenbau und um Schienen, um Güterzüge und die Unterschiede im Personenverkehr. Die Entwicklung der Stellwerke und Bahnsignale, dann geht es mit dem Thema „Elektrische Züge“ weiter, aber auch der Dieselkraft ist ein Kapitel gewidmet. Die Wuppertaler Schwebebahn finden wir unter der Überschrift „In der Luft“. Spielzeugeisenbahnen sind bei Eisenbahnern immer eine wichtige Alternative und deshalb auch hier zu finden. Züge der Vergangenheit und der Zukunft und besondere Strecken vervollständigen dieses Sachbuch. Zum Ende gibt es eine Chronik und Verweise auf Internetadressen sowie ein Glossar.
    Neben dem Lesen und Anschauen des Buches kann man auch die Plattform „kahoot!“ nutzen, das ist eine Lernplattform, die auch ein Quiz anbietet. - Eisenbahnfans jeden Alters werden hier ihre Freude haben, ein schön aufgebautes Sachbuch für Grundschüler.

    Dagmar Mägdefrau

  • Verboten

    Verboten

    Hanna Däumer

    Tulipan

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    In einem Kinosaal sitzen einige Tiere und das Flusspferd reißt sein Maul weit auf, der Hase im Hintergrund macht „Pssst!!“, so sieht das Cover aus und das Bild wiederholt sich im Buch, denn es ist verboten „dreckig zu lachen.“ Wobei ich finde, da gibt es kein direktes Verbot, es ist nur meist nicht nett. So geht es mir mit einigen Seiten.  Es ist sicher verboten, „vom Beckenrand zu springen“ - das liest man in jedem Schwimmbad. 
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    Mundraub und Vermüllen werden sogar strafrechtlich verfolgt, aber „Schief singen“, „Faul rumliegen“ und einige andere Verbote sind durchaus in Frage zu stellen. Ich denke, dadurch wird das Buch schon zu einigen Diskussionen anregen und vielleicht gibt es noch mehr solcher eigenartigen Verbote, denn auf der letzten Seite steht „Verbieten: Verboten“ 
    Kürzer können sinnvolle Texte kaum sein und die Bilder, die an Collagen erinnern, sind sehr interessant anzuschauen, da gibt es eine ganze Menge zu sehen. So ist gibt es zu jedem Verbot auch ein Schild, das es zu entdecken gilt. Mir gefallen die faul rumliegenden Tiere besonders gut.

    Dagmar Mägdefrau

  • Wer will fleißige Bagger sehn – Der schiebt und zählt von 1 bis 10

    Wer will fleißige Bagger sehn – Der schiebt und zählt von 1 bis 10

    Cornelia Boese

    Dominik Rupp

    Coppenrath

    Verlagsempfehlung ab 18 Monate

    In dem kleinen handlichen Pappbilderbuch gibt es viel zu entdecken, schon auf dem Cover sehen wir einige Bagger. Der erste Bagger fühlt sich etwas einsam und wenn man die Schieber herauszieht, kommen Bagger zwei und drei dazu. Nachdem die drei noch Hilfe brauchen, wird schnell auf fünf aufgestockt. 
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    Nachdem auch die fünf fleißig baggern, tauchen die nächsten zwei auf. „Ich kann die größten Steine schieben! Meint schnaufend Bagger Nummer 7“ Am Ende sind es zehn Bagger, die begeistert in dem entstandenen See baden. 
    Ein schönes Buch für unsere kleinen Bagger-Fans, zusätzlich kann man noch zählen, was sicher erst etwas für ältere Kinder ist. Aber es schadet sicher nicht, die Zahlen schon einmal gehört zu haben.

    Dagmar Mägdefrau
  • Es ist doch nur Haut

    Es ist doch nur Haut

    Dr. Nina Jablonski

    Dr. Holly Y. McGee

    Karen Vermeulen

    Gratitude

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Hände in allen möglichen Farben sind auf dem Cover zu sehen. Nach einem Vorwort eines Harvard-Professors stellt sich uns ein Typ namens Epi Dermis vor, er nimmt die unterschiedlichsten Formen und Farben an und Freunde dürfen ihn Haut nennen. Die Haut zeichnet zunächst auf, warum sie für uns so wichtig ist. Denn wenn sie nicht da wäre, wären wir nur eine Pfütze. Eine interessante Idee! 
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    Die Haut ist „das am härtesten arbeitende Organ unseres Körpers.“ Aber die Haut ist auch sehr traurig, weil immer wieder Lügen über sie erzählt werden. Da möchte sie schreien „Es ist doch nur Haut!“ Dann erzählt sie uns die Geschichte der Menschheit von den ersten Urmenschen und seiner Veränderung, bis er so aussieht wie wir. Da geht es um unsere Entstehung in Afrika und der Wanderung gen Norden und der damit verbunden Veränderung der Haut. Immer wieder wird der Titel ausgesprochen und darauf hingewiesen, dass man die Haut, egal welche Farbe sie hat, nicht so wichtig nehmen soll.
    Nach dem Glossar gibt es noch einen Anhang „Es ist doch nur Wissenschaft!“. Hier wird in einem kompakten Text nochmal alles erklärt, was uns die Haut in der kurzen, bildreichen Variation erklärt hat.
    Im Schlusswort erklären die Autoren, warum ihnen dieses Buch so am Herzen lag. Ich kann nur sagen, da haben Wissenschaftler es geschafft, ein wirklich schönes Bilderbuch für Kinder zu schreiben, das verständlich ist und eine Botschaft weitergibt.
    Ein überzeugende Buch, das ich mir für Kitas und Schulen als Standard wünsche.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der Waldbuchclub in der Schule

    Der Waldbuchclub in der Schule

    Annie Silvestro

    Tatjana Mai-Wyss

    Bohem

    Der Waldbuchclub

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir Josie, Hoppel und die anderen Waldtiere, die gerne in die Bibliothek gehen. Die Tiere sitzen auf den Stufen, essen Donuts und warten, dass die Bibliothek geöffnet wird. Alle haben dort Dinge gefunden, die sie gerne machen, so bastelt das Stachelschwein und der Waschbär sitzt am Computer. 
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    Hoppel und Josie sitzen gemütlich im Sessel und schauen ein Buch an. Josie ist ganz aufgeregt, weil morgen ihr erster Schultag ist. Hoppel möchte sie gerne unterstützen und macht sich am nächsten Tag auch auf den Weg zur Schule, unterwegs begegnet er seinen Freunden und alle gehen mit. Allerdings hatten die Tiere nicht damit gerechnet, dass die Schule so groß ist. Deshalb passiert noch eine ganze Menge, bis sie Josie finden und sich vergewissern können, dass sie Freunde gefunden hat. Und so sitzen am Ende alle zusammen auf einem Klettergerüst in einer „riesigen Umarmung“.
    Die Illustrationen sind stimmungsvoll gestaltet und bilden sowohl die Waldtiere als auch die Kinder sehr realistisch ab. So gibt es ein Kind mit Brille und eines sitzt im Rollstuhl.
    Er ist einfach schön, Freunde zu haben, die merken, wenn sie für uns da sein müssen und für die Freundschaft das Wichtigste im Leben ist.

    Dagmar Mägdefrau

  • Follow me, follow you

    Follow me, follow you

    Swantje Oppermann

    Hase und Igel

    Verlagsempfehlung Klasse 7, 8, 9 und 10

    #Magicgirlhatmichverzaubert

    Solche und weitere Hashtags kursieren über den TikTok-Account MagicGirl auf der besagten App, denn MagicGirl ist viral gegangen. Zu sehen ist in den kurzen Videos die 17-Jährige Lexi im engen schwarzen Outfit, die durch die Gegend “fliegt”. Eigentlich genau das, was das Cover schon zeigt.
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    Was das Cover außerdem zeigt, in den Videos aber nicht zu sehen ist: Lexis kleine Schwester Robin, die eigentlich die meiste Arbeit in den Account steckt, während Lexi davor performt. 
    Mit der Viralität kommt eine Menge Arbeit auf Robin zu: Marken wollen zusammenarbeiten, andere TikToker reagieren (nicht immer nett), die Fangemeinde wächst und auch die Hasskommentare. Mit denen kommt Lexi weniger gut klar als ihre kleine Schwester, denn den Hass spürt sie stärker als die Liebe. Würde ein tieferer Sinn in den Videos vielleicht helfen?
    Mit TikTok wird in der Geschichte ein Thema problematisiert und auch didaktisiert (es handelt sich immerhin auch um Schullektüre), das tatsächlich sehr aktuell für Jugendliche ist, TikTok und seine interessanten, aber auch gefährlichen Dynamiken. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie glücklich das ist, dann tatsächlich von TikTok zu sprechen, statt einfach eine fiktive App zu nennen, da das sehr moralisierend wirken kann und (nicht nur) Jugendliche dann eher eine ablehnende Haltung einnehmen.
    Im Roman wird das durch die Figurenkonstellation der beiden Schwestern ganz gut gelöst, beide finden individuelle Zugänge zur Plattform.
    Zwischendurch wird es auch wirklich spannend auf der Handlungsebene.
    Eine von mehreren Botschaften bringt York rüber, Lexis bester Freund: “Beleidigungen sagen mehr über den Absender aus als über den Empfänger.”
    Eine wirklich interessante und unterhaltende Geschichte, die TikTok als App nicht dämonisiert, aber durchaus zur Vorsicht mahnt.

    Raphaela Brosseron

  • Alles im Grünen oder Wie ich die Kette der Beschissenheit durchbrach 

    Alles im Grünen oder Wie ich die Kette der Beschissenheit durchbrach 

    Filiz Penzkofer

    Rotfuchs

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Für diejenigen, die das Buch gelesen haben, ergibt folgende Zusammenfassung Sinn: Die Ketten der Beschissenheit (vornehmer ausgedrückt: chaînes de merde) von Rabea, Queen Tiger und Musti wurden in der Wohngemeinschaft des betreuten Wohnens absolut unordentlich nebeneinandergelegt. 
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    Für alle anderen: Rabea hat eine schwere Angststörung, Queen Tiger ist viel beschäftigt mit Voodoo-Hexerei und Musti versucht, das Trauma aus dem Krieg in Syrien zu verarbeiten und Deutsch zu lernen. Alle drei haben wenig miteinander zu tun, obwohl sie (unfreiwillig) unter einem Dach leben. Als die Vermieterin ihnen mit Rauswurf droht, denken die drei, dass es gar nicht schlimmer werden kann. Die gemeinsame Kette der Beschissenheit beginnt da jedoch gerade erst … 
    Bei den vielen Problemen, die die drei haben, habe ich ein wenig gebraucht, um reinzukommen, da es gleichzeitig äußerst ungewöhnliche Probleme sind. Als die drei dann angefangen haben, sich anzunähern und sich gegenseitig zu verstehen, fand ich die Dynamik der Figuren spitze. Wer sich das alles ausgedacht hat, muss absolut viel Fantasie und einen Sinn für das Merkwürdige haben. Anders kommt man alleine auf die vielen Details zum Voodoo-Zauber nie im Leben! Die Metapher der Kette der Beschissenheit merke ich mir; die Stelle, als der Titel endlich Sinn ergibt, war großartig.
    Ansonsten ist mir das Ganze einen Tick zu chaotisch, aber wie sagt man so schön: Das Genie beherrscht das Chaos.
    Musti hat sich für mich schnell zum Liebling entwickelt. Wie er die deutschen Sprichwörter durcheinanderbringt, ist wirklich ulkig. Die Stellen kann ich mir auch gut als Auszüge für den Deutschunterricht vorstellen, wenn man über Sprichwörter und ihre Bedeutung für die alltägliche Kommunikation spricht. Nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich ein starker Roman!

    Raphaela Brosseron


    Ein herrlich verrücktes Buch, ich hatte solch einen Spaß beim Lesen.
    Dank ihrer Therapeutin Maya bekommt Rabea einen Platz in einer WG.
    Hier lebt sie zusammen mit Queen Tiger, einer Voodoo-Zauberin mit geschwärztem Augenweiß, und Musti, einem Syrer, den sie aufgrund seinen Bartes für einen Terroristen hält.
    Da wird es im Alltag für eine junge Frau, die voller Ängste ist, schwer. Auf keinen Fall will sie den beiden in der Wohnung begegnen, auch den gemeinsamen Kühlschrank kann Rabea unmöglich benutzen. Statt einzukaufen, nutzt sie die Lieferdienste, U-Bahn oder Taxi kann sie auf keinen Fall nutzen und an Friedhöfen geht sie nicht einmal vorbei.
    Doch dann geschieht etwas völlig Unerwartetes, die Vermieterin liegt tot in ihrer Wohnung und Musti hat sie dort gefunden. Doch statt die Polizei zu informieren, versucht Queen Tiger, die alte Frau mit ihren Zauberkünsten zurückzuholen. Die Situation wird immer chaotischer und ich konnte mir oft ein Lachen nicht verkneifen.
    Im Laufe der Geschichte erklärt sich auch der ungewöhnliche und etwas unhandliche Titel auf witzige Weise. Zu Anfang fand ich das Buch einfach nur durchgeknallt, aber je weiter ich las, umso mehr konnte ich die Denkweise der Protagonisten verstehen und die drei ungleichen Menschen wurden zu einer tollen Gemeinschaft, Geheimnisse wurden preisgegeben und Rabea entwickelte sich zu einer etwas weniger ängstlichen jungen Frau.
    Es lohnt sich auf jeden Fall, den Titel zu merken und das Buch zu lesen.

    Dagmar Mägdefrau